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Vom Umgang mit der Neubaufeuchte Denken Sie auch: "Früher war die Neubaufeuchte ein ernsthafteres Problem als heute?" Mancher kennt vielleicht noch den Spruch von früher: "In seinem neuen Haus lässt man im ersten Jahr seine Feinde, im zweiten Jahr seine Freunde wohnen und im dritten Jahr zieht man selber ein". Durchschnittlich etwa drei Jahre hat es gedauert bis die Mauern richtig ausgetrocknet waren. Dabei hat man bewusst das Haus im ersten Winter noch nicht bezogen und leer stehen lassen. Heute hat man dafür keine Zeit mehr. Im Frühjahr baggert man aus und im Herbst zieht man bereits ein. Mit dem Einsetzen der Heizperiode kommt dann für viele die Konfrontation mit der Feuchtigkeit; hohe Luftfeuchtigkeit, beschlagene Scheiben, feuchte Ecken, Schimmel auf dem Holz im noch nicht fertigen Dachgeschoss etc. Auch im Keller schimmelt, fault oder rostet es. Die moderne Neubaufeuchte kann sich also durchaus mit früheren Formen messen. Bei der Neubaufeuchte haben wir eine Doppelbelastung. Zum einen die Feuchtigkeit, die die Bewohner täglich zwangsläufig erzeugen (Atmung, Kochen, Duschen, Waschen, Wischen, Wäsche trocknen, Pflanzen, Aquarien etc.) und zum anderen die verbaute Feuchtigkeit, die nur allmählich, je nach Aufnahmefähigkeit der Luft und Verdunstungsfähigkeit der Oberflächen, rausgelüftet werden kann. Der Einfluss der Feuchtigkeit auf die Heizkosten ist enorm und meistens die beiden ersten Winter deutlich spürbar. Dabei kann besonders die Winterzeit äußerst hilfreich sein, zur wirksamen Entfeuchtung des Gebäudes, vorausgesetzt man kennt die Regeln der Physik und des wirksamen Lüftens.[2] "Wenn die Not am größten, ist die Hilfe am nächsten" , sagt ein bekanntes Sprichwort, welches auch für das Lüften in der Wintersituation zutreffend ist. Gerade in der Zeit mit niedrigen Außentemperaturen ist Lüften besonders wirksam. Der Grund: Kalte Luft (die selber wenig Wasserdampf enthält) wird durch Erwärmung trocken und damit erst aufnahmefähig für Feuchtigkeit. Irrige Vorstellungen In der Beratung vor Ort begegnet man immer wieder irrigen Vorstellungen betreffs der Luftfeuchtigkeit. Da glauben einige, der Schimmel in ihrer Wohnung entsteht, weil die Feuchtigkeit durch undichte Fenster reinkommt, oder weil im Keller Wäsche getrocknet wird, oder weil ein Bach in der Nähe ist. Andere sparen beim Lüften, aus Angst vor den großen Wärmeverlusten. Was manche Wohnungsnutzer praktizieren, ist die Überwindung der Physik. Leider kann man die täglichen Feuchtmengen nicht á la David Copperfield verschwinden lassen. Wenn sogar Richter glauben, dass man regelmäßiges Stosslüften einem Mieter nicht zumuten kann, dann bleibt nur die Frage auf welchem Stern solche Richter leben. Die physikalischen Grundlagen die mit der Aufnahmefähigkeit der Luft und dem Wechselspiel zwischen Luftfeuchtigkeit und Materialfeuchte, der rel. Luftfeuchtigkeit, zu tun haben sind sehr vielen Menschen überhaupt nicht klar, so dass sie hier noch einmal genauer angeschaut werden sollen. Besonders heut, da Wohnungen hermetisch abgedichtet werden aus Gründen der Energieeinsparung kommt den Feuchtigkeitshaushalt eine "brisante" Bedeutung zu. Die Aufnahmefähigkeit der Luft Was es mit der Aufnahmefähigkeit der Luft auf sich hat, verdeutlicht am besten ein Beispiel. Nehmen wir an, ein Eimer Wasser wurde umgestoßen und wir haben eine Wasserlache von 10 l Wasser am Boden. Ein einfacher Weg, diese Wasserlache schnell wieder aufzunehmen, ist die, einen Wischlappen zu nehmen, diesen in die Wasserlache einzutauchen, den nassen Lappen zu nehmen und ihn über dem Eimer wieder auszuwringen. Da aber pro Gang nur eine kleine Menge Wasser aufgenommen werden kann, muss dieser Vorgang etliche Male wiederholt werden, um alles Wasser wieder zurück im Eimer zu haben. Beim ersten Gang war der Lappen noch vollständig trocken und konnte die maximale Menge (vielleicht ½ - 1 l Wasser) aufnehmen. beim zweiten Male bleibt nach dem Auswringen eine gewisse Restfeuchte, die die neue Aufnahmemenge etwas reduziert. Je stärker ich auswringe, um so mehr kann der Lappen aufnehmen. Lasse ich den Lappen länger in der Lache liegen, erhöht sich die Aufnahmemenge nicht. Wirksame Beseitigung der Wasserlache ist nur durch mehrmaliges Wiederholen des immer gleichen Vorganges möglich Übertragen wir das Ganze jetzt einmal auf den Lüftungsvorgang. Wir öffnen das Fenster und tauschen die verbrauchte Luft kurz aus und schließen das Fenster wieder. Bereits beim Einströmen durch Kontakt mit warmen Oberflächen und nach dem Schließen des Fenster beginnt sich die Luft zu Erwärmen; Folge: sie wird trockener, die relative Luftfeuchtigkeit sinkt. Jetzt kann die Luft wieder neue Feuchtigkeit aufnehmen. Die rel. Luftfeuchtigkeit steigt dabei wieder an, bis bei etwa 70 % rel. Luftfeuchtigkeit die Aufnahmefähigkeit ziemlich erschöpft ist (siehe Abschnitt Wechselspiel zwischen Luftfeuchtigkeit und Materialfeuchte) Längeres Lüften (Kippfensterlüftung, zu lange Öffnungszeit) ist dabei nicht wirksamer als eine kurze kräftige Stoßlüftung. Im Gegenteil, es kommt zur Auskühlung der Oberflächen mit dem Effekt das dann beim Lüften die Erwärmung der Luft zu schwach ist und die gespeicherte (gepufferte) Feuchtigkeit im Bauteil verbleibt. Grundsätzlich gilt, wenn es um die Senkung der rel. Luftfeuchtigkeit, um Trocknung oder um Abbau von Speicherfeuchte geht, sind Lüftungszeiten mit kühleren Außentemperaturen unbedingt erforderlich. Je kälter es draußen ist, um so effektiver die Lüftung, um so größer die Erwärmung der Luft. Es geht nur um den Luftaustausch dabei, der sehr kurz sein kann, wenn gegenüberliegende Fenster geöffnet werden. Bei sehr kalten Temperaturen genügen bereits wenige m³ Luft um einen spürbaren Effekt zu haben. Viele fürchten sich vorm Lüften bei kalten Außentemperaturen, weil es ja dann für einige Minuten richtig frisch wird und vermeintlich so viel Wärme verloren geht. Tatsächlich ist der Nebeneffekt der Stoßlüftung auch der, dass die Luft mal so richtig in alle Ecken und Winkel gelangt und hier eine ausgleichende Wirkung entfaltet. Da Luft sehr schnell Wärme aufnimmt und auch bei Berührung mit kälteren Oberflächen sehr schnell wieder abgibt, verbessert diese Luftverwirblung bei der Stoßlüftung auch die Wärmeverteilung bei den Oberflächen. Außerdem wird die in Oberflächenschichten absorbierte Feuchtigkeit aufgenommen. Das Beispiel mit der Wasserlache und dem Lappen zeigt, dass wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit der Vorgang unbedingt häufiger wiederholt werden muss. Für das Lüften gilt das Gleiche. Wenn pro Lüftungsgang ½ - max. 2 l Wasser "entsorgt" werden können, muss der Lüftungsvorgang bei Neubaufeuchte sehr oft wiederholt werden um hohe Luftfeuchtigkeit, Schimmelpilz oder Bauschäden zu vermeiden. Der Abtransport der von der Luft aufgenommenen Feuchtigkeit geschieht immer erst mit der nächsten Lüftung, die bei Neubaufeuchte schon nach einer Stunde wieder erfolgen sollte. Beim Bauen wird sehr viel