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Informationen zum Thema

a.a.O. im Infobereich von DIMaGB.de:

Auch auf dieser Seite:
Beiträge von Ernst Vill, freier Sachverständiger, Baubiologe (IBN) 


Vom Umgang mit der Neubaufeuchte
Ein Beitrag von Ernst Vill

Denken Sie auch: "Früher war die Neubaufeuchte ein ernsthafteres Problem als heute?" Mancher kennt vielleicht noch den Spruch von früher:

"In seinem neuen Haus lässt man im ersten Jahr seine Feinde, im zweiten Jahr seine Freunde wohnen und im dritten Jahr zieht man selber ein".

Durchschnittlich etwa drei Jahre hat es gedauert bis die Mauern richtig ausgetrocknet waren. Dabei hat man bewusst das Haus im ersten Winter noch nicht bezogen und leer stehen lassen. Heute hat man dafür keine Zeit mehr. Im Frühjahr baggert man aus und im Herbst zieht man bereits ein. Mit dem Einsetzen der Heizperiode kommt dann für viele die Konfrontation mit der Feuchtigkeit; hohe Luftfeuchtigkeit, beschlagene Scheiben, feuchte Ecken, Schimmel auf dem Holz im noch nicht fertigen Dachgeschoss etc. Auch im Keller schimmelt, fault oder rostet es.

Die moderne Neubaufeuchte kann sich also durchaus mit früheren Formen messen. Bei der Neubaufeuchte haben wir eine Doppelbelastung. Zum einen die Feuchtigkeit, die die Bewohner täglich zwangsläufig erzeugen (Atmung, Kochen, Duschen, Waschen, Wischen, Wäsche trocknen, Pflanzen, Aquarien etc.) und zum anderen die verbaute Feuchtigkeit, die nur allmählich, je nach Aufnahmefähigkeit der Luft und Verdunstungsfähigkeit der Oberflächen, rausgelüftet werden kann.

Der Einfluss der Feuchtigkeit auf die Heizkosten ist enorm und meistens die beiden ersten Winter deutlich spürbar. Dabei kann besonders die Winterzeit äußerst hilfreich sein, zur wirksamen Entfeuchtung des Gebäudes, vorausgesetzt man kennt die Regeln der Physik und des wirksamen Lüftens.[2]

"Wenn die Not am größten, ist die Hilfe am nächsten"

, sagt ein bekanntes Sprichwort, welches auch für das Lüften in der Wintersituation zutreffend ist. Gerade in der Zeit mit niedrigen Außentemperaturen ist Lüften besonders wirksam. Der Grund: Kalte Luft (die selber wenig Wasserdampf enthält) wird durch Erwärmung trocken und damit erst aufnahmefähig für Feuchtigkeit.

Irrige Vorstellungen

In der Beratung vor Ort begegnet man immer wieder irrigen Vorstellungen betreffs der Luftfeuchtigkeit. Da glauben einige, der Schimmel in ihrer Wohnung entsteht, weil die Feuchtigkeit durch undichte Fenster reinkommt, oder weil im Keller Wäsche getrocknet wird, oder weil ein Bach in der Nähe ist. Andere sparen beim Lüften, aus Angst vor den großen Wärmeverlusten.

Was manche Wohnungsnutzer praktizieren, ist die Überwindung der Physik. Leider kann man die täglichen Feuchtmengen nicht á la David Copperfield verschwinden lassen. Wenn sogar Richter glauben, dass man regelmäßiges Stosslüften einem Mieter nicht zumuten kann, dann bleibt nur die Frage auf welchem Stern solche Richter leben.

Die physikalischen Grundlagen die mit der Aufnahmefähigkeit der Luft und dem Wechselspiel zwischen Luftfeuchtigkeit und Materialfeuchte, der rel. Luftfeuchtigkeit, zu tun haben sind sehr vielen Menschen überhaupt nicht klar, so dass sie hier noch einmal genauer angeschaut werden sollen. Besonders heut, da Wohnungen hermetisch abgedichtet werden aus Gründen der Energieeinsparung kommt den Feuchtigkeitshaushalt eine "brisante" Bedeutung zu.

Die Aufnahmefähigkeit der Luft

Was es mit der Aufnahmefähigkeit der Luft auf sich hat, verdeutlicht am besten ein Beispiel. Nehmen wir an, ein Eimer Wasser wurde umgestoßen und wir haben eine Wasserlache von 10 l Wasser am Boden. Ein einfacher Weg, diese Wasserlache schnell wieder aufzunehmen, ist die, einen Wischlappen zu nehmen, diesen in die Wasserlache einzutauchen, den nassen Lappen zu nehmen und ihn über dem Eimer wieder auszuwringen. Da aber pro Gang nur eine kleine Menge Wasser aufgenommen werden kann, muss dieser Vorgang etliche Male wiederholt werden, um alles Wasser wieder zurück im Eimer zu haben.

Beim ersten Gang war der Lappen noch vollständig trocken und konnte die maximale Menge (vielleicht ½ - 1 l Wasser) aufnehmen. beim zweiten Male bleibt nach dem Auswringen eine gewisse Restfeuchte, die die neue Aufnahmemenge etwas reduziert. Je stärker ich auswringe, um so mehr kann der Lappen aufnehmen. Lasse ich den Lappen länger in der Lache liegen, erhöht sich die Aufnahmemenge nicht. Wirksame Beseitigung der Wasserlache ist nur durch mehrmaliges Wiederholen des immer gleichen Vorganges möglich

Übertragen wir das Ganze jetzt einmal auf den Lüftungsvorgang.

Wir öffnen das Fenster und tauschen die verbrauchte Luft kurz aus und schließen das Fenster wieder. Bereits beim Einströmen durch Kontakt mit warmen Oberflächen und nach dem Schließen des Fenster beginnt sich die Luft zu Erwärmen; Folge: sie wird trockener, die relative Luftfeuchtigkeit sinkt. Jetzt kann die Luft wieder neue Feuchtigkeit aufnehmen. Die rel. Luftfeuchtigkeit steigt dabei wieder an, bis bei etwa 70 % rel. Luftfeuchtigkeit die Aufnahmefähigkeit ziemlich erschöpft ist (siehe Abschnitt Wechselspiel zwischen Luftfeuchtigkeit und Materialfeuchte)

Längeres Lüften (Kippfensterlüftung, zu lange Öffnungszeit) ist dabei nicht wirksamer als eine kurze kräftige Stoßlüftung. Im Gegenteil, es kommt zur Auskühlung der Oberflächen mit dem Effekt das dann beim Lüften die Erwärmung der Luft zu schwach ist und die gespeicherte (gepufferte) Feuchtigkeit im Bauteil verbleibt.

Grundsätzlich gilt, wenn es um die Senkung der rel. Luftfeuchtigkeit, um Trocknung oder um Abbau von Speicherfeuchte geht, sind Lüftungszeiten mit kühleren Außentemperaturen unbedingt erforderlich. Je kälter es draußen ist, um so effektiver die Lüftung, um so größer die Erwärmung der Luft. Es geht nur um den Luftaustausch dabei, der sehr kurz sein kann, wenn gegenüberliegende Fenster geöffnet werden. Bei sehr kalten Temperaturen genügen bereits wenige m³ Luft um einen spürbaren Effekt zu haben.

Viele fürchten sich vorm Lüften bei kalten Außentemperaturen, weil es ja dann für einige Minuten richtig frisch wird und vermeintlich so viel Wärme verloren geht. Tatsächlich ist der Nebeneffekt der Stoßlüftung auch der, dass die Luft mal so richtig in alle Ecken und Winkel gelangt und hier eine ausgleichende Wirkung entfaltet. Da Luft sehr schnell Wärme aufnimmt und auch bei Berührung mit kälteren Oberflächen sehr schnell wieder abgibt, verbessert diese Luftverwirblung bei der Stoßlüftung auch die Wärmeverteilung bei den Oberflächen. Außerdem wird die in Oberflächenschichten absorbierte Feuchtigkeit aufgenommen.

Das Beispiel mit der Wasserlache und dem Lappen zeigt, dass wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit der Vorgang unbedingt häufiger wiederholt werden muss. Für das Lüften gilt das Gleiche. Wenn pro Lüftungsgang ½ - max. 2 l Wasser "entsorgt" werden können, muss der Lüftungsvorgang bei Neubaufeuchte sehr oft wiederholt werden um hohe Luftfeuchtigkeit, Schimmelpilz oder Bauschäden zu vermeiden.

Der Abtransport der von der Luft aufgenommenen Feuchtigkeit geschieht immer erst mit der nächsten Lüftung, die bei Neubaufeuchte schon nach einer Stunde wieder erfolgen sollte.

Beim Bauen wird sehr viel Wasser verbaut im Beton, Estrich, Mörtel, Putz, Farbe, etc. Wird beim mauern von Hohlkammer-Ziegelmauerwerk der Ziegel oben nicht abgedeckt, so dass der Regen ungehindert eindringen kann, erhöht sich die Speicherfeuchtigkeit erheblich. Am Ziegel zeigen sich dann außen oft weiße Flecken (Ausblühungen). Bis das Gebäude fertig ist können einige Tausend Liter Wasser verbaut sein, die dann über Verdunstung allmählich das Gebäude verlassen.

Erschwerend für die schnelle Abtrocknung sind dichte Putze und dichte Anstriche, dichte Fliesenoberflächen oder andere versiegelte Oberflächen. Eine Verdunstung nach außen durch Nutzung der Sonnenenergie fällt bei gedämmten Außenwänden sowieso weg, so dass Feuchtigkeit nur noch über die Raumluft und den regelmäßigen Luftaustausch abgeführt werden kann.

Die Voraussetzungen aber für eine wirksame Trocknung ist eine aufnahmefähige Luft (eine geringe rel. Luftfeuchtigkeit = unter 50 %), die im Sommer aber nur bei kühleren Außentemperaturen zu erzielen ist. Die normale Situation im Sommer ist, dass wärmere Außenluft in kühlere Innenräume kommt (besonders die Keller werden hierdurch feucht) und durch Abkühlung der Luft die rel. Luftfeuchtigkeit ansteigt, bis zu der Sättigung, bei der weder Wäsche noch Wände abtrocknen können.

Wechselspiel zwischen Luftfeuchte und Materialfeuchte

70 % rel. Luftfeuchtigkeit ist etwa die Grenze, ab der hygroskopische Baustoffe anfangen Feuchtigkeit aus der umgebenden Luft aufzunehmen. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, nimmt der Baustoff auf und ist die Luft trocken, gibt der Baustoff seine Feuchtigkeit wieder an die Luft ab.

Auf diese Weise herrscht ein Wechselspiel zwischen Material- und Luftfeuchtigkeit. 1 % mehr Feuchtigkeit beim Holz bedeutet 8 l Wasser Pro m³ Holz, beim Ziegel können es bereits 18 l Wasser sein. Erhöht sich durch unzureichendes Lüften die Ziegelrestfeuchte von normal 1,5 % auf dann 3 %, so haben wir pro m³ Mauer bereits 54 l Wasser gespeichert.

Sind in einer Wohnung über einen längeren Zeitraum größere Wassermengen gespeichert worden, kann sogar eine technische Entfeuchtung über Luftentfeuchter erforderlich sein.

Es gibt Kondenstrockner und Adsorptionstrockner zur professionellen Luftentfeuchtung. Erstere arbeiten in ähnlicher Weise wie eine Klimaanlage mit einem Kompressor, der ein Kühlmittel an einem Kälteteil vorbeileitet. Die feuchte und kalte Raumluft kondensiert und das überschüssige Wasser wird abgeführt. Ein Adsorptionstrockner nutzt stattdessen ein bestimmtes Sorptionsmittel um die überschüssige Flüssigkeit aus der Luft aufzunehmen. Anschließend nimmt erwärmte Luft diese wieder auf, und transportiert sie ab. Sich solche Geräte anzuschaffen, ist in der Regel nicht rentabel, da sie doch sehr teuer sind und man sie in dieser Größenordnung nicht so oft benötigt. Man findet aber auch zahlreiche Anbieter wie beispielsweise Trotec, bei denen man Luftentfeuchter mieten kann. Bei größeren Wassermengen in einer Wohnung sollte so schnell wie möglich gehandelt werden, um Rost und Schimmel zu vermeiden. Diese zu bekämpfen, ist außerdem um einiges schwieriger als eine fachgerechte Luftentfeuchtung.

Vielleicht begreift der eine oder andere Leser jetzt, wieso ich dem Feuchtigkeitshaushalt in unseren Wohnungen eine so große Bedeutung beimesse.

Modernes Bauen bedeutet heute leider nicht nur höheren Komfort, sondern oft auch, dass natürliche Funktionen der Wand vollständig beseitigt werden. Wärmespeicherfähigkeit, Verdunstungsfähigkeit, Nutzung von Sonnenenergie etc. werden ausgeschaltet und die fehlenden Funktionen müssen dann durch technische Anlagen kompensiert werden.

Der Feuchtigkeitshaushalt

In unseren gedämmten und super abgedichteten Wohnungen ist es also sehr wichtig, den Feuchtigkeitshaushalt zu beobachten und richtig zu steuern, um Nachteile der verschiedensten Art zu vermeiden. Wird in einer Wohnung über längere Zeit täglich mehr Feuchtigkeit erzeugt, als durch Lüftung wieder nach außen geschafft wird, dann erhöht sich die Mauerfeuchtigkeit mit den bekannten Nachteilen.

Steigt nach dem Lüften im Winter die rel. Luftfeuchtigkeit gleich wieder sehr hoch, haben wahrscheinlich Wände und Möbel noch zu viel Feuchtigkeit gespeichert. Mit dem Hygrometer können wir die Entwicklung der Raumluftfeuchtigkeit beobachten und sie rechtzeitig durch Stoßlüften wieder senken. So wird auch am Ende noch Energie dadurch eingespart, weil der Wassergehalt in der Luft und im Baustoff den Energieverbrauch mehr beeinflusst, als der lächerliche k-Wert, der für massives Mauerwerk ohnehin keine Gültigkeit hat.

Das einfache Rezept gegen die Doppelbelastung: Neubaufeuchte/Wohnfeuchte heißt schlicht und ergreifend: im kräftigen Wechsel heizen, lüften, heizen, lüften, heizen, lüften ......

Je kälter es draußen ist, um so kürzer die Lüftungszeiten, um so wirksamer ist das Lüftungsergebnis. Was aber der Umsetzung dieses Rezeptes in der Praxis oft im Wege steht ist die Angst vor den sogenannten Lüftungswärmeverlusten. Wer aber Neubau- oder Speicherfeuchtigkeit abzubauen hat, darf sich mit dem Unsinn gar nicht beschäftigen, da es ohnehin keine Alternative gibt.

Der Unsinn mit den Lüftungswärmeverlusten

Zu allererst einmal gibt es einen Lüftungsbedarf. An den Zuluftmengen, die zur Entsorgung von Feuchtigkeit (zum hygienisch gesunden Wohnen) erforderlich sind, lässt sich ohne Folgeschäden nichts mehr einsparen. Im Gegenteil; wer am Lüften spart, treibt damit seine Heizkosten hoch und riskiert auch noch Bauschäden und Schimmel. Die Kosten für Lüftungswärmeverluste sind sehr gering (etwa 70-100 DM pro Heizperiode in durchschnittl. Wohnungen) und das liegt an der geringen Wärmespeicherfähigkeit der Luft. Wer also nicht unvernünftig lüftet, braucht sich wegen Wärmeverlusten beim Lüften keine großen Gedanken machen.

Technische Trocknung

Die technische Bautrocknung vor dem Einzug ist sicher besser, als die Bewohner in ihr feuchtes Schicksal einziehen zu lassen. Das Verständnis dafür, wie wichtig bei der Neubaufeuchte das verstärkte heizen und Lüften ist, haben leiden nicht alle Hausbezieher. Wird der Bau zur Trocknung beheizt, muss regelmäßig die Luft ausgetauscht werden. (Gasheizer erzeugen Wasserdampf) Während die Luftentfeuchtung bei geschlossenen Fenster und Türen geschehen sollte. Bei Holzbauteilen kann eine zu schnelle Trocknung allerdings zu Bewegung und Rissen führen. Leider wird das Holz im Dachstuhl oft zu nass eingebaut und es gibt Probleme, wenn zu früh alles verkleidet wird.

Wenn uns heute Sachzwänge und Termindruck zwingen ohne vorherige Austrocknung frühzeitig einzuziehen, dann sollten die Bewohner wenigstens auf den Kampf mit der Feuchtigkeit richtig vorbereitet werden, damit sie den Kampf gewinnen können. Wertvolle Tipps für die natürliche und technische Lüftung gibt der Lüftungsleitfaden. Wenn man bedenkt, wie viel Investitionen wir heute tätigen um später dann mal Energie dadurch einzusparen und alle unsere Bemühungen allein durch falsches Lüften vereitelt werden können, dann sind die 10 DM für den Lüftungsleitfaden eine echt wirtschaftliche Investition.

