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Das Ziel der EnEV besteht in der Reduzierung des Jahres-Primärenergiebedarfs QP = (Qh + QW) x eP
QP =
Jahres-Primärenergiebedarf Durch eine Dämmmaßnahme wird im Wesentlichen nur der Jahres-Heizwärmebedarf Qh beeinflusst. Der setzt sich zusammen aus dem spezifischen Transmissionswärmeverlust HT, dem spezifischen Lüftungswärmeverlust sowie den solaren und internen Gewinnen. Durch eine Dämmmaßnahme wird nur der spezifische Transmissionswärmeverlust beeinflusst, allerdings nur der Anteil aus der Wandfläche. Das leuchtet jedem ein: mit einer Wärmedämmung verändert man nur den U-Wert der Außenwand, die U-Werte von Sohle, Dach und Fenstern bleiben davon unberührt. Also ist lediglich UAW (bezogen auf die bekannte Fläche AAW ) in der Formel für den spezifischen Transmissionswärmeverlust als die einzige veränderte Größe anzusehen. Bei linearer Umrechnung sei der Logik gefolgt: wenn ich den U-Wert durch ein WDVS verbessere, verringere ich proportional den Energieverlust aus Transmission durch die Außenwand. Beispiel: man verringert den U-Wert der Außenwand um 50% - dann verringern sich die Transmissionswärmeverluste durch die Außenwand um 50%. Das ist über den Daumen gerechnet, weil in der U-Wert-Formel der innere und der äußere Übergangswiderstand mit gerechnet werden und weil in der Formel für HT einen Anteil von 0,05 A beinhaltet. Aber das können wir getrost vernachlässigen. Denn andere rechnen noch viel großzügiger, wie uns das folgende Beispiel zeigt. Zitat: „Wenn die Fassade eines älteren Gebäudes einen neuen Anstrich nötig hat, dann empfiehlt sich die Renovierung inklusive Wärmedämm-Verbundsystem. … Ein Einfamilienhaus aus den 60er Jahren mit etwa 150 m2 Wohnfläche benötigt jährlich 3.400 m3 (bzw. 34.000 kWh) Gas. Zieht man davon den Warmwasserverbrauch von etwa 4.000 kWh (4 Personen à 1.000 kWh) ab, bleiben 30.000 kWh für die Beheizung übrig. … Der Heizenergieverbrauch kann langfristig von heute 30.000 auf 10.000 kWh pro Jahr (-66%) gesenkt werden.“ Quelle: Internetseite des Fachverbandes WDVS (Link) – eine Kopie liegt beim Autor. Fragestellung: Um wie viel % muss ich den U-Wert der Außenwand verbessern, damit der Heizwärmebedarf um x % verringert werden kann? Ausgangsdaten: x = -66%. Dazu zwei lustige Bildchen, nach deren Vergleich man sich fragen darf, wie dünn denn eigentlich gedämmt wurde.
Tabelle 1: Übersicht zur Relation von D U soll bezogen auf den Flächenanteil der Außenwand
Tabelle 2: wie Tabelle 1, jedoch in kleineren Schritten
Legende: Was sagen uns die beiden Tabellen? Man muss den U-Wert der Außenwand um 99% verbessern, wenn man bei einem Flächenanteil der Außenwand von 67% auf den Zielwert D H(T) = -66% kommen will. Oder: man muss den U-Wert der Außenwand um 88% verbessern, wenn man bei einem Flächenanteil der Außenwand von 75% auf den Zielwert D H(T) = -66% kommen will. Das ist reine Mathematik. Das einzige Problem: der Anteil der Außenwand kann bei dem Einfamilienhaus gar nicht über 50% betragen. Das ist reine Geometrie. Und den U-Wert kann man nicht um 100% und mehr verbessern. Das ist reine Bauphysik. Bei dem abgebildeten Haus kann man schätzen: Grundfläche = 8 x 11 m, Traufhöhe = 3,5 m und Firsthöhe = 8,5 m. Dann kommt man auf ca. folgende Flächen: Sohle = 88 qm, Dach = 141 qm, Fenster = 43 qm, Wand = 130 qm, gesamt = 402 qm Wärme abgebende Hüllfläche, Außenwandanteil = 32%. Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf. Auch bei 40% oder 50% Flächenanteil der Außenwand ist das noch ein Humbug (siehe Tabelle 1). © DIMaGB.de, 12.2004 |
![]() |
| Zusatz: Dasselbe Haus findet man als Referenzobjekt in der
Broschüre: Mittels Scan erhält man Bilder mit besserer Auflösung, um mehr Details
erkennen zu können, wie z.B. |
Hoch giftig und doch "ökologisch"? Was bedeutet "ökologisch"? Ein Begriff wird so oft benutzt, bis keiner mehr weiß oder hinterfragt, was er eigentlich bedeutet. Weitere Worthülsen sind z.B. "nachhaltig" - bei den meisten Verwendungen des Begriffes scheint es offenbar nur darum zu gehen, den Verbraucher nachhaltig hinters Licht zu führen. 14 Fragen zum Dämmstoff-Recycling, die unbeantwortet blieben, zeigen uns z.B., dass man hierzulande die Freiheit haben darf, hervorragende Ökobilanzen für Baustoffe und -systeme ausstellen zu dürfen, ohne den Stoffkreislauf zu Ende zu betrachten. Ist es etwa ökologisch, wenn am Ende die Halde oder die so genannte "thermische Verwertung" steht? Aber auch dafür lassen sich Worthülsen und Definitionen finden, um das schnöde Verbrennen oder das Auf-Halde-Kippen dem Recycling zuzuordnen. Gern wird mit der energetischen Amortisation hausieren gegangen (vereinfacht: man spart so viel Energie ein, wie zur Herstellung benötigt wurde). Die Umwelt schonen ist eine feine Sache, jedoch sei die Frage gestattet zu welchem Preis dies erfolgt. Für den Bauherren ist die finanzielle Amortisation nun mal nicht uninteressant. Dazu gehört die Betrachtung des tatsächlichen Lebenszyklus, inklusive der tatsächlichen Instandhaltungszyklen. Man mag über WDVS philosophieren, wie man mag, interessant wird die Antwort auf die Frage: Wie kommt es, dass viele Hersteller von WDVS auch teure Sanierungssysteme anbieten? Und warum bescheren diese Systeme den Herstellern erfreuliche Umsatzzahlen? Was auch nicht so gern weiter gegeben wird: jährlich werden beim Herstellungsprozess von Polystyrol ("Styropor") 2.000 - 3.000 Tonnen Styrol und etliche Tonnen Pentan. Ausgangsstoff für die Polystyrolherstellung ist das giftige Reinstyrol. Es entsteht nach einem langen Herstellungsprozess mit hohem Energieverbrauch und unter Einsatz hoch toxischer Stoffe wie Ethylbenzol, Benzol, Antimontrioxid und Aluminiumchlorid. Polystyrol entsteht durch Polymerisation, wobei 1,5% des Reinstyrols in die Umwelt entweichen, Pentan entweicht zu 50%. Auch die Herstellung von Pentan ist sehr energieaufwendig. Wo tauchen diese Informationen auf? Welche "Ökobilanz" spiegelt diese Umstände wieder? Also, "um die Umwelt zu schützen" wird u.a. Styropor hergestellt und z.B. als WDVS verarbeitet - wobei jährlich tausende Tonnen Gifte und klimawirksame Gase freigesetzt werden! Solche und andere brisante Informationen erhalten Sie weder auf der Internetseite des Fachverbandes WDVS, noch in dessen Prospekten und Broschüren, noch bei Herstellern. Stattdessen werden einem wundersame Erscheinungen präsentiert (siehe oben: das Dämmwunder). Es ist schlichtweg falsch, wenn man behauptet, mit einem WDVS bei einem Einfamilienhaus 66% an Heizenergie einsparen zu können. Ein weiteres Beispiel, für wie naiv man den Verbraucher hält, stellt das Bilderrätsel des Fachverbandes WDVS dar. DIMaGB, 15.03.2005 |
Vorwort: |
- Beginn des Zitates - |
| Auf der Grundlage der europäischen Rechtssprechung erfolgte in
Deutschland die so genannte Schuldrechtsmodernisierung. Das Gesetz trat am
01.01.2002 in Kraft. Zahlreiche Rechtsvorschriften wurden dem neuen BGB
angepasst – u. a. auch die für die heutige Thematik relevante VOB. Eine
der wesentlichen Änderungen betrifft die Neufassung des Sachmangelbegriffs
und damit verbunden Aspekte der Gewährleistung und Mängelhaftung. Nach
alten Recht bedeutete die Gewährleistung für den Auftragnehmer die Haftung Nach neuem Recht (§ 434 BGB; § 13 Nr. 1b VOB-B) ist die Leistung
sachmängelfrei, wenn sie a) Beschaffenheitsvereinbarung b) Vertraglich vorausgesetzte Verwendungseignung c) Gewöhnliche Verwendungseignung Gewöhnliche Verwendungseignung Entlastend für den Auftragnehmer gilt jedoch unverändert § 13 Nr. 3 in
Verbindung mit § 4 Nr. 3 VOB-B: Zwei Praxisbeispiele sollen die Konsequenzen der neuen Rechtssprechung
verdeutlichen: 1. Leistungsversprechen: Mangelfreie Fassade Der verantwortungsbewusste Handwerksunternehmer muss die Einflussfaktoren für den Befall von Fassadenbeschichtungen kennen und bei Vorhandensein bestimmter regionaler und klimatischer Bedingungen Bedenken anmelden –– beispielsweise durch einen Musterbrief – dann trifft ihn keine Einstandspflicht im Falle eines späteren Algenbefalls. Sehr geehrter Herr Mustermann, Wir freuen uns darauf, für Sie zu arbeiten. Geben Sie uns Ihr o.k.,
dann können auch wir mit den Vorbereitungen beginnen. 2. Leistungsversprechen: Anzeige „Badische Zeitung“ 16.11.2004 Diese Aussage, wonach ein Anstrich mit TS die gleiche
dämmende Wirkung habe wie 60 mm Styropor oder 120 mm Mineralwolle wurde
per einstweiliger Verfügung vom Landgericht Wiesbaden Az.: 11 O 61/98
untersagt. Zu den Fakten: Zugegeben – ein toller Marketing-Gag. Aber mit katastrophalen Auswirkungen für das verarbeitende Handwerk. Denn der Handwerker steht im Leistungsversprechen und somit der Haftung möglicher Regressansprüche des Auftraggebers. Solange die angebliche Produkteigenschaft des Energiesparens nicht wissenschaftlich im Rahmen glaubwürdiger bauphysikalischer Erkenntnisse nachgewiesen werden kann, baut der Handwerker – sofern er das Leistungsversprechen der Energieeinsparung von TS abgibt – mit der Anstrichausführung einen Mangel ein. Der Handwerksunternehmer hat jedoch auch hier die Möglichkeit, von der
Mängelhaftung befreit zu werden, indem er beispielsweise seiner
Hinweispflicht auf bisher fehlende objektive Nachweise der tatsächlichen
Energieeinsparung nachkommt. Der Bundesgerichtshof hat dazu folgendes
ausgeführt: Bisher konnte eine energieeinsparende Wirkung, die vergleichbar mit einer Wärmedämmung ist, von TS wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. TS selbst hat beim Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart einen Prüfauftrag erteilt. Leider trat auch hier ein negatives Ergebnis bezüglich der energieeinsparenden Wirkung von TS auf. Ergebnis: TS hat bis heute weder das Gutachten abgeholt noch bezahlt. Alle unsere Forschungsergebnisse haben bis dato ergeben, dass
TS eine gute Farbe ist und dass sie durchaus mit Fassadenfarben
verschiedener Hersteller vergleichbar ist. Thermo-Shield Exterieur Thermokeramische Beschichtung mit
nachweisbarer „Reduzierung der Heizkosten“ 33 % Heizkostenersparnis bewirken Untersuchungen der seriösen Beschichtungshersteller ergaben, daß
sich Thermo-Shield in seinen thermischen Ausgangssituation |
![]() Legende:
links: Haus A, rechts: Haus B, unten: Görlitzer Straße, Mitte:
Fußweg, Norden = rechts |
| Sommer 2001 Haus A: Beschichtung mit Thermo-Shield Exterieur Haus B: Beschichtung mit Sylitol-Fassadenfarbe Praxisvergleich Energiebedarfsreduzierung nach der Renovierung
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![]() |
Thermographische Aufnahmen |
![]() [
Kommentar: hier ist nur ein Bild als Beispiel wiedergegeben. Das Niveau
erkennt |
Zusammenfassung Thermokeramische Fassadenbeschichtung Die Reduzierung des Gebäudeverbrauches von: Haus A (Thermo-Shield): 29.900 m³ > 29.091 m³ (- 2,7 %) Haus B (Sylitol-Fassadenf.): 35.457 m³ > 33.591 m³ (- 5,3 %) kann nicht als „Wärmedämmung-Ersatz“ bezeichnet werden Beide Beschichtungsmaterialien bewirken einen Witterungsschutz, d.h. die Regenaufnahme der Wand wird reduziert Unterschiedliche „strenge“ Heizperioden müssen ebenfalls berücksichtigt werden Die Verbrauchsdifferenz zwischen Haus A und Haus B ist nahezu konstant geblieben Zusammenfassung |
| Wir sind jederzeit gern bereit, ein gemeinsames Forschungsprojekt
unter der Beteiligung von TS und dem Fachverband WDVS
durchzuführen – jedoch ohne begleitende sonstige energetische
Sanierungsmaßnahmen wie z.B. Auswechseln der Fenster, Dach- oder
Kellerdeckendämmung, da diese Maßnahmen zu Energieeinspareffekten führen,
die mit dem Anstrich selbst nichts zu tun haben. Wenn TS hierzu
bereit ist, werden wir dieses Forschungsprojekt gemeinsam mit dem
Fraunhofer Institut in Holzkirchen durchführen. Bis dahin begleitet uns der ewige Zwiespalt von Glauben und Wissen. Glauben darf man alles, denn in Deutschland herrscht bekanntlich Glaubensfreiheit. Man darf sich dann aber als Verarbeiter nicht wundern, wenn rein auf Glauben basierende tolle Leistungsversprechen vom Kunden – sprich Investor und Bauherr – eingefordert werden. Leider gibt es noch immer eine ganz Schar von Verarbeitern, die Versprechen lautstarker Werbebotschaften durstig aufsaugen. Die zarten Pflänzchen der Qualität in punkto Energieeinsparung dürfen jedoch keinesfalls durch Unachtsamkeit und unhaltbare Werbebotschaften am Wachsen gehindert werden. Wir sind keinesfalls gegen innovative Produkte – im Gegenteil. Wir
geben Jahr für Jahr Millionen Euro aus, um neue innovative Produkte zu
finden, wie z.B. Diese Produkte müssen sich aber alle einem Prüfszenario unterziehen und
bauaufsichtlich zugelassen werden oder Quelle: FV WDVS * * * Hier der Link zum Original des vom |
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* * * Stellungnahme der Firma SICC GmbH, Berlin, Quellenangabe: Links: Link
zu der PDF-File des Artikels bei der SICC-GmbH
© auf die HTML-Bearbeitung, DIMaGB.de, 14.04.2005
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Was sind "einseitige Leistungsversprechen"? |
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Weitere einseitige Leistungsversprechen |
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Was sind "einseitige Leistungsversprechen"? |
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Was sind "einseitige Leistungsversprechen"? |
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Dank ministerieller Weisheiten |
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2001 waren es noch 70% Einsparung
Bild: Ausschnitt vom Bildschirmschnappschuss, Textarchiv Berliner
Zeitung, als Beleg |
wird uns auch vom Fachverband WDVS geliefert, hierzu ein Zitat des Schreibens des Geschäftsführers vom 25.01.2005 an Herrn S. aus B. auf sein Schreiben vom 04.12.2004: "... Mit den tausendfachen Belegen meinte ich, dass mehr als 600.000.000 qm funktionierende WDV-Systeme mehr als genug Beweis sind. Selten aber werden energetische Sanierungsmaßnahmen im Einzelverfahren angewendet. Dagegen sprechen sowohl die EnEV als auch beispielsweise die Förderprogramme der KfW, die nur Kopplungsmaßnahmen berücksichtigen (siehe die 5 Maßnahmepakete des CO2-Gebäudesanierungs-programmes). Daher hat sich die Wissenschaft darauf geeinigt, dass insgesamt durch energetische Sanierung rund 62% Energie eingespart werden kann. Die Zusammensetzung der einzelnen Potenziale entspricht der beiliegenden Darstellung von ZDF WISO." 1. Das Beweis-Rätsel: 2. Der DIMaGB-Kommentar:
"...
Das macht rund 60 Prozent Ersparnis bei den Heizkosten pro Jahr, wenn
modernisiert wird." Schnappschuss 1 von der Internetseite des FV WDVS vom 28.04.2005 Zitat 2:
Vergrößerung von Schnappschuss 1
Schnappschuss 2 von der Internetseite des FV WDVS vom 28.04.2005 Zitat 3: Kommentar: |
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Sie glauben, das Bisherige sei nicht zu übertreffen?
1. In mehr als 50% der Haushalte
würden mehr als 20 Liter Heizöl je qm verheizt. Welche seriöse Quelle
liefert diese Daten mit wissenschaftlicher Sicherung?
[ 9.083,33 : 16,05 = 565,94; 565,95 / 89,40 = 6,33 = ~6] |
Haus & Grund Haus & Grund Rheinland - Pfalz hat einen renommierten Bausachverständigen eingeladen, in dem folgenden Interview die Bedenken der kritischen Wissenschaft allgemeinverständlich vorzutragen. Dipl. - Ing. Konrad Fischer ( Hochstadt / Main ) beleuchtet in Schlaglichtern die sich immer deutlicher abzeichnenden technischen, rechtlichen und damit auch finanziellen Folgeprobleme eines bei Licht betrachtet zu oft nur auf pseudowissenschaftlichen Annahmen aufbauenden staatlichen Energiesparreglements ungeachtet der jahrhundertelangen Erfahrung im Gebäudebestand. Der von uns befragte Experte für Energieprobleme in alten Häusern und deshalb auch
Mitglied eines Beraterkreises der Deutschen Burgenvereinigung scheut sich nicht, Pfusch
beim Namen zu nennen und geizt nicht mit Ratschlägen zur Abwehr unangemessener
Forderungen und obrigkeitlicher Zwänge. Er gibt aber auch auf eigene Erfahrungen
gestützte Antworten auf die ebenso hochaktuelle wie brisante Frage nach einer objektiv
sinnvollen energetischen Pflege des Gebäudebestandes gerade auch in privater Hand. KF: Der amtliche Dämmzwang erzwingt Pfusch: Die vorgeschriebenen Dämmschäume,
-gespinste und -steine kühlen nächtlich stark aus, saugen deshalb Kondensat und 'saufen
ab'. Da sie wasserabweisend beschichtet sind und nur Dampf hereinlassen, das eingedrungene
Wasser jedoch mangels Kapillaraktivität nicht mehr hinaus, werden sie zu schimmeligen,
veralgten Wasserfallen. Die Plastikfarben werden deswegen herstellerseits mit
wasserlöslichen Giften vermischt. Sind diese in den Vorgarten ausgewaschen, wuchern die
Fassadenpa-rasiten. Viele Dämmstoffe sind brennbar, trotz gifthaltiger
Brandschutzausrüstung. Obendrein sinkt der Schallschutz gedämmter Fassaden. Für die
Bauqualität, Umwelt und Wohnge-sundheit bringt das alles nichts, Energie spart das nie. KF: Die Dämmbauweise ist kurzlebig. Etwa 80 Prozent der Leichtbauten sind Sondermüll,
von der Brandgefahr ganz zu schweigen. Die feuchte- und windbedingte Bewegungsfreude von
Holzkonstruktionen in Wand und Dach beansprucht die rißgefährdete Klebedichtung.
Nässeschäden folgen. Auch die teuren Isoliergläser sind Wegwerfkonstruktionen - sie
erblinden durch unausweichliche Innenkondensation. Besonders nachhaltig ist das nicht. KF: Die Klimasimulanten beschwören den Weltuntergang: Der Brennstoffvorrat wird bald
ausgehen. CO2, ein Gas und Pflanzennährstoff, soll wie Glas Wärme reflektieren können
und die Atmosphäre aufheizen. Wetterwechsel und Überschwemmung seien menschengemacht.
Aber: Keine Voraussage der 70er, als diese Märchen aufkamen, hat sich je bewahrheitet.
Öl- und Gasreserven werden ständig neu entdeckt und nach neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen aus unerschöpflichen Rohstoffquellen ständig wieder aufgefüllt. CO2, ein
Luftbestandteil von nur 0,03%, ist übrigens viel schwerer als Luft und in den oberen
Luftschichten deshalb kaum nachzuweisen. Erwärmtes CO2-Gas steigt zur Abkühlung nach
oben, ist dort weder Reflektor noch Kuscheldecke und schmilzt aus 6 km Höhe mit minus 18
Grad ebensowenig die Gletscher wie die Lagerfeuer der Eiszeitjäger. Und die alten
Hochwassermarken sind weit höher als heute. Bis Norwegen florierte im Mittelalter der
Weinbau. Kurz: eine globale Erwärmung erhöht schlimmstenfalls die Anbauerträge. KF: Der amtliche 'Gebäudewärmeschutz' bleibt trotzdem wirtschaftliches Harakiri. Die
Investition rentiert sich nicht, das verstößt gegen das Energieeinsparungsgesetz. Die
Praxis beweist: gedämmte Altbauten sparen keine Energie. Unsere Langzeituntersuchungen im
gedämmten Baubestand und das Lichtenfelser Experiment haben nachgewiesen, dass
Dämm-stoffe aus Mineralwolle und Polystyrol gegen Temperaturveränderungen - und darum
handelt es sich sowohl beim Heizen als auch beim sommerlichen Wärmeschutz - wenig
bewirken. Auch die Öko-Energien und Anlagentechniken zur Wärmerückgewinnung und
Solarausbeute sind nur durch das Lockmittel Subvention und Zwangseinspeisung abzusetzen.
Ihre Unwirt-schaftlichkeit wird damit kaum gemildert. All das ist in Fachkreisen bekannt,
wird aber der pseudoökologisch vergackeierten Öffentlichkeit verheimlicht. Lieber
blockiert man die Solarein-strahlung in Bauwerke durch Verpackungsmüll und läutet
gleichzeitig das Solarzeitalter ein. KF: Aktuelle Urteile zeigen: für Vermieter, Planer und Ausführende besteht ein hohes
Prozeßrisiko. Unwirtschaftliches, bauzerstörendes und gesundheitsriskantes Dämmen und
Dichten nach Vorschrift wird also vorwiegend die rechtsberatenden Berufe fördern, nicht
den Klimaschutz. KF: In Wirklichkeit soll Dichten die zunehmenden Feuchteschäden der Barackenbauweise
verringern. Die abisolierten, bestenfalls künstlich gelüfteten Räume machen die
Bewohner aber krank. Neben der hohen Giftbelastung aus modernen Baustoffen bevölkern viel
zu viele Milben, Keime, Schimmelpilze und Algen inzwischen fast jedes zweite Haus. Bald
sind wir Weltmeister in Asthma und Allergie. Dafür ist auch die EnEV verantwortlich. KF: Von wegen. Erst mußte dort jedes Einfamilienhaus gedämmt werden, als es
durchnäßte, wurde Lüftungseinbau verordnet, als darauf Bewohner an Allergieschocks
starben, folgte die bisher letzte Zwangsverordnung: ständige Entkeimung der
Lüftungsanlage durch Kammerjäger. Der Hausbesitzer zahlt´s ja. KF: Die IFO-/RWI-Studie "CO2-Minderungsstrategien" errechnet sogar
gesamtwirtschaftliche Verwerfungen als Folge des verfassungswidrigen Behördenzwangs. Wenn
man nur an den sinnlosen Energieverbrauch rund um den Dämmwahn denkt, an dessen Bau- und
Gesundheitsschäden, erscheint das logisch. Die Prozeßkosten, die Folgen von Dämmstoff-
und Leichtbaubränden, die Sondermüllentsorgung, die Fassadenzerstörung durch
Dämmstoffbeklebung - das gehört ja noch dazu. Da die Fassadenverpackung oft von
Niedriglohnempfän-gern ausgeführt wird, liefern auch die versprochenen Arbeitsplätze
nur wenig für unser Sozialsystem. KF: Zunehmend entdecken die Raumluft-Gutachter den durch Schimmel, Schadstoffe und
immer zu hohe Wohnungskosten geplagten Mieter als Kunden und bieten sogar Hilfe im
Rechtststreit gegen den Hausbesitzer. Die Mieterverbände empfehlen dann Mietminderung.
Auch die Baukostenumlegung auf den Mieter wird so immer schwerer, besonders wenn die
Warmmiete steigt anstelle zu sinken. Der aktuelle Wohnungsmarkt hat wenig Platz für
modernisierungsbedingte Mietsteigerungen. Das falsche Sanieren verschärft das
Konfliktpotential. Der falsch berechnete Gebäude-Energiepaß liefert dem Mieter dazu eine
scharfe Waffe. KF: Unsere Kritik am EnEV-Entwurf verhallte ungehört. Viele Branchen profitieren ja
vom Investitionszwang. Auch manche Planer versuchen sich als Klimaschutzapostel. Die
Rechtslage zwingt uns aber, uns weiter mit den Ausnahmen der EnEV vertraut machen, um den
Bauherrn pflichtgemäß wirtschaftlich und technisch zu beraten und im Befreiungsverfahren
sachge-recht zu betreuen. KF: Wirtschaftliches Energiesparen funktioniert ohne Bußgeldzwang. Besser sollte der
echte Niedrigverbrauch anstelle energieverschwendender Pfuschkonstruktion verordnet
werden. KF: Speicherfähige Massivbauten mit Fenstern ohne Dichtlippe und Isoglas verwerten die
Heiz-, aber auch die Solarenergie am besten. Sie sind im Winter warm, im Sommer kühl. Die
meisten Altbauten kann man also in Ruhe lassen. Ihr Wärmebedarf ist doch viel geringer,
als berechnet. Als Heizung ist die Hüllflächentemperierung vorteilhaft: Das Haus bleibt
schim-melfrei. Die behagliche Strahlungswärme bedingt geringere Lufttemperatur und
Wärmeverluste. Schon Einfachglas reflektiert Wärmestrahlung zu 100%, Wärmeschutzgläser
sind also nicht notwendig. Kunstharzversprödete Holzfenster sollte man besser entlacken
und mit Leinölfarbe nachhaltig sanieren und nicht gegen kurzlebige Plastikkonstruktionen
austauschen. Auch die unrentable und störungsanfällige Lüftungs- und Solar-High-Tech
darf entfallen. Die bewährte Fassadenreparatur ersetzt nässestauende Beschichtungen
durch kapillaroffenen Kalkputz und -anstrich. All das spart Energie und Kosten. KF: Zur technischen Aufklärung der Bauwelt veröffentlicht unser Beirat für Denkmalerhaltung der Deutschen Burgenvereinigung Praxis-Ratgeber auch zu Energiesparfragen. Man bekommt sie bei der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Marksburg, 56338 Braubach a. Rhein, Tel. 02627-536 oder im Internet: www.deutsche-burgen.org. Vertiefende Informationen aus Wissenschaft und Praxis bieten auch meine "Altbau und Denkmalpflege Informationen": ' http://www.konrad-fischer-info.de Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK, Hauptstr. 50, 96272 Hochstadt a. Main |
Auch Fertighäuser können isoliert werden Nebenbei: Styropor schwimmt zwar und dämmt auch, nimmt aber, wenn es die Gelegenheit bekommt, kontinuierlich Wasser auf, man denke hier an ein Stück Styropor, das im Wasserloch liegt, nach spätestens 2-3 Jahren geht es unter, da es sich mit Wasser vollgesogen hat. Dann dämmt es auch nicht mehr. Ähnliches findet im Lauf der Jahre an der gedämmten Oberfläche statt: sie wird allmählich feucht, die Dämmeigenschaften nehmen ab und die Algentätigkeit zu. Baustoffe am Haus sollten im Hinblick auf Zeiträume von 50-150 Jahren ausgewählt werden, sonst sind sie abzulehnen. Feuchtes Dämmmaterial ist so wertlos wie ein nasser Pullover. Dämmsysteme werden regelmäßig mit Kunstharzleim auf die alte Fassade aufgebracht. Der Leim dichtet den alten Wandaufbau jedoch ab. Es kann nun keinerlei Feuchtetransport mehr von innen durch die Außenwand nach außen mehr stattfinden, was nun eine Durchfeuchtung der innenseitigen Außenwand zur Folge hat. Man darf keinesfalls vernachlässigen, dass die Außenwand von Wohnhäusern einen beträchtlichen Teil der Wohnraumfeuchte aufnimmt und idealerweise durch Kapillarwirkung oder mittels Diffusionsprozesse nach Außen abgeben können muß. Die innenseitige Außenwand durchfeuchtet sich dementsprechend im Lauf der Jahre, wobei der Effekt umso stärker auftreten wird, je schlechter die Bewohner lüften oder je besser die Fenster abdichten. Der oben genannte Pullover-Effekt wird dadurch innenseitig verstärkt, der Wärmeschutz der Außenhaut nimmt weiter ab. Zusätzlich erhöht sich nun auch noch die Wohnraumluftfeuchte innen, eben weil die Außenwand keinen Beitrag mehr zur Entfeuchtung liefern kann. Feuchte Luft jedoch erhöht beim Heizen den Wärmebedarf gegenüber trockenerer Luft beträchtlich und man muß die Frage gestatten, ob das Dämmsystem wirklich das leistet, was die Dämmstoffindustrie verspricht. Die schlimmste Folge dieser Mechanismen ist innenseitiger Schimmel, der nun nicht einmal mehr auf Taupunkttemperaturen auf der Wandinnenoberfläche angewiesen ist, sondern von der allgemeinen Durchfeuchtung der Wand profitiert und sich im Wohraum breit macht. Auf Schimmel folgen mehrere unterschiedliche Krankheiten, da der menschliche Körper unzureichend auf die Sporen reagieren kann. Leider ist meine Kritik hier noch nicht zuende: Viele Jahre später ist der stolze Hausherr von heute längst Geschichte. Irgendwann wird sein Häuschen nach verschiedenen Besitzerwechseln dann auch das Zeitliche segnen, ich gehe wie oben angedeutet, von einer wünschenswerten Lebensdauer von 100-150 Jahren aus. Dann werden sich unsere Nachfahren angesichts der insgesamt fragwürdigen Dämmmaterialien zähneknirschend (oder auch wutschnaubend) an unsere Tun erinnern, denn dann werden sich die meisten Dämmaterialien nicht, wie bei Omas Massiv-Ziegelhäuschen usus, einfach auf den nächsten Feldweg kippen lassen. Findige Geschäftsleute von heute sollten sich von daher bereits jetzt die künftigen Geländebereiche sichern, die potentiell für Sondermülldeponien geeignet sind, um auch morgen wieder dabei sein zu können, wenn beim Volk Kasse gemacht wird. Ihre Aussage, dass durch die gestiegene Innenoberflächentemperatur die Schimmelgefahr sinkt, halte ich zwar kurzfristig für zunächst vielleicht plausibel, langfristig jedoch für falsch, da meiner Meinung nach und angesichts der oben angeführten Argumentation das Gegenteil eintritt! Auch Ihre weiter folgenden Ausführungen lassen beim genaueren Lesen viele Fragezeichen zurück, da Sie Baustoffe nicht ausreichend kritisch betrachten. Ich kann nicht auf alle Ihre Punkte detailliert eingehen. Nur soviel: Dreifach isolierverglaste Fenster führen dazu, dass zumindest Pflanzenwachstum im Hausinnnern nicht mehr erfolgversprechend stattfindet, da zuviele Lichtanteile fehlen. Ich befürchte, dass in solchem Wohnmilieu der Mensch langfristig ebenfalls Schaden nimmt. Im Bereich der Ihrerseits angesprochenen Dachdämmung wage ich die These, dass ein Dachgeschoss, welches im Sommer angenehme Kühle beherbergt, im Winter näherungsweise auch guten Wärmeschutz bietet. Dies ist jedoch mit der von Ihnen dargestellten Methode der Zwischensparrendämmung vermutlich schlechter realisierbar als mit einer massiven Holzdämmung zwischen den Sparren. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die am 3.4.2002 bei der ARD veröffentlichten Lichtenfelser Versuche. Ich bitte Sie abschließend höflich um die Veröffentlichung der von Ihnen genannten
halbierten Heizenergieverbräuche infolge der realisierten Einblasdämmsysteme, wobei mich
weniger die errechneten Heizenergieverbräuche als vielmehr die tatsächlich real
existierenden interessieren Rainer Romer
Rainer Romer |
Wie man mit Wärmedämmung alte Häuser aufwertet Ich nehme gern die Praxis als Prüfstein für alles, das lass ich mir nicht ausreden. Auf meinen Infoseiten erfahren Sie vieles über Unsinn und sogar Schädlichkeit von Wärmedämmung. Das entspricht so gar nicht der herkömmlichen Lehr- und Werbemeinung, ist jedoch Tatsache. Trotzdem - vielleicht auch gerade deshalb - regen sich die selbsternannten Heroen der Bauphysik furchtbar auf. Was aber nützt uns die ganze Formelverliebtheit, wenn die Häuser und die Menschen,
die darin wohnen, darunter leiden? Es lebe der U-Wert? Nein, es lebe der gesunde
Menschenverstand, es lebe das Gesunde Wohnen. Schauen Sie sich die hier dargestellten
Beispiele an und machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf. |
| Beispiel 1: Ein altes Haus in K. bei B. Völlig unscheinbar kommt uns der Giebel im linken Bild daher. Auf dem Bild in der Mitte erkennt man an der Hauskante, dass am Giebel etwas aufgebracht wurde. Nun sehen wir den gedämmten Giebel in seiner ganzen Pracht. Es lebe der U-Wert. |
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| Beispiel 2, Bild-Zeile oben und unten: Mit WDVS aufgewertete Fassaden in P., Steinstr. Wer glaubt, dass diese Dämmung dämmt? |
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Dieses Haus (linkes Bild) wurde seinerzeit schön massiv mit Hochloch- ziegeln errichtet. Das war 1985 und ich weiß das so genau, weil es mein erstes Haus ist, was ich als Jungbauleiter verzapft habe. Friede seiner Fassade. |
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EXPERTENFORUM AUF DEM TAG DES BACKSTEINS Für Prof. Dr. Claus Meier aus Nürnberg und seinen Kollegen Prof. Jens Fehrenberg, der an der Universität Hildesheim Bauökologie lehrt, geht der Weg direkt in die Sackgasse. Ich habe den Bundeskanzler bereits schriftlich aufgefordert, genau wie bei der BSE-Problematik auch bezüglich der Wärmedämmung endlich Verbraucherschutzinteressen zu berücksichtigen", sagt Architekt Claus Meier. Vermutlich müssen aber erst ähnliche Katastrophen eintreten wie bei BSE, bevor die Politik reagiert, befürchtet er. Meier kritisiert die Art und Weise, wie mit bestimmten Berechnungen Schindluder getrieben wird und Bauherren ihre Häuser aus Unerfahrenheit sinnlos dämmen. Sie investieren viel Geld in ein Verfahren, das ihnen am Ende weder ökonomische noch ökologische Vorteile bringt. Für diese Entwicklung macht er die Dämmstoffindustrie verantwortlich, die ihre Materialien unbedingt verkaufen will und dementsprechend in der Öffentlichkeit wirbt. Selbst die verantwortlichen Politiker in Berlin sind laut Claus Meier nicht in der Lage, sich gegen die pseudowissenschaftliche Hochstapelei zur Wehr zu setzen und unterschreiben nach wie vor Energieeinsparverordnungen, die lediglich der Dämmstofflobby dienen. Wissen ist entscheidend und nicht Meinung", sagt Claus Meier und verweist auf den Direktor des Max-Planck Instituts, Hubert Markl. Der hat den Satz formuliert: Die Lüge und der Betrug sind integraler Bestandteil des Forschens." Die Wissenschaft wird zunehmend pervertiert fügt Claus Meier noch hinzu. Je nachdem, von wem die Forschungsaufträge stammen, fallen auch die Ergebnisse aus. Der Verlierer ist grundsätzlich der Verbraucher. Dabei bauen wir für die Menschen und nicht für die Gesetze stellt Jens Fehrenberg klar. Mittlerweile versperren die Dämmstoffe aber den Blick fürs Wesentliche, sagt er weiter und meint damit den ethischen Grundsatz, dass sich Menschen in ihren vier Wänden genauso wohl fühlen müssen wie in ihrer eigenen Haut. Wir Baumenschen sind für die Gesundheit der Menschen verantwortlich. Immerhin verbringen wir rund 90 Prozent unserer Lebenszeit in Gebäuden. Laut Fehrenberg sind wir in den vergangenen Jahren den falschen Propheten nachgelaufen und haben schon viel zu viele krankmachende Häuser gebaut. Rund 22.000 verschiedene Chemikalien kommen im gesamten Baubereich zum Einsatz. Alle denkbaren Reaktionsmöglichkeiten untereinander sind da völlig unberücksichtigt, skizziert er die scheinbar moderne Entwicklung rund um den Bau. So mancher Bauherr ahne nicht, welche Zeitbombe da schlummere. Zumal nirgends Warnhinweise angebracht seien. Der Bauökologe kritisiert die ausgeprägte Fortschrittsgläubigkeit. Unsere Vorfahren waren keineswegs dümmer als wir", hält er dagegen. Sie haben in Jahrtausenden ausprobiert, was dem Menschen bekommt. Deshalb plädiert er dafür, wieder auf Bewährtes zurückzugreifen. Dazu gehört beispielsweise Sonnenenergie, die mit Hilfe natürlicher Baustoffe wie Klinker in Strahlungswärme umgesetzt wird. Durch massive Wände kann Solarenergie nutzbringend eingespeichert werden und beeinflusst Raumklima und somit Gesundheit positiv", sagt er. Die zum Teil bis zu 45 Zentimeter dicken Wärmedämmungen dichten buchstäblich alles
ab und verhindern jegliche Form der Luftzirkulation, was im schlimmsten Fall bei den
Bewohnern zu Krankheiten führt. Fehrenberg hat als Sachverständiger regelmäßig mit
solchen Fällen zu tun. Negative Umwelteinflüsse wie beispielsweise Chemikalien
gehen dem Menschen buchstäblich unter die Haut", macht er deutlich. Der
menschliche Organismus verlangt nach Baustoffen, die er seit Jahrtausenden kennt. Über
die Mineralfaser, die als |
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Dämmung dämmt, besonders im Winter Foto: Immobilien Ritter, Neumarkt Dass Dämmung dämmt, ist weitgehend unbestritten. Die Frage ist nur, wie gut und zu welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis das geschieht. Auf dem Bild sehen Sie eine Fassade eines Bestandsgebäudes in Neumarkt, welches mit einem WDVS versehen wurde. Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist die Oberfläche des WDVS völlig vereist. Was sagt uns das? Endlich wird den Skeptikern und Kritikern von WDVS eine entschiedene Abfuhr erteilt, denn das Foto beweist: Dämmung dämmt. In diesem Fall dämmt sie sogar so gut, dass die Oberfläche des WDVS vereist. Wie ist das möglich? Die Dämmung dämmt hier offenbar so gut, dass kein Quentchen an Wärme verloren geht. Die Leute drinnen haben es kuschelwarm und die gute Dämmung lässt keine Wärme entweichen. Die Oberfläche des Dämmsystems wird thermisch völlig abgekoppelt, so dass die niedrige Oberflächentemperatur die Eisentstehung zulässt. Was sagt uns das? Sie haben an Antworten zur Auswahl: 1) Q.e.d. Das WDVS funktioniert so gut wie oben bereits beschrieben. Vorteile und Nutzen sind somit unter Beweis gestellt. 2) Der Bauschaden ist vorprogrammiert: noch ein paar Frost-Tau-Wechsel mehr und die Struktur des Oberputzes ist geschädigt. Den Rest erledigt das eindringende Niederschlagswasser. 3) Eine tolle Fassade ist das, die an der Oberfläche dermaßen viel Feuchte bindet oder entstehen lässt. Wie wird es wohl darunter aussehen? Fall sich noch jemand zum Thema meldet, egal ob Laie oder Fachmann (gern auch Experten), ergänze ich die Auswahl an Fragen. Allerdings lassen wir es in diesem Fall damit bewenden, dass sich ein jeder die ihm richtig erscheinende Antwort auswählen darf. DIMaGB, 27.09.2005 |
WDVS, Killerameisen & Schwamm Über Schimmel in Wohnräumen ist ja bereits viel berichtet worden. Viele Besucher von DIMaGB.de kennen die Schimmel-Seite #1 und die Schimmel-Seite #2 auf DIMaGB.de. Diesmal wird das staunende Publikum mit Schwamm auf der Außenseite der Gebäudeaußenwand verblüfft. Genau gesagt, geht es um Schwamm hinter einem WDVS. Noch genauer: es ist auch Schimmel dabei. Hier ein Auszug aus dem Begleittext: "... anbei ein paar Fotos zum Gruseln. Haus ist von 1957 und wurde vor ca. 10 Jahren an der Giebelwand mit einem WDVS System versehen. Oberflächlich war nichts zu sehen, aber Feuchtigkeitsmessungen hinter der Dämmung ergaben mehr als doppelt so hohe Feuchtigkeitswerte wie an den nicht gedämmten Wänden. Als Folge bildete sich hinter der Dämmung partiell ein Schwamm und die Ameisen fanden das Styropor auch sehr köstlich. Die Innenseite des gedämmten Giebels wies bei unseren Messungen gegenüber den Innenseiten der ungedämmten Außenwänden ebenfalls erhöhte Feuchtewerte auf. Es wurde mit einem Gann Feuchtigkeitsmessgerät gemessen und folgende Werte ermittelt: ..."
Tabelle der Feuchtemesswerte |
Foto 1. Schwamm
und Schimmel |
![]() Foto 2: Schimmel |
![]() Foto 3: die Ameisenburg im Styropor |
![]() Foto 4: die Haut aus Armierung und Oberputz wird entfernt |
![]() Foto 5, 6, 7: das WDVS aus Styropor ist auch zum Beherbergen von Ameisen gut geeignet |
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Fotos: Christian Salz, Unterhaching Disclaimer: wir warnen ausdrücklich davor, diesen Einzelfall zu verallgemeinern. Wenigstens ist er gut dafür, aufzuzeigen was so alles möglich ist. DIMaGB.de, 27.09.2005 |
Die Energiesparrente |
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Diese Seite ist dem Thema Brandschutz gewidmet. Sie wurde aus brand-aktuellem Anlass aufgenommen. |
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Bild 1: Ansicht in der Totale Am 21.04.2005 kam es in Berlin Heinersdorf zu einem
gewaltigen Brand, bei dem zwei Todesopfer zu beklagen waren. Die Zeitungen
berichteten über eine Flammenhölle. Gebrannt hat eine styropor-gedämmte
WDV-Fassade. Bei solchen WDVS handelt es sich um geprüfte und zugelassene
Systeme, das heißt sie besitzen eine Prüfung und Einordnung nach DIN 4102
als B1 (schwer entflammbar) sowie eine bauaufsichtliche Zulassung vom DIBt.
Sicherheit wird in Deutschland groß geschrieben. Bauaufsichtliche
Zulassungen werden erteilt, um gemäß dem Bauproduktengesetz nur Bauprodukte
zur Anwendung zu bringen, die keine Gefahren für Leib und Leben herbeiführen
und die zudem nicht die Bausubstanz beeinträchtigen. Brandschutztechnische
Belange sind zudem in der Bauordnung geregelt.
Tabelle: Klassifizierung des Brandverhaltens Weitere
Bezeichnungen sind: |
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© DIMaGB.de, 28.04.2005 |
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Bild 2 |
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Die Fa. Wienerberger hat es im August 2005 auf den Punkt gebracht: |
Über die Wiederentdeckung der Feuchte
Über den anthropogenen Anteil am Klimageschehen kursieren wilde Spekulationen, die durch die Ergebnisse fragwürdiger Modellrechnungen gestützt werden. Während dem Verbraucher ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, weil er mit seinen Emissionen aus der Heizanlage das Klima schädigt, schweigt man sich darüber aus, warum das 3-Liter-Auto noch die bestaunte Ausnahme ist, warum das Ölwechsel sparende Additiv nicht auf den Markt kommt, warum es nicht gelingt den Verkehr von der Straße auf Schiene und Fluss zu verlagern, warum viele Einsparungen nur auf dem Papier stehen.
Einig sein dürfen sich bei einigen Überlegungen alle: spart man Heizkosten, ist das nicht nur gut für den eigenen Kontostand, sondern die Umwelt hat auch etwas davon. Denn es ist nicht nur das CO2, welches bei Verbrennungsprozessen freigesetzt wird. Und eines sollte man immer voran stellen: das wichtigste Element im System ist der Mensch.
Doch welche Rolle spielt der Mensch? Er ist zum Spielball von Kommerz und Ideologie geworden. Worthülsen und Fachbegriffe ersetzen eine klare und verständliche Sprache: ökologisch, nachhaltig, umweltbewusst, umweltfreundlich usw.
In der Baubranche wird mit beeindruckenden Kennwerten jongliert und der Einspareffekt durch Wärmedämmung wird gebetsmühlenartig propagiert. Der Fachverband WDVS informiert darüber, dass seit 1973 ca. 400 Mio. m2 Fassaden mit einem WDVS versehen wurden. In diesem Zusammenhang wird behauptet: „Gut gedämmte Fassaden sparen Jahr für Jahr aufs neue erhebliche Mengen an Heizenergie und machen die Heizkosten-Rechnung damit entsprechend billig.“
Diese 400 Mio. m2 entsprechen ca. 25 Mrd. € - ein stolzer Betrag, dem eine mindestens gleich gigantische Einsparung entgegenstehen müsste. Doch das ist nicht der Fall, wie die Fakten zeigen. Seit 1994 schwankt der Primärenergieverbrauch in Deutschland zwischen 3,93 und 4,03 GWh, wobei der Anteil der Haushalte ca. 18% beträgt (Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen). Eine abnehmende Tendenz ist nicht erkennbar. Zum Erdgasverbrauch wurde festgestellt: „"Überproportionale Verbrauchszuwächse verzeichneten sowohl der Haushaltssektor als auch die Kraftwerke.“
Der End-Energieverbrauch eines Gebäudes (Durchschnittshaushalt) verteilt sich ca. wie folgt: 78% für Raumwärme und 12% für Warmwasser (WW), der Rest für Kraft, Kochen und Licht. Bei diesen Relationen sollte man erwarten dürfen, dass „gut gedämmte Fassaden … Jahr für Jahr aufs neue erhebliche Mengen an Heizenergie (sparen)“, was sich zuerst in einer Absenkung der Verbrauchszahlen widerspiegeln müsste. Dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall.
Da aber eine Wärmebedarfsberechnung seit 2002 gem. höchstrichterlicher Entscheidung nicht mehr erforderlich ist, begnügt man sich konsequenterweise mit Begriffen wie „Vollwärmeschutz“ oder „Isolierglasfenster“. "Ein konkretes Maß der zu erwartenden Energieersparnis muss nicht dargelegt werden." stellte der BGH unter dem Aktenzeichen BGH VIII ARZ 3/01 in einem Beschluss vom 10.04.2002 fest. Nach dem Gesetz muss die Energieeinsparung "nachhaltig" sein.
Dies ist mit ein Grund, warum gemessene Werte entweder nicht eruiert werden oder in der Schublade verbleiben. Höchst aufschlussreich sind die Messwerte aus dem Zeitraum 1976 -2000 von Prof. Jens Fehrenberg, FH Hildesheim. Die energetische und wirtschaftliche Nutzlosigkeit von Wärmedämmung wird am Beispiel identischer Bauwerke (Hannover, Tollenbrink 2A, 4und 6) nachgewiesen. Trotz einer 1988 durchgeführten Anbringung eines WDVS mit 3 mm Kunststoffverblender auf 4 cm Polystyrol konnte keine Einsparung nachgewiesen werden. Bei dem gedämmten Haus Nr. 6 lagen die Heizkosten sogar über denen des ungedämmten Hauses Nr. 4.
Dass die U-Wert-Theorie keine brauchbaren Ergebnisse liefert, belegen „Untersuchungen über den effektiven Wärmeschutz verschiedener Ziegelaußenwandkonstruktionen“ am Fraunhofer Institut für Bauphysik in Holzkirchen vom 5. Juli 1983 (B Ho 8/83-II). Gemessen wurde die mittlere Heizleistung der Testräume in einem längerfristigen Zeitraum (105 Tage: November ´81 bis Februar ´82). Die mittlere Außenlufttemperatur betrug -2,1 °C, die mittlere Strahlungsintensität 81 W/m2. In der Messperiode Januar 1983 wurde eine extrem gedämmte Wand (Raum 4a) in den Vergleich aufgenommen. Dennoch wurden die günstigsten Werte für die monolithische ungedämmte Konstruktion (49 cm Ziegelwand) gemessen.
Diese Beispiele von vielen verdeutlichen den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Was nützt alles Schönrechnen, wenn die gemessenen Werte andere Ergebnisse liefern? Wo bleibt da die in §5 Energieeinspargesetz und §17 Energieeinsparverordnung gesetzlich vorgeschriebene Wirtschaftlichkeit? (vergl. OLG Karlsruhe (RE) WuM 1985, 17 = ZMR 1984, 411)
WDV-Systeme dürfen seit 1997 nur dann verarbeitet werden, wenn eine Zulassung des Deutschen Institutes für Bautechnik für das System vorhanden ist. Damit sollte den häufigen Schadenbildern vorgebeugt werden. Wie viele zulassungsfreie WDVS werden wohl seit 1973 an die Fassaden gekommen sein?
Das Problem der Veralgung gedämmter Fassaden ist in seiner Bekanntheit weit verbreitet, ebenso kennen viele die sich abzeichnenden Punkte der Dübelstellen und Linien der Fugen - und dass sorptionsunfähige Wärmedämmungen die Raumfeuchtigkeit erhöhen, ist seit der Publikation: “Drei Häuser im Dauertest” in “test” 3/87 den deutschen Energiefachleuten und Bauphysikern allgemeinhin bekannt.
Im Zusammenhang mit dem Problem der Veralgung sei auf das Urteil des LG Frankfurt am Main vom 01.12.1999 der 13. Kammer für Handelssachen unter dem Az 3-13 O 104/96 verwiesen. Hier kamen einige Fakten zutage: Das Gericht stellt fest: Algenwachstum wird durch die Vollwärmedämmung begünstigt. Seit 1984 hat sich die Fachliteratur mit diesem Problem auseinander gesetzt. 3 Jahre haben die Hersteller benötigt, um mittels Zusätzen das Problem zu lösen.
Die Praxis zeigt, dass dies bislang nicht zufrieden stellend gelang. Im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage wurde das Thema der Algenbildung auf Wärmedämmverbundsystemen erörtert. "Generell lässt sich derzeit aussagen, dass offensichtlich die sehr dünnen Putzschichten von Wärmedämmverbundsystemen auf Grund ihrer thermischen Abkopplung vom Baukörper infolge Wärmestrahlung extrem auskühlen können und hierdurch sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann.
Dieses erhöhte Feuchtepotential kann je nach örtlichen Gegebenheiten die Ansiedlung von Algen bewirken. Wenngleich Algen für sich alleine im Regelfall nur zu einer optischen Beeinträchtigung der Fassade führen, können die sich oftmals einhergehend ansiedelnden Schimmelpilze zu Strukturschädigungen führen." (Rahn 03.2000).
Entsprechend den Aussagen im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage soll es im Bereich von Mecklenburg-Vorpommern bei 80 % der ausgeführten WDVS zu Algenbildung gekommen sein. Dies entspricht so ganz und gar nicht den Ergebnissen der "Marktstudie Wärmedämmverbundsysteme 2002, veröffentlicht im Jahresbericht 2001 des Fachverbandes WDVS e.V., S. 42 ff. Auslöser war wohl, dass "die anfängliche Skepsis gegenüber Wärmedämm-Verbundsystemen trotz mehr als 500 Millionen Quadratmeter verlegter Fläche in den vergangenen 40 Jahren noch nicht ganz beseitigt" ist.
Das beauftragte Institut für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing führte eine bundesweite Marktuntersuchung durch, für die eine Auswahl aus 12.000 registrierten Objekten nach dem Prinzip der geschichteten Zufallsauswahl getroffen wurde: 600 WDVS-Objekte. Das Ergebnis: mechanische Beschädigung: nur 2%, Algenbefall: nur 1%. Unterstellt man eine Repräsentativität, sind es immerhin 5.000.000 m2 befallene WDVS-Fassden.
Die Ursachen sind zudem hinlänglich bekannt: wie weiter oben zutreffend festgestellt wird, liegt es daran, dass die Oberfläche der WDVS stark abkühlt und „sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann“. Dies ist die feinere Formulierung für das Problem der „abgesoffenen WDVS-Fassade“ und die Schlussfolgerung, dass „dieses erhöhte Feuchtepotential“ zu Algenbefall führen kann, verharmlost das eigentliche Problem.
Feuchte im WDVS wird nicht mehr transportiert, weil es um Wasser im Aggregatzustand flüssig geht. Damit sind alle Theorien über die viel beschworene Diffusionsoffenheit unbrauchbar, da diese nur für den Aggregatzustand dampfförmig gelten. Ein kapillares Transportvermögen ist für WDVS nicht bekannt, technisch auch nicht möglich.
Die Konsequenz ist erschreckend simpel und auch für den Laien nachvollziehbar: kondensiertes Wasser verbleibt im WDVS! – und wenn alles gut geht, wird es in der wärmeren Jahreszeit durch erhöhten Partialdruck wieder ausgetrieben – in seltenen Fällen sogar vollständig. Bleibt die Frage: Wie gut wärmt der nass gewordene Pullover?
Nach den eher ermüdenden Vergleichen zum Thema „U-Wert-Theorie – theoria cum praxi“ sind wir an dem Punkt angelangt, wo die Feuchte am und im Bauwerk eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Weiter oben ist es bereits angesprochen worden: es geht um Sorptionsvorgänge.
Um hier zu verlässlichen Aussagen und Schlussfolgerungen zu gelangen, müssen wir uns von der U-Wert-Theorie – welche die Variabilität, d.h. den Begriff des effektiven U-Wertes, sowie den Einflussfaktor Feuchte ausblendet – weg und zu gemessenen Werten hin bewegen.
Gemäß des wertvollen und allgemeingültigen Ausspruches des britischen Schriftstellers Aldous Huxley (1864 - 1963) sollte die Rückbesinnung auf gesichertes Wissen, welches sich auf gemessene Werte anstatt auf Formelakrobatik stützt, erfolgen: "Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert."
Das Problem des aktuellen Wissensstandes in Deutschland besteht darin, dass man über mehr als 20 Jahre hinweg mittels Ignoranz versucht hat, Tatsachen zu verdrängen.
Die Verwendung der Wärmeleitfähigkeit nach DIN ist aber nur richtig, wenn Temperaturangleichungen im Bauteil bereits abgeschlossen sind, also bei Vorliegen eines stationären, somit konstanten Wärmestromes. In dieser Form werden auch die Wärmeleitfähigkeiten im Labor gemessen (DIN 52611). Die Außenwand der Gebäude steht aber nicht im Labor und jeder kennt den Unterschied zwischen Tag und Nacht sowie der Jahreszeiten.
In 2003 durfte die Fachwelt aufhorchen, als die Feuchte wieder entdeckt wurde. Konsequenter weise wurde beim IBP Holzkirchen das Glaserverfahren als untauglich eingestuft, wie folgende Zitate von der Homepage (Sand: 08.2003) belegen: "Ein bisher gängiges Verfahren zur Beurteilung des Feuchtehaushalts eines Bauteils durch Betrachtung des auftretenden Diffusionstransports stellt das Glaser-Verfahren nach DIN 4108 dar. Dieses Verfahren berücksichtigt jedoch weder den kapillaren Feuchtetransport im Bauteil, noch dessen sorptive Aufnahmefähigkeit für ausfallende Feuchte. Ferner kann das mit stationären Zuständen unter pauschalen Blockrandbedingungen arbeitende Verfahren weder kurzfristige Ereignisse abbilden, noch Regen und Strahlung berücksichtigen. Es ist für die feuchteschutz- technische Bewertung eines Bauteils gedacht, nicht für die Simulation realistischer Wärme- und Feuchtezustände eines Bauteils unter standortbedingten Klimaverhältnissen."
"Neben dem wärmetechnischen Verhalten eines Wandbauteils mit seinen Auswirkungen auf den Heizwärmeverbrauch ist auch sein feuchtetechnisches Verhalten zu beachten. Längerfristig erhöhter Feuchtegehalt im Bauteil kann zu Feuchteschäden führen, erhöhte Oberflächenfeuchte in Wohnräumen kann durch Schimmelbildung zu hygienischen und gesundheitlichen Problemen führen. Dabei hängen feuchte- und wärmetechnisches Verhalten eines Bauteils eng zusammen: ein erhöhter Feuchtegehalt läßt Wärmeverluste steigen; die Temperaturverhältnisse im Bauteil beeinflussen den Feuchtetransport. Beide müssen daher gemeinsam in ihrer gegenseitigen Kopplung untersucht werden; dies ist Gegenstand der Hygrothermik."
Nun könnte man dies euphorisch als Revolution im Bereich der Bauphysik feiern – wenn es nicht genau die Aussagen und Probleme wären, mit denen andere sich bereits seit Jahren befassen und diese Aussagen getroffen haben - und noch dazu die Lösung präsentierten.
In diesem Zusammenhang sei auf die Erscheinung der Strahlungslufttemperatur verwiesen. Im Februar 1992 hat die EMPA (Eidgenössische Material-Prüfanstalt, Schweiz) in Zürich Messungen durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Wandoberflächentemperaturen und dem Einfluss der Speichermasse belegen.
Die Außenlufttemperatur lag im Beobachtungszeitraum zwischen 0 und -10 °C. Die Wandoberflächentemperaturen lagen bei der Kompaktfassade mit bis zu + 45 °C um ca. 10 °C höher als bei Verblendmauerwerk, im Februar wohlgemerkt. Alle Temperaturspitzen wurden zwischen 14:00 u. 15:00 Uhr gemessen. Die Strahlungsluftwerte lagen bei + 28 bzw. + 37 °C, während die Außenluft nicht über 0°C kam. Die gemessenen Windgeschwindigkeiten lagen zwischen 0 und 2,8 m/s.
Auf der Südfassade wurden Strahlungsintensitäten bis zu 850 W/m² gemessen (19.02.1992, 14:00 Uhr). Aus den gemessenen Einstrahlungswerten ergaben sich Beispielerträge in der Größenordnung von 4,5 bis 4,9 kWh/m2.
Mit "Solarabsorption auf Außenwänden und Reduktion der Transmissionswärmeverluste" beschäftigt sich AMz-Bericht 5/1997 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel. Es wurden 13 verschiedene Außenwandkonstruktionen mit unterschiedlichen Aufbauten in Leicht- und Schwerbauweise und mit verschieden gestalteten Oberflächen untersucht. Die rechnerischen Wärmedurchgangskoeffizienten der vorrangig aus Ziegelmauerwerk erstellten Wände lagen zwischen 0,27 und 0,88 W/m²K.
In Abhängigkeit der Absorptionskoeffizienten der verschiedenen Putzoberflächen wurde ein Effektiver Wärmedurchgangskoeffizient keff gemessen. Das Verbesserungsmaß lag in der Größenordnung bis zu 22...26%. Hierbei ging es um konventionelle Putze und die Effekte wurden rein über den Absorptionsgrad erzielt.
Mit TKMT * (Erläuterung unten) wird ein hochwertiges und bewährtes Produkt angeboten, welches mehrere Faktoren günstig beeinflusst. Die Diffusionsoffenheit bleibt aufgrund der unerreicht hohen Materialstabilität über die Jahre erhalten, ohne durch Alterungsprozesse beeinträchtigt zu werden.
Als wichtiger zu bewerten ist die kapillare Leitfähigkeit, die einerseits durch einen guten w-Wert dargestellt werden kann, andererseits sogar einen kapillaren Sog bewirkt, der Feuchte aus der Außenwand nach draußen abführt. Die Sorptionsvorgänge werden dadurch unterstützt.
Die Feuchteabsorption durch die Außenwand wird an keiner schicht durch Kondensatbildung gebremst, weil der drastische Temperaturabfall wie bei WDVS nicht eintritt und weil die kapillare Leitfähigkeit in jeder instationären Phase erhalten bleibt.
Beim Einsatz von TKMT im Innenbereich werden zudem die Adsorptionsvorgänge unterstützt, was zu einem raschen kapazitativen Feuchteabbau der Raumluft führt. Dieser Vorgang wird in Fachkreisen als Feuchtepufferfunktion bezeichnet.
Dabei ist die Wirkung als Feuchteregulativ nur ein, wenn auch wichtiger, Aspekt. Mit der a-Filterfunktion beeinflusst TKMT die Strahlungsvorgänge auf der Außenwandoberfläche, indem die kurzwellige Wärmestrahlung im Sommer reflektiert und die langwellige Wärmestrahlung im Winter absorbiert wird.
Den Effekt des solaren Ernteertrages an der Außenwandoberfläche erzielt man mit TKMT unabhängig von der gewählten Farbe. Um genau zu sein, muss man „fast“ sagen, denn marginale Unterschiede erwachsen aus dem Pigmentanteil.
Der Wirkmechanismus geht aber von den keramischen Hohlkügelchen, den Bubbles aus. Die Farbe ist „nur“ gestalterisches Beiwerk. Dem Architekten oder dem verarbeitenden Handwerksbetrieb sind damit alle gestalterischen Spielräume eröffnet, auch den ästhetischen Ansprüchen des Kunden gerecht zu werden. Über 4.000 Farbnuancen sind hier beim Energiesparen und Gestalten möglich und die Gefahr von Algen besteht nicht.
Weiter oben ist wiederholt der Begriff des effektiven U-Wertes (früher k-Wert) gefallen. Dies unterstreicht, gestützt auf gemessene Werte, dass der U-Wert keine statische Größe ist. Der U-Wert ist in der Praxis eine variable Baustoffkenngröße und zudem nur eine Kenngröße von vielen.
TKMT wird mit einer wirksamen Stärke von 0,3 mm aufgetragen. Der Materialkennwert l für das Maß der Wärmeleitfähigkeit spielt bei solch dünnen Schichten keine Rolle. Ob man eine 0,0003 m „dicke“ Schicht nun mit 0,02 oder mit 0,20 oder mit 2,00 W/mK in die U-Wert-Berechnung des Bauteils einbezieht – das ist zu vernachlässigen.
Erheblich ist aber die U-Wert-Verbesserung des Bauteils Außenwand durch TKMT. Dies geschieht im Zusammenwirken der oben aufgezeigten Wirkmechanismen mit den anderen Kennwerten, zu denen auch das Speichervermögen gehört. Das Speichervermögen der Außenwand spielt eine wichtige Rolle bei den solaren Erträgen, die temporär zu einer Umkehr des Wärmeflusses selbst im Winter führen.
Somit lässt sich Energie einsparen, ganz ohne zu dämmen. Vergleicht man den Kostenaufwand eines WDVS mit dem eines Fassadenanstriches, bezieht in die Betrachtung den Lebenszyklus der Baustoffe und Bauteile inklusive Recycling ein und beurteilt die Effekte, wird recht schnell deutlich, worin die Perspektiven des Bauens im Bestand liegen.
Energetische Sanierung mit sorptionshemmenden und anfälligen Systemen, deren Nutzen hingerechnet wird - oder mit einem wasserabweisenden, entfeuchtenden, sommerliche Hitze ab-weisenden und winterliche Wärmestrahlung absorbierenden Energiesparsystem mit Langzeitschutz und Gestaltungsvielfalt?
Eine kleine Orientierungshilfe mögen - neben den eingangs zitierten Korrekturen zum Glaser-Verfahren – die vom IBP ausgesendeten Signale. Das Thema zu dem 2. Fachseminar des Fraunhofer Solar Building Innovation Center SOBIC am 30.11.2004 lautet „Wärmeschutz mit IR-reflektierenden Folien oder Beschichtungen“.
Bemerkenswert sind die Inhalte der Grafiken auf dem Flyer: man unterscheidet zwischen Nacht (Trocknung) und Tag (Befeuchtung), zwischen solarere Einstrahlung und langwelliger Abstrahlung, zwischen Dampf- und Feuchtetransport, man berücksichtigt Enthalpie und Konvektion - und man unterscheidet zwischen dem Entladen und dem Aufladen des Wärmespeichers (!) der Wand.
Im Juni 2000 erschien die Richtlinie "Bestimmung des solaren Energiegewinns durch Massivwände mit transparenter Wärmedämmung" des Fachverbandes Transparente Wärmedämmung e.V. Als Autor der Überarbeitung der zweiten Auflage wird Hr. Dr. Werner J. Platzer vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) angegeben, der bereits der Redaktion der ersten Auflage des Arbeitskreises Normung des Fachverbands TWD angehörte.
Das Prinzip der TWD wird eingangs erläutert: "Mit dem Prinzip der transparent wärmegedämmten Solarwand lassen sich auf angenehme, komfortsteigernde Art solare Gewinne erzielen. Die wärmespeichernde Massivwand, die vorgesetzte oder aufgebrachte transparent- wärmegedämmte vorgesetzte Schale mit ihren Eigenschaften bestimmen den Wirkungsgrad dieser solaren Niedrigtemperaturheizung."
Bemerkenswert ist die Erläuterung zur Rolle der massiven Außenwand: "Zur Speicherung der solaren Gewinne ist ein massives Wandbauteil raumseitig zum TWD-Bauteil sinnvoll. Die Wärme muss durch dieses Bauteil nach innen abgeführt werden, daher ist ein nicht allzu hoher Wärmewiderstand erwünscht. Auch sollte die Massivwand die Wärme gut speichern. Baustoffe ab 1200 kg/m3 werden daher empfohlen."
Im Sinne der Definition dieser Richtlinie darf eine mit TKMT beschichtete Außenwand als solare Wand zu betrachten sein, die durch das Zusammenwirken von opakem Kollektor und Speicher funktioniert.
Insgesamt darf man gespannt sein, welche Tendenzen und Entwicklungen in der deutschen Bauphysik noch zu beobachten sein werden, die letztendlich theoretisch und in der bekannten wissenschaftlichen Verpackung das untermauern, was seit Jahren in der Darstellung von und bei der Anwendung mit TKMT als gesicherte Kenntnisse gilt.
* TKMT = Thermokeramische Membran Technologie mit endothermischen Effekten
Informationen: www.dimagb.de
Autor: M. Bumann Berlin, 07.09.2004 © DIMaGB.de
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Der guten Ordnung halber ... ... muss man feststellen, dass es nach wie vor Einsatzfälle geben wird, wo man auf eine vernünftige Wärme-dämmung nicht verzichten kann. Aber hier und gerade im Bestand stellt die TKMT eine wertvolle Ergänzung zum WDVS dar: sie wirkt präventiv oder hochwirtschaftlich sanierend. Z.B. kann man mit dem Produkt TS der SICC GmbH Berlin "abgesoffene" WDVS sanieren, indem sie getrocknet werden und somit wieder funktionieren. Noch dazu ist das Problem der Veralgung auf lange Zeit gelöst. Weitere Anwendungsfälle wären z.B. die Kombination einer kapillar leitfähigen Innendämmung mit der TKMT, weil dann das Tauwasserproblem gelöst ist. Denkbar wäre auch ein WDVS, das kapillar leitend ist und mittels TS entfeuchtet wird. Doch diese zwei Systeme wären erst noch zu entwickeln. Bislang ergeben sich vielfältige Anwendungsgebiete für TS als Repräsentant der TKMT mit wissenschaftlich beschriebenen Funktionsmechanismen und praktisch belegten Ergebnissen:
Autor: M. Bumann Berlin, 10.04.2005
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Wärmetransporte in Außenbauteilen - mikroskopisch und komplex betrachtet
Auf der Internetseite „Bauphysik für jedermann“ bei DIMaGB.de – Informationen für Bauherren werden die drei Formen des Wärmetransportes behandelt: Wärmeleitung, Wärmestrahlung und Konvektion. Daran ist an sich nichts neues, interessant sind die Thesen zum Wärmedurchgang in verschiedenen Stoffen [2].
Sie gipfeln darin, dass die Behauptung aufgestellt wird, dass Wärmeleitung und Wärmestrahlung in Kombination auch in opaken festen Stoffen stattfinden. Dies passt so gar nicht zu den herkömmlichen Vorstellungen, die in der DIN 4108 festgeschrieben sind und als relevante Größe den Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit postulieren – allen bekannt als U-Wert.
Auch wird die These vertreten, dass der U-Wert nur eine von vielen Kenngrößen sei, zudem noch eine veränderliche. Die Forderung nach komplexer Betrachtung der Vorgänge im Energiehaushalt von Außenbauteilen ist als prinzipiell richtig zu betrachten, weist jedoch der U-Wert-Theorie nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Zudem wird, insbesondere in einem neulich veröffentlichten Fachartikel, behauptet, man könne Heizenergie im Gebäude auch ohne Wärmedämmung einsparen.
Halten diese Ausführungen einer wissenschaftlichen Prüfung stand? Das soll im Folgenden untersucht werden, wobei auf den Stand der Wissenschaft reflektiert werden soll.
Im August 2003 wurde von Hr. Dr. Schnir, Institut für Physik an der Universität Oldenburg ein mathematisches Modell der Wärmeschutzeigenschaften einer Fassadenbeschichtung mit keramischen Hohlkügelchen aufgestellt [1]. Dieses Modell konnte sowohl durch mathematische Simulation als auch anhand gemessener Werte verifiziert werden. Analysen anderer Wissenschafter, z.B. vom Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie, bestätigen die gute Eignung des Modells zur Widerspiegelung der komplexen Vorgänge.
Das Modell basiert sowohl auf einer zahlenmäßigen Lösung eines standardisierten Wärmeausgleichs in Kombination mit einer phänomenologischen Charakterisierung der Beschichtungseigenschaften. Es funktioniert durch die Einbeziehung kollektiver Eigenschaften wie Diffusion und Absorption, Querschnitt von einfachen Mikrosphären, Konzentration und größendispersive Verteilung. Insofern behandelt es nicht ausschließlich die Wärmeschutzfähigkeit thermokeramischer Beschichtungen durch Reflektion und Übertragung von IR und MIR (infrarote und mittlere infrarote optische Strahlung) an der Außenwand.
Die methodischen Fehler der DIN 4108 [3] offenbaren sich zudem sehr deutlich im Vergleich mit den fundamental neuen und komplexen Betrachtungsweisen. So werden grundlegende thermodynamische Eigenschaften des Beschichtungssystems zur integrativen Betrachtung von Konvektion und Wärmeleitung herangezogen und bei den Koeffizienten für Brechung und Absorption werden die Wellenstufen im IR und MIR s.o.) berücksichtigt. Zudem werden streuende Querschnitte von der klassischen MIE Theorie übernommen und hinsichtlich der strukturellen Eigenschaften fließen die Kenngrößen Konzentration und Größenverteilung, durchschnittliche Größe sowie Innen- und Außendurchmesser ein.
Die Methode zielt auf einen integral-differenzialen Ausgleich der Wärmeübertragung ab, wobei die Methode der Finiten Elemente zu einer zahlenmäßigen Lösung verhilft. Im Ergebnis sind Reduzierungen des Wärmeverlustes in der Größenordnung von 40% erzielbar, praktisch belegt sind Werte an mehreren gemessenen Objekten in der Größenordnung 25-30%.
Das beschriebene Modell liefert die Erklärungen für die Wirkungsweise des Beschichtungssystems mit keramischen Hohlkügelchen (bubbles). So resultiert das spektrale Trennvermögen aus einfachem Rückreflektieren, unterstützt durch Interferenzeneffekte. Eine wichtige Einflussgröße ist die Größenverteilung der Kügelchen, wobei ein Konzentrationsanstieg der keramischen Sphären das spektral integrierte Reflexionsvermögen ansteigen lässt.
Zu ähnlichen Ergebnissen kam man im Institut für Umweltphysik der Universität Bremen. Als fundamental darf die Feststellung zu werten sein, dass neben molekularer Bewegung und Konvektion die Komponente der Wärmestrahlung vollständig (!) berücksichtigt wird.
Es wurden jedoch auch Anregungen geliefert, die Ausgangspunkt weiterer Untersuchungen sein sollen. So wird z.B. die Anwendung der Streuungstheorie für Zwei-Schicht-Partikel vorgeschlagen. Auch sollte der Ausgleich des Strahlungstransfers für Konzentrationen oberhalb des Bereiches kleiner Konzentrationen näher betrachtet werden. In Abhängigkeit von der Konzentration sind die Parameter volumetrische Absorption und Streuungseigenschaften anzupassen.
Ein weiterer Meilenstein in der Bauphysik wäre, dem Vorschlag zu folgen, den Einfluss der vertikalen Inhomogenität des im Beschichtungssystem enthaltenen Gases auf den Strahlungswärmetransfer zu prüfen. Mithin liegt ein ausbaufähiges Modell vor, das ein komplexes physikalisches Problem des Wärmetransportes realitätsnah abbildet. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass mit der Software DK solar der Firma Delzer Kybernetik bereits die weitgehende Umsetzung für die praktische Anwendung vorliegt.
Betrachtet man das deutsche Normenwesen, ist festzustellen, dass es an Fülle eher nicht mangelt. Mit den Aktualisierungszyklen dürfte die Beuth GmbH durchaus zufrieden sein. Doch weder in DIN 4108 noch in DIN 832 [4] lassen sich die oben geschilderten komplexen Ansätze auch nur versuchsweise finden. Der Reigen untauglicher genormter Vorgaben ließe sich bis zum Überdruss fortsetzen, fürs erste wäre eine Umschreibung der DIN 6946 wünschenswert.
Wenigstens lassen die zarten Ansätze bei IBP und PTB bei der Wiederentdeckung von Feuchte und Strahlung hoffen. Möge man den Lorbeer der Wiederentdeckung gönnen, wenn nur die Ergebnisse Eingang in die oben genannten Normen finden würden. Auch für die – noch als Vornorm kursierende - DIN V 4701-10 2001-02 Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen wäre dies recht hilfreich.
Die Lösung der energetischen Probleme des Bauens im Bestand, aber auch bei Neubauten, kann nicht im ewigen „Fortschreiben“ der Normen wie gehabt liegen. Die Änderungsnovelle zur aktuellen Energieeinsparverordnung erfolgte lediglich wegen der Anpassung des technischen Regelwerks, die betreffenden Normen sind oben genannt. Wissenschaftliche Erkenntnisse in der Qualität des hier beschriebenen Modells sind nicht eingeflossen. Die Gründe mögen dahingestellt bleiben, dass eine parallele Reproduktion auszuschließen wäre ist angesichts der eingesetzten Forschungsmittel nicht anzunehmen.
Die wirtschaftliche und Substanz erhaltende Lösung kann nur lauten: Energie einsparen ohne Dämmung. Oder mit den Worten des britischen Schriftstellers Aldous Huxley (1864 - 1963): „Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.“ In diesem Sinne sei die Hoffnung geäußert, dass die hier beschriebenen Grundlagen in den betreffenden Fachkreisen zur Kenntnis genommen werden und zu richtigen Schlussfolgerungen befähigen mögen.
Literatur:
[1] Dr. J. Shnir: Mathematical modeling of the heat-protection properties of the composite coating consited of hollow ceramic microspheres, Instituit für Physik, Universität Oldenburg, 25.08.2003
[2] Dipl.-Ing. M. Bumann: Bauphysik für jedermann „Eine Übersicht zu den 3 Arten des Wärmetransports“, DIMaGB.de – Informationen für Bauherren, 2002
[3] Hrsg. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden, novelliert in 2004 mit DIN 4108 Beiblatt 2:2004-01 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Wärmebrücken - Planungs- und Ausführungsbeispiele und DIN V 4108-6 Berichtigung 1:2004-03 Berichtigungen zu DIN V 4108-6:2003-06
[4] Hrsg. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN EN 832 Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden, aktuelle vorliegend als DIN EN 832:2003-06 Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden - Berechnung des Heizenergiebedarfs - Wohngebäude (enthält Berichtigung AC:2002); Deutsche Fassung EN 832:1998 + AC:2002
[5] Hrsg. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN EN ISO 6946:2003-10 Bauteile - Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient - Berechnungsverfahren (ISO 6946:1996 + Amd 1:2003, enthält Änderung A1:2003); Deutsche Fassung EN ISO 6946:1996 + A1:2003
Informationen: www.dimagb.de
Autor: M. Bumann Berlin, 07.09.2004 |
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| und hier noch ein Bildchen dazu: |
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Das Schwarze Haus II |
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| BV: Neubau, Fassadenbeschichtung Ort: Konstanz Datum: Januar 2004 Produkt: TS Exterieur accent Base schwarz Ergebnis: Innentemperaturen nicht höher als bei heller Farbe Der Putzhersteller verweigerte die Gewährleistung und er prophezeite eine gerissene Fassade innerhalb von höchstens 2 Jahren. Seine Einschätzung zu den Oberflächentemperaturen (> 100°C) konnte nicht bestätigt werden, es wurden 60...70 °C erreicht. |
Matthias G. Bumann |
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Jens P. Fehrenberg Energie-Einsparen durch nachträgliche Außendämmung bei monolithischen Außenwänden? In der Praxis kommt wenig heraus! erschienen in: vbn-info Sonderheft WärmeEnergie 2003 © alle Rechte beim Autor Nachdruck mit Genehmigung für DIMaGB.de HTML-Bearbeitung: DIMaGB.de, 04.2005 Wir müssen – gesetzlich gezwungen – bei Sanierungen den rechnerischen Dämmwert [Verlustfaktor U in W/(m2 K)] auf ein bestimmtes Maß senken. Vergleichen wir den alten, also vorhandenen Verlustwert mit dem neuen, errechneten, so halbiert sich der Verlust mindestens. Das signalisiert offensichtlich eine Halbierung des Heizenergieverbrauchs. Ausgangspunkt der nachfolgenden Ausführungen ist die Frage, ob diese nachträgliche Ausrüstung monolithischer Außenwände (Mauerwerk, ein- oder mehrschalig) mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) tatsächlich eine Verringerung der Heizenergieverbräuche erbringt und wenn ja, wie groß der Einsparfaktor ausfällt. Aus den wiederholten Veröffentlichungen in der Presse reichen diese Einsparungen von „drastisch“ über „leicht 50 %“ bis sogar „70“ [Beispiele Zeitungsausrisse, Bild 1]. Zurecht verärgert registrierten Wohnungseigentümer, dass trotz einer teuren Dämmmaßnahme ihre zu zahlenden Heizkosten im Vergleich zu gleichartigen Nachbargebäuden nicht gesunken waren [Bild 2]. Zur Überprüfung wurde der Energieverbrauch verschiedener großer „Wohnblöcke“ [Beispiel Bild 3] verglichen. Im Gegensatz zum Einfamilienhaus, wo das individuelle Wohnverhalten sich sehr stark auf die Energiebilanz auswirkt, gehen wir bei größeren Einheiten davon aus, dass eine Durchmischung der Verhaltensweisen vorzufinden ist. Sie reicht vom älteren Ehepaar, welches – nicht mehr berufstätig – sich die meiste Zeit in den gut geheizten Wohnräumen aufhält und häufig auch ständig ein Fenster in Kippstellung stehen hat, bis zum jüngeren Paar, wo beide Partner voll berufstätig sind, morgens beide duschen, die Wäsche in der Wohnung zum Trocknen aufgehängt wird und die Heizkörperthermostate zur Ersparnis auf eine niedrige Stufe eingestellt werden. Die untersuchten Gebäude standen mehr als sieben Jahre ohne WDVS, also ausgetrocknet (ohne Baufeuchte), waren zentral beheizt und hatten eine individuelle Warmwasserbereitung, so dass der Energieverbrauch ausschließlich für Heizzwecke anfällt. Sie waren dann mit einem WDVS nachgerüstet und damit wiederum mehrere Jahre betrieben worden. Wenden wir die Berechnungsmethode nach DIN 4108 an [Bild Beispiel 4], dann ergibt sich: Wenig Dämmstoff bringt viel – viel Dämmstoff bringt wenig mehr. Die Berechnung für die Außenwand lediglich über den U-Wert, also den Heizenergieverlust pro Quadratmeter Wandfläche, führt bei einer „Styroporisierung“ rechnerisch zu hohen Ersparniswerten um etwa 50 %, z. B. von 1,059 W/(m2 K) mittels Dämmstoff auf 0,408 W/(m2 K) [Beispiel aus Bild 5]. Daraus folgend werden offensichtlich die o. a. gewaltigen Heizenergieersparnisse propagiert. Es kann hier eingefügt werden, dass es bisher mühselig war, geeignete Objekte zu finden und wenn, dann taten sich die jeweiligen Wohnungsverwaltungen sehr schwer, mit den Daten herauszurücken. Erst die „Androhung“ von Schadenersatzklagen durch Wohnungseigentümer, dass nämlich eine Amortisation der Investition möglicherweise nicht oder fast nicht gegeben sein könnte, weckte das Interesse und führt zu einem allmählichen Umdenken und Hergabe der Daten [Bilder 6-1 und 6-2]. Die auf die Quadratmeter beheizter Wohnfläche umgelegten Daten ergeben bei U-Werten von etwas über 1,0 W/(m2 K) Verbrauchswerte von 11,2 bis 17,7 m3-Erdgas, was einem Wärmebedarf von ca. 112 bis 177 kW/h je m2/Jahr entspricht. Damit liegen jedoch die Werte deutlich unterhalb der „bösen Altbauten“(250 kW/h) die immer wieder von bestimmten Kollegen angeprangert werden. Sie rücken viel eher an die Werte der Wärmeschutz-Verordnung von 1984 (150 kW/h) heran [Bild Vergleich 7]. Wer diese merkwürdig hohen Werte ermittelte und wie ist mir nicht bekannt. Prof. Dr.-Ing. Gertis sagte auf meine diesbezügliche Frage beim Symposium des VBN zu dem Thema in Hannover, er habe diese Werte „aus pädagogischen Gründen“ in seine Grafik eingefügt. Um den gesamten Heizenergieverbrauch eines Bauwerks zu verfolgen, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Allein der tatsächliche Heizenergieverbrauch durch die Wandfläche folgt zahlreichen anderen Parametern [Bild 8]. Der deutlichste Einfluss geschieht sicher durch das Wetter: Kalte Winter erfordern signifikant mehr Energieeinsatz, als milde Winter. Das merkte auch schon ein Bewohner vor hunderten von Jahren, als er noch nicht wusste, was ein U-Wert bedeutet, an seinem notwendigen Brennstoffeinsatz. Innerhalb der Heizperiode wirken sich aber z. B. Besonnungen der Fassaden energieabflussbremsend aus (solare Einstrahlung); ebenso kühlt der Wind eine Fassade ab durch die Beeinflussung der Laminarschicht im Bereich des Wärmeübergangs außen. Die Rückstrahlung ist in klaren Winternächten deutlich höher, als bei bewölktem Himmel. Diese Tatsachen werden aber bei der offiziellen Berechnungsmethode nicht berücksichtigt, weil wir dort annehmen, dass es draußen kontinuierlich minus 10 °C oder gar minus 15 °C-Grade kalt ist. Wir rechnen also mit einer starren Witterung, die jedoch in Wirklichkeit sehr dynamisch ist. Die Wetterdaten für den Standort Hannover wurden ausgewertet. Dabei wurde der mittlere Temperaturverlauf in verschiedenen Monaten der Heizperiode verglichen [Bild 9]. Dies ergab, dass ein Monatsmittelwert von Oktober bis März, also über ein halbes Jahr betrachtet, sehr gut als typischer Wintertemperaturverlauf dargestellt werden kann [Bild 10]. Bemerkenswert ist, dass die höchste Temperatur der letzten 20 Jahre bei +12,6 °C (Okt.), die tiefste bei -6,8 °C (Feb.) lag; der Mittelwert liegt bei +4,12 °C, also deutlich über dem Rechnungsansatz Glaser von –10 °C! Wände, die rechnerisch durchfrieren, in denen sich also Eiskristalle befinden, verhalten sich anders, als Wände oberhalb der Frostgrenze, da im Aggregatswechsel Energieeinsatz bzw. –freigabe stattfindet. Die Energieverbrauchswerte von verschiedenen Objekten wurden auf den Verbrauch pro beheizter Wohnfläche umgelegt und in der Tabelle eingetragen. Parallel und im Maßstab angepasst wurde der Temperaturmittelwert der Heizperiode übertragen. Es ergibt sich gut erkennbar die Abhängigkeit von Außentemperatur und Energieverbrauch [Bild 11]. Die Auswertung der Grafik zeigt, dass die beiden großen Gebäude (BK und TK) aus den 70er Jahren schon ganz unterschiedliche Ausgangs-Verbrauchswerte haben, nämlich 3 bis 4 m3/m2 Erdgas Differenzwert. Diese Differenz verringert sich nach der „Styroporisierung“ auf 1,5 bis 2,5 m3/m2 Erdgas. Der Abstand zur „Wetterkurve“ schwankt bei BK zwischen ca. +4,65 Teilstrichen und -1,45 Teilstrichen; nach der „Sanierung mittels WDVS“ zwischen –0,5 und –3,8, woraus eine geringe Ersparnis abgeleitet werden kann. Der Abstand zur „Wetterkurve“ schwankt bei TK zwischen ca. +6,35 Teilstrichen und +1,25 Teilstrichen; nach der „Sanierung mittels WDVS“ zwischen +2,45 und +7,75, woraus ebenfalls eine geringe Ersparnis abgeleitet werden kann (1,5 m3?). Insgesamt gesehen ist aber deutlich erkennbar, dass die „gewünschten“ oder die aus der Solo- Berechnung der U-Werte hergeleiteten (Halbierung!) Ersparnisse nicht erreicht werden. Dies ergibt sich allerdings auch aus einer Gesamtbilanz-Betrachtung: Je nach dem, wo mit der Rechnung begonnen wird und wer sie aufgestellt hat, bei Verlustanteilen oder bei der Aufteilung der Verluste [Bild 12], hat der Wärmeverlust durch die Außenwände einen Anteil zwischen 10 und 20 %; nach Lohmeyer zwischen 15 und 20 % [Bild 13]. Werden hiervon rechnerisch (!) 50 % gespart, ergibt das im Gesamtverbrauch eine Reduzierung auf 95 bis 90 %. Die tatsächlich erzielten Einsparungen liegen nach den bisherigen Auswertungen durch uns in knapp ähnlichen Größenordnungen. Sie bewegen sich insgesamt unterhalb von 10 %, nämlich zwischen 3 und 7 %. Dabei konnten wir nicht feststellen, dass die Dicke des Dämmstoffes von mehr als 8 cm auch mehr Ersparnis bringt. Diese relativ geringen Energie- Einsparwerte lassen sich jedoch auch durch andere Maßnahmen herbeiführen. Allein die Pflege der Wände hinsichtlich Rissebehandlungen, ein entsprechender Dachüberstand, der Niederschlag fernhält oder passive Trocknungsmaßnahmen feuchter Wände durch entsprechende Außenbeschichtungen können bei Altbauten ebenfalls Heizenergieeinsparungen von 3 bis 7 % bringen. Dabei stellen diese Möglichkeiten sowohl preiswertere, als auch konstruktiv risikolosere Maßnahmen dar. Sie erzeugen auch keine künftigen Entsorgungsprobleme, die ja eines Tages für die WDVS eintreten werden. Dies ganz besonders, wenn wir aktuell erleben, dass „Niedrigst- Energie-Häuser“ propagiert werden, bei denen 30 cm (in Worten dreißig Zentimeter!) dicke Styroporblöcke auf Außenwände geklebt werden. Insbesondere bei denkmalwerten Gebäuden kann eine „Styroporisierung“ einer Fassade nicht infrage kommen. Hier sind alle anderen Möglichkeiten vorzuziehen. Absichten der Heizenergieeinsparung erfordern ein individuelles und umfassendes Konzept, welches von der Erneuerung der Heizungsanlage und dem Schornstein über den Austausch von alten Einfachfenstern oder bei der Denkmalpflege hin zu z. B. Kastenfenstern führt. Hier stecken weitaus größere Ersparnis- Potentiale, als in Wärmedämmverbundsystemen. Es ist also der Architekt gefragt, der umfassend energetisch prüft und bewertet. Falsche Beratung und das Versprechen von hohen Einspareffekten, die gar nicht eintreten, kann Schadenersatzansprüche auslösen. Es kann sich nämlich herausstellen, dass eine investive Baumaßnahme unwirtschaftlich war – und das will nicht einmal die EnEV (siehe §§ 16 und 17). |
Abbildung 2: ![]() |
Abbildung 3: ![]() |
Abbildung 4: ![]() |
Abbildung 5: ![]() |
Abbildung 6.1 und 6.2: ![]() ![]() |
Abbildung 7: ![]() |
Abbildung 8: ![]() |
Abbildung 9: ![]() |
Abbildung 10: ![]() |
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