Wasser verbaut im Beton, Estrich, Mörtel, Putz, Farbe, etc. Wird beim mauern von Hohlkammer-Ziegelmauerwerk der Ziegel oben nicht abgedeckt, so dass der Regen ungehindert eindringen kann, erhöht sich die Speicherfeuchtigkeit erheblich. Am Ziegel zeigen sich dann außen oft weiße Flecken (Ausblühungen). Bis das Gebäude fertig ist können einige Tausend Liter Wasser verbaut sein, die dann über Verdunstung allmählich das Gebäude verlassen. Erschwerend für die schnelle Abtrocknung sind dichte Putze und dichte Anstriche, dichte Fliesenoberflächen oder andere versiegelte Oberflächen. Eine Verdunstung nach außen durch Nutzung der Sonnenenergie fällt bei gedämmten Außenwänden sowieso weg, so dass Feuchtigkeit nur noch über die Raumluft und den regelmäßigen Luftaustausch abgeführt werden kann. Die Voraussetzungen aber für eine wirksame Trocknung ist eine aufnahmefähige Luft (eine geringe rel. Luftfeuchtigkeit = unter 50 %), die im Sommer aber nur bei kühleren Außentemperaturen zu erzielen ist. Die normale Situation im Sommer ist, dass wärmere Außenluft in kühlere Innenräume kommt (besonders die Keller werden hierdurch feucht) und durch Abkühlung der Luft die rel. Luftfeuchtigkeit ansteigt, bis zu der Sättigung, bei der weder Wäsche noch Wände abtrocknen können. Wechselspiel zwischen Luftfeuchte und Materialfeuchte 70 % rel. Luftfeuchtigkeit ist etwa die Grenze, ab der hygroskopische Baustoffe anfangen Feuchtigkeit aus der umgebenden Luft aufzunehmen. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, nimmt der Baustoff auf und ist die Luft trocken, gibt der Baustoff seine Feuchtigkeit wieder an die Luft ab. Auf diese Weise herrscht ein Wechselspiel zwischen Material- und Luftfeuchtigkeit. 1 % mehr Feuchtigkeit beim Holz bedeutet 8 l Wasser Pro m³ Holz, beim Ziegel können es bereits 18 l Wasser sein. Erhöht sich durch unzureichendes Lüften die Ziegelrestfeuchte von normal 1,5 % auf dann 3 %, so haben wir pro m³ Mauer bereits 54 l Wasser gespeichert. Sind in einer Wohnung über einen längeren Zeitraum größere Wassermengen gespeichert worden, kann sogar eine technische Entfeuchtung über Luftentfeuchter erforderlich sein. Vielleicht begreift der eine oder andere Leser jetzt, wieso ich dem Feuchtigkeitshaushalt in unseren Wohnungen eine so große Bedeutung beimesse. Modernes Bauen bedeutet heute leider nicht nur höheren Komfort, sondern oft auch, dass natürliche Funktionen der Wand vollständig beseitigt werden. Wärmespeicherfähigkeit, Verdunstungsfähigkeit, Nutzung von Sonnenenergie etc. werden ausgeschaltet und die fehlenden Funktionen müssen dann durch technische Anlagen kompensiert werden. Der Feuchtigkeitshaushalt In unseren gedämmten und super abgedichteten Wohnungen ist es also sehr wichtig, den Feuchtigkeitshaushalt zu beobachten und richtig zu steuern, um Nachteile der verschiedensten Art zu vermeiden. Wird in einer Wohnung über längere Zeit täglich mehr Feuchtigkeit erzeugt, als durch Lüftung wieder nach außen geschafft wird, dann erhöht sich die Mauerfeuchtigkeit mit den bekannten Nachteilen. Steigt nach dem Lüften im Winter die rel. Luftfeuchtigkeit gleich wieder sehr hoch, haben wahrscheinlich Wände und Möbel noch zu viel Feuchtigkeit gespeichert. Mit dem Hygrometer können wir die Entwicklung der Raumluftfeuchtigkeit beobachten und sie rechtzeitig durch Stoßlüften wieder senken. So wird auch am Ende noch Energie dadurch eingespart, weil der Wassergehalt in der Luft und im Baustoff den Energieverbrauch mehr beeinflusst, als der lächerliche k-Wert, der für massives Mauerwerk ohnehin keine Gültigkeit hat. Das einfache Rezept gegen die Doppelbelastung: Neubaufeuchte/Wohnfeuchte heißt schlicht und ergreifend: im kräftigen Wechsel heizen, lüften, heizen, lüften, heizen, lüften ...... Je kälter es draußen ist, um so kürzer die Lüftungszeiten, um so wirksamer ist das Lüftungsergebnis. Was aber der Umsetzung dieses Rezeptes in der Praxis oft im Wege steht ist die Angst vor den sogenannten Lüftungswärmeverlusten. Wer aber Neubau- oder Speicherfeuchtigkeit abzubauen hat, darf sich mit dem Unsinn gar nicht beschäftigen, da es ohnehin keine Alternative gibt. Der Unsinn mit den Lüftungswärmeverlusten Zu allererst einmal gibt es einen Lüftungsbedarf. An den Zuluftmengen, die zur Entsorgung von Feuchtigkeit (zum hygienisch gesunden Wohnen) erforderlich sind, lässt sich ohne Folgeschäden nichts mehr einsparen. Im Gegenteil; wer am Lüften spart, treibt damit seine Heizkosten hoch und riskiert auch noch Bauschäden und Schimmel. Die Kosten für Lüftungswärmeverluste sind sehr gering (etwa 70-100 DM pro Heizperiode in durchschnittl. Wohnungen) und das liegt an der geringen Wärmespeicherfähigkeit der Luft. Wer also nicht unvernünftig lüftet, braucht sich wegen Wärmeverlusten beim Lüften keine großen Gedanken machen. Technische Trocknung Die technische Bautrocknung vor dem Einzug ist sicher besser, als die Bewohner in ihr feuchtes Schicksal einziehen zu lassen. Das Verständnis dafür, wie wichtig bei der Neubaufeuchte das verstärkte heizen und Lüften ist, haben leiden nicht alle Hausbezieher. Wird der Bau zur Trocknung beheizt, muss regelmäßig die Luft ausgetauscht werden. (Gasheizer erzeugen Wasserdampf) Während die Luftentfeuchtung bei geschlossenen Fenster und Türen geschehen sollte. Bei Holzbauteilen kann eine zu schnelle Trocknung allerdings zu Bewegung und Rissen führen. Leider wird das Holz im Dachstuhl oft zu nass eingebaut und es gibt Probleme, wenn zu früh alles verkleidet wird. Wenn uns heute Sachzwänge und Termindruck zwingen ohne vorherige Austrocknung frühzeitig einzuziehen, dann sollten die Bewohner wenigstens auf den Kampf mit der Feuchtigkeit richtig vorbereitet werden, damit sie den Kampf gewinnen können. Wertvolle Tipps für die natürliche und technische Lüftung gibt der Lüftungsleitfaden. Wenn man bedenkt, wie viel Investitionen wir heute tätigen um später dann mal Energie dadurch einzusparen und alle unsere Bemühungen allein durch falsches Lüften vereitelt werden können, dann sind die 10 DM für den Lüftungsleitfaden eine echt wirtschaftliche Investition. |
Kalkverputz und Kalkanstrich - Die Grundlagen |
Krank durch Schimmel Neue und alte Häuser werden heute zunehmen mit Superdämmung und Superfenstern ausgestattet um den Anforderungen der Wärmeschutzverordnungen gerecht zu werden, Energie einzusparen und sogar nach heutigen Vorstellungen noch die Umwelt zu schützen. Dass sich durch diese, manchmal auch ungeeignete "Schutzmaßnahmen" auch nachteilige Folgeschäden einstellen, sei es in gesundheitlicher Hinsicht - durch Schadstoffbelastung oder Schimmelpilzgifte - durch Bauschäden oder auch durch neue Umweltbelastung mag allgemein weniger bekannt zu sein. Wer erkrankt kennt diese Zusammenhänge meistens nicht und legt vertrauensvoll dem Arzt die Verantwortung für seine Gesundheit in die Hände. Wenn der Arzt jedoch die belastenden Faktoren aus der Wohnsituation seines Patienten nicht kennt, kann es sie bei seiner Diagnose auch nicht berücksichtigen. Fachleute schätzen, dass es in über 60 % der Wohnungen, die nachträglich gedämmt werden und neue Fenster erhalten Probleme mit hoher Luftfeuchtigkeit und Schimmelpilz gibt. Für den Mediziner dürfte der für die menschliche Gesundheit nachteilige Einfluss der Schimmelpilzgifte bekannt sein. Schimmelpilzquellen Neben den bekannten Quellen für Schimmel (Liste keineswegs vollständig) wie:
kommen auch noch versteckte Quellen in Frage wie in Bauteilschichten eingesperrte Feuchtigkeit, die enthaltene Nährstoffe für Mikroorganismen aufbereitet. Viele moderne Sanierungsmaßnahmen sperren Feuchtigkeit ein, durch ungeeignete Materialien, falsche Sperrschichten etc. Bereits die Einbauküche an der Außenwand kann zur Schimmelbildung führen, da mangelndem Fachwissen zur Folge auf eine notwendige Hinterlüftung verzichtet wird. Die Folge: Die Raumwärme gelangt nicht an die Wand, welche nach außen aber ständig weiter abkühlt und dann tiefe Oberflächentemperaturen aufweist. Hier kondensiert schließlich die Raumluft und der Schimmel beginnt auf Möbelrückseiten und Wandoberflächen unentdeckt zu wachsen. Erste Anzeichen für seine verborgene Existenz ist dann der "muffige" Geruch, der sich nach einiger Zeit unangenehm bemerkbar macht. Ebenso, wie die meisten Naturstoffe enthalten auch Kunststoffe interessante Inhaltsstoffe für Mikroorganismen. Diese Tatsache ist immer noch zu wenig bekannt. Enthalten doch heute bereits fast alle Farben für Anstriche, Mörtel und auch Beton Zusätze von Kunstharzen, die unter dem Einfluss von dauernder Feuchtigkeit Befall mit Mikroorganismen aufweisen können. (Sogenannte Mineralische Farben dürfen auch bereits einen ziemlichen Anteil Kunstharzzusätze enthalten) Eine führende Fachzeitung für das Malerhandwerk schlägt als neuen Aufgabenbereich für Maler die "Antischimmelberatung" vor. Kein Wort jedoch darüber, dass die modernen Farben mit Ihren Kunstharzzusätzen die bedeutendsten Nährstofflieferanten für Schimmelpilze darstellen. Ein vorbeugendes vergiften der Farben mit Antischimmelzusätzen kann doch wohl nicht die Lösung sein, abgesehen davon, dass solche abenteuerlichen Lösungen nur eine gewisse Zeit Wirkung zeigen und nicht die Ursache sondern nur das Symptom angehen. Wichtigste Ursache für das Pilzwachstum ist Feuchtigkeit in Verbindung mit ausreichenden Temperaturen. In superisolierten und abgedichteten Wohnungen kommt diese Feuchtigkeit fast immer aus der Raumluft. Bei allen Versprechungen der Anbieter von Wärmedämmungen und Isolierfenstern in Bezug auf die damit zu erzielenden Einsparungen beim Heizen wird vergessen, die Bewohner solcher Häuser über den richtigen Gebrauch aufzuklären. © Lüftungsleitfaden So müssen sich die Heiz- und Lüftungsgewohnheiten nach Anbringung einer nachträglichen Dämmung und neuen dichten Fenstern schlagartig verändern. Die richtige Regulation der Raumluftfeuchtigkeit wird zum entscheidenden Faktor in der Vermeidung von hohen Heizkosten, Schimmelpilz und auch späteren Bauschäden. Der Wunsch zu sparen und die Angst vor großen Wärmeverlusten führt in vielen Wohnungen dazu, dass zuwenig geheizt und vor allen zu wenig gelüftet wird. Keineswegs ist, wie häufig geschrieben wird, bei auftretendem Schimmel die mangelnde Wärmedämmung in allen Fällen Schuld, sondern immer häufiger tritt der Schimmel gerade in perfekt abgedichteten und isolierten Häusern auf!! Die Schweden, deren Dämmstärken bei uns als vorbildlich gelten, bezeichnen Ihre Superdämmhäuser bereits als Schimmelhäuser. Eine Sonderkommission "Schimmelpilz" im Bundesbauministerium brütet bereits hinter verschlossenen Türen für diese Fälle neue Lösungen aus. Ihre Empfehlungen gehen sicherlich in Richtung Zwangsbelüftung, die uns dann auch endlich in den Genuss des in Amerika mehr bekannten Sick - Building - Syndroms bringen wird. Feuchtigkeitsursachen und die Folgen moderner Bauweisen Immer dort, wo Feuchtigkeit eingesperrt wird, kommt es nach den Erfahrungen in der Bauschadensberatung in der Folge zu nachteiligen Entwicklungen. Moderne Bauweisen und Materialien haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf das veränderte Raumklima. Alle bisherigen Maßnahmen zur Energieeinsparung führten in sehr vielen Fällen in der Folge zu neuen Problemen. Ob es die Abdichtung der Fensterfugen, der Vollwärmeschutz oder die Zwangsbelüftung war. Zu den wichtigsten Veränderungen zählen folgende Faktoren:
Dampf- und luftdichte Fenster Je mehr isoliert und abgedichtet wird, um so wichtiger wird die richtige Regulation des Feuchtigkeitshaushaltes in den Wohnungen um verdeckten und offenen Schimmel und andere Folgen zu vermeiden. Einsparungen treten nicht, wie die Werbung verspricht zwangsläufig ein, sondern erst, wenn richtiges Heizen und Lüften in den Wohnungen praktiziert wird. Hier hapert es dann immer an der Aufklärung. Eine verständliche Anleitung zum richtigen Lüften im Sommer und Winter bringt mein "Lüftungsleitfaden", ISBN: 3-929240-18-1. Wärmeschutzverglasung - ein Spiel mit der Gesundheit Mit gewaltigen Anstrengungen hat man versucht den Wärmeschutz beim Fenster immer weiter zu verbessern, durch Abdichtung der Fensterfugen oder z.B. durch Beschichtung der Gläser. Das Ergebnis: Die Wärmeschutzverglasung. Der k-Wert konnte auf 0,8 abgesenkt werden. Die Ingenieure und Energiesparer jubeln ob dieses technischen Meisterwerkes. Erreicht wurde diese Eigenschaft durch eine spezielle Beschichtung der Gläser, die die Sonne einfangen. Die hochfrequenten Lichtstrahlen können zum Teil ungehindert durch diese Gläsern herein, die niederfrequente Rückstrahlung (Infrarotstrahlung) aus dem Raum aber werden durch die Beschichtung reflektiert und wieder in den Raum zurückgeworfen. Es kommt zu einer Erwärmung der Raumluft; in manchen Gebäuden mit zu wenig Speichermasse aber schnell zur Überhitzung, die dann mit Verschattung oder Kühlung wieder kompensiert werden muss. Die Crux bei der Beschichtung ist leider, dass die Gläser nicht mehr ganz durchlässig sind für das gesamte Sonnenlicht. Bestimmte Bereiche des Lichtspektrums, die aber für Mensch, Tier und Pflanze wichtig sind, werden ausgefiltert; bleiben draußen. Der Preis für die kleine zusätzliche Einsparung wird teuer erkauft mit nicht unerheblichen Nachteilen, deren Folgen heute noch gar nicht abzusehen sind. Hinter den Energiesparfenstern darben Mensch und Pflanze an UV-B Mangel. UV-B Lichtspektren sind für den Menschen sehr wichtig, damit Vitamin D gebildet wird, um im Dünndarm Calcium aus der Nahrung für Knochen und Zähne aufzunehmen. Lichtmangel führt beim Menschen also zu gesundheitlichen Störungen verschiedenster Art wie: Winterdepression, Osteoporose, Zahnschäden, Herz- Kreislauf, Immunsystem und vieles andere mehr. Was weniger bekannt ist, ist ebenfalls nicht unwichtig. UV B Lichtspektren entkeimen die Luft, töten Viren und Bakterien ab. In manchen Räumen setzt man zu diesem Zweck sogar spezielle Lampen ein. In der ehemaligen DDR gab es für Kindergärten eine Vorschrift, dass die Toilettenfenster (mit den durchlässigen Quarzgläsern) nach Süden ausgerichtet sein mussten, damit