[1] Mauerfeuchtigkeit
[2] Lüftungsleitfaden


Kalkverputz und Kalkanstrich - Die Grundlagen
Eine Information von Ernst Vill

Das Interesse an Kalkmörtel, Kalkverputz, Kalkanstrich und Kalkfarbe wächst zunehmend unter den Häuslebauern und Sanierern. Auch viele Putzhersteller und Malerbetriebe freunden sich auch so langsam wieder mit dem Kalk an. Noch scheut man sich ein wenig vor der angeblich umständlichen Verarbeitung. Man wird als Anwender oft noch belächelt oder manchmal sogar verspottet oder man hat auch nicht genügend Vertrauen, dass der Kalk auch wirklich hält was er verspricht.

Aber alle modernen, so bequem zu verarbeitenden Neuentwicklungen in diesen Bereichen, in denen der Kalk seit Jahrtausenden seine königliche Regentschaft zu Recht behaupten konnte, zeigen unverkennbar ihr Grenzen und auch unangenehme Folgeerscheinungen, so dass mit der Erinnerung an „Altbewährtes“ (auch gleichbedeutend mit anerkannte Regeln der Technik) eine Rehabilitation des Kalkes aus der „Verbannung“ erkennbar ist und sich eine sichtbare Renaissance des Kalkes als Baustoff anbahnt.

Und siehe da, was sich über Jahrtausende bestens bewährt hat, kann auch unsere heutigen modernen Ansprüche an gesunde Häuser und dauerhafte, haltbare, gebrauchstaugliche Mörtel, Verputze und Farben problemlos erfüllen. Dr. med. Hubert Palm, den man den Vater des biologischen Bauens nennt, schreibt in seinem Buch „Das gesunde Haus“:

Das moderne Haus ist elektrokrank, chemiekrank, oft geopathiekrank, betonkrank, haushaltskrank, heizungskrank, luftkrank und lichtkrank. Ein typisches Kennzeichen für diese Krankheiten ist der chronische Verlauf und die eintretende Besserung bei Abwesenheit.

Der Kalk kann Häuser und Menschen vor Krankheiten schützen. Wenn wir ihn wieder richtig anwenden lernen, können wir alle seine hervorragenden Eigenschaften für uns nutzen, mit geringer aber lohnender Mühe und mit geringen Kosten. Seine reinigende klimaregulierende Wirkung, die leicht wieder aufzufrischen ist, arbeitet ein ganzes Leben lang ohne jegliche Betriebskosten für unsere Gesundheit und zur Bewahrung unserer Häuser.

Seit jeher gehören Verputz und Anstrich zum traditionellen Bauen. Bereits die alten Ägypter verwendeten Kalk zur Herstellung von Verputzen, denen bereits damals Hanffasern zur Verstärkung beigemischt wurden.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an.

In der Tier und Pflanzenwelt beobachten wir die unterschiedlichsten Schutzkonzepte. Zum Schutz vor Hitze, Kälte, Wind und Wetter baute der Mensch sich ebenfalls Schutzräume und mit dem Bau dieser schützenden Hüllen entwickelte sich über die Jahrtausende ein ungeheures Fach- und Erfahrungswissen, dass man auch als Baukultur bezeichnen kann. Neben der künstlerischen Gestaltung ging es vor allem um geeignete Materialien und deren richtige Verarbeitung und auch um den „Technischen Bautenschutz“.

In den aktuellen Bauordnungen wie z.B. in der Bayerischen Bauordnung heißt es:

(1) Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und zu unterhalten, dass durch chemische, physikalische, pflanzliche oder tierische Einwirkungen keine Gefahren, vermeidbare Nachteile oder vermeidbare Belästigungen entstehen.

Häuser sollen die Menschen die darin wohnen schützen und nicht gesundheitlich bedrohen, wie es heute fast überall der Fall ist. Nach diesen Forderungen der Bauordnung dürfte es Häuser, die mit Dioxinen, Holschutzgiften oder anderen gefährlichen chemischen Stoffen oder Schimmelpilzen belastet sind gar nicht geben. Großen Wert legten die Bauordnungen seit jeher auch auf den Begriff: gebrauchstaugliche Baustoffe. Die Baustoffe sollen für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet sein. Leider kommen zunehmend Bauweisen und Materialien zum Einsatz, von denen man dieses nicht behaupten kann. Viele Neuentwicklungen der letzten 20 Jahre können den Begriff anerkannte Regel der Technik noch nicht für sich in Anspruch nehmen. Fast alle modernen Farben, Kleber, Mörtel und Verputze enthalten heute mehr oder weniger Kunstharzzusätze, die unter dem Einfluss von Feuchtigkeit zu Nährstoffen für Mikroorganismen werden und verdecktes oder offenes Pilzwachstum in Wohnräumen zur Folge haben können.

Bei einer Sanierung nach Schimmelbelastung geht es dann darum die ungeeigneten Materialien zu entfernen und die natürliche Funktion der Wand wieder herzustellen.

Die natürliche Funktion der Wand

Neben Statik und Optik haben Wände auch noch eine sehr wichtige „klimaregulierende“ Funktion. Sie müssen mit Wärme und Feuchtigkeit richtig umgehen können. Zwar behauptet die moderne Bauphysik, dass Wände ja nicht atmen können - konsequent zu dieser Ansicht werden auch immer häufiger „tote“ Wände als sogenannter Stand der Technik gebaut - aber die noch immer aktuelle Forderung der Baubiologie nach atmungsfähigen Wänden ist uralt, sie stammt vom römischen Baumeister Vitruv, der bereits vor über 2000 Jahren forderte, dass Wände in der Lage sein müssen, Feuchtigkeit nach außen abzugeben.

Aus der Bauschadenspraxis weiß man heute sehr genau, dass überall dort, wo Feuchtigkeit eingesperrt wird, über kurz oder lang immer ein Bauschaden entsteht.

Zum Schutz der Fassaden werden heute fast überall wasserabweisende Fassadenfarben eingesetzt. Der neueste Trend sind sogenannte „selbstreinigende“ Farben. Der Laie mag glauben, dass es sich hierbei um einen wichtigen Fortschritt handelt. Redet man den Bauherren doch ständig ein, dass ihre Fassade unbedingt vor „Schlagregen“ geschützt werden muss.

Bekommen diese schlagregendichten Fassaden aber Risse, treten schlimme und vor allen kostenträchtige Bauschäden auf. Regenwasser zieht in die Risse ein, breitet sich kapillar im Baustoff aus und kann nach außen nicht mehr ausreichend verdunsten.

Die Folge ist dann sehr oft, das innen Schäden auftreten, Ausblühungen sich zeigen, oder sogar der Putz abfällt.

Diese Art Schäden werden immer mehr, seit „verbesserte“ Materialien im großen Stile angewendet werden. Weder der höher gebrannte Ziegel, noch der hohe Zementanteil, noch die Kunstharzzusätze bedeuten aus den Sicht der richtigen Funktion der Wand und der Bauschäden eine echte Verbesserung. Wer offenen Auges durch unsere Städte wandert, wird überall Putz und Farbschäden an den Häusern erkennen.

Dass selbst Fachleute nasse Wände mit dichten Anstrichen „zustreichen“ oder mit dichten Dämmstoffen „zukleben“ ist bedauerlich und führt jedes Bemühen um Energieeinsparung ad absurdum. Man kann durch ungeeignete Mittel oder Maßnahmen keine wirklichen Verbesserungen erzielen!!!

Der Schweizer Architekt Paul Bossert hat mit einer echten Energieverbrauchsanalyse an Häuser aus den Jahren 1845 bis 1920 (massive Ziegelbauweise) gezeigt, dass diese Gebäude in Punkto geringen Energieverbrauch jedes moderne Niedrigenergiehaus in den Schatten stellen können.

Um langlebige, gut funktionierende und energiesparende Häuser zu bauen, sind also nicht unbedingt Dämmstoffe erforderlich. Albert Ringlstetter zeigt dazu auch noch auf in seinem Buch: „Einfach richtig bauen“, das Häuser mit massiven Mauern nicht teurer sein müssen als die abenteuerlichen Schichtbauweisen. Sein Rezept kommt aus den wertvollen Erbe des Altbewährten: 45-50cm starke Außenwände (passend für unsere Klimazone) mit kleinformatigen Ziegeln mit richtiger Kalkmörtelfuge und Kalkverputz und Kalkanstrich.

Durch die Kalkmörtelfuge waren diese Mauern so elastisch, dass sie Spannungen, die durch Erwärmung und Abkühlung entstehen, abpuffern konnten. Eine 10 m lange Mauer hat immerhin zwischen wärmsten und kältestem Tag eine Längendifferenz von bis zu 10 mm. Auch der Aufbau des schützenden Verputzes geschah nach Erfahrungswerten nach der alten Maurerregel, dass die Putzlagen von der Mauer nach außen hin magerer gemacht wurden.

Auf diese Weise war auch der Putz fähig, die Volumensveränderungen bei Erwärmung und Abkühlung mitzumachen, ohne rissig zu werden. Auch die richtige Körnung war wichtig, früher waren die Putze etwas gröber strukturiert, was aus vielen Gründen vorteilhaft war. Der Kalkmilchanstrich, der dann den schützenden Abschluss darstellte, entsprach dem Wesen des Kalkputzes ideal. Kalk braucht viel Feuchtigkeit und auch Zeit um chemisch richtig abzubinden. (karbonatisieren)

Deshalb wurde der Sumpfkalk zum Anstrich mit viel Wasser verdünnt und in mehreren Gängen aufgebracht. Das schöne leuchtende Weiß stellte sich dann erst bei der Trocknung ein. Auch eine schöne Farbgestaltung mit kalkfesten Pigmenten war möglich, allerdings keine „schreienden“ Farben.

Die beste Zeit für seine Verarbeitung waren Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit (langsame Trocknung) und keine direkte Sonneneinstrahlung. Durch richtige Verarbeitung entstand eine schützende Feinporenschicht aus wasserunlöslichem Kalk mit sehr guter Witterungsbeständigkeit und sehr langer Haltbarkeit.

Dieser Kalkanstrich war keine filmbildende dichte Haut wie meisten heutigen „Beschichtungen“. Er unterstützte die Funktion von Putz und Mauerwerk auf ideale Weise. Auch bei Durchfeuchtung im Regen entstand kein Problem, da keine organischen Bestandteile enthalten waren und eine schnelle Austrocknung nach dem Regen ungehindert möglich war.

Nahm der Verputz beim Regen Wasser auf, so wurde er durch das Wasser quasi wasserabweisend. Nach dem Regen konnte sich die Feuchtigkeit auf der Oberfläche ausbreiten und ungehindert an die Luft verdunsten. Bereits nach 1-2 Std., war der Verputz wieder abgetrocknet. Der Vorgang der Durchfeuchtung und Abtrocknung konnte sich bei einem guten Verputz millionenfach wiederholen, ohne Schäden zu verursachen. So gab es kaum Risse oder Frostschäden an derart meisterlich gemachten Mauern und Verputzen. Selbst die alten stark bewitterten Fassaden strahlten noch eine gewisse Schönheit beim Altern aus, was man von den hässlichen Abplatzungen, Abblätterungen und Rissbildungen der modernen Beschichtungen nicht sagen kann.

Der Kalk kann unser Bemühen nach Energieeinsparung ebenfalls sehr wohl unterstützen. Seine geringen Materialkosten, seine hygienisch wichtigen Eigenschaften, seine hervorragende Funktionsfähigkeit, die Nutzung der kostenlosen Sonnenenergie zur Verdunstung, die Vermeidung von Schimmelbildung etc. Durch fachkundiges Bauen mit Kalk entstehen funktionsfähige und langlebige Mauern; allein die Vermeidung von Folgeschäden und Gesundheitsschäden spart Unsummen ein.

Ein interessanter, moderner Kalk-Leicht-Verputz auf der Basis Sumpfkalk-Hanf und mineralischen Leichtzuschlägen wurde kürzlich entwickelt (Fa. Glück-Kalk, Oberalm/Hallein) Dieser Verputz lässt sich sehr gut für Neubau/Altbau innen und außen einsetzen. Die Verarbeiter sind begeistert wegen seiner hervorragenden Verarbeitbarkeit - sowohl von Hand als auch mit der Maschine.

Es lohnt sich in vieler Hinsicht, sich wieder mehr mit Kalk zu befassen. Er schützt unsere Häuser und die Menschen, die darin wohnen.


Krank durch Schimmel
von Ernst Vill, freier Sachverständiger, Baubiologe (IBN)
Text für MMW – Heft 41/Okt.98

Neue und alte Häuser werden heute zunehmen mit Superdämmung und Superfenstern ausgestattet um den Anforderungen der Wärmeschutzverordnungen gerecht zu werden, Energie einzusparen und sogar nach heutigen Vorstellungen noch die Umwelt zu schützen.

Dass sich durch diese, manchmal auch ungeeignete "Schutzmaßnahmen" auch nachteilige Folgeschäden einstellen, sei es in gesundheitlicher Hinsicht - durch Schadstoffbelastung oder Schimmelpilzgifte - durch Bauschäden oder auch durch neue Umweltbelastung mag allgemein weniger bekannt zu sein. Wer erkrankt kennt diese Zusammenhänge meistens nicht und legt vertrauensvoll dem Arzt die Verantwortung für seine Gesundheit in die Hände. Wenn der Arzt jedoch die belastenden Faktoren aus der Wohnsituation seines Patienten nicht kennt, kann es sie bei seiner Diagnose auch nicht berücksichtigen.

Fachleute schätzen, dass es in über 60 % der Wohnungen, die nachträglich gedämmt werden und neue Fenster erhalten Probleme mit hoher Luftfeuchtigkeit und Schimmelpilz gibt. Für den Mediziner dürfte der für die menschliche Gesundheit nachteilige Einfluss der Schimmelpilzgifte bekannt sein.

Schimmelpilzquellen

Neben den bekannten Quellen für Schimmel (Liste keineswegs vollständig) wie:

  • schimmelnde Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Brot, Nüsse, Getreide, in Plastik
  • verpackte Lebensmitteln, in Plastiktüten aufbewahrte Gemüse etc.
  • Abfalleimer, aber auch Biotonnen und Komposthaufen,
  • Wände, Tapeten, Fußböden, Möbelteile, Stoffe, Dämmstoffe, Kunststoffe, Lederkleidung, Schuhe, Seife, Klebern, Silikon, Kunstharzmörtel und Farben etc.

kommen auch noch versteckte Quellen in Frage wie in Bauteilschichten eingesperrte Feuchtigkeit, die enthaltene Nährstoffe für Mikroorganismen aufbereitet. Viele moderne Sanierungsmaßnahmen sperren Feuchtigkeit ein, durch ungeeignete Materialien, falsche Sperrschichten etc. Bereits die Einbauküche an der Außenwand kann zur Schimmelbildung führen, da mangelndem Fachwissen zur Folge auf eine notwendige Hinterlüftung verzichtet wird.

Die Folge: Die Raumwärme gelangt nicht an die Wand, welche nach außen aber ständig weiter abkühlt und dann tiefe Oberflächentemperaturen aufweist. Hier kondensiert schließlich die Raumluft und der Schimmel beginnt auf Möbelrückseiten und Wandoberflächen unentdeckt zu wachsen. Erste Anzeichen für seine verborgene Existenz ist dann der "muffige" Geruch, der sich nach einiger Zeit unangenehm bemerkbar macht.

Ebenso, wie die meisten Naturstoffe enthalten auch Kunststoffe interessante Inhaltsstoffe für Mikroorganismen. Diese Tatsache ist immer noch zu wenig bekannt. Enthalten doch heute bereits fast alle Farben für Anstriche, Mörtel und auch Beton Zusätze von Kunstharzen, die unter dem Einfluss von dauernder Feuchtigkeit Befall mit Mikroorganismen aufweisen können. (Sogenannte Mineralische Farben dürfen auch bereits einen ziemlichen Anteil Kunstharzzusätze enthalten)

Eine führende Fachzeitung für das Malerhandwerk schlägt als neuen Aufgabenbereich für Maler die "Antischimmelberatung" vor. Kein Wort jedoch darüber, dass die modernen Farben mit Ihren Kunstharzzusätzen die bedeutendsten Nährstofflieferanten für Schimmelpilze darstellen. Ein vorbeugendes vergiften der Farben mit Antischimmelzusätzen kann doch wohl nicht die Lösung sein, abgesehen davon, dass solche abenteuerlichen Lösungen nur eine gewisse Zeit Wirkung zeigen und nicht die Ursache sondern nur das Symptom angehen.

