dimagb.de

.: Home  .: Inhaltsverzeichnis Bereich: Bauen im Bestand  .: Suchen



.: richtigbauen.de   .: richtigsanieren.de   .: schimmelpilz-sanieren.de

► Das ist eine Archivseite. Achten Sie auf das jeweilige Datum der einzelnen Artikel. ◄

Infotipp:
:: Artikel im Download
bei
richtigbauen.de
:: Bestandsgebäude

:: Energie
:: Energieausweis
:: Wärmedämmung
bei
richtigsanieren.de
:: Altbauten

:: Praxisbeispiele
:: Wärmedämmung
bei
schimmelpilz-sanieren.de

:: Wärmedämmung und Schimmel

 

  


Auf dieser Seite:
WDVS = Wärme-Dämm-Verbund-System (auch Vollwärmeschutz genannt)
und:
Rechen-, Bilder-, Öko-, Text-, Beweis- und Einspar-Rätsel
Die WDVS-Rätselseite

mit Beiträgen vom FV WDV und seinen Mitgliedern.

Vorsicht! Nur für Erwachsene mit starken Nerven!

und vertiefende Informationen:


Ein Dämmwunder

 Das Ziel der EnEV besteht in der Reduzierung des Jahres-Primärenergiebedarfs QP = (Qh + QW) x eP

 QP = Jahres-Primärenergiebedarf
 Qh = Jahres-Heizwärmebedarf
 QW = Zuschlag für Warmwasser
 eP = Anlagenaufwandszahl

Durch eine Dämmmaßnahme wird im Wesentlichen nur der Jahres-Heizwärmebedarf Qh beeinflusst. Der setzt sich zusammen aus dem spezifischen Transmissionswärmeverlust HT, dem spezifischen Lüftungswärmeverlust sowie den solaren und internen Gewinnen.

Durch eine Dämmmaßnahme wird nur der spezifische Transmissionswärmeverlust beeinflusst, allerdings nur der Anteil aus der Wandfläche. Das leuchtet jedem ein: mit einer Wärmedämmung verändert man nur den U-Wert der Außenwand, die U-Werte von Sohle, Dach und Fenstern bleiben davon unberührt.

Also ist lediglich UAW (bezogen auf die bekannte Fläche AAW ) in der Formel für den spezifischen Transmissionswärmeverlust als die einzige veränderte Größe anzusehen. Bei linearer Umrechnung sei der Logik gefolgt: wenn ich den U-Wert durch ein WDVS verbessere, verringere ich proportional den Energieverlust aus Transmission durch die Außenwand.

Beispiel: man verringert den U-Wert der Außenwand um 50% - dann verringern sich die Transmissionswärmeverluste durch die Außenwand um 50%. Das ist über den Daumen gerechnet, weil in der U-Wert-Formel der innere und der äußere Übergangswiderstand mit gerechnet werden und weil in der Formel für HT einen Anteil von 0,05 A beinhaltet. 

Aber das können wir getrost vernachlässigen. Denn andere rechnen noch viel großzügiger, wie uns das folgende Beispiel zeigt. Zitat:

„Wenn die Fassade eines älteren Gebäudes einen neuen Anstrich nötig hat, dann empfiehlt sich die Renovierung inklusive Wärmedämm-Verbundsystem. … Ein Einfamilienhaus aus den 60er Jahren mit etwa 150 m2 Wohnfläche benötigt jährlich 3.400 m3 (bzw. 34.000 kWh) Gas. Zieht man davon den Warmwasserverbrauch von etwa 4.000 kWh (4 Personen à 1.000 kWh) ab, bleiben 30.000 kWh für die Beheizung übrig. … Der Heizenergieverbrauch kann langfristig von heute 30.000 auf 10.000 kWh pro Jahr (-66%) gesenkt werden.“

Quelle: Internetseite des Fachverbandes WDVS (Link) – eine Kopie liegt beim Autor.

Fragestellung: Um wie viel % muss ich den U-Wert der Außenwand verbessern, damit der Heizwärmebedarf um x % verringert werden kann? Ausgangsdaten: x = -66%. Dazu zwei lustige Bildchen, nach deren Vergleich man sich fragen darf, wie dünn denn eigentlich gedämmt wurde. 

D H(T) =

-66%

 

Fl.anteil AW

D U soll

 

35%

-189%

 > -100% !

40%

-165%

 > -100% !

45%

-147%

 > -100% !

50%

-132%

 > -100% !

55%

-120%

 > -100% !

60%

-110%

 > -100% !

65%

-102%

 > -100% !

70%

-94%

 

75%

-88%

 

80%

-83%

 

85%

-78%

 

90%

-73%

 

Tabelle 1: Übersicht zur Relation von D U soll bezogen auf den Flächenanteil der Außenwand  

D H(T) =

-66%

Fl.anteil AW

D U soll

66%

-100%

67%

-99%

68%

-97%

69%

-96%

70%

-94%

71%

-93%

72%

-92%

73%

-90%

74%

-89%

75%

-88%

Tabelle 2: wie Tabelle 1, jedoch in kleineren Schritten

Legende:
Fl.anteil AW = Flächenanteil der Außenwände an der Wärme abgebenden Fläche (Hüllfläche)
D U soll = der erforderliche Wert der U-Wert-Änderung als Funktion des Außenwandflächenanteils
D H(T) = der Ihnen suggerierte Einsparwert des Heizenergieverbrauchs (siehe Zitat)

Was sagen uns die beiden Tabellen? Man muss den U-Wert der Außenwand um 99% verbessern, wenn man bei einem Flächenanteil der Außenwand von 67% auf den Zielwert D H(T) = -66% kommen will. Oder: man muss den U-Wert der Außenwand um 88% verbessern, wenn man bei einem Flächenanteil der Außenwand von 75% auf den Zielwert D H(T) = -66% kommen will.

Das ist reine Mathematik. Das einzige Problem: der Anteil der Außenwand kann bei dem Einfamilienhaus gar nicht über 50% betragen. Das ist reine Geometrie. Und den U-Wert kann man nicht um 100% und mehr verbessern. Das ist reine Bauphysik.

Bei dem abgebildeten Haus kann man schätzen: Grundfläche = 8 x 11 m, Traufhöhe = 3,5 m und Firsthöhe = 8,5 m. Dann kommt man auf ca. folgende Flächen: Sohle = 88 qm, Dach = 141 qm, Fenster = 43 qm, Wand = 130 qm, gesamt = 402 qm Wärme abgebende Hüllfläche, Außenwandanteil = 32%.

Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf. Auch bei 40% oder 50% Flächenanteil der Außenwand ist das noch ein Humbug (siehe Tabelle 1).

 © DIMaGB.de, 12.2004


Ein Bilderrätsel
 

Fotos: FV WDVS


Ganz oben, das ist die Vorlage, ein Einfamilienhaus aus den 60ern, vor und nach der Anbringung eines WDVS. Um ein paar Details erkennen zu können, wurden die Bilder zunächst auf 200% vergrößert. Danach wurden die Bilder gleich bearbeitet: Kanäle getrennt in RGB- bzw. HSL, konvertiert in Graustufen, im Schwellenwert verändert, invertiert. Dadurch werden die Details unterschiedlich betont.

Unterschiede erkennt man am Schattenwurf, d.h. die Bilder wurden scheinbar zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen. Man sollte annehmen, dass ca. 2 Wochen zwischen den Aufnahmen liegen, denn ein WDVS kann man nicht in 1-2 Tagen anbringen. Wie aber kommt es dann, dass die Büsche, Bäume und Sträucher auf beiden Bildern identisch strukturiert sind? Selbst die Rasenstruktur ist scheinbar identisch und auffällige Wolkendetails erkennt man (zufällig?) auf beiden Bildern an ein und derselben Stelle. Wunder über Wunder, Zufälle über Zufälle.

Jetzt nun die Rätselfrage:
woran erkennt man, dass dieses Gebäude mit einem WDVS versehen wurde?

  1. am Dachüberstand?

  2. an der Größe der Fensteröffnungen?

  3. an den Leibungstiefen der Fenster?

  4. am Sockelüberstand?

  5. an den gemauerten Fenstereinfassungen der Traufseite?

  6. am Abstand zwischen Torbogen und Außenwandkante Giebel?

  7. an der Firstlänge des Vordaches?

Und hier die Sonderrätselfragen:

  • Wie lässt es sich meteorologisch oder astronomisch erklären, dass der Schatten in der unteren rechten Ecke des linken Bildes in einer auffallenden Geraden bis ans Haus heran verläuft, ohne dass die Oberfläche der Heckenreihe im Schatten liegt?

  • Wie lässt sich der auffällige Unterschied im Schattenwurf im Eingangsbereich erklären?

  • Wie lässt sich der auffällige Unterschied im Schattenwurf des Regenrohres erklären?

  • Handelt es sich gar um eine Neuauflage der Broschüre "Bauherren angeschmiert" aus 1999?

Fragen über Fragen, jedoch keinerlei Behauptungen. Zudem ist die Quelle genannt, inhaltliche Auseinander-setzung mit dem angeschnittenen Thema ist erwünscht. Alle sind eingeladen, zur Lösung des Bilderrätsels beizutragen. Für Ihre Zuschrift: Hier gelangen Sie zur Kontaktseite mit Adresse und E-Mail. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit.

 © DIMaGB.de, 12.2004
 

Zusatz:

Dasselbe Haus findet man als Referenzobjekt in der Broschüre:
Technische Systeminfo Nr. 5
Wärmedämm-Verbundsysteme
zum Thema Langzeitbewährung
auf der Seite 13.

Mittels Scan erhält man Bilder mit besserer Auflösung, um mehr Details erkennen zu können, wie z.B.
den Sockelüberstand, die gemauerte Fenstereinfassung ... - einfach verblüffend.


Hoch giftig und doch "ökologisch"?

Was bedeutet "ökologisch"? Ein Begriff wird so oft benutzt, bis keiner mehr weiß oder hinterfragt, was er eigentlich bedeutet. Weitere Worthülsen sind z.B. "nachhaltig" - bei den meisten Verwendungen des Begriffes scheint es offenbar nur darum zu gehen, den Verbraucher nachhaltig hinters Licht zu führen.

14 Fragen zum Dämmstoff-Recycling, die unbeantwortet blieben, zeigen uns z.B., dass man hierzulande die Freiheit haben darf, hervorragende Ökobilanzen für Baustoffe und -systeme ausstellen zu dürfen, ohne den Stoffkreislauf zu Ende zu betrachten. Ist es etwa ökologisch, wenn am Ende die Halde oder die so genannte "thermische Verwertung" steht? Aber auch dafür lassen sich Worthülsen und Definitionen finden, um das schnöde Verbrennen oder das  Auf-Halde-Kippen dem Recycling zuzuordnen.

Gern wird mit der energetischen Amortisation hausieren gegangen (vereinfacht: man spart so viel Energie ein, wie zur Herstellung benötigt wurde). Die Umwelt schonen ist eine feine Sache, jedoch sei die Frage gestattet zu welchem Preis dies erfolgt. Für den Bauherren ist die finanzielle Amortisation nun mal nicht uninteressant.

Dazu gehört die Betrachtung des tatsächlichen Lebenszyklus, inklusive der tatsächlichen Instandhaltungszyklen. Man mag über WDVS philosophieren, wie man mag, interessant wird die Antwort auf die Frage: Wie  kommt es, dass viele Hersteller von WDVS auch teure Sanierungssysteme anbieten? Und warum bescheren diese Systeme den Herstellern erfreuliche Umsatzzahlen?

Was auch nicht so gern weiter gegeben wird: jährlich werden beim Herstellungsprozess von Polystyrol ("Styropor") 2.000 - 3.000 Tonnen Styrol und etliche Tonnen Pentan. Ausgangsstoff für die Polystyrolherstellung ist das giftige Reinstyrol. Es entsteht nach einem langen Herstellungsprozess mit hohem Energieverbrauch und unter Einsatz hoch toxischer Stoffe wie Ethylbenzol, Benzol, Antimontrioxid und Aluminiumchlorid. Polystyrol entsteht durch Polymerisation, wobei 1,5% des Reinstyrols in die Umwelt entweichen, Pentan entweicht zu 50%. Auch die Herstellung von Pentan ist sehr energieaufwendig. Wo tauchen diese Informationen auf? Welche "Ökobilanz" spiegelt diese Umstände wieder?

Also, "um die Umwelt zu schützen" wird u.a. Styropor hergestellt und z.B. als WDVS verarbeitet - wobei jährlich tausende Tonnen Gifte und klimawirksame Gase freigesetzt werden!

Solche und andere brisante Informationen erhalten Sie weder auf der Internetseite des Fachverbandes WDVS, noch in dessen Prospekten und Broschüren, noch bei Herstellern. Stattdessen werden einem wundersame Erscheinungen präsentiert (siehe oben: das Dämmwunder). Es ist schlichtweg falsch, wenn man behauptet, mit einem WDVS bei einem Einfamilienhaus 66% an Heizenergie einsparen zu können. Ein weiteres Beispiel, für wie naiv man den Verbraucher hält, stellt das Bilderrätsel des Fachverbandes WDVS dar.

DIMaGB, 15.03.2005

Mehr zum Thema "Ökobilanz von WDVS" erfahren Sie
hier:
Bewertung von Neubau-Wandkonstruktionen
unter ökologischen, ökonomischen und technischen Gesichtspunkten

Doch Vorsicht, die Studie ist nicht vom FV WDV, sie fällt daher nicht so rosig für WDVS aus.

DIMaGB, 20.08.2005


Vorwort:

In diesem Beitrag geht es um ein echt laufendes Beispiel aus dem so genannten Wettbewerb, in welchem dem FV WDV alle Mittel (Behauptungen ins Blaue, Lügen, Unterstellungen, getürkte Berichte usw. usf.) recht sind, um seinen Mitgliedern Marktanteile zu sichern und innovativen Produkte, die dem Bauherrn eine hoch wirtschaftliche Lösung an die Hand geben, vom Markt fern zu halten. Dass solche geistigen und literarischen Ergüsse nun ausgerechnet beim Fraunhofer IBP gehostet werden (Verweis siehe unten), ist bezeichnend für das hierzulande festzustellende Funktionieren von Netzwerken. Da jeder Taler zwei Seiten hat, steht Ihnen auch die Stellungnahme derjenigen, über die hergezogen wird, zur Verfügung. Es steht Ihnen natürlich frei, sich ein eigenes Bild zu machen. Die übrigen Beiträge helfen, das Bild abzurunden. Am Ende steht die Frage: worum geht es?
Auch dafür hat der FB WDV schon die Antwort parat: "wir müssen an die Mäuse der Leute kommen".

DIMaGB


Konsequenzen aus einseitigen Leistungsversprechen
Neue Europäische Rechtssprechung
2. Fachseminar Wärmeschutz mit IR reflektierenden Folien oder Beschichtungen


- Beginn des Zitates -
 
Auf der Grundlage der europäischen Rechtssprechung erfolgte in Deutschland die so genannte Schuldrechtsmodernisierung. Das Gesetz trat am 01.01.2002 in Kraft. Zahlreiche Rechtsvorschriften wurden dem neuen BGB angepasst – u. a. auch die für die heutige Thematik relevante VOB. Eine der wesentlichen Änderungen betrifft die Neufassung des Sachmangelbegriffs und damit verbunden Aspekte der Gewährleistung und Mängelhaftung.

Nach alten Recht bedeutete die Gewährleistung für den Auftragnehmer die Haftung
● für zugesicherte Eigenschaften
● für die vertraglich vorausgesetzte Gebrauchstauglichkeit sowie
● für die Abwesenheit von Fehlern (Abweichung zwischen Soll und Ist)

Nach neuem Recht (§ 434 BGB; § 13 Nr. 1b VOB-B) ist die Leistung sachmängelfrei, wenn sie
a) der vereinbarten Beschaffenheit entspricht
b) im Falle einer fehlenden Beschaffenheitsvereinbarung tauglich ist zu der nach dem Vertrag
     vorausgesetzten Verwendungseignung oder
c) sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist,
    die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann

a) Beschaffenheitsvereinbarung
Die Beschaffenheitsvereinbarung bezeichnet die Vereinbarung bestimmter Merkmale der Leistung. Die Verfehlung des vereinbarten Merkmals begründet verschuldensunabhängig Sachmängelansprüche, z.B. auf Nacherfüllung, Kostenerstattung oder Minderung. Nach altem Recht stellte nur die Einschränkung von Wert und Tauglichkeit einen Mangel dar. Nach neuem Recht ist jede Abweichung vom vereinbarten Merkmal ein Mangel – unabhängig von deren Auswirkung auf die Verwendungseignung. So kann beispielsweise auch eine Abweichung mit verbesserter Qualität ein Sachmangel sein.

b) Vertraglich vorausgesetzte Verwendungseignung
Diese liegt vor, wenn die Parteien im Vertrag den Verwendungszweck beschreiben oder sich sonst – auch stillschweigend – auf Verwendungszwecke einigen. Auch eine konkludente Einigung ist ausreichend. So hat ein Putz oder eine Beschichtung Schutz- und Gestaltungsfunktion zu erfüllen – dies sind stillschweigend vereinbarte Verwendungszwecke, deren Verfehlung, Nichterreichung oder nicht vollständige Erreichung zu einem Sachmangel führt. Im Unterschied zur Beschaffenheitsvereinbarung ist bei der Verwendungseignung deren Nichterreichung oder teilweise Erreichung entscheidend.

c) Gewöhnliche Verwendungseignung
Wenn weder eine Beschaffenheitsvereinbarung vorliegt noch eine nach dem Vertrag „vorausgesetzte Verwendung“ erkennbar ist, kommt es auf die Tauglichkeit für die gewöhnliche Verwendung an. Danach liegt Sachmangelfreiheit vor, wenn die Werkleistung sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller nach der Art des Werks erwarten kann.

Gewöhnliche Verwendungseignung
§ 434 BGB erläutert dieses Kriterium wie folgt: „Zu der Beschaffenheit nach Satz 2 Nr. 2 (gewöhnliche Verwendungseignung) gehören auch Eigenschaften, die der Käufer nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers, des Herstellers oder seines Gehilfen insbesondere in der Werbung oder bei der Kennzeichnung über bestimmte Eigenschaften der Sache erwarten kann.“

Entlastend für den Auftragnehmer gilt jedoch unverändert § 13 Nr. 3 in Verbindung mit § 4 Nr. 3 VOB-B:
Mängel, die durch Planungen, Anweisungen und vorgeschriebene Stoffe des Auftraggebers sowie durch die Vorleistungen anderer Unternehmer verursacht sind, gehen zu Lasten des Auftraggebers, wenn der Auftragnehmer seine Hinweispflicht aus § 4 Nr. 3 wahrgenommen hat.

Zwei Praxisbeispiele sollen die Konsequenzen der neuen Rechtssprechung verdeutlichen:
1. Leistungsversprechen: Mangelfreie Fassade
2. Leistungsversprechen: Bis zu 30 % Energieeinsparung durch einen Fassadenanstrich mit TS

1. Leistungsversprechen: Mangelfreie Fassade
Der Handwerksunternehmer schuldet dem Hausbesitzer eine mangelfreie Fassade. Eine nach einiger Zeit mit Algen und Pilzen befallene Fassade erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Algen und Pilze beeinträchtigen den geschuldeten Erfolg sowohl unter gestalterischen als auch unter bauphysikalischen Voraussetzungen – sie reduzieren den Objektwert und erhöhen das Risiko der Putzschädigung. Damit leidet unter Dauerhaftigkeitsgesichtspunkten die Funktionstauglichkeit des Putzes, so dass Algenbefall nicht nur eine Sache der Optik, sondern der gesamten Verwendungseignung ist. Algenbefall ist demnach eindeutig ein Mangeltatbestand. (vgl. auch Prof. Motzke „Algen- und Pilzbefall. Ein rechtliches Zuordnungsproblem)

Der verantwortungsbewusste Handwerksunternehmer muss die Einflussfaktoren für den Befall von Fassadenbeschichtungen kennen und bei Vorhandensein bestimmter regionaler und klimatischer Bedingungen Bedenken anmelden –– beispielsweise durch einen Musterbrief – dann trifft ihn keine Einstandspflicht im Falle eines späteren Algenbefalls.

Sehr geehrter Herr Mustermann,
Gemäß unseren fachlichen Erkenntnissen liegt Ihr Haus in der Algengefährdungszone I. Wir als qualifiziertes Handwerksunternehmen müssen Sie auf diesen Umstand hinweisen. Was bedeutet Algengefährdungszone I? Die Niederschlagsmenge beträgt durchschnittlich mehr als 800 ml/qm Jahr. Die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur ist höher als 8°C. Ihr Wohnhaus steht in einem dünn besiedelten Gebiet. Alle drei Faktoren begünstigen das Wachstum von Algen und aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, den abschließenden Dekorputz algizid und fungizid einzustellen. Der geringe Aufpreis für diese Zusatzausrüstung gegen Algen von _______ €/qm lohnt sich für Sie, denn er bietet Ihnen einen vorbeugenden Schutz vor Algenwachstum. Unser Lieferant bringt nur zugelassene und geprüfte Algizide und Fungizide zum Einsatz, so dass Sie sich in Bezug auf Gesundheits- und Umweltschutz frei von Bedenken fühlen können.

Wir freuen uns darauf, für Sie zu arbeiten. Geben Sie uns Ihr o.k., dann können auch wir mit den Vorbereitungen beginnen.
Ihr Mustermaler

2. Leistungsversprechen:
Energieeinsparung durch Fassadenanstrich mit TS
● Ein Anstrich mit TS ersetzt die Wärmedämmung;
● TS wurde zusammen mit der NASA entwickelt;
● TS ist ein Wunderprodukt.

Anzeige „Badische Zeitung“ 16.11.2004

􀁏 Diese Aussage, wonach ein Anstrich mit TS die gleiche dämmende Wirkung habe wie 60 mm Styropor oder 120 mm Mineralwolle wurde per einstweiliger Verfügung vom Landgericht Wiesbaden Az.: 11 O 61/98 untersagt.
􀁏 Weiter wurde von TS behauptet, sie hätten das Produkt gemeinsam mit der NASA entwickelt. Unsere Nachfrage bei der NASA ergab: Es habe nie derartige Versuche bzw. gemeinsame Entwicklungen gegeben.

Zu den Fakten:
􀁏 Im neuen Prospekt nun unter dem neuen Namen SICC gibt TS Wohnbaugesellschaften als Referenzen an, so z.B. die Gewoba AG In einem persönlichen Gespräch von Manfred Dondorf, GF Caparol, mit dem Geschäftsführer, Herrn Fölsch, machte dieser die folgende Aussage: „Die waren zwar hier und haben uns was erzählt, wir haben sie aber wieder weg geschickt.
􀁏 Im Prospekt steht jedoch diese Wohnbaugesellschaft als Referenz. Geschickt wird so der Eindruck erweckt, es gäbe unzählige Wohnbaugesellschaften, die bereits auf TS vertrauen.

Zugegeben – ein toller Marketing-Gag. Aber mit katastrophalen Auswirkungen für das verarbeitende Handwerk. Denn der Handwerker steht im Leistungsversprechen und somit der Haftung möglicher Regressansprüche des Auftraggebers. Solange die angebliche Produkteigenschaft des Energiesparens nicht wissenschaftlich im Rahmen glaubwürdiger bauphysikalischer Erkenntnisse nachgewiesen werden kann, baut der Handwerker – sofern er das Leistungsversprechen der Energieeinsparung von TS abgibt – mit der Anstrichausführung einen Mangel ein.

Der Handwerksunternehmer hat jedoch auch hier die Möglichkeit, von der Mängelhaftung befreit zu werden, indem er beispielsweise seiner Hinweispflicht auf bisher fehlende objektive Nachweise der tatsächlichen Energieeinsparung nachkommt. Der Bundesgerichtshof hat dazu folgendes ausgeführt:
„Jeder Unternehmer, der seine Arbeit im Zusammenwirken mit der Vorarbeit eines anderen … auszuführen hat, muss deshalb prüfen und gegebenenfalls auch geeignete Erkundigungen einbeziehen, ob diese Vorarbeiten, Stoffe oder Bauteile eine geeignete Grundlage für sein Werk bieten und keine Eigenschaften besitzen, die den Erfolg seiner Arbeit in Frage stellen können. … Kommt er seinen hiernach bestehenden Verpflichtungen nicht nach und wird dadurch das Gesamtwerk beeinträchtigt, so ist seine Werkleistung mangelhaft.“

Bisher konnte eine energieeinsparende Wirkung, die vergleichbar mit einer Wärmedämmung ist, von TS wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. TS selbst hat beim Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart einen Prüfauftrag erteilt. Leider trat auch hier ein negatives Ergebnis bezüglich der energieeinsparenden Wirkung von TS auf. Ergebnis: TS hat bis heute weder das Gutachten abgeholt noch bezahlt.

Alle unsere Forschungsergebnisse haben bis dato ergeben, dass TS eine gute Farbe ist und dass sie durchaus mit Fassadenfarben verschiedener Hersteller vergleichbar ist.
Beispiel 1: Versuch der Sto AG mit einer Wohnbaugesellschaft in Neuburg
Beispiel 2: Untersuchungen der Technischen Beratungsstelle des Maler- und Lackiererhandwerks Stuttgart
Beispiel 3: Versuch von Caparol (siehe nachfolgende Auszüge)

􀁺 Thermo-Shield Exterieur Thermokeramische Beschichtung mit nachweisbarer „Reduzierung der Heizkosten“
􀂄 Der Praxisvergleich
􀁺 Sylitol-Fassadenfarbe Dispersions-Silikatfarbe nach DIN 18 363 Praxisvergleich
Thermokeramische Fassadenbeschichtung
Einfluß der Fassadenbeschichtung auf den Energieverlust eines Gebäudes

􀁺 33 % Heizkostenersparnis bewirken
􀂄 Ausgangssituation
Ausgangssituation
Thermo-Shield trat 1996 mit dem Anspruch an, die 0,25 mm dicke Beschichtung mit Vakuum-Bubbles würde:
Thermokeramische Fassadenbeschichtung 6 cm bzw. 12 cm WDVS ersetzen
Sobald diese Behauptung wissenschaftlich widerlegt bzw. gerichtlich untersagt war, wurden die Produktversprechungen umformuliert und neue „Gutachten“ präsentiert

􀁺 Untersuchungen der seriösen Beschichtungshersteller ergaben, daß sich Thermo-Shield in seinen thermischen
und hygrischen Eigenschaften nicht von herkömmlichen Anstrichmaterialien unterscheidet.

Ausgangssituation
􀁺 Im Jahre 2001 beschloß die - Nassauische Heimstätte Frankfurt - einen echten Praxisvergleich durchzuführen.
 #) Anmerkung
 

Legende: links: Haus A, rechts:  Haus B, unten: Görlitzer Straße, Mitte: Fußweg, Norden = rechts
 

􀁺 Sommer 2001
Haus A: Beschichtung mit Thermo-Shield Exterieur
Haus B: Beschichtung mit Sylitol-Fassadenfarbe

Praxisvergleich
􀁺 Gasheizung mit zentraler Warmwasserversorgung
􀁺 Außenwände aus Hohlblocksteinen, verputzt
􀁺 2 nahezu baugleiche Wohnblocks

􀁺 Energiebedarfsreduzierung nach der Renovierung
Haus A: von 29.900 m³ auf 29.091 m³ = 809 m³ - 2,7 %
Haus B: von 35.457 m³ auf 33.591 m³ = 1.866 m³ - 5,3 %


􀂄 Entwicklung des Gasverbrauchs ( nach der Renovierung )
 


􀂄 Thermographische Aufnahmen
 

[ Kommentar: hier ist nur ein Bild als Beispiel wiedergegeben. Das Niveau erkennt
selbst der Laie: ein Pkw mitten im Aufnahmekegel zwischen Objekt und Kamera. ]


Zusammenfassung
Thermokeramische Fassadenbeschichtung
􀁺 Die Reduzierung des Gebäudeverbrauches von:
Haus A (Thermo-Shield): 29.900 m³ > 29.091 m³ (- 2,7 %)
Haus B (Sylitol-Fassadenf.): 35.457 m³ > 33.591 m³ (- 5,3 %)
kann nicht als „Wärmedämmung-Ersatz“ bezeichnet werden
􀁺 Beide Beschichtungsmaterialien bewirken einen Witterungsschutz,
    d.h. die Regenaufnahme der Wand wird reduziert
􀁺 Unterschiedliche „strenge“ Heizperioden müssen ebenfalls berücksichtigt werden
􀁺 Die Verbrauchsdifferenz zwischen Haus A und Haus B ist nahezu konstant geblieben

Zusammenfassung
Thermokeramische Fassadenbeschichtung
􀁺 Hinsichtlich Feuchte- und Wärmeentkoppelung unterscheidet sich Thermo-Shield
    nicht von einer üblichen Fassadenfarbe wie Sylitol
􀁺 Mit einer Fassadenfarbe ist eine rechenbare Wärmedämmung
    im Sinne der Energieeinsparverordnung nicht möglich
 

Wir sind jederzeit gern bereit, ein gemeinsames Forschungsprojekt unter der Beteiligung von TS und dem Fachverband WDVS durchzuführen – jedoch ohne begleitende sonstige energetische Sanierungsmaßnahmen wie z.B. Auswechseln der Fenster, Dach- oder Kellerdeckendämmung, da diese Maßnahmen zu Energieeinspareffekten führen, die mit dem Anstrich selbst nichts zu tun haben. Wenn TS hierzu bereit ist, werden wir dieses Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut in Holzkirchen durchführen.

Bis dahin begleitet uns der ewige Zwiespalt von Glauben und Wissen. Glauben darf man alles, denn in Deutschland herrscht bekanntlich Glaubensfreiheit. Man darf sich dann aber als Verarbeiter nicht wundern, wenn rein auf Glauben basierende tolle Leistungsversprechen vom Kunden – sprich Investor und Bauherr – eingefordert werden.

Leider gibt es noch immer eine ganz Schar von Verarbeitern, die Versprechen lautstarker Werbebotschaften durstig aufsaugen.

Die zarten Pflänzchen der Qualität in punkto Energieeinsparung dürfen jedoch keinesfalls durch Unachtsamkeit und unhaltbare Werbebotschaften am Wachsen gehindert werden.

Wir sind keinesfalls gegen innovative Produkte – im Gegenteil. Wir geben Jahr für Jahr Millionen Euro aus, um neue innovative Produkte zu finden, wie z.B.
􀁏 die Mineralschaumdämmplatte
􀁏 Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
􀁏 die transparente Wärmedämmung

Diese Produkte müssen sich aber alle einem Prüfszenario unterziehen und bauaufsichtlich zugelassen werden oder
ihre Gebrauchstauglichkeit unter Beweis gestellt haben.

Quelle: FV WDVS
leicht gekürzte Fassung einer Abschrift in HTML-Fassung (Zitat)
Bis hier hin haben Sie sich vielleicht schon eine eigene Meinung
bilden können; das sollen Sie ja auch. Falls Sie vermuten, dass
es sich um die üblichen Lügen und Täuschungen handelt, mag
ich dem nicht zu widersprechen. Sie können (und sollen) hier
aber noch lesen, was diejenigen dazu zu sagen haben,
die es betrifft (siehe: Stellungnahme SICC GmbH).

* * *

Hier der Link zum Original des vom
FV WDVS verfassten Artikels, veröffentlicht vom Institut für Bauphysik
(Fraunhofer IBP), welches sich der Wissenschaftlichkeit, Neutralität
und Objektivität verpflichtet fühlt: PDF ~ 700 kB, Quelle:
http://www.ibp.fraunhofer.de/gips/seminare/sobic041130/fraunhofer3011.pdf :


Anmerkung:

"Der letztgenannte Punkt entspricht exakt den Praxiserfahrungen, die bei dem von Herrn Dr. Bagda durchgeführten Objektvergleich ermittelt wurden." aus: Caparol-Infobrief Ausgabe 154, 22.07.2005 ("Bitte an AD verteilen!") Also ist der Praxistest doch nicht von einer "Nassauische Heimstätte Frankfurt", wie man uns weismachen will, sondern von einem Dr. Bagda. Mit den Ergebnissen dieses "Praxistests" in Form einer Folie geht man seit längerem hausieren („Thermokeramische Fassadenbeschichtung, Der Praxisvergleich, Einfluß der Fassadenbeschichtung auf den Energieverlust eines Gebäudes“, der "Vergleich" endet nach 1 Jahr und der rechnersiche Unterscheid ergibt sich aus den getürkten signifikanten Verbrauchswerten bei Warmwasser der baugleichen und gleich großen Gebäude - mithin ein erstaunlicher Zufall, der sich objektiv nicht erklären lässt.).

Aber wer ist Dr. Bagda? Dr. Bagda, Deutsche Amphibolin Werke, Postfach 12 64, 64369 Ober-Ramstadt, Tel.: 06154/71 xxx, z.B. "Messen des Feuchtehaushaltes eines neuen Dämmstoffes" als Diplomarbeitsthema über den WTA. Leiter DAW-Anwendungstechnik, 1977 trat er bei den Deutschen Amphibolin-Werken in Ober-Ramstadt ein und ist dort verantwortlich für den Bereich Qualitätsmanagement, Prüfung, Entwicklung von Pulverprodukten und Normung. Im Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB), NAB-AA 9 "Beschichtungen und Beschichtungsstoffe für mineralische Untergründe / Kunststoffdispersionsbeschichtungen", seit 1987. Vorsitzender des Beirates seit 1995. So ein Zufall aber auch: ein Mitarbeiter von Caparol macht einen "Praxisvergleich" im Auftrag von Caparol, dessen Ergebnisse Caparol gegen einen Wettbewerber verwendet.
Wen überraschen da die Ergebnisse dieses "Praxisvergleichs"?

DIMaGB, 03.08.2005
 

* * *

Stellungnahme der Firma SICC GmbH, Berlin,
zu der Veröffentlichung des Fraunhofer Instituts /
Fachverband Wärmedämm- Verbundsysteme e.V. (WDV), ...,  im Internet
"Konsequenzen aus einseitigen Leistungsversprechungen"

unter www.ibp.fraunhofer.de/gips/seminare/sobic041130/fraunhofer3011.pdf

Vorbemerkung

Der WDV sieht sich veranlasst, im Rahmen einer pseudo-juristischen Beratung über die am 01.01.2002 in Kraft getretene Schuldrechtsmodernisierung, Ausführungen über die Haftung des Unternehmers für Sachmängel an seinen Werkleistungen zu machen.
Für das Werkvertragsrecht finden sich die Gewährleistungsregelungen in den §§ 634 ff BGB und nicht im Kaufrecht der §§ 433 ff BGB. Die Regelungen ähneln sich allerdings. Sofern der Verfasser des WDV-Beitrags von „Leistungsversprechen“ spricht, handelt es sich hierbei um keinen Begriff, den das Gesetz kennt.

Gemäß § 633 Abs. 1 BGB hat der Unternehmer dem Besteller das Werk frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen.

§ 633 Abs. 2 BGB lautet wie folgt:

1) Das Werk ist frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist das Werk frei von Sachmängeln,
a) wenn es sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst
b) für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller nach der Art des Werkes erwarten kann.
.......

Bezogen auf das Produkt Thermo-Shield bedeutet dies, dass eine mit Thermo-Shield beschichtete Fassade frei von Sachmängeln ist, wenn die vorgenommene Beschichtung die vereinbarte Beschaffenheit hat. Vereinbart ist die Beschaffenheit, wenn sie in einem Vertrag, auch aufgrund von Bestätigungsschreiben oder sonst wie verbindlich festgelegt worden ist.
In diesem Zusammenhang hat die Aussage, dass TS eine Einsparung der Heizenergie bis zu 30 % ermöglicht, die gleiche rechtliche Qualität, wie die Aussage des WDV, dass Außendämmung bis zu 70 % der Heizenergie spart. Beide Aussagen sind
aufgrund ihrer fehlenden Konkretisierung nicht geeignet, eine bestimmte Beschaffenheit einer Werkleistung zu konkretisieren:
Diese Aussage stellt allenfalls die Möglichkeit einer Energieeinsparung in Aussicht, da der Erfolg sowohl vom Benutzerverhalten als auch von dem individuellen Aufbau der zu beschichtenden Wand abhängt. Auf diese Umstandsmomente hat daher der Unternehmer in jedem Fall hinzuweisen.
Eine Beschaffenheitsvereinbarung im Sinn der Vorschrift des § 633 II 1 BGB liegt erst dann vor, wenn der Unternehmer Aussagen über den Heizenergieverbrauch nach der Beschichtung einer konkreten Fassade mit Thermo-Shield getroffen hat. Hat er konkret einen bestimmten Anteil von Heizkostenersparnis innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zugesagt, hat der Besteller die in § 634 BGB näher bezeichneten Rechte, falls die vom Unternehmer zugesagte Wirkung nicht eintritt. Mit Hilfe von Computerprogrammen, wie z.B. dem Simulationsprogramm DK-Solar der Firma Delzer Kybernetik ist die energieeinsparende Wirkung von Thermo-Shield wissenschaftlich nachgewiesen, so dass der Unternehmer auch im Fall einer Beschaffenheitsvereinbarung eine Haftung für mangelhafte Werkleistungen nicht befürchten muss.

Kommt es nicht zu einer Beschaffenheitsvereinbarung zwischen Unternehmer und Besteller, kommt es gemäß § 633 Abs. 2 S. 2 BGB auf die Funktionstüchtigkeit der Werkleistung an. Bei der Überprüfung, ob sich die Werkleistung für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet, ist zunächst die Funktion zu bestimmen und danach dann die Frage der Eignung der Werkleistung für diese zu prüfen.

An dieser Stelle ist folglich zu erfragen, welche Funktionen die in Auftrag gegebene Beschichtung (z. B. mit TS) erfüllen soll. Also, was der Bauherr von der Beschichtung erwartet.

- Zum Einen wird stets die Funktion „farblich gestalteter Fassadenanstrich“ zu nennen sein. Insoweit konzediert sogar der WDV: „Thermo-Shield ist eine gute Farbe.“
- Sodann erwartet der Bauherr möglicherweise eine Wirkungsweise der Beschichtung, die zu einer Energieeinsparung führt.

Die energiesparende Wirkung von TS lässt sich zuverlässig und einzelfallbezogen mit den dynamischen Simulationsprogramm DK-solar der Firma Delzer Kybernetik GmbH errechnen.

Sollten die realen Werte hinter den so berechneten Werten zurückbleiben, wäre das Produkt TS mangelhaft und dessen Hersteller dem Bauhandwerker - und damit auch indirekt dem Bauherrn - gewährleistungspflichtig.

Bei einer ordnungsgemäßen handwerklichen Leistung muss daher der Unternehmer bei einer Fassadenbeschichtung mit Thermo-Shield keine Sachmängelhaftung befürchten.
Voraussetzung ist lediglich, dass der Werkunternehmer, bevor er Erklärungen über die zu erwartende Heizenergieeinsparung nach der erfolgten Beschichtung abgibt, den Wandaufbau sowie die gesamte Gebäudegeometrie und die Ausgangsdaten aufnimmt und anschließend mit Hilfe z.B. des dynamischen Simulationsprogramms DK-solar der Delzer Kybernetik GmbH das Einsparpotential zu berechnen

Dies vorausgeschickt, ist der vom WDV verwandte Begriff "Leistungsversprechen" als Beschaffenheitsvereinbarung auszulegen, wobei aufgrund der redaktionellen Übersichtlichkeit der unjuristische Begriff "Leistungsversprechen" hier trotzdem weiter verwendet werden soll.

I.
Der WDV unterstellt der Firma SICC GmbH auf Seite 14 unter II. folgende Leistungsversprechen:
"Energieeinsparungen durch Fassadenanstrich mit Thermo-Shield"

1.) Ein Anstrich mit Thermo- Shield ersetze die Wärmedämmung;
2.) Thermo-Shield sei zusammen mit der NASA entwickelt worden;
3.) Thermo-Shield sei ein Wunderprodukt.

Keine dieser werblichen Aussagen hat die SICC GmbH jemals aufgestellt:

zu 1.)
Die Firma SICC GmbH hat nie behauptet, ein Anstrich mit Thermo-Shield ersetze die Wärmedämmung.
Die Firma SICC GmbH hat im Gegenteil seit ihrer Gründung im Hinblick auf die ihr bekannten Verfahren vor dem Landgericht Köln - Az. 31 O. 298/99 - und vor dem Landgericht Wiesbaden - Az. 11 O. 50/98 - ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Beschichtung mit "Thermo-Shield" keine Wärmedämmung ersetze, wohl aber zu einer Energieeinsparung führe.

Eine Korrektur dieser ursprünglich werblichen Aussage haben nach Rechtskraft der vorgenannten gerichtlichen Verfahren ab dem Jahr 2000 schon die damaligen Vertriebsberechtigten Thermo-Shield Vertriebs- und Franchisegesellschaft Deutschland mbH & Co. Beteiligungs KG und später die Firma Thermo-Shield Europa AG vorgenommen und dies mehrfach gegenüber dem WDV bzw. deren Prozessbevollmächtigten, den Rechtsanwälten Hopkins und Baumann aus Wiesbaden zum Ausdruck gebracht. Die gebetsmühlenartigen Wiederholungen dieses unberechtigten Vorwurfs und die jetzige Behauptung des WDV, die SICC GmbH gebe ein Leistungsversprechen mit dem Inhalt ab, "ein Anstrich mit Thermo-Shield ersetzt die Wärmedämmung", stellen mithin eine mutwillige Irreführung des Rechtsverkehrs dar.

Auch der Hinweis auf die Einstweilige Verfügung des Landgerichts Wiesbaden - Az. 11. O. 61/98 - soll den Rechtsverkehr darüber täuschen, dass der zugrundeliegende Verfügungsanspruch und Verfügungsgrund auch gegen die Firma SICC GmbH noch Bestand habe, weil diese nach wie vor eine "dämmende Wirkung" von Thermo-Shield behaupte und auch die Parteien des damaligen Rechtsstreits noch identisch seien.
Dies ist jedoch nicht der Fall.

Die Firma SICC GmbH aus Berlin, die erst im März 2003 gegründet worden ist und seitdem Thermo-Shield herstellt und vertreibt, ist weder Rechtsnachfolger der damaligen Prozesspartei noch steht sie in irgendeiner, wie auch immer gearteten rechtlichen oder tatsächlichen Verbindung mit den insolventen vorherigen Vertriebsberechtigten von Thermo-Shield, der Firma Thermo-Shield Vertriebs- und Franchisegesellschaft Deutschland mbH & Co. Beteiligungs KG bzw. der Firma Thermo-Shield Europa AG.

zu 2.)
Die Firma SICC GmbH hat zu keinem Zeitpunkt werblich behauptet, Thermo-Shield sei zusammen mit der NASA entwickelt worden.
Dies ist auch nicht der Fall.

Das Ergebnis der angeblichen Nachfrage bei der NASA und die erteilte negative Auskunft war mithin zu erwarten, da die Nachfrage auf einer bewusst falschen Grundlage erfolgte.
Deren Vorgehensweise unterstreicht die Absicht des WDV, Thermo-Shield in der Öffentlichkeit verächtlich zu machen.

Die SICC GmbH weist tatsächlich in ihrer werblichen Aussage lediglich auf die von der NASA entwickelte Keramiktechnologie hin, die bei der Raumfahrt genutzt wird, und erklärt in diesem Zusammenhang, dass die thermokeramische Beschichtung nach Freigabe für die zivile Nutzung im Bau- und Wohnbereich weiterentwickelt und um wichtige Eigenschaften bereichert wurde, woraus der farbähnliche Werkstoff Thermo-Shield entstanden sei (vgl. Seite 4 der Thermo-Shield - Broschüre).

zu 3.)
Die Firma SICC GmbH hat Thermo-Shield nie als "Wunderprodukt" bezeichnet. Sie ist vielmehr verstärkt bemüht, die als "wundersam" empfundenen tatsächlich vorhandenen Eigenschaften wissenschaftlich nachzuweisen, wodurch jedoch bauphysikalisches Neuland betreten werden muss. Revolutionäre Tatsachenerkenntnisse erfordern auch revolutionäre wissenschaftliche Grundlagenforschungen und Formeln. Die dauern und hinken bekanntlich hinterher.

II.
GEWOBA AG als Referenz

Es ist falsch, dass die Firma SICC GmbH in ihrem neuen Prospekt als Referenz u.a. die GEWOBA AG angegeben habe.
Der WDV wurde bereits aufgefordert, diese angebliche Referenzgesellschaft nach Firma und Sitz genauer zu bezeichnen. Dieser erklärte lediglich, dass es sich um eine Wohnungsbaugesellschaft aus Wuppertal handele. Weitere Konkretisierungen erfolgten nicht.
Somit ist festzuhalten, dass der WDV diese angebliche Referenzgesellschaft "ins Blaue" vorgegeben hat, zumal auch ein Geschäftsführer Fölsch, mit dem ein Herr Manfred Dohndorf von der Firma Caparol gesprochen haben soll, mit der Firma SICC GmbH nicht in Geschäftsbeziehungen steht.

Im übrigen vertrauen alle von der Firma SICC GmbH namentlich zu Referenzzwecken aufgeführten Wohnungsbaugesellschaften nach wie vor dem Produkt "Thermo-Shield".

Die energieeinsparende Produkteigenschaft von Thermo-Shield ist entgegen den Behauptungen des WDV bauphysikalisch wissenschaftlich nachgewiesen.
Der Geschäftsführer des WDV hatte ausreichend Gelegenheit, die ihm bekannte Kongressmappe der Firma SICC GmbH mit den dort vorhandenen wissenschaftlichen Prüfergebnissen zu studieren, so dass seine anderslautenden Behauptungen wider besseren Wissens erfolgt sind.

Unabhängig davon kennt der FV WDV bereits seit langen die unbestrittenen wissenschaftlichen Prüfergebnisse über Thermo-Shield von Herrn Prof. Siebel, WFA-Institut Stollberg.

III.
Prüfauftrag beim Fraunhofer Institut

Richtig ist, dass seinerzeit die nunmehr insolvente Firma Thermo-Shield GmbH & Co. KG beim Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart einen Prüfauftrag erteilt hat.
Dabei war schon bei Auftragserteilung und Verwendung der herkömmlichen Prüfmethoden zu erwarten, dass eine derartige Prüfung kein positives Ergebnis bringen könne. Aus diesem Grunde sollten eine modifizierte Untersuchung vorgenommen und ein neues Messverfahren angewendet werden.
Hierüber hat sich jedoch das Fraunhofer Institut hinweggesetzt und eine klassische Dämmstoffprüfung vorgenommen, ohne den differenzierten Auftrag zu berücksichtigen.
Das negative Prüfergebnis war somit vorprogrammiert.
Thermo-Shield ist kein Dämmstoff und hat folglich eine völlig andere bauphysikalische Wirkungsweise, als Dämmstoffe.

Die Firma SICC GMbH weist, wie die vorherige Firma Thermo-Shield Europa AG, darauf hin, dass mit den herkömmlichen, auf die Wirkungsweise von Dämmstoffen ausgerichteten Messmethoden die energieeinsparende Wirkung von Thermo-Shield nicht nachgewiesen werden kann.
Für dieses innovative Produkt bedarf es differenzierter Mess- und Berechnungsmethoden, zu denen beispielsweise das dynamische Simulationsprogramm DK-solar der Firma Delzer Kybernetik GmbH, Lörrach, gehört, mit welchem die energieeinsparende Wirkung von Thermo-Shield berechenbar ist.

IV.
Praxisvergleich

1.) Der von dem WDV beschriebene Praxisvergleich ist nur in seiner These "Einfluss der Fassadenbeschichtung auf den Energieverlust eines Gebäudes" richtig, die Grundlage einer Prüfung sein kann, ob eine Einsparung von Heizenergie im Falle einer Fassadenbeschichtung mit Thermo-Shield zu erzielen ist, obwohl Thermo-Shield keine Wärmedämmung ist.

2.) Sämtliche hierzu getroffenen Feststellungen sind jedoch ebenso falsch wie die Feststellung, dass hinsichtlich der Feuchte- und Wärmeentkopplung sich Thermo-Shield nicht von einer üblichen Fassadenfarbe wie Sylitol unterscheide.
Der "Praxisvergleich", der diese Behauptung bestätigen soll, ist aus folgenden Gründen unzulässig und irreführend:

a) Voraussetzungen für einen verwertbaren Praxisvergleich sind:

aa) ein identisches Nutzerverhalten,

bb) eine gleiche Anzahl von Nutzern bzw. ggf. Angaben über Belegungsumfang / Leerstand von Wohnungen,
alternativ:
eine repräsentative Anzahl von Wohneinheiten, damit statistische Schwankungen eliminiert werden,

cc) die Identität des Wetters in den Vergleichszeiträumen,
Da diese Identität in der Regel nicht zu erreichen ist, wurde der Begriff der "Gradtagszahl" entwickelt [Summe der Differenzen zwischen den mittleren Raumtemperaturen (20° C) und den Tagesmitteln der Außentemperaturen über alle Heiztage], so dass eine Umrechnung zu erfolgen hat.

dd) die Messung ausschließlich von Heizenergie, d.h. der Ausschluss des Gebrauchs des Energieträgers für Warmwasser, Kochherde etc.

Der "Praxisvergleich" erfüllt keine der vorgenannten Voraussetzungen, so dass dessen vermeintliche Ergebnisse nichtig sind.

b) An diesem Ergebnis ändert auch die nichtssagende Wiedergabe der "thermographischen Aufnahmen" nichts. Der fehlende Aussagegehalt dieser Aufnahmen wurde nicht einmal für erklärungsbedürftig gehalten, obwohl hierzu gerade aufgrund der dokumentierten Fehlerquellen (Bäume bzw. Pkw im Aufnahmekegel der Kamera, angekippte Fenster) Zweifel an der Verwertbarkeit der Thermographieaufnahmen bestanden.

c) Hinzu kommen folgende Mängel des Vergleichs bzw. der Darstellung:

aa) Der "Praxisvergleich" wurde ohne Kenntnis und Mitwirkung des Herstellers oder eines
Vertriebsberechtigten von Thermo-Shield durchgeführt.
Es muss daher bestritten werden, dass die gesamte Fassade des Hauses A vollständig und ordnungsgemäß mit Original-Thermo-Shield und keiner anderen handelsüblichen Fassadenfarbe beschichtet wurde.

bb) Der „Praxisvergleich“ berücksichtigt nicht die unterschiedlichen bauphysikalischen Wirkungsweisen der Produkte. Selbst wenn eine ordnungsgemäße Beschichtung mit Thermo-Shield erfolgt wäre, könnte eine deutliche Energieeinsparung in der ersten nachfolgenden Heizperiode noch nicht eintreten, wenn das beschichtete Mauerwerk stark durchfeuchtet war.
Häufig erfolgt in diesem Fall sogar ein Anstieg des Heizenergieverbrauchs, bedingt durch die Mauerwerksentfeuchtung (vergleichbar mit dem Trockenheizen eines Neubaus), dem erst in den Folgejahren eine deutliche, stabile Reduzierung folgt.
Dieses Phänomen erklärt sich durch den gekoppelten "Feuchte-Wärme-Transport", wodurch sich Thermo-Shield grundsätzlich von üblichen Fassadenfarben unterscheidet.
Hierauf hätte der WDV hinweisen müssen.

V.
Zusammenfassung

Nach all dem ist festzuhalten, dass der Droh-Schlag des WDV mit der "Haftungskeule" gegen den "Thermo-Shield" verwendenden Unternehmer ins Leere gegangen ist.
Weder der schon von dem Ansatz zweifelhafte und unzulässige "Praxisvergleich" noch die vom WDV manipulierten Leistungsversprechen, falschen Sachverhaltsdarstellungen und fälschlicherweise unterstellten werblichen Aussagen können Zweifel an dem nachweisbaren Leistungsversprechen der Firma SICC GmbH erwecken, dass bei einer Fassadenbeschichtung mit Thermo-Shield eine Heizkostenenergieeinsparung bis zu 30 % möglich ist.

Der Leser mag selbst entscheiden, ob Herr Dr. Selzer den von ihm erwähnten Ehrenkodex einhält, wenn er Sachverhalt und Aussagen erfindet und dann wider besseren Wissens behauptet, SICC GmbH habe sich in dieser Weise geäußert.

Wie gut muss das Produkt Thermo-Shield sein, wenn sich der Geschäftsführer des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. veranlasst sieht, zu solchen Methoden zu greifen, um den Hersteller und sein Produktes zu diskreditieren?

Quellenangabe:
Autor: SICC GmbH TS Europe
Waldemar Walczok, Geschäftsführer

Links:

Link zu der PDF-File des Artikels bei der SICC-GmbH
Link zu der PDF-File der Stellungnahme  bei der SICC-GmbH
Link zur Internetseite der SICC-GmbH TS Europe
Link zur Seite, wo man Ihnen 60 bzw. 66% Heizkosteneinsparung offeriert
Zitat 1: "Wir zeigen Ihnen, wie Sie bis zu 60 % Heizkosten einsparen können."
Zitat 2: "Bei der Verwendung von Wärmedämm-Verbundsystemen kann sich
bei Ein- oder Zweifamilienhäusern eine Heizkosten-Ersparnis von bis zu 60 %
ergeben." Bitte beachten Sie: Sie sparen Heizkosten (!) und nicht Heizenergie.
Link zum Infoartikel "Ein Dämmwunder"

Kommentar DIMaGB:
ein Kommentar hierzu ist überflüssig,
da der Bauherr selbst bis drei zählen kann.

© auf die HTML-Bearbeitung, DIMaGB.de, 14.04.2005
© auf die Komposition, DIMaGB.de, 14.04.2005



 



Was sind "einseitige Leistungsversprechen"?
Z.B.: "35% weniger Heizkosten!" (Bayosan)

Das Beispiel liefert die Fa. Bayosan, die 35% weniger Heizkosten verspricht.


Bild Schnappschuss von der Internetseite von BauMitBayosan.

Auf einer weiteren Seite wird das Leistungsversprechen wiederholt. Hier kann der interessierte Bauherr seine Daten eingeben, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten oder um von einem Verarbeiter oder Baustoffhändller seiner Region kontaktiert zu werden. Auch hier geht es um "35% weniger Heizkosten".


Bild Schnappschuss von der Internetseite von BauMitBayosan.

Meine Empfehlung: nutzen Sie diese Initiative - lassen Sie sich die 35% Einsparung an Heizkosten schriftlich und mit voller Haftung des Verarbeiters im Rahmen einer gesamtschuldnerischen Haftung von Hersteller, Händler und Verarbeiter garantieren. Wohlgemerkt, es geht um Heizkosten und nicht um Transmissionswärmeverluste oder Heizenergie. Das Sternchen hinter "Heizkosten!" wird als Fußnote erklärt: "Wärmedämm-Initiative von BauMitBayosan, Baustoffhandel und Handwerk". Keinerlei einschränkende Bedingung ist erläutert, sondern es werden "35% weniger Heizkosten!" versprochen - ohne Wenn und Aber. Man darf auf die ersten Prozesse hinsichtlich Prospekthaftung gespannt sein. Alles wird gut.

DIMaGB, 25.07.2005


Was sind "einseitige Leistungsversprechen"?
Z.B.: "Heizenergie-Verbrauch um bis zu 50% senken" (Caparol)

Da glaubt man nun, mit35%-Versprechen das non-plus-ultra gefunden zu haben. Denkste!
Caparol zieht mit 50% an Bayosan vorbei.

"Mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) können Sie Ihren Heizenergie-Verbrauch um bis zu 50% senken - rechnen Sie nach! Oder finden Sie problemlos einen zertifizierten Energieberater in Ihrer Nähe!"

"Gehen Sie mit dem Einsatz eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS) den nachweislich effizientesten Weg, Energieverluste zu vermeiden!"

Kommentar: effizient - effizienter - am effizientesten. Es gibt aber noch: "am allereffizientesten" - man darf also gespannt sein, was noch kommt. Bauherrentipp: lassen Sie 2 Wände mit Caparol dämmen und 2 mit Bayosan, das macht dann 2x 35 + 2x 50 = 170% Einsparung an Heizenergie - Sie verdienen sich dumm und dämlich mit dem Verkauf der so gewonnenen Heizenergie und keiner der beiden Hersteller muss beleidigt sein. Alles wird gut.


Bild: Schnappschuss von der wunderschönen Seite Dämmoffensive.de (1999-2004, noch online)

DIMaGB, 01.08.2005


Weitere einseitige Leistungsversprechen
43%, 50-80%, 0,3-2,0 Jahre Amortisation (Caparol)





Bilder aus: Dämmen und Geld sparen, S. 2, Caparol, 03.2001 (daher heißt es noch k-Wert)

"Sie denken über eine Renovierung nach? Dann planen Sie gleich richtig: mit einem Wärmedämm-Verbundsystem. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll. Das macht sich für Sie auch richtig bezahlt! Alles spricht für Fassadendämmen und Geldsparen.
...
Neben einer Erneuerung von Heizung und Fenstern sowie dem Dämmen von Dachboden und Kellerdecke ist eine Fassadendämmung die nachweislich effizienteste Maßnahme zur Heizkostensenkung.
...
Mit einer effizienten Fassadendämmung sparen Sie mindestens so viel Energie wie mit einem 4-Liter-Auto!"

Quelle: Dämmen und Geld sparen, Caparol, 03.2001, Best.-Nr. 720342

"Niedrigenergie-Altbau
Auch im Altbau sind hohe Energieeinsparungen möglich. Das „5-Liter-Haus“ ist sogar im Gebäudebestand möglich, was Einsparungen von 50–80% entspricht.
...
Positive Energiebilanz
Da gut gedämmte Außenwände 40–80 mal mehr Energie einsparen als zu ihrer Herstellung verbraucht wird, beträgt die energetische Amortisationszeit nur 0,3 bis 2 Jahre.

Quelle: WDVS – Dämmen mit System, Caparol, 07.2003, Best.-Nr. 738118

DIMaGB, 03.08.2005


Was sind "einseitige Leistungsversprechen"?
Z.B.: "Bis zu 60% der Energiemenge lassen sich einsparen." (Sto AG)

Aus: Bauherren-Ratgeber Fassade (Diese Broschüre verschafft Ihnen Einblicke in das Top-Thema rund um Ihr Haus: Fassadendämmung und -gestaltung.), Sto AG, Art.-Nr. 9661-047 Rev.-Nr. 03/05.04


Bild von S. 28

"In Deutschland entfallen über 30% des Verbrauches fossiler Brennstoffe auf das Beheizen von Wohnraum. Hier liegt das größte Einsparpotenzial. Bis zu 60% der Energiemenge lassen sich durch fachgerechte Fassadendämmung von Häusern einsparen. " S. 29

Aus: Fassadendämmsystem, StoTherm Classic, Sto AG, Art.-Nr. 9661-033 Rev.-Nr. 02/03.02

"Argumente für StoTherm Classic
Systemsicherheit
• Über 30 Jahre Praxiserfahrung
• Reklamationsquote gegen null
• Zementfreier Systemaufbau
•Hohe Dehnfähigkeit
•Maximale Riss- und Stoßsicherheit
• Bester Schutz gegen Algen- und Pilzbefall
•Keine Ausblühungen"

Aus: Internetseite der Sto AG
Hier: eine Info zum Thema Verwertung (Recycling)

"Vermeiden - Verwerten - Beseitigen
Wichtig ist, dass Abfälle getrennt erfasst und gesammelt werden. Es sollten keine Mischfraktionen gebildet werden.
Als Grundsatz gilt: Verwerten lässt sich nur, was zuvor sortenrein getrennt wurde."

DIMaGB, 03.08.2005


Was sind "einseitige Leistungsversprechen"?
Prophezeiung: 3,18 Mrd. l Einsparung an Heizöl in 2005 (Sto AG)

"Der Effekt von StoTherm Classic und seinen Schwestersystemen lässt sich eindrücklich beziffern: In den vier Dekaden seit den ersten Pilotprojekten haben die Fassadendämmsysteme der Sto AG den Heizölverbrauch um 35 Milliarden Liter reduziert, das entspricht einer Entlastung der Atmosphäre um 110 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Allein im laufenden Jahr 2005 kommt nochmals eine Einsparung von 10 Millionen Tonnen Kohlendioxid hinzu. Anschaulicher dargestellt: Um 35 Milliarden Liter Heizöl zu bewegen, sind 1,25 Millionen Tanklastzüge notwendig, die aneinandergereiht um die halbe Erde reichen würden."
Quelle: Geschäftsbericht 2004, Sto AG

3, 18 = 10/110 x 35. Anschaulicher dargestellt: wenn die 3,18 Mrd. l Heizöl eingespart wurden, sind in 2005 113.571 Tanklastzüge weniger gerollt. Arme Bahn. Aber es kommen noch ein paar eingesparte Tonnen CO2 dazu, weil ja die Tanklastzüge nicht fahren mussten. Alles wird gut.

DIMaGB, 02.08.2005


Dank ministerieller Weisheiten
75% weniger Heizenergieverluste


Manchmal sind schlimmer als die Hersteller und ihre Lobby, diejenigen, die den Verbraucher eigentlich vor den Versprechungen der Hersteller schützen sollten. Ein klassisches Beispiel liefert dafür der Bund der Energieverbraucher, bei dem der interessierte Verbraucher unter der Rubrik
Zuhause > Renovieren > Wanddämmung
auf der Seite über Wärmedämmug (http://www.energienetz.de/pre_cat_42-id_157-subid_348.html)
grandiose Einsparversprechen bekommt.

"Alte Häuser haben meist gemauerte Ziegelwände mit einer Wanddicke zwischen 24 cm und 36 cm. Der k-Wert liegt bei ca. 1,5 W/qmK. ... Für ein Einfamilienhaus können sich durch die Dämmung Einsparungen von 1.000 Liter Heizöl bzw. m3 Erdgas ergeben. Damit vermindert sich der Energiebedarf um ein Drittel.
...
Durch die Außendämmung wird die gesamte Masse der Wand dem warmen Innenraum zugeordnet. Dämmung kann die Heizenergieverluste aller Außenwände um 75% und mehr reduzieren. Sonnenstrahlen reduzieren die Wärmeverluste der Südwand nur um vier bis fünf Prozent. Die Sonnenstrahlung auf die Südseite läßt sich weitaus effektiver durch Südfenster nutzen.
...
Rechnet man mit starken Energiepreissteigerungen und einer Lebensdauer von 50 Jahren, dann wäre eine maximale Dämmstoffstärke zu empfehlen, die ein Passivhaus entstehen lässt. Dafür braucht man Dämmstoffstärken von 30 cm, die den k-Wert der Wand auf 0,1 absenken. Heute sind für eine Modernisierung Dämmstoffstärken von mind. 12 cm zu empfehlen."

Grundlage dieser vom Bund der Energieverbraucher verbreiteten Weisheiten ist die ministerielle Schmonzette "Wärmedämmung von Außenwänden mit dem Wärmedämmverbundsystem (Thermohaut). Wissenswertes über die Außenwanddämmung bei Alt- und Neubauten". Herausgeber ist das Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, Referat Öffentlichkeitsarbeit und entstanden ist sie unter "wiss. Betreuung" des IWU, Institut Wohnen und Umwelt. Es geht hierbei um die Ausgabe 11/98, deren Überarbeitung aus 04/2002 aktuell online ist.

Wie kommt der BdE dazu, solche geistigen Ergüsse ungeprüft weiterzugeben? Dieser Verein behauptet von sich, er sei "die einzige Verbraucherorganisation im Energiebereich" und "die einzige Interessenvertretung der Privatkunden und kleineren Gewerbebetriebe". Per Satzung hat er sich u.a. zur Aufgabe gemacht: "Bildung und Information der Allgemeinheit, besonders der Verbraucher über alle mit Energieversorgung- und Verbrauch zusammenhängenden Fragen (z. B. durch Herausgabe und redaktionelle Betreuung einer Mitgliederzeitschrift, Herstellung und Verbreitung von anderem Informationsmaterial)".

Hierzu nun einige Überlegungen:

Was ist mit den vielen Gebäuden mit 49 cm und dickeren Wänden?
Wusste man 2002 in Wiesbaden bereits, dass statt k der U-Wert eingeführt war?
Unter welchen Voraussetzungen kann Dämmung die Heizenergieverluste aller Außenwände um 75% und mehr reduzieren?
Was haben Wärmedurchgang durch eine Fensterscheibe und Strahlungsabsorption der Außenwand gemeinsam?
Worin besteht der Unterschied zwischen Wärmeleitung und Wärmestrahlung?
Wo sind die WDVS mit einer Lebensdauer von 50 Jahren zu bestaunen?
Warum gibt es heutzutage bereits so viele teure Sanierungssysteme für WDVS,
wo doch die ersten noch keine 40 Jahre alt sein können?
Bei welchen Wänden  reduziert ein 30-cm-WDVS den U-Wert auf 0,1?
Warum sind für eine Modernisierung Dämmstoffstärken von mind. 12 cm zu empfehlen?
Wessen Interessen werden hier vertreten?
Wem dient die Verbreitung von solchen Informationen?

Wer es weiß, bitte melden.
DIMaGB, 07.08.2005


2001 waren es noch 70% Einsparung

Bild: Ausschnitt vom Bildschirmschnappschuss, Textarchiv Berliner Zeitung, als Beleg

Interessant ist zumindest folgende Information aus dem vorgefertigten Werbetext des FV WDV: "Bewährt haben sich beim Nachrüsten so genannte Wärmedämmverbundsysteme (WDV). Dabei kommen Dämmung und Vormauerwerk in vorgefertigten Teilen an die Wand. Als Materialien kommen vor allem Styropor (88 Prozent) und Mineralwolle (11,5 Prozent) zum Einsatz."

Dass der Anteil an verarbeitetem PS höher ist als der von Mineralwolle, ist angesichts der beträchtlichen Kostenunterschiede nahe liegend. Hier werden die Anteile recht gut quantifiziert und wegen der unklaren 0,5% muss man ja nicht herum pingeln.

Interessant an dem Text ist, dass man in 2001 noch mit 70% herumprotzt, um dann so nach und nach bescheidener zu werden. Mit dieser Form der Bescheidenheit einher geht übrigens der Wandel bei der KfW von der Förderung von Einzelmaßnahmen (Heizung oder Wanddämmung oder Fenster) zur Förderung von ausschließlich nur noch Kombimaßnahmen (z.B. Heizung und Wanddämmung und Fenster)

Zu den Relationen: der Anteil der Außenwände an der Wärme abgebenden Hüllfläche beträgt brutto 35...55%, abzuziehen sind hiervon 20...35% Fensterfläche. Das sind dann netto 28...35 % Anteil an den Hüllflächen. Vorschlag: nun muss man nur noch 30% bei den restlichen 65...80% der Hüllfläche einsparen - und schon hat man das Absolut-Passiv-Haus mit 100% Heizenergieeinsparung! Alles wird gut.

DIMaGB, 11.10.2005


Das Beweis-Rätsel

wird uns auch vom Fachverband WDVS geliefert, hierzu ein Zitat des Schreibens des Geschäftsführers vom 25.01.2005 an Herrn S. aus B. auf sein Schreiben vom 04.12.2004:

"... Mit den tausendfachen Belegen meinte ich, dass mehr als 600.000.000 qm funktionierende WDV-Systeme mehr als genug Beweis sind. Selten aber werden energetische Sanierungsmaßnahmen im Einzelverfahren angewendet. Dagegen sprechen sowohl die EnEV als auch beispielsweise die Förderprogramme der KfW, die nur Kopplungsmaßnahmen berücksichtigen (siehe die 5 Maßnahmepakete des CO2-Gebäudesanierungs-programmes). Daher hat sich die Wissenschaft darauf geeinigt, dass insgesamt durch energetische Sanierung rund 62% Energie eingespart werden kann. Die Zusammensetzung der einzelnen Potenziale entspricht der beiliegenden Darstellung von ZDF WISO."

1. Das Beweis-Rätsel:
Mit den "tausendfachen Belegen" handelt es sich wohl um die Belege der Wirksamkeit? Eigentlich wird hier in überschäumender Bescheidenheit untertrieben, denn eigentlich handelt es sich doch um millionenfache Belege. Aber was belegen die Belege? Die Wirksamkeit von WDVS (worum sonst soll es auch gehen?) oder allein die Erfolge von Lobbyarbeit, Propaganda und Werbung? Und wer garantiert uns, dass die verlegten m2 auch alle funktionieren? Funktionieren kann ein WDVS nur, wenn es trocken ist und in der Praxis auch seinen Rechenwert der Dämmleistung erreicht - ist das immer und überall der Fall? Nehmen wir einen Fall aus der Vergangenheit zum Vergleich: was belegen die bis zum Zeitpunkt des Verbotes verarbeiteten Tonnen Asbest und die Millionen m2 asbesthaltiges Material? Da hat uns der Fachverband aber wieder ein gehöriges Rätsel aufgegeben.
Wofür sind die Millionen verarbeitete m2 WDVS Beleg?

2. Der DIMaGB-Kommentar:
Eins stimmt: "selten ... werden energetische Sanierungsmaßnahmen im Einzelverfahren angewendet", was eine hervorragende Möglichkeit bietet, wirtschaftliche und unwirtschaftliche Maßnahmen zu kombinieren um dann in der Summe alles als wirtschaftlich hinzustellen. Das kennt man von den Hurraberichten zur energetischen Sanierung bei den Berliner Wohnungsbaugesellschaften in der inzwischen abgeebbten Sanierungswelle der 90er (Infos siehe hier).
Der Hinweis auf die gekoppelten Maßnahmen ist nicht unberechtigt. Die WDVS an sich sind oft so unwirtschaftlich, dass sich deren Einsatz selbst nach EnEV (§16) und erst recht nach EnEG (§5) verbieten würde. Im Maßnahmepaket lassen sich wirtschaftliche und unwirtschaftliche Maßnahmen, die zudem unterschiedlich effektiv sind, gut verrühren, so dass am Ende eine beeindruckende Bilanz herauskommt.
Übrigens steckt noch ein Rätsel indem obigen Zitat: wer um Gottes willen ist "die Wissenschaft", die sich auf solch eine unsinnige kann-Formulierung geeinigt haben soll? Und warum sind es nicht 54% oder 61%? Oder gar nur 35% oder 21% bei nur WDVS?
Fragen über Fragen, Rätsel über Rätsel.

Teillösung:

Hier erfahren Sie, was das zitierte ZDF dazu zu sagen hat:

"So viel lässt sich sparen:
Wärmeschutzfenster 6 Prozent
Dachdämmung 14 Prozent
Außenwandisolierung 21 Prozent
Kellerdeckendämmung 7 Prozent
Neuer Heizkessel 12 Prozent  ..."

"... Das macht rund 60 Prozent Ersparnis bei den Heizkosten pro Jahr, wenn modernisiert wird."
hier der Link für ganz Neugierige: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/24/0,1872,2220248,00.html
Allerdings werden Sie den Hinweis auf "die Wissenschaft" vergeblich suchen.

ergänzt 02.07.2005

Schnappschuss 1 von der Internetseite des FV WDVS vom 28.04.2005

Zitat 2:
"Bei der Verwendung von Wärmedämm-Verbundsystemen kann sich bei Ein- oder Zweifamilienhäusern eine Heizkosten-Ersparnis von bis zu 60 % ergeben."
Kommentar:
es kann aber auch viel, viel weniger sein. Und mit der Frage, ob es überhaupt so viel sein kann, beschäftigen wir uns weiter oben mit dem Rechen-Rätsel zum Dämm-Wunder.

Vergrößerung von Schnappschuss 1

Schnappschuss 2 von der Internetseite des FV WDVS vom 28.04.2005

Zitat 3:
Die 3-Minuten Info-Tour zum Thema „Heizkosten einsparen“.
...
Jetzt erhalten Sie einen Einblick, wie Sie beim Bau, Renovierung oder Sanierung eines Gebäudes bis zu 60% Heizkosten einsparen können.
...
Mit Hilfe moderner Heizungstechniken und fortschrittlicher Wärmeschutzmaßnahmen lässt sich viel Heizenergie einsparen.
Besondere Bedeutung kommt dabei dem Wärmeschutz der äußeren Gebäudehülle zu.
...
Ein Beispiel
Wenn die Fassade eines älteren Gebäudes einen neuen Anstrich nötig hat, dann empfiehlt sich die Renovierung inklusive Wärmedämm-Verbundsystem.
Schließlich stehen die Fixkosten für Gerüst- und Renovierungsarbeiten sowieso an.
Ein Einfamilienhaus aus den 60er Jahren mit etwa 150 m2 Wohnfläche benötigt
jährlich 3.400 m3 (bzw. 34.000 kWh) Gas. Zieht man davon den Warmwasserverbrauch von etwa 4.000 kWh (4 Personen à 1.000 kWh) ab, bleiben 30.000 kWh für die Beheizung übrig. Bezogen auf die Wohnfläche ergibt sich ein Heizenergieverbrauchskennwert von 200.
Der Heizenergieverbrauch kann langfristig von heute 30.000 auf 10.000 kWh pro Jahr (-66%) gesenkt werden. Damit ergibt sich bei energiesparendem Nutzerverhalten ein Heizenergieverbrauchskennwert von 71.
Die klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen (CO2) verringern sich von etwa
6 auf 2 Tonnen pro Jahr.

Kommentar:
Nicht ungeschickt, wie hier "moderner Heizungstechniken" und "fortschrittlicher Wärmeschutzmaßnahmen" verquickt werden. Immerhin ist es doch verlockend, 66% einzusparen. leider bleibt hier offen, wie man die 66% einspart, d.h. nur mittels WDVS oder unter Hinzuziehung moderner Heizungstechnik. Da unklar bleibt, wie hoch der jeweils der Anteil der Kosten und der Nutzeffekte ist, bleibt auch unklar, warum "dem Wärmeschutz der äußeren Gebäudehülle" ein "besondere Bedeutung" zukommt.
Fragen über Fragen, Rätsel über Rätsel.
Mal sehen, ob und irgendwann "die Wissenschaft" hier weiter hilft.


Sie glauben, das Bisherige sei nicht zu übertreffen?
Da kennen Sie aber unsere Wissenschaftler mit Ehrenkodex schlecht.
Was vielen unmöglich erscheint, der FV WDV biegt´ s hin:

Einsparung höher als der Verbrauch

Gefunden in der Berliner Zeitung vom 30.07.2005, Ressort: Immobilien:

"Wärmedämmung zahlt sich aus
Bundesverband sieht Einsparpotenzial bei Heizöl in Milliardenhöhe /
Auch teure Sanierungen bei Altbauten lohnen sich
BERLIN, 29. Juli. In vielen Haushalten in Deutschland wird noch immer Energie vergeudet...
...
Auf Grundlage dieser Daten hat der Bundesverband Wärmedämm-Verbundsysteme folgende Bilanz aufgestellt: Würden alle 24 Millionen Wohneinheiten in Deutschland, die bisher noch nicht optimal wärmegedämmt sind, ideal saniert, könnten 218 Milliarden Liter Heizöl in einem Jahr eingespart werden.
..."

Sie können den Artikel auch im Ganzen lesen: hier als PDF und hier im Archiv der Berliner Zeitung.

Im Folgenden lege ich die Inhalte dar, die darauf zu untersuchen sind, ob sie einer Überprüfung standhalten:

1.       In mehr als 50% der Haushalte würden mehr als 20 Liter Heizöl je qm verheizt. Welche seriöse Quelle liefert diese Daten mit wissenschaftlicher Sicherung?

2.       Womit wird ein Leistungsversprechen begründet, dass man mittels Brennerjustierung und einer „guten Wärmedämmung“ auf einen Verbrauchswert von 7 Litern Heizöl je qm kommt? Wie sehen die Berechnungsgrundlagen für diese werbliche Aussage aus?

3.       Womit wird ein Leistungsversprechen begründet, dass man mittels Brennerjustierung und einer „guten Wärmedämmung“ auf einen Verbrauchswert von 3 Litern Heizöl je qm in rd. 400.000 Wohnungen kommt? Wie sehen die Berechnungsgrundlagen für diese werbliche Aussage aus? Was ist eine „guten Wärmedämmung“?

4.       Was versteht man unter „nicht ganz billig“, wenn er von energetischen Sanierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit einer „14 Zentimeter dicke(n) Wärmedämmung“ spricht?

5.       Was hat der Verbraucher unter „extrem hohen Energiepreisen“, „teuren Investitionen“ und Amortisationen „nach einiger Zeit“ zu verstehen?

6.       Welche seriöse Quelle gibt mit wissenschaftlicher Sicherung den Transmissionswärmeverlust über die Außenwände in Höhe von 40% für mindestens 50% der Wohnungen an?

7.       Auf welchen Wohnungsbestand bezieht sich die Aussage, dass rund 30% der Wärme durch schlechte Fenster entweiche?

8.       Auf der Grundlage welcher Daten hat der FV WDV die hanebüchene „Bilanz“ aufgestellt, dass 218 Mrd. l Heizöl p. a. eingespart werden könnten, wenn alle 24 Mio. Wohneinheiten, die „noch nicht optimal wärmegedämmt sind“, „ideal saniert“ würden?
a.   Was bedeutet „nicht optimal wärmegedämmt“?
b.   Was bedeutet „ideal saniert“?
c.   Wie berechnet man die Einsparung von Ø 9.083 l Heizöl je WE p. a.?
d.   Wie viele l Heizöl verbraucht eine WE Ø p. a.?
e.   Wie sehen die Bestandsdaten der genannten 24 Mio. WE aus? Wo hat der FV WDV die her?
      Weiß der FV WDV mehr als das Statistische Bundesamt?
f.    Liegt dieser „Berechnung“ ein anerkanntes Berechnungsverfahren zugrunde
      oder sind die Zahlen frei erfunden?

9.       Welche sind die „jüngsten Statistiken“, die den Ratschlag angeblich unterstreichen?
a.   Wie soll es mittels Dämmmaßnahmen möglich sein, den Anstieg der Inflationsrate infolge der gestiegenen Kosten bei Mineralölprodukten zu beeinflussen?
b.   Beeinflusst man mittels WDVS Energieverbräuche oder Energiekosten?
c.    Was ist unter „Mineralölprodukten“ zu verstehen? M. E. gehören neben Heizöl auch Diesel und Benzin dazu, es gibt aber noch weitere. Was haben diese Produkte preislich mit WDVS zu tun?
d.    Welche Faktoren beeinflussen den Heizölpreis?

Auf die Auflösung können Sie vergeblich warten. Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf.
Kleine Hilfestellung: falls Sie sich gehörig verklapst vorkommen - da mag wohl etwas dran sein.

Dazu kommt: Verschwiegenes

Ein Recycling von WDVS gibt es de facto in Deutschland nicht. Man stößt auf Rat- und Sprachlosigkeit bei diversen Bundesministerien und -ämtern sowie Fachverbänden. Angesichts über 700 Mio. verarbeiteter m² WDVS kommt hier ein ungelöstes Problem von hoher volkswirtschaftlicher Tragweite auf uns zu. Die aktuell gängigen teuren Sanierungssysteme verzögern nur etwas den Zeitfaktor. Wer zahlt am Ende?

Den WDVS wird vom FV WDV eine hervorragende Ökobilanz ausgestellt. Das Problem des nicht existierenden Recyclings wird dabei genauso ausgeblendet wie die Umweltbelastung mit tausenden Tonnen Styrol jährlich und weiteren etlichen Tonnen Pentan bei der Herstellung von Polystyrol. Die Herstellung von Pentan ist sehr energieintensiv und Styrol ist kanzerogen.

Der Begriff „wirtschaftlich“ kommt in dem Werbetext des FV WDV nicht vor. Nicht „teure Sanierungen bei Altbauten“ lohnen sich, sondern nur wirtschaftliche. Das Gebot der Wirtschaftlichkeit ist gesetzlich vorgeschrieben, man kann das im §5 des Energieeinspargesetzes (EnEG) nachlesen. Teure Sanierungen sind Wunschträume von Herstellern und Verarbeitern, wirtschaftliche Maßnahmen beim Bauen im Bestand sind sogar in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben – auch hier ist der Wirtschaftlichkeitsgrundsatz verankert.

Ebenso wurde ausgeblendet: Algen und Mikroorganismen an Dämmfassaden, Rissebildung, Tauwasserproblematik.

Nun zu dem neuen wunderbaren Rätsel:
218.000 Mio. l : 24 Mio. WE = 9.083,33 l/WE das ist ein unglaublich gutes Einsparergebnis!
[218.000.000.000 : 24.000.000 = ~9.000, 218 Mrd. = 218.000 Mio.]

Nun die Frage: geht das überhaupt? Schauen wir mal, ob dies stimmen kann.

Fakt 1:
durchschn. 16,05 l/m² Wfl. benötigten die westdeutschen Haushalte
in Mehrfamilienhäusern in der Heizperiode 2002/03 - Vorjahr: 16,25 l/m²
Quelle: Studie von Techem "Energiekennwerte, Ausgabe 2004"

Fakt 2:
Ø Kosten, 68 m² Wfl., Ölhz. 335 € (1998/99) 499 € (2001/02)
Ø Kosten, 68 m² Wfl., Gashz. 403 € (1998/99) 550 € (2001/02)
Quelle: techem, 02.2004, nach Auswertung der Heizkosten von 800.00 Wohnungen

Fakt 3:
Für das Jahr 2002 gibt das Statistische Bundesamt 35.813.100 WE an (Stand: 13.08.2003),
belegt waren sie mit 36.105.500 Haushalten bzw. 76.861.600 Personen.
Die durchschnittliche Fläche je Wohneinheit betrug 89,4 m2
(41,6 m2/Person bzw. 2,2 Presonen/WE).
Quelle: destatis.de
 
Jetzt nehmen wir das angegebene Einsparpotenzial in Höhe von 9.083,33 l/WE und den von techem ermittelten Durchschnittsverbrauch in Höhe von 16,05 l/m² Wfl. Dann käme man auf eine durchschnittliche Wohnungsgröße von 9.083,33 l/WE : 16,05 l/m² Wfl. = 565,94 m2/WE.  Das ist das 6,33-fache des tatsächlichen Wertes.
Jetzt rechnen wir den auf 550 € gerundeten Wert der 68-m2-Wohnung auf 89,4 m2 hoch, das ergibt 723,09 €. Das macht bei einem Preis von 0,40 €/l bei Heizöl stolze 1.807,72 l aus. Nach der WDV-Arithmetik spart man demnach 5x mehr ein, als man überhaupt verbraucht.

[ 9.083,33 : 16,05 = 565,94; 565,95 / 89,40 = 6,33 = ~6]
[ 550 x 89,4/68,0 = 723,09; 723,09 : 0,40 = 1.807,72; 9.083,33 : 1.807,72 = 5,025 = ~5 ]

Fazit: das WDVS als perpetuum mobile der 3. Art.
Der Energieerzeuger an der Hauswand. Alles wird gut.
Ratschlag: fordern Sie beim Fachverband WDV dieses Einsparvolumen ein!
Alternativ kann es Ihnen egal sein, ob Sie 5- oder 6-fach beschissen werden.

Ein frohes und erfolgreiches Dämmen wünscht Ihnen
DIMaGB, 31.07.2005


Haus & Grund
Das Magazin für Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer
Ausgabe NRW/RLP, Januar 2003, S. 9 ff

Energiesparen und Klimaschutz - Interview
Sollen wir unsere Häuser zu Tode dämmen?


Die Schimmelpest breitet sich aus: trotz Wärmedämmung oder gar durch sie? In der Fachwelt rumort es. In der Wissenschaft wächst die Opposition gegen staatlichen Zwang zur Wärmedämmung auch im Wohnungsbestand, wie er in der neuen Energieeinsparverordnung formuliert ist. Unter den Immobilieneigentümern wächst die Unruhe. Wärmedämmung eine kostspielige Fehlinvestition?

Haus & Grund Rheinland - Pfalz hat einen renommierten Bausachverständigen eingeladen, in dem folgenden Interview die Bedenken der kritischen Wissenschaft allgemeinverständlich vorzutragen. Dipl. - Ing. Konrad Fischer ( Hochstadt / Main ) beleuchtet in Schlaglichtern die sich immer deutlicher abzeichnenden technischen, rechtlichen und damit auch finanziellen Folgeprobleme eines bei Licht betrachtet zu oft nur auf pseudowissenschaftlichen Annahmen aufbauenden staatlichen Energiesparreglements – ungeachtet der jahrhundertelangen Erfahrung im Gebäudebestand.

Der von uns befragte Experte für Energieprobleme in alten Häusern und deshalb auch Mitglied eines Beraterkreises der Deutschen Burgenvereinigung scheut sich nicht, Pfusch beim Namen zu nennen und geizt nicht mit Ratschlägen zur Abwehr unangemessener Forderungen und obrigkeitlicher Zwänge. Er gibt aber auch auf eigene Erfahrungen gestützte Antworten auf die ebenso hochaktuelle wie brisante Frage nach einer objektiv sinnvollen energetischen Pflege des Gebäudebestandes gerade auch in privater Hand.
(Dr. Hagmann, Ehrenpräsident H&G)

Frage: Unsere Altbauten sollen sich nun dank EnEV durch Dämmen und Dichten in Energiesparbüchsen verwandeln. Wird das funktionieren?

KF: Der amtliche Dämmzwang erzwingt Pfusch: Die vorgeschriebenen Dämmschäume, -gespinste und -steine kühlen nächtlich stark aus, saugen deshalb Kondensat und 'saufen ab'. Da sie wasserabweisend beschichtet sind und nur Dampf hereinlassen, das eingedrungene Wasser jedoch mangels Kapillaraktivität nicht mehr hinaus, werden sie zu schimmeligen, veralgten Wasserfallen. Die Plastikfarben werden deswegen herstellerseits mit wasserlöslichen Giften vermischt. Sind diese in den Vorgarten ausgewaschen, wuchern die Fassadenpa-rasiten. Viele Dämmstoffe sind brennbar, trotz gifthaltiger Brandschutzausrüstung. Obendrein sinkt der Schallschutz gedämmter Fassaden. Für die Bauqualität, Umwelt und Wohnge-sundheit bringt das alles nichts, Energie spart das nie.

Frage: Und wie steht es mit der Nachhaltigkeit?

KF: Die Dämmbauweise ist kurzlebig. Etwa 80 Prozent der Leichtbauten sind Sondermüll, von der Brandgefahr ganz zu schweigen. Die feuchte- und windbedingte Bewegungsfreude von Holzkonstruktionen in Wand und Dach beansprucht die rißgefährdete Klebedichtung. Nässeschäden folgen. Auch die teuren Isoliergläser sind Wegwerfkonstruktionen - sie erblinden durch unausweichliche Innenkondensation. Besonders nachhaltig ist das nicht.

Frage: Aber es heißt doch, wir müssen so bauen, um das Klima zu retten!

KF: Die Klimasimulanten beschwören den Weltuntergang: Der Brennstoffvorrat wird bald ausgehen. CO2, ein Gas und Pflanzennährstoff, soll wie Glas Wärme reflektieren können und die Atmosphäre aufheizen. Wetterwechsel und Überschwemmung seien menschengemacht. Aber: Keine Voraussage der 70er, als diese Märchen aufkamen, hat sich je bewahrheitet. Öl- und Gasreserven werden ständig neu entdeckt und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus unerschöpflichen Rohstoffquellen ständig wieder aufgefüllt. CO2, ein Luftbestandteil von nur 0,03%, ist übrigens viel schwerer als Luft und in den oberen Luftschichten deshalb kaum nachzuweisen. Erwärmtes CO2-Gas steigt zur Abkühlung nach oben, ist dort weder Reflektor noch Kuscheldecke und schmilzt aus 6 km Höhe mit minus 18 Grad ebensowenig die Gletscher wie die Lagerfeuer der Eiszeitjäger. Und die alten Hochwassermarken sind weit höher als heute. Bis Norwegen florierte im Mittelalter der Weinbau. Kurz: eine globale Erwärmung erhöht schlimmstenfalls die Anbauerträge.

Frage: Die Energiesparbauweise ist subventioniert. Wird sie dadurch wenigstens wirtschaftlich vertretbar?

KF: Der amtliche 'Gebäudewärmeschutz' bleibt trotzdem wirtschaftliches Harakiri. Die Investition rentiert sich nicht, das verstößt gegen das Energieeinsparungsgesetz. Die Praxis beweist: gedämmte Altbauten sparen keine Energie. Unsere Langzeituntersuchungen im gedämmten Baubestand und das Lichtenfelser Experiment haben nachgewiesen, dass Dämm-stoffe aus Mineralwolle und Polystyrol gegen Temperaturveränderungen - und darum handelt es sich sowohl beim Heizen als auch beim sommerlichen Wärmeschutz - wenig bewirken. Auch die Öko-Energien und Anlagentechniken zur Wärmerückgewinnung und Solarausbeute sind nur durch das Lockmittel Subvention und Zwangseinspeisung abzusetzen. Ihre Unwirt-schaftlichkeit wird damit kaum gemildert. All das ist in Fachkreisen bekannt, wird aber der pseudoökologisch vergackeierten Öffentlichkeit verheimlicht. Lieber blockiert man die Solarein-strahlung in Bauwerke durch Verpackungsmüll und läutet gleichzeitig das Solarzeitalter ein.

Frage: Was macht der Bauherr, wenn sich die vom Energieberater und der Dämmstoffindustrie versprochene Energieeinsparung nicht einstellt?

KF: Aktuelle Urteile zeigen: für Vermieter, Planer und Ausführende besteht ein hohes Prozeßrisiko. Unwirtschaftliches, bauzerstörendes und gesundheitsriskantes Dämmen und Dichten nach Vorschrift wird also vorwiegend die rechtsberatenden Berufe fördern, nicht den Klimaschutz.

Frage: Die Bauwerke sollen künftig noch dichter werden. Was heißt das für die Wohngesundheit?

KF: In Wirklichkeit soll Dichten die zunehmenden Feuchteschäden der Barackenbauweise verringern. Die abisolierten, bestenfalls künstlich gelüfteten Räume machen die Bewohner aber krank. Neben der hohen Giftbelastung aus modernen Baustoffen bevölkern viel zu viele Milben, Keime, Schimmelpilze und Algen inzwischen fast jedes zweite Haus. Bald sind wir Weltmeister in Asthma und Allergie. Dafür ist auch die EnEV verantwortlich.

Frage: In Schweden soll die dichte Dämmbauweise doch glänzend funktionieren, stimmt das?

KF: Von wegen. Erst mußte dort jedes Einfamilienhaus gedämmt werden, als es durchnäßte, wurde Lüftungseinbau verordnet, als darauf Bewohner an Allergieschocks starben, folgte die bisher letzte Zwangsverordnung: ständige Entkeimung der Lüftungsanlage durch Kammerjäger. Der Hausbesitzer zahlt´s ja.

Frage: Nach dem Umweltmediziner Prof. Schata verursacht die dichte Bauweise jährlich 80 Millionen Mark gesamtwirtschaftliche Folgeschäden. Ist da was dran?

KF: Die IFO-/RWI-Studie "CO2-Minderungsstrategien" errechnet sogar gesamtwirtschaftliche Verwerfungen als Folge des verfassungswidrigen Behördenzwangs. Wenn man nur an den sinnlosen Energieverbrauch rund um den Dämmwahn denkt, an dessen Bau- und Gesundheitsschäden, erscheint das logisch. Die Prozeßkosten, die Folgen von Dämmstoff- und Leichtbaubränden, die Sondermüllentsorgung, die Fassadenzerstörung durch Dämmstoffbeklebung - das gehört ja noch dazu. Da die Fassadenverpackung oft von Niedriglohnempfän-gern ausgeführt wird, liefern auch die versprochenen Arbeitsplätze nur wenig für unser Sozialsystem.

Frage: Nach der Rechtslage muß der Vermieter die aktuellen Gesundheitsvorschriften auch in bestehenden Mietverhältnissen sicherstellen. Was heißt das für die dicht gedämmten Bauten?

KF: Zunehmend entdecken die Raumluft-Gutachter den durch Schimmel, Schadstoffe und immer zu hohe Wohnungskosten geplagten Mieter als Kunden und bieten sogar Hilfe im Rechtststreit gegen den Hausbesitzer. Die Mieterverbände empfehlen dann Mietminderung. Auch die Baukostenumlegung auf den Mieter wird so immer schwerer, besonders wenn die Warmmiete steigt anstelle zu sinken. Der aktuelle Wohnungsmarkt hat wenig Platz für modernisierungsbedingte Mietsteigerungen. Das falsche Sanieren verschärft das Konfliktpotential. Der falsch berechnete Gebäude-Energiepaß liefert dem Mieter dazu eine scharfe Waffe.

Frage: Wie reagieren die Architekten auf diese Entwicklung?

KF: Unsere Kritik am EnEV-Entwurf verhallte ungehört. Viele Branchen profitieren ja vom Investitionszwang. Auch manche Planer versuchen sich als Klimaschutzapostel. Die Rechtslage zwingt uns aber, uns weiter mit den Ausnahmen der EnEV vertraut machen, um den Bauherrn pflichtgemäß wirtschaftlich und technisch zu beraten und im Befreiungsverfahren sachge-recht zu betreuen.

Frage: Wie sollte denn energiesparend gebaut und instandgesetzt werden?

KF: Wirtschaftliches Energiesparen funktioniert ohne Bußgeldzwang. Besser sollte der echte Niedrigverbrauch anstelle energieverschwendender Pfuschkonstruktion verordnet werden.

Frage: Was hat sich hier bewährt?

KF: Speicherfähige Massivbauten mit Fenstern ohne Dichtlippe und Isoglas verwerten die Heiz-, aber auch die Solarenergie am besten. Sie sind im Winter warm, im Sommer kühl. Die meisten Altbauten kann man also in Ruhe lassen. Ihr Wärmebedarf ist doch viel geringer, als berechnet. Als Heizung ist die Hüllflächentemperierung vorteilhaft: Das Haus bleibt schim-melfrei. Die behagliche Strahlungswärme bedingt geringere Lufttemperatur und Wärmeverluste. Schon Einfachglas reflektiert Wärmestrahlung zu 100%, Wärmeschutzgläser sind also nicht notwendig. Kunstharzversprödete Holzfenster sollte man besser entlacken und mit Leinölfarbe nachhaltig sanieren und nicht gegen kurzlebige Plastikkonstruktionen austauschen. Auch die unrentable und störungsanfällige Lüftungs- und Solar-High-Tech darf entfallen. Die bewährte Fassadenreparatur ersetzt nässestauende Beschichtungen durch kapillaroffenen Kalkputz und -anstrich. All das spart Energie und Kosten.

Frage: Wo erhalten unsere Leser weitere Aufklärung zu diesem Themenkomplex?

KF: Zur technischen Aufklärung der Bauwelt veröffentlicht unser Beirat für Denkmalerhaltung der Deutschen Burgenvereinigung Praxis-Ratgeber auch zu Energiesparfragen. Man bekommt sie bei der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Marksburg, 56338 Braubach a. Rhein, Tel. 02627-536 oder im Internet: www.deutsche-burgen.org. Vertiefende Informationen aus Wissenschaft und Praxis bieten auch meine "Altbau und Denkmalpflege Informationen": ' http://www.konrad-fischer-info.de

Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK, Hauptstr. 50, 96272 Hochstadt a. Main
Tel.: 09574-3011, Fax: -4960
Im Internet: Kommentar mit Link zur Richtlinie als pdf in

http://www.konrad-fischer-info.de/7wsvoant.htm#Energieeffizienz


Auch Fertighäuser können isoliert werden
BNN-Immobilienteil 08.02.2003 (BNN = Badische Neueste Nachrichten, MB)
Leserbrief von Rainer Romer, Karlsruhe:

Sehr geehrter Herr Bühler,

Ihren Artikel möchte ich gerne kritisch kommentieren:

Wärmedämmverbundsysteme auf Fassaden bewirken im Verlauf der Jahre negative Effekte: Auf der Außen- oberfläche der (zumeist Polystyrol-)gedämmten Fassade kondensiert nachts Wasser. Der Oberflächen- temperaturverlauf einer gedämmten Fassade ist vergleichbar mit dem einer KFZ-Karrosserie- Oberfläche, dort ist der Morgentau regelmäßig zu beobachten. Das gleiche geschieht auf der gedämmten Hauswand. Im Lauf der Zeit siedeln sich auf der Hausoberfläche Algen an, was beim PKW nicht zu beobachten ist, da Autos häufiger gereinigt werden als Hausoberflächen.

Nebenbei: Styropor schwimmt zwar und dämmt auch, nimmt aber, wenn es die Gelegenheit bekommt, kontinuierlich Wasser auf, man denke hier an ein Stück Styropor, das im Wasserloch liegt, nach spätestens 2-3 Jahren geht es unter, da es sich mit Wasser vollgesogen hat. Dann dämmt es auch nicht mehr. Ähnliches findet im Lauf der Jahre an der gedämmten Oberfläche statt: sie wird allmählich feucht, die Dämmeigenschaften nehmen ab und die Algentätigkeit zu.

Baustoffe am Haus sollten im Hinblick auf Zeiträume von 50-150 Jahren ausgewählt werden, sonst sind sie abzulehnen. Feuchtes Dämmmaterial ist so wertlos wie ein nasser Pullover.

Dämmsysteme werden regelmäßig mit Kunstharzleim auf die alte Fassade aufgebracht. Der Leim dichtet den alten Wandaufbau jedoch ab. Es kann nun keinerlei Feuchtetransport mehr von innen durch die Außenwand nach außen mehr stattfinden, was nun eine Durchfeuchtung der innenseitigen Außenwand zur Folge hat. Man darf keinesfalls vernachlässigen, dass die Außenwand von Wohnhäusern einen beträchtlichen Teil der Wohnraumfeuchte aufnimmt und idealerweise durch Kapillarwirkung oder mittels Diffusionsprozesse nach Außen abgeben können muß.

Die innenseitige Außenwand durchfeuchtet sich dementsprechend im Lauf der Jahre, wobei der Effekt umso stärker auftreten wird, je schlechter die Bewohner lüften oder je besser die Fenster abdichten. Der oben genannte Pullover-Effekt wird dadurch innenseitig verstärkt, der Wärmeschutz der Außenhaut nimmt weiter ab.

Zusätzlich erhöht sich nun auch noch die Wohnraumluftfeuchte innen, eben weil die Außenwand keinen Beitrag mehr zur Entfeuchtung liefern kann. Feuchte Luft jedoch erhöht beim Heizen den Wärmebedarf gegenüber trockenerer Luft beträchtlich und man muß die Frage gestatten, ob das Dämmsystem wirklich das leistet, was die Dämmstoffindustrie verspricht.

Die schlimmste Folge dieser Mechanismen ist innenseitiger Schimmel, der nun nicht einmal mehr auf Taupunkttemperaturen auf der Wandinnenoberfläche angewiesen ist, sondern von der allgemeinen Durchfeuchtung der Wand profitiert und sich im Wohraum breit macht. Auf Schimmel folgen mehrere unterschiedliche Krankheiten, da der menschliche Körper unzureichend auf die Sporen reagieren kann.

Leider ist meine Kritik hier noch nicht zuende: Viele Jahre später ist der stolze Hausherr von heute längst Geschichte. Irgendwann wird sein Häuschen nach verschiedenen Besitzerwechseln dann auch das Zeitliche segnen, ich gehe wie oben angedeutet, von einer wünschenswerten Lebensdauer von 100-150 Jahren aus. Dann werden sich unsere Nachfahren angesichts der insgesamt fragwürdigen Dämmmaterialien zähneknirschend (oder auch wutschnaubend) an unsere Tun erinnern, denn dann werden sich die meisten Dämmaterialien nicht, wie bei Omas Massiv-Ziegelhäuschen usus, einfach auf den nächsten Feldweg kippen lassen.

Findige Geschäftsleute von heute sollten sich von daher bereits jetzt die künftigen Geländebereiche sichern, die potentiell für Sondermülldeponien geeignet sind, um auch morgen wieder dabei sein zu können, wenn beim Volk Kasse gemacht wird.

Ihre Aussage, dass durch die gestiegene Innenoberflächentemperatur die Schimmelgefahr sinkt, halte ich zwar kurzfristig für zunächst vielleicht plausibel, langfristig jedoch für falsch, da meiner Meinung nach und angesichts der oben angeführten Argumentation das Gegenteil eintritt! Auch Ihre weiter folgenden Ausführungen lassen beim genaueren Lesen viele Fragezeichen zurück, da Sie Baustoffe nicht ausreichend kritisch betrachten.

Ich kann nicht auf alle Ihre Punkte detailliert eingehen. Nur soviel: Dreifach isolierverglaste Fenster führen dazu, dass zumindest Pflanzenwachstum im Hausinnnern nicht mehr erfolgversprechend stattfindet, da zuviele Lichtanteile fehlen. Ich befürchte, dass in solchem Wohnmilieu der Mensch langfristig ebenfalls Schaden nimmt.

Im Bereich der Ihrerseits angesprochenen Dachdämmung wage ich die These, dass ein Dachgeschoss, welches im Sommer angenehme Kühle beherbergt, im Winter näherungsweise auch guten Wärmeschutz bietet. Dies ist jedoch mit der von Ihnen dargestellten Methode der Zwischensparrendämmung vermutlich schlechter realisierbar als mit einer massiven Holzdämmung zwischen den Sparren. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die am 3.4.2002 bei der ARD veröffentlichten Lichtenfelser Versuche.

Ich bitte Sie abschließend höflich um die Veröffentlichung der von Ihnen genannten halbierten Heizenergieverbräuche infolge der realisierten Einblasdämmsysteme, wobei mich weniger die errechneten Heizenergieverbräuche als vielmehr die tatsächlich real existierenden interessieren
Wer sich an die Dämmung eines Hauses machen möchte, dem kann ich die Lektüre von
http://www.konrad-fischer-info.de  empfehlen.

Rainer Romer
Weingartenerstraße 61
D-76229 Karlsruhe

Rainer Romer
Weingartenerstraße 61
D-76229 Karlsruhe


An die BNN-Redaktion, zur Weiterleitung an den Chefredakteur
Karlsruhe

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie im pdf-file einen BNN-Fachartikel zum Thema Bau (08.02.2003), sowie meinen Leserbrief dazu. Den Leserbrief wollte der Fachredakteur nicht freigeben. Begründung: Leserbriefe werden nur betreffend dem BNN-Lokalteil veröffentlicht.

Der vorliegende Fachartikel ist jedoch kein eigenrecherchierter Bericht Ihres Redakteurs, sondern leider nur die redigierte Vorlage der Fa. Renovus, die damit die BNN optimal als Werbeplattform nutzen kann. Werbung ist jedoch nur in den dafür gekennzeichneten Zeitungsflächen vorgesehen.

Der Immobilienteil der BNN enthält fast ausschließlich Anzeigen und Inserate und wird von den Bauinteressierten der Region regelmäßig gelesen. Im exponierten redaktionellen Bereich erwarten die meisten Bauwilligen sauber recherchierte und objektive Berichte, und keine weitere Werbung, die als Redaktionsbeiträge getarnt sind. Ich bitte Sie höflich um diesbezügliche Beachtung. Weiterhin bitte ich Sie nochmals um Veröffentlichung meines Leserbriefs, sowie künftig um mehr redaktionelle Beiträge, die sich an den anerkannten Regeln der Baukunst orientieren und nicht an kurzlebigen Modeerscheinungen, die sich bereits in wenigen Jahren als Sondermüll entpuppen werden. Das sind Sie Ihren heutigen und auch Ihren künftigen Lesern schuldig.

MfG
Rainer Romer


Wie man mit Wärmedämmung alte Häuser aufwertet

Ich nehme gern die Praxis als Prüfstein für alles, das lass ich mir nicht ausreden. Auf meinen Infoseiten erfahren Sie vieles über Unsinn und sogar Schädlichkeit von Wärmedämmung. Das entspricht so gar nicht der herkömmlichen Lehr- und Werbemeinung, ist jedoch Tatsache. Trotzdem - vielleicht auch gerade deshalb - regen sich die selbsternannten Heroen der Bauphysik furchtbar auf.

Was aber nützt uns die ganze Formelverliebtheit, wenn die Häuser und die Menschen, die darin wohnen, darunter leiden? Es lebe der U-Wert? Nein, es lebe der gesunde Menschenverstand, es lebe das Gesunde Wohnen. Schauen Sie sich die hier dargestellten Beispiele an und machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf.

Beispiel 1:
Ein altes Haus in K. bei B. Völlig unscheinbar kommt uns der Giebel im linken Bild daher.
Auf dem Bild in der Mitte erkennt man an der Hauskante, dass am Giebel etwas aufgebracht wurde.
Nun sehen wir den gedämmten Giebel in seiner ganzen Pracht. Es lebe der U-Wert.

Beispiel 2, Bild-Zeile oben und unten:
Mit WDVS aufgewertete Fassaden in P., Steinstr.
Wer glaubt, dass diese Dämmung dämmt?
Dieses Haus (linkes Bild)
wurde seinerzeit schön
massiv mit Hochloch-
ziegeln errichtet.
Das war 1985 und
ich weiß das so
genau, weil es mein
erstes Haus ist, was
ich als Jungbauleiter
verzapft habe. Friede
seiner Fassade.
 

   

EXPERTENFORUM AUF DEM „TAG DES BACKSTEINS“
Durch Fortschrittsgläubigkeit in die Sackgasse gedämmt

„Dämmen wir uns in die Sackgasse?“ Diese Frage stand beim „Tag des Backsteins" in Hildesheim und Westerstede, zu dem die Olfry-Ziegelwerke in Vechta eingeladen hatten, im Mittelpunkt. Rund 400 Architekten, Bauunternehmer und Bauträger aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt folgten der Einladung.

Für Prof. Dr. Claus Meier aus Nürnberg und seinen Kollegen Prof. Jens Fehrenberg, der an der Universität Hildesheim Bauökologie lehrt, geht der Weg direkt in die Sackgasse. „Ich habe den Bundeskanzler bereits schriftlich aufgefordert, genau wie bei der BSE-Problematik auch bezüglich der Wärmedämmung endlich Verbraucherschutzinteressen zu berücksichtigen", sagt Architekt Claus Meier. „Vermutlich müssen aber erst ähnliche Katastrophen eintreten wie bei BSE, bevor die Politik reagiert“, befürchtet er.

Meier kritisiert die Art und Weise, wie mit bestimmten Berechnungen Schindluder getrieben wird und Bauherren ihre Häuser aus Unerfahrenheit sinnlos dämmen. „Sie investieren viel Geld in ein Verfahren, das ihnen am Ende weder ökonomische noch ökologische Vorteile bringt“. Für diese Entwicklung macht er die Dämmstoffindustrie verantwortlich, die ihre Materialien unbedingt verkaufen will und dementsprechend in der Öffentlichkeit wirbt. Selbst die verantwortlichen Politiker in Berlin sind laut Claus Meier nicht in der Lage, sich gegen die „pseudowissenschaftliche Hochstapelei“ zur Wehr zu setzen und unterschreiben nach wie vor Energieeinsparverordnungen, die lediglich der Dämmstofflobby dienen.

„Wissen ist entscheidend und nicht Meinung", sagt Claus Meier und verweist auf den Direktor des Max-Planck Instituts, Hubert Markl. Der hat den Satz formuliert: „Die Lüge und der Betrug sind integraler Bestandteil des Forschens." „Die Wissenschaft wird zunehmend pervertiert“ fügt Claus Meier noch hinzu. „Je nachdem, von wem die Forschungsaufträge stammen, fallen auch die Ergebnisse aus. Der Verlierer ist grundsätzlich der Verbraucher.“

„Dabei bauen wir für die Menschen und nicht für die Gesetze“ stellt Jens Fehrenberg klar. „Mittlerweile versperren die Dämmstoffe aber den Blick fürs Wesentliche“, sagt er weiter und meint damit den ethischen Grundsatz, dass sich Menschen in ihren vier Wänden genauso wohl fühlen müssen wie in ihrer eigenen Haut. „Wir Baumenschen sind für die Gesundheit der Menschen verantwortlich. Immerhin verbringen wir rund 90 Prozent unserer Lebenszeit in Gebäuden.

Laut Fehrenberg sind wir in den vergangenen Jahren den falschen Propheten nachgelaufen und haben schon viel zu viele krankmachende Häuser gebaut. „Rund 22.000 verschiedene Chemikalien kommen im gesamten Baubereich zum Einsatz. Alle denkbaren Reaktionsmöglichkeiten untereinander sind da völlig unberücksichtigt“, skizziert er die scheinbar moderne Entwicklung rund um den Bau. So mancher Bauherr ahne nicht, welche Zeitbombe da schlummere. Zumal nirgends Warnhinweise angebracht seien.

Der Bauökologe kritisiert die ausgeprägte Fortschrittsgläubigkeit. „Unsere Vorfahren waren keineswegs dümmer als wir", hält er dagegen. „Sie haben in Jahrtausenden ausprobiert, was dem Menschen bekommt“. Deshalb plädiert er dafür, wieder auf Bewährtes zurückzugreifen. Dazu gehört beispielsweise Sonnenenergie, die mit Hilfe natürlicher Baustoffe wie Klinker in Strahlungswärme umgesetzt wird. „Durch massive Wände kann Solarenergie nutzbringend eingespeichert werden und beeinflusst Raumklima und somit Gesundheit positiv", sagt er.

Die zum Teil bis zu 45 Zentimeter dicken Wärmedämmungen dichten buchstäblich alles ab und verhindern jegliche Form der Luftzirkulation, was im schlimmsten Fall bei den Bewohnern zu Krankheiten führt. Fehrenberg hat als Sachverständiger regelmäßig mit solchen Fällen zu tun. „Negative Umwelteinflüsse wie beispielsweise Chemikalien gehen dem Menschen buchstäblich unter die Haut", macht er deutlich. „Der menschliche Organismus verlangt nach Baustoffen, die er seit Jahrtausenden kennt. Über die Mineralfaser, die als
Dämmschicht dient, existieren noch keine Langzeitforschungen. Niemand weiß also, wie sie auf den Organismus wirken und ob sie nicht vielleicht krank machen", warnt er und ist sich deshalb genau wie Claus Meier sicher, „dass wir uns bereits in die Sackgasse gedämmt haben“.

Quelle: Töne und Trends
Informationen aus der Ziegelindustrie
Ausgabe 18, Juni 2001
Aussender: Olfry


Wirksamkeit von WDVS
 

Jahr Menge

    Bild 1: Grafik zu Tabelle 1

    links
    Tabelle 1: Verarbeitungsmengen an WDVS
    Quelle: FV WDVS

1976 4,60
1977 6,10
1978 7,30
1979 10,10
1980 12,50
1981 12,00
1982 13,30
1983 13,00
1984 12,90
1985 11,20
1986 11,50
1987 12,00
1988 14,00
1989 14,00
1990 14,50
1991 20,50
1992 25,80
1993 29,60
1994 38,30
1995 42,80
1996 46,10
1997 46,10
1998 42,40
1999 43,00
2000 38,50
2001 31,90
2002 30,80
 
ges. 604,80

1990 1992 1994 1996 1998 1999 2000
Haushalte 2.383 2.436 2.558 2.890 2.779 2.637 2.550
Gesamt 14.916 14.319 14.184 14.746 14.521 14.193 14.180
anteilig 16,0% 17,0% 18,0% 19,6% 19,1% 18,6% 18,0%

Tabelle 2: Primärenergieverbrauch nach Energiesektoren in PJ
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen


Bild 2: Grafik zu Tabelle 2

Bild 3: Daten aus Tabelle 1 und 2 nebeneinander gelegt

Ergänzung vom 17.04.2005:
Inzwischen hat der FV WDVS nachgelegt und die Daten bis 2004 ergänzt:

2002: 30,8 Mio. m² verlegte WDV-Systeme (s.o.)
2003: 30,6 Mio. m²
2004: 32,0 Mio. m²

Quelle: Grafik des FV WDVS "Statistik Stand 12/04"
Text:
"Wärmedämm-Verbundsysteme
Marktentwicklung 1977-2004
630 Mio. m² verlegte WDV-Systeme belegen eindrucksvoll die Energieeinsparung"

Kommentar DIMaGB:
Ich bin beeindruckt, aber:
welche Energieeinsparung?
Die
[  ] gewünschte / erhoffte,
[  ] berechnete,
[  ] tatsächlich eingetretene?
Wo soll man denn nun ankreuzen?


Ergänzende Daten:

Bild 2b:
der fast gleich bleibende Energieverbrauch für den Zeitraum 2000-2005
lässt sich als Fortführung der Grafik Bild 2 heranziehen (egal ob PJ o. StKE)
ab 2010 ist geschätzt, also für eine Beurteilung unerheblich
Grafik. ASUE, Quelle: ExxonMobil

Primärenergieverbrauch in Deutschland 2004 auf Vorjahresniveau

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland blieb nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im Jahr 2004 - trotz eines gesamtwirtschaftlichen Wachstums von 1,7 % - mit rund 493 Mill. t SKE (14438 PJ) auf dem Niveau des Vorjahres (Tabelle).

Der Mineralölverbrauch unterschritt mit rund 179 Mill. t SKE nur knapp die Vorjahresmenge. Die Entwicklung verlief bei den einzelnen Produkten unterschiedlich. Der Absatz von leichtem Heizöl ging vor allem preisbedingt kräftig zurück (-9,3 %); derjenige vom schweren Heizöl (-5,3 %) und vom Ottokraftstoff (-2,7 %) nahm ebenfalls ab. Dagegen stieg er bei Dieselkraftstoff (+ 3,4 %) und Rohbenzin (+ 4,7 %) deutlich.

Der Erdgasverbrauch war mit rund 110 Mill. t SKE geringfügig höher als im Vorjahr (+0,3 %) bei unterschiedlicher Entwicklung in den einzelnen Quartalen und Verbrauchssektoren. In der Industrie wurde konjunkturbedingt mehr Erdgas eingesetzt. Während der Einsatz in Kraftwerken etwa konstant blieb, ging die Nachfrage der privaten Haushalte bedingt durch die höheren Temperaturen in der Heizperiode leicht zurück.

Der Steinkohlenverbrauch war mit rund 66 Mill. t SKE um 3,6 % niedriger als vor einem Jahr. Ursächlich für diese Entwicklung war der Rückgang beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft. Die Stahlindustrie hat den Verbrauch des Vorjahres bei günstiger Konjunktur leicht übertroffen.

Der Braunkohlenverbrauch blieb wegen der höheren Lieferungen an die Kraftwerke mit rund 56 Mill. t SKE knapp über dem Vorjahresniveau (+0,5 %). Die Stromerzeugung der Braunkohlenkraftwerke war insgesamt etwas höher.

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke stieg gegenüber dem Vorjahr um etwa 1 %.

Der Beitrag der Wasserkraftwerke wie derjenige der Windkraftanlagen stieg kräftig. Insgesamt erhöhte er sich um reichlich ein Fünftel.

Der Verbrauch von Sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger) nahm gegenüber 2003 um 1,5 % zu.

Der Beitrag aller erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belief sich 2004 auf rund 3 %.

Quelle: Pressemitteilung der AGEB, 01.2005

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland hat sich im Jahre 2004 mit rund 493 Mill. t SKE (14 438 Petajoule) gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Dabei standen den verbrauchssteigernden Effekten infolge der konjunktu-rellen Belebung die dämpfenden Einflüsse der im Verlauf des Jahres kräftigen Energiepreissteigerungen gegen-über, die den Anreiz zur Energieeinsparung verstärkt haben.

Der Erdgasverbrauch der privaten Haushalte sowie der Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen (HuK-Sektor) ging aufgrund der höheren Außentemperaturen in der Heizperiode leicht zurück – schätzungsweise um 1 %.

Quelle: DIW

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland blieb nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energie-bilanzen im Jahr 2004 - trotz eines gesamtwirtschaftlichen Wachstums von 1,7 % - mit rund 493 Mill. t SKE (14438 PJ) auf dem Niveau des Vorjahres. Der Mineralölverbrauch unterschritt mit rund 179 Mill. t SKE nur knapp die Vorjahresmenge. Der Erdgasverbrauch war mit rund 110 Mill. t SKE geringfügig höher als im Vorjahr (+0,3 %). Der Verbrauch von Sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger) nahm gegenüber 2003 um 1,5 % zu.

Quelle: AG Energiebilanzen: http://www.ag-energiebilanzen.de/

Kommentar DIMaGB.de: Die wichtigsten Heizmittel sind Erdöl (also ein Mineralöl) und Erdgas. Hier liegt die Veränderung nahezu bei 0. Wie wir aber immer wieder vorgehalten bekommen, liegen die Privathaushalte mit 40% im Rennen und dabei die Heizung mit einem Anteil von 75%, weswegen man hier ein großes Umweltschädigungs-potenzial sieht. 0,4 x 0,75 = 0,3 = 30% entfallen demnach nur auf die Heizung der Privathaushalte. Aber per Dekret sind wir Deutschen Weltmeister im Dämmen, Modernisieren und Sparen - das lassen wir uns ein Heidengeld kosten. Und der Nutzen?
01.2005

Um die Größenordnung zu verdeutlichen, diese Ergänzung:
Ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf die Raumheizung, durch die jährlich ca. 250 Mio. Tonnen des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) freigesetzt werden.“ Zitat: Prof. Dr. Wolfgang Seiler, Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung in Karlsruhe. Mitglied im Beirat der Initiative ContraCO2 ("die Initiative versucht dem entgegen zutreten, mit Hilfe von umweltfreundlichen Dämmstoffen, deutlich geringere Energiekosten und dem übergeordneten Ziel, wichtige natürliche Ressourcen zu erhalten").
03.2005

Noch eine ergänzende Mitteilung:
Auf der Internetseite des FV WDVS werden folgende Relationen angegeben:

Anteil der Heizenergie am Gesamtenergieverbrauch:
Haushalte/Kleinverbraucher: 50%
Industrie / Fahrzeugverkehr: je 25%;
eine Quelle hierzu wird nicht angegeben.
14.04.2005

Primärenergieverbrauch 2004

Totalverbrauch 492,6 Mio t SKE
Mineralöl 36,4 %
Erdgas 22,4 %
Steinkohle 13,5 %
Kernenergie 12,6 %
Braunkohle 11,4 %
Sonstige   3,7 %

Quelle: BGW/Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen


Grafik DIMaGB, 08.2005

Grafik: Endenergieverbrauch der Haushalte in Deutschland
Übrige feste Brennstoffe: einschließlich sonstige Energieträger (Solarthermie, Wärmepumpen u.a.)
2001-2003: vorläufige Angaben; Stand: 04.10.2004
Daten: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 10/04


Grafik DIMaGB, 08.2005

Grafik: Entwicklung des Wohnungsbestandes, prozentual
Daten: Statistisches Bundesamt, Fachserie 5 / Reihe 3
WE: 34.547 zu 38.383 (+11,1%), Wfl.: 2.839.665 zu 3.245.487 m2 (+14,3%)

Primärenergieverbrauch im ersten Halbjahr 2005 niedriger als im Vorjahr

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft  Energiebilanzen im ersten Halbjahr 2005 rund 244 Mill. t SKE (7155 Petajoule). Das waren 3 Mill. t oder 1,2 % weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres (Tabelle). Bei nur schwachem Wirtschaftswachstum und geringen Temperatureinflüssen im Vorjahresvergleich dominierten vor allem Preiseffekte diese Entwicklung.

Der Mineralölverbrauch war mit insgesamt knapp 84 Mill. t SKE im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 um 2,0 % niedriger. Dies ist insbesondere das Ergebnis eines erneuten Rückgangs des Absatzes von leichtem Heizöl (-8 %), der in erster Linie durch einen drastischen Anstieg der Preise von Mineralölprodukten ausgelöst wurde. Der Verbrauch von Kraftstoffen entwickelte sich unterschiedlich: Während der Absatz von Ottokraftstoff (-5 %) und von Dieselkraftstoff (-2 %) zurückging, nahm die Ablieferung von Flugtreibstoff zu (6 %). Der Verbrauch von Rohbenzin stieg ebenfalls (1,5 %).

Der Erdgasverbrauch stieg um rund 1 % auf etwa 60 Mill. t SKE, maßgeblich bedingt durch die im Vorjahresvergleich kühleren Temperaturen im ersten Quartal. Eine überdurchschnittlich gestiegene Erdgasnachfrage verzeichneten dabei der Haushaltssektor und die Industrie.


Grafik DIMaGB, 08.2005
Quelle: AGEB, 07/2005

Primärenergieverbrauch inD 1950 - 1994 in Mio. t SKE,
nach dem Substitutionsprinzip, alte und neue Länder
Grafik DIMaGB, 08.2005, Quelle: Daten von AGEB

Energiedaten Deutschland

Es sind Daten zusammengestellt, die für den Zeitraum 1990-2003 einen Überblick zu relevanten Größen liefert: Energieverbräuche und -kosten, Bevölkerung, Haushalte usw. Der Schwerpunkt liegt bei den Haushalten. Das Datenmaterial kommt vom BMWA.

Es sind Dateien zu den Rohdaten und zur Veränderung in % .

DIMaGB, 11.08.2005









Energieverbrauch in Deutschland: Ein Drittel allein für Heizung und Warmwasser

In Deutschland wird mit rund 35 Prozent mehr als ein Drittel des Primärenergiebedarfs allein für die Raumheizung und Warmwasserbereitung benötigt. Das hat eine Untersuchung des Forschungszentrums Jülich ergeben. Nach Ansicht der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. könnte dieser Energieverbrauch durch rationellen Energieeinsatz deutlich gesenkt werden.

ASUE, 29.07.2005

 

ENERGIEVERBRAUCH
Leicht gesunken
Berlin/Köln - Der Verbrauch an Primärenergieträgern hat sich in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres um ein Prozent verringert. Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) ist diese Entwicklung im Wesentlichen auf die hohen Energiepreise und die schwache Konjunktur zurückzuführen. *
Der Verbrauch an Steinkohlen ging in den ersten drei Quartalen um 3,5 Prozent zurück. Sowohl die Elektrizitätswirtschaft wie auch die Stahlindustrie verringerten ihren Bedarf. Ursache waren zum einen die hohen Weltmarktpreise sowie die Kostenbelastung durch den CO2- Emissionshandel. Die Braunkohle konnte sich als wettbewerbsfähige Energie für die Grundlaststromerzeugung behaupten. Wegen einiger längerer Stillstände von Kraftwerken sank die Stromerzeugung aus Braunkohle um zwei Prozent. Der Mineralölverbrauch lag um ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Absatzeinbußen bei Ottokraftstoffen (minus 6 Prozent), Heizöl (minus 2 Prozent) und Diesel (minus 1 Prozent) standen ein stabiler Absatz beim Rohbenzin für die chemische Industrie und ein deutlicher Verbrauchszuwachs beim Flugbenzin (plus 9 Prozent) gegenüber. Der Verbrauch von Mineralöl zeigt damit von allen Primärenergieträgern die größte Preis-Sensibilität. Ein höherer Bedarf von Industrie und Kraftwerken ließen den Verbrauch von Erdgas in den ersten neun Monaten des Jahres um knapp ein Prozent ansteigen. Die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken erreichte annähernd den Vorjahreswert. Die erneuerbaren Energien konnten ihren Anteil an der Energieversorgung vor allem durch den Zubau von rund 300 Windenergieanlagen allein im ersten Halbjahr weiter ausbauen. Die Stromerzeugung aus Wasser- und Windkraftwerken stieg um sieben Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch erhöhte sich auf reichlich vier Prozent. Die aktuellen Daten zum Energieverbrauch bietet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im Internet unter www.ag-energiebilanzen.de/daten/inhalt1.htm.

Quelle: DEBRIV-Newsletter, 4/2005

* Kommentar DIMaGB: also an der Dämmung liegt es nicht,
sondern an der Sparsamkeit infolge gestiegener Preise.

Grafik: DEBRIV

Grafik: DEBRIV

"Der Primärenergieverbrauch in Deutschland hat sich im Jahre 2004 mit rund 493 Mill. t SKE (14 438 Petajoule) gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Dabei standen den verbrauchssteigernden Effekten infolge der konjunkturellen Belebung die dämpfenden Einflüsse der im Verlauf des Jahres kräftigen Energiepreis-steigerungen gegenüber, die den Anreiz zur Energieeinsparung verstärkt haben. Der Rückgang beim registrierten Mineralölverbrauch überzeichnet freilich die tatsächliche Verbrauchsentwicklung. So haben die hohen Preise insbesondere beim leichten Heizöl zu einer erheblichen Kaufzurückhaltung geführt; der tatsächliche Ölverbrauch ging aber nicht in gleichem Umfang zurück, da die Verbraucher ihre Lagerbestände deutlich abgebaut haben. Der Einfluss der Temperatur war im vergangenen Jahr nicht eindeutig: Während die Witterung in der Heizperiode wärmer war als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, fiel sie wegen der vergleichsweise niedrigen Temperaturen in den Sommermonaten über das gesamte Jahr gerechnet etwas kühler aus. Bereinigt um den Temperatureffekt und um den – nur grob abschätzbaren – Lagerbestandseffekt dürfte der Primärenergieverbrauch 2004 gegenüber 2003 um rund 1% höher ausgefallen sein."

Quelle: Wochenbericht DIW, Nr. 7/2005, 72. Jahrgang/16. Februar 2005
1. Bericht, Primärenergieverbrauch in Deutschland, Zahlenbeilage
abzurufen bei der AGEB unter "Daten/Presse"


Rückbau von WDVS, ein Praxisbeispiel

 

Natürlich wird sich zunächst jeder beim Betrachten der Bilder fragen was das soll.
1.) So kleine Bildchen.
2.) Was soll das darstellen?

zu 1.: kein Problem, klicken Sie sie an für eine größere Darstellung.
zu 2.: schon eher ein Problem. Lesen sie dazu die Erläuterungen.

Die Fotos hat unser Bildreporter Horst Böschen im März 2005 in der Schätzelberger Str. in Berlin gemacht. Zu sehen ist ein etwas größeres Gebäude, bei dem man das WDVS zurückgebaut hat. Zurückbauen ist die neudeutsche Umschreibung für Abbruch, Abriss.

Zu sehen sind noch einige Klebemörtelstellen (dem aufmerksamen und kundigen Betrachter fällt sofort auf, dass hier statt im Wulst-Punkt-Verfahren nur im schnöden Punkt-Punkt-Verfahren verfahren wurde) und was wie Stacheln auf der Fläche verteilt ist, sind die Dübel des WDVS.

Anhand dieser Bilder wird einiges recht gut deutlich: Die Platten mit der Armierung, der Spachtelung und dem Putz sind relativ schnell abgerissen. Lustig wirds, wenn man sich an die vielen Dübel ranmacht - es sei denn es gäbe ein Verfahren, die Dübel dran zu lassen und die neuen Platten daran zu befestigen. Gibt´ s aber nicht.

Der umweltbewusste und von Generationenverantwortung und Nachhaltigkeitsdenken geplagte Bürger fragt sich aber auch: ja, wo sind denn die etlichen Quadratmeter an Dämmplatten geblieben? Die sind doch bestimmt recycled worden. Denkste, Recycling gibt´ s nämlich auch nicht. Es gibt nur die Auswahl zwischen Halde und Ofen - und es gibt eine getürkte Ökobilanz, die den immensen Schadstoffausstoß bei der Herstellung sowie das Recycling-Problem verschweigt.
(nämlich, dass es gar keins gibt - nachzulesen hier: die Recycling-Lüge)

Anhand der Bilder kann man sich vielleicht ein Bild machen über das Ausmaß, das noch auf uns zukommt.
Und der Rest? Sollte uns das zu denken geben?

© Fotos: Horst Böschen, Berlin

nach oben


   Wärmedämmung, Wärmeisolierung, Wärmedämmverbundsysteme, WDVS
   Vollwärmeschutz, Thermohaut, Außendämmung, Fassadendämmung

   bei .: richtigbauen.de
   Wärmedämmung, Wärmeisolierung, Wärmedämmverbundsysteme, WDVS
   Vollwärmeschutz, Thermohaut, Außendämmung, Fassadendämmung

   bei .: richtigsanieren.de

- Archivseite -

Auf dieser Seite:



Dämmung dämmt, besonders im Winter



Foto: Immobilien Ritter, Neumarkt

Dass Dämmung dämmt, ist weitgehend unbestritten. Die Frage ist nur, wie gut und zu welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis das geschieht. Auf dem Bild sehen Sie eine Fassade eines Bestandsgebäudes in Neumarkt, welches mit einem WDVS versehen wurde. Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist die Oberfläche des WDVS völlig vereist.

Was sagt uns das? Endlich wird den Skeptikern und Kritikern von WDVS eine entschiedene Abfuhr erteilt, denn das Foto beweist: Dämmung dämmt. In diesem Fall dämmt sie sogar so gut, dass die Oberfläche des WDVS vereist.

Wie ist das möglich? Die Dämmung dämmt hier offenbar so gut, dass kein Quentchen an Wärme verloren geht. Die Leute drinnen haben es kuschelwarm und die gute Dämmung lässt keine Wärme entweichen. Die Oberfläche des Dämmsystems wird thermisch völlig abgekoppelt, so dass die niedrige Oberflächentemperatur die Eisentstehung zulässt.

Was sagt uns das?
Sie haben an Antworten zur Auswahl:

1)  Q.e.d. Das WDVS funktioniert so gut wie oben bereits beschrieben.
      Vorteile und Nutzen sind somit unter Beweis gestellt.

2)  Der Bauschaden ist vorprogrammiert: noch ein paar Frost-Tau-Wechsel mehr
     und die Struktur des Oberputzes ist geschädigt. Den Rest erledigt das eindringende
     Niederschlagswasser.

3)  Eine tolle Fassade ist das, die an der Oberfläche dermaßen viel Feuchte bindet
     oder entstehen lässt. Wie wird es wohl darunter aussehen?

Fall sich noch jemand zum Thema meldet, egal ob Laie oder Fachmann (gern auch Experten),
ergänze ich die Auswahl an Fragen. Allerdings lassen wir es in diesem Fall damit bewenden,
dass sich ein jeder die ihm richtig erscheinende Antwort auswählen darf.

DIMaGB, 27.09.2005


WDVS, Killerameisen & Schwamm

Über Schimmel in Wohnräumen ist ja bereits viel berichtet worden. Viele Besucher von DIMaGB.de kennen die Schimmel-Seite #1 und die Schimmel-Seite #2 auf DIMaGB.de. Diesmal wird das staunende Publikum mit Schwamm auf der Außenseite der Gebäudeaußenwand verblüfft. Genau gesagt, geht es um Schwamm hinter einem WDVS. Noch genauer: es ist auch Schimmel dabei.

Hier ein Auszug aus dem Begleittext: "... anbei ein paar Fotos zum Gruseln. Haus ist von 1957 und wurde vor ca. 10 Jahren an der Giebelwand mit einem WDVS System versehen. Oberflächlich war nichts zu sehen, aber Feuchtigkeitsmessungen hinter der Dämmung ergaben mehr als doppelt so hohe Feuchtigkeitswerte wie an den nicht gedämmten Wänden. Als Folge bildete sich hinter der Dämmung partiell ein Schwamm und die Ameisen fanden das Styropor auch sehr köstlich. Die Innenseite des gedämmten Giebels wies bei unseren Messungen gegenüber den Innenseiten der ungedämmten Außenwänden ebenfalls erhöhte Feuchtewerte auf. Es wurde mit einem Gann Feuchtigkeitsmessgerät gemessen und folgende Werte ermittelt: ..."

 
Messort gemessene Werte  (digits)
gedämmter Giebel.
Wand hinter der Dämmung

80 ... 150

ungedämmte Wände,
Außenseiten

40 ...   50

gedämmter Giebel,
Innenseite

60 ...   80

ungedämmte Außenwände,
Innenseiten

40 ...   50

Tabelle der Feuchtemesswerte

Es darf angemerkt werden, dass es sich um gemessene Werte handelt und Fakten aus der Praxis. Angesichts der gemessenen praktischen Werten kam mir natürlich sofort der Fraunhofersche IBP-Bericht über das Trocken-dämmen von Mauerwerkswänden in den Sinn. Insofern finde ich es ungehörig von der Wand, sich anders zu verhalten, als sie es gefälligst laut Theorie zutun hat.

Aber es kommt noch besser. Schimmel und Schwamm zwischen Wand und Styropor sind noch lange nicht alles, womit der Hauseigentümer beglückt wurde. Es sind auch noch Ameisen ins Spiel gekommen. Unklar ist, ob die das Styropor eher ernährungs- denn wärmetechnisch vorteilhaft fanden. Wir werden es wohl auch nicht herausfinden, denn sie wollten es partout nicht verraten.
 

Foto 1. Schwamm und Schimmel


Foto 2: Schimmel


Foto 3: die Ameisenburg im Styropor


Foto 4: die Haut aus Armierung und Oberputz wird entfernt


Foto 5, 6, 7: das WDVS aus Styropor ist auch zum Beherbergen von Ameisen gut geeignet

Fotos: Christian Salz, Unterhaching

Disclaimer:
wir warnen ausdrücklich davor, diesen Einzelfall zu verallgemeinern.
Wenigstens ist er gut dafür, aufzuzeigen was so alles möglich ist.

DIMaGB.de, 27.09.2005


Die Energiesparrente
"Wir müssen an die "Mäuse" der Leute kommen..."


Der Begriff "Energiesparrente" soll aufzeigen, welches Einsparpotenzial möglich ist und gleichzeitig bewusst machen, wie hoch die Rendite ist, wenn man in die Aktie Energiesparen investiert. 1.500 EUR und mehr pro Jahr sind in einem Zweifamilienhaus möglich, was einer monatlichen Energiesparrente von 125 EUR entspricht. Wir müssen an die "Mäuse" der Leute kommen - vor allem an die, die unrentabel mit 2% Zinsen auf den Sparkonten liegen. Einmal investiert, bringt die Energiesparrente Jahr für Jahr mindestens ca.10% Rendite.

Beispiel:
Ein Zweifamilienahus mit ca. 300 qm Wohnfläche
Heizkosten vorher:     3.500 EUR
Heizkosten nachher:  2.000 EUR
Einsparung jährlich:   1.500 EUR

aus: Klimaschutz mit Eigennutz - Die EnEV als Energiesparrente, FV WDV
Wärmeschutztag 2005 am 12. Mai 2005, Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V., München

Kommentar DIMaGB:

Endlich kommt es ans Licht: es geht ums Geld, der Fachverband muss an die Mäuse der Leute kommen. Danke für diese ehrlichen offenen Worte. Jetzt muss selbst dem größten Trottel ein Licht aufgehen, dass es nix is mit Uneigennützigkeit: der ganze Klima- und Energiesparklimbim dient nur einem Ziel: Eigennutz. In diesem Zusammenhang sei auf das schöne gute Buch "Wärmedämmung: Bedarf wecken ; praxisorientiertes Handwerksmarketing" (Dt. Verl.-Anst., 1999) verwiesen. Wer nun vermutet, Wärmedämmung habe mit Marketing zu tun und bei Marketing gehe  es um Umsatz - der liegt nicht ganz falsch.

Womit wir aber auch wieder auf das leidige Thema "einseitige Leistungsversprechen" zurück kommen müssen. Was wird hier dem deutschen Michel versprochen? 10% Rendite jedes Jahr und satte 1.500 Euro Einsparung Jahr für Jahr.
Konsequenzen aus einseitigen Leistungsversprechen

Bei einem 2Fam.-Haus spart man also 57% der Heizkosten - Respekt! Und das bei gerade mal 40% Anteil der Außenwände an der Wärme abgebenden Hüllfläche. Sensationell! Die Transmissionswärmeverluste der Außenwände werden nach uns propagandamäßig eingebläuter Lehre über den U-Wert bestimmt. Preisfrage: wie sehr muss man den U-Wert von 40% der Hüllfläche verbessern, um den Heizenergieverbrauch um 57% auf 43% herunter zu schrauben? Und was kostet das?

Aber was bedeuten 10% Rendite? Wer an sein Sparbuch mit <2% denkt, den befällt dabei sicher Trauer. 10% klingt da schon viel verlockender. Die Rendite einer Anlage misst den Rückzahlungsbetrag am Ende des Anlagezeitraums im Verhältnis zum Einzahlungsbetrag. Die Formel lautet: Rendite = ( Auszahlungsbetrag / Einzahlungsbetrag ) -1.

Die Rendite kann als Prozentwert (10 %) oder als Zahlenwert (0,1) angegeben werden. Um die Renditen unterschiedlicher Anlageformen mit unterschiedlich langen Anlagezeiträumen vergleichbar zu machen, werden sie in der Regel annualisiert, d. h. auf den Zeitraum eines Jahres bezogen (Annuitäten).

Geht es um eine Investition, dann ist die Rendite einer Investition das Verhältnis des Gewinns der Investition zum ursprünglich investierten Betrag. Die Formel lautet: Rendite = Gewinn / Investition. Der Anhang -1 entfällt hier, da sich der Gewinn der Investition vom oben erwähnten Auszahlungsbetrag genau um den investierten Betrag unterscheidet.

Man rechnet also: 10% = 1.500 / 15.000?
Demnächst mehr dazu.


Diese Seite ist dem Thema Brandschutz gewidmet.
Sie wurde aus brand-aktuellem Anlass aufgenommen.
 

Bild 1: Ansicht in der Totale

Am 21.04.2005 kam es in Berlin Heinersdorf zu einem gewaltigen Brand, bei dem zwei Todesopfer zu beklagen waren. Die Zeitungen berichteten über eine Flammenhölle. Gebrannt hat eine styropor-gedämmte WDV-Fassade. Bei solchen WDVS handelt es sich um geprüfte und zugelassene Systeme, das heißt sie besitzen eine Prüfung und Einordnung nach DIN 4102 als B1 (schwer entflammbar) sowie eine bauaufsichtliche Zulassung vom DIBt. Sicherheit wird in Deutschland groß geschrieben. Bauaufsichtliche Zulassungen werden erteilt, um gemäß dem Bauproduktengesetz nur Bauprodukte zur Anwendung zu bringen, die keine Gefahren für Leib und Leben herbeiführen und die zudem nicht die Bausubstanz beeinträchtigen. Brandschutztechnische Belange sind zudem in der Bauordnung geregelt.

Theorie: Grundlagen

Schwer entflammbar bedeutet nicht "nicht brennbar", denn die Einordnung B bedeutet brennbar. An diesem traurigen Beispiel erkennt man, wie eine Styropor-Fassade abfackelt, wenn sie trotz Schwerentflammbarkeit erst einmal mal Feuer gefangen hat. Dabei spielt das Produkt an sich (also der Hersteller und dessen Markenname) keine Rolle, entscheidend ist das zugelassene System mit den einzelnen Materialkomponenten. Sie können dies im eigenen Heimlabor ausprobieren, so furchtbar schwer ist es nicht, Styropor zum Brennen zu bringen, auch nicht, wenn es sich um ein Stück von einer WDVS-Platte handelt.
 
  DIN 4102-2 DIN EN 13501-1
nicht brennbar A1, A2 A1, A2
schwer entflammbar B1 B, C
normal entflammbar B2 D, E
leicht entflammbar B3 F

Tabelle: Klassifizierung des Brandverhaltens
Legende:
Baustoffklasse B: wesentlicher Brandbeitrag, Flash over wird nicht ausgelöst
Baustoffklasse C: Flash over wird ausgelöst.

Weitere Bezeichnungen sind:
s1 = keine Sichtbehinderung durch Rauchentwicklung
s2 = Sichtbehinderung durch Rauchentwicklung
s3 = starke Sichtbehinderung durch Rauchentwicklung
d0 = kein brennendes Abtropfen oder Abfallen
d1 = brennendes Abtropfen oder Abfallen während maximal 10 Sekunden (während eines zehnmitütigen Tests)
d2 = brennendes Abtropfen oder Abfallen länger als 10 Sekunden ( während des zehnminütigen Tests)

WDVS auf der Basis von EPS-Hartschaum nach DIN 18164 / DIN EN 13163 (seit 01.03.2003) erfüllen die Anforderungen an schwer entflammbare Baustoffe nach DIN 4102 bei Dämmplattendicken < 10 cm bzw.
bei > 10 cm Dämmplattendicke bei besonderen Maßnahmen:
- Sturzausbildung mit Mineralwolle (20 cm hoch und beidseitig 30 cm überstehend)
- Fenstereinbindung dreiseitig umlaufend 20 cm Mineralwolle
- Rollladenkästen mit Mineralwolle überdecken
- Überbrückung von Brandwänden mit 20 cm Mineralwollestreifen

Eigentlich dürfte ja nichts schief gehen, wie man hier ersehen kann:
"Brandschutztechnische Nachweisverfahren Prüfungen zum Nachweis des Brandverhaltens an WDV-Systemen werden auf Basis der DIN 4102-1 durchgeführt und ausgewertet. Danach werden die Systeme klassifiziert und in die Baustoffklassen eingestuft. WDV-Systeme sind brandschutztechnisch in Verbindung mit konstruktiven Detaillösungen und Anschlüssen an Einbauten (z. B. Verschattungseinrichtungen) in Dämmschichtdicken bis 300 mm umfangreich geprüft. Die brandschutztechnische hohe Qualität von WDV-Systemen wurde an einer Vielzahl von originalmaßstäblichen Brandversuchen nach den Zulassungsgrundsätzen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) (DIN-Entwurf 4102-20) nachgewiesen.
Systernbezogene Einflussfaktoren
Das Brandverhalten von Wärmedämm-Verbundsystemen wird beeinflusst durch
- Art und Dicke des Dämmstoffes
- den Anteil der organischen Bestandteile in der Putzschicht
- die Dicke der Armierungsschicht (= armierter Unterputz) mit strukturgebender Oberputzschicht
- die konstruktive Ausbildung an Öffnungen, Einbauten, Detailanschlüssen"
Quelle: Brillux, Technische Info 5b04

Für den Brandfall ist übrigens vorgesorgt, man nennt das dann "Vandalfeuer":
"Unter Vandalfeuer versteht man den mutwilligen Versuch eines Brandstifters, eine Außenwand mit einem WDV-System durch verschiedene Zündinitiale zu entflammen, z. B. Molotow-Cocktail, Leuchtraketen, Silvesterraketen, Leuchtspurmunition, brennbare Flüssigkeiten. Um das Sicherheitsniveau von schwer entflammbaren WDV-Systemen gegenüber derartigen Angriffen sicher beurteilen zu können, wurden originalmaßstäbliche Brandversuche durchgeführt. Ergebnis
Bedingt durch die geringe Steifigkeit des Dämmstoffes und des Armierungsschicht prallen die Molotowcocktails von der Fassade ab, ohne dabei zu zerbersten Eine flächige Entflammung ist damit auszuschließen - Eine Zerstörung der Brandflasche und Entflammung vor der Wand führt nur zur kurzzeitigen thermischen Beanspruchung der Fassade, nicht jedoch zu deren Entflammung - Leuchtraketen, Silvesterraketen oder Leuchtspurmunition aus Schreckschusspistolen prallen von der Putzschicht ab und durchdringen diese nicht (Tennisschlägereffekt) - Brandbeschleuniger üblicher Art (geprüft mit 1l Benzin auf 3 m² Wandfläche) verbrennen nach kürzester Zeit auf der Putzoberfläche, ohne das WDV-System zu entflammen. Dies gilt auch für dispersionsgebundene Putzschichten
Diese Aussagen gelten für alle bauaufsichtlichen zugelassenen geklebten bzw. geklebten und verdübelten Brillux WDV-Systeme mit WDVS Hartschaum-, Steinlamellen- oder Mineralwolle-Dämmplatten bis zur zulassungskonformen Dämmdicke auf mineralischen Untergründen.
Quellennachweis für Inhalt und grafische Darstellungen: »Technische Systeminfo 6 Wärmedämm-Verbundsysteme zum Thema Brandschutz«, herausgegeben vom Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e. V."
Quelle: Brillux, Technische Info 5b04

Etwas mehr Praxisbezug findet sich auf der Internetseite des RA Haegele:
Brandverhalten von fehlerhaftem WDVS: www.haera.de/brandverhalten.html
Baurecht - WDVS - Info: www.haera.de/pageID_968760.html



Faximile aus:
Capatect Dalmatiner-Fassadendämmplatte
Wärmedämmplatten aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum
Typ: EPS 035 WDV, zweifarbig grau/weiß

Aus der Bauordnung Berlin:

§ 3 Allgemeine Anforderungen
(1) 1 Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden.
2 Sie müssen ihrem Zweck entsprechend ohne Missstände zu nutzen sein.
(2) Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die baulichen Anlagen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen dieses Gesetzes oder auf Grund dieses Gesetzes erfüllen.

§ 15 Brandschutz
(1) Bauliche Anlagen müssen so beschaffen sein, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand wirksame Löscharbeiten und die Rettung von Menschen und Tieren möglich sind.

§ 18 Bauprodukte
(1) Bauprodukte dürfen für die Errichtung, Änderung und Instandhaltung baulicher Anlagen nur verwendet werden, wenn sie
1. für den Verwendungszweck von den nach Absatz 2 in der Bauregelliste A bekanntgemachten technischen Regeln nicht oder nicht wesentlich abweichen oder mit den in Absatz 3 genannten Zulassungen, Prüfzeugnissen oder Zustimmungen übereinstimmen; das ist anzunehmen, wenn sie nach § 22 das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) tragen,
2. für den Verwendungszweck nach den Vorschriften
a) des Bauproduktengesetzes,
b) anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften ...

§ 24 Außenwände
(1) 1 Bei Gebäuden mit mehr als drei Vollgeschossen sind nichttragende Außenwände oder nichttragende Teile tragender Außenwände aus nichtbrennbaren Baustoffen herzustellen. 2 Sie sind auch in mindestens feuerhemmender Bauart zulässig, wenn die Außenflächen aus mindestens schwerentflammbaren Baustoffen bestehen.
(2) Außenwandverkleidungen sind einschließlich der Dämmstoffe aus mindestens schwerentflammbaren Baustoffen herzustellen; bei Gebäuden mit nicht mehr als drei Vollgeschossen sind normalentflammbare Baustoffe zulässig.

Abgeschlossene Forschungsvorhaben des DiBt:

Brandschutz
4.102 Entwicklung eines Prüfverfahrens zur Beurteilung des Brandverhaltens von Baustoffen
4.104.3 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden
4.104.4 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden, Fortsetzung 1998
4.104.5 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden, Fortsetzung 1999
4.104.6 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden, Fortsetzung 2000
4.111.1 Theoretische und experimentelle Grundlagenuntersuchungen zum Brandschutz bei mehrgeschossigen Gebäuden in Holzbauweisestadt
4.115 Untersuchungen zu Kalibrierungsverfahren für SBI-Prüfanlagen und zur Ermittlung der SBI Bewertungskriterien für Baustoffe der BK A 2 und B 1 (DIN 4102, Teil 1)
4.116 Entwicklung eines Prüfverfahrens zum Brandverhalten von Baustoffen, Verbesserungen am SBI-Test
4.118 Aufbereitung von Forschungsergebnissen zur Darstellung der Gleichwertigkeit von Brandschutznachweisen nach den Eurocodes und nach DIN 4102
4.124 Erprobung einer Versuchsanordnung für horizontal eingebaute Polystyrol-Hartschaumplatten
4.132 Erprobung eines Prüfverfahrens zum Brandverhalten von Fassaden und Ermittlung von Grenzwerten zur Beurteilung

Brandprüfungen:

führt z.B. das MfPA Leipzig durch: Brandprüfungen an Baustoffen und Bauteilen im originalen Einbauzustand wie beispielsweise: Brandausbreitung an der Gebäudeaußenwand, Außenwandbekleidungen in zwei- und dreietagiger Anordnung (DIN E 4102-20, ISO CD 13 785)

Praxis:

wann: 21.04.2005 gegen 1:50
wo: Berlin, Pankow, Treskowstr. 33
was: Mehrfamilienhaus, 6-geschossig
Aufwand: 150 Einsatzkräfte, ca. 2 Stunden lang, 38 Behältergeräten, mit 2 B-Rohren und 5 C-Rohren
Einschätzung: "schlimmstes Feuer", das er in einem Neubau je erlebt habe (Landesbranddirektor)
Opfer: 2 Tote , 3 Personen ins Krankenhaus
Schaden: 5 Etagen unbewohnbar, 4 Wohnungen ausgebrannt, 19 weitere durch Flammen, Rauch und Löschwasser schwer beschädigt
Ursache: eine Kerze in einer Wohnung in der 2. Etage
Bericht: http://www.berliner-feuerwehr.de/1022.html (mit Fotos)

Rechts um die Ecke herum sieht man das Ergebnis des Flammenüberschlages. Man sollte davon ausgehen, dass im Eckbereich Mineralwolle eingesetzt wurde, um - wie vorgeschrieben - den Flammenüberschlag im Brandfall zu verhindern. Theorie und Praxis scheinen Begriffe zu sein, an die sich ein Feuer im Brandfall nicht so richtig konsequent zu halten scheint. An den gezoomten Bildern erkennt man auch gut die Kaminwirkung der Putzschicht des WDVS.

Mutmaßungen über die Ursachen:
"...prüfen Kriminalpolizei und Bauaufsicht, ob Baumängel den Brand beschleunigt haben. Es gebe Hinweise darauf, dass bei der Errichtung der Fassade des sechsgeschossigen Wohnhauses unzulässige Baustoffe verwendet worden sind, hieß es am Freitag. Bei einer Hitze von 1 000 Grad Celsius seien sie geschmolzen und hätten für einen Kamineffekt gesorgt. Dadurch haben sich die Flammen in Sekundenschnelle ausbreiten können und sich innerhalb weniger Minuten vom zweiten Geschoss in die fünfte Etage gefressen." aus Berliner Zeitung

 

© DIMaGB.de, 28.04.2005
© Fotos: Horst Böschen, Berlin

Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6



Der Kenntnistand von vor 8 Jahren


"Schlussfolgerungen
Bei Verwendung von Zusatzdämmungen auf Mauerwerk sollten folgende Randbedingungen beachtet werden:

1. Wegen der Problematik der vertikalen Brandweiterleitung an der Außenfassade sollten vorzugsweise nichtbrennbare Wärmedämmverbundsysteme zur Anwendung kommen. Solche Wärmedämmverbundsysteme haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie wie Putzschichten im Sinne der DIN 4102-4, Abschnitt 4.5.2.10, angerechnet werden können.

2. Durch die Verwendung von brennbaren Wärmedämmverbundsystemen und die damit verbundenen höheren Brandlasten können die in DIN 4102-4 angegebenen Feuerwiderstandsdauern für unverputztes Mauerwerk reduziert werden. Dies sollte im Einzelfall hinterfragt werden.

3. Bei der Verwendung von brennbaren Zusatzdämmungen ist unbedingt darauf zu achten, dass die Innenputzdicken mindestens entsprechend DIN 18 550-1 ausgeführt werden, um den Austritt von toxischen Schwelgasen in Wohnräumen im Brandfall zu erschweren.

Quelle: LGA Bayern; Prüfungsbericht Nr. MB 5600275 vom 18.03.1997; Nürnberg.
in: Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V.
AMz-Bericht 3/1997: Brandverhalten von Wänden mit Zusatzdämmung aus Polystyrol-Hartschaum

ergänzt: 14.08.2005

nach oben


Auf dieser Seite


a.a.O.:


Die Fa. Wienerberger hat es im August 2005 auf den Punkt gebracht:

Wozu ein WDVS, wenn man keines braucht?"

zum Verständnis hier die Abbildung (PDF, 55 kB)



Energie einsparen ohne Wärmedämmung

Über die Wiederentdeckung der Feuchte

 

Über den anthropogenen Anteil am Klimageschehen kursieren wilde Spekulationen, die durch die Ergebnisse fragwürdiger Modellrechnungen gestützt werden. Während dem Verbraucher ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, weil er mit seinen Emissionen aus der Heizanlage das Klima schädigt, schweigt man sich darüber aus, warum das 3-Liter-Auto noch die bestaunte Ausnahme ist, warum das Ölwechsel sparende Additiv nicht auf den Markt kommt, warum es nicht gelingt den Verkehr von der Straße auf Schiene und Fluss zu verlagern, warum viele Einsparungen nur auf dem Papier stehen.

 

Einig sein dürfen sich bei einigen Überlegungen alle: spart man Heizkosten, ist das nicht nur gut für den eigenen Kontostand, sondern die Umwelt hat auch etwas davon. Denn es ist nicht nur das CO2, welches bei Verbrennungsprozessen freigesetzt wird. Und eines sollte man immer voran stellen: das wichtigste Element im System ist der Mensch.

 

Doch welche Rolle spielt der Mensch? Er ist zum Spielball von Kommerz und Ideologie geworden. Worthülsen und Fachbegriffe ersetzen eine klare und verständliche Sprache: ökologisch, nachhaltig, umweltbewusst, umweltfreundlich usw.

 

In der Baubranche wird mit beeindruckenden Kennwerten jongliert und der Einspareffekt durch Wärmedämmung wird gebetsmühlenartig propagiert. Der Fachverband WDVS informiert darüber, dass seit 1973 ca. 400 Mio. m2 Fassaden mit einem WDVS versehen wurden. In diesem Zusammenhang wird behauptet: „Gut gedämmte Fassaden sparen Jahr für Jahr aufs neue erhebliche Mengen an Heizenergie und machen die Heizkosten-Rechnung damit entsprechend billig.“

 

Diese 400 Mio. m2 entsprechen ca. 25 Mrd. € - ein stolzer Betrag, dem eine mindestens gleich gigantische Einsparung entgegenstehen müsste. Doch das ist nicht der Fall, wie die Fakten zeigen. Seit 1994 schwankt der Primärenergieverbrauch in Deutschland zwischen 3,93 und 4,03 GWh, wobei der Anteil der Haushalte ca. 18% beträgt (Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen). Eine abnehmende Tendenz ist nicht erkennbar. Zum Erdgasverbrauch wurde festgestellt: „"Überproportionale Verbrauchszuwächse verzeichneten sowohl der Haushaltssektor als auch die Kraftwerke.“

 

Der End-Energieverbrauch eines Gebäudes (Durchschnittshaushalt) verteilt sich ca. wie folgt: 78% für Raumwärme und 12% für Warmwasser (WW), der Rest für Kraft, Kochen und Licht. Bei diesen Relationen sollte man erwarten dürfen, dass „gut gedämmte Fassaden … Jahr für Jahr aufs neue erhebliche Mengen an Heizenergie (sparen)“, was sich zuerst in einer Absenkung der Verbrauchszahlen widerspiegeln müsste. Dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall.

 

Da aber eine Wärmebedarfsberechnung seit 2002 gem. höchstrichterlicher Entscheidung nicht mehr erforderlich ist, begnügt man sich konsequenterweise mit Begriffen wie „Vollwärmeschutz“ oder „Isolierglasfenster“. "Ein konkretes Maß der zu erwartenden Energieersparnis muss nicht dargelegt werden." stellte der BGH unter dem Aktenzeichen BGH VIII ARZ 3/01 in einem Beschluss vom 10.04.2002 fest. Nach dem Gesetz muss die Energieeinsparung "nachhaltig" sein.

 

Dies ist mit ein Grund, warum gemessene Werte entweder nicht eruiert werden oder in der Schublade verbleiben. Höchst aufschlussreich sind die Messwerte aus dem Zeitraum 1976 -2000 von Prof. Jens Fehrenberg, FH Hildesheim. Die energetische und wirtschaftliche Nutzlosigkeit von Wärmedämmung wird am Beispiel identischer Bauwerke (Hannover, Tollenbrink 2A, 4und 6) nachgewiesen. Trotz einer 1988 durchgeführten Anbringung eines WDVS mit 3 mm Kunststoffverblender auf 4 cm Polystyrol konnte keine Einsparung nachgewiesen werden. Bei dem gedämmten Haus Nr. 6 lagen die Heizkosten sogar über denen des ungedämmten Hauses Nr. 4.

 

Dass die U-Wert-Theorie keine brauchbaren Ergebnisse liefert, belegen „Untersuchungen über den effektiven Wärmeschutz verschiedener Ziegelaußenwandkonstruktionen“ am Fraunhofer Institut für Bauphysik in Holzkirchen vom 5. Juli 1983 (B Ho 8/83-II). Gemessen wurde die mittlere Heizleistung der Testräume in einem längerfristigen Zeitraum (105 Tage: November ´81 bis Februar ´82). Die mittlere Außenlufttemperatur betrug -2,1 °C, die mittlere Strahlungsintensität 81 W/m2. In der Messperiode Januar 1983 wurde eine extrem gedämmte Wand (Raum 4a) in den Vergleich aufgenommen. Dennoch wurden die günstigsten Werte für die monolithische ungedämmte Konstruktion (49 cm Ziegelwand) gemessen.

 

Diese Beispiele von vielen verdeutlichen den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Was nützt alles Schönrechnen, wenn die gemessenen Werte andere Ergebnisse liefern? Wo bleibt da die in §5 Energieeinspargesetz und §17 Energieeinsparverordnung gesetzlich vorgeschriebene Wirtschaftlichkeit? (vergl. OLG Karlsruhe (RE) WuM 1985, 17 = ZMR 1984, 411)

 

WDV-Systeme dürfen seit 1997 nur dann verarbeitet werden, wenn eine Zulassung des Deutschen Institutes für Bautechnik für das System vorhanden ist. Damit sollte den häufigen Schadenbildern vorgebeugt werden. Wie viele zulassungsfreie WDVS werden wohl seit 1973 an die Fassaden gekommen sein?

 

Das Problem der Veralgung gedämmter Fassaden ist in seiner Bekanntheit weit verbreitet, ebenso kennen viele die sich abzeichnenden Punkte der Dübelstellen und Linien der Fugen -

und dass sorptionsunfähige Wärmedämmungen die Raumfeuchtigkeit erhöhen, ist seit der Publikation: “Drei Häuser im Dauertest” in “test” 3/87 den deutschen Energiefachleuten und Bauphysikern allgemeinhin bekannt.

 

Im Zusammenhang mit dem Problem der Veralgung sei auf das Urteil des LG Frankfurt am Main vom 01.12.1999 der 13. Kammer für Handelssachen unter dem Az 3-13 O 104/96 verwiesen. Hier kamen einige Fakten zutage: Das Gericht stellt fest: Algenwachstum wird durch die Vollwärmedämmung begünstigt. Seit 1984 hat sich die Fachliteratur mit diesem Problem auseinander gesetzt. 3 Jahre haben die Hersteller benötigt, um mittels Zusätzen das Problem zu lösen.

 

Die Praxis zeigt, dass dies bislang nicht zufrieden stellend gelang. Im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage wurde das Thema der Algenbildung auf Wärmedämmverbundsystemen erörtert. "Generell lässt sich derzeit aussagen, dass offensichtlich die sehr dünnen Putzschichten von Wärmedämmverbundsystemen auf Grund ihrer thermischen Abkopplung vom Baukörper infolge Wärmestrahlung extrem auskühlen können und hierdurch sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann.

 

Dieses erhöhte Feuchtepotential kann je nach örtlichen Gegebenheiten die Ansiedlung von Algen bewirken. Wenngleich Algen für sich alleine im Regelfall nur zu einer optischen Beeinträchtigung der Fassade führen, können die sich oftmals einhergehend ansiedelnden Schimmelpilze zu Strukturschädigungen führen." (Rahn 03.2000).

 

Entsprechend den Aussagen im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage soll es im Bereich von Mecklenburg-Vorpommern bei 80 % der ausgeführten WDVS zu Algenbildung gekommen sein. Dies entspricht so ganz und gar nicht den Ergebnissen der "Marktstudie Wärmedämmverbundsysteme 2002, veröffentlicht im Jahresbericht 2001 des Fachverbandes WDVS e.V., S. 42 ff. Auslöser war wohl, dass "die anfängliche Skepsis gegenüber Wärmedämm-Verbundsystemen trotz mehr als 500 Millionen Quadratmeter verlegter Fläche in den vergangenen 40 Jahren noch nicht ganz beseitigt" ist.

 

Das beauftragte Institut für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing führte eine bundesweite Marktuntersuchung durch, für die eine Auswahl aus 12.000 registrierten Objekten nach dem Prinzip der geschichteten Zufallsauswahl getroffen wurde: 600 WDVS-Objekte. Das Ergebnis: mechanische Beschädigung: nur 2%, Algenbefall: nur 1%. Unterstellt man eine Repräsentativität, sind es immerhin 5.000.000 m2 befallene WDVS-Fassden.

 

Die Ursachen sind zudem hinlänglich bekannt: wie weiter oben zutreffend festgestellt wird, liegt es daran, dass die Oberfläche der WDVS stark abkühlt und „sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann“. Dies ist die feinere Formulierung für das Problem der „abgesoffenen WDVS-Fassade“ und die Schlussfolgerung, dass „dieses erhöhte Feuchtepotential“ zu Algenbefall führen kann, verharmlost das eigentliche Problem.

 

Feuchte im WDVS wird nicht mehr transportiert, weil es um Wasser im Aggregatzustand flüssig geht. Damit sind alle Theorien über die viel beschworene Diffusionsoffenheit unbrauchbar, da diese nur für den Aggregatzustand dampfförmig gelten. Ein kapillares Transportvermögen ist für WDVS nicht bekannt, technisch auch nicht möglich.

 

Die Konsequenz ist erschreckend simpel und auch für den Laien nachvollziehbar: kondensiertes Wasser verbleibt im WDVS! –

und wenn alles gut geht, wird es in der wärmeren Jahreszeit durch erhöhten Partialdruck wieder ausgetrieben – in seltenen Fällen sogar vollständig. Bleibt die Frage: Wie gut wärmt der nass gewordene Pullover?

 

Nach den eher ermüdenden Vergleichen zum Thema „U-Wert-Theorie – theoria cum praxi“ sind wir an dem Punkt angelangt, wo die Feuchte am und im Bauwerk eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Weiter oben ist es bereits angesprochen worden: es geht um Sorptionsvorgänge.

 

Um hier zu verlässlichen Aussagen und Schlussfolgerungen zu gelangen, müssen wir uns von der U-Wert-Theorie – welche die Variabilität, d.h. den Begriff des effektiven U-Wertes, sowie den Einflussfaktor Feuchte ausblendet – weg und zu gemessenen Werten hin bewegen.

 

Gemäß des wertvollen und allgemeingültigen Ausspruches des britischen Schriftstellers Aldous Huxley (1864 - 1963) sollte die Rückbesinnung auf gesichertes Wissen, welches sich auf gemessene Werte anstatt auf Formelakrobatik stützt, erfolgen: "Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert."

 

Das Problem des aktuellen Wissensstandes in Deutschland besteht darin, dass man über mehr als 20 Jahre hinweg mittels Ignoranz versucht hat, Tatsachen zu verdrängen.

 

Die Verwendung der Wärmeleitfähigkeit nach DIN ist aber nur richtig, wenn Temperaturangleichungen im Bauteil bereits abgeschlossen sind, also bei Vorliegen eines stationären, somit konstanten Wärmestromes. In dieser Form werden auch die Wärmeleitfähigkeiten im Labor gemessen (DIN 52611).

Die Außenwand der Gebäude steht aber nicht im Labor und jeder kennt den Unterschied zwischen Tag und Nacht sowie der Jahreszeiten.

 

In 2003 durfte die Fachwelt aufhorchen, als die Feuchte wieder entdeckt wurde. Konsequenter weise wurde beim IBP Holzkirchen das Glaserverfahren als untauglich eingestuft, wie folgende Zitate von der Homepage (Sand: 08.2003) belegen: "Ein bisher gängiges Verfahren zur Beurteilung des Feuchtehaushalts eines Bauteils durch Betrachtung des auftretenden Diffusionstransports stellt das Glaser-Verfahren nach DIN 4108 dar. Dieses Verfahren berücksichtigt jedoch weder den kapillaren Feuchtetransport im Bauteil, noch dessen sorptive Aufnahmefähigkeit für ausfallende Feuchte.

Ferner kann das mit stationären Zuständen unter pauschalen Blockrandbedingungen arbeitende Verfahren weder kurzfristige Ereignisse abbilden, noch Regen und Strahlung berücksichtigen. Es ist für die feuchteschutz- technische Bewertung eines Bauteils gedacht, nicht für die Simulation realistischer Wärme- und Feuchtezustände eines Bauteils unter standortbedingten Klimaverhältnissen."

 

"Neben dem wärmetechnischen Verhalten eines Wandbauteils mit seinen Auswirkungen auf den Heizwärmeverbrauch ist auch sein feuchtetechnisches Verhalten zu beachten. Längerfristig erhöhter Feuchtegehalt im Bauteil kann zu Feuchteschäden führen, erhöhte Oberflächenfeuchte in Wohnräumen kann durch Schimmelbildung zu hygienischen und gesundheitlichen Problemen führen.

Dabei hängen feuchte- und wärmetechnisches Verhalten eines Bauteils eng zusammen: ein erhöhter Feuchtegehalt läßt Wärmeverluste steigen; die Temperaturverhältnisse im Bauteil beeinflussen den Feuchtetransport. Beide müssen daher gemeinsam in ihrer gegenseitigen Kopplung untersucht werden; dies ist Gegenstand der Hygrothermik."

 

Nun könnte man dies euphorisch als Revolution im Bereich der Bauphysik feiern – wenn es nicht genau die Aussagen und Probleme wären, mit denen andere sich bereits seit Jahren befassen und diese Aussagen getroffen haben - und noch dazu die Lösung präsentierten.

 

In diesem Zusammenhang sei auf die Erscheinung der Strahlungslufttemperatur verwiesen. Im Februar 1992 hat die EMPA (Eidgenössische Material-Prüfanstalt, Schweiz) in Zürich Messungen durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Wandoberflächentemperaturen und dem Einfluss der Speichermasse belegen.

 

Die Außenlufttemperatur lag im Beobachtungszeitraum zwischen 0 und -10 °C. Die Wandoberflächentemperaturen lagen bei der Kompaktfassade mit bis zu + 45 °C um ca. 10 °C höher als bei Verblendmauerwerk, im Februar wohlgemerkt. Alle Temperaturspitzen wurden zwischen 14:00 u. 15:00 Uhr gemessen. Die Strahlungsluftwerte lagen bei + 28 bzw. + 37 °C, während die Außenluft nicht über 0°C kam. Die gemessenen Windgeschwindigkeiten lagen zwischen 0 und 2,8 m/s.

 

Auf der Südfassade wurden Strahlungsintensitäten bis zu 850 W/m² gemessen (19.02.1992, 14:00 Uhr). Aus den gemessenen Einstrahlungswerten ergaben sich Beispielerträge in der Größenordnung von 4,5 bis 4,9 kWh/m2.

 

Mit "Solarabsorption auf Außenwänden und Reduktion der Transmissionswärmeverluste" beschäftigt sich AMz-Bericht 5/1997 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel. Es wurden 13 verschiedene Außenwandkonstruktionen mit unterschiedlichen Aufbauten in Leicht- und Schwerbauweise und mit verschieden gestalteten Oberflächen untersucht. Die rechnerischen Wärmedurchgangskoeffizienten der vorrangig aus Ziegelmauerwerk erstellten Wände lagen zwischen 0,27 und 0,88 W/m²K.

 

In Abhängigkeit der Absorptionskoeffizienten der verschiedenen Putzoberflächen wurde ein Effektiver Wärmedurchgangskoeffizient keff gemessen. Das Verbesserungsmaß lag in der Größenordnung bis zu 22...26%. Hierbei ging es um konventionelle Putze und die Effekte wurden rein über den Absorptionsgrad erzielt.

 

Mit TKMT * (Erläuterung unten) wird ein hochwertiges und bewährtes Produkt angeboten, welches mehrere Faktoren günstig beeinflusst. Die Diffusionsoffenheit bleibt aufgrund der unerreicht hohen Materialstabilität über die Jahre erhalten, ohne durch Alterungsprozesse beeinträchtigt zu werden.

 

Als wichtiger zu bewerten ist die kapillare Leitfähigkeit, die einerseits durch einen guten w-Wert dargestellt werden kann, andererseits sogar einen kapillaren Sog bewirkt, der Feuchte aus der Außenwand nach draußen abführt. Die Sorptionsvorgänge werden dadurch unterstützt.

 

Die Feuchteabsorption durch die Außenwand wird an keiner schicht durch Kondensatbildung gebremst, weil der drastische Temperaturabfall wie bei WDVS nicht eintritt und weil die kapillare Leitfähigkeit in jeder instationären Phase erhalten bleibt.

 

Beim Einsatz von TKMT im Innenbereich werden zudem die Adsorptionsvorgänge unterstützt, was zu einem raschen kapazitativen Feuchteabbau der Raumluft führt. Dieser Vorgang wird in Fachkreisen als Feuchtepufferfunktion bezeichnet.

 

Dabei ist die Wirkung als Feuchteregulativ nur ein, wenn auch wichtiger, Aspekt. Mit der a-Filterfunktion beeinflusst TKMT die Strahlungsvorgänge auf der Außenwandoberfläche, indem die kurzwellige Wärmestrahlung im Sommer reflektiert und die langwellige Wärmestrahlung im Winter absorbiert wird.

 

Den Effekt des solaren Ernteertrages an der Außenwandoberfläche erzielt man mit TKMT unabhängig von der gewählten Farbe. Um genau zu sein, muss man „fast“ sagen, denn marginale Unterschiede erwachsen aus dem Pigmentanteil.

 

Der Wirkmechanismus geht aber von den keramischen Hohlkügelchen, den Bubbles aus. Die Farbe ist „nur“ gestalterisches Beiwerk. Dem Architekten oder dem verarbeitenden Handwerksbetrieb sind damit alle gestalterischen Spielräume eröffnet, auch den ästhetischen Ansprüchen des Kunden gerecht zu werden. Über 4.000 Farbnuancen sind hier beim Energiesparen und Gestalten möglich und die Gefahr von Algen besteht nicht.

 

Weiter oben ist wiederholt der Begriff des effektiven U-Wertes (früher k-Wert) gefallen. Dies unterstreicht, gestützt auf gemessene Werte, dass der U-Wert keine statische Größe ist. Der U-Wert ist in der Praxis eine variable Baustoffkenngröße und zudem nur eine Kenngröße von vielen.

 

TKMT wird mit einer wirksamen Stärke von 0,3 mm aufgetragen. Der Materialkennwert l für das Maß der Wärmeleitfähigkeit spielt bei solch dünnen Schichten keine Rolle. Ob man eine 0,0003 m „dicke“ Schicht nun mit 0,02 oder mit 0,20 oder mit 2,00 W/mK in die U-Wert-Berechnung des Bauteils einbezieht – das ist zu vernachlässigen.

 

Erheblich ist aber die U-Wert-Verbesserung des Bauteils Außenwand durch TKMT. Dies geschieht im Zusammenwirken der oben aufgezeigten Wirkmechanismen mit den anderen Kennwerten, zu denen auch das Speichervermögen gehört. Das Speichervermögen der Außenwand spielt eine wichtige Rolle bei den solaren Erträgen, die temporär zu einer Umkehr des Wärmeflusses selbst im Winter führen.

 

Somit lässt sich Energie einsparen, ganz ohne zu dämmen. Vergleicht man den Kostenaufwand eines WDVS mit dem eines Fassadenanstriches, bezieht in die Betrachtung den Lebenszyklus der Baustoffe und Bauteile inklusive Recycling ein und beurteilt die Effekte, wird recht schnell deutlich, worin die Perspektiven des Bauens im Bestand liegen.

 

Energetische Sanierung mit sorptionshemmenden und anfälligen Systemen, deren Nutzen hingerechnet wird - oder mit einem wasserabweisenden, entfeuchtenden, sommerliche Hitze ab-weisenden und winterliche Wärmestrahlung absorbierenden Energiesparsystem mit Langzeitschutz und Gestaltungsvielfalt?

 

Eine kleine Orientierungshilfe mögen - neben den eingangs zitierten Korrekturen zum Glaser-Verfahren – die vom IBP ausgesendeten Signale. Das Thema zu dem 2. Fachseminar des Fraunhofer Solar Building Innovation Center SOBIC am 30.11.2004 lautet „Wärmeschutz mit IR-reflektierenden Folien oder Beschichtungen“.

 

Bemerkenswert sind die Inhalte der Grafiken auf dem Flyer: man unterscheidet zwischen Nacht (Trocknung) und Tag (Befeuchtung), zwischen solarere Einstrahlung und langwelliger Abstrahlung, zwischen Dampf- und Feuchtetransport, man berücksichtigt Enthalpie und Konvektion - und man unterscheidet zwischen dem Entladen und dem Aufladen des Wärmespeichers (!) der Wand.

 

Im Juni 2000 erschien die Richtlinie "Bestimmung des solaren Energiegewinns durch Massivwände mit transparenter Wärmedämmung" des Fachverbandes Transparente Wärmedämmung e.V. Als Autor der Überarbeitung der zweiten Auflage wird Hr. Dr. Werner J. Platzer vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) angegeben, der bereits der Redaktion der ersten Auflage des Arbeitskreises Normung des Fachverbands TWD angehörte.

 

Das Prinzip der TWD wird eingangs erläutert: "Mit dem Prinzip der transparent wärmegedämmten Solarwand lassen sich auf angenehme, komfortsteigernde Art solare Gewinne erzielen. Die wärmespeichernde Massivwand, die vorgesetzte oder aufgebrachte transparent- wärmegedämmte vorgesetzte Schale mit ihren Eigenschaften bestimmen den Wirkungsgrad dieser solaren Niedrigtemperaturheizung."

 

Bemerkenswert ist die Erläuterung zur Rolle der massiven Außenwand: "Zur Speicherung der solaren Gewinne ist ein massives Wandbauteil raumseitig zum TWD-Bauteil sinnvoll. Die Wärme muss durch dieses Bauteil nach innen abgeführt werden, daher ist ein nicht allzu hoher Wärmewiderstand erwünscht. Auch sollte die Massivwand die Wärme gut speichern. Baustoffe ab 1200 kg/m3 werden daher empfohlen."

 

Im Sinne der Definition dieser Richtlinie darf eine mit TKMT beschichtete Außenwand als solare Wand zu betrachten sein, die durch das Zusammenwirken von opakem Kollektor und Speicher funktioniert.

 

Insgesamt darf man gespannt sein, welche Tendenzen und Entwicklungen in der deutschen Bauphysik noch zu beobachten sein werden, die letztendlich theoretisch und in der bekannten wissenschaftlichen Verpackung das untermauern, was seit Jahren in der Darstellung von und bei der Anwendung mit TKMT als gesicherte Kenntnisse gilt.

 

* TKMT = Thermokeramische Membran Technologie mit endothermischen Effekten

 

Informationen: www.dimagb.de

 

Autor: M. Bumann

Berlin, 07.09.2004

© DIMaGB.de

 


Der guten Ordnung halber ...

... muss man feststellen, dass es nach wie vor Einsatzfälle geben wird, wo man auf eine vernünftige Wärme-dämmung nicht verzichten kann. Aber hier und gerade im Bestand stellt die TKMT eine wertvolle Ergänzung zum WDVS dar: sie wirkt präventiv oder hochwirtschaftlich sanierend. Z.B. kann man mit dem Produkt TS der SICC GmbH Berlin "abgesoffene" WDVS sanieren, indem sie getrocknet werden und somit wieder funktionieren. Noch dazu ist das Problem der Veralgung auf lange Zeit gelöst. Weitere Anwendungsfälle wären z.B. die Kombination einer kapillar leitfähigen Innendämmung mit der TKMT, weil dann das Tauwasserproblem gelöst ist. Denkbar wäre auch ein WDVS, das kapillar leitend ist und mittels TS entfeuchtet wird. Doch diese zwei Systeme wären erst noch zu entwickeln. Bislang ergeben sich vielfältige Anwendungsgebiete für TS als Repräsentant der TKMT mit wissenschaftlich beschriebenen Funktionsmechanismen und praktisch belegten Ergebnissen:

  • oberflächige und energetische Sanierung umfangreicher massiv gebauter Altbaubestände
  • wirtschaftliche Lösungen (Kosten-Nutzen-Verhältnis)
  • Prävention von WDVS a priori
  • Sanierung von WDVS
  • Schutz gegen Veralgung ohne Giftapotheke
  • Lösung von Schimmelproblemen bei Innenbeschichtung
  • Behaglichkeitssteigerung und damit verbundene Energieeinsparpotenziale
  • Einsatz im Denkmalpflegebereich
  • langwirkender Holzschutz: siehe Das Schwarze Haus

Autor: M. Bumann

Berlin, 10.04.2005

 


 

Wärmetransporte in Außenbauteilen

- mikroskopisch und komplex betrachtet

 

Auf der Internetseite „Bauphysik für jedermann“ bei DIMaGB.de – Informationen für Bauherren  werden die drei Formen des Wärmetransportes behandelt: Wärmeleitung, Wärmestrahlung und Konvektion. Daran ist an sich nichts neues, interessant sind die Thesen zum Wärmedurchgang in verschiedenen Stoffen [2].

 

Sie gipfeln darin, dass die Behauptung aufgestellt wird, dass Wärmeleitung und Wärmestrahlung in Kombination auch in opaken festen Stoffen stattfinden. Dies passt so gar nicht zu den herkömmlichen Vorstellungen, die in der DIN 4108 festgeschrieben sind und als relevante Größe den Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit postulieren – allen bekannt als U-Wert.

 

Auch wird die These vertreten, dass der U-Wert nur eine von vielen Kenngrößen sei, zudem noch eine veränderliche. Die Forderung nach komplexer Betrachtung der Vorgänge im Energiehaushalt von Außenbauteilen ist als prinzipiell richtig zu betrachten, weist jedoch der U-Wert-Theorie nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Zudem wird, insbesondere in einem neulich veröffentlichten Fachartikel, behauptet, man könne Heizenergie im Gebäude auch ohne Wärmedämmung einsparen.

 

Halten diese Ausführungen einer wissenschaftlichen Prüfung stand? Das soll im Folgenden untersucht werden, wobei auf den Stand der Wissenschaft reflektiert werden soll.

 

Im August 2003 wurde von Hr. Dr. Schnir, Institut für Physik an der Universität Oldenburg ein mathematisches Modell der Wärmeschutzeigenschaften einer Fassadenbeschichtung mit keramischen Hohlkügelchen aufgestellt [1]. Dieses Modell konnte sowohl durch mathematische Simulation als auch anhand gemessener Werte verifiziert werden. Analysen anderer Wissenschafter, z.B. vom Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie, bestätigen die gute Eignung des Modells zur Widerspiegelung der komplexen Vorgänge.

 

Das Modell basiert sowohl auf einer zahlenmäßigen Lösung eines standardisierten Wärmeausgleichs in Kombination mit einer phänomenologischen Charakterisierung der Beschichtungseigenschaften. Es funktioniert durch die Einbeziehung kollektiver Eigenschaften wie Diffusion und Absorption, Querschnitt von einfachen Mikrosphären, Konzentration und größendispersive Verteilung. Insofern behandelt es nicht ausschließlich die Wärmeschutzfähigkeit thermokeramischer Beschichtungen durch Reflektion und Übertragung von IR und MIR (infrarote und mittlere infrarote optische Strahlung) an der Außenwand.

 

Die methodischen Fehler der DIN 4108 [3] offenbaren sich zudem sehr deutlich im Vergleich mit den fundamental neuen und komplexen Betrachtungsweisen. So werden grundlegende thermodynamische Eigenschaften des Beschichtungssystems zur integrativen Betrachtung von Konvektion und Wärmeleitung herangezogen und bei den Koeffizienten für Brechung und Absorption werden die Wellenstufen im IR und MIR s.o.) berücksichtigt. Zudem werden streuende Querschnitte von der klassischen MIE Theorie übernommen und hinsichtlich der strukturellen Eigenschaften fließen die Kenngrößen Konzentration und Größenverteilung, durchschnittliche Größe sowie Innen- und Außendurchmesser ein.

 

Die Methode zielt auf einen integral-differenzialen Ausgleich der Wärmeübertragung ab, wobei die Methode der Finiten Elemente zu einer zahlenmäßigen Lösung verhilft. Im Ergebnis sind Reduzierungen des Wärmeverlustes in der Größenordnung von 40% erzielbar, praktisch belegt sind Werte an mehreren gemessenen Objekten in der Größenordnung 25-30%.

 

Das beschriebene Modell liefert die Erklärungen für die Wirkungsweise des Beschichtungssystems mit keramischen  Hohlkügelchen (bubbles). So resultiert das spektrale Trennvermögen aus einfachem Rückreflektieren, unterstützt durch Interferenzeneffekte. Eine wichtige Einflussgröße ist die Größenverteilung der Kügelchen, wobei ein Konzentrationsanstieg der keramischen Sphären das spektral integrierte Reflexionsvermögen ansteigen lässt.

 

Zu ähnlichen Ergebnissen kam man im Institut für Umweltphysik der Universität Bremen. Als fundamental darf die Feststellung zu werten sein, dass neben molekularer Bewegung und Konvektion die Komponente der Wärmestrahlung vollständig (!) berücksichtigt wird.

 

Es wurden jedoch auch Anregungen geliefert, die Ausgangspunkt weiterer Untersuchungen sein sollen. So wird z.B. die Anwendung der Streuungstheorie für Zwei-Schicht-Partikel vorgeschlagen. Auch sollte der Ausgleich des Strahlungstransfers für Konzentrationen oberhalb des Bereiches kleiner Konzentrationen näher betrachtet werden. In Abhängigkeit von der Konzentration sind die Parameter volumetrische Absorption und Streuungseigenschaften anzupassen.

 

Ein weiterer Meilenstein in der Bauphysik wäre, dem Vorschlag zu folgen, den Einfluss der vertikalen Inhomogenität des im Beschichtungssystem enthaltenen Gases auf den Strahlungswärmetransfer zu prüfen. Mithin liegt ein ausbaufähiges Modell vor, das ein komplexes physikalisches Problem des Wärmetransportes realitätsnah abbildet. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass mit der Software DK solar der Firma Delzer Kybernetik bereits die weitgehende Umsetzung für die praktische Anwendung vorliegt.

 

Betrachtet man das deutsche Normenwesen, ist festzustellen, dass es an Fülle eher nicht mangelt. Mit den Aktualisierungszyklen dürfte die Beuth GmbH durchaus zufrieden sein. Doch weder in DIN 4108 noch in DIN 832 [4] lassen sich die oben geschilderten komplexen Ansätze auch nur versuchsweise finden. Der Reigen untauglicher genormter Vorgaben ließe sich bis zum Überdruss fortsetzen, fürs erste wäre eine Umschreibung der DIN 6946 wünschenswert.

 

Wenigstens lassen die zarten Ansätze bei IBP und PTB bei der Wiederentdeckung von Feuchte und Strahlung hoffen. Möge man den Lorbeer der Wiederentdeckung gönnen, wenn nur die Ergebnisse Eingang in die oben genannten Normen finden würden. Auch für die – noch als Vornorm kursierende - DIN V 4701-10 2001-02 Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen wäre dies recht hilfreich.

 

Die Lösung der energetischen Probleme des Bauens im Bestand, aber auch bei Neubauten, kann nicht im ewigen „Fortschreiben“ der Normen wie gehabt liegen. Die Änderungsnovelle zur aktuellen Energieeinsparverordnung erfolgte lediglich wegen der Anpassung des technischen Regelwerks, die betreffenden Normen sind oben genannt. Wissenschaftliche Erkenntnisse in der Qualität des hier beschriebenen Modells sind nicht eingeflossen. Die Gründe mögen dahingestellt bleiben, dass eine parallele Reproduktion auszuschließen wäre ist angesichts der eingesetzten Forschungsmittel nicht anzunehmen.

 

Die wirtschaftliche und Substanz erhaltende Lösung kann nur lauten: Energie einsparen ohne Dämmung. Oder mit den Worten des britischen Schriftstellers Aldous Huxley (1864 - 1963): „Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.“ In diesem Sinne sei die Hoffnung geäußert, dass die hier beschriebenen Grundlagen in den betreffenden Fachkreisen zur Kenntnis genommen werden und zu richtigen Schlussfolgerungen befähigen mögen.

 

Literatur:

 

[1] Dr. J. Shnir: Mathematical modeling of the heat-protection properties of the composite coating consited of hollow ceramic microspheres, Instituit für Physik, Universität Oldenburg, 25.08.2003

 

[2] Dipl.-Ing. M. Bumann: Bauphysik für jedermann „Eine Übersicht zu den 3 Arten des Wärmetransports“, DIMaGB.de – Informationen für Bauherren, 2002

 

[3] Hrsg. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden, novelliert in 2004 mit DIN 4108 Beiblatt 2:2004-01 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Wärmebrücken - Planungs- und Ausführungsbeispiele und DIN V 4108-6 Berichtigung 1:2004-03 Berichtigungen zu DIN V 4108-6:2003-06

 

[4] Hrsg. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN EN 832 Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden, aktuelle vorliegend als DIN EN 832:2003-06 Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden - Berechnung des Heizenergiebedarfs - Wohngebäude (enthält Berichtigung AC:2002); Deutsche Fassung EN 832:1998 + AC:2002

 

[5] Hrsg. DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN EN ISO 6946:2003-10 Bauteile - Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient - Berechnungsverfahren (ISO 6946:1996 + Amd 1:2003, enthält Änderung A1:2003); Deutsche Fassung EN ISO 6946:1996 + A1:2003

 

Informationen:

www.dimagb.de

 

Autor: M. Bumann

Berlin, 07.09.2004

© DIMaGB.de


Das Schwarze Haus I
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


... steht im Norden der Niederlande. Das Holzhaus wurde vor nunmehr
7 Jahren mit TS® beschichtet, es sieht heute aus wie neu:
keine Risse, keine Blasen, keine Verformungen, keine Algen, keine
Moose. Im Sommer ist es im Inneren angenehm kühl.

Dies lässt sich mit Reflexionsverhalten allein nicht erklären.
Die Erklärung liegt in den endothermischen Effekten®.
Ó SICC GmbH, dib, 18.12.2004

 

und hier noch ein Bildchen dazu:

Das Schwarze Haus II
 
BV: Neubau, Fassadenbeschichtung
Ort: Konstanz
Datum: Januar 2004
Produkt: TS Exterieur accent Base schwarz
Ergebnis: Innentemperaturen nicht höher als bei heller Farbe
Der Putzhersteller verweigerte die Gewährleistung und er prophezeite eine gerissene Fassade innerhalb von höchstens 2 Jahren. Seine Einschätzung zu den Oberflächentemperaturen (> 100°C) konnte nicht bestätigt werden, es wurden 60...70 °C erreicht.


Matthias G. Bumann
frei nach
Iwan Andrejewitsch Krylow

Der Experte und die thermokeramische Membran

Ein Mann, von Algen am WDVS *** geplagt,
erfuhr, als er die SICC gefragt:
Nicht arg sei dieses Übel der Natur,
kauft man sich TS hierfur.

Er kaufte gleich palettenweise,
und dreht die Eimer hin und her,
gibt das Material dann auf die Reise,
den Experten int´ressiert es sehr.

Auch im klügsten Institut der Erde
untersuchte man verschied´ ne Werte
man tat es in Geräte stecken,
um wieder dran zu riechen und zu lecken.

Der Nutzeffekt enttäuscht ihn sehr.
»Zum Teufel! Was für´n Narr ist der,
der einem Menschen schenkt Gehör!
Dass diese Lügner solchen Plunder loben!

Wo soll denn da der Nutzen sein!«
Und schlug die Eimer unter wüstem Toben
gewaltig gegen einen Stein.
Die Splitter klirrten und die Funken stoben.

So wird auch oftmals in der Menschenwelt
das Nützliche als wertlos hingestellt.
Der Ignorant missachtet die Belehrung,
und wenn zur Dummheit sich noch Macht gesellt,
scheut er kein Mittel der Zerstörung.


***) hier können Sie auch einsetzen:
Heizkosten / Schimmel /Sommerhitze
Herr Krylow vergebe mir, aber die Parallelen sind zu offensichtlich.




Jens P. Fehrenberg
Energie-Einsparen durch nachträgliche Außendämmung bei monolithischen Außenwänden?
In der Praxis kommt wenig heraus!
erschienen in: vbn-info Sonderheft WärmeEnergie 2003

© alle Rechte beim Autor
Nachdruck mit Genehmigung für DIMaGB.de
HTML-Bearbeitung: DIMaGB.de, 04.2005

Wir müssen – gesetzlich gezwungen – bei Sanierungen den rechnerischen Dämmwert [Verlustfaktor U in W/(m2 K)] auf ein bestimmtes Maß senken. Vergleichen wir den alten, also vorhandenen Verlustwert mit dem neuen, errechneten, so halbiert sich der Verlust mindestens. Das signalisiert offensichtlich eine Halbierung des Heizenergieverbrauchs.

Ausgangspunkt der nachfolgenden Ausführungen ist die Frage, ob diese nachträgliche Ausrüstung monolithischer Außenwände (Mauerwerk, ein- oder mehrschalig) mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) tatsächlich eine Verringerung der Heizenergieverbräuche erbringt und wenn ja, wie groß der Einsparfaktor ausfällt.

Aus den wiederholten Veröffentlichungen in der Presse reichen diese Einsparungen von „drastisch“ über „leicht 50 %“ bis sogar „70“ [Beispiele Zeitungsausrisse, Bild 1]. Zurecht verärgert registrierten Wohnungseigentümer, dass trotz einer teuren Dämmmaßnahme ihre zu zahlenden Heizkosten im Vergleich zu gleichartigen Nachbargebäuden
nicht gesunken waren [Bild 2].

Zur Überprüfung wurde der Energieverbrauch verschiedener großer „Wohnblöcke“ [Beispiel Bild 3] verglichen. Im Gegensatz zum Einfamilienhaus, wo das individuelle Wohnverhalten sich sehr stark auf die Energiebilanz auswirkt, gehen wir bei größeren

Einheiten davon aus, dass eine Durchmischung der Verhaltensweisen vorzufinden ist. Sie reicht vom älteren Ehepaar, welches – nicht mehr berufstätig – sich die meiste Zeit in den gut geheizten Wohnräumen aufhält und häufig auch ständig ein Fenster in Kippstellung stehen hat, bis zum jüngeren Paar, wo beide Partner voll berufstätig sind, morgens beide duschen, die Wäsche in der Wohnung zum Trocknen aufgehängt wird und die Heizkörperthermostate zur Ersparnis auf eine niedrige Stufe eingestellt werden.

Die untersuchten Gebäude standen mehr als sieben Jahre ohne WDVS, also ausgetrocknet (ohne Baufeuchte), waren zentral beheizt und hatten eine individuelle Warmwasserbereitung, so dass der Energieverbrauch ausschließlich für Heizzwecke anfällt. Sie waren dann mit einem WDVS nachgerüstet und damit wiederum mehrere Jahre betrieben worden.

Wenden wir die Berechnungsmethode nach DIN 4108 an [Bild Beispiel 4], dann ergibt sich: Wenig Dämmstoff bringt viel – viel Dämmstoff bringt wenig mehr. Die Berechnung für die Außenwand lediglich über den U-Wert, also den Heizenergieverlust pro Quadratmeter Wandfläche, führt bei einer „Styroporisierung“ rechnerisch zu hohen Ersparniswerten um etwa 50 %, z. B. von 1,059 W/(m2 K) mittels Dämmstoff auf 0,408 W/(m2 K) [Beispiel aus Bild 5]. Daraus folgend werden offensichtlich die o. a. gewaltigen Heizenergieersparnisse propagiert.

Es kann hier eingefügt werden, dass es bisher mühselig war, geeignete Objekte zu finden und wenn, dann taten sich die jeweiligen Wohnungsverwaltungen sehr schwer, mit den Daten herauszurücken. Erst die „Androhung“ von Schadenersatzklagen durch Wohnungseigentümer, dass nämlich eine Amortisation der Investition möglicherweise nicht oder fast nicht gegeben sein könnte, weckte das Interesse und führt zu einem allmählichen Umdenken und Hergabe der Daten [Bilder 6-1 und 6-2].

Die auf die Quadratmeter beheizter Wohnfläche umgelegten Daten ergeben bei U-Werten von etwas über 1,0 W/(m2 K) Verbrauchswerte von 11,2 bis 17,7 m3-Erdgas, was einem Wärmebedarf von ca. 112 bis 177 kW/h je m2/Jahr entspricht. Damit liegen jedoch die Werte deutlich unterhalb der „bösen Altbauten“(250 kW/h) die immer wieder von bestimmten Kollegen angeprangert werden. Sie rücken viel eher an die Werte der Wärmeschutz-Verordnung von 1984 (150 kW/h) heran [Bild Vergleich 7]. Wer diese merkwürdig hohen Werte ermittelte und wie ist mir nicht bekannt.

Prof. Dr.-Ing. Gertis sagte auf meine diesbezügliche Frage beim Symposium des VBN zu dem Thema in Hannover, er habe diese Werte „aus pädagogischen Gründen“ in seine Grafik eingefügt. Um den gesamten Heizenergieverbrauch eines Bauwerks zu verfolgen, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Allein der tatsächliche Heizenergieverbrauch durch die Wandfläche folgt zahlreichen anderen Parametern [Bild 8].

Der deutlichste Einfluss geschieht sicher durch das Wetter: Kalte Winter erfordern signifikant mehr Energieeinsatz, als milde Winter. Das merkte auch schon ein Bewohner vor hunderten von Jahren, als er noch nicht wusste, was ein U-Wert bedeutet, an seinem notwendigen Brennstoffeinsatz.

Innerhalb der Heizperiode wirken sich aber z. B. Besonnungen der Fassaden energieabflussbremsend aus (solare Einstrahlung); ebenso kühlt der Wind eine Fassade ab durch die Beeinflussung der Laminarschicht im Bereich des Wärmeübergangs außen. Die Rückstrahlung ist in klaren Winternächten deutlich höher, als bei bewölktem Himmel. Diese Tatsachen werden aber bei der offiziellen Berechnungsmethode nicht berücksichtigt, weil wir dort annehmen, dass es draußen kontinuierlich minus 10 °C oder gar minus 15 °C-Grade kalt ist. Wir rechnen also mit einer starren Witterung, die jedoch in Wirklichkeit sehr dynamisch ist.

Die Wetterdaten für den Standort Hannover wurden ausgewertet. Dabei wurde der mittlere Temperaturverlauf in verschiedenen Monaten der Heizperiode verglichen [Bild 9]. Dies ergab, dass ein Monatsmittelwert von Oktober bis März, also über ein halbes Jahr betrachtet, sehr gut als typischer Wintertemperaturverlauf dargestellt werden kann [Bild 10]. Bemerkenswert ist, dass die höchste Temperatur der letzten 20 Jahre bei +12,6 °C (Okt.), die tiefste bei -6,8 °C (Feb.) lag; der Mittelwert liegt bei +4,12 °C, also deutlich über dem Rechnungsansatz Glaser von –10 °C!

Wände, die rechnerisch durchfrieren, in denen sich also Eiskristalle befinden, verhalten sich anders, als Wände oberhalb der Frostgrenze, da im Aggregatswechsel Energieeinsatz bzw. –freigabe stattfindet. Die Energieverbrauchswerte von verschiedenen Objekten wurden auf den Verbrauch pro beheizter Wohnfläche umgelegt und in der Tabelle eingetragen. Parallel und im Maßstab angepasst wurde der Temperaturmittelwert der Heizperiode übertragen. Es ergibt sich gut erkennbar die Abhängigkeit von Außentemperatur und Energieverbrauch [Bild 11].

Die Auswertung der Grafik zeigt, dass die beiden großen Gebäude (BK und TK) aus den 70er Jahren schon ganz unterschiedliche Ausgangs-Verbrauchswerte haben, nämlich 3 bis 4 m3/m2 Erdgas Differenzwert. Diese Differenz
verringert sich nach der „Styroporisierung“ auf 1,5 bis 2,5 m3/m2 Erdgas. Der Abstand zur „Wetterkurve“ schwankt bei BK zwischen ca. +4,65 Teilstrichen und -1,45 Teilstrichen; nach der „Sanierung mittels WDVS“ zwischen –0,5 und –3,8, woraus eine geringe Ersparnis abgeleitet werden kann.

Der Abstand zur „Wetterkurve“ schwankt bei TK zwischen ca. +6,35 Teilstrichen und +1,25 Teilstrichen; nach der „Sanierung mittels WDVS“ zwischen +2,45 und +7,75, woraus ebenfalls eine geringe Ersparnis abgeleitet werden kann (1,5 m3?).

Insgesamt gesehen ist aber deutlich erkennbar, dass die „gewünschten“ oder die aus der Solo- Berechnung der U-Werte hergeleiteten (Halbierung!) Ersparnisse nicht erreicht werden. Dies ergibt sich allerdings auch aus einer Gesamtbilanz-Betrachtung: Je nach dem, wo mit der Rechnung begonnen wird und wer sie aufgestellt hat, bei Verlustanteilen oder bei der Aufteilung der Verluste [Bild 12], hat der Wärmeverlust durch die Außenwände einen Anteil zwischen 10 und 20 %; nach Lohmeyer zwischen 15 und 20 % [Bild 13].

Werden hiervon rechnerisch (!) 50 % gespart, ergibt das im Gesamtverbrauch eine Reduzierung auf 95 bis 90 %. Die tatsächlich erzielten Einsparungen liegen nach den bisherigen Auswertungen durch uns in knapp ähnlichen Größenordnungen.

Sie bewegen sich insgesamt unterhalb von 10 %, nämlich zwischen 3 und 7 %. Dabei konnten wir nicht feststellen, dass die Dicke des Dämmstoffes von mehr als 8 cm auch mehr Ersparnis bringt.

Diese relativ geringen Energie- Einsparwerte lassen sich jedoch auch durch andere Maßnahmen herbeiführen. Allein die Pflege der Wände hinsichtlich Rissebehandlungen, ein entsprechender Dachüberstand, der Niederschlag
fernhält oder passive Trocknungsmaßnahmen feuchter Wände durch entsprechende Außenbeschichtungen können bei Altbauten ebenfalls Heizenergieeinsparungen von 3 bis 7 % bringen. Dabei stellen diese Möglichkeiten sowohl preiswertere, als auch konstruktiv risikolosere Maßnahmen dar. Sie erzeugen auch keine künftigen Entsorgungsprobleme, die ja eines Tages für die WDVS eintreten werden.

Dies ganz besonders, wenn wir aktuell erleben, dass „Niedrigst- Energie-Häuser“ propagiert werden, bei denen 30 cm (in Worten dreißig Zentimeter!) dicke Styroporblöcke auf Außenwände geklebt werden.

Insbesondere bei denkmalwerten Gebäuden kann eine „Styroporisierung“ einer Fassade nicht infrage kommen. Hier sind alle anderen Möglichkeiten vorzuziehen. Absichten der Heizenergieeinsparung erfordern ein individuelles und umfassendes Konzept, welches von der Erneuerung der Heizungsanlage und dem Schornstein über den Austausch von alten Einfachfenstern oder bei der Denkmalpflege hin zu z. B. Kastenfenstern führt.

Hier stecken weitaus größere Ersparnis- Potentiale, als in Wärmedämmverbundsystemen. Es ist also der Architekt gefragt, der umfassend energetisch prüft und bewertet. Falsche Beratung und das Versprechen von hohen Einspareffekten, die gar nicht eintreten, kann Schadenersatzansprüche auslösen. Es kann sich nämlich herausstellen, dass eine investive Baumaßnahme unwirtschaftlich war – und das will nicht einmal die EnEV (siehe §§ 16 und 17).


Abbildung 1


Abbildung 2:



Abbildung 3:


Abbildung 4:


Abbildung 5:


Abbildung 6.1 und 6.2:


Abbildung 7:


Abbildung 8:


Abbildung 9:


Abbildung 10:


Abbildung 11:


Abbildung 12:


Abbildung 13:

Die Seiten:

:: Altbauten und die EnEV

:: Alte Häuser und Wärmedämmung
:: Algen an Fassaden, Feuchte, Kalk, Schimmel, WDVS
:: Dachgeschossausbau
:: Die Fenster-Seite (1)
:: Bauen im Bestand - vom U zum TEE
:: Wirtschaftlichkeit