die Sonnenstrahlen die Raumluft entkeimen konnten, als Vorbeugung gegen ansteckende Krankheiten wie Tuberkulose etc. Wer bereits ein Supersparhaus mit solchen Fenstern besitzt, darf jetzt für seine Pflanzen spezielle Lampen kaufen damit sie nicht eingehen. Er selber kann sich ja möglichst viel draußen aufhalten um den Lichtmangel auszugleichen. Welchen Sinn macht es kranke Häuser zu bauen, und sie dann mit Hightech wieder bewohnbar zu machen. Das moderne Haus wird eine zunehmende Bedrohung für den heutigen Menschen. Fehlende natürliche Eigenschaften müssen durch technische Lösungen ersetzt werden, die wiederum neue Probleme mit sich bringen. Statische Aufladungen an Kunststoffoberflächen Die meisten Heizsysteme in unseren Wohnungen arbeiten nach dem Konvektionsprinzip. Am Heizkörper erwärmte Luft steigt auf und zieht von unten neue Luft nach. Eine Zirkulation entsteht, über die ja die Wärme im Raum verteilt wird. An Kunststoffoberflächen kommt es durch vorbeistreichende Luft zu statischen Aufladungen, die eine nachteilige Wirkung auf das luftelektrische Feld hat. Der Anteil der ohnehin kurzlebigen Kleinionen in der Luft wird stark reduziert und langfristig das Immunsystem des Menschen wieder geschwächt. Kunststoffoberflächen neigen stärker zum "schwitzen". Einmal durch die Ladung und zum anderen, da sie die Feuchtigkeit nicht aufnehmen wie etwa Holzoberflächen oder Kalkmörtel. Ungeeignete Materialien zum Wärme- Feuchte- und Holzschutz Die Wohnung, die als Zufluchtsort den Menschen "schützen" soll vor Kälte, Hitze, Regen, Wind wird zunehmen zu einem gefährlichen Ort für seine Gesundheit. Die Aufzählung der Schad- und Giftstoffe die in unseren Wohnungen zu finden sind, würde locker ein ganzes Buch füllen. Materialien oder Stoffe, die eine Gefahr für Umwelt oder Gesundheit bedeuten verdienen nicht die Bezeichnung "Schutzmittel". Die Holzschutzmittelskandale, die immer zum Nachteil der Betroffenen ausfielen, führen uns sehr lebhaft vor Augen, welche Auswirkungen falsche Schutzprinzipien haben. Eigentlich lebensfeindliche Strategien wie: "Schutz durch Gift" oder "Töte den Feind" haben verheerende Folgen hinterlassen. Auch im medizinischen Bereich werden die Folgen von z.B. übermäßigem Antibiotikaeinsatz (bereits in der Tiernahrung enthalten) deutlich. Bei schweren Infektionen geht dann häufig die Suche nach dem noch wirksamen Mittel los. Was ist aber dann, wenn auch der letzte Trumpf nicht mehr hilft? Durch falsche Schutzmittel und Schutzmaßnahmen werden langfristig nur neue Probleme geschaffen. Das gilt für alle Bereiche, nicht nur beim Bauen. Auch im Klinik- oder Praxisbereich würde man sehr von einer Rückbesinnung auf den bewährten Kalk für Putz und Anstriche profitieren, schon allein wegen der antibakteriellen Wirkung des Kalkes. Bauphysikalische Fehler im Aufbau - Dampfsperren, Vollwärmeschutz Um Wände vor Feuchtigkeit zu schützen werden drei Maßnahmen eingesetzt, die alle nicht unproblematisch sind in Bezug auf das Einsperren von Feuchtigkeit und die folgende Pilzwachstumsproblematik. Es ist die:
durch den wasserabweisend ausgerüsteten Anstrich glaubt man, die Wand vor Feuchtigkeit zu schützen. Die von innen aufgenommene Feuchtigkeit kann jedoch nicht mehr genügend nach außen verdunsten, so dass es zu eine Erhöhung der Wandfeuchte kommen kann, wenn die Raumluftfeuchtigkeit ständig zu hoch ist. Spätesten nach dem dritten Anstrich kommt die Verdunstung nach außen vollständig zum erliegen. Die Erhöhung der Wandfeuchte wirkt sich zum einen auf den Energieverbrauch negativ aus und was viel schlimmer ist, sie schafft die Grundlage für das Wachstum der Mikroorganismen - Pilze, Algen, Bakterien. Bei der Innendämmung mit Hartschaum gibt es folgende Situation. Der Dämmstoff trennt die Raumwärme von der Wand. Die Wand kühlt nach außen hin stark ab im Winter. Die Wasserdampfmoleküle gelangen aus der Raumluft durch den "diffusionsfähigen" Dämmstoff an die kalte Wand und kondensieren dort. Eine Rückverdunstung ist nicht möglich, da die nötige Wärme nicht in diese Schicht kommt und das nicht kapillarfähige Dämm-Material das flüssige Wasser nicht an die Oberfläche zur Verdunstung zurückgelangen lässt. Die selbe Problematik tritt im Sommer bei hohen Außentemperaturen beim Vollwärmeschutz auf. Bei hohen Außentemperaturen kommt es zum "schwitzen" zwischen Wand und Dämmstoffschicht. Das Wasser kann sich nur (wenn überhaupt) kapillar nach innen hin ausbreiten. Die Raumluft ist auf Grund der eigenen hohen Luftfeuchtigkeit nicht in der Lage diese Feuchtigkeit aufzunehmen und beim Lüften nach außen zu transportieren. Die Folge wie oben beschrieben. Mit einer inneren Dampfsperre soll erreicht werden, das Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft in die Wand oder Dämmung gelangt und dort kondensiert. Dadurch würde die Wand oder Dämmung nass und die Dämmwirkung verlieren. Dieser Schutz, der im Winter funktionieren kann, wird im Sommer zur Feuchtigkeitsfalle. Bei höheren Außentemperaturen wandern die Wasserdampfmoleküle von außen nach innen (Diffusionsumkehr) und kondensieren vor der Dampfsperre und können nicht wieder raus, da die Voraussetzungen zur Verdunstung fehlen. Was dann mit Fäulnis beginnt, endet meistens mit einem ausgewachsenen Bauschaden. Konstruktive Fehler, ungeeignete Materialien und uninformierte Hausbewohner führen zu
einem Anwachsen der Feuchtigkeitsursachen in unseren Wohnungen mit all den negativen
Folgen die dadurch zu erwarten sind. Ein Anstieg von Allergien und Gesundheitsschäden
durch Pilzbelastung ist zwangsläufig das Ergebnis. Bei der Behandlung solcher
Erkrankungen sollte vielleicht verstärkt ein Blick auf die Wohnsituation des Patienten
geworfen werden. Während man fieberhaft an der hermetischen Versiegelung unser Wohnungen
arbeitet (Zwecks Energieeinsparung) werfen die unerwünschten Folgen bereits heute ihre
Schatten voraus. |
Vollwärmeschutz - Sommerproblematik Bei Farben, Dämmstoffen, Baumaterialien findet man immer den Hinweis "diffusionsfähig". Der Bauherr oder Kunde glaubt nun, dass diese Materialien atmungsfähig sind und Feuchtigkeit verdunsten kann. Weit gefehlt! Diffusionsfähig heißt lediglich: Durchlässig für Gase, oder einfacher gesagt für trockene Luft mit all ihren gasförmigen Bestandteilen. Trifft diese trockene Luft auf zu kalte Oberflächen, entsteht Kondensat, geschieht das in einem Bauteil in zu kalten Bauteilschichten dann spricht man von Tauwasser. Dieses flüssige Wasser breitet sich in den Baustoffkapillaren in alle Richtungen aus und verdunstet wieder an die Luft, wenn möglich. Durch Bauteilschichten, Farben, Dampfbremsen etc. die nicht kapillarfähig (benetzungsfähig) sind, kann dieses flüssige Wasser nur als Dampf hindurch. "Nur" diffusionsoffene Bauteile, Materialien oder Schichten sperren also flüssiges Wasser ein, da sie die kapillare Wasserbewegung zu einer verdunstungsfähigen Oberfläche verhindern. Damit dieses Wasser wieder herauskann, muss es zuerst im Bauteil selber verdunsten, um dann als Dampf wieder herauszukönnen.
Wie Skizze 1 zu entnehmen ist, herrscht im Sommer eine Umkehrung der Wasserdampfdiffusionsrichtung. Es ist außen wärmer als innen. (Die schwarze stufenförmige Linie zeigt den Temperaturverlauf in der Wand im Sommer) Der Taupunkt der Außenluft liegt bei 20 °C und über der Mauertemperatur hinter der Dämmung. In der Schicht zwischen Dämmung und Mauerwerk kommt es zum Tauwasserausfall, das sich kapillar nur in Richtung Innenraum ausbreiten kann. Durch die diffusionsoffene aber nicht kapillarfähige Schicht der Dämmung kann trockene wärmere Luft eindiffundieren und kondensieren aber nicht wieder nach außen verdunsten, da die dazu nötige Wärme durch die Dämmung abgeschirmt wird, und die Kapillarfähigkeit den meisten dazu verwendeten Dämmstoffen fehlt.
Der zweite Weg, auf dem im Sommer Feuchtigkeit in das innenliegende Mauerwerk gelangen kann ist der über die Lüftung. Wärmere Außenluft kühlt nach dem Lüften innen ab und die rel. Luftfeuchtigkeit steigt. Ab etwa 70 % r.F. beginnt sich die Materialfeuchtigkeit an die Luftfeuchtigkeit anzupassen, da es bereits dann in den Microporen im Baustoff eine sogenannte Kapillarkondensation gibt, die zur Erhöhung der Materialfeuchtigkeit führt. Durch Wasserdampfdiffusion und durch falsches Lüften im Sommer kann sich die Restfeuchtigkeit in der Außenwand erhöhen. In nicht wenigen Wohnungen entsteht sogar Schimmel im Sommer aufgrund der ständig zu hohen Luftfeuchtigkeit.
Dämmstoffschichten aus Materialien, die nicht benetzungsfähig sind, (Hartschaum, hydrophobe Mineral- oder Steinwolle etc.) lassen also trockene Luft durch, nicht aber flüssiges Wasser. Dieses wird quasi eingesperrt und muss zuerst im Bauteil verdunsten, um auf dem gleichen Wege zurückzukönnen. Dampfsperren oder nicht kapillarfähige Bauteilschichten stellen für eine Konstruktion immer ein Bauschadensrisiko dar, da sie Feuchtetechnisch nicht einwandfrei funktionieren. Die vollwärmegeschützte Wand weist im Sommer bei Diffusionsumkehr die selbe Problematik auf, wie eine Innendämmung, die als kritisch bezeichnet wird. Der Grund:
Wenn Fachleute solche Fehler einbauen, wie kann man dann vom Laien erwarten, dass er mit solchen Konstruktionen fehlerfrei umgehen kann? Für die Bewohner solcher Häuser wird es immer komplizierter, hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Heizkosten, Bauschäden und Schimmelpilz zu vermeiden. Seit gut zehn Jahren ist bekannt, dass die reine Betrachtung der Diffusionsprozesse
nach DIN zur Erklärung realer Vorgänge beim Feuchtehaushalt der Gebäudehülle nicht
ausreicht. Kurt Kießl, Leiter der Holzkirchener Freilandversuchsstelle der
Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, fasste das Dilemma folgendermaßen zusammen:
"Die auf dem bekannten Glaser-Verfahren beruhende Diffusionsberechnung mit speziell
fixierten Randbedingungen für Tau- und Verdunstungsperioden hat sich als einfaches
Bewertungsverfahren praktisch durchaus bewährt, insbesondere bei Bauteilen und
Baustoffkombinationen, bei denen Sorptions- und Kapillareffekte keine besondere Rolle
spielen. Zur Analyse bzw. Bewertung tatsächlicher Feuchtentransportvorgänge unter
natürlichen Randbedingungen darf diese Methode allerdings nicht herangezogen werden. Sie
ist dafür auch nicht konzipiert worden. Wenn dies - aus Unwissenheit oder
Missinterpretation - praktisch dennoch geschieht, ist mit Fehlanalysen zu rechnen." |
Sehr geehrter Architekt, seit geraumer Zeit betreibt die Ziegelindustrie allen voran die unipor Ziegel-Interessengemeinschaft und die unipor-Ziegel-Marketing GmbH eine PR-Kampagne pro Ziegel und Massivbau, in der Wärmedämm- Verbundsysteme als höchst algengefährdet beschrieben werden. In für die im Fachverband zusammengeschlossenen Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen nicht nachvollziehbarer Art und Weise wurde so ein höchst effizient energieeinsparendes und umweltfreundliches Bausystem, von dem in über 40jähriger Praxisanwendung alleine in Deutschland über 600 Millionen Quadratmeter an Fassadenflächen gedämmt wurden, mit irreführenden Behauptungen verunglimpft. Ein 1999 am Landgericht Frankfurt am Main ergangenes Urteil bezüglich Algenbildung wurde als Beweis vorgelegt. Darüber hinaus wurden wissenschaftliche Untersuchungen eines Forschungsinstituts, welches sich fundiert mit dem Thema Umweltbelastung, zu welchem auch das Thema Algen zählt, falsch bzw. unvollständig wiedergegeben. Bezüglich der Algenfreiheit von Ziegelbauten wurden Aussagen getroffen, die nachweislich nicht haltbar sind. Aus diesen vorgenannten Gründen sah sich der Fachverband WDVS gezwungen, rechtliche Schritte einzuleiten, zumal alle Versuche des Verbandes, durch eine außergerichtliche, gütliche Einigung eine Unterlassung dieser Behauptungen zu erreichen, bei den Vertretern der Ziegelindustrie auf keinen fruchtbaren Boden fielen. Beim Landgericht Wiesbaden wurde deshalb ein Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gestellt. Am 7. August 2003 wurde diesem Antrag stattgegeben und es erging der nebenstehend im vollständigen Wortlaut abgedruckte Beschluss. Wir erachten es als unsere Pflicht, Sie über den Sachverhalt in dieser
Ausführlichkeit zu informieren und bedauern gleichzeitig, dass es dieser Schritte
bedurfte. Wärmedämm- Verbundsysteme sind ein aktiver Baustein zu Energieeinsparung und
Umweltschutz. Im Bereich der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes entsprechend
der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind WDV-Systeme eine in der Praxis erprobte und
bewährte Lassen Sie uns gemeinsam und zum Wohle aller am Bau Beteiligten wirken. Helfen Sie mit,
die entstandenen Zweifel und Unsicherheiten durch kompetente Richtigstellung zu
entkräften und zu beseitigen. Die Algenbefallsquote bei WDVS liegt nachweislich unter
einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude. Gegen hat das Landgericht Wiesbaden 2. Kammer für Handelssachen wegen besonderer Dringlichkeit ohne vorangehende mündliche Verhandlung und durch den Vorsitzenden allein am 7. August 2003 durch den Vorsitzenden Richter am Landgericht Hausmann im Wege der einstweiligen Verfügung beschlossen: Den Antragsgegnern wird es bei Meldung eines Ordnungsgeldes für jeden Fall der
Zuwiderhandlung in 1. "Vollwärmedämmung begünstigt Algenwachstum" und zwar sowohl im Zusammenhang mit der Angabe "Landgericht Frankfurt am Main" als auch in Alleinstellung oder in Verbindung mit der weiteren Behauptung "Vollwärmedämmung begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen auf Außenwänden, bestätigte das Landgericht Frankfurt/Main (Az. 3-13 O 104/96)" und / oder 2. kein Problem bei Ziegelmauerwerk im Zusammenhang mit der Aussage "Algen und Pilze finden keinen Nährboden". Die Antragsgegner haben die Kosten des Verfahrens zu tragen. Gründe: Die Antragstellerin hat glaubhaft gemacht, dass die Antragsgegnerinnen die im Tenor genannten Behauptungen in einer Presseinformation aufgestellt haben. Dazu ist es zutreffend, dass das Landgericht Frankfurt/Main in der Sache 3-13 O 104/96 in den Entscheidungsgründen festgestellt hat, nach der Ansicht des dort tätigen Sachverständigen Dr. Schuder werde das Algenwachstum durch die Vollwärmedämmung begünstigt. Zugleich hat das Landgericht Frankfurt am Main aber auch festgestellt, dass durch entsprechende Gegenmaßnahmen, wie den Einsatz fungizider Mittel und ähnlicher anderer Maßnahmen der Algenbefall verhindert werden kann. Die Aussage der Antragsgegnerinnen ist irreführend und war deswegen zu untersagen, denn der flüchtige interessierte Leser wird nur die Aussage der Pressemitteilung zur Kenntnis nehmen, der Vollwärmeschutz begünstige eben den Algenbefall und wird ohne weitere Hinweise nicht erkennen, dass dies durch richtige Behandlung der Oberfläche durchaus ohne großen Aufwand vermieden werden kann. Die Aussagen der Antragsgegnerinnen verstoßen damit gegen §§ 1,3 UWG. Die Kostenfolge ergibt sich aus § 91 ZPO. Hausmann Quelle: Informationsbroschüre "Richtigstellung irreführender Marktinformationen Algenbefallsrisiko an wärmegedämmten Gebäuden" des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.
Sehr geehrter Herr S.,
Fachverband Wärmedämm- Berlin, 04.12.2003 Ihre Verbraucherinformation vom
August 2003
Quelle = Jahresbericht 2001 des Fachverbandes WDVS e.V., S. 42 ff. Auslöser war wohl, dass "die anfängliche Skepsis gegenüber Wärmedämm-Verbundsystemen trotz mehr als 500 Millionen Quadratmeter verlegter Fläche in den vergangenen 40 Jahren noch nicht ganz beseitigt" ist. Zielstellung war:
2. "noch bestehende Vorurteile gegenüber WDVS, mit denen Verbraucher verunsichert werden (!) zu entkräften"
Steckbrief der Marktstudie:
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Zitat zu den Ergebnissen:
Zum Vergleich: Suchbegriff: "Algen" Gesamtzahl der Fundstellen: 0 Suchbegriff: "Bestand" Das Brutto-Bau-Anlagevermögen der alten Bundesrepublik beträgt 9.34 Bill. DM; ca. 56,6 % entfallen davon auf den Wohnungsbereich, ca. 10,9 % auf den staatlichen Bereich und ca. 32,3 % auf den gewerblichen Bereich. Daten für den Bereich der neuen Bundesländer lagen zum Zeitpunkt der Bearbeitung noch nicht vor. Der Wohnungsbestand in Gesamtdeutschland beträgt ca. 34 Mio Einheiten. Hiervon befinden sich 54,4 % in Mehrfamilienhäusern, davon sind wiederum 29,7 % älter als 50 Jahre. Hervorzuheben sind die Abweichungen in den neuen Bundesländern. Hier
befinden sich mehr als 67 % der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die zu
41,7 % aus der Zeit vor 1945 stammen. |
Ein viel zitiertes Urteil Urteil des LG Frankfurt am Main vom 01.12.1999 Zum Thema "Algen auf Fassaden" liest man auf S. 4: "Am Außenputz traten vor allem an der Westseite des Gebäudes optisch als Verschmutzung anzusehende gräulich-grüne Verfärbungen auf. ... Nach den Feststellungen der von der Klägerin eingeschalteten Herstellerin des aufgebrachten Loba-VS-Siloxanputzes handelte es sich dabei um einen Sporpilzbefall. ... Diese Erscheinung wurde bei einer weiteren Baubegehung am 14.09.21995 zwischen den Parteien diskutiert und deshalb die Abnahme verweigert. Nachdem die Klägerin die ... gerügten Mängel im Sommer 1995 durch
Aufbringen eines Egalisierungsanstrichs auf teilen der Süd- und
Westfassade beseitigt hatte, traten die Verschmutzungserscheinungen an
diesen Stellen nicht mehr auf. Hierzu argumentierte die Klägerin, dass derartige Erscheinungen bei Verwendung des vg. Putzes nie aufgetreten seien, weshalb gerade dieses System angewandt worden sei. Gem. Putzhersteller sei ein Egalisierungsanstrich nicht erforderlich. Die aufgetretene Erscheinung sei daher unabwendbar gewesen. Die Beklagte behauptete, dass der Mangel einer Abnahme der Werkleistung entgegenstünde. Die Entscheidungsgründe werden über weitere 8 Seiten ausgeführt. Hier geht es seitenweise um Rechnungen, Werkvertragsrecht, Sicherheitseinbehalte, bis es auf S. 14 um den Mangel an der Fassade geht. "Jeder Außenputz hat neben seiner bauphysikalischen Funktion zugleich auch eine ästhetische. Anderenfalls bedürfte es niemals irgendwelcher Überlegungen über farbliche Gestaltung, Absetzungen (Lisenen) oder sonstige gestalterische Elemente in der Außenhaut eines Gebäudes. Es bedarf deshalb keiner näheren Begründung, dass diese bedeutende weitere Funktion der Außengestaltung durch Mängel im Erscheinungsbild beeinträchtigt sein kann. Ein Seniorenzentrum, das neu erstellt wurde, muss deshalb neu aussehen und so freundlich und einladend, dass schon das Äußere zur Einmietung anregt, jedenfalls aber nicht abschreckt. Diese Funktion war durch die gräulich-grüne, wie verschmutzt wirkende Fassade an den maßgeblichen Seiten nicht unerheblich gestört. Das kann das Gericht anhand der von der Beklagten und vom Sachverständigen angefertigten Lichtbilder selbst feststellen. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in einem Algenbewuchs, wie der Sachverständige Dr. Schuder nachvollziehbar ausgeführt hat. Das Algenwachstum wiederum wird durch die Vollwärmedämmung begünstigt, die die Klägerin auftragsgemäß erbracht hat. Die Auswirkungen dieses Algenbewuchses auf das Werkvertragsverhältnis zwischen den Parteien hat die Klägerin zu tragen. Sie war verantwortlich für die Erstellung eines Außenputzes, der auch seiner immanenten ästhetischen Funktion entsprechen musste. Dabei kommt es auf eine Unterscheidung danach nicht an, ob sie eben einen entsprechend geeigneten Putz verwenden oder die Beklagte auf das Risiko des ausgeschriebenen Putzsystems hinweisen musste. Insoweit wird von der Klägerin auch nichts Unmögliches verlangt, denn entgegen ihrer Ansicht ist das Gericht auf der Grundlage insbesondere des Ergänzungsgutachtens der Überzeugung, dass einem Verputzer-Fachbetrieb im Jahr 1994 das Risiko eines Algenbefalls auf einer Vollwärmeschutzfassade bekannt sein musste. Seit 1984 wurde die Algenproblematik in der Fachliteratur behandelt, seit 1987 hat es Farben und Beschichtungen mit Zusätzen gegen Pilz- und Algenbefall gegeben. Bis zur Leistungserbringung der Klägerin stand also ausreichend Zeit zur Verfügung, sich auf diese neue Situation im Fachgebiet der Klägerin einzustellen. Wenn sie dies versäumt hat, hat sie die Konsequenz daraus zu tragen."
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Neu: Umweltgerechter Quelle: Infotext im HeinzeBauOffice, Heft 10.2003, S. 140
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Die reinere Außenluft, besonders in Industriegebieten und städtischen Ballungsräumen hat weniger verschmutzte Fassaden hervorgebracht. Stattdessen nahm die Algenbildung zu. Die saubere Luft ist eine Folge der Filterung und Entgiftung der Abluft von Industrieanlagen und - eine gute Nachricht. Die schlecht Nachricht ist, dass mit dem geringeren S02-Gehalt der Luft der Befall von Fassaden durch Algen und Pilzen zunimmt. Bei Gehalten von Schwefeldioxid (S02) der Luft von über 100 pg/m3, die in den ´60er und ´70er Jahren in den Städten vorhanden waren, war von einem mikrobiellen Befall von Fassaden durch Algen und Pilze nicht die Rede. Der S02-Gehalt der Luft wirkte fungizid und vermied das Wachstum von Algen und Pilzen. Wenn ein solches an Häusern in ländlichen Gegenden oder in Waldnähe auftrat, dann schob man es auf die vermehrte Anwesenheit von Sporen dieser Mikroorganismen in der Luft. In Wirklichkeit ist die Ursache hierfür in der Veränderung der Luftqualität, vor allem durch die Abnahme des S02-Gehalts und einer Zunahme von Stickstoffverbindungen, zu sehen. Letztere Wirken als ,,Dünger" für die mikrobiologischen Organismen. Quelle : DAB, Ausgabe 11/2001 |
11.Hanseatische Sanierungstage: Im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage wurde das Thema der Algenbildung auf Wärmedämmverbundsystemen erörtert. Derzeit erfolgen Forschungsanstrengungen zur Ursachenermittlung, wieso es zu Algenbildungen kommen kann. Entsprechend den Aussagen im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage soll es mittlerweile im Bereich von Mecklenburg-Vorpommern bei 80 % der ausgeführten Wärmedämmverbundsystemen zu Algenbildung gekommen sein. Auf Algenbildung im Bereich von Wärmedämmverbundsystemen wurde auch im Rahmen der Aachener Bausachverständigentage 1988 hingewiesen. Hier wurden die seinerzeit noch in der Anzahl offensichtlich in geringem Umfang festgestellten Schadensbilder dargelegt. In diesem Zusammenhang muß auch auf festgestellte Verfärbungen der Putzoberflächen bei Wärmedämmverbundsystemen durch Tauwasser bildung hingewiesen werden (vgl. Deutsches Architektenblatt 11/2000). Generell lässt sich derzeit aussagen, dass offensichtlich die sehr dünnen Putzschichten von Wärmedämmverbundsystemen auf Grund ihrer thermischen Abkopplung vom Baukörper infolge Wärmestrahlung extrem auskühlen können und hierdurch sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann. Dieses erhöhte Feuchtepotential kann je nach örtlichen Gegebenheiten die Ansiedlung von Algen bewirken. Wenngleich Algen für sich alleine im Regelfall nur zu einer optischen Beeinträchtigung der Fassade führen, können die sich oftmals einhergehend ansiedelnden Schimmelpilze zu Strukturschädigungen führen. Derzeit scheint es von Bedeutung bei der Auswahl der Putze und der Farbanstriche, den Diffusionswiderstand der äußeren Deckschicht und deren Wasseraufnahmefähigkeit aufeinander abzustimmen. Weitere Erkenntnisse werden erste Zwischenberichte zu den laufenden Forschungsvorhaben im Jahr 2001 liefern. In diesem Zusammenhang wird auch auf die 12. Hanseatischen Sanierungstage hingewiesen, die im November 2001 in Warnemünde stattfinden werden (genaue Terminangabe folgt noch). |
Backstein: Rote Karte für Algen (KK). Fachkreise sind bereits alarmiert: Aktuelle Studien und
Untersuchungen geben immer deutlichere Hinweise auf die hohe
Veralgungsanfälligkeit von Wärmedämmverbundsystemen. Was dem Laien nur als
optisches Problem erscheinen mag, beschleunigt den natürlichen
Verwitterungsprozess der Fassade rapide. Zweischalige Häuser mit
Backsteinfassade sind da eine sinnvolle und dauerhafte Alternative. Der herstellerseitige Einbau von algiziden und fungiziden Zusatzstoffen
löst das Problem nicht. Zum einen vermag er die Vergrünung der Fassade nur
zu verzögern, zum anderen stoßen solche Beimengungen aufgrund ihrer
umwelt- und gesundheitsbelastenden Nebenwirkungen auf wenig Gegenliebe bei
Bauherren. Als guter Wärmespeicher verhindert Backstein das, was bei
Wärmedämmverbundsystemen die Veralgung oft auslöst: die durch die geringe
Wärmespeicherfähigkeit begünstigte Tauwasserbildung. Weil das Problem der
Veralgung so gar nicht erst entstehen kann und Backstein darüber hinaus
außerordentlich robust ist auch gegen sonstige Witterungs- und
Umwelteinflüsse, weist die Backsteinfassade über Jahrzehnte einen extrem
geringen Instandhaltungsaufwand auf – ohne jegliche gesundheits- oder
umweltgefährdende Belastung. Denn Unter Kostengesichtspunkten kann Backstein mit dem preisgünstigen
Wärmedämmverbundsystem bereits mittelfristig konkurrieren, da jeglicher
Wartungsaufwand entfällt und ein hoher Wiederverkaufswert von Beginn an
garantiert ist. Backstein eignet sich übrigens auch hervorragend für einen
nachträglichen Einbau. Neben dem Prinzip „Aus einschalig mach zweischalig“
stehen mit den sogenannten Riemchen auch extrem raumsparende Formen dieses
Baumaterials zur Verfügung – mit den ähnlichen Vorteilen. |
Schutz vor Schmutz, Algen, Schimmel und Informationen im Internet:
www.sicc.de |
Fungizide und Algizide (=Pestizide) Querverweis: Fassaden, Wärmedämmung |
Fungizide & Alizide = Pestizide = Biozide |
Jetzt geht es den Algen auf Häuserfassaden und
Dächern an den Kragen |
Wie moderne Keramik-Beschichtungen Fassaden auf
umweltfreundliche Art vor Algen schützen |
Mit TS erfolgreich gegen Schimmel und
Algen |
Wärmedämmverbundsysteme Veranstalter : Initiative Arbeit und Umwelschutz zum Autor: |
Krachende Schwarten?
Mauerwerk
Wie lösten das die alten Baumeister? Mit Luftkalkmörtel! Er wird ausreichend fest, um
die Lasten vom windumtosten Bergfried bis zum himmelragenden Dom durch die Jahrhunderte zu
tragen. Dabei verarbeitet er allfällige Bewegung recht kommod und schließt in einem
Selbstheilungsprozess sogar entstandene Risse durch Nachversinterung seiner freien
Kalkbestandteile unter Nutzung des dort kapillar eindringenden Wassers. Auf schwierigen
Altuntergründen bieten Rohrmattenkalkputze eine bewährte und substanzerhaltende Lösung
innen wie außen.
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| Homepage des Autors: www.konrad-fischer-info.de Architektur-& Ing.büro Konrad Fischer |
Homepage der Fachzeitschrift: http://www.bauhandwerk.de |
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Denkmalpflege: stellt die grundlegenden Voraussetzungen für die Anwendung von Kalkputzen bei der
Restaurierung historischer Ziel des Merkblattes ist die Vermeidung von Schäden durch Information über die spezifischen Eigenschaften von Kalkputzen und die daraus resultierenden Besonderheiten bei ihrer Verwendung. Zunächst wird auf die verschiedenen Baukalke und ihre Erhärtungsmechanismen eingegangen. Die für die Auswahl eines geeigneten Kalkputzes wichtigen denkmalpflegerischen und physikalisch-technischen Aspekte werden erläutert. Es folgen Hinweise zur Rezeptur von Baustellenmischungen, zur Verarbeitung von Kalkputzen, zu entsprechenden Rahmenbedingungen und zu den Grenzen der Anwendbarkeit... WTA im Internet: www.wta.de Quelle : BBG News Februar 2003 |
Denkmalgeschützte Gebäude Ein unter Denkmalschutz stehendes Haus kann viel Freude bereiten und trägt in aller Regel zum Renommee des Eigentümers bei; Pflege und Erhalt bedeuten aber auch die Bereitschaft zur Übernahme gewisser Verpflichtungen. Das Flair des Alten spiegelt Tradition und Geschichte wieder, alte Handwerks- und Bautechniken sind stets gegenwärtig, und in aller Regel besitzen diese Bauwerke einen unvergleichlichen Wohnwert, der nicht selten in starkem Kontrast zu den in heutiger Zeit errichteten, vielfach nicht auf Umwelt, Nachhaltigkeit und Wohnbedürfnisse Rücksicht nehmenden Bauwerken steht. Auch unterfinanziellen Gesichtspunkten lohnt oftmals der Erhalt historischer Bauten. Steuererleichterungen, staatliche Sparförderung, Förderungen durch Mittel des Sozialen Wohnungsbaus, Zuwendungen aus der Städtebauförderung, Wohnungsmodernisierungs- und Energieeinsparungsgesetzen sowie Zuschüsse und Mittelaus Sonderprogrammen der Öffentlichen Hand oder auch Institutionen, Körperschaften, privaten Stiftungen und Initiativen können dazu beitragen, Mehraufwendungen beim Unterhalt denkmalgeschützter Bausubstanz aufzufangen bzw. zu verringern. Um fundierte Entscheidungen im Hinblick auf den Erwerb, geplante Umbaumaßnahmen und vorgesehene Nutzungen eines denkmalgeschützten Gebäudes treffen zu können, ist die Kenntnis einiger grundlegender Gedanken, Regeln und Anforderungen des Denkmalschutzes hilfreich. Denkmalschutz ist definiert, geregelt und legitimiert. Unter "Denkmalschutz" werden in erster Linie die administrativen Maßnahmen zur Erhaltung der Kulturdenkmäler verstanden, insbesondere die Anwendung der Denkmalschutzgesetze (s.w.u.), Inventarisierung und Erfassung der Denkmäler in Listen und Büchern, während "Denkmalpflege" die Bauunterhaltung, d.h. alle praktischen Maßnahmen zur Erhaltung von Denkmälern wie Konservierung (Haltbarmachung von Bauteilen), Restaurierung (Wiederherstellung von Kunstwerken), Rekonstruktion (Wiederherstellung von Gebäuden) und Sanierung (nachhaltige Instandsetzung ) umfaßt. Zur Definition: Was ist ein Einzeldenkmal? Ein Einzeldenkmal (Baudenkmal) ist eine bauliche Anlage, an deren Erhalt aufgrund z.B. einergeschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen, städtebaulichen, volkskundlichen oder technischen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht und die entweder durch Verwaltungsakt oder kraft Gesetzes Denkmaleigenschaft erlangt hat. Auch die Umgebung eines Einzeldenkmals, soweit sie für dessen Erscheinungsbild von prägender Bedeutung ist, darf nicht so verändert werden, dass die Eigenart und das Erscheinungsbild des Denkmals wesentlich beeinträchtigt werden (denkmalschutzrechtlicher Umgebungsschutz). Was ist ein Ensemble? Unter Ensemble versteht man eine Gruppe baulicher Anlagen wie z.B. historische Stadt- und Ortskerne, Straßenzüge, Plätze und Gebäudegruppen, bei der nicht jede einzelne Anlage selbst Baudenkmal sein muss, die aber als Ganzes - bei Vorliegen der unter Einzeldenkmalen genannten Voraussetzungen - ein Denkmal darstellen. Teile des Ensembles können eigenständige Baudenkmäler mit besonderer Ausstattung sein. Der Ensembleschutz zielt auf die Denkmal- und Erhaltungswürdigkeit ganzer Orts-, Platz- und Straßenbilder ab. Der denkmalschutzrechtliche Umgebungsschutz gilt für Ensemble ebenfalls. Zu den Anforderungen des Denkmalschutzes: Welche besonderen Anforderungen ergeben sich aus dem Denkmalschutz? Das traditionelle Aufgabenfeld der Denkmalpflege ist die weitgehende Erhaltung und die wissenschaftlich gesicherte Restaurierung des historischen Bestandes. Dies trifft auf das Einzeldenkmal wie auf Gebäudeensemble gleichermaßen zu. - bei Einzelbauten Die Betreuung alter, gerade unter Denkmalschutz stehender Wohnbauten erfordern einen großen Aufwand, insbesondere viel Liebe zum Erhalt des Details und entsprechende handwerkliche Techniken. Soviel wie möglich ist an originaler Bausubstanz zu erhalten, so wenig wie möglich abzutragen und zu zerstören. Nur das Notwendige ist zu sanieren: ,,gesunde" und unzerstörte Materialien verbleiben im Objekt. Befunde sind zu dokumentieren. Bei einer Neu- oder Umnutzung historischer Gebäude fällt der Zuweisung von Nutzungen, die eine langfristige Erhaltung und Pflege der Gebäude sicherstellen, besondere Bedeutung zu. Hierbei ist zu beachten, dass die weitgehende ldentität der neuen mit den alten Nutzungen den Funktionserhalt eines historischen Gebäudes, Freiraums oder Quartiers erleichtert. Die Denkmalwürdigkeit der Bauten bleibt weitestgehend erhalten, wenn die geänderten bzw. neuen Funktionen den vorhandenen Räumen angepasst werden. Wenn vorhandene historische Bauteile erhalten und auch Raum- und Funktionszusammenhänge gewahrt bleiben, ist aus der Sicht der Denkmalpflege meistens schon eine sicht- und spürbare Verbesserung des Gebäudes zu erzielen. lm Bereich der Denkmalpflege ist bei baulichen Einzelobjekten folgendes denkbar: - Handwerkliche Maßnahmen zur Erhaltung und Erneuerung der originalen,
historischen Die Wertigkeit der vorstehend genannten Möglichkeiten ist jedoch stets im
Einzelnen - beim Ensemble Die Betreuung denkmalgeschützter Einzelgebäude innerhalb eines Ensembles erfordert die gleiche Behandlung wie oben dargestellt. Das Ensemble selbst ist meist abhängig vom historischen Stadtgrundriss, so dass alle Sanierungsmaßnahmen darauf abzielen, den historischen Stadtgrundriss zu erhalten. lm Bereich der Denkmalpflege ist beim Ensemble folgendes denkbar: - Denkmalwerte großräumige Ensembles können in ihrem historischen
Erscheinungsbild Rekonstruierender Neubau und historisierendes Bauen sind keine Aufgabe der Denkmalpflege und sollten auf Ausnahmen beschränkt bleiben; sie sind, wie auch beim Einzeldenkmal, mit den zuständigen Denkmalbehörden im Einzelnen abzustimmen. Dazu gehören auch Maßnahmen wie die teilweise Erhaltung der Bausubstanz (2.8. Erhaltung der äußeren Bauform bei Entkernung und neuem Innenausbau) sowie das maßstabsgerechte Einfügen und Anpassen in die alte Umgebung - d.h., Aufnahme und Neuinterpretation stadtbildbestimmender Elemente auch bei gewandelten Funktionen. Zuständigkeiten und rechtliche Grundlagen Wer ist für Denkmalschutz und Denkmalpflege zuständig? Zuständig sind die unteren Denkmalschutzbehörden in den Stadt- und
Kreisverwaltungen, das Landesamt für Denkmalpflege als zentrale
Landesfachbehörde, oft auch im Regierungspräsidium, sowie auf ministerieller
Ebene die oberste Denkmalschutzbehörde, meist im Landeskultus- oder
-bauministerium angesiedelt. Korrespondierend Geregelt sind die Zuständigkeiten dieser Behörden und Institutionen per Gesetz. Bundesweit gibt es keine übergreifende und einheitliche Gesetzgebung über den Schutz baulicher und städtebaulicher Denkmale und über die Förderung von Maßnahmen zur Erhaltung und Rehabilitierung wertvoller historischer Substanz und anderer Maßnahmen zur Orts- und Stadtbildpflege. Denkmalpflege unterliegt der Kulturhoheit der Länder und wird von diesen wahrgenommen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien hat jedoch die Möglichkeit, die Substanzerhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturdenkmalen nationaler Bedeutung aus seinem Denkmalschutzprogramm - in Abstimmung mit den Ländern - zu fördern. Trotzdem gibt es Regelungen zum Denkmalschutz (im weiteren und im engeren Sinne), die im Prinzip in allen Bundesländern relevant sind:
Fragen der Finanzierung von Mehrkosten im Denkmalschutz, die sich durch gesetzliche Auflagen ergeben, werden durch diverse Förderungsmöglichkeiten (s.w.o.) geregelt. Auskünfte über die jeweils im einzelnen zutreffenden Fördermöglichkeiten erteilen die Unteren Denkmalschutzbehörden oder die Landesämter für Denkmalpflege. Aus: Info-Blätter |
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