Wichtigste Ursache für das Pilzwachstum ist Feuchtigkeit in Verbindung mit ausreichenden Temperaturen. In superisolierten und abgedichteten Wohnungen kommt diese Feuchtigkeit fast immer aus der Raumluft. Bei allen Versprechungen der Anbieter von Wärmedämmungen und Isolierfenstern in Bezug auf die damit zu erzielenden Einsparungen beim Heizen wird vergessen, die Bewohner solcher Häuser über den richtigen Gebrauch aufzuklären. © Lüftungsleitfaden

So müssen sich die Heiz- und Lüftungsgewohnheiten nach Anbringung einer nachträglichen Dämmung und neuen dichten Fenstern schlagartig verändern.

Die richtige Regulation der Raumluftfeuchtigkeit wird zum entscheidenden Faktor in der Vermeidung von hohen Heizkosten, Schimmelpilz und auch späteren Bauschäden.

Der Wunsch zu sparen und die Angst vor großen Wärmeverlusten führt in vielen Wohnungen dazu, dass zuwenig geheizt und vor allen zu wenig gelüftet wird. Keineswegs ist, wie häufig geschrieben wird, bei auftretendem Schimmel die mangelnde Wärmedämmung in allen Fällen Schuld, sondern immer häufiger tritt der Schimmel gerade in perfekt abgedichteten und isolierten Häusern auf!! Die Schweden, deren Dämmstärken bei uns als vorbildlich gelten, bezeichnen Ihre Superdämmhäuser bereits als Schimmelhäuser.

Eine Sonderkommission "Schimmelpilz" im Bundesbauministerium brütet bereits hinter verschlossenen Türen für diese Fälle neue Lösungen aus. Ihre Empfehlungen gehen sicherlich in Richtung Zwangsbelüftung, die uns dann auch endlich in den Genuss des in Amerika mehr bekannten Sick - Building - Syndroms bringen wird.

Feuchtigkeitsursachen und die Folgen moderner Bauweisen

Immer dort, wo Feuchtigkeit eingesperrt wird, kommt es nach den Erfahrungen in der Bauschadensberatung in der Folge zu nachteiligen Entwicklungen. Moderne Bauweisen und Materialien haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf das veränderte Raumklima. Alle bisherigen Maßnahmen zur Energieeinsparung führten in sehr vielen Fällen in der Folge zu neuen Problemen. Ob es die Abdichtung der Fensterfugen, der Vollwärmeschutz oder die

Zwangsbelüftung war.

Zu den wichtigsten Veränderungen zählen folgende Faktoren:

  • Dampf- und Luftdichte Fenster
  • Wärmeschutzverglasung mit begrenzter Lichtdurchlässigkeit
  • statische Aufladungen an Kunststoffoberflächen
  • ungeeignete Materialien zum Wärme- Feuchte- und Holzschutz
  • bauphysikalische Fehler im Aufbau - Dampfsperren, Vollwärmeschutz mit ungeeigneten Materialien

Dampf- und luftdichte Fenster

Je mehr isoliert und abgedichtet wird, um so wichtiger wird die richtige Regulation des Feuchtigkeitshaushaltes in den Wohnungen um verdeckten und offenen Schimmel und andere Folgen zu vermeiden. Einsparungen treten nicht, wie die Werbung verspricht zwangsläufig ein, sondern erst, wenn richtiges Heizen und Lüften in den Wohnungen praktiziert wird. Hier hapert es dann immer an der Aufklärung. Eine verständliche Anleitung zum richtigen Lüften im Sommer und Winter bringt mein "Lüftungsleitfaden", ISBN: 3-929240-18-1.

Wärmeschutzverglasung - ein Spiel mit der Gesundheit

Mit gewaltigen Anstrengungen hat man versucht den Wärmeschutz beim Fenster immer weiter zu verbessern, durch Abdichtung der Fensterfugen oder z.B. durch Beschichtung der Gläser. Das Ergebnis: Die Wärmeschutzverglasung. Der k-Wert konnte auf 0,8 abgesenkt werden. Die Ingenieure und Energiesparer jubeln ob dieses technischen Meisterwerkes. Erreicht wurde diese Eigenschaft durch eine spezielle Beschichtung der Gläser, die die Sonne einfangen. Die hochfrequenten Lichtstrahlen können zum Teil ungehindert durch diese Gläsern herein, die niederfrequente Rückstrahlung (Infrarotstrahlung) aus dem Raum aber werden durch die Beschichtung reflektiert und wieder in den Raum zurückgeworfen.

Es kommt zu einer Erwärmung der Raumluft; in manchen Gebäuden mit zu wenig Speichermasse aber schnell zur Überhitzung, die dann mit Verschattung oder Kühlung wieder kompensiert werden muss.

Die Crux bei der Beschichtung ist leider, dass die Gläser nicht mehr ganz durchlässig sind für das gesamte Sonnenlicht. Bestimmte Bereiche des Lichtspektrums, die aber für Mensch, Tier und Pflanze wichtig sind, werden ausgefiltert; bleiben draußen.

Der Preis für die kleine zusätzliche Einsparung wird teuer erkauft mit nicht unerheblichen Nachteilen, deren Folgen heute noch gar nicht abzusehen sind.

Hinter den Energiesparfenstern darben Mensch und Pflanze an UV-B Mangel. UV-B Lichtspektren sind für den Menschen sehr wichtig, damit Vitamin D gebildet wird, um im Dünndarm Calcium aus der Nahrung für Knochen und Zähne aufzunehmen. Lichtmangel führt beim Menschen also zu gesundheitlichen Störungen verschiedenster Art wie: Winterdepression, Osteoporose, Zahnschäden, Herz- Kreislauf, Immunsystem und vieles andere mehr.

Was weniger bekannt ist, ist ebenfalls nicht unwichtig. UV B Lichtspektren entkeimen die Luft, töten Viren und Bakterien ab. In manchen Räumen setzt man zu diesem Zweck sogar spezielle Lampen ein.

In der ehemaligen DDR gab es für Kindergärten eine Vorschrift, dass die Toilettenfenster (mit den durchlässigen Quarzgläsern) nach Süden ausgerichtet sein mussten, damit die Sonnenstrahlen die Raumluft entkeimen konnten, als Vorbeugung gegen ansteckende Krankheiten wie Tuberkulose etc.

Wer bereits ein Supersparhaus mit solchen Fenstern besitzt, darf jetzt für seine Pflanzen spezielle Lampen kaufen damit sie nicht eingehen. Er selber kann sich ja möglichst viel draußen aufhalten um den Lichtmangel auszugleichen. Welchen Sinn macht es kranke Häuser zu bauen, und sie dann mit Hightech wieder bewohnbar zu machen. Das moderne Haus wird eine zunehmende Bedrohung für den heutigen Menschen. Fehlende natürliche Eigenschaften müssen durch technische Lösungen ersetzt werden, die wiederum neue Probleme mit sich bringen.

Statische Aufladungen an Kunststoffoberflächen

Die meisten Heizsysteme in unseren Wohnungen arbeiten nach dem Konvektionsprinzip. Am Heizkörper erwärmte Luft steigt auf und zieht von unten neue Luft nach. Eine Zirkulation entsteht, über die ja die Wärme im Raum verteilt wird. An Kunststoffoberflächen kommt es durch vorbeistreichende Luft zu statischen Aufladungen, die eine nachteilige Wirkung auf das luftelektrische Feld hat.

Der Anteil der ohnehin kurzlebigen Kleinionen in der Luft wird stark reduziert und langfristig das Immunsystem des Menschen wieder geschwächt. Kunststoffoberflächen neigen stärker zum "schwitzen". Einmal durch die Ladung und zum anderen, da sie die Feuchtigkeit nicht aufnehmen wie etwa Holzoberflächen oder Kalkmörtel.

Ungeeignete Materialien zum Wärme- Feuchte- und Holzschutz

Die Wohnung, die als Zufluchtsort den Menschen "schützen" soll vor Kälte, Hitze, Regen, Wind wird zunehmen zu einem gefährlichen Ort für seine Gesundheit. Die Aufzählung der Schad- und Giftstoffe die in unseren Wohnungen zu finden sind, würde locker ein ganzes Buch füllen.

Materialien oder Stoffe, die eine Gefahr für Umwelt oder Gesundheit bedeuten verdienen nicht die Bezeichnung "Schutzmittel".

Die Holzschutzmittelskandale, die immer zum Nachteil der Betroffenen ausfielen, führen uns sehr lebhaft vor Augen, welche Auswirkungen falsche Schutzprinzipien haben. Eigentlich lebensfeindliche Strategien wie: "Schutz durch Gift" oder "Töte den Feind" haben verheerende Folgen hinterlassen. Auch im medizinischen Bereich werden die Folgen von z.B. übermäßigem Antibiotikaeinsatz (bereits in der Tiernahrung enthalten) deutlich. Bei schweren Infektionen geht dann häufig die Suche nach dem noch wirksamen Mittel los. Was ist aber dann, wenn auch der letzte Trumpf nicht mehr hilft?

Durch falsche Schutzmittel und Schutzmaßnahmen werden langfristig nur neue Probleme geschaffen. Das gilt für alle Bereiche, nicht nur beim Bauen. Auch im Klinik- oder Praxisbereich würde man sehr von einer Rückbesinnung auf den bewährten Kalk für Putz und Anstriche profitieren, schon allein wegen der antibakteriellen Wirkung des Kalkes.

Bauphysikalische Fehler im Aufbau - Dampfsperren, Vollwärmeschutz

Um Wände vor Feuchtigkeit zu schützen werden drei Maßnahmen eingesetzt, die alle nicht unproblematisch sind in Bezug auf das Einsperren von Feuchtigkeit und die folgende Pilzwachstumsproblematik. Es ist die:

  • wasserabweisende Fassade,
  • die Innendämmung mit ungeeigneten Materialien
  • und die Dampfsperre

durch den wasserabweisend ausgerüsteten Anstrich glaubt man, die Wand vor Feuchtigkeit zu schützen. Die von innen aufgenommene Feuchtigkeit kann jedoch nicht mehr genügend nach außen verdunsten, so dass es zu eine Erhöhung der Wandfeuchte kommen kann, wenn die Raumluftfeuchtigkeit ständig zu hoch ist. Spätesten nach dem dritten Anstrich kommt die Verdunstung nach außen vollständig zum erliegen. Die Erhöhung der Wandfeuchte wirkt sich zum einen auf den Energieverbrauch negativ aus und was viel schlimmer ist, sie schafft die Grundlage für das Wachstum der Mikroorganismen - Pilze, Algen, Bakterien.

Bei der Innendämmung mit Hartschaum gibt es folgende Situation. Der Dämmstoff trennt die Raumwärme von der Wand. Die Wand kühlt nach außen hin stark ab im Winter. Die Wasserdampfmoleküle gelangen aus der Raumluft durch den "diffusionsfähigen" Dämmstoff an die kalte Wand und kondensieren dort. Eine Rückverdunstung ist nicht möglich, da die nötige Wärme nicht in diese Schicht kommt und das nicht kapillarfähige Dämm-Material das flüssige Wasser nicht an die Oberfläche zur Verdunstung zurückgelangen lässt.

Die selbe Problematik tritt im Sommer bei hohen Außentemperaturen beim Vollwärmeschutz auf. Bei hohen Außentemperaturen kommt es zum "schwitzen" zwischen Wand und Dämmstoffschicht. Das Wasser kann sich nur (wenn überhaupt) kapillar nach innen hin ausbreiten. Die Raumluft ist auf Grund der eigenen hohen Luftfeuchtigkeit nicht in der Lage diese Feuchtigkeit aufzunehmen und beim Lüften nach außen zu transportieren. Die Folge wie oben beschrieben.

Mit einer inneren Dampfsperre soll erreicht werden, das Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft in die Wand oder Dämmung gelangt und dort kondensiert. Dadurch würde die Wand oder Dämmung nass und die Dämmwirkung verlieren. Dieser Schutz, der im Winter funktionieren kann, wird im Sommer zur Feuchtigkeitsfalle. Bei höheren Außentemperaturen wandern die Wasserdampfmoleküle von außen nach innen (Diffusionsumkehr) und kondensieren vor der Dampfsperre und können nicht wieder raus, da die Voraussetzungen zur Verdunstung fehlen. Was dann mit Fäulnis beginnt, endet meistens mit einem ausgewachsenen Bauschaden.

Konstruktive Fehler, ungeeignete Materialien und uninformierte Hausbewohner führen zu einem Anwachsen der Feuchtigkeitsursachen in unseren Wohnungen mit all den negativen Folgen die dadurch zu erwarten sind. Ein Anstieg von Allergien und Gesundheitsschäden durch Pilzbelastung ist zwangsläufig das Ergebnis. Bei der Behandlung solcher Erkrankungen sollte vielleicht verstärkt ein Blick auf die Wohnsituation des Patienten geworfen werden. Während man fieberhaft an der hermetischen Versiegelung unser Wohnungen arbeitet (Zwecks Energieeinsparung) werfen die unerwünschten Folgen bereits heute ihre Schatten voraus.


Vollwärmeschutz - Sommerproblematik
Ernst Vill, freier Sachverständiger, Baubiologe (IBN)

Bei Farben, Dämmstoffen, Baumaterialien findet man immer den Hinweis "diffusionsfähig". Der Bauherr oder Kunde glaubt nun, dass diese Materialien atmungsfähig sind und Feuchtigkeit verdunsten kann. Weit gefehlt!

Diffusionsfähig heißt lediglich: Durchlässig für Gase, oder einfacher gesagt für trockene Luft mit all ihren gasförmigen Bestandteilen. Trifft diese trockene Luft auf zu kalte Oberflächen, entsteht Kondensat, geschieht das in einem Bauteil in zu kalten Bauteilschichten dann spricht man von Tauwasser. Dieses flüssige Wasser breitet sich in den Baustoffkapillaren in alle Richtungen aus und verdunstet wieder an die Luft, wenn möglich.

Durch Bauteilschichten, Farben, Dampfbremsen etc. die nicht kapillarfähig (benetzungsfähig) sind, kann dieses flüssige Wasser nur als Dampf hindurch. "Nur" diffusionsoffene Bauteile, Materialien oder Schichten sperren also flüssiges Wasser ein, da sie die kapillare Wasserbewegung zu einer verdunstungsfähigen Oberfläche verhindern. Damit dieses Wasser wieder herauskann, muss es zuerst im Bauteil selber verdunsten, um dann als Dampf wieder herauszukönnen.

Wie Skizze 1 zu entnehmen ist, herrscht im Sommer eine Umkehrung der Wasserdampfdiffusionsrichtung. Es ist außen wärmer als innen. (Die schwarze stufenförmige Linie zeigt den Temperaturverlauf in der Wand im Sommer)

Der Taupunkt der Außenluft liegt bei 20 °C und über der Mauertemperatur hinter der Dämmung. In der Schicht zwischen Dämmung und Mauerwerk kommt es zum Tauwasserausfall, das sich kapillar nur in Richtung Innenraum ausbreiten kann.

Durch die diffusionsoffene aber nicht kapillarfähige Schicht der Dämmung kann trockene wärmere Luft eindiffundieren und kondensieren aber nicht wieder nach außen verdunsten, da die dazu nötige Wärme durch die Dämmung abgeschirmt wird, und die Kapillarfähigkeit den meisten dazu verwendeten Dämmstoffen fehlt.

  • Vollwärmegeschützte Häuser sind durch die Dämmung im Sommer innen kühler und dürfen eigentlich nur zu Zeiten gelüftet werden, in denen es außen kühler ist als innen, um zusätzlichen Feuchtigkeitseintrag von außen zu vermeiden.

Der zweite Weg, auf dem im Sommer Feuchtigkeit in das innenliegende Mauerwerk gelangen kann ist der über die Lüftung. Wärmere Außenluft kühlt nach dem Lüften innen ab und die rel. Luftfeuchtigkeit steigt. Ab etwa 70 % r.F. beginnt sich die Materialfeuchtigkeit an die Luftfeuchtigkeit anzupassen, da es bereits dann in den Microporen im Baustoff eine sogenannte Kapillarkondensation gibt, die zur Erhöhung der Materialfeuchtigkeit führt.

Durch Wasserdampfdiffusion und durch falsches Lüften im Sommer kann sich die Restfeuchtigkeit in der Außenwand erhöhen. In nicht wenigen Wohnungen entsteht sogar Schimmel im Sommer aufgrund der ständig zu hohen Luftfeuchtigkeit.

  • Gerade in der Zeit, die in den Wasserdampfdiffusionsberechnungen als Verdunstungsperiode bezeichnet wird, in der angeblich das im Winter kondensierte Wasser wieder verdunsten kann, gelangt zusätzlich Feuchtigkeit in die Wand.

Dämmstoffschichten aus Materialien, die nicht benetzungsfähig sind, (Hartschaum, hydrophobe Mineral- oder Steinwolle etc.) lassen also trockene Luft durch, nicht aber flüssiges Wasser. Dieses wird quasi eingesperrt und muss zuerst im Bauteil verdunsten, um auf dem gleichen Wege zurückzukönnen.

Dampfsperren oder nicht kapillarfähige Bauteilschichten stellen für eine Konstruktion immer ein Bauschadensrisiko dar, da sie Feuchtetechnisch nicht einwandfrei funktionieren. Die vollwärmegeschützte Wand weist im Sommer bei Diffusionsumkehr die selbe Problematik auf, wie eine Innendämmung, die als kritisch bezeichnet wird. Der Grund:

  • Die Dämmung sperrt die Wärme aus,
  • das hinter der Dämmung liegende Bauteil kühlt unter den Taupunkt der Außen- Luft ab
  • die diffusionsfähige Dämmung lässt die Luft durch, die dann hinter der Dämmung kondensiert
  • Dieses Kondensat kann weder nach außen noch nach innen verdunsten, da die dafür nötigen Bedingungen fehlen

Wenn Fachleute solche Fehler einbauen, wie kann man dann vom Laien erwarten, dass er mit solchen Konstruktionen fehlerfrei umgehen kann? Für die Bewohner solcher Häuser wird es immer komplizierter, hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Heizkosten, Bauschäden und Schimmelpilz zu vermeiden.

Seit gut zehn Jahren ist bekannt, dass die reine Betrachtung der Diffusionsprozesse nach DIN zur Erklärung realer Vorgänge beim Feuchtehaushalt der Gebäudehülle nicht ausreicht. Kurt Kießl, Leiter der Holzkirchener Freilandversuchsstelle der Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, fasste das Dilemma folgendermaßen zusammen: "Die auf dem bekannten Glaser-Verfahren beruhende Diffusionsberechnung mit speziell fixierten Randbedingungen für Tau- und Verdunstungsperioden hat sich als einfaches Bewertungsverfahren praktisch durchaus bewährt, insbesondere bei Bauteilen und Baustoffkombinationen, bei denen Sorptions- und Kapillareffekte keine besondere Rolle spielen. Zur Analyse bzw. Bewertung tatsächlicher Feuchtentransportvorgänge unter natürlichen Randbedingungen darf diese Methode allerdings nicht herangezogen werden. Sie ist dafür auch nicht konzipiert worden. Wenn dies - aus Unwissenheit oder Missinterpretation - praktisch dennoch geschieht, ist mit Fehlanalysen zu rechnen."


WDVS und Algenbefall

Sehr geehrter Architekt,
sehr geehrter Bauherr,
sehr geehrter Handwerker,

seit geraumer Zeit betreibt die Ziegelindustrie – allen voran die unipor Ziegel-Interessengemeinschaft und die unipor-Ziegel-Marketing GmbH – eine PR-Kampagne pro Ziegel und Massivbau, in der Wärmedämm- Verbundsysteme als höchst algengefährdet beschrieben werden.

In für die im Fachverband zusammengeschlossenen Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen nicht nachvollziehbarer Art und Weise wurde so ein höchst effizient energieeinsparendes und umweltfreundliches Bausystem, von dem in über 40jähriger Praxisanwendung alleine in Deutschland über 600 Millionen Quadratmeter an Fassadenflächen gedämmt wurden, mit irreführenden Behauptungen verunglimpft.

Ein 1999 am Landgericht Frankfurt am Main ergangenes Urteil bezüglich Algenbildung wurde als Beweis vorgelegt. Darüber hinaus wurden wissenschaftliche Untersuchungen eines Forschungsinstituts, welches sich fundiert mit dem Thema Umweltbelastung, zu welchem auch das Thema Algen zählt, falsch bzw. unvollständig wiedergegeben. Bezüglich der Algenfreiheit von Ziegelbauten wurden Aussagen getroffen, die nachweislich nicht haltbar sind.

Aus diesen vorgenannten Gründen sah sich der Fachverband WDVS gezwungen, rechtliche Schritte einzuleiten, zumal alle Versuche des Verbandes, durch eine außergerichtliche, gütliche Einigung eine Unterlassung dieser Behauptungen zu erreichen, bei den Vertretern der Ziegelindustrie auf keinen fruchtbaren Boden fielen. Beim Landgericht Wiesbaden wurde deshalb ein Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gestellt.

Am 7. August 2003 wurde diesem Antrag stattgegeben und es erging der nebenstehend im vollständigen Wortlaut abgedruckte Beschluss.

Wir erachten es als unsere Pflicht, Sie über den Sachverhalt in dieser Ausführlichkeit zu informieren und bedauern gleichzeitig, dass es dieser Schritte bedurfte. Wärmedämm- Verbundsysteme sind ein aktiver Baustein zu Energieeinsparung und Umweltschutz. Im Bereich der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind WDV-Systeme eine in der Praxis erprobte und bewährte
Alternative. Seitens des Verbandes sind wir ständig bemüht, den Markt objektiv und fachlich fundiert über Wärmedämm-Verbundsysteme zu informieren. Sehen Sie hierzu unser Angebot an Technischen Systeminformationen auf Seite 4 dieser Verbraucherinformation.

Lassen Sie uns gemeinsam und zum Wohle aller am Bau Beteiligten wirken. Helfen Sie mit, die entstandenen Zweifel und Unsicherheiten durch kompetente Richtigstellung zu entkräften und zu beseitigen. Die Algenbefallsquote bei WDVS liegt nachweislich unter einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude.
siehe dazu mein Kommentar unten
Wenn alle am Bau Beteiligten die Regelwerke beachten und die Qualität der Ausführung in den Focus ihrer Bemühungen stellen, wird es uns gemeinsam gelingen, dieses Risiko weiter zu minimieren. Gänzlich ausschließen lässt sich Algenbewuchs auf Fassadenbauteilen nicht – und dies unabhängig von der Art der Ausführung bzw. Bauweise.

Beschluss
13 O 120/03

Beschluss
In dem einstweiligen Verfügungsverfahren
Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V., Fremersbergstraße 33, 76530 Baden-Baden, ...,
- Antragstellerin –
Verfahrensbevollmächtigte: Rechtsanwälte Hopkins & Baumann, Wiesbaden

Gegen
1) unipor Ziegel-Interessengemeinschaft e.V., vertreten durch ihren Vorstand, Aldenbachstr. 234, 81479 München,
2) unipor Ziegel-Marketing GmbH, vertreten durch ihren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Bernhard Schlötzer,
Aldenbachstraße 234, 81479 München,
- Antragsgegner –

hat das Landgericht Wiesbaden – 2. Kammer für Handelssachen – wegen besonderer Dringlichkeit ohne vorangehende mündliche Verhandlung und durch den Vorsitzenden allein am 7. August 2003 durch den Vorsitzenden Richter am Landgericht Hausmann im Wege der einstweiligen Verfügung beschlossen:

Den Antragsgegnern wird es bei Meldung eines Ordnungsgeldes für jeden Fall der Zuwiderhandlung in
Höhe von bis zu 100.000 EUR untersagt, zum Zwecke des Wettbewerbs zu behaupten,

1. "Vollwärmedämmung begünstigt Algenwachstum" und zwar sowohl im Zusammenhang mit der Angabe "Landgericht Frankfurt am Main" als auch in Alleinstellung oder in Verbindung mit der weiteren Behauptung "Vollwärmedämmung begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen auf Außenwänden, bestätigte das Landgericht Frankfurt/Main (Az. 3-13 O 104/96)"

und / oder

2. kein Problem bei Ziegelmauerwerk im Zusammenhang mit der Aussage "Algen und Pilze finden keinen Nährboden".

Die Antragsgegner haben die Kosten des Verfahrens zu tragen.
Der Streitwert wird auf 100.000,-- EUR festgesetzt.

Gründe:

Die Antragstellerin hat glaubhaft gemacht, dass die Antragsgegnerinnen die im Tenor genannten Behauptungen in einer Presseinformation aufgestellt haben. Dazu ist es zutreffend, dass das Landgericht Frankfurt/Main in der Sache 3-13 O 104/96 in den Entscheidungsgründen festgestellt hat, nach der Ansicht des dort tätigen Sachverständigen Dr. Schuder werde das Algenwachstum durch die Vollwärmedämmung begünstigt. Zugleich hat das Landgericht Frankfurt am Main aber auch festgestellt, dass durch entsprechende Gegenmaßnahmen, wie den Einsatz fungizider Mittel und ähnlicher anderer Maßnahmen der Algenbefall verhindert werden kann.

Die Aussage der Antragsgegnerinnen ist irreführend und war deswegen zu untersagen, denn der flüchtige interessierte Leser wird nur die Aussage der Pressemitteilung zur Kenntnis nehmen, der Vollwärmeschutz begünstige eben den Algenbefall und wird ohne weitere Hinweise nicht erkennen, dass dies durch richtige Behandlung der Oberfläche durchaus ohne großen Aufwand vermieden werden kann. Die Aussagen der Antragsgegnerinnen verstoßen damit gegen §§ 1,3 UWG. Die Kostenfolge ergibt sich aus § 91 ZPO.

Hausmann
Vorsitzender Richter am LG

Quelle: Informationsbroschüre "Richtigstellung irreführender Marktinformationen Algenbefallsrisiko an wärmegedämmten Gebäuden" des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.

comment.gif (1022 bytes) Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf.

Von Neugier geplagt, sendete ich am 06.10.2003 folgende Anfrage an den Fachverband WDVS. Auf die Antwort warte ich heute noch.

Sehr geehrter Herr S.,

wie gewünscht, habe ich den betreffenden Beitrag gelöscht. Ich habe sogar Ihre Verbraucherinformation dort veröffentlicht. Mit einem Mehr an Einsicht kann man wohl kaum rechnen. Bezüglich Ihrer Verbraucherinformation bitte ich um Angabe, worauf sich Ihre Aussage stützt, dass "die Algenbefallsquote bei WDVS ... nachweislich unter einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude (liegt)". Vermutlich wird die Bekanntgabe dieser Daten ein wertvoller Beitrag für den vielleicht zu erstellenden 4. Bauschadensbericht sein.

Mit freundlichen Grüßen
M. Bumann
 
comment.gif (1022 bytes) Beim FV WDV ist man offensichtlich sehr beschäftigt, so dass nicht immer gleich auf alles eine Antwort kommt. Also erinnert man eben freundlichst.

Fachverband Wärmedämm-
Verbundsysteme e.V.
Fremersbergstraße 33
76530 Baden-Baden


WDVS und Algenbefall

Berlin, 04.12.2003

Ihre Verbraucherinformation vom August 2003

... mit vg. Schreiben teilte ich Ihnen mit: „... wie gewünscht, habe ich den betreffenden Beitrag gelöscht. Ich habe sogar Ihre Verbraucherinformation dort veröffentlicht. Mit einem Mehr an Einsicht kann man wohl kaum rechnen.“

Weiterhin bat ich um folgende Auskunft: „Bezüglich Ihrer Verbraucherinformation bitte ich um Angabe, worauf sich Ihre Aussage stützt, dass "die Algenbefallsquote bei WDVS... nachweislich unter einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude (liegt)".

Leider sind Sie noch nicht dazu gekommen, mir diese seriöse, veröffentlichte und nachvollziehbar belegte Quelle zu benennen. Deshalb möchte ich Sie hier mit einer freundlichen Erinnerung bedenken. Denn immerhin sind Sie „Seitens des Verbandes ... ständig bemüht, den Markt objektiv und fachlich fundiert über Wärmedämm-Verbundsysteme zu informieren“.

Also, „Lassen Sie uns gemeinsam und zum Wohle aller am Bau Beteiligten wirken“ und die verängstigte Menschheit objektiv und fachlich fundiert informieren. Wichtig erscheint mir zudem, dass Sie meinen Vorschlag aufgreifen und die Daten unserem BMBV als Grundlage für den 4. Schadenbericht zur Verfügung stellen.

Für Ihre Antwort merke ich mir den 12.12.2003 vor. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias G. Bumann
 
comment.gif (1022 bytes) Gut Ding will Weile haben. Und nachteilig muss es nicht sein, wenn man sich in Geduld fasst. Mit Schreiben vom 21.01.2004 wurde mir geantwortet, wenngleich eine solche Wartezeit normalerweise nicht zu den Gepflogenheiten des FV gehört (Zitat).

Quelle = Jahresbericht 2001 des Fachverbandes WDVS e.V., S. 42 ff.
Überschrift: Marktstudie Wärmedämmverbundsysteme 2002

Auslöser war wohl, dass "die anfängliche Skepsis gegenüber Wärmedämm-Verbundsystemen trotz mehr als 500 Millionen Quadratmeter verlegter Fläche in den vergangenen 40 Jahren noch nicht ganz beseitigt" ist.

Zielstellung war:
1. "die positiven Aspekte eines WDVS ... anhand empirischer Untersuchungen" zu untermauern

  • "reduzierter Heizenergiebedarf"
  • "verbesserte Wohnbehaglichkeit"
  • "Erhöhung des Immobilienwertes"

2. "noch bestehende Vorurteile gegenüber WDVS, mit denen Verbraucher verunsichert werden (!) zu entkräften"

  • "vermehrter Algen- und Pilzbefall der Fassade durch WDVS"
  • "Schimmelbildung in der Wohnung"
  • "ungesundes Raumklima"

Steckbrief der Marktstudie:

  • Auftraggeber: FV WDVS e.V.
  • Institut für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing *) Anmerkung
  • bundesweite Marktuntersuchung
  • Auswahl aus 12.000 registrierten Objekten
  • Prinzip der geschichteten Zufallsauswahl ►600 WDVS-Objekte
  • Aufteilung der Grundgesamtheit in Untergruppen (Produktvarianten/Gebäudetypen)
  • Verteilung über die PLZ-Gebiete: 5% ... 27% je Bundesland
  • Verteilung nach Hausart: EFH 33%, MFH 41%, übrige 3% ... 8%
  • Verteilung nach Neubau/Bestand: 43% Neubau,, 57% Renovation
  • Verteilung nach Produktvarianten: ~35% Styro + mineral. Putz, ~25% sonstige Systeme
    ~17% Styro + Silikatputz, Miwo-Lamelle + Putzart ~7%, Miwo HD + Putzart ~6%,
    Styro + Kunstharzputz ~5,5%
  • analysierte Themenbereiche: optischer Eindruck, Wohnbehaglichkeit, handwerkl. Qualität

Ergebnisse:

  • "sehr detaillierte Ergebnisse" (zu haben auf CD-ROM für 120 €!)
  • mechanische Beschädigung: 2%
  • Algenbefall: 1%

Zitat zu den Ergebnissen:
"Ein sehr positives Ergebnis erbrachte die Studie bezüglich des aktuell in der Diskussion befindlichen Algen- und Pilzbefalls von WDVS-Fassaden. Von den rund 600 untersuchten WDVS-Fassaden konnte sichtbarer Algenbefall lediglich an einem Prozent der Objekte festgestellt werden.

Es handelte sich bei diesem Befall um Bauwerke, die erst oberhalb des Sockelbereiches gedämmt wurden. Untersucht wurden die Detailflächen mit der wissenschaftlich anerkannten Methode der Zehnfachlupe.

Diese geringe Quote von Algenbefall ist bei dem angewandten Auswahlverfahren als durchaus repräsentativ zu sehen. Inzwischen durchgeführte Befragungen bei den Mitgliedsfirmen des Fachverbandes WDVS ergaben ähnlich gelagerte Erfahrungswerte - je nach Mitglied lag die Schadensquote (Algenbefall) zwischen 0,2 und 1 % in Relation zur gedämmten Fläche. Aufgrund der geringen Anzahl von befallenen Objekten lassen sich keine regionalen Schwerpunkte bilden. Alle befallenen Objekte liegen jedoch in ländlichen Regionen bzw. in Städten < 10.000 Einwohner. Gleiches gilt auch für den Pilzbefall."

comment.gif (1022 bytes) Zusammenfassung:
- 600 Objekte von 12.000 Objekten von 50.000.000 qm
- die Befragung von Mitgliedsfirmen ergab ein ähnliches Ergebnis
- die Algenbefallsquote bei WDVS liegt nachweislich unter einem Prozent
  aller wärmegedämmten Gebäude (q.e.d.)
- der Markt wurde objektiv und fachlich fundiert über Wärmedämm-Verbundsysteme
  informiert

Vorschlag: die nächste Studie in Berlin durchführen, denn
1. keine ländliche Region
2. über 10.000 Einwohner
3. jede Menge  befallener WDV-Fassaden, die nicht quantifiziert sind

Zum Vergleich:
Quelle: 3. Bauschadensbericht
Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau
DRITTER BERICHT über Schäden an Gebäuden, 1995

Suchbegriff: "Algen" Gesamtzahl der Fundstellen: 0

Suchbegriff: "Bestand"

Das Brutto-Bau-Anlagevermögen der alten Bundesrepublik beträgt 9.34 Bill. DM; ca. 56,6 % entfallen davon auf den Wohnungsbereich, ca. 10,9 % auf den staatlichen Bereich und ca. 32,3 % auf den gewerblichen Bereich. Daten für den Bereich der neuen Bundesländer lagen zum Zeitpunkt der Bearbeitung noch nicht vor.

Der Wohnungsbestand in Gesamtdeutschland beträgt ca. 34 Mio Einheiten. Hiervon befinden sich 54,4 % in Mehrfamilienhäusern, davon sind wiederum 29,7 % älter als 50 Jahre.

Hervorzuheben sind die Abweichungen in den neuen Bundesländern. Hier befinden sich mehr als 67 % der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die zu 41,7 % aus der Zeit vor 1945 stammen.

*) Anmerkung: Vielleicht ist es nicht ganz bedeutungslos, wenn personellen Verquickungen hierbei eine Rolle spielen. (FV WDV & Institut für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing)

DIMaGB, 20.08.20065


Ein viel zitiertes Urteil
viele reden davon, wenige kennen es.

Urteil des LG Frankfurt am Main vom 01.12.1999
der 13. Kammer für Handelssachen
Az 3-13 O 104/96

In dem Urteil geht es um den Streit um Restwerklohn aus einem Bauvorhaben zur Errichtung eines Seniorenzentrums. Urteil und Ausführungen zum Tatbestand umfassen 8 Seiten, es geht um einige unbezahlte bzw. nur z.T. bezahlte Rechnungen. Zur Beweisführung wurden Gutachten eingeholt.

Zum Thema "Algen auf Fassaden" liest man auf S. 4:

"Am Außenputz traten vor allem an der Westseite des Gebäudes optisch als Verschmutzung anzusehende gräulich-grüne Verfärbungen auf. ... Nach den Feststellungen der von der Klägerin eingeschalteten Herstellerin des aufgebrachten Loba-VS-Siloxanputzes handelte es sich dabei um einen Sporpilzbefall. ... Diese Erscheinung wurde bei einer weiteren Baubegehung am 14.09.21995 zwischen den Parteien diskutiert und deshalb die Abnahme verweigert.

Nachdem die Klägerin die ... gerügten Mängel im Sommer 1995 durch Aufbringen eines Egalisierungsanstrichs auf teilen der Süd- und Westfassade beseitigt hatte, traten die Verschmutzungserscheinungen an diesen Stellen nicht mehr auf.
...
Nach Vorliegen des in diesem Rechtsstreit eingeholten Sachverständigengutachtens nebst Ergänzung wurde die West- und Nordfassade von der Klägerin mit einem algizid eingestellten Zwischen- und Endanstrich bearbeitet. Am 06.05.1999 erfolgte die Abnahme durch die Beklagte, wobei im Protokoll Mängel festgehalten wurden.
...
Die Klägerin behauptet, die Verfärbung des Außenputzes an der Westfassade möglicherweise durch Sporpilzbefall und an der Nordfassade durch Algenbewuchs stelle nur einen optischen Mangel dar, dessen Behebung unverhältnismäßig sei."

Hierzu argumentierte die Klägerin, dass derartige Erscheinungen bei Verwendung des vg. Putzes nie aufgetreten seien, weshalb gerade dieses System angewandt worden sei. Gem. Putzhersteller sei ein Egalisierungsanstrich nicht erforderlich. Die aufgetretene Erscheinung sei daher unabwendbar gewesen. Die Beklagte behauptete, dass der Mangel einer Abnahme der Werkleistung entgegenstünde.

Die Entscheidungsgründe werden über weitere 8 Seiten ausgeführt. Hier geht es seitenweise um Rechnungen, Werkvertragsrecht, Sicherheitseinbehalte, bis es auf S. 14 um den Mangel an der Fassade geht.

"Jeder Außenputz hat neben seiner bauphysikalischen Funktion zugleich auch eine ästhetische. Anderenfalls bedürfte es niemals irgendwelcher Überlegungen über farbliche Gestaltung, Absetzungen (Lisenen) oder sonstige gestalterische Elemente in der Außenhaut eines Gebäudes.

Es bedarf deshalb keiner näheren Begründung, dass diese bedeutende weitere Funktion der Außengestaltung durch Mängel im Erscheinungsbild beeinträchtigt sein kann. Ein Seniorenzentrum, das neu erstellt wurde, muss deshalb neu aussehen und so freundlich und einladend, dass schon das Äußere  zur Einmietung anregt, jedenfalls aber nicht abschreckt.

Diese Funktion war durch die gräulich-grüne, wie verschmutzt wirkende Fassade an den maßgeblichen Seiten nicht unerheblich gestört. Das kann das Gericht anhand der von der Beklagten und vom Sachverständigen angefertigten Lichtbilder selbst feststellen.

Die Ursache dieser Erscheinung liegt in einem Algenbewuchs, wie der Sachverständige Dr. Schuder nachvollziehbar ausgeführt hat. Das Algenwachstum wiederum wird durch die Vollwärmedämmung begünstigt, die die Klägerin auftragsgemäß erbracht hat.

Die Auswirkungen dieses Algenbewuchses auf das Werkvertragsverhältnis zwischen den Parteien hat die Klägerin zu tragen. Sie war verantwortlich für die Erstellung eines Außenputzes, der auch seiner immanenten ästhetischen Funktion entsprechen musste.

Dabei kommt es auf eine Unterscheidung danach nicht an, ob sie eben einen entsprechend geeigneten Putz verwenden oder die Beklagte auf das Risiko des ausgeschriebenen Putzsystems hinweisen musste.

Insoweit wird von der Klägerin auch nichts Unmögliches verlangt, denn entgegen ihrer Ansicht ist das Gericht auf der Grundlage insbesondere des Ergänzungsgutachtens der Überzeugung, dass einem Verputzer-Fachbetrieb im Jahr 1994 das Risiko eines Algenbefalls auf einer Vollwärmeschutzfassade bekannt sein musste.

Seit 1984 wurde die Algenproblematik in der Fachliteratur behandelt, seit 1987 hat es Farben und Beschichtungen mit Zusätzen gegen Pilz- und Algenbefall gegeben. Bis zur Leistungserbringung der Klägerin stand also ausreichend Zeit zur Verfügung, sich auf diese neue Situation im Fachgebiet der Klägerin einzustellen. Wenn sie dies versäumt hat, hat sie die Konsequenz daraus zu tragen."

comment.gif (1022 bytes) Zusammenfassung:
Das Gericht stellt fest: Algenwachstum wird durch die Vollwärmedämmung begünstigt.
Seit 1963 wurden 50 Mio. qm WDVS angebracht.
Seit 1984 hat sich die Fachliteratur mit diesem Problem auseinander gesetzt.
3 Jahre haben die Hersteller benötigt, um mittels Zusätzen das Problem zu lösen.


Neu: Umweltgerechter
Wirkstoff für maximalen Algenschutz


Durch den Einsatz eines neuen Wirkstoffs in ... Farben und Putzen wird das Risiko von mikrobiologischem Bewuchs an Fassadenflächen jetzt drastisch minimiert.
...
Algen- und Pilzbefall an Fassaden -ein unbequemes, in jüngster Zeit viel und kontrovers diskutiertes Thema.
...
Die neue Formulierung verfügt über eine hocheffektive Breitbandwirkung und verhindert das Wachstum von Hefe- und Schimmelpilzen langfristig genauso zuverlässig wie das Wachstum von Algen und eines breiten Spektrums von Bakterien. Auch hartnäckige Spezies wie z. B. die derzeit in Mitteleuropa verstärkt anzutreffenden „Altanaria Schwarzpilze" werden mit der neuen Rezeptur am Wachstum gehindert. Damit werden die heute bekannten Algen- und Pilztypen an Fassaden zuverlässig erfasst. Selbst eine längere feuchtigkeitsbedingte Beanspruchung durch Tauwasser der Oberfläche beeinträchtigt den Algenschutz der Beschichtung nicht.
...
Mit der neuen Formulierung ... ist es ... gelungen, das Risiko von mikrobiellem Befall auf Farb- und Putzoberflächen drastisch zu minimieren, ohne dabei die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung und die Maßstäbe von Responsible Care zu verletzen.

Quelle: Infotext im HeinzeBauOffice, Heft 10.2003, S. 140

comment.gif (1022 bytes) Fantastisch formuliert: "feuchtigkeitsbedingte Beanspruchung durch Tauwasser der Oberfläche". Gratulation zu diesem Meisterstück. Es geht angeblich um Fassadenflächen an sich. Nur - wo bildet sich auf einer Fassade Tauwasser? Auf geputztem Mauerwerk oder auf WDVS? Noch ein Gedanke zur Überschrift: was ist neu? Dass der Wirkstoff umweltgerecht ist oder dass er maximalen Algenschutz bietet?


Algen an Fassaden

Die reinere Außenluft, besonders in Industriegebieten und städtischen Ballungsräumen hat weniger verschmutzte Fassaden hervorgebracht. Stattdessen nahm die Algenbildung zu. Die saubere Luft ist eine Folge der Filterung und Entgiftung der Abluft von Industrieanlagen und - eine gute Nachricht.

Die schlecht Nachricht ist, dass mit dem geringeren S02-Gehalt der Luft der Befall von Fassaden durch Algen und Pilzen zunimmt. Bei Gehalten von Schwefeldioxid (S02) der Luft von über 100 pg/m3, die in den ´60er und ´70er Jahren in den Städten vorhanden waren, war von einem mikrobiellen Befall von Fassaden durch Algen und Pilze nicht die Rede.

Der S02-Gehalt der Luft wirkte fungizid und vermied das Wachstum von Algen und Pilzen. Wenn ein solches an Häusern in ländlichen Gegenden oder in Waldnähe auftrat, dann schob man es auf die vermehrte Anwesenheit von Sporen dieser Mikroorganismen in der Luft. In Wirklichkeit ist die Ursache hierfür in der Veränderung der Luftqualität, vor allem durch die Abnahme des S02-Gehalts und einer Zunahme von Stickstoffverbindungen, zu sehen. Letztere Wirken als ,,Dünger" für die mikrobiologischen Organismen.

Quelle : DAB, Ausgabe 11/2001
präsentiert von BBG News Oktober 2001
Die BBG News können Sie hier bestellen: www.bbg-direkt.de


11.Hanseatische Sanierungstage:
Algenbildung auf WDVS

Im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage wurde das Thema der Algenbildung auf Wärmedämmverbundsystemen erörtert. Derzeit erfolgen Forschungsanstrengungen zur Ursachenermittlung, wieso es zu Algenbildungen kommen kann. Entsprechend den Aussagen im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage soll es mittlerweile im Bereich von Mecklenburg-Vorpommern bei 80 % der ausgeführten Wärmedämmverbundsystemen zu Algenbildung gekommen sein.

Auf Algenbildung im Bereich von Wärmedämmverbundsystemen wurde auch im Rahmen der Aachener Bausachverständigentage 1988 hingewiesen. Hier wurden die seinerzeit noch in der Anzahl offensichtlich in geringem Umfang festgestellten Schadensbilder dargelegt. In diesem Zusammenhang muß auch auf festgestellte Verfärbungen der Putzoberflächen bei Wärmedämmverbundsystemen durch Tauwasser bildung hingewiesen werden (vgl. Deutsches Architektenblatt 11/2000).

Generell lässt sich derzeit aussagen, dass offensichtlich die sehr dünnen Putzschichten von Wärmedämmverbundsystemen auf Grund ihrer thermischen Abkopplung vom Baukörper infolge Wärmestrahlung extrem auskühlen können und hierdurch sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann. Dieses erhöhte Feuchtepotential kann je nach örtlichen Gegebenheiten die Ansiedlung von Algen bewirken. Wenngleich Algen für sich alleine im Regelfall nur zu einer optischen Beeinträchtigung der Fassade führen, können die sich oftmals einhergehend ansiedelnden Schimmelpilze zu Strukturschädigungen führen.

Derzeit scheint es von Bedeutung bei der Auswahl der Putze und der Farbanstriche, den Diffusionswiderstand der äußeren Deckschicht und deren Wasseraufnahmefähigkeit aufeinander abzustimmen. Weitere Erkenntnisse werden erste Zwischenberichte zu den laufenden Forschungsvorhaben im Jahr 2001 liefern. In diesem Zusammenhang wird auch auf die 12. Hanseatischen Sanierungstage hingewiesen, die im November 2001 in Warnemünde stattfinden werden (genaue Terminangabe folgt noch).

Quelle: Newsletter 3/2000, Ingenieurbüro Axel C. Rahn


Backstein: Rote Karte für Algen
Wärmedämmverbundsysteme begünstigen Veralgungen.

(KK). Fachkreise sind bereits alarmiert: Aktuelle Studien und Untersuchungen geben immer deutlichere Hinweise auf die hohe Veralgungsanfälligkeit von Wärmedämmverbundsystemen. Was dem Laien nur als optisches Problem erscheinen mag, beschleunigt den natürlichen Verwitterungsprozess der Fassade rapide. Zweischalige Häuser mit Backsteinfassade sind da eine sinnvolle und dauerhafte Alternative.

Das Problem der Veralgung ist verbreiteter, als selbst die pessimistischen ersten Schätzungen vor einigen Jahren es andeuteten: Untersuchungen im norddeutschen Raum haben mittlerweile ergeben, dass 73 % der Häuser mit
Wärmedämmverbundsystem, inklusive der nachträglich thermisch sanierten Fassaden, bereits nach durchschnittlich 5 Jahren Algenwachstum, Pilze oder Flechten aufweisen.

Der herstellerseitige Einbau von algiziden und fungiziden Zusatzstoffen löst das Problem nicht. Zum einen vermag er die Vergrünung der Fassade nur zu verzögern, zum anderen stoßen solche Beimengungen aufgrund ihrer umwelt- und gesundheitsbelastenden Nebenwirkungen auf wenig Gegenliebe bei Bauherren.

Nimmt man die sonstigen Nachteile des Wärmedämmverbundsystems hinzu, wie zum Beispiel die hohe Anfälligkeit gegenüber mechanischen Belastungen, den enormen Instandhaltungsaufwand sowie den absehbar niedrigen Wiederverkaufswert, liegt die Schlussfolgerung nahe: Eine praktikable Alternative muss her.

Bezeichnenderweise gibt es sie bereits. Langjährig bewährt, ästhetisch und dauerhaft sorgt eine Backsteinfassade nicht nur in Norddeutschland seit Jahrhunderten für Fassadenkultur und angenehmes Wohnklima auf ökologisch einwandfreier Basis. In Verbindung mit einer Wärmedämmschicht ist die zweischalige Wandkonstruktion mit Vormauer aus Backstein auch heute noch eine der wenigen wirklich sinnvollen Formen der Fassadenkonstruktion.
Ausschlaggebend für das gute Abschneiden der Backsteinfassade ist vor allem das ausgezeichnete Wärme- und
Feuchtigkeitsverhalten des gebrannten Tons.

Als guter Wärmespeicher verhindert Backstein das, was bei Wärmedämmverbundsystemen die Veralgung oft auslöst: die durch die geringe Wärmespeicherfähigkeit begünstigte Tauwasserbildung. Weil das Problem der Veralgung so gar nicht erst entstehen kann und Backstein darüber hinaus außerordentlich robust ist auch gegen sonstige Witterungs- und Umwelteinflüsse, weist die Backsteinfassade über Jahrzehnte einen extrem geringen Instandhaltungsaufwand auf – ohne jegliche gesundheits- oder umweltgefährdende Belastung. Denn
Backstein ist ein reines Naturprodukt.

Unter Kostengesichtspunkten kann Backstein mit dem preisgünstigen Wärmedämmverbundsystem bereits mittelfristig konkurrieren, da jeglicher Wartungsaufwand entfällt und ein hoher Wiederverkaufswert von Beginn an garantiert ist. Backstein eignet sich übrigens auch hervorragend für einen nachträglichen Einbau. Neben dem Prinzip „Aus einschalig mach zweischalig“ stehen mit den sogenannten Riemchen auch extrem raumsparende Formen dieses Baumaterials zur Verfügung – mit den ähnlichen Vorteilen.

Das Problem hat aber auch eine rechtliche Dimension. Darauf hat das Landgericht Frankfurt/Main aufmerksam gemacht, das bereits 1999* konstatierte, dass Wärmedämmverbundsysteme die Veralgung begünstigen und die hieraus resultierende Vergrünung eine Beeinträchtigung der Fassade darstellt. Wenn Planer, Bauunternehmen oder Architekten ein Wärmedämmverbundsystem ohne Hinweis auf diese Problematik empfohlen haben, können sich hieraus sogar rechtliche Konsequenzen ergeben.

*Landgericht Frankfurt/Main, Urteil vom 1.12.1999/AZ: 3-13 0 104-96

Pressestelle Zweischalige Wand
Bauen mit Backstein
KK Public Relations
10.11.2003]


Schutz vor Schmutz, Algen, Schimmel und
30 Prozent Heizkosten sparen mit TS

High-Tech-Beschichtung aus der Raumfahrtforschung begeistert Kunden in ganz Süddeutschland

Berlin, 6. Juli 2004. Schimmel, Algen, rissigen Fassaden, eiskalte Räume oder feuchte Wände – nicht nur Altbauten stellen ihre Bewohner vor Probleme, auch neue oder frisch sanierte Gebäude sehen oft schnell sehr alt aus. Mit der Oberflächen-Beschichtung TS lassen sich viele dieser Fassaden- und Wandprobleme lösen und zudem die jährlichen Heizkosten um bis zu 30 Prozent senken. Diese Erfahrung haben auch zahlreiche Eigenheimbesitzer, Baufachleute und eine Schule in Süddeutschland gemacht.

TS schützt Fassaden, Innenräume und Dächer vor Schmutz, Algen, Schimmel, schädlichen Umwelteinflüssen und Verwitterung, weil es das über die Jahre vom Mauerwerk aufgesaugte Wasser nach außen transportiert. Aus diesem Grund rät Günther Otto vom Ingenieur-Büro für Bautenschutz und Altbausanierung in Miesbach seinen Kunden immer häufiger zu TS. „Es gibt in Deutschland viele Fassaden, die den heutigen Ansprüchen und der Energieeinsparverordnung nicht genügen. Eine Voll-Wärmedämmung ist in vielen Fällen aber zu aufwändig und zu teuer“, erklärt der Bauingenieur, der seit 44 Jahren Immobilienbesitzer bei der Sanierung ihrer Gebäude berät.

So war es auch bei einem Mehrfamilienhauses in München. Das neunstöckige Gebäude war 1972 in Plattenbauweise errichtet worden. Schwachstelle des Hauses waren von Anfang an die Fugen, die alle fünf Jahre erneuert werden mussten. Die Kosten dafür waren immens. Dennoch konnte immer wieder Feuchtigkeit in die Wände eindringen. Die Wärmedämmung war im Laufe der Jahre klatschnass geworden und dämmte schon längst nicht mehr. Immer häufiger klagten die Mieter über Schimmel in den Wohnungen. Die Fassade war grün vor Algen. Darum wurde das Gebäude im vergangenen Jahr mit TS beschichtet – mit großem Erfolg.

„TS ist nicht nur ein perfekter Wetterschutz für das Gebäude, es transportiert auch die Feuchtigkeit, die sich hinter den Platten festgesetzt hat, schnell ab. So wird die Wärmedämmung trockengelegt und kann ihre Aufgabe wieder besser übernehmen. Die Mieter sind jedenfalls sehr zufrieden, denn in den Wohnungen war es trotz des langen Winters viel wärmer. Auch das Raumklima hat sich deutlich verbessert“, berichtet Günther Otto. „Das Fugenproblem wurde auf immer und ewig beseitigt. Man kann daher durchaus sagen, dass TS alle Probleme herkömmlicher Fassaden löst. Dieses Produkt hat einfach eine wahnsinnig gute Qualität. Da staunen selbst Fachleute.“

Erste Hilfe bei rissigen Wände

Ganz andere Probleme hatte die Grund- und Hauptschule Schwalbacher Straße in Fürth. 500 Schüler und eine vielbefahrene Hauptstraße direkt vor der Tür stellen täglich ganz besondere Anforderungen an das Gebäude.1990 wurde die Schule innen komplett saniert, doch schon kurze Zeit später zeigten sich erste Risse in den Wänden. „Das Gutachten sprach von Schwundrissen, offenbar war der Putz zu dick aufgetragen worden und zu schnell getrocknet“, erinnert sich Heinz Selgrath, der Rektor der Schule. Neben den immer größer werdenden Rissen zierten bald hässliche Rußflecke die Wände.

Um diese Probleme ein für alle mal zu beseitigen, wurden Treppenhäuser und Lehrerzimmer im Sommer 2000 mit TS beschichtet. „Seitdem zeigt sich in den Wänden nicht ein Riss mehr und alles sieht noch immer blitzsauber aus“, so Rektor Selgrath. „Ich war sehr angenehm überrascht. TS hat wirklich gehalten, was es verspricht.“

Schimmelprobleme und feuchte Wände ade

„Das kann gar nicht funktionieren“, dachte Malermeister Harald Richter von der Augsburger MABO GmbH, als er vor sechs Jahren zum ersten Mal von TS hörte. Bevor er bereit war, seinen Kunden die Hightech-Beschichtung anzubieten, wollte er sie im eigenen Haus testen. Zunächst beschichtete er den Dachboden mit TS. Dort war es im Sommer oft unerträglich heiß. „Seit der Beschichtung ist der Raum im Sommer mindestens 5 Grad kühler“, stellte der Malermeister erstaunt fest und beschichtete weitere Räume in den unteren Stockwerken. Das Ergebnis: „Wir konnten die Heizung im Winter deutlich runterdrehen und zahlen jährlich rund 25 Prozent weniger Gaskosten.“

Rund 50 Gebäude hat Harald Richter in den vergangenen Jahren außen oder innen mit TS beschichtet, alle Kunden waren mehr als zufrieden. „Ein Kunde hatte zum Beispiel immer Probleme mit seiner Fassade. Sie war rissig, Feuchtigkeit konnte eindringen, die Farbe blätterte ab. Spätestens alle zwei Jahre musste die Fassade erneuert werden“, berichtet Harald Richter. „Ich habe diesem Kunden TS empfohlen und die Fassade vor drei Jahren damit beschichtet. Sie sieht noch immer aus wie frisch gestrichen.“

Besonders in feuchten Bereichen wie Bädern, Saunen, Fitnessräumen und Wintergärten hat Harald Richter mit TS schon so manches Mal dem Schimmel den Garaus gemacht. „Ich habe Wintergärten und Duschen in Sportlerheimen gesehen, die waren schwarz-grün vor Schimmel. Seit der Beschichtung mit TS sind dort nie wieder Probleme aufgetreten.“

Sparsame Verarbeitung, gute Deckung und große Heizkostenersparnis

Skeptisch war auch Siegfried Gulasch, Eigenheimbesitzer aus Rothenburg ob der Tauber, als er Anfang April Haus und Garage mit TS beschichten ließ. „Aber ich habe mir gesagt: Versuch es einfach, wenn es nicht funktioniert, hast du wenigstens einen schönen neuen Anstrich.“

Schon die Verarbeitung sorgte für Überraschungen: „Der Malermeister hat gesagt, mit einer Farbe, die sich so gut und sparsam verarbeiten lässt und dabei so gut deckt, hat er noch nie gearbeitet“, erinnert sich Siegfried Gulasch. Dass sich die Heizkosten mit TS erheblich senken lassen, stellte er nur kurze Zeit später fest. Der technisch interessierte Rentner begann nämlich sofort nach der Beschichtung damit, drei Mal täglich zu festen Zeiten die Innen- und Außentemperaturen zu messen. Trotz konstant kühler Außentemperaturen und unverändertem Heizverhalten kletterte die Innentemperatur binnen zwölf Tagen um zwei Grad. „Ich werde in diesem Jahr rund 500 Liter Heizöl sparen und damit meine Kosten um mindestens 20 Prozent senken“, so Siegfried Gulasch. „Dadurch habe ich die Kosten für die Sanierung in wenigen Jahren wieder eingespart.“

In den vergangenen Monaten hat Siegfried Gulasch außerdem beobachtet, dass Regenwasser nicht mehr in der Wand versickert, sondern in Richtung Boden abläuft. „TS scheint das Haus wie eine Haut zu umschließen, ein richtiges Schutzschild eben. Und das strahlende Elfenbein sieht richtig schick aus. Ich kann wirklich nur Positives über TS sagen und es unbedingt weiterempfehlen.“

Informationen über TS

Die TS-Beschichtungen für Fassaden, Dächer und Innenräume sind Energiesparsystem, Langzeitschutz und Coloration in einem. Sie sorgen für behagliches Wohlfühlklima in allen Räumen, helfen Heiz- und Kühlkosten zu sparen und schützen Fassaden und Dächer vor Umwelteinflüssen und Verwitterung.
Die TS-Produkte basieren auf der thermokeramischen Membranfunktion und machen sich das physikalischen Prinzips des Wärme-Feuchte-Transports zunutze. Sie wurde im Vorfeld der Spaceshuttle-Flüge Anfang der 70er Jahre von der NASA entwickelt, um die Materialien und das Leben der Astronauten im Weltall zu schützen. Die „flüssige Keramikkachel“ wurde nach der Freigabe für die zivile Nutzung für die Anforderungen im Bau- und Wohnbereich weiterentwickelt. Seit mittlerweile 18 Jahren werden die TS-Produkte weltweit erfolgreich angewendet.
Zu den internationalen Kunden gehören neben zahlreichen Eigenheimbesitzern McDonald’s, Sony, mehrere Brauereien in den USA und Japan, die National-Druckerei von Brasilien sowie Amoco Oil in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Auf dem europäischen Markt ist TS seit 1997 erhältlich. Seit 1993 produziert und vertreibt die Berliner SICC GmbH das hochwertige Beschichtungssystem TS exklusiv in Deutschland und Europa. Mehr als 4.000 Gebäude wurden in den vergangenen Jahren europaweit mit der thermokeramischen Membranbeschichtung saniert. In Deutschland gehören unter anderem die Wohnungsbaugenossenschaft Perleberg, die Bremer Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA, die Mülheimer Wohnungsbau und die Kunsthalle Mannheim zu den TS-Kunden.
Die Wirkungsweise von TS ist vielfach wissenschaftlich untersucht worden. In Europa haben u.a. die russische Energieeffizienzbehörde, das Max-Born-Institut Berlin, die Universitäten Bremen, Oldenburg und Jekatarinenburg, das niederländische TNO Institut für angewandte naturwissenschaftlich Forschung, die staatliche Denkmalkonservation in Polen sowie die Schall- und Wärmemessstelle Aachen die energetische Wirksamkeit und den Schutz vor Umwelteinflüssen, Schimmel, Algen, Moosen und Pilzen bestätigt.
TS steht in 4.000 Farbtöne zur Verfügung, ist gesundheitlich unbedenklich und allergikergeeignet. Die Beschichtung kostet etwa so viel wie eine normale, hochwertige Dispersionsfarbe und ist genauso einfach zu verarbeiten.

Informationen im Internet: www.sicc.de


Fungizide und Algizide (=Pestizide)
zum Schutz gegen Algen und Mikroorganismen

Hier bekommen Sie Informationen zur herkömmlichen Lösung, wie sie von Industrie und Lobby propagiert wird, sozusagen als Kontrastprogramm zu der oben beschriebenen giftfreien Variante.

Zitat 1: Mangelfreie Fassade - Algen und Pilze

"Der Handwerksunternehmer schuldet dem Hausbesitzer eine mangelfreie Fassade. Eine nach einiger Zeit mit Algen und Pilzen befallene Fassade erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Algen und Pilze beeinträchtigen den geschuldeten Erfolg sowohl unter gestalterischen als auch unter bauphysikalischen Voraussetzungen – sie reduzieren den Objektwert und erhöhen das Risiko der Putzschädigung. Damit leidet unter Dauerhaftigkeitsgesichtspunkten die Funktionstauglichkeit des Putzes, so dass Algenbefall nicht nur eine Sache der Optik, sondern der gesamten Verwendungseignung ist. (vgl. auch Prof. Motzke „Algen- und Pilzbefall. Ein rechtliches Zuordnungsproblem)."

Zitat 2: Bedenkenanmeldung schützt vor Haftung

"Der verantwortungsbewusste Handwerksunternehmer muss die Einflussfaktoren für den Befall von Fassadenbeschichtungen kennen und bei Vorhandensein bestimmter regionaler und klimatischer Bedingungen Bedenken anmelden –– auch hier beispielsweise durch einen Musterbrief – dann trifft ihn keine Einstandspflicht im Falle eines späteren Algenbefalls."

Zitat 3: Musterbrief zur Rechtfertigung giftbelasteter Fassaden:

"Sehr geehrter Herr Mustermann,
Gemäß unseren fachlichen Erkenntnissen liegt Ihr Haus in der Algengefährdungszone I. Wir als qualifiziertes Handwerksunternehmen müssen Sie auf diesen Umstand hinweisen. Was bedeutet Algengefährdungszone I? Die  Niederschlagsmenge beträgt durchschnittlich mehr als 800 ml/qm Jahr. Die mittlere Jahresdurchschnitts- temperatur ist höher als 8°C. Ihr Wohnhaus steht in einem dünn besiedelten Gebiet.

Alle drei Faktoren begünstigen das Wachstum von Algen und aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, den abschließenden Dekorputz algizid und fungizid einzustellen. Der geringe Aufpreis für diese Zusatzausrüstung gegen Algen von ... €/qm lohnt sich für Sie, denn er bietet Ihnen einen vorbeugenden Schutz vor Algenwachstum. Unser Lieferant bringt nur zugelassene und geprüfte Algizide und Fungizide zum Einsatz, so dass Sie sich in Bezug auf Gesundheits- und Umweltschutz frei von Bedenken fühlen können.

Wir freuen uns darauf, für Sie zu arbeiten. Geben Sie uns Ihr o.k., dann können auch wir mit den Vorbereitungen beginnen.
Ihr Mustermaler

Quelle: Zitat 1, Zitat 2 und Musterbrief
aus: "Konsequenzen der neuen europäischen Rechtssprechung für Produkthaftung und einseitige Leistungsversprechen"
2. Impulskongress Innovative Dämmstoffe im Bauwesen, Augsburg, September 2005

Zitat 4: ... raten wir von ... Fungiziden ... ab

"Ebenfalls raten wir von der Verwendung chemischer Pilzbekämpfungsmittel (Lösungen mit Fungiziden) im Innenraum ab, da nicht auszuschließen ist, dass diese Stoffe über eine lange Zeit in den Innenräumen verbleiben und die Gesundheit der Bewohner gefährden."

Quelle:
Umweltbundesamtes, HILFE! SCHIMMEL IM HAUS Ursachen - Wirkungen - Abhilfe
eine Broschüre, 2004, auf der Grundlage der von der Innenraumlufthygienekommission des Umweltbundesamtes erstellten Publikation „Leitfaden zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen“ („Schimmelpilz-Leitfaden“)

Nun kann man meinen, dass außen nicht innen ist - aber Gift bleibt Gift. Zudem wird das Zeug ausgewaschen und es gelangt somit auf den Rasen, die Beete, in den Erdboden. Somit ist die fungizide Wirkung temporär, es entstehen also ständig Folgekosten - zudem muss man sich als Eltern überlegen, wie man die Kinder von den kontaminierten Bereichen fern hält.

Man kann es auch so sagen: Gift wird, sobald es "zugelassen und geprüft" wird, gesundheitlich und umweltbezogen unbedenklich, so dass man sich trotz der Giftapotheke an der Hauswand vormachen kann, dass schon alles in Ordnung wäre.

Zitat 5: Pestizide

"Einteilung der Pestizide:
- Akarizide gegen Milben
- Algizide gegen Algen
- Bakterizide gegen Bakterien
- Fungizide gegen Pilze, bzw. Pilzkrankheiten
- ...

Pestizide (auch Biozide: Biozide sind in der Schädlingsbekämpfung eingesetzte Chemikalien und Mikroorganismen), Schädlingsbekämpfungsmittel sind Substanzen, die Schädlinge töten sollen. Oftmals werden sie als „Pflanzenschutzmittel“ eingesetzt. Als Schädlinge können z.B. angesehen werden: Insekten, Gräser, Vögel, Nagetiere, Fische, Pilze. Da sie überwiegend nicht zielartspezifisch wirken, wird die Artenvielfalt auf Wirtschaftsflächen gemindert. Für den Anwender stellt der Einsatz ein Risiko dar. Akute Wirkungen auf Organismen sind gut untersucht, große Wissensdefizite existieren bei den chronischen Wirkungen. So wird über die Rolle von Pestiziden beim Anstieg der Allergierate, bei Krebs und bei anderen Störungen des Immunsystems diskutiert.
Die deutsche Bundesregierung will den in Deutschland seit jeher restriktiven Pestizideinsatz über die Agrarreform weiter reduzieren. Diesem Anspruch widerspricht jedoch, dass laut Greenpeace "seit Einrichtung des Verbraucherministeriums im Jahr 2001 [...] bei insgesamt 126 Pestizid-Wirkstoffen die für pflanzliche Lebensmittel geltenden Grenzwerte" angehoben wurden [1]. Entsprechende Tests zeigen auch, dass "immer höhere Konzentrationen an Pestiziden, die häufig sogar die erlaubten Grenzwerte überschreiten" vorrangig in konventionell angebauter Ware gefunden werden [2]. Produkte aus dem Biolandbau weisen hier eine deutlich geringere Belastung auf, wie auch eine aktuelle Untersuchung der Lebensmittelüberwachung des Landes Baden-Württemberg zeigt, welche konstatiert: "Die Rückstandsgehalte in Lebensmitteln aus ökologischem Landbau unterscheiden sich von konventionell erzeugten Lebensmitteln signifikant. Während in konventionellen Lebensmitteln häufig Rückstände nachgewiesen werden (im Jahr 2002 75 %), waren Öko-Lebensmittel zu 93 % [...] ohne Befund." [3] ...."

Zitat 6: Fungizide

"Ein Fungizid ist ein chemischer oder biologischer Wirkstoff, der Pilze oder ihre Sporen abtötet oder ihr Wachstum hemmt.

Anwendungsbereiche
Fungizide werden vor allem in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel angewendet. Daneben dienen sie auch zur Bekämpfung von Schadpilzen auf Holz, Farbe, Textilien, an Wänden (Hausschwamm) und bei Lebensmitteln. Für Fungizide, die in der Medizin (z.B. gegen Hautpilze) eingesetzt werden, ist der Begriff Antimykotika gebräuchlicher.

Wirkungungsweise
Fungizide können protektiv, kurativ oder eradikativ wirken. Protektive Fungizide verhindern eine Sporenkeimung oder das Eindringen des Pilzes in das Pflanzengewebe. Das kann durch direkte Einwirkung auf die Spore (sporozide Wirkung) oder durch Änderung der physiologischen Bedingungen auf dem Blatt geschehen. Bei Anwendung protektiver Fungizide sind oft mehrere Spritzungen nötig, um während des Gefährdungszeitraums eine Infektion zu verhindern. Dies führt zu insgesamt hohen Aufwandmengen und hohen Arbeitskosten.
Seit Mitte der 1980er Jahre sind auch kurative und eradikative Fungizide erhältlich. Kurative Fungizide können eine Infektion im Anfangsstadium stoppen. Eradikative Fungizide können Pilzbefall sogar dann noch erfolgreich bekämpfen, wenn bereits Befallssymptome sichtbar sind. Bisher gibt es eradikative Wirkstoffe nur für die Bekämpfung von ektoparasitischen Pilzen wie z.B. dem Mehltau.

Wirkstoffe
Bei Fungiziden kann es sich um anorganische, metallorganische oder organische Chemikalien oder um Organismen handeln.
Anorganische Fungizide sind zum Beispiel die seit 1882 bekannte Bordeaux-Brühe (Cu(OH)2*CaSO4) oder das noch heute zugelassene Basische Kupferchlorid (3Cu(OH)2)*CuCl2*nH2O). Von diesen Fungiziden werden Kupfer2+-Ionen freigesetzt, die in den Pilzsporen als Enzymgifte wirken und damit eine Keimung verhindern können. Kolloidaler, reiner Schwefel (Netzschwefel) ist ebenfalls ein anorganisches Fungizid. Er oxidiert auf der Pflanzenoberfläche, wodurch der pH-Wert absinkt und die Sporenkeimung gehemmt wird. Anorganische Fungizide machen immer noch etwa die Hälfte der verkauften Fungizide aus.
Von den metallorganischen Verbindungen scheinen heute nur noch kupferhaltige Fungizidwirkstoffe zugelassen zu sein, die sehr giftigen und umweltschädlichen Quecksilber- und Zinnorganika sind verboten.
Die Gruppe der organischen Fungizidwirkstoffe ist sehr heterogen zusammengesetzt und schwer überschaubar. Bei den mengenmäßig wichtigen Getreide-Fungiziden werden heute vor allem Wirkstoffe aus den Klassen der Azole, Morpholine und Strobilurine eingesetzt.
Bisher ist ein biologischer Wirkstoff, der Sporen des parasitischen Pilzes Coniothyrium minitans enthält, zur Bekämpfung von Sclerotinia-Pilzen (z.B. Weißstängeligkeit beim Raps) zugelassen."

Zitat 7: Algizide

Algizide sind Pestizide zur Bekämpfung von Algen. Praktische Bedeutung haben sie vor allem in der Bekämpfung von Algen in Schwimmbädern.

Quelle: Zitate 5 bis 7
Wikipedia.de

Anmerkung: Wikipedia.de ist leider mittlerweile von selbsternannten "Bauphysikern" heimgesucht. So ist zu erklären, dass unter dem Stichwort "Wärmedämmung" aktuell nichts über Algen und Pilze an WDVS- Fassaden zu finden ist. dafür finden Sie hier etwas darüber. Machen Sie sich Ihren eigenen Reim auf alles, es steht Ihnen natürlich frei, sich "zugelassene und geprüfte" Pestizide an der Fassade aufbringen zu lassen.

DIMaGB, 17.10.2005

Querverweis: Schimmelpilze,
die Schimmel-Seite 1 bei DIMaGB.de
die Schimmel-Seite 2 bei DIMaGB.de
Mit TS erfolgreich gegen Schimmel und Algen

Querverweis: Fassaden, Wärmedämmung
Alte Häuser & Fassaden, Denkmalpflege
Alte Häuser sanieren / moderniseren
Alte Häuser und Wärmedämmung I
Alte Häuser und Wärmedämmung II


Fungizide & Alizide = Pestizide = Biozide
Biozide

Definition und Vorkommen von Biozid-Produkten

Biozide sind im wörtlichen Sinn („bios“ = griechisch „Leben“, „caedare“ = lateinisch „töten“) Substanzen, die unerwünschte Organismen vernichten. Die Legaldefinition des § 3b Chemikaliengesetz schließt überdies jene Stoffe ein, die Lebewesen lediglich abschrecken, verscheuchen oder deren Lebensfunktion beeinträchtigen.

Auf dem deutschen Markt gibt es rund 8000 Biozid-Produkte, die Klein- und Kleinstlebewesen beseitigen, abschrecken oder dezimieren, die für den Menschen in bestimmten Situationen unerwünscht sind. Dazu zählen vor allem Mittel gegen Bakterien und Pilze, aber auch solche gegen Spinnen, Mäuse, Ratten, Fliegen oder Mücken. Typische Biozid-Produkte sind Holzschutzmittel, Insektensprays für den Haushalt, schimmelwidrige Wandfarben für Bad oder Küche, antibakterielle Haushaltsreiniger, Desinfektionssprays und Lockfallen gegen Kleidermotten. Weiterhin gelangen Biozid-Produkte in gebrauchsfertigen Artikeln an den Verbraucher. So sind Textilien mit dem Gütezeichen „Wollsiegel“ immer mit einem Mottenschutzmittel ausgerüstet. Auch Müllbeutel oder Kühlschränke können mit antibakteriellen Stoffen versehen sein.

Jene Stoffe im Biozid-Produkt, die für die biozide Wirkung verantwortlich sind, werden als biozide Wirkstoffe bezeichnet. Derzeit dürfen auf dem europäischen Markt ca. 900 biozide Wirkstoffe in Biozid-Produkten eingesetzt werden, die in den Anhängen der Verordnung (EG) Nr. 2032/2003 aufgelistet sind.

Auf Grund der vielfältigen Einsatzgebiete von Biozid-Produkten kann davon ausgegangen werden, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit Bioziden in Berührung kommt.

Rechtliche Regelungen zu Biozid-Produkten

Mit der Biozid-Produkte-Richtlinie 98/8/EG wurde erstmals für alle Mitgliedstaaten der EU eine Zulassungspflicht für Biozid-Produkte festgeschrieben. Die Produkte müssen hinsichtlich ihrer Wirkung auf Mensch und Umwelt und ihrer Wirksamkeit geprüft und beurteilt werden, bevor sie in Verkehr gebracht werden dürfen. Mit dem Biozid-Gesetz wurde die EU-Richtlinie 2002 in nationales Recht umgesetzt. Dadurch wurden grundlegende Vorschriften der Richtlinie in das Chemikaliengesetz übernommen und das Arzneimittelgesetz, das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz sowie das Pflanzenschutzgesetz angepasst.

Um die bereits auf dem Markt befindlichen bioziden Wirkstoffe zu erfassen, brachte die Europäische Kommission im Jahr 2000 die Verordnung (EG) Nr. 1896/2000 auf den Weg, nach der sämtliche Wirkstoffe zentral zu registrieren sind. Alle erfassten Substanzen werden als alte biozide Wirkstoffe definiert und in einer darauf folgenden Verordnung (EG) Nr. 2032/2003 veröffentlicht. Die Verordnung wird in diesem Jahr mit Inkrafttreten einer Änderungsverordnung um einzelne biozide Wirkstoffe ergänzt werden.

Biozide Wirkstoffe, die nicht in der Verordnung (EG) Nr. 2032/2003 aufgelistet sind, dürfen nicht mehr in einem Biozid-Produkt vermarktet werden. Deshalb muss im Einzelfall geprüft werden, ob in einem Produkt ein nicht gemeldeter Wirkstoff enthalten ist. Diese Vorgehensweise zur Überwachung des Marktes wird von den Vollzugsbehörden der Länder als sehr aufwändig eingestuft. Um die Überwachung zu erleichtern, wurde in Deutschland auf Initiative der Bundesregierung eine Biozid-Meldeverordung erarbeitet, die in wenigen Wochen in Kraft treten wird. Diese sieht vor, in Deutschland ein Biozid-Produkte-Verzeichnis zu erstellen. Binnen zwei Monaten nach Inkrafttreten der Verordnung müssen alle Firmen, die ein Biozid-Produkt in Verkehr bringen, dieses bei der zuständigen Behörde melden. Für neue Biozid-Produkte, die nach dem Inkrafttreten der Verordnung erstmalig in den Handel gelangen sollen, muss die kostenfreie Meldung vor dem Inverkehrbringen vorgenommen werden. Ordnungsgemäß gemeldete Produkte erhalten eine Registriernummer, die künftig auf der Verpackung aufgebracht werden muss.

Risiken und Nutzen von Biozid-Produkten

Mitte der 80er Jahre stand mit dem Holzschutzmittel-Skandal ein Biozid-Produkt im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Das Mittel enthielt das pilztötende Pentachlorphenol (PCP) und das Insektengift Lindan. Beide Substanzen wurden in Zusammenhang mit Erkrankungen tausender Menschen gebracht, die das Produkt verwendet hatten. PCP gilt im Tierversuch als krebserzeugend, ebenso wie Verunreinigungen des eingesetzten Lindans. Lindan schädigt in höheren Gehalten die Nerven und das Knochenmark. Beide Stoffe können beim Einatmen Kopfschmerzen, Mattigkeit, Übelkeit und Schwindel hervorrufen. Die Holzschutzmittel waren damals zwar behördlich auf ihre Wirksamkeit geprüft, nicht jedoch auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit. PCP und Lindan wurden in der Folge für die Anwendung in Holzschutzmitteln verboten.

Die Zulassungspflicht für Biozid-Produkte trägt der Tatsache Rechnung, dass von Biozid-Produkten ähnlich wie von Pflanzenschutzmitteln Risiken für Mensch und Umwelt ausgehen können. Dies manifestiert sich auch in den Vorschriften zur Werbung für Biozid-Produkte. Danach muss stets der Satz erscheinen: „Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen.“ Auch sind Angaben wie „umweltfreundlich“, „ungiftig“ oder „verbraucherfreundlich“ verboten, weil sie vom Gesetzgeber als irreführend angesehen werden. Die Wirkungen von Biozid-Produkten auf Mensch und Umwelt werden im Zulassungsverfahren
geprüft, bewertet und je nach Ergebnis wird eine Zulassung erteilt oder verweigert.

Behörden wie Firmen gehen davon aus, dass bis zum Ablauf des Prüfprogramms für alte biozide Wirkstoffe im Jahr 2010 sich EU-weit die Zahl der im Handel befindlichen Biozid-Produkte weiter deutlich verringern wird. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erwartet, dass die Industrie besonders gefährliche Wirkstoffe mit Blick auf die strengen Anforderungen des Zulassungsverfahrens von vornherein nicht mehr langfristig vermarkten will. Mit den ersten Produktzulassungen wird frühestens ab 2006 gerechnet.

Ein vollständiger Verzicht auf Biozide würde nach dem derzeitigen Stand der Technik die Lebensdauer vieler Güter verkürzen. Holzgeräte auf Kinderspielplätzen würden rascher als heute üblich von Organismen zersetzt und könnten ohne erkennbare Symptome einstürzen. Textilien, Leder, Kunststoffe und Anstriche sind teils mit Bioziden versehen. Produktionsprozesse wie die Papierherstellung, aber auch die Lebensmittel verarbeitende Industrie sowie die Gastronomie sind auf Biozide angewiesen, um Waren vor dem Befall mit Mikroben zu schützen. Einer der größten Anwendungsbereiche für Biozid-Produkte ist die Schifffahrtsindustrie, die Schiffe mit biozidhaltigen Anstrichen überzieht. Dadurch wird der Bewuchs mit Algen, Muscheln und anderen Meeresorganismen verhindert. Der Bewuchs bremst die Fahrt der Frachter bzw. erhöht den Treibstoffverbrauch.

Der Verband der Chemischen Industrie geht davon aus, dass durch die Zulassungspflicht Nischenprodukte vom Markt verschwinden und wenige Wirkstoffe mit großen Produktionsvolumina bestehen bleiben werden. Als Grund führt der Verband die gesamten Zulassungskosten von 500.000 bis 5 Millionen Euro je Produkt gegenüber den vergleichsweise kleinen Marktvolumina an. Der weltweite Markt für Biozide wird auf ungefähr vier Milliarden Dollar pro Jahr beziffert und wächst mit einer Rate von bis zu vier Prozent jährlich.

Quellen:
− Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2003). Leitfaden für Zulassungen von Biozid-Produkten,
   Im Internet: http://www.baua.de/amst/leitfaden-biozide.pdf, Dortmund, [Stand: 27.11.2003].
− Derek Knight, Mel Cooke (2002). The Biocides Business. Regulations, Safety and Application.
   Wiley-VCH, Weinheim.
− Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2005). Biozid-Produkte werden sicherer.
   Kabinett beschließt Meldepflicht für Biozid-Produkte, In: Umwelt, 4/2005, S. 255 - 256.

Quellennachweis:
WISSENSCHAFTLICHE DIENSTE DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES
Nr. 29/05 DER AKTUELLE BEGRIFF 17.05.2005
Verfasserin: VAe Dipl.-Chem. Susanne Donner, Fachbereich VIII,
Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit, Bildung und Forschung
"Der aktuelle Begriff" ist eine Kurzinformation der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages.
Nachbestellungen unter Tel. (030) 227- 38670. Im Internet abrufbar unter: http://www.bundestag.de/bic/analysen/index.html


Jetzt geht es den Algen auf Häuserfassaden und Dächern an den Kragen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ein gemeinsam von der Arbeitsgruppe Angewandte Ökologie des Instituts für Biowissenschaften der Universität Rostock (Prof. Dr. Ulf Karsten) und der Arbeitsgruppe Experimentelle Phykologie der Universität Göttingen (Prof. Dr. Thomas Friedl) beantragtes Projekt über die artliche Zusammensetzung und ökophysiologische Leistungsfähigkeit von aero-terrestrischen Mikroalgen auf anthropogenen Hartsubstraten genehmigt.

Dieses bundesweit einmalige Forschungsvorhaben beschäftigt sich erstmalig ab Oktober 2005 mit der Veralgung von Häuserfassaden und Dachziegeln (siehe Abbildungen) aus biologischer Sicht. Der Massenbewuchs von Gebäudeoberflächen mit grünen Mikroalgen führt nicht nur zu optischen Beeinträchtigungen, sondern kann auch aufgrund biologischer Aktivitäten, wie dem Ausscheiden organischer Säuren und Schleime, oder der Komplexierung von Calcium- und Magnesium-Ionen, die Verwitterung (Biokorrosion) beschleunigen und somit zu großen ökonomischen Schäden führen.

Die Veralgung stellt gerade bei kulturhistorisch bedeutsamen Gebäuden und Objekten (bspw. Höhlenmalereien und Fresken) ein großes Problem dar. Aber auch gesundheitliche Probleme von Hausbewohnern gilt es zu unterbinden, denn die Zellreste absterbender Algen werden bevorzugt von Pilzen und Bakterien abgebaut. Gerade Pilzsporen weisen jedoch ein hohes allergenes Potential, insbesondere für Asthmatiker, auf. Deshalb sollen in dem Projekt mit Hilfe modernster molekularbiologischer und ökophysiologischer Methoden die Biodiversität und Taxonomie der Algen, sowie deren Anpassungsstrategien an die lufttrockene Lebensweise aufgeklärt werden.

Gegen Schadwirkungen der Veralgungen kann erst dann sinnvoll und in umweltverträglicher Weise vorgegangen werden, wenn die zelluläre Leistungsfähigkeit unter schwankenden Umweltfaktoren und die Besiedlungsstrategien der Algen entschlüsselt sind. Insgesamt fließen für die nächsten drei Jahre Forschungsgelder an beide Universitäten, mit denen insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden soll.

Quelle: Pressemitteilung der Uni Rostock vom 27.09.2005

Kommentar DIMaGB: Da wird den Algen jetzt bestimmt ganz schön schummerig, wo es ihnen doch nun an den Kragen geht. Wenn es nicht schon eine giftfreie Lösung gegen das Problem gäbe, könnte man sich fragen, wozu hier Geld versenkt wird. Aber man soll den Leuten den Erfolg gönnen, Forschungsmittel akquiriert zu haben.


Wie moderne Keramik-Beschichtungen Fassaden auf umweltfreundliche Art vor Algen schützen

Berlin, 15. März 2005. Sie gelten als Wundermittel in Sachen Hautpflege und in manchen Ländern auch als Delikatesse, doch auf Gebäuden haben sie nichts zu suchen: Algen. Der grüne Bewuchs ist eines der größten Probleme der Baubranche, denn Algen beeinträchtigen nicht nur den optischen Eindruck des Gebäudes, auf Dauer schädigen sie auch die Bausubstanz. Algen leben von organischen Bestandteilen und entziehen dem Mauerwerk nach und nach wichtige Mineralien. Ebenfalls Struktur schädigend wirken die sich oft gemeinsam mit den Algen ansiedelnden Schimmelpilze. Abhilfe schafft die Fassadenbeschichtung TS Exterieur – auf natürlichem Weg.

Algenwachstum entsteht durch Feuchtigkeit in und an den Mauern. Besonders häufig treten sie bei gedämmten Fassaden auf. Die Wärmedämmstoffverbundsysteme (WDVS) altern und weisen im Laufe der Jahre immer mehr Risse auf. Wasser kann eindringen. Darüber hinaus kühlen die sehr dünnen Putzschichten auf der Wärmedämmung auf Grund ihrer thermischen Abkopplung vom Baukörper im Winter extrem aus; es kommt zu einer erhöhten Kondens- und Tauwasserbildung. Da Wärmedämmstoffe nicht über ein ausreichend kapillares Transportvermögen verfügen, wird die Feuchtigkeit nicht wieder nach außen transportiert, sondern gespeichert. Auf den feuchten Wänden setzen sich Algen, Moose und Pilze fest.

Abgesehen von starken Chemikalien gab es bisher keinen Schutz vor Algen. Diese Giftstoffe sind jedoch für die Umwelt und die menschliche Gesundheit nicht unbedenklich. Außerdem garantieren sie keine dauerhafte Algenfreiheit. Algen sind auf Feuchtigkeit angewiesen, auf trockenen Fassaden kommen sie so gut wie nie vor. Um Algenbefall dauerhaft zu verhindern, muss dem Mauerwerk also die Feuchtigkeit entzogen werden. Hier setzt die Fassadenbeschichtung TS Exterieur an.

Trockene Wände bieten Algen keinen Nährboden

TS Exterieur unterstützt den kapillaren Transport von Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk heraus und ist zudem variabel diffusionsoffen. Das über die Jahre vom Mauerwerk aufgesogene Wasser wird nach außen transportiert. Algen, aber auch Moosen und Pilzen, wird so der Nährboden entzogen. Darüber hinaus schützt TS Fassaden und Dächer wirksam vor Feuchtigkeit – auch bei Schlagregen, Hagel und Schnee. Die Beschichtung legt sich wie eine schützende Haut um das Gebäude. Rissbildung wird gemindert, Haarrisse werden wirksam überbrückt. So kann keine neue Feuchtigkeit eindringen. Durch den Keramikanteil in TS wird die Wärme der Sonnenstrahlen gleichmäßig über die Wände verteilt. So wird das Trocknen der Fassade unterstützt.

Fassaden, an denen sich bereits Algen angesiedelt haben, müssen zunächst fachgerecht gereinigt werden. Anschließend verhindert TS in der Regel eine Neubesiedlung. Das bestätigen Bauingenieure und Malermeister in ganz Deutschland. So hat zum Beispiel Günther Otto vom Ingenieur-Büro für Bautenschutz und Altbausanierung in Miesbach 2003 die Sanierung eines Mehrfamilienhauses in München betreut. Durch defekte Fugen konnte immer wieder Feuchtigkeit in die Wände eindringen. Die Fassade war grün vor Algen. Darum wurde das Gebäude im vergangenen Jahr mit TS beschichtet – mit großem Erfolg. „TS ist nicht nur ein perfekter Wetterschutz für das Gebäude, es transportiert auch die Feuchtigkeit, die sich hinter den Dämmstoffplatten festgesetzt hat, schnell ab“, berichtet Günther Otto. „Man kann durchaus sagen, dass TS alle Probleme herkömmlicher Fassaden löst. Über die Qualität dieses Produktes staunen selbst Fachleute.“

Ähnliche Erfahrungen machte auch der Berliner Malermeister Michael Marchler. Er setzt TS seit Jahren erfolgreich zur Algen-Beseitigung ein. „Im Gegensatz zum Beispiel zu Silikonfarben lässt sich TS problemlos auch auf feuchten Putz auftragen, ohne zu reißen oder Blasen zu schlagen“, erklärt er. Seine Messungen an einem feuchten Sockel ergaben neun Monate nach der Beschichtung mit TS 24 Prozent weniger Feuchtigkeit im Mauerwerk. „Das zieht prima die Feuchtigkeit raus. So etwas habe ich in meinen 35 Berufsjahren noch nicht gesehen“, so Marchler. „Und dabei kostet TS nicht viel mehr als eine normale Farbe.“

Für mehr Informationen: www.TS-europe.com


Mit TS erfolgreich gegen Schimmel und Algen

Berlin, 27. August 2004. Mit der Oberflächen-Beschichtung TS lassen sich nicht nur die jährlichen Heizkosten um bis zu 30 Prozent senken, TS schützt Wände und Fassaden auch vor Schimmel, Algen, Feuchtigkeit und Rissen. Das belegen die Erfahrungen zahlreicher Eigenheimbesitzer in ganz Deutschland.

Zu ihnen gehört der Malermeister Harald Richter von der Augsburger MABO GmbH. „Das kann gar nicht funktionieren“, dachte er, als er vor sechs Jahren zum ersten Mal von TS hörte. Bevor er bereit war, seinen Kunden die Hightech-Beschichtung anzubieten, wollte er sie im eigenen Haus testen. Zunächst beschichtete Harald Richter seinen Dachboden mit TS. Dort war es im Sommer oft unerträglich heiß. „Seit der Beschichtung ist der Raum im Sommer mindestens fünf Grad kühler“, stellte der Malermeister erstaunt fest und beschichtete weitere Räume in den unteren Stockwerken. Das Ergebnis: „Wir konnten die Heizung im Winter deutlich runterdrehen und zahlen jährlich rund 25 Prozent weniger Gaskosten.“

Seitdem bietet Harald Richter auch seinen Kunden TS an – mit großem Erfolg. Rund 50 Einfamilienhäuser hat er in den vergangenen Jahren außen oder innen mit TS beschichtet, alle Kunden waren mehr als zufrieden. „Ein Kunde hatte zum Beispiel immer Probleme mit seiner Fassade. Sie war rissig, Feuchtigkeit konnte eindringen, die Farbe blätterte ab. Spätestens alle zwei Jahre musste die Fassade erneuert werden“, berichtet Harald Richter. „Ich habe diesem Kunden TS empfohlen und die Fassade vor drei Jahren damit beschichtet. Sie sieht noch immer aus wie frisch gestrichen.“ Seitdem hat der Kunde auch den Saunabereich und drei Räume seines Hauses mit TS sanieren lassen. Weitere Zimmer sollen folgen.

Besonders in feuchten Räumen wie Bädern, Saunen und Wintergärten hat Harald Richter mit TS den Schimmel schon oft erfolgreich beseitigt. „Ich habe Wintergärten gesehen, die waren schwarzgrün vor Schimmel. Seit der Beschichtung mit TS sind dort nie wieder Probleme aufgetreten.“

24 Prozent weniger Feuchtigkeit im Mauerwerk

Ähnliche Erfahrungen machte sein Kollege Michael Marchler aus Berlin. Der Malermeister setzt TS seit Jahren erfolgreich zur Schimmel-Beseitigung ein und konnte auch sonst so manches Problem mit TS lösen: Algen an der Fassade, stark vergilbte Wände in den Häusern von Rauchern oder die rissigen Holzwände eines Bauingenieurs im brandenburgischen Fichtenwalde. „Für Holz gibt es nichts besseres“, ist der Michael Marchler überzeugt. „Und auch die von mir vor fünf Jahren beschichteten Mauerwerk-Fassaden sehen alle aus, als hätte ich gerade erst die Baustelle verlassen. Da ist nicht mal ein Staubkorn drauf. Außerdem verblasst TS nicht wie die meisten Farben durch die Sonne. So bleiben die Häuser viele Jahre schön.“

Auch feuchte Souterrains, die vorher unbewohnbar waren, lassen sich mit TS in gemütliche Räume verwandeln. „Im Gegensatz etwa zu Silikonfarben lässt sich TS problemlos auch auf feuchten Putz auftragen, ohne zu reißen oder Blasen zu schlagen,“ erklärt Michael Marchler. Seine Messungen an einem feuchten Sockel ergaben neun Monate nach der Beschichtung mit TS 24 Prozent weniger Feuchtigkeit im Mauerwerk. „Das zieht prima die Feuchtigkeit raus. Ich finde das wirklich bewundernswert, so etwas habe ich in meinen 35 Berufsjahren noch nicht gesehen“, so Marchler. „Und dabei kostet TS nicht viel mehr als eine normale Farbe.“

Da Michael Marchler mit seinen Kunden auch nach Abschluss der Renovierungsarbeiten in Kontakt bleibt, weiß er, dass fast alle Hausbesitzer deutliche Unterschiede bei den Heizkosten festgestellt haben. „Ehemals kalte, feuchte Wände sind jetzt trocken und warm. Auch wenn die Heizung mal länger ausgestellt ist, halten sich die Temperaturen“, hat der Maler festgestellt. „Und alle Kunden sagen, dass es im Sommer jetzt angenehm kühl ist im Haus.“ Zu ihnen gehört Eik Strzezyk, Besitzer einer Doppelhaushälfte in Petershagen bei Berlin. „Im Sommer heizt es sich drin längst nicht mehr so auf wie vorher, vor allem unter dem Dach. Dank TS können wir den Dachboden jetzt als Wohnraum nutzen“, berichtet er.

Jährlicher Heizölverbrauch um 500 Liter gesenkt

Warm, trocken und gemütlich ist es bei Siegfried Gulasch, seit er Anfang April 2004 Haus und Garage mit TS beschichten ließ. Sein Eigenheim in Rothenburg ob der Tauber wurde 1969 gebaut und die Fassade war seitdem nicht erneuert worden. Im Laufe der Jahre hatte der Putz den typischen graubraunen Farbton alter Häuser angenommen. „Anfangs war ich skeptisch, doch dann habe ich mir gesagt: Versuchs einfach, wenn es nicht funktioniert, hast du wenigstens einen schönen neuen Anstrich.“

Schon die Verarbeitung sorgte für Überraschungen, denn auch der von ihm beauftragte Malermeister betrat Neuland: „Er hat gesagt, mit einer Farbe, die sich so gut und sparsam verarbeiten lässt und dabei so gut deckt, hat er noch nie gearbeitet“, erinnert sich Siegfried Gulasch. Dass sich die Heizkosten mit TS tatsächlich erheblich senken lassen, stellte er nur kurze Zeit später fest. Der technisch interessierte Rentner begann nämlich sofort nach der Beschichtung Anfang April damit, drei Mal täglich zu festen Zeiten an festgelegten Punkten die Innen- und Außentemperaturen zu messen. Trotz konstant kühler Außentemperaturen und unverändertem Heizverhalten kletterte die Innentemperatur binnen zwölf Tagen um zwei Grad. Seitdem liegt die Raumtemperatur konstant bei angenehmen 22 Grad, egal ob draußen sonnige 25 Grad oder regnerische 14 Grad herrschen. „Ich werde dadurch in diesem Jahr rund 500 Liter Heizöl sparen und damit meine Kosten um mindestens 20 Prozent senken“, so Siegfried Gulasch. „So habe ich die Kosten für die Sanierung in wenigen Jahren wieder eingespart.“

In den vergangenen Wochen hat Siegfried Gulasch außerdem beobachtet, dass Regenwasser nicht mehr in der Wand versickert, sondern in Richtung Boden abläuft. „TS scheint das Haus wie eine Haut zu umschließen, ein richtiges Schutzschild eben. Und das strahlende Elfenbein sieht richtig schick aus. Ich kann wirklich nur Positives über TS sagen und es unbedingt weiterempfehlen.“

Für mehr Informationen: www.TS-europe.com


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Wärmedämmverbundsysteme
Ein Konflikt zwischen Ästhetik Bauphysik und Ökologie ?

Veranstalter : Initiative Arbeit und Umwelschutz
c/o Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
ARCHITEKTURCENTRUM HAMBURG
Tagung 8. Februar 2005. Eröffnungsreferat
Gerhard Bolten


EINLEITUNG

2003 hat das ArchitekturCentrum ein Kongreß zu Zukunft der Siedlungen aus den 50er und 60er Jahren veranstaltet. Ein Ergebnis war die Erkenntnis, daß man sich stärker mit den stadtgestalterischen Folgen der Umstrukturierung dieser Gebäude auseinandersetzen müsse. Im Mai war ich vom Initiativkreis "Arbeit und Umweltschutz" gebeten, etwas zu Perspektiven für die Hamburger Wohnsiedlungen" zu sagen. Weil diese Äußerungen teilweise kritisch ausfielen, bin ich jetzt geladen und angekündigt mit einem Referat zu
" Welchen Einfluß haben Wärmedämmverbundsysteme auf das Stadtbild "
Erlauben Sie mir, daß ich mich auch hier zunächst mit den Randbedingungen und dem Umfeld der Fragestellung befasse.


VERÄNDERUNGEN IM STADTBILD: ALLGEMEIN .
Die Auswirkungen von Wärmedämmfassaden auf Stadtbild und die einzelnen Gebäude -
insbesondere im Falle von Sanierungen - sind im Allgemeinen schnell beschrieben :
Gebäude der 50er und 60er Jahre - oft mit einer Backsteinfassade ausgeführt -
verändern sich durch Maßnahmen nach EnEV häufig stark.
Soweit es sich bei diesen Gebäuden um Architektur mit künstlerischem Anspruch handelt, haben diese Gebäude den geringen Mitteln der Zeit entsprechend in der Regel ein
sehr sparsames Dekor - häufig noch sparsamer als bei den Bauten der 20er Jahren.
Gestalterische Eigenarten liegen oft in Ansätzen zur Minimierung von Querschnitten.
Meistens sind diese Gebäude eher unauffällig.
Stadtgestalterisch wirksam ist die Häufung gleichartiger, in mittelrotem Stein ausgeführter Bereiche.

Bei WDV-Fassaden ergeben sich häufig folgende Veränderungen :
- Eine echte, massive Außenhaut ändert sich in eine unechte , angepappte Außenhaut.
- Rote Steinfassaden ändern sich in weiße, farbige Putzfassaden
- Kleine, strukturierende Details verschwinden
- Fenster versaufen tief in der Fassade.
Die Diagonalansicