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Man mag von der EnEV halten, was man will, aber man muss ihre Forderungen einhalten. Für horrende Bußgelder ist per Dekret gesorgt. Vorbei sind die Zeiten, wo man mit dem Zauberwort "Bestandsschutz" bauliche und somit finanzielle Erleichterungen erzielen konnte. Es sei denn, ...

Inhaltsverzeichnis


Neue Checkliste über Verordnungen im Gebäudebestand
Was ist Pflicht für Altbauten?

Wer ein Haus besitzt oder kauft und die geltenden Verordnungen nicht kennt, kann Überraschungen erleben. Denn beispielsweise bei Eigentümerwechsel muss eine selbstgenutzte Immobilie mit bis zu zwei Wohnungen innerhalb von zwei Jahren modernisiert werden. Das schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Für Klarheit sorgt hier die kostenlose "EnEV-Checkliste für bestehende Gebäude", die man beim Initiativkreis Erdgas & Umwelt bestellen kann.

Die neue Broschüre informiert über alle Verordnungen, die im Zusammenhang mit Wärmeschutz und Energieeinsparung für Hauseigentümer relevant sind. Neben der EnEV wird auch die Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) behandelt. So erfährt man die genauen Fristen für fällige Heizungsmodernisierungen und verordnete Dämmmaßnahmen. Die Checkliste beantwortet außerdem Fragen wie: Welche Heizungen dürfen überhaupt eingebaut werden oder wer kontrolliert die Umsetzung der EnEV? Die Broschüre informiert auch über die geltenden Vorschriften für den Wärmeschutz von Anbauten.

Die kostenlose "EnEV-Checkliste für bestehende Gebäude" kann man beim Initiativkreis Erdgas & Umwelt unter der Telefon-Nr. 0 18 02/34 34 52 (6 Cent/Gespräch) bestellen oder im Internet unter www.ieu.de anfordern. IEU

Bonn und Essen, Januar 2003

Herausgeber: Initiativkreis Erdgas & Umwelt, Huttropstraße 60, 45138 Essen

31.01.2002
EnEV schreibt Nachrüstpflichten im Altbau vor

Am 01.02.2002 tritt die EnEV in Kraft. Sie normiert verschärfte Grenzwerte für den Energieverbrauch von Gebäuden. Hauseigentümer müssen Sanierungsmaßnahmen durchführen

Bei Altbauten stehen Heizung, Fenster, Fassade und Dach auf dem Prüfstand, für Neubauten gilt der Niedrigenergiehaus-Standard: Seitdem die Energie-Einsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten ist, gelten verschärfte Grenzwerte für den Energieverbrauch von Gebäuden. „Jetzt müssen viele Eigentümer von Altbauten ihre alten Heizanlagen erneuern und den Wärmedämmstandard erhöhen“, sagt Dipl.-Ing. Günther Volz, Vorstandsvorsitzender der Bundesinitiative Zukunftsorientierte Gebäudemodernisierung „jetzt!“. Die EnEV setzt hierfür Fristen, je nach Alter oder Zustand bestimmter Technik oder Gebäudeteile laufen diese zwischen 2005 und 2008 aus.

Die Energie-Einsparverordnung (EnEV) löst die bislang gültigen Normen Wärmeschutz- und Heizanlagen-Verordnung ab. Neubauten müssen künftig den Niedrigenergiehaus-Standard erfüllen, und auch für Altbauten schreibt die EnEV zum Teil zwingend bauliche Maßnahmen vor. Beispielsweise sind Heizkessel, die vor Oktober 1978 in Betrieb gingen, bis Ende 2006 zu ersetzen. Erfolgte ein Brenneraustausch nach Oktober 1996, verlängert sich diese Frist um zwei Jahre. Spätestens beim Verkauf einer Immobilie muss das Althaus weitere EnEV-Standards erfüllen: Nicht begehbare, aber zugängliche Dach-Geschossdecken sind bis Ende 2005 nachträglich zu dämmen. Bei schlecht isolierenden Wänden fordert die Norm eine zusätzliche Dämmschicht, wenn der Außenputz ohnehin zu erneuern ist. Außerdem müssen Heizungs- und Warmwasserrohre in nicht beheizten Räumen vor Wärmeverlusten geschützt werden.

Altbausanierung schont Umwelt und Geldbeutel

„Energetische Gebäudemodernisierung schont Umwelt und Geldbeutel“, betont Volz. Durch wärmedämmende Sanierung sinkt der Verbrauch von Öl oder Gas und der Ausstoß von Kohlendioxid. Das ist umweltfreundlich. Der Bund fördert diese Investitionen mit günstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Über die sinkenden Heizkosten amortisiert sich die Investition – das entlastet die Haushaltskasse. Wer mehr erfahren möchte, kann sich bei Architekten, speziell geschulten Energieberatern oder Bauhandwerkern (z. B. Maler, Stuckateure, Zimmerleute, Dachdecker, Heizungsbauer oder Schornsteinfeger) individuell beraten lassen.

Ihr Ansprechpartner: PR NORD Corporate Communications,
e-Mail: d.kosic@pr-nord.de, Weitere Infos finden Sie unter:
http://http://www.initiative-jetzt.de/ (dead link, 29.01.2005)

Nun nicht gleich in Panik verfallen. Heizungsrohre dämmen, ist tatsächlich sinnvoll. Und "schlecht isolierende Wände" haben nur relativ wenige Altbauten. Wenn man aber unter "gut isolierende" nur gedämmte Wände versteht, dann ist die Mehrzahl allerdings "schlecht isolierend".

Wenn ich mir die tausende von Altbauten z.B. in Berlin ansehe, sind dünne Aussenwände eher selten vorzufinden. Was mag wohl eine 6 cm dicke zusätzliche Dämmung auf einer trockenen 0,5-m- Ziegel-Aussenwand verbessern? Allenfalls den Umsatz.

Zudem wird die Fassade verhunzt und das Verhältnis von Kosten zu Nutzen ist fragwürdig bis lächerlich. Also: nicht pauschal heran gehen, sondern wohlüberlegt planen und nicht "über die Normen schiessen".

Man unterscheide gut zwischen Altbausanierung und Altbauverhunzung, es wurden schon zu viele schöne Häuser kaputt saniert. ;-)

Manchmal ist es aber auch ganz gut zu wissen, wovon man redet. Deshalb habe ich an dieser Stelle die betreffenden §§ aus der EnEV aufgeführt. Damit Sie was mit den bezogenen Passagen anfangen können, habe ich diese hier gleich noch drangehängt. Einige Textteile sind per Kommentar erklärt.

Abschnitt 3
Bestehende Gebäude und Anlagen

§ 8 Änderung von Gebäuden

(1) Soweit bei beheizten Räumen in Gebäuden nach § 1 Abs. 1

(das sind Gebäude mit normalen Innentemperaturen von 19 Grad Celsius und mehr und jährlich mehr als vier Monate beheizt)

Änderungen gemäß Anhang 3 Nr. 1 bis 5 durchgeführt werden, dürfen die in Anhang 3 Tabelle 1 festgelegten Wärmedurchgangs- Koeffizienten der betroffenen Außenbauteile nicht überschritten werden. Dies gilt nicht für Änderungen, die

1. bei Außenwänden, außen liegenden Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenstern weniger als 20 vom Hundert der Bauteilflächen gleicher Orientierung im Sinne von Anhang 1 Tabelle 2 Zeile 4 Spalte 3 oder

(zu 20 vom Hundert sagt der Volksmund auch 20%)

2. bei anderen Außenbauteilen weniger als 20 vom Hundert der jeweiligen Bauteilfläche betreffen.

(2) Absatz 1 Satz 1 gilt als erfüllt, wenn das geänderte Gebäude insgesamt den jeweiligen Höchstwert nach Anhang 1 Tabelle 1 oder Anhang 2 Tabelle 1 um nicht mehr als 40 vom Hundert überschreitet.

(3) Bei der Erweiterung des beheizten Gebäudevolumens um zusammenhängend mindestens 30 Kubikmeter sind für den neuen Gebäudeteil die jeweiligen Vorschriften für zu errichtende Gebäude einzuhalten. Ein Energiebedarfsausweis ist nur unter den Voraussetzungen des § 13 Abs. 2 auszustellen.

§ 9 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden

(1) Eigentümer von Gebäuden müssen Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut oder aufgestellt worden sind, bis zum 31. Dezember 2006 außer Betrieb nehmen.

Heizkessel nach Satz 1, die nach § 11 Abs. 1 in Verbindung mit § 23 der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen so ertüchtigt wurden, dass die zulässigen Abgasverlustgrenzwerte eingehalten sind, oder deren Brenner nach dem 1. November 1996 erneuert worden sind, müssen bis zum 31. Dezember 2008 außer Betrieb genommen werden.

Die Sätze 1 und 2 sind nicht anzuwenden, wenn die vorhandenen Heizkessel Niedertemperatur- Heizkessel oder Brennwertkessel sind, sowie auf heizungstechnische Anlagen, deren Nennwärmeleistung weniger als 4 Kilowatt oder mehr als 400 Kilowatt beträgt, und auf Heizkessel nach § 11 Abs. 3 Nr. 2 bis 4.

(2) Eigentümer von Gebäuden müssen bei heizungstechnischen Anlagen ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, bis zum 31. Dezember 2006 nach Anhang 5 zur Begrenzung der Wärmeabgabe dämmen.

(3) Eigentümer von Gebäuden mit normalen Innentemperaturen müssen nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume bis zum 31. Dezember 2006 so dämmen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke 0,30 Watt/(m²×K) nicht überschreitet.

(4) Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung eine der Eigentümer selbst bewohnt, sind die Anforderungen nach den Absätzen 1 bis 3 nur im Falle eines Eigentümerwechsels zu erfüllen. Die Frist beträgt zwei Jahre ab dem Eigentumsübergang; sie läuft jedoch nicht vor dem 31. Dezember 2006, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 nicht vor dem 31. Dezember 2008, ab.

§ 10 Aufrechterhaltung der energetischen Qualität

(1) Außenbauteile dürfen nicht in einer Weise verändert werden, dass die energetische Qualität des Gebäudes verschlechtert wird. Das Gleiche gilt für Anlagen nach dem Abschnitt 4, soweit sie zum Nachweis der Anforderungen energieeinsparrechtlicher Vorschriften des Bundes zu berücksichtigen waren. ( Abschnitt 4 = Heizungstechnische Anlagen, Warmwasseranlagen )

(2) Energiebedarfssenkende Einrichtungen in Anlagen nach Absatz 1 sind betriebsbereit zu erhalten und bestimmungsgemäß zu nutzen. Satz 1 gilt als erfüllt, soweit der Einfluss einer energiebedarfs- senkenden Einrichtung auf den Jahres- Primärenergiebedarf durch anlagentechnische oder bauliche Maßnahmen ausgeglichen wird.

(3) Heizungs- und Warmwasseranlagen sowie raumlufttechnische Anlagen sind sachgerecht zu bedienen, zu warten und instand zu halten. Für die Wartung und Instandhaltung ist Fachkunde erforderlich. Fachkundig ist, wer die zur Wartung und Instandhaltung notwendigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten besitzt.

Ich glaube und hoffe, dass Sie mit diesen Angaben mehr anfangen können, als mit solch einer Meldung wie oben. Wenn nicht, fragen Sie jemanden, der sich damit auskennt.

§ 13 Ausweise über Energie- und Wärmebedarf, Energieverbrauchskennwerte

(2) Für Gebäude mit normalen Innentemperaturen, die wesentlich geändert werden, ist ein Energiebedarfsausweis entsprechend Absatz 1 auszustellen, wenn im Zusammenhang mit den wesentlichen Änderungen die erforderlichen Berechnungen in entsprechender Anwendung des Absatzes 1 durchgeführt worden sind. Einzelheiten, insbesondere bezüglich der erleichterten Feststellung der Eigenschaften von Gebäudeteilen, die von der Änderung nicht betroffen sind, werden in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift nach Absatz 1 Satz 3 geregelt. Eine wesentliche Änderung liegt vor, wenn

1. innerhalb eines Jahres mindestens drei der in Anhang 3 Nr. 1 bis 5 genannten Änderungen in Verbindung mit dem Austausch eines Heizkessels oder der Umstellung einer Heizungsanlage auf einen anderen Energieträger durchgeführt werden oder
2. das beheizte Gebäudevolumen um mehr als 50 vom Hundert erweitert wird.

§ 11 Inbetriebnahme von Heizkesseln

(1) Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und deren Nennwärmeleistung mindestens 4 Kilowatt und höchstens 400 Kilowatt beträgt, dürfen zum Zwecke der Inbetriebnahme in Gebäuden nur eingebaut oder aufgestellt werden, wenn sie mit der CE-Kennzeichnung nach § 5 Abs. 1 und 2 der Verordnung über das Inverkehrbringen von Heizkesseln und Geräten nach dem Bauproduktengesetz vom 28. April 1998 (BGBl. I S. 796) oder nach Artikel 7 Abs. 1 Satz 2 der Richtlinie 92/42/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 über die Wirkungsgrade von mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickten neuen Warmwasserheizkesseln (ABl. EG Nr. L 167 S. 17, L 195 S. 32), geändert durch Artikel 12 der Richtlinie 93/68/EWG des Rates vom 22. Juli 1993 (ABl. EG Nr. L 220 S. 1), versehen sind. Satz 1 gilt auch für Heizkessel, die aus Geräten zusammengefügt werden. Dabei sind die Parameter zu beachten, die sich aus der den Geräten beiliegenden EG-Konformitätserklärung ergeben.


Anhang 3

Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude (zu § 8 Abs. 1)
und bei Errichtung von Gebäuden mit geringem Volumen (§ 7)

1. Außenwände

Soweit bei beheizten Räumen Außenwände
a) ersetzt, erstmalig eingebaut
oder in der Weise erneuert werden, dass
b) Bekleidungen in Form von Platten oder plattenartigen Bauteilen oder Verschalungen sowie Mauerwerks-
Vorsatzschalen angebracht werden,
c) auf der Innenseite Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht werden,
d) Dämmschichten eingebaut werden,
e) bei einer bestehenden Wand mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten größer 0,9 W/(m².K) der
Außenputz erneuert wird oder
f) neue Ausfachungen in Fachwerkwände eingesetzt werden,
sind die jeweiligen Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten nach Tabelle 1 Zeile 1 einzuhalten.
Bei einer Kerndämmung von mehrschaligem Mauerwerk gemäß Buchstabe d gilt die Anforderung als
erfüllt, wenn der bestehende Hohlraum zwischen den Schalen vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt wird.

2. Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster

Soweit bei beheizten Räumen außen liegende Fenster, Fenstertüren oder Dachflächenfenster in der
Weise erneuert werden, dass
a) das gesamte Bauteil ersetzt oder erstmalig eingebaut wird,
b) zusätzliche Vor- oder Innenfenster eingebaut werden oder
c) die Verglasung ersetzt wird,
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2 einzuhalten.

Satz 1 gilt nicht für Schaufenster und Türanlagen aus Glas. Bei Maßnahmen gemäß Buchstabe c gilt Satz 1 nicht, wenn der vorhandene Rahmen zur Aufnahme der vorgeschriebenen Verglasung ungeeignet ist. Werden Maßnahmen nach Buchstabe c an Kasten- oder Verbundfenstern durchgeführt, so gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn eine Glastafel mit einer infrarot-reflektierenden Beschichtung mit einer Emissivität en £ 0,20 eingebaut wird.

Werden bei Maßnahmen nach Satz 1
1. Schallschutzverglasungen mit einem bewerteten Schalldämmmaß der Verglasung von
Rw,R = 40 dB nach DIN EN ISO 717-1 : 1997-01 oder einer vergleichbaren Anforderung oder
2. Isolierglas-Sonderaufbauten zur Durchschusshemmung, Durchbruchhemmung oder Sprengwirkungshemmung nach den Regeln der Technik oder
3. Isolierglas-Sonderaufbauten als Brandschutzglas mit einer Einzelelementdicke von mindestens 18
mm nach DIN 4102-13 : 1990-05 oder einer vergleichbaren Anforderung verwendet,
sind abweichend von Satz 1 die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 3 einzuhalten.

3. Außentüren

Bei der Erneuerung von Außentüren dürfen nur Außentüren eingebaut werden, deren Türfläche einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 2,9 W/m²× K nicht überschreitet. Nr. 2 Satz 2 bleibt unberührt.

4. Decken, Dächer und Dachschrägen

4.1 Steildächer

Soweit bei Steildächern Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen sowie Decken und Wände (einschließlich Dachschrägen), die beheizte Räume nach oben gegen die Außenluft abgrenzen,
a) ersetzt, erstmalig eingebaut oder in der Weise erneuert werden, dass
b) die Dachhaut bzw. außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen ersetzt oder neu aufgebaut werden,
c) innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht oder erneuert werden,
d) Dämmschichten eingebaut werden,
e) zusätzliche Bekleidungen oder Dämmschichten an Wänden zum unbeheizten Dachraum eingebaut werden,
sind für die betroffenen Bauteile die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 4 a einzuhalten. Wird bei Maßnahmen nach Buchstabe b oder d der Wärmeschutz als Zwischensparrendämmung ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen Bekleidung und der Sparrenhöhe begrenzt, so gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach den Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird.

4.2 Flachdächer

Soweit bei beheizten Räumen Flachdächer
a) ersetzt, erstmalig eingebaut oder in der Weise erneuert werden, dass
b) die Dachhaut bzw. außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen ersetzt oder neu aufgebaut werden,
c) innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht oder erneuert werden,
d) Dämmschichten eingebaut werden,
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 4 b einzuhalten.

Werden bei der Flachdacherneuerung Gefälledächer durch die keilförmige Anordnung einer Dämmschicht aufgebaut, so ist der Wärmedurchgangskoeffizient nach DIN EN ISO 6946 : 1996-11, Anhang C zu ermitteln. Der Bemessungswert des Wärmedurchgangswiderstandes am tiefsten Punkt der neuen Dämmschicht muss den Mindestwärmeschutz nach § 6 Abs. 1 gewährleisten.

5. Wände und Decken gegen unbeheizte Räume und gegen Erdreich

Soweit bei beheizten Räumen Decken und Wände, die an unbeheizte Räume oder an Erdreich grenzen,
a) ersetzt, erstmalig eingebaut oder in der Weise erneuert werden, dass
b) außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen angebracht oder erneuert,
c) innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen an Wände angebracht,
d) Fußbodenaufbauten auf der beheizten Seite aufgebaut oder erneuert,
e) Deckenbekleidungen auf der Kaltseite angebracht oder
f) Dämmschichten eingebaut werden,
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 5 einzuhalten.

Die Anforderungen nach Buchstabe d gelten als erfüllt, wenn ein Fußbodenaufbau mit der ohne Anpassung der Türhöhen höchstmöglichen Dämmschichtdicke (bei einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit l= 0,04 W/(m × K) ausgeführt wird.

6. Vorhangfassaden

Soweit bei beheizten Räumen Vorhangfassaden in der Weise erneuert werden, dass
a) das gesamte Bauteil ersetzt oder erstmalig eingebaut wird,
b) die Füllung (Verglasung oder Paneele) ersetzt wird,
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2 c einzuhalten.

Werden bei Maßnahmen nach Satz 1 Sonderverglasungen entsprechend Nr. 2 Satz 2 verwendet, sind abweichend von Satz 1 die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 3 c einzuhalten.

7. Anforderungen
Tabelle 1: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
bei erstmaligem Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen
(ich gebe sie auszugsweise wieder) Umax in W / (m²·K)

Bauteil u(max)
Aussenwand 0,35 (0,45)
Fenster, Türen 1,70 (2,00)
Verglasungen 1,50 (1,60)
Vorhangfassaden 1,90 (2,30)
Decken, Dächer 0,30 (0,25)
De+Wd gg. Erdreich 0,40 (0,50)

§ 18 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 1 des Energieeinsparungsgesetzes handelt,
wer vorsätzlich oder fahrlässig

  1. entgegen § 11 Abs. 1 Satz 1, auch in Verbindung mit Satz 2, einen Heizkessel einbaut oder aufstellt,
  2. entgegen § 12 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 Satz 1 eine Zentralheizung oder eine heizungstechnische Anlage nicht oder nicht rechtzeitig ausstattet,
  3. entgegen § 12 Abs. 3 nicht dafür Sorge trägt, dass Umwälzpumpen in der dort genannten Weise ausgestattet oder beschaffen sind oder
  4. entgegen § 12 Abs. 5 die Wärmeabgabe von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen nicht oder nicht rechtzeitig begrenzt.

Anhang 1
: Das möchte ich Ihnen ersparen, weil ich glaube, dass dieser kleine Exkurs bereits anstrengend genug war und daher genügen soll.

Jetzt sind Sie schon etwas schlauer? Nun, zumindest wissen Sie jetzt etwas mehr. Und für alle, die noch nicht kapiert haben, worum es geht, bringe ich zum abschluss die Passage zu den Bestandsbauten
aus der Begründung zur EnEV:

. . .
e) Anforderungen für den Gebäudebestand

Wesentliche Regelungen für den Gebäudebestand sind die verschärften energetischen Anforderungen bei bestimmten baulichen und anlagentechnischen Änderungen sowie unmittelbar wirkende Verpflichtungen zur Nachrüstung von Gebäuden und Anlagen. Zur fakultativen Einführung von Energieverbrauchskennwerten und der bedingten Einführung von Energiebedarfsausweisen bei wesentlichen Änderungen vgl. unten g).

Im Zusammenhang mit Änderungen an bestehenden Gebäuden, wie etwa dem Ersatz, dem erstmaligen Einbau und der Erneuerung von Außenbauteilen sowie von Teilen der Heizungsanlage, werden auch künftig Anforderungen an die energetische Qualität dieser Bauteile gestellt. Die der Verordnung unterliegenden Sachverhalte werden im Lichte der jüngeren technischen Entwicklung erweitert (z.B. um den Tatbestand der Außenputzerneuerung). Zugleich werden die Anforderungen an den fortgeschrittenen Stand der Technik angepasst. Die wirtschaftliche Vertretbarkeit der verschärften energetischen Anforderungen ist durch Gutachten belegt.

Die Anforderungen an Maßnahmen im Gebäudebestand können vor allem dann erheblich zur Energieeinsparung und zur Umweltentlastung beitragen, wenn die Investitionsbereitschaft im Gebäudebestand durch Förderprogramme gestützt und eine Verbesserung des Vollzugs in diesem Bereich sichergestellt wird.

Einen weiteren Schwerpunkt der Verordnung bilden die Nachrüstungsvorschriften für bestehende Gebäude und Anlagen. Die vorgesehenen Verpflichtungen zur Nachrüstung sind in besonderem Maße wirtschaftlich, weil sich ihre Kosten in verhältnismäßig kurzer Zeit amortisieren. Vergleichbare Regelungen gab es bereits im Anwendungsbereich der Heizungsanlagen-Verordnung (HeizAnlV) (z. B. nachträglicher Ausstattung mit Steuerungs- und Regelungseinrichtungen).

Weitere Einsparpotenziale sollen hier durch die Außerbetriebnahme von Heizkesseln erschlossen werden, die vor 1978 eingebaut worden sind. Ferner soll eine Pflicht zur nachträglichen Dämmung bestimmter Wärmeund Warmwasserverteilungseinrichtungen aufgenommen werden. Als bauliche Nachrüstungspflicht soll die nachträgliche Dämmung oberster Geschossdecken unter nicht ausgebauten Dachräumen eingeführt werden, für welche die Wirtschaftlichkeit ebenfalls generell gegeben ist.

Ja, und wozu das Ganze? werden sich nun manche fragen.
Aber auch dazu gibt es eine Antwort:

Wegen des bedeutsamen Einsparpotenzials im Gebäudebereich bildet die Energieeinsparverordnung auch ein wesentliches Element des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Gut ein Drittel der CO2-Emissionen wird dem Energieverbrauch im Gebäudebereich zugerechnet. Die jetzt vorgesehene Verschärfung der Anforderungen ist deshalb auch Bestandteil der Initiative der Bundesregierung zur Senkung der CO2- Emissionen, durch die bis zum Jahre 2005 eine Verminderung der Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um 25 % erreicht werden soll.

Ja, gut: die Umwelt soll meinetwegen geschont werden - aber was soll das alles kosten? Müssen jetzt die Bauherren / Eigentümer / Mieter dafür die Zeche bezahlen? Ja, das müssen sie. Auch wenn der ganze Zinnober nichts nutzt. Denn die Klimaentwicklung hat nichts mit dem CO2-Ausstoss zu tun.
Keine Angst, nichts wird teurer - alles "rechnet sich":

. . .
b) Gebäudekosten

Der neue integrative Ansatz der Verordnung erlaubt dem Bauherrn, die verschärften energetischen Zielvorgaben nach eigener Entscheidung stärker über den baulichen Wärmeschutz, stärker über die Anlagentechnik oder mit einer Kombination beider Sachbereiche zu erfüllen.

Die künftigen Gebäudekosten sind davon abhängig, in welchem der beiden Bereiche der Schwerpunkt der Maßnahmen liegen wird. Kostensteigerungen lassen sich im Neubau oft sogar ganz vermeiden, wenn das Gebäude mit einer optimierten Anlagentechnik ganzheitlich geplant wird. Mehrkosten sind dagegen zu erwarten, wenn die neue Flexibilität der Verordnung nicht genutzt wird und die vorgeschriebenen energetischen Verbesserungen gegenüber geltendem Recht allein auf der baulichen Seite umgesetzt werden.

Für diesen Fall ist nach den vorliegenden Gutachten bei großen Wohngebäuden (insbesondere Mehrfamilienhäusern) trotz deutlich höherer Anforderungen (schärfere spezifische Grenzwerte) als im Bereich kleinerer Wohngebäude (insbesondere Einfamilienhäuser) von Mehraufwendungen in Höhe von etwa 1 - 1,5 % der Gebäudekosten auszugehen; bei kleineren Wohngebäude ist mit Mehraufwendungen von etwa 1,5 - 2 % der Gebäudekosten zu rechnen. Für Nicht-Wohngebäude dürften die Mehrkosten bei einem nicht integrativen Planungskonzept unter 1% liegen.

Die angegebenen Kostensteigerungen sind durch gutachterliche Untersuchungen belegt, in denen die Anlagentechnik gegenüber dem geltenden Recht unverändert gehalten wurde und die Verbesserungen allein beim baulichen Wärmeschutz ansetzten.

Die Ergebnisse werden durch Erkenntnisse aus Förderprogrammen untermauert. Inwieweit sich die Kostenfolgen tatsächlich verwirklichen, wird maßgeblich von der künftigen Praxis der Gebäudeplanung, aber auch von der Entwicklung der Marktpreise für Produkte, welche die strengeren Vorgaben dieser Verordnung erfüllen, bestimmt.

Obwohl sich bei der zurückliegenden Novellierung der Wärmeschutzverordnung im Jahre 1993 aus den damaligen Gutachten Erhöhungen der Gebäudekosten in derselben Größenordnung ergaben, sind in der Praxis statistisch kaum verordnungsbedingte Erhöhungen der Gebäudekosten nachweisbar.

c) Preisniveau bei Bauprodukten

Da einige Bauprodukte von hoher energetischer Qualität künftig Standardprodukte sein werden, ist für diese Produkte mit einem Sinken der Preise infolge der Skaleneffekte bei Herstellung und Vertrieb zu rechnen. Diese Wirkung trat schon bei den zurückliegenden Novellierungen der Wärmeschutz- und der Heizungsanlagen-Verordnung auf (z. B. bei Fenstern und bei Thermostatventilen).

d) Mieten und Gesamtwohnkosten, Verbraucherpreise

Weil die Anforderungen der Verordnung sämtlich dem Wirtschaftlichkeitsgebot genügen, ist davon auszugehen, dass investiv bedingte Steigerungen der Mieten und Gesamtwohnkosten durch die eingesparten Energiekosten weitgehend kompensiert werden. Für das Verbraucherpreisniveau sind eher die Gesamtwohnkosten maßgebend.

Mit wahrnehmbaren Auswirkungen auf das Preisniveau, insbesondere das Verbraucherpreisniveau,
ist vor diesem Hintergrund nicht zu rechnen.

Fassen wir zusammen: nur bei schlechter Planung werden sich Kostensteigerungen von 1-2 % ergeben, die Baustoffe werden billiger und die Gesamtwohnkosten erhöhen sich nicht. Ausserdem rettet Deutschland das Weltklima (auch wenn mal wieder der Pinatubo ausbricht oder erst recht wenn jährlich in Spanien, Frankreich, Italien, USA und Australien tausende km2 Wald abfackeln).

Nun muss es aber auch der grösste Skeptiker begriffen haben, dass die EnEV ein Segen nicht nur für die deutsche Dämmstoffindustrie ist, sondern auch für den Rest der Welt: egal was es kostet, wir sparen uns reich!

Ein ernsthaftes Schlusswort: nicht resignieren - den Fachmann fragen, was zu tun ist.


Dämmen - koste es, was es wolle?
von Matthias Bumann

Dass man im Bauwesen Dämmstoffe einsetzt, ist keine Erfindung der Neuzeit. Neu ist lediglich die Hysterie, die einsetzte, als die bis dahin fast nicht zur Kenntnis genommene EnEV (Energieeinsparverordnung) per 01.02.2002 als Gesetz eingeführt wurde.

Ob Presse oder Internet, Veröffentlichungen dazu waren noch im Vorjahr eher spärlich. Obwohl der Entwurf seit Oktober jedem Interessierten zugänglich war. Aber das wird jetzt nachgeholt, von allen Seiten bekommen wir beigebracht, dass wir die Häuser zu dämmen haben, um Heizenergie zu sparen und somit einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstosses zu leisten.

Dieses Argumente kennen auch tausende von Mietern aus ihren Modernisierungs-Ankündigungen. Da wurde ihnen vorgerechnet, wie viel Heizenergie man einspart, nachdem 6 oder mehr cm Wärmedämmung angebracht wurden. Der Umfang an Einsparung wurde zum Maßstab der umzulegenden Kosten.

Selbst bei einer einfachen Ausführung - 6 cm Styropor, Armierung, Spachtel, Kunststoff-Reibeputz Mittelkorn, getönt oder mit Egalisierungsanstrich - kamen m2-Preise von 120-130 DM zusammen, das sind jetzt eben 60-65 €/m2. Die Gesamtkosten je Wohnhaus wurden nach Anteil der Wohnfläche umgelegt und dann mit 11% und 1/12 je Monat für die monatliche Modernisierungszulage ausgerechnet.

Das lief noch nach WSchV (Wärmeschutzverordnung von 1994, 1995 eingeführt) und die gesetzlichen Grundlagen wurden mit der Modernisierungsankündigung mitgeteilt. So weit so gut, inzwischen sind für viele einige Jahre herum, und nach spätestens drei Jahresheizkostenabrechnungen dürfte Stunde der Wahrheit sein.

Haben Sie es überprüft? Wurde tatsächlich so viel eingespart, wie vordem berechnet wurde? Nun, wenn nicht, liegt es sicher daran, dass Sie ein falsches Lüftungsverhalten an den Tag legen und die vom Vermieter verteilten Merkblätter zum richtigen Lüften nicht befolgt haben. Und wenn doch eingespart wurde: haben Sie sich mal gefragt, zu welchem Preis?

Womit wir wieder beim Thema sind: wie viel Dämmung braucht der Mensch? Nach "modernen" Planungsansätzen sollten es mindestens 25 cm sein, besser noch 0,5 m oder gar 1,0 m. Diese Dämmstoffgebilde nennt man dann Passivhaus: eine Heizungsanlage fällt weg, eine moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung soll für angenehmes Raumklima sorgen. Sie müssen sich allerdings daran gewöhnen müssen, die Fenster geschlossen zu halten.

Viele werden sich fragen, was das wohl kosten mag. Nun, nehmen Sie sich zur Beruhigung die Begründung zur EnEV her, dort werden Kostensteigerungen in der Größenordnung 1,1 - 1,5 % prognostiziert.

Ein wesentlicher Schritt nach vorn wurde mit der EnEV mit der Einbeziehung des Begriffes der Primärenergie und der komplexen Betrachtung von Hochbau und Haustechnik getan. Primärenergie bedeutet: wie viel kW Energie verbrauche ich insgesamt, um ein kW an Heizenergie zu erzeugen? Dies findet sich in der Anlagenaufwandszahl wieder, wo Anlagen mit regenerativen Energien einen besseren Faktor bekommen als Elektroheizungen.

Ansonsten dreht sich der Kern der Überlegungen um den sagenumwobenen u-Wert, der bis vor kurzem noch k-Wert hieß. Die Überlegung ist einfach: super Dämmung - super u-Wert - super Einsparung an Heizenergie. Damit lassen sich hohe Kosten rechtfertigen. Oder nicht? Auf jeden Fall wird viel von verschärften Anforderungen gesprochen.

Was leider zu wenig zur Sprache kommt, ist das Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Das ist so neu auch wieder nicht, es wird halt nicht viel darüber geredet. Deshalb zitiere ich gern das Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (Energieeinsparungsgesetz – EnEG) vom 22. Juli 1976 (BGBl I S. 1873), geändert durch Erstes Gesetz zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes vom 20. Juni 1980 (BGBl I S. 701).

Der hier vorgegebene Grundgedanke erscheint mir so vernünftig und nachvollziehbar, dass man ihn nicht oft genug wiederholen kann. Ich zitiere aus dem EnEG:

§ 5 Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsverordnungen

(1) Die Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.

(2) In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen.

Von diesen Überlegungen sollte man sich leiten lassen, wenn man sich über das Dämmvermögen Gedanken macht. Bei Altbauten mit Wandstärken von 36,5 cm über 0,49 m bis hin zu 0,74 m wird eine aufgebrachte Wärmedämmung keine Wunder vollbringen, jedoch viel kosten und ggf. die Fassade entstellen.

Auch beim Neubau kann man mit dämmenden Massivbaustoffen (Poroton oder Porenbeton) viel erreichen, ohne Styropor oder Mineralwolle darauf zu kleben. Denn für das Raumklima sind viele Faktoren entscheidend und es ist völlig falsch, alles am u-Wert fest zu machen.

Übrigens wurde hierzulande bereits vor Jahren an Wärmedämmung gedacht, ohne viel Theater darum zu machen. Dies wurde durch TGL und durch Vorschriften Der Staatlichen Bauaufsicht geregelt. Insofern sind Stahlbeton-Sturzträger mit HWL-Auflagen keine Neuigkeiten und selbst mit Hochlochziegeln musste man die Giebelwände damals dicker bauen.

Gut beraten sind Sie, wenn Sie die Vorschriften einhalten (gerade so ist auch eingehalten) und wenn jeder investierte Euro auch einen konkreten Nutzen hat. Wer will schon 1.000 Euro ausgeben, um 999 zu sparen? Nebenher sollte man auch einige bauphysikalische Belange berücksichtigen, oder ist das Phänomen der "abgesoffenen WDV-Fassade" nur eine Erfindung?

Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
Mitglied der Baukammer Berlin
Tel. 030 - 67 48 97 27

Informationen im Internet:
www.dimagb.de - Informationen für Bauherren
 


Über den Sinn und Unsinn von Wärmedämmung
Eine Betrachtung zur Wirtschaftlichkeit
von M. Bumann

Vorhin waren wir beim Thema: Wie viel Dämmung braucht der Mensch? Hier sind wir an der Stelle angelangt, wo ich immer wieder die Frage stelle: "Ist der U-Wert das Maß aller Dinge, wenn es um das Bauen geht - oder ist es der Mensch?"

Hatte ich eingangs auf das im Energieeinspargesetz (EnEG) geforderte Prinzip der Wirtschaftlichkeit verwiesen, möchte ich unterstellen, dass jeder Bauherr oder Eigentümer dank seines ganz normalen Menschenverstandes zunächst die Frage stellt: Was nützt mir das?

Man sollte meinen, diese Einstellung sei legitim. Denn: wozu investiert man? Antwort: Um einen konkreten Nutzen zu erzielen. Dieser Nutzen dürfte nach vernünftiger Sicht auf die Dinge darin bestehen, in Zukunft weniger Ausgaben zu haben.

Wir kennen alle die kernigen Werbesprüche á la "Sie sparen soundsoviel €, wenn Sie gleich ein Dutzend kaufen". Aber viele kennen auch die Überlegung: "ich spare noch viel mehr €, wenn ich die Sache gar nicht kaufe"!

Womit wir wieder beim Thema Wirtschaftlichkeit wären. Auch wenn es wenig propagiert wird: das Gebot der Wirtschaftlichkeit ist mit der EnEV nicht abhanden gekommen. In § 17 der EnEV sind nämlich "Befreiungen" vorgesehen:

"Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen.

Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können."

Dazu möchte ich meine oben eher angedeuteten Rechenbeispiele noch konkretisieren - z.B. nach Maßstab einer Ölheizung, d.h. vorrechnen, wann sich welche Dämmung tatsächlich rechnet und wann sie in Wirklichkeit (wirtschaftlicher) Unsinn ist.

Eins sei hierbei vorweg genommen: Dämmung wird immer zu einer Verbesserung der Dämmeigenschaften führen - die Frage ist nur, ob ein sinnvoller, d.h. vorrangig wirtschaftlicher Nutzen erreicht wird. Und zu beachten sei auch, dass die Dämmeigenschaft nur eine von mehreren Eigenschaften ist.

Für eine Beispielrechnung habe ich ein simples Einfamilienhaus (EFH) mit 8 x 8 m Außenabmessungen mit EG und DG angenommen. Das EG habe eine Wandhöhe von 3 m, die Abseite des DG betrage 1 m, der Rest ergibt sich aus der Dachneigung von 45°.

Zunächst habe ich mit "schlechten" U-Werten [W/m2K] gerechnet: für die 36,5cm-Ziegelwand mit Innen- und Außenputz sind es 1,177, für die Fenster 1,8, für das Dach 0,60 und für den Fußboden auf Erdreich 0,63.

Den Jahresheizwärmebedarf berechnet man nach EnEV so:

Qh = 66 x (HT + HV) - 0,95 x (QS + QI)

Dabei sind H die Verluste (Transmission und Lüftung) und Q die Gewinne (solare und innere). Soll gedämmt werden, betrifft das die Außenwand. Somit wird HT in dieser Gleichung die einzige zu verändernde Größe.

Durch die Dämmmaßnahme wird der Transmissionswärmeverlust über die Außenwandflächen verringert. Wir haben in diesem Beispiel 128 qm Außenwand, das sind ca. 40% der Hüllfläche. Der U-Wert sei gem. EnEV unter 0,35 zu verbessern.

Der - nach EnEV errechnete - Jahresheizwärmebedarf wird von 20.500 kWh (167 kWh/m2a) auf 13.300 kWh (108 kWh/m2a) reduziert - somit sagenhafte 7.200 kWh bzw. 35%! Mithin beeindruckende Werte.

Jedoch will ich Sie nicht beeindrucken, sondern etwas zur Wirtschaftlichkeit sagen. Um diese Verbesserung des U-Wertes zu erreichen, benötige ich 9 cm PS 15 WLG 040 (im Volksmund Styropor genannt). Das verursacht Kosten in Höhe von rd. 10.000 €.

Der Preis für leichtes Heizöl (ohne USt.) "kleine Menge, Rheinschiene" lag im Juli 2002 bei 30,10 €/hl (gegenüber Januar 2002 ist das eine Erhöhung um knapp 12%. Quelle: Index-Meldung der Statistischen Ämter).

Den eingesparten 7.2000 kWh entsprechen rd. 690 l Heizöl EL (mit 10,4 kWh/l, bei Erdgas sind es 11,5 kWh/m3). Bei einem Literpreis von 0,35 € ergeben sich stolze 241,50 € Einsparung im Jahr.

10.000,00 / 241,50 = 41,4; es dauert also nur wenig mehr als 40 Jahre, bis sich die Investition gelohnt hat - wenn man jegliche Zinsbetrachtung weg lässt. So viel zum Thema Sinn und Unsinn von Wärmedämmung, betrachtet unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit.

Beim Neubau hingegen sind andere Ansätze zu treffen: über Wirtschaftlichkeit denkt man nur nach, indem man die Errichtungskosten verschiedener Konstruktionen und haustechnischer Einbauten vergleicht. Die Mindest-U-Werte sind bereits vorgegeben.

Abschließend sei noch auf 2 weitere Beispiele verwiesen, welche sich ebenfalls mit dem Thema Sinn und Unsinn von Wärmedämmung befassen. Zu Bsp. 2: Grau ist jede Theorie, sagt das Sprichwort. Deshalb habe ich etwas voll aus dem Leben gegriffen, insofern sei die unredigierte Ausdrucksweise vorab entschuldigt.


Beispiel 1:

aus:
Niedrigenergie- und Passivhäuser im Kreuzfeuer
von Prof. Claus Meier

Fakt 1

Das Passivhaus wird mit ca. 30 kWh/m²a Heizenergie gehandelt (Spitzenwerte liegen - gerechnet - schon bei ca. 10 kWh/m²a). Sogenannte Referenzhäuser wurden vor zehn Jahren mit 100 kWh/m²a angenommen. Die Wärmeschutzverordnung legt den berechneten Bedarf (das ist nicht der Verbrauch) im Mittel etwa auf 75 kWh/m²a fest.

Die energetischen Verbesserungen betragen somit rein rechnerisch im ersten Fall etwa 70 beziehungsweise im zweiten Fall 45 kWh/m²a; das sind konkret 7 bzw. 4,5 Liter Heizöl oder an Heizkosteneinsparung etwa 3,90 DM/m²a bzw. 2,50 DM/m²a.

Wer die dynamische Investionsrechnung richtig handhabt (auch dies wird sinnigerweise dem Kunden vorenthalten), kommt dann auf maximale Mehrkosten von etwa 47 DM/m² bzw. 30 DM/m².

Bei 100 m² Wohnfläche würden dies maximale Mehrkosten von 4.700 oder 3.000 DM bedeuten.

Die Pioniere der "energiesparenden" Bauweisen operieren inzwischen mit Mehrkosten, die ja nur bei 15.000 bis 25.000 DM liegen würden! Wie man sieht, hier wird der Kunde maßlos hinters Licht geführt und betrogen; ihm wird mit den Offerten dieser Wahnsinnsbauweise, ohne nun eine entsprechende Gegenleistung in Form einer ausreichenden Heizenergieeinsparung zu erhalten, nur das Geld aus der Tasche gezogen.

Als Richtschnur kann folgende Faustformel dienen:

Eine Einsparung von 10 kWh/m² Nutzfläche darf bei wohlwollender Beachtung der Wirtschaftlichkeit grob die dafür notwendigen Mehrkosten von 8 DM/m² Nutzfläche nicht überschreiten.

Dieses Limit wird jedoch bei der Niedrigenergiebauweise immer überschritten.

Fakt Nr. 4:

Soll nun trotzdem ein Beharrungszustand, der in Realität ja nie vorkommen kann, angenommen werden, dann erfolgt die nächste bewußte Informationsselektion. Die Hyperbelform der k-Wert-Funktion führt bei kleinen k-Werten zu uneffizienten Lösungen. Die Nachhaltigkeit ist nicht mehr gegeben, weil zusätzliche Energie kaum noch eingespart werden kann - das ist unwiderlegbare Mathematik.

Dieses fatale Naturgesetz sieht konkret so aus:

05 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,8 W/m²K
10 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,4 W/m²K
20 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,2 W/m²K
40 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,1 W/m²K

Die Verdoppelung der Dämmung führt zu einer Halbierung des k-Wertes.

dass hierbei eine Effizienzschwelle zu beachten ist, dürfte einleuchtend sein. Da die Wirtschaftlichkeit durch die Neigung der Tangente an die Hyperbel, durch das Verhältnis von Nutzen und Aufwand bestimmt wird, ist die Unwirtschaftlichkeit kleiner k-Werte unausweichlich gegeben.

Besonders Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und Nullenergiehäuser, die sich alle durch "Mini-k-Werte" auszeichnen, sind somit völlig uneffizient und damit unwirtschaftlich.

Die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1995 und damit erst recht die der beabsichtigten Energieeinsparverordnung sind mit wirtschaftlichen Konstruktionen nicht zu erfüllen. Der viele Dämmstoff wird energetisch nahezu nutzlos eingebaut.

Fakt Nr. 5:

Durch das Wirtschaftlichkeitsgebot im Energieeinsparungsgesetz (EnEG, § 5) werden Nachhaltigkeit und Effizienz zwingend gefordert. Deshalb wird auch ständig behauptet, die Wirtschaftlichkeit sei gegeben. Derartige Aussagen sind wahrheitswidrig, denn Dämmstoffdicken über 6 bis 8 cm sind effizienzlos (siehe Fakt 4).

Die großen Dämmstoffdicken sind nach dem EnEG somit gesetzwidrig, da sie nicht wirtschaftlich zu realisieren sind; wer etwas anderes behauptet oder zu beweisen versucht, präsentiert Mogelpackungen. Die Unwirtschaftlichkeit bezieht sich auch auf andere technische Empfehlungen (z. B. Photovoltaik, Sonnenkollektoren, Wärmerückgewinnung).

Gesetz geht vor Verordnung; somit muß der gesetzestreue Planer vor allem die Superdämmungen ablehnen; dies ist er gemäß Berufsordnung auch seinem Bauherren gegenüber schuldig. Seine Verordnungstreue kann er ja stillen, indem er die Befreiung z. B. nach WSchVO 1995 § 14 "Härtefälle" beantragt.

Man muß diesen verordneten Dämmwahn also nicht mitmachen, auch die konstruktiven Schwierigkeiten sind zu beachten. Wenn überall Meinungsmanipulationen und bewußte Fehlinformationen auf vollen Touren laufen, dann kann sich ein vernunftbegabter Intellektueller dem durchaus entziehen.


Beispiel 2

aus: BauherrenForum bei DIMaGB.de

Gekammerte Ziegelwand nachträglich dämmen?

Frage: Ich besitze ein Siedlungshaus Baujahr 1938. Die Außenwand besteht aus einer Ziegelschicht 250x150 mm (bxh). Der Ziegel besitz zwei getrennte Luftkammern. Von Innen ist eine 35 mm zementgebundene Holzwoll-Platte angebracht und mit Putzmörtel verputzt. Gibt es für diese Konstruktion eine bauphysikalisch saubere Möglichkeit die Außenwand nachträglich zu dämmen? Mit freundlichen Grüssen V.

Antwort 1: Ja, gibt es. Das war die gute Nachricht. Jetzt die schlechte: das kann man nur vor Ort beurteilen. Vorsicht! Dämmung einer Wand kann dazu führen, dass auf einmal Kondenswasser an den Fenstern ausfällt. (Martin Beisse)

Antwort 2: Sehr geehrter Herr V., wozu soll denn die zusätzliche Dämmung gut sein? Ich glaube nicht, dass die von Ihnen beschriebene gekammerte Ziegelwand so schlechte Eigenschaften hat, dass sich die Investition in ein WDVS lohnt. Wenn das Wandsystem bislang funktioniert hat und die Mindestwerte für die Wärmedämmung eingehalten sind (was ich ungesehen glaube), lassen Sie es doch einfach.

Herr Beisse hatte schon den Daumen drauf: sobald Sie aussen noch ne Dämmlage draufklatschen, kann das problematisch werden. Und ein gekammerter Ziegel hat seeeeeehr viel Platz, Tauwasser aufzunehmen, bis Sie das irgendwann mal merken. Wie das mit Tauwasser, Kapillarwirkung und Diffusion zusammenhängt, können Sie hier auf der Homepage im Infobereich BAUPHYSIK nachlesen.

Re: Sehr geehrte Herren, der Grund für die Dämmung ist in der Absicht zu suchen Heizoel zu sparen. Das alte Haus hat eine beheizte Wohnfläche von ca. 50 qm. Später habe ich einen Flachbau angebaut mit ca. 60 qm beheizter Wohnfläche. Dieser Bau von 1986 hat 360er Außenwände. Das Flachdach ist mit 100 mm Styrotect ähnlichen Material gedämmt. Für diese Fläche von 110 qm benötige ich etwa durchschnittlich 2.800 l Heizoel im Jahr. In dem alten Haus habe ich noch eine Reserve gesehen. Mit freundlichen Grüssen

Antwort 3: Ich versuche einmal ohne genaue Kenntnis aller Bauteile eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsberechnung. Sollte ich deutlich daneben liegen, bitte ich die Experten im Forum um Verbesserung.

Etwa 10%-15% Ihres Heizöles benötigen Sie für die Warmwasserbereitung, es verbleiben also 2500 Liter für die Heizung. Der Lüftungswärmebedarf dürfte davon 25%-30% ausmachen. Es verbleiben somit kanpp 1.900 Liter für die Deckung des Transmissionswärmeverlustes, als für das was durch die Umfassungsbauteile nach aussen abgegeben wird.

Daran haben die Wände je nach Gebäudeabmessung und Ausbildung der Bauteile einen Anteil von 30-40%, maximal 'verschlingen' die Wände also 700-800 Liter Heizöl. Hiervon wird der Löwenanteil auf Ihren Altbau entfallen, sagen wir einmal gut 500-600 Liter. Durch eine Verbesserung des k-Wertes (seit 1.2.2002 U-Wert) um 100% oder auch noch darüber können Sie dann 300 bis 400 Liter Heizöl jährlich einsparen. Bei heutigen Energiepreisen entspricht dies weniger als 200 Euro im Jahr. Bei der gesamten eben gemachten Abschätzung habe ich einigermaßen großzügig gerechnet.

Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem für Ihren Altbau müssten Sie sich anbieten lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie unter 5.000 Euro damit hinkommen (meine Zahl ist mit grosser Unsicherheit behaftet, da ich die Fläche und den Preis nur grob abschätzen kann).

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird sich eine Investition von 5.000 Euro bei Einsparung von max. 200 Euro p.a. schwer rechnen. Wenn Sie den Betrag langfristig mit 4% über der Inflationsrate anlegen können, holen Sie die Mehrkosten für die Beheizung herein, konstante Energiekosten vorausgesetzt. Die Bauphysik und die Wohnbehaglichkeit habe ich bei meinen Ausführungen ausser Acht gelassen. (Bruno Stubenrauch)

Zugabe: Ich danke Kollegen Stubenrauch für die transparente Darstellung. Anhand aller unserer Gedanken zum Thema erkennt der Bauherr:

  1. Dämmung mag zwar nützlich sein, aber nicht gleichzeitig wirtschaftlich
  2. Dämmung kann Spareffekte erzielen (um welchen Preis?), aber gleichzeitig Schaden anrichten
  3. auf der Grundlage gesicherter Kenntnisse lassen sich für den konkreten Fall leider doch nicht ohne weiteres sichere Schlüsse ableiten

Wenn ich von einer Baufirma wäre, würde ich Herrn V. dringend zu einem WDVS raten (das ist dann wenigstens für den Umsatz der Firma gut, wenn auch nicht für Herrn V.). Da ich aber einen Sinn fürs praktische habe, rate ich folgendes: wenn Sie handwerklich begabt sind oder Ihnen ein Freund helfen kann (aber bitte keine Schwarzarbeit!) verfahren Sie wie folgt: verbreitern Sie durch betonieren das Fundament und mauern Sie eine Ziegellage davor.

Die ist so dick, wie es nur geht (an Verankerung und die Traufsituation denken!). Sie wird dicht angesetzt und ohne jede Trennlage dazwischen hochgezogen. Dann kommt ein mineralischer Aussenputz dran (am besten Kalkputz!). So entsteht eine dicke und weitgehend homogene Aussenwand aus Ziegelmauerwerk.

Die dämmt besser als die bisherige, aber sie gestattet auch solare Wärmegewinne (ein WDVS nicht) und sie hat ein gutes Speichervermögen. Dadurch werden die Temperaturamplituden gesenkt, es ergibt sich eine gute Phasenverschiebung und Behaglichkeit stellt sich ein. Ausserdem lässt diese Wand Wasser in jeder Form raus (flüssig und dampfförmig), auch kapillar an der Aussenseite! Das macht ein "diffusionsoffenes" WDVS nicht immer.

Lesen Sie die Beiträge im Infobereich Bauphysik, dann werden Sie vieles besser verstehen.

Dachausbau Giebeldämmung

Frage 1: Wir möchten unser Alt-Dach ausbauen. Idee: die 140er Sparren entsprechend mit Glas-/Steinwolle WLG 035 voll dämmen (diffusionsoffene Unterspannbahn vorhanden), dann Dampfsperre/Luftdichtigkeitsschicht, dann Untersparrendämmung 40mm oder 50mm.

1. Geht das?

2. Die Giebelwände (24cm) sollen ebenfalls von innen gedämmt werden. Wie dick kann/soll diese Dämmung sein? Da gibt es Taupunktverlagerung möglicherweise? Was ist das?

Vielen, vielen Dank fürs Mitdenken!, L.

Antwort 1: Sehr geehrter Herr L.,

mitdenken kann man ja auch hier im Forum. Eine vernünftige Planung wird das allerdings nicht ersetzen. Zur ersten Frage: 14 cm MiWo WLG 035 + 5 cm Untersparren-Dämmung - das geht.

Es kommt allerdings darauf an, was für eine Dampfbrenmse und was für eine Unterspannbahn genommen wird. Dann ist es wichtig zu wissen, ob die Ziegel auf einer Lattung liegen oder ob es eine Schalung mit Bahnen gibt (eher unwahrscheinlich).

Man muss also die gesamte Konstruktion betrachten und dann ist zu entscheiden, ob der Nachweis zum Tauwasserschutz nach DIN 4108 oder nach dem ZDVH-Merkblatt geführt wird. Merke: Unterspannbahnen und Dampfsperren (-bremsen) können diffusionsoffen oder -dicht sein, je nach Material.

Zur Giebelwand: im Prinzip gilt dasselbe. Man betrachte die gesamte Konstruktion (Putz, Ziegelmaterial, geplante Dämmung) und führe daraufhin die erforderlichen Nachweise. So etwas lässt sich durch Antwortensammeln in Foren nicht ersetzen. Wichtig sind hierbei auch wirtschaftliche Überlegungen (was ist vom Geldeinsatz her sinnvoll?), da muss man schon mal hin- und herrechnen, dazu sagt man auch optimieren.

Frage 2: Danke, Herr Bumann, so richtig klar war mir nicht, wie kompliziert es ist und wie viel man wahrscheinlich falsch machen kann. Dachziegel liegen auf Lattung, Unterspannbahn Tyvek/Klöber HD Soft (SD < 0,02). Ausbauen wollten wir mit Produkten der Fa. Isover (oder vielleicht Rockwool??).

Gruß, L. S.

Antwort 2: Das Fabrikat ist doch völlig Wurst. Mineralwolle ist Mineralwolle. Entscheidend sind die Eigenschaften, die der Hersteller mittels der technischen Blätter angibt.

Oktober 2002
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
Mitglied der Baukammer Berlin
Tel. 030 - 67 48 97 27

Informationen im Internet: www.dimagb.de - Informationen für Bauherren

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Dämmen wir die Häuser oder die Dämmung?
von Peter Rauch

Die Diskussion zur Energieeinsparverordnung ENEV 2000 ist sicherlich einer der interessantesten gegenwärtigen Fachthemen. Kritiker und Befürworter aus der Industrie, von Planungsbüros, aus der Wissenschaft und Politik sowie von Verbänden versuchen ihre zum Teil recht unterschiedliche Auffassung öffentlich darzustellen und zu begründen. Wie soll hier der Bauherr, den das eigentlich betrifft, noch durchsehen?

Beim Neubau ist dies sicherlich anders zu bewerten, da man in der Planungsphase die entsprechenden Maßnahmen konstruktiv berücksichtigen kann und dies sich in den Gesamtbaukosten nur gering auswirkt. Anders sieht es beim Altbaubestand aus. In diesem kurzen Beitrag werden auszugsweise verschiedene Aussagen zusammengefasst und gegenübergestellt.

Eine einseitige Orientierung allein auf die Dämmung verursacht in unseren Breiten unbehagliche Wohnbedingungen, die nur mit hohem technischen Aufwand gemildert werden können. [5] Von den 8 relevanten Energieeinspargrößen [1] wird sich besonders auf die Wärmeleitung konzentriert.

In der Praxis heißt das, je besser die Wärmedämmung (Dicke) ist, so weniger Wärme wandert durch die Außenwände nach außen. Ein sehr interessanter Aspekt für die zu erwartenden hohen Umsatzerträge an Polystyrol und andere Dämmstoffe. Dies wird noch mit der Argumentation der Schaffung von 400 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen untermauert, wenn die Altbausubstanz eingepackt wird.

Diese Mehrinvestitionen von ca. 15 Milliarden DM jährlich dürfen oder sollen ausschließlich die Wohnungseigentümer auf den Tisch legen. [2] Die durch Herrn Dr.-Ing. Freytag dargestellter Wirtschaftlichkeitsberechnung für die nachträgliche Wärmedämmung konnte keine prinzipielle Wirtschaftlichkeit unterstellt werden. [3] Alle anderen Versuche einer wirtschaftlichen Darstellung können nur sehr schlecht nachvollzogen werden.

Betz, Kreißig und Schöch verweisen in ihrer Zusammenfassung zur Öko-Bilanz auf einen sinnvollen Einsatz von Wärmedämmverbundsysteme im Altbau als auch im Neubau hin. Bereits binnen weniger als 2 Jahren kann die durch die Produktion des WDVS verbrauchte Energie eingespart werden.[4]

Dem gegenüber vertritt Herr Prof. C. Meier im Praxisratgeber Altbau und Wärmeschutz, dass die errechneten Energieeinsparungen der Dämmstoffbauweise praktisch weit verfehlt, zu hochgradig unwirtschaftliche Konstruktionen führt und daneben die Gesundheit gefährdet wird. [5]

Ebenso wird durch Herrn K. Fischer dargestellt, dass die genannten Energieeinsparungen durch Dämmstoffpakete auf Altbauten nur auf dem Papier existieren. Vielmehr kommt es auf die Speicherfähigkeit von Massivbauweisen an, wo sinnvoll Energie gespart werden kann. [6]

Mit zufriedenen Aussagen kann die Ziegelindustrie aufwarten, die mit den sägemehlporosierten Ziegeln die verschärften Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz genügen.[9] Die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V., Bonn, beauftragte das Frauenhofer Institut für Bauphysik mit einem Forschungsvorhaben, welches neue richtungsweisende Ergebnisse für die massive Bauweise mit Ziegel brachten. Es wurde "deutlich gemacht, dass Energiebilanzen nicht allein an Dämmmaßnahmen und (k) u-Werten künftiger Wände festzumachen sind. Die Aufklärung der Bewohner in Bezug auf ein Verhalten sowie ihre Akzeptanz und Nutzung der haustechnischen Ausstattung darf auf keinen Fall außer acht gelassen werden." [10]

Untersuchungen des GEWOS-Institutes Hamburg haben festgestellt, dass bei gleichen Außenwandflächen und k-Werten der Jahresbrennstoffverbrauch bei monolithischen Wänden niedriger ist. Dies soll noch durch eine weitere Aussage ergänzt werden, " Je niedriger die (k) u-Werte der Gebäudehülle, desto wichtiger werden Faktoren, wie das Nutzungsverhalten oder der Wirkungsgrad und die Regeltechnik der Heizungsanlage." [11]

Unter den mitteleuropäischen Klimabedingungen beträgt die Heizperiode ca. 9 Monate. In dieser Zeit liegt ein Wärmestrom von innen nach außen an. [12] Die Außenhülle sollte daher so geschaffen sein, dass möglichst wenig Wärme abgeleitet wird. Die viel diskutierten Solargewinne können wegen der begrenzten Sonnenstunden nur einen Teil des notwendigen Energiebedarfs decken und stellen so allein keine alternative Lösung dar.

" Noch niemals in unserer Geschichte war das Klima in instandgesetzten Wohnungen so schlecht wie heute, ... Gezielte Dämmung und ohne mechanische Klimatisierungsanlagen bringen in unsere Häuser und Wohnungen exakt das zurück, was immer mehr vermißt wird: Gesundes Wohnklima!" [7] Dieser Kommentar zeigt, dass die Festlegungen des Wärmeschutzes, mit der Begründung etwas zum Klimaschutzes zu tun, etwas einseitig betrachtet wird.

Dies wird auch in Erhebungen des Lehrstuhls für Umweltmedizin festgestellt, dass gerade durch die falsche Bauweise jährlich hohe Folgekosten entstehen [8], die sicherlich unter anderem in der traurigen Bilanz, dass mittlerweile jeder 10. Erstklässer Asthmatiker ist und nahezu 1/3 der Bevölkerung an Allergien leidet, Begründung finden. [5]

Im Architektenbrief 17 [12] wird hingegen darauf verwiesen, dass bei Untersuchungen von 700 ungedämmten Wohnungen in den fünfziger Jahren in 30% der Fälle Schimmel nachgewiesen wurde und hierfür die schlechte Wärmedämmung verantwortlich war.

Ich habe in den letzten Jahren vorwiegend ältere Häuser (ungedämmt) aus dem Baujahr von 1900 bis 1960 mit ca. 500 Wohnungen untersucht. Die aufgetretenen Schimmelprobleme können dabei an einer Hand abgezählt werden. Das waren vorwiegend das Nutzungsverhalten, falsche Wandbeschichtung und durchfeuchtete Wände. Es kommt sicherlich auch darauf an, welche Objekte in die Betrachtung einbezogen und wie sie bewertet werden.

Bei Bauwerksteilen die eine geringe Wärmespeicherkapazität aufweisen, erfolgt der Wärmedurchgang ohne Zeitverzögerung, er wird stationär. Bei massiven Bauwerksteilen tritt jedoch eine zum Teil über viele Stunden verzögerter Wärmeaustausch auf. Zwischenzeitlich haben sich aber auch die Temperaturen, vor allem außen, geändert. Berücksichtigt man diese Gegebenheit aber, so wird jede wärmetechnische Berechnung überaus kompliziert. Es handelt sich hier um einen instationären Wärmedurchgang, der sowohl im Sommer als auch im Winter gilt. [13]

Zum Schluß noch eine Bemerkung. Wenn die Temperatur in der Wohnung nur 1 K reduziert wird, dann verringert sich der Wärmeenergieverbrauch um ca. 5%. Bei Strahlungswärme wird ohnehin eine niedrigere Raumlufttemperatur bei gleicher Behaglichkeit benötigt

Dipl.-Ing.oec., Ing. Peter Rauch
(Leipziger Institut für Bildung und Forschung e.V.)

  • /1/ 22. Juni 2000, Architekt Bauingenieur Paul Bossert, CH-8953 Dietikon
  • /2/ bau-zeitung 54(2000)6 S. 54 ff
  • /3/ bau-zeitung 54(2000)1/2 S. 55 ff, 5 S.39 ff u. 6 S. 65 ff
  • /4/ bau-zeitung 53(1999)10 S.10 ff. Wärmedämmverbundsysteme eine Öko-Bilanz, M. Betz, J. Kreißig, H. Schöch, Institut für Kunststoffprüfung und Kunststoffkunde Uni. Stuttgart
  • /5/ Praxis Ratgeber Nr. 7 - Januar 1999 - Herausgeber: Deutsche Burgenvereinigung e.V. (DBV) Marksburg, D-56338 Braubach, Prof. Dr.-Ing. habil. C. Mayer
  • /6/ bauplan-bauorga 3/2000 S. 114
  • /7/ bau-zeitung 53(1999)11 Rolf Köneke, Hamburg
  • /8/ bauplan-bauorg 3/2000 S. 114, Prof. Dr. M. Schata, Lehrstuhl für Umweltmedizin
  • /9/ bau-zeitung 53(1999)10 S.50 ff
  • /10/ bauplan-bauorg 6/99 S.231 Forschungsvorhaben Bochum-Werne
  • /11/ bau-zeitung 50(1996)10 S. 39
  • /12/ Architektenbrief 17, W. Eicke-Hennig, Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt 1994
  • /13/ Eichler/Arndt, Bautechnischer Wärme- und Feuchtigkeitsschutz 1989

Quelle/Autor: Peter Rauch, Tel./Fax. 0341/9015382, info@ib-rauch.de, www.ib-rauch.de
(Dieser Beitrag wurde in der bauzeitung in 7/8 2001 auf der Seite 59 veröffentlicht.)


Was soll man machen als Planer, wenn man einen Auftrag für die Sanierung eines alten Fachwerk- Gebäudes hat und nicht weiß, wie man die neuen Vorschriften der EnEV auf diesen Sonderfall anwenden soll, weit die Grenzwerte der EnEV nur schwer zu erfüllen sind? Der folgende Beitrag über die Umsetzung der EnEV bei der Instandsetzung von Fachwerkaußenwänden gibt mit der Beschreibung des Bauteilverfahrens und des Bilanzverfahrens eine Antwort.

FACHWERKFASSADEN sind eindrucksvolle Zeitzeugen früherer Baukunst. Heute bieten sie den Ingenieuren und Architekten bei der Instandsetzung mannigfache Probleme. Vor allem die neue Energieeinspar-Verordnung hält so ihre Tücken für die Außenwände von Fachwerkhäusern parat.

Beim Fachwerk ist sie sperrig
MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER ENEV BEi FACHWERKAUSSENWÄNDEN

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) [1] soll die Reduzierung des Ausstoßes von CO2-Emissionen im Gebäudebereich weiter voran gebracht werden. So verschärfen sich die Anforderungen an den Jahres-Heizenergiebedarf von Gebäuden in dieser jetzt 4. Verordnungsstufe. Dieses Reduktionsziel kann wirksam nur erreicht werden, wenn neben den Neubauten auch der Gebäudebestand mit einbezogen wird. Zum ersten Mal werden dabei auch Anforderungen an die Gefache von Fachwerkwänden explizit formuliert, die für den Planer, Ausführenden und

Bauherren einer Fachwerk-Instandsetzungsmaßnahme viele praktische Fragen aufwerfen können.

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e. V. (WTA) verfolgt seit über 20 Jahren das Ziel, die Forschung und deren praktische Anwendung auf dem multidisziplinären Gebiet der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege produktunabhängig zu fördern. Dafür wurden acht Referate eingerichtet (siehe dazu: www.wta.de), die sich in verschiedenen Arbeitsgruppen mit der Bearbeitung der relevanten Sach- und Arbeitsgebiete befassen.

Das dabei gewonnene Expertenwissen über die verschiedenen Sachgebiete der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege wird für die Anwendung in der Praxis aktuell aufgearbeitet und zum Beispiel als WTA-Merkblätter veröffentlicht. Seit 1992 hat das WTA-Referat 8 "Fachwerk" neun praxisorientierte WTA-Merkblätter 8-1 bis 8-9 [2] zu Erhalt und Instandsetzung historischer Holzfachwerkbauten erstellt, die in einem Fachwerkkompendium Band 1 zusammenfasst sind; in diesem Jahr wird Band 2 mit aktuellen Veröffentlichungen zum Thema erscheinen.

Aus dem Kreise der WTA wurde bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass mit der EnEV für den Fachwerkbau teils schwer zu erfüllende Grenzwerte festgeschrieben werden. Insbesondere der geforderte U-Wert bei "neuen Ausfachungen in Fachwerkwänden" in Höhe von < 0,45 W/m2K gemäß Anhang 3, EnEV bereitet Probleme.

Dieser Wert widerspricht bei einer Innendämmung den Vorgaben des WTA-Merkblattes 8-1-96/D. Es hat sich vielmehr gezeigt, dass die Innendämmung in ihrer wärmetechnischen Funktionsweise begrenzt werden sollte, da unter anderem die Abtrocknung von eingedrungener Feuchte (über die Fuge Gefach/Holz) negativ beeinflusst wird.

Dieses betrifft insbesondere feuchtebelastete Fassaden. Weiterhin problematisch ist, dass kapillaraktive Innendämmsysteme (z.B. Wärmedämmputze, Wärmedämmlehme usw.) in den nach EnEV erforderlichen Materialstärken häufig materialtechnisch nicht zu erreichen sind.

Die energetische Qualität des Fachwerkgebäudes darf nicht vermindert werden

Die gestiegenen Komfortansprüche der Nutzer ziehen auch eine Anpassung des wärmetechnischen Standards bei Altgebäuden nach sich. Hierbei sind im Rahmen einer Fachwerkinstandsetzung die Anforderungen des oben schon erwähnten WTA-Merkblattes 8-1-96/D zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt weiterhin, dass die energetische Qualität des Fachwerkgebäudes in Hinsicht auf die Außenbauteile und die energetisch relevanten Anlagenteile durch die Instandsetzung nicht verschlechtert werden soll.

Des weiteren sind die gesundheitlich erforderlichen Mindestvorgaben zum Wohle des Nutzers und des Gebäudes einzuhalten. Beispielhaft ist das bekannte Problem des Ersatzes alter Fenster durch neue (dichte) Fenster zu nennen, das bei vielen Projekten und besonders auch bei Fachwerkbauten mit ihrem im Bestand eher reduzierten Wärmedämmstandard zu Schimmelpilzbildung an den Außenwänden geführt hat, wie auch die erforderliche Betrachtung der wärme- und feuchtetechnischen Speicherkapazität der Bauteile. Bei einer Instandsetzungsplanung sind so stets die komplexen bauphysikalischen Vorgänge zu betrachten.

Werden bei der geplanten Maßnahme mindestens 20 Prozent der jeweiligen Fassade beziehungsweise des Bauteils instandgesetzt, so gelten die Anforderungen der EnEV. Eine unreflektierte Anwendung der Verordnung für den Fachwerkbestand ist aber problematisch, da dieser mit seinen speziellen Fragestellungen besonders bei Sichtfachwerk (Schlagregenbelastung, Fugendichtigkeit, Innendämmung etc.) eine besondere Berücksichtigung erfahren muss. Dieses haben zahlreiche wissenschaftliche und baupraktische Erfahrungen gezeigt (u.a. [3], [4], deren Ergebnisse in die bisherigen WTA- Merkblätter eingeflossen sind).

Für Ausnahmen von der Regel sollte der Planer immer einen Antrag einreichen

Da die Anforderungen der EnEV in der Praxis der Fachwerkinstandsetzung oft nicht schadensfrei erfüllbar sind, bestehen im Moment nur folgende Möglichkeiten:

  • Anwendung EnEV § 16 - Ausnahmen:

Soweit bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Erfüllung der Anforderungen der EnEV 2002 die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen und andere Maßnahmen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen würden, lassen die nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Antrag Ausnahmen zu. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass nur ein geringer Prozentsatz des Fachwerk-Bestandes unter Denkmalschutz steht.

  • Anwendung EnEV § 17 - Befreiungen:

Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können auf Antrag von den Anforderungen der EnEV 2002 befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Diese kann vorliegen, wenn eine Wirtschaftlichkeit der Maßnahme innerhalb der üblichen Nutzungsdauer nicht gegeben ist.

Planer und Bauherr müssen also für jedes einzelne Bauvorhaben auf dem Behördenweg die Anerkennung als erhaltenswerte Bausubstanz oder die Anerkennung unbilliger Härte beantragen - und natürlich diesen Antrag genehmigt bekommen! Gerade die Argumentation zur "Härtefallregelung" wird viel Aufklärungsarbeit mit Fakten und Details sowie Unterstützung durch entsprechende Fachkreise erforderlich machen.

Aus diesem Anlass wird in der WTA-Arbeitsgruppe 8.2, Referat Fachwerk, zurzeit ein Merkblatt mit Hinweisen zum Umgang mit der Energieeinsparverordnung bei der Fachwerk-Instandsetzung erarbeitet, das als Version E-8-11-02-D im Entwurf vorliegt und eine Hilfestellung zur Interpretation und Umgehensweise mit der Verordnung geben soll.

Außerdem erörtert die WTA gemeinsam mit dem Bundesministehum für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) und den Länderministerien, ob der spezifische Fall "Fachwerk" gesondert bearbeitet werden kann, um eine potentielle Flut von Befreiungsanträgen bei den zuständigen Baubehörden zu vermeiden.

Sind die genannten Ausnahme-Regelungen nicht beziehungsweise nur eingeschränkt anzuwenden, so ist der geforderte Nachweis entweder nach dem Bauteilverfahren (EnEV Anhang 3) oder dem Bilanzverfahren (EnEV Anhang 1) zu erstellen. Vorzugsweise wird bei Sanierungen das Bauteilverfahren angewendet.

Das Bauteilverfahren nach Anhang 3 der EnEV

Werden einzelne Außenbauteile "erstmalig eingebaut, ersetzt oder erneuert" kann das Bauteilverfahren nach Anhang 3 angewendet werden. Dieses ist jedoch nur anzuwenden, wenn mehr als 20 Prozent der jeweiligen Bauteilfläche beziehungsweise bei Außen wänden und Fenstern mehr als 20 Prozent der Bauteilfläche gleicher Orientierung erneuert werden. Liegen die Erneuerungsflächen darunter, gelten die Anforderungen der EITEV nicht. Es sind dann jedoch die der WFA-Merkblätter sowie der DIN 4108 im Sinne einer Bauteilsicherheit (Vermeidung von Schimmelpilzen u.ä.) anzuwenden.

Die nachfolgende Übersicht (Tab. 1) zeigt die Anforderungen nach EnEV, Anhang 3, Nr. 1 an Außenwände mit den baupraktischen Auswirkungen,

Bei den in Tab. 1 formulierten Fällen sind die folgenden Hinweise zur Planung und Ausführung zu beachten.

Nr. Maßnahme [nach
EnEV]
Umax [W/m2K]
A1 Gesamtes Bauteil ersetzen oder erstmalig einbauen [1.a] 0,45
A2 Bekleidungen in Form von plattenartigen Bauteilen aussen anbringen [1.b] 0,35
A3 Bekleidungen auf der Innenseite aufbringen [1.c] 0,45
A4 Einbau von Dämmschichten [1.d] 0,35
A5 Erneuerung des Außenputzes bei bestehender Wand mit UAW > 0,9 W/m2K [1.e] 0,35
A6 Einsatz von neuen Ausfachungen in Fachwerkverbände [1.d] 0,45
A7 Aufbringen eines Innendämmsystems bei vorhandenen Ausfachungen [ -- ] o.A.


A 1: Gesamtes Bauteil ersetzen oder erstmalig einbauen: Werden ganze Fachwerkwände ersetzt, so ist in der Regel die erforderliche Wärmedämmung nach A2 (Außenseitige Bekleidung) beziehungsweise A6 (Ausfachung) zu dimensionieren,

A,2: Bekleidungen in Form von plattenartigen Bauteilen außen anbringen: Werden außenseitige Bekleidungen (z.B. aus Gründen des Schlagregenschutzes) angebracht, sind Wärmedämmungen von ca. 10 cm (bei WLG040) hinter dieser anzuordnen. Im allgemeinen werden hierfür Faserdämmstoffe verwendet. Auf eine ausreichende Hinterlüftung von mindestens 2 cm ist zu achten.

A3: Bekleidungen auf der Innenseite aufbringen: Werden auf der Innenseite Bekleidungen angebracht, sollen Wärmedämmungen von ca. 7 bis 8 cm (bei WLG040) eingebaut werden. Hier ist unbedingt das feuchtetechnische Verhalten der gesamten Außenwand (Konvektion, Diffusion, Kapillarität) zu beachten! Besondere Nachweise sind zu erstellen, insbesondere ist Vorsicht geboten bei Vorsatzschalen auf Ständerwerk! Es gelten zudem die Ausführungen zu A6.

A4: Einbau von Dämmschichten: Allgemein ist es erforderlich, eine Wärmedämmung mit einer Dicke von ca. 10 cm (bei WLG040) einzubringen. Der Einbau von Dämmschichten ist im Fachwerkbau so nicht als Regelfall anzusehen.

A5: Erneuerung des Außenputzes bei bestehender Wand mit UAW > 0,9 W/rn2K. Das Kriterium von UAW > 0,9 W/m2K (Wärmedurchgang der Außenwand) wird von allen ungedämmten Fachwerkwänden beziehungsweise bei bereits bestehender Dämmschichtstärke bis ca. 3 cm (WLG040) erfüllt. In diesen Fällen ist bei Erneuerung des Außenputzes eine zusätzliche Dämmung erforderlich (mind. 7 cm bei WLG040). Vielfach wird diese als Wärmedämmverbundsystem aufgebracht (spezielle Hinwiese s. WTA-MB 8-4-00/D [ 2 ]).

A6. Einsatz von neuen Ausfachungen in Fachwerkwünde: Es ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass diese Forderung nur bei neuen Ausfachungen besteht! Diese Forderung kann von einem Ausfachungsmaterial in der Regel allein nicht erfüllt werden (Ausnahme z.B. > 25 cm Porenbeton - Jedoch Prüfung des feuchtetechnischen Verhaltens der Wand, gerade bei Ummauerungen der Holzbauteile, unbedingt erforderlich). Bei der Wahl eines geeigneten Innendämmsystems ist insbesondere das feuchtetechnische Verhalten (Tauwasser im Bauteilquerschnitt, Gefahr der Schimmelpilzbildung, Abtrocknung von eingedrungenem Schlagregenwasser) zu betrachten. In diese Betrachtung ist auch die Fuge Gefach/Holz sowie eine eventuell erforderliche Windsperre hinzu zu ziehen. Wird im weiteren eine zusätzliche Innendämmung in der geforderten Dicke (ca. 13 cm bei WLG070) aufgebracht, besteht die Gefahr der verminderten Abtrocknung von eingedrungenem Schlagregen (s. [4] - [6]). Dämmschichtstärken nach WTA-Merkblatt 8-1-96/D [2] und die Anwendung der Ausnahmeregelungen sind zu empfehlen.

A7. Aufbringen eines Innendämmsystems bei vorhandenen Ausfachungen: Bei diesem Fall ist die Innendämmung gemäß den Vorgaben des WTA-Merkblattes 8-1-96/D und 8-5-00/D zu dimensionieren (Abb. 1).

Das Bilanzverfahren nach Anhang 1 der EnEV

Dieses Verfahren kann bei Fachwerkgebäuden alternativ zum Bauteilverfahren sinnvoll sein. Hierbei können Kompensationsmöglichkeiten zum Beispiel durch eine größere Dachdämmung bei geringerer Wanddämmung genutzt werden, wodurch eventuelle Problempunkte (s. Außenwand Innendämmung) vermieden werden können. Dieser Nachweis gilt als erfüllt, wenn der Primärenergiebedarf und der spezifische Transmissionswärmeverlust kleiner als das 1,4-fache des Neubauwertes ist (EnEV § 8 (2). Die Frage, ob dieser Nachweis geführt werden kann, sollte im Vorfeld geprüft werden, da einige (ungünstige) Sonderpunkte zu beachten sind:

  • Wärmebrücken sind besonders zu berücksichtigen:

Die Möglichkeit jede Wärmebrücke energetisch vollständig zu ermitteln, wird für ein normales Fachwerkgebäude als äußerst umfassend eingestuft. Da weiterhin in DIN 4108 Bbl. 2 keine Planungsbeispiele für den Fachwerkbau vorhanden sind, müsste in diesem Fall ein pauschaler Zuschlag von (UWI3 = 0, 10 W/(m2K) auf alle Bauteile erfolgen.

  • Die Luftdichtigkeit ist zu überprüfen.

Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass bei einer Überprüfung mit dem Luftdichtigkeitstest (Blower-Door) bei Fachwerkgebäuden auf Anhieb der geforderte Wert von n50 < 3,0 h-1 eingehalten wird, ist im allgemeinen in den Berechnungen ein mit 0,7 h-1 erhöhter Luftwechsel anzusetzen.

  • Heizungs- und eventuelle Lüftungsanlagen sind zu berücksichtigen.

Der Nachweis nach Anhang 1 ist bei Fachwerkgebäuden nur dann zu vertreten, wenn auch eine neue Heizungsanlage eingebaut wird. Der Primärenergieaufwand einer älteren Anlage ist durch die bei Fachwerkbauten nicht überdurchschnittlich auszuführende Wärmedämmung nicht zu kompensieren.

Das BMVBW hat kurzfristig realisierbare Lösung in Aussicht gestellt

Die WTA und das BMVBW sind sich einig, dass die Dimensionierung und Ausführung der Wärmedämmung einer Fachwerk-Außenwand differenzierter, insbesondere in Hinsicht auf die vorliegende Schlagregen-Belastung, betrachtet werden muss. Da die EnEV in Kraft getreten ist und am Text dieser Verordnung sich nichts ändern lässt, wird daher eine kurzfristige bundesweite Regelung über die Auslegungsfragen angestrebt. Das BMVBW stellte deshalb in Aussicht, die von der WTA aufgezeigten Auslegungsvorschläge hinreichend zu würdigen. Über weitere Ergebnisse wird die WTA zeitnah berichten.


Literatur:

[1] EnEV. Verordnung über energieeinsparenden Wärmeschutz und energieeinsparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung - EnEV); in Kraft seit 01.02.2002

[2} WTA. Fachwerkinstandsetzung nach WTA; Kompendium Band 1; Merkblätter 8-1 bis 8-9; 2001

[3] Lamers, R.; Rosenzweig, D.; Abel, R.: Bewährung innen wärmegedämmter Fachwerkbauten; Bauforschung für die Praxis, Band 54, IRB-Verlag 2000

[4] Künzel, H.-M.: Der Feuchtehaushalt von Holz-Fachwerkwänden; Bauforschung für die Praxis, Band 23, IRB-Verlag 1996

[5} Wetzel, J. et al: Historische Holzfachwerkbauten, Band 1, expert verlag Renningen, 2001

[6} Eßmann, F.: Anforderungen der Energieeinsparverordnung bei der Fachwerk-Sanierung; WTA-Kompendiuni, Band 2, 2002

Autoren: Dipl.-Ing. Jürgen Gänßmantel, Dipl.-Ing. Frank Eßmann, Dipl.-Ing. Gerd Geburtig
Quelle: Deutsches Ingenleurblatt, Oktober 2002, S. 22-26
www.Deutsches-Ingenieurblatt.de


Auf dieser Seite:

3-Säulen-Modell des richtigen Bauens

Die Problemlösung für das Bauen im Bestand.
 

1.) Richtige Bauweise

  MASSIV, MINERALISCH
  MONOLITHISCH


• Speichervermögen
• Sorptionsvorgänge
• Beständigkeit
• Wärmeschutz (TAV)
• Schallschutz
• Brandschutz
• chemiefrei
• allergikergeeignet
 
2.) Richtiges Heizkonzept

  STRAHLUNGSWÄRME
  WÄRMESTRAHLUNG


• Behaglichkeit
• Hüllflächentemperierung
• Konvektionsfrei
• Energieeinsparung
  je 1°C ca. 4…6% (!)
• Gleichmäßigkeit:
  keine Strahlungssenken
• zugluftfrei
 
3.) Richtige Energetik

  ENERGIE EINSPAREN
  OHNE DÄMMUNG


• Membranwirkung
• ungehinderte Sorption
• beständige Kapillarität
• Entfeuchten auf
  Ausgleichsfeuchte
a - Filterung
• solare Gewinne (Winter)
• Hitzeschild (Sommer)
 

© DIMaGB, 09.2004


Ein praktisches Sanierungsbeispiel:
900 DM jährliche Kosten für 200 DM jährliche Einsparung


"Die angenehme Wärmedämmung des Gebäudes basiert auf vielen respektabel zu lesenden gesetzlichen Forderungen, damit es ehrlich zugehe mit der Energieeinsparung, obwohl das – wie gleich zu lesen sein wird – dem Mieter schnurzpiepe sein kann, denn was er einspart ist ja unbedeutend gegenüber der Summe, die er zuzahlt. Der Mieter unserer Beispielwohnung zahlt monatlich je Quadratmeter Wohnfläche für die Keller- und Drempeldämmung DM 0,28 und für die Wärmedämmung außen DM 1,07 je Quadratmeter. Bei 56,27 Quadratmeter Wohnfläche löhnt der Mieter dafür im Jahr DM 911,40! Soviel spart er an Heizkosten nie und nimmer ein. Den, wenn auch durch die Wärmedämmung geringeren Verbrauch, muss er natürlich bezahlen, und dazu die Gebühr für das Ablesen. Der Mieter unserer Beispielwohnung hatte 1998 für seine Heizkosten DM 609,24 zu entrichten. Dank der Wärmedämmung waren das etwa DM 200,– weniger als vorher. Dafür bezahlte er aber zusätzlich DM 911,40 jährlich für die Wärmedämmung, d.h. seine warme Stube kostete ihn vorher ohne Wärmedämmung rund DM 800,– und nun mit Wärmedämmung DM 1.562,64!"

aus: Mieterecho, ME 282/2000, S.16

„Der Vermieter, der einen Modernisierungszuschlag nach § 3 Abs. 1 MHG wegen Wärmedämmaßnahmen geltend macht, muß in der Mieterhöhungserklärung nach § 3 Abs. 3 MHG durch eine Wärmeberechnung darlegen, in welchem Maß sich eine Verringerung des Verbrauchs an Heizenergie ergibt.“

Rechtsentscheid des Kammergerichts Berlin vom 17.08.2000

Kommentar DIMaGB:
Hierbei handelt es sich um ein Paradebeispiel an Unwirtschaftlichkeit. Noch dazu ist es schlichtweg ungesetzlich, denn des Energieeinspargesetz schreibt Wirtschaftlichkeit zwingend vor: §5 EnEG
"(1) Die Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.
(2) In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen."

Vorsicht hinsichtlich des oben aufgeführten rationalen Entscheids des Kammergerichts!
Das ist Vergangenheit. Seit 2002 ist dem Unfug Tür und Tor geöffnet.

"Zur Erläuterung einer Mieterhöhungserklärung des Vermieters wegen baulicher Maßnahmen zur Einsparung von Heizenergie im Sinne von MHG § 3 Abs. 3 Satz 2) bedarf es nicht der Beifügung einer Wämebedarfsberechnung."

Mehr dazu erfahren Sie hier.
DIMaGB, 13.08.2005


Die die Energiebilanz des Bauteils Außenwand beeinflussenden Faktoren

DIMaGB, 09.2004, hier ein Auszug

1 GEOMETRIE

1.1 Dicke
1.2 Fläche
1.3 Volumen
1.4 Gebäudegeometrie

2 STOFFZUSAMMENSETZUNG

2.1 Rohdichte
2.2 Innere Struktur
2.2.1 Porosität
2.2.2 Kapillarität
2.2.3 Homogenität
2.3 Oberflächenstruktur
2.3.1 Struktur
2.3.2 Farbe
2.4 Thermische Eigenschaften
2.4.1 Wärmespeichervermögen
2..4.2 Wärmeleitvermögen

3 FEUCHTE

D  - Feuchte als Dampf
W - Feuchte als Wasser

3.1 Feuchte von innen
3.1.1 Adsorption
3.1.2 Absorption
3.1.3 Tauwasser
3.2 Feuchte von außen
3.2.1 Adsorption
3.2.2 Absorption
3.2.3 Tauwasser
3.3 Feuchte, im Stoff verbleibend

WB1 Niederschlag (Tau)
WB2 Verdunstung

4 STRAHLUNG

4.1 Strahlung von innen
4.2 Strahlung von außen
4.3 Strahlung im Stoff

5 KONVEKTION

5.1 Konvektion an der Innenseite
5.2 Konvektion an der Außenseite
5.3 Konvektion innerhalb
5.3.1 zweischalige Wand
a) mit Lüftungsöffnungen
b) ohne Lüftungsöffnungen

6 UMGEBUNG

6.1 das Heizungssystem
6.1.1 Strahlungsheizung
6.1.2 Konvektionsheizung
6.2 das Wetter
6.2.1 die Luft
6.2.1.1 Temperatur
6.2.1.2 Feuchte
6.2.1.3 Druck
6.2.1.4 Bewegung
6.2.2 die Strahlung
6.2.2.1 direkt/indirekt (global)
6.2.2.2 lang-/kurzwelliger
6.3 der Mensch
6.3.1 gibt Wärme ab
6.3.2 gibt Feuchte ab
6.3.3 erzeugt Wärme und Feuchte


14 Fragen zum Dämmstoff-Recycling
ein Dokument der Sprach- und Hilflosigkeit

Hier die Wiedergabe eines Textes aus einer - sollte man annehmen - relativ einfach zu beantwortenden Anfrage.
Angesichts von > 600 Mio. m2 WDVS an deutschen Wänden (Quelle: Fachverband WDVS) ist das eine Größen-
ordnung von hohem umweltpoltischen und volkswirtschaftlichen Stellenwert.
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Informationen zum Stand des Recyclings von Wärmedämmverbundsystemen.
Das Bauen im Bestand nimmt an Bedeutung zu und gerade hinsichtlich des Umweltschut-
zes spielen Fragen des Recyclings eine wichtige Rolle, so dass dieses Thema als von all-
gemeinem Interesse zu betrachten ist.
Hierzu habe ich einige konkreten Fragen:

1. Wie ist der Stand der Technik beim Recyceln von WDVS?
2. Unter welcher Deklaration werden entfernte WDVS vom Containerdienst abgeholt?
3. Wie sehen die praktischen Reinheitsanforderungen aus?
(es geht um ein Verbundsystem)
4. Wie erfolgt die Trennung nach den einzelnen Bestandteilen?
5. Wie sehen die Aussichten für die Zukunft aus?
6. In welchen Anlagen erfolgt das Recycling von WDVS?
7. Wie sehen die Endprodukte des Recyclings aus?
8. Wie hoch ist die Wiederverwertungsquote?
9. Wie hoch ist der Anteil der thermischen Verwertung?
10. Werden zurück gebaute WDVS auf Deponie gelagert?
11. Wie hoch sind die Kosten für das Recycling als Bestandteil der Lebenskreisanalyse anzusetzen?
Referenz: je 8 cm WDVS Styropor/Mineralwolle mit Spachtel, Armierungsgewebe und Kunststoffputz
12. Wo und wie werden die im Recycling gewonnenen Stoffe eingesetzt?
13. Wie erfolgen wirksame Mechanismen der Qualitätssicherung?
14. Gibt es gesetzliche Vorgaben zum Recycling von WDVS?

Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann
(Absender vollständig)

 

Diese Anfrage ging zeitgleich am 05.10.2004 an
  • Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    Invalidenstraße 44
    D-10115 Berlin
    Telefon: (030) 2008-0
    (01888) 300-0 oder -30 60 (Bürgertelefon/Broschürenbestellung: Montag bis Freitag von 9.00 bis 12.00)
    E-Mail: buergerinfo@bmvbw.bund.de
     
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
    Referat Kommunikation und Internet
    Scharnhorststr. 34-37
    10115 Berlin
    Postanschrift: 11019 Berlin
    V. i. S. d. P. Dr. Thomas Zielke
    Telefax: 01888-615-5208
    E-Mail: info@bmwa.bund.de
     
  • Bundesumweltministerium
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    11055 Berlin
    Telefon (01888) 305-0
    Telefax (01888) 305 20 44
    E-Mail des BMU: service@bmu.bund.de
     
  • Umweltbundesamt
    Postfach 33 00 22
    14191 Berlin
    Telefon: +49 (0)30 8903-0
    Telefax: +49 (0)30 8903-2285
    E-Mail: info@umweltbundesamt.de
     
  • Bundesverband
    Recycling-Baustoffe e.V.
    Kronenstr. 55-58
    10117 Berlin
    per Fax
     
  • Fachverband Wärmedämm-
    Verbundsysteme e.V.
    Fremersbergstraße 33
    76530 Baden-Baden
    per Fax

Ich ging davon aus, dass die Beantwortung bei solch einer geballten Kompetenz ein Kinderspiel sei:
Im folgenden ist der Stand der Antworten wiedergegeben.

 
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
BMVBW
11.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihr Schreiben vom 5. Oktober 2004. Das BMVBW kann die gewünschten Auskünfte - deren Inhalt und Umfang etwa dem eines gewichtigen Lehrbuchs gleichen müssten - nicht geben. Sie erhalten für einen konkreten Sachverhalt im Rahmen einer Baumaßnahme von den für Sie zuständigen Landesbehörden (für die Umwelt oder/und für die Bauaufsicht) Auskunft.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag B.T.
Referat Bürgerservice und Besucherdienst
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Bundesministerium für
Wirtschaft und Arbeit
BMWA
05.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihr Mail vom heutigen Tag, indem Sie 14 konkrete Fragen zum technischen Stand des Recyclings von WDVS an das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit stellen. Die von Ihnen gewünschten Informationen können umfassend nur von einem Experten auf dem Gebiet Recycling beantwortet werden. Ich habe deshalb mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) Kontakt aufgenommen und Ihre Mail an Herrn Schulz (Bundesvereinigung Baustoff-Recycling e.V) weitergeleitet. Herr Schulz wird zur Beantwortung Ihrer Fragen mit Ihnen Kontakt aufnehmen.
Mit freundlichen Grüßen
M.L.
Referat Bauwirtschaft
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Bundes-
umweltministerium
BMU
05.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich habe das Umweltbundesamt, das Sie ja ebenfalls angeschrieben haben, gebeten, Ihre Anfrage zu beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
A. F.
Referat WA II 3
Bundesumweltministerium
Umweltbundesamt
UBA
09.11.04 Telefonat: keine Kapazitäten wegen Stellenabbau, deshalb muss telf. Auskunft genügen, eigentlich müssten FV WDVS und BV RBS etwas dazu sagen können; Literaturtipp: 2 Bücher von Rentz u.a. zu selektivem Rückbau bzw. Verwertungskonzepten, die haben aber eher theoretischen Charakter, die Praxis bedeutet aus Geldgründen eher die Abrissbirne und therm. Verwertung, Tipp: Vollzugsbehörden gibt es auf Landesebene (Berlin: SenStadt)
Bundesverband
Recycling-Bau-
stoffe e.V.
BV RBS
09.10.04 Telefonat (Rückruf vom Geschäftsführer):
er hat die Fragen vom BMWA zur Beantwortung weiter geleitet bekommen, was die Fragen sollen, was ich mit den Antworten anfangen wolle, etwa publizieren, oder stehe vielleicht irgendein Auftraggeber dahinter
Fachverband Wärmedämm-
Verbundsysteme e.V.
FV WDVS
12.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Beantwortung aufgrund der doch sehr umfangreichen Detailfragen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Vielen Dank für Ihr Verständnis und freundliche Grüße aus Baden-Baden
Fachverband WDVS
W. S.
Stand: 09.11.04  

Zitate

1.)
 "Hinter der Fassade eines Wärmedämm-Verbundsystems stecken ungeahnte Möglichkeiten. Denn Sie sparen nicht nur Heizkosten, sondern gewinnen auch völlig neue Freiräume bei der Fassadengestaltung hinzu. Von der klassischen Stuckfassade bis hin zu futuristischer Architektur, mit dem WDV-System lässt sich immer eine ästhetisch ausdrucksstarke Lösung finden, die sich dann auch in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht sehen lassen kann."

2.)
"Die Produktion von Wärmedämm-Verbundsystemen entspricht dem Grundsatz der Nachhaltigkeit. Wärmedämm-Verbundsysteme haben eine ausgezeichnete Ökobilanz und entlasten die Umwelt nachweisbar. ... Eine ausführliche Darstellung der ökologischen Vorteile von Wärmedämm-Verbundsystemen können Sie in der „Technischen Systeminfo Nr.4, Ökobilanz" nachlesen."

Im Folgenden erfahren Sie mehr zum Thema "Ökobilanz", getreu dem Motto: ausrechnen lässt sie sich, auch eindrucksvoll darstellen - nur bitte nicht nach den Grundlagen fragen (abgesehen vom rechnerischen Nachweis der Minderung von CO2-Emisionen.


Zitat 1:
",Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag, ohne die Möglichkeiten nachfolgender Generationen zu schmälern."
Rio 1992, Kongress der int. Staatengemeinschaft

Zitat 2:
"In der Bundesrepublik Deutschland entfallen 36 % des gesamten Energieverbrauchs auf die Erzeugung von Raumwärme, bei den privaten Haushalten fast 80 %. Diese Zahlen machen dos Einsparpotenzial deutlich. Zur Bewältigung der Aufgaben werden intelligente Lösungen benötigt, die Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden." [Kommentar: das mit dem Bedarf an intelligenten Lösungen stimmt.]

Zitat 3:
"Ökobilanzen beschreiben gemäß der internationalen Norm DIN EN ISO I 4040 die Umweltauswirkungen eines Produktes über seinen gesamten Produkt-Lebenszyklus." [Kommentar: Und dazu gehören Entsorgung bzw. Recycling.]

Zitat 4:
"Innerhalb der Sachbilanz werden die Stoff- und Energieströme während des Produkt- und Lebenszyklus bestimmt und endproduktbezogen addiert.
Produkt-Lebenszyklus::
- Rohstoffgewinnung
- Produktion, Herstellungsprozess
- Verwendung, Nutzung
- Entsorgung"
[Kommentar: Dacht ich es mir doch, dass die Entsorgung dazu gehört. Aber: entsorgen ist nicht gleich recyclen.]]

Zitat 5:
"Potenziale bei Recycling und Verwertung
Eine vollständige Lebenszyklusanalyse schIießt die Betrachtung der Entsorgung des jeweiligen Produktes mit ein.
[Kommentar: und warum wird es dann nicht getan?] Bei langlebigen Gütern wie Gebäuden treten jedoch enorme Probleme im Hinblick auf die Datensicherheit auf. [Kommentar: Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen.] So erscheint es aus heutiger Sicht nahezu unmöglich zu analysieren, welche Recyclingmöglichkeiten für Baustoffe in 50-l00 Jahren bestehen werden. Deshalb wird an dieser Stelle lediglich auf Verwertungs-mögIichkeiten aus heutiger Sicht hingewiesen. [Kommentar: Auf diese Hinweise dürfen wir gespannt sein.]

Recycling bzw. Verwertung von Dämmstoffen:

Polystyrol-Dämmstoffe haben als reine Erdölprodukte einen hohen Brennwert. Die Verbrennung eines Kilogramms Polystyrol spart die Verbrennung von knapp einem Liter Rohöl ein. Somit kann der Einsatz anderer Brennstoffe verringert werden. [Kommentar: Also bedeutet Verwertung doch nur, dass das Zeug durch die Esse gejagt wird?]

Steinwolledämmstoffe können, solange keine nennenswerten Verunreinigungen [Kommentar: Keiner weiß, was das bedeutet, Antworten dazu gibt es nicht.] vorliegen, direkt wieder in den Produktionsprozess eingesetzt werden. Ein stoffliches Recycling und damit die Schonung von Ressourcen ist somit möglich. [Kommentar: möglich ja, aber auch praktiziert?]

Bei den übrigen Bestandteilen von WDV-Systemen handelt es sich in der Nachnutzungsphase um unkritischen Bauschutt, der dem Bauschuttrecycling zugeführt werden kann." [Kommentar: Es kann oder will eben nur niemand verraten, wie dieses Bauschuttrecycling aussieht.]

Zitat 6:
"Die vorliegende Studie konnte belegen, dass Wärmedämm-Verbundsysteme einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können." [Kommentar: was wird nachhaltig entwickelt: die Sanierungssysteme oder das Entsorgungsgeschäft?]

Quellenangabe: die Zitate stammen aus der Broschüre "Ökobilanz" herausgegeben vom Fachverband Wärmedämmstoffe. Sie könne  sich das Heftchen da kostenlos bestellen. Die [ Kommentare ] stammen von mir.

Um die Bedeutung der Fragen noch einmal herauszustellen: wir reden von über 600 Mio. m2.
Zum vorläufigen Abschluss noch eine simple Frage: wie kann man behaupten, dass "Wärmedämm-Verbundsysteme ... eine ausgezeichnete Ökobilanz (haben)", wenn diese simplen 14 Fragen nicht beantwortet werden können?
siehe auch: Wirksamkeit von WDVS (10.2004)

Am 10.12.2004 fragte ich noch einmal schriftlich an, bei jemandem, der es am besten wissen sollte:
dem Fachverband Wärmedämmverbundsysteme:

"... ich bat um Informationen zum Stand des Recyclings von Wärmedämmverbundsystemen. Das Bauen im Bestand nimmt an Bedeutung zu und gerade hinsichtlich des Umweltschutzes spielen Fragen des Recyclings eine wichtige Rolle, so dass dieses Thema als von allgemeinem volkswirtschaftlichen und umweltpolitischen Interesse zu betrachten ist. Hierzu habe ich einige Fragen, die noch unbeantwortet sind: ...

Dies zur Erinnerung. Dass es sich um recht umfangreiche Detailfragen handelt, kann ich nicht bestätigen, zumal es sich bei vielen um relativ simple Ja/Nein-Antworten handelt. Insofern halte ich 2 Monate Bearbeitungszeit für äußerst großzügig angesetzt. Es wäre höchst bedauerlich, wenn Sie mir die Fragen nicht beantworten können. Dann nämlich stellte sich die Frage, wie Sie in der Lage sind, den WDVS eine „ausgezeichnete“ Ökobilanz zu bescheinigen.

Im Übrigen darf ich darauf verweisen, dass Sie anlässlich des IBP-Symposiums am 30.11. angeboten haben, jede Frage binnen 48 Stunden zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen"

Man vermutet richtig: ein paar mal 48 Stunden vergingen - und keine Antwort kam. Fazit; weder Regierung noch Industrie können diese simplen Fragen beantworten, dennoch fühlt man sich berufen zu behaupten, "Wärme-dämm- Verbundsysteme haben eine ausgezeichnete Ökobilanz und entlasten die Umwelt nachweisbar."

Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf.
Und freuen Sie sich auf die nächste Sanierung,
denn die bezahlen Sie.

15.12.2004 DIMaGB

Ergänzung vom zum Stichwort "Recycling"

Recycling von Steinwolle
Produktionsabfall und Baustellenverschnitt werden recycelt
• Zermahlen und Pressen (Briketts)
• Rücknahme an drei Standorten
• Rücknahme ist kostenpflichtig
• Rücknahme von Verpackung kostenfrei

Quelle:
Betriebsbesichtigung einmal anders
von Tobias Wienzek und Ulrich Schulz
am 16. Juni 2004 (Rockwool Referat)

Kommentar DIMaGB: prinzipiell ist also ein Recycling von Steinwolle möglich, man beachte aber bitte, dass es sich um den Baustoff pur handelt, das heißt ohne Kaschierung, Armierung, Mörtelung, Putz. Es muss also nur (ausgebaut und) eingesammelt werden, ohne trennen zu müssen, was bei einem WDVS nicht geht. Immerhin ist es interessant festzustellen, dass mit Stand Juni 2004 eine kostenpflichtige Rücknahme an drei (!) Standorten möglich ist. Und bei WDVS? Da gibt es kein Recycling. 26.04.2005


Recycling: Theorie und Träume

Bsp. 1 aus 1997

Geltungsbereich
Die Arbeitshilfen gelten für Neubau-, Umbau- und Rückbaumaßnahmen auf Liegenschaften
des Bundes sowie für die Verwendung/Verwertung und Beseitigung gebrauchter Baustoffe
bei Bundesbaumaßnahmen gemäß RBBau durch die Finanzbauverwaltung der Länder und die
Bundesbaudirektion.

Grundsatz
Dem Anwender der "Arbeitshilfen Recycling" werden in einer komprimierten und
übersichtlichen Erläuterung die Grundgedanken des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes,
der Produktverantwortung, Basiszahlen des Abfallaufkommens, Strategien der
Abfallvermeidung und der Verantwortung des Bundes bei seinen Maßnahmen dargestellt.

Ziele
Als Ziel der Arbeitshilfen wurde festgelegt, daß die bei Planung und Ausführung notwendigen
Maßnahmen für einen umweltverträglichen Umgang mit Bauabfällen zu beschreiben und die
Grundsätze für Stoffströme im Hinblick auf Vermeidung, Wiederverwendung, Verwertung
und Beseitigung festzulegen sind.
Das Kaskadenmodell Vermeidung vor Verwertung vor Beseitigung wird am Beispiel der
Bauabfälle erläutert.

Kapitel 4: Rechtliche Grundlagen
Ausgewählte Rechtsgrundlagen
Haushaltsrecht
Die Verpflichtung des § 7 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) zur Wirtschaftlichkeit und
Sparsamkeit ist gemäß den Arbeitshilfen auch auf Recyclingmaßnahmen anzuwenden.

Kapitel 5: Neubau
Planung zur Abfallvermeidung und -reduzierung
In diesem Kapitel werden die Möglichkeiten des Einsatzes von Recyclingbaustoffen zur
Abfallvermeidung und der am Planungsprozeß Beteiligten erläutert.

Anhang 4: Verzeichnis von Verbänden
Da es in den Arbeitshilfen nicht möglich ist, das Verzeichnis fachkundiger Verbände aktuell
zu halten, wird auf die jährlich im Bundesanzeiger erscheinende "Bekanntmachung der
öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern" hingewiesen.

aus: "Arbeitshilfen Recycling" vom
Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen
Referat BS 33
hrsg. vom Staatshochbauamt Hannover II
Oktober 1997

Hier noch einige Infos dazu:

Die "Arbeitshilfen Recycling" des BMBau
Handlungsanweisung für den sicheren Umgang mit der neuen gesetzlichen Regelung

1. Einleitung

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Juni 1992 in Rio de Janeiro wurde ein Prozeß in Gang gesetzt, der darauf abzielt, von der Ebene der internationalen Politik über die nationalen Regierungen bis hin zu den Kommunen eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich damals auf das Leitbild einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung verständigt. Die mit dem Leitbild verbundene grundlegende Zielsetzung, die in der Agenda 21 niedergelegt ist, nämlich gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, wirtschaftlichen Wohlstand zu ermöglichen und für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, bedingt in den Unterzeichnerstaaten Änderungen in sämtlichen Politikbereichen. Letztlich ist es erforderlich, die Defizite bisheriger Politik zu überwinden und flexible und diskursive Strukturen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu schaffen, um eine integrative Politik einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung gestalten zu können.
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung dient die Agenda 21 als Leitlinie für erfolgreiche und ökologische Innovationen. Es ist zu verzeichnen, daß in der Umsetzung der Agenda 21 die Ressourcen- und Energieeffizienz des Wirtschaftens in Deutschland deutlich verbessert werden konnte.

Während EU-weit die erzeugten Abfallmengen weiterhin zunehmen ist das Abfallaufkommen in Deutschland im Zeitraum 1990 bis 1993 um 10 % zurückgegangen. Die Verwertungsquote erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 25%. Dies ist ein sichtbarer Erfolg des abfallpolitischen Konzepts der Bundesregierung, die Verantwortung des Produzenten auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts auszudehnen.

Ca. 70 % der Stoffströme in Deutschland sind dem Bauen zugeordnet. Ströme sind zu analysieren und zu reduzieren. Management von Stoffströmen im Bereich Bauen und Wohnen ist auch Inhalt der Beratungen der Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt".


2. Abschnitt K 14 (Umweltschutz) der RBBau

Im für Bundesbaumaßnahmen verpflichtendem Abschnitt K 14 (Umweltschutz) der RBBau wird festgelegt, daß Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, Belastungen zu vermeiden, eingetretene Schäden zu beheben oder auszugleichen sind und auf sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energien zu achten ist.

U.a. wird mit dem K 14 für die Baumaßnahmen vorgegeben, daß Baureststoffe möglichst schadstoffrei weiter- bzw. wiederzuverwenden sind, daß Schadstoffe zu entsorgen sind und daß nach der Beseitigung bestehender baulicher Anlagen das Gelände, soweit möglich, wieder naturnah zu gestalten ist.

3. Umwelt- und abfallrechtliche Regelungen

Neben den Zielvorgaben der RBBau, Abschnitt K 14 sind bei Baumaßnahmen des Bundes die geltenden Umwelt- und Abfallrechtlichen Gesetze und Regelungen zu beachten. Dies sind insbesondere das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG), die Technische Anleitung Siedlungsabfälle (TASi), die Landesabfallgesetze sowie die jeweiligen Ortssatzungen.

4. Arbeitshilfen Recycling

Durch das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG) vom 27. September 1994 ist die Entsorgung von Abfällen vom Bundesgesetzgeber neu geordnet worden. Dies gilt auch für die Entsorgung gebrauchter Baustoffe bei Bundesbaumaßnahmen.

Um dem KrW-/AbfG mit seinen untergesetzlichen Verordnungen bei Baumaßnahmen des Bundes zu entsprechen und bei den Mitarbeitern der Bauverwaltung ein sicheres Bau- und Verwaltungshandeln zu gewährleisten, entschloß sich das Bundesbauministerium in einem interministeriellen Arbeitskreis mit Vertretern des Bundesverteidigungsministeriums, des Bundesumweltministeriums und unter Leitung des Bundesbauministeriums "Arbeitshilfen Recycling" für die Bundesbauverwaltung zu erarbeiten. Dem Arbeitskreis gehörten neben Vertretern der Ministerien, Vertreter aus der Bauverwaltung, von Hochschulen (Uni Dortmund und Bergische Universität Wuppertal), von Verbänden (Bundesvereinigung Recycling Bau e.V. BRB und dem Verband der Abbruchunternehmer) und Ingenieurbüros an.

Die "Arbeitshilfen Recycling" sind für die Bearbeiter von Bundesbaumaßnahmen erstellt worden. Durch die Verwendung der Terminologie der RBBau als auch der allgemeinverbindlichen HOAI-Schreibweise sind die Arbeitshilfen auf alle Baumaßnahmen mit Abfallerzeugung gleichermaßen anwendbar.

Kommentar DIMaGB:
Was die Fachkunde von Fachverbänden betrifft, darf ich auf die höchst aufschlussreiche Antwort des Geschäftsführers des zitierten Fachverbandes Recycling verweisen (siehe oben). Ansonsten bleibe
festzustellen: seit 1997 hat man nichts dazu gelernt.

* * *

Bsp. 2 aus 2005:

Stolpe: Bund unterstützt Technologietransfer in Ostdeutschland
Internationale Tagung der Licensing Executives Society (LES) in München

"In vielen Bereichen des Technologietransfers ist Ostdeutschland dank seiner spezifischen Erfahrungen ein erfolgreicher und beispielhafter Vorreiter." Das sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesminister Dr. Manfred Stolpe am Dienstag auf der internationalen Tagung der Licensing Executives Society (LES) in München.

Die LES, eine weltweite agierende Organisation, deren Mitglieder sich mit Fragen der Lizensierung von geistigem Eigentum sowie dessen Transfer und Management beschäftigen, hält in diesem Jahr ihre Jahrestagung in München ab. Ziel der LES ist es, erfolgreichen Technologietransfer bei gleichzeitigem Schutz geistigen Eigentums zu befördern.

Durch die Förderprogramme der Bundesregierung sei es in den neuen Ländern gelungen, innovative, zumeist mittelständische Firmen und exzellente Forschungseinrichtungen miteinander zu vernetzen und in diesem Rahmen die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung für die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu nutzen, so der Bundesminister.

Stolpe hob die besonderen Erfahrungen bei der Sanierung industrieller Altlasten, beispielsweise in der Chemieindustrie, dem Braunkohle- und Uranerzbergbau sowie bei der Demontage von Anlagen der Kernenergie hervor. Wie in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern), wo die Energiewerke Nord bei der Demontage des dortigen Kernkraftwerkes Technologien entwickelt haben, die inzwischen bei der Entsorgung der Reaktoren ausgemusterter russischer Atom-U-Boote zum Einsatz gelangen, gebe es in Ostdeutschland auch an anderen Orten die Möglichkeit, technisches Know-How beim Recycling von Industrieanlagen und -flächen zu exportieren.

Pressemitteilung BMVBW, 14. Juni 2005, Nr.: 194/2005

Kommentar DIMaGB:
leider besteht das Know-How beim Recycling von WDVS darin, dass man dazu nichts zu sagen hat.
Auch hier bleibe festzustellen: seit 1997 hat man nichts dazu gelernt.


Daniela Bunte, Peter Göricke und Hermann-Josef Wagner

Theorie und Praxis beim Heizwärmebedarf von Neubauten
 - das Beispiel einer Reihenhauszeile

Für Häuser, die nach der gültigen Wärmeschutzverordnung (WSVO '95) errichtet werden, wird im Vorfeld ein Jahres-Heizwärmebedarf errechnet, der, ausgeführt als Wärmeschutznachweis, Bestandteil der Baugenehmigung ist. Bezogen auf die Nutzfläche sind je nach Gebäudegeometrie (A/V-Verhältnis) vorgegebene Höchstwerte zwischen 54 und 100kWh/(m2a) zulässig. Die spätere Einhaltung der Werte wird, ebenso wie die bautechnische Ausführung der Wärmeschutzmaßnahmen, nicht überprüft. Eine näherungsweise Ermittlung des tatsächlichen Heizwärmeverbrauchs über den Brennstoffbedarf bleibt dem interessierten Bewohner vorbehalten.
Im nachfolgend beschriebenen Hausobjekt einer Essener Wohnungsbaugesellschaft haben die beteiligten Firmen von vorn herein für Meßwertaufnahmen gesorgt.
Der frühzeitig festgestellte, unerwartet hohe Heizwärmebedarf der Häuser gab den Anlaß, die Abweichungen zwischen vorausberechnetem und gemessenem Verbrauch genauer zu untersuchen. Die analysierten Ursachen und damit verbundenen Grenzen von Berechnungsverfahren sind im folgenden Beitrag dargestellt.

Quelle:
Inhaltsverzeichnis 3/1998 gi - Gesundheitsingenieur
Haustechnik - Bauphysik - Umwelttechnik
122. Jahrgang 1998. ISSN 0932-6200

Kommentar DIMaGB:
Daran, dass die spätere Einhaltung der Werte nicht überprüft wird, hat sich auch 7 Jahre später nichts geändert. Warum auch? Die Überprüfung der bautechnischen Ausführung indes sollte Bestandteil der Bauüberwachung sein (LPh 8 nach HOAI). Ansonsten hat sich einmal der Fachverband Wärmedämmverbundsysteme damit befasst: 99% sind mangelfrei. Sicher ein verblüffendes Ergebnis, aber wer wagt es, es anzuzweifeln?


betreff: Wärmedämmung bei Altbauten
Von: k.
Gesendet: Freitag, 2. September 2005 14:58

Sehr geehrter Herr Bumann,
im Zuge meiner Recherche über Wärmedämmsysteme für Altbauten im Internet bin ich jetzt schon häufiger über Ihre Seiten "gestolpert" und habe Sie mit Interesse gelesen. Meine Frage ist nun, ob Sie die nachträgliche Dämmung mit Styroppor verdammen oder generell die nachträgliche Dämmung. Ich habe ein Altbau Jg. 1959 mit einem 2 schaligen Mauerwerk mit Hohlschicht. Ich beabsichtige, die Hohlschicht mit einem Dämmmaterial (Einblasdämmsystem Rockwool o.ä.) zu verfüllen, da ich schon in den kühleren Jahreszeiten bemerkt habe, dass die Wand sich ziemlich kühl anfühlt und ein unangenehmes Wohnklima verbreitet. Wie stehen Sie zu diesem Dämmsystem. Das die Styropordämmung nichts bringt, habe ich an einer anderen Stelle an unserem Haus bemerkt. Dort wurde eine entsprechende Dämmung von unserem Vorbesitzer angebracht und die Wände sind ähnlich kühl, wie im ungedämmten Teil. Für eine kurze Nachricht von Ihnen wäre ich dankbar.

Mit freundlichem Gruss, K.K.

* * *

Sehr geehrter Herr K.,

grundsätzlich verdamme ich nur unsinnige Maßnahmen am Bau, die den Bauherrn einen Haufen Geld kosten und wenig nützen. Styropor-WDVS gehören leider oft dazu.

Unterscheiden müssen wir zwischen Mauerwerk und Beton (Stichwort: Platte). Bei Mauerwerk ist es völlig falsch, weil man von innen nach außen dichter baut. Bei Beton ist es unbedenklicher, weil da die Sorptionsprozesse nicht so sind wie bei Mauerwerk.

Das ist bislang reine Bauphysik und hat nichts mit Wirtschaftlichkeit zu tun. Wer sich für dieses Thema interessiert, kommt an meiner Wirtschaftlichkeitsseite nicht vorbei. Dort sind reichlich Erläuterungen und abschreckende Beispiele  aufgeführt.

Zu dem von Ihnen angesprochen Praxistest mit Styropor: nur auf dem Blatt Papier eines formelverliebten Technokraten bewirkt Wärmedämmung auf 2-schaligen Konstruktionen etwas, leider auch nach DIN, aber das macht nichts: die Praxis zeigt wieder mal, was wirklich los ist. Zum Glück lässt sich die Praxis weder von Trittin noch dena noch DIN usw. beeindrucken.

Die von Ihnen angesprochene Kerndämmung ist eine Möglich- keit, etwas zu bewirken. Wissen Sie schon, was der Spaß kostet? Wissen Sie auch, was es Ihnen nützt, ich meine garantiert und nicht wischi-waschi-unverbindlich?

Es gibt noch eine Variante, die können Sie selber umsetzen und die dürfte an Wirtschaftlichkeit nicht zu übertreffen sein: eine Innenbeschichtung mit TS Interieur. Das Ergebnis schlägt sich schon nach der kommenden Heizperiode nieder und spüren werden Sie bereits nach wenigen Wochen etwas.

Ich kenne die neuesten Messergebnisse (Dt. Welle, Bonn, Büro- räume, 01.+02.09.2005 gemessen), die strafen jeden Ignoranten Lügen: mit 2 kW in 0,5 h die Wandoberflächentemp. um +3,5 °C angehoben (!). Somit bewiesen: im Sommer kühl. Im Winter warm.

Mit freundlichen Grüßen
M. Bumann


Bewertung von Neubau-Wandkonstruktionen
unter ökologischen, ökonomischen und technischen Gesichtspunkten

Im AMz-Bericht 9/2005 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V. wird die vg. Studie vorgestellt. Die Bewertung verschiedener massiver Neubau-Wandkonstruktionen durch das Institut für Bauforschung e.V., Hannover (Pfeiffer, M., Fanslau, D., Zedler, J.: Bewertung von Neubau-Wandkonstruktionen Abschlussbericht Gutachten G-633 – 35202, Institut für Bauforschung, Hannover, 2005) schreibt eine seit über 10 Jahren vorliegende Studie von Menkhoff und Gerken (Menkhoff, H., Gerken, D.: Bewertung der relevanten Auswahlkriterien für Wandbaustoffe, Forschungsbericht, Institut für Bauforschung, Hannover, 1994) fort und bestätigt die hohe Qualität von Ziegelwandkonstruktionen.

Differenziert wird einerseits nach Einfamilienhäusern (EFH, RH, DHH) und Mehrgeschosswohnungsbau (MGW), andererseits zwischen einschaligen, mehrschaligen und zusatzgedämmten Neubau-Wandkonstruktionen. Anhand bautechnischer, ökonomischer und ökologischer Aspekte wurden Bewertungskriterien aufgestellt. Die Aufstellung von Übersichten, Checklisten und Diagrammen macht die Aussagen nachvollziehbar.

Sehr viel größer als im Bereich der Bautechnik schwankt die Bandbreite der ökonomischen Klassifizierung, wo zwischen 80 und 320 Bewertungspunkte vergeben wurden. Grundlage für diese Bewertung sind die Aspekte der Herstellung und Ausführungssicherheit, der Dauerhaftigkeit der gesamten Wandkonstruktion sowie die Investitionskosten und der sich über die in dieser Studie festgelegte Betrachtungsdauer (Lebensdauer) von 80 Jahren ergebende Kapitalwert.

Im Bewertungskriterium Bautechnik liegt die Bandbreite der vergebenen Punkte zwischen 210 und 290. Im Bewertungskriterium Ökologie liegt die Bandbreite der vergebenen Punkte zwischen 100 und 340.

Im Mittel liegen die erreichten Bewertungspunkte für Wände mit WDVS 20 % niedriger als bei den monolithischen Außenwänden, was im Wesentlichen aus den ungünstigeren ökologischen Kriterien aus dem Erneuerungszyklus eines WDVS resultiert.

Ökonomisch unvorteilhafte Rahmenbedingungen, bedingt durch den Wartungsaufwand der Fassaden, kommen hinzu. Hierzu zählen z. B. Reinigung und Pflege der WDVS-Fassade im Jahr 10, 30, 50 und 70 nach der Erstellung und Instandsetzung des WDVS in den Jahren 20, 40 und 60.

 


Bildausschnitt aus Bild 1: Übersicht der untersuchten monolithischen Außenwandaufbauten, getrennt
nach Einfamilien-und Geschosswohnhäusern. Die senkrechte rote Linie stellt die Mittelwerte der
erreichten Gesamtpunktzahl von ca. 850 Punkten dar. (Quelle: IFB, G-633, 2005)

 



Bildausschnitt Bild 2: Übersicht der untersuchten Außenwandaufbauten mit WDVS, getrennt nach Einfamilienund Geschosswohnhäusern. Die senkrechte rote Linie stellt die Mittelwerte der erreichten Gesamt-
punktzahl von ca. 650 Punkten dar. (Quelle: IFB, G-633, 2005)

 
Literaturtipp: Der vollständige Forschungsbericht kann digital im PDF-Format bei den Produktgruppen der Ziegelindustrie bezogen werden. Er dient damit Planern und Bauherren als eine Entscheidungshilfe für die Auswahl von Neubau-Wandkonstruktionen unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen und ökologischen Kriterien.

Linktipp:
AMz-Bericht 9/2005 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel (derzeit 20.08.2005 noch nicht online)

Und hier das Kontrastprogramm, geliefert vom FV WDV:
demnach weisen
- nur 2% der WDVS mechanische Mängel auf und
nur 1% ist von Algen befallen !
Potzblitz! Hier der Link für Märchenfreunde:
Marktstudie Wärmedämmverbundsysteme 2002

Für Neunmalkluge: wenngleich sich die Studie auf Neubauten bezieht, sollte doch unstrittig sein, dass jeder Neubau irgendwann einmal älter wird. Und ob man ein unwirtschaftliches und wenig ökologisches System
an eine alte oder an eine neue Mauerwerkswand klebt, dürfte auch egal sein.

DIMaGB.de, 20.08.2005


AMz-Bericht 5/98:
Alterungsverhalten und Bauphysik
von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)
(Auszug)

Einleitung

"Die ersten WDVS im Bausektor wurden zu Beginn der 60er-Jahre ausgeführt. Ihr großflächiger Einsatz begann mit der Ölkrise in den Jahren 1973/1974. Zu dieser Zeit wurden Styropor-Hartschaumplatten mit Dämmstärken zwischen 20 und 50 mm eingesetzt. Die Dämmstoffplatten wurden auf dem Untergrund verklebt und mit Kunstharzputzen wettergeschützt.

Von diesem WDVS aus den Anfangsjahren waren schon nach im Schnitt 3 Jahren Standzeit nur zwei Drittel aller Systeme ohne jegliche Mängel [1]. Nach im Mittel 8 weiteren Jahren wurden die zuvor begutachteten Systeme im Jahr 1983 ein weiteres Mal untersucht [2]. Es stellte sich heraus, dass nach einer durchschnittlichen Standzeit von 11 Jahren noch 49 % der untersuchten Systeme gänzlich ohne Mängel waren. Eine neuere Untersuchung aus den Jahren 1994/1995 in der 21 Gebäude mit WDVS untersucht wurden [3], lag das Durchschnittsalter der Systeme bei 22 Jahren. Hierzu zeigte sich, dass lediglich 22 % ohne Mängel, 28 % mit geringen Mängel und 50 % aller Systeme mit größeren Mängel behaftet waren.

Die Auswertung weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zeigt Tendenzen, die hinsichtlich der Mängelhäufigkeit zwischen den zuvor genannten Ergebnissen [3, 4, 5, 6, 7] liegen und auf eine entsprechende Reparaturanfälligkeit schließen lassen. Eine Übersicht hierzu gibt Tabelle 1. Die ausführlichen Ergebnisse sind in der Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff nachzulesen, die die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel beauftragt hat."

Anmerkung


Renovierungszyklen

"Außenwände mit WDVS unterliegen während ihrer Lebensdauer bestimmten Renovierungszyklen. Diese werden nach [8] wie folgt angegeben:

• Mineralische Außen-/Oberputze müssen zwischen dem 15. und 50. Jahr erneuert bzw. überarbeitet werden. Der Mittelwert liegt bei 35 Jahren. Da insbesondere diese Art von Putzen unter Umständen mit einem Anstrich versehen werden, müssen auch hierfür Renovierungszyklen eingeplant werden. Diese werden mit 5 bis 20 Jahren bei einem Mittelwert von 10 Jahren angegeben. Kunstharzputze auf Mauerwerk oder auf WDVS weisen deutlich kürzere Lebensdauern auf. Diese liegen zwischen 10 und 25 Jahren bzw. bei einem Mittelwert von etwa 18 Jahren.

• Selbst wenn neue entwickelte Kunstharzputze eine gegenüber den zuvor genannten Zahlen deutlich längere Lebensdauer aufweisen, wird häufig eine zumindest optische Renovierung notwendig, da schon nach kurzer Zeit die Putzoberflächen der kunststoffmodifizierten Oberputze an nord- und ostorientierten Fassaden zur Veralgung und Grünbildung neigen. Dies kann auch eine Ausrüstung der Systeme mit Fungiziden nicht dauerhaft ausschließen.

• Zum Renovierungszyklus der Wärmedämmschichten liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Aus den o. g. Gutachten ist nur bekannt, dass beschädigte oder abgelöste Dämmplatten nachträglich ausgetauscht werden mussten. Diese haben allerdings ihre Lebensdauer noch lange nicht erreicht und hätten, wäre das System schadensfrei geblieben, ihre Funktion weiterhin erfüllt."

Typische Schadensbilder

"Am häufigsten vertreten sind Putzrisse insbesondere an Bauteilanschlüssen wie am Fenster, Brüstungen, Rollladenkästen etc. Diese Risse stellen sich schon sehr frühzeitig nach Fertigstellung des WDVS ein, werden aber in der Anfangsphase häufig nicht wahrgenommen. Erst mit der Zeit bilden sich in den Rissen durch den Eintrag von Schmutzwasser dunkle Verfärbungen, die dann den eigentlichen Riss erst sichtbar machen. Vor allem an Südfassaden aber auch an Westseiten sind diese Schäden vorzufinden. Ursache hierfür sind die starken Temperaturänderungen durch die Sonneneinstrahlung. Von kleinen Rissen kann kaum eine Gefährdung der Systemdauerhaftigkeit ausgehen, größere ermöglichen insbesondere in Westlagen ein Eindringen von Regenwasser und somit eine Funktionsbeeinträchtigung des gesamten Systems.

Neben den Risseschäden sind im Erdgeschossbereich häufig Oberflächenbeschädigungen durch mechanische Beanspruchung festzustellen. Insbesondere in Geschossbauten mit direkt an der Fassade verlaufenden Verkehrsflächen sind diese zu beobachten (Abstellen von Fahrrädern, PKW-Anstoß, Einkaufswagen, etc.). Sie lassen sich auch trotz Einlage von sog. Panzergeweben nicht gänzlich ausschließen.

Systembedingte Schwachpunkte, die immer wieder zu beobachten sind und unabhängig vom verwendeten Dämm-Material auftreten sind sich abzeichnende Dämmplatten, Putzrisse über Dämmplattenfugen, Putzaufwölbungen und Farbaufwölbungen. ..."

Arbeitsaufwand und Kosten der Mängelbeseitigung

"Die bislang bekannten Untersuchungen lassen keine gesicherten Rückschlüsse auf den Arbeitsaufwand und die zu erwartenden Renovierungskosten zu. Man kann allerdings davon ausgehen, dass eine partielle Mängel-beseitigung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Aus optischen Gründen wird man immer die gesamte Fassadenfläche oder zumindest große Abschnitte überarbeiten müssen. Das führt dazu, dass neben der Ausbesserung schadhafter Stellen eines WDVS zumindest eine Fassadenreinigung und ein anschließender Neuanstrich notwendig werden.

Darüber hinaus wird aus einigen Gutachten ablesbar, dass schon wenige Jahre nach Instandsetzungs-maßnahmen ähnliche oder gleiche Mängel erneut auftreten. Dies lässt den Schluss zu, dass bestimmte WDVS mit systemimmanenten Fehlern behaftet sein können und deren Dauerhaftigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit derartiger Systeme stark sinkt."

Zum Feuchteschutz wird festgestellt:

"Systeme mit Außenputzen auf Kunstharzbasis weisen recht hohe wasserdampf-diffusionsäquivalente Luftschichtdicken (SD-Werte) auf.
...
Bei ungünstiger Schichtenfolge kann es zu einem nicht unerheblichen Tauwasserausfall in der Dämmschicht kommen (s. Grafik)."

Anmerkung
zur Datentabelle der Auswertung:
Grafische Darstellung der Werte der Untersuchung
dazu im Vergleich die Daten des FV WDV
(siehe weiter oben: Kontrastprogramm)



Wem soll man nun glauben?
Der Studie des Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff im Auftrage der AMz oder
der des
Instituts für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing (= FV WDV)?
Ich glaube
der Studie des Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff.
Infos ier.

DIMaGB, 20.08.2005


Sanierung eines Altbaus :
Welchen Schallschutz kann der Erwerber verlangen?

Der Bauträger haftet auch dann, wenn die Holzbalkendecke der von ihm sanierten Altbauwohnung zwar den Anforderungen, die die Baubehörde an den Schallschutz stellt, genügt, nicht aber den Mindestanforderungen der  DIN 4109 zum Zeitpunkt der Sanierung. Quelle : IBR, Ausgabe 05/2003

Quelle: bbg news Juni/Juli 2003
Die BBG News können Sie hier bestellen: www.bbg-direkt.de.


Holzbalkendecken sanieren

Anwendung Spannweite   System
Sanierung, Ertüchtigung,
Neubau als Einfeldträger
bis 6 m   www.timco.at
www.sfs.ch
www.hbv-systeme.de
Sanierung, Ertüchtigung,
Neubau als Durchlaufträger,
gebogene Träger usw.
6 bis 15 m   www.hbv-systeme.de



Alt und neu im Vergleich

Dazu ein Zitat von Fachleuten:

"Besondere bauliche Schutzmaßnahmen

Die Innenräume guter alter Gebäude mit dicken Wänden und schweren Decken haben, falls sie gut belichtet und belüftet sind, zumeist ohne weiteres drei schätzenswerte Eigenschaften: Sie sind trocken, sie sind im Winter warm, im Sommer kühl, und sie sind lärmdicht.

Neuzeitliche Gebäude benötigen zwar infolge der genaueren Bemessungsverfahren einer hochentwickelten Baustatik und Baustoffkunde erheblich geringere Mengen von Baustoffen für tragende Bauteile, wie Wände und Decken. Dafür müssen jedoch erhöhte Aufwendungen für sorgfältige Maßnahmen, die dem Schutz vor Feuchtigkeit, vor Wärmeverlusten und vor Lärm dienen, gemacht werden, wenn der Wohnwert nicht herabgemindert werden soll.

Der Ton möge hierbei, wie in der gesamten Baukonstruktion, besonders auf dem Worte sorgfältig liegen. Je genauer gerechnet, je feiner in Rechnung und Zeichnung bemessen wird, um so genauer muß auch die Arbeit auf den Baustellen ausgeführt werden! Das einen bis zwei Daumen dicke "Zimmermannshaar" als traditionelle Maßtoleranz ist nicht mehr brauchbar."
Zitat Ende

Quelle:
Frick, Knöll, Neumann: Baukonstruktionslehre Teil 1,
B.G. Teubner Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 1963, S. 195

Kommentar DIMaGB: überflüssig.

Linktipp: Bauwerksabdichtungen, historisches


PE-Trittschalldämmung mit 21 dB

Dow informiert im November 2004 über eine 5 mm dünne Ethafoam SD Trittschalldämmung aus PE-Schaum. Damit sind niedrige Fußbodenaufbauten möglich.
bewertete Trittschalldämmung nach DIN ISO 717 T.2: DLW = 21 dB
Rechenwert der Trittschalldämmung nach Zulassung:  DLW,R = 17 dB
Ethafoam ist dauerhaft feuchtigkeitsunempfindlich auch in Nassbereichen


Das Heizenergie-Einspar-Quiz

Worum geht es? Sie vermuten richtig: es geht um die Einsparung an Heizenergie mithilfe von WDVS (Wärme- Dämm - Verbund - Systemen, Vollwärmeschutz, Fassadendämmung, Außenwandisolierung ... was vergessen?). Was gibt es zu gewinnen? Da muss ich Sie leider enttäuschen: da die Leistungsversprechen von bestimmten Unternehmen bzw. Verbänden abgegeben wurden, müssen Sie sich an diese halten.

So viel sei schon jetzt verraten: Sie sparen jede Menge. Wie viel genau? Na, darum geht es doch in dem Quiz.
Um Ihnen das Erraten leicht zu machen, führen Links zu möglichen Fundstellen für die Antworten.

Mit einem WDVS spart man ein:

Lösung A: statistisch irrelevant wenig (Statistiken) mehr
Lösung B: 21 % Heizenergie (ZDF WISO) mehr
Lösung:C: 35 % Heizenergie (baumit Bayosan) mehr
Lösung D: 43 % Heizenergie (Caparol) mehr
Lösung E: 50 % Heizenergie (Caparol) mehr
Lösung F: - 60% Heizenergie (FV WDV) mehr
Lösung G: - 60% Heizenergie (Sto AG) mehr
Lösung H: ~ 66 % Heizenergie (FV WDV) mehr
Lösung I: - 70% Heizenergie (FV WDV) mehr
Lösung J: 75 % Heizenergieverluste aller Außenwände (Hess. Umweltmin.) mehr
Lösung K: 50-80 % Heizenergie (Caparol) mehr
Lösung L: 35 Mrd. l Heizöl p.a. (Sto AG) mehr
Lösung M: 218 Mrd. l Heizöl p.a. (FV WDV) mehr
Lösung N: mehr als verbraucht wird (FV WDV) mehr

Viel Spaß beim Raten und Lösen wünscht Ihnen
DIMaGB, 11.10.2005

PS: fordern Sie die Gewinne bei den zitierten Quellen ein
hier Hier gelangen Sie zur Kontaktseite mit Adresse und E-Mail. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit. werden Sie nur Ihre Meinung los.


Fungizide gegen Algen an Fassaden

Nun kann man meinen, dass außen nicht innen ist - aber Gift bleibt Gift. Zudem wird das Zeug ausgewaschen und es gelangt somit auf den Rasen, die Beete, in den Erdboden. Somit ist die fungizide Wirkung temporär, es entstehen also ständig Folgekosten - zudem muss man sich als Eltern überlegen, wie man die Kinder von den kontaminierten Bereichen fern hält.

. ... mehr dazu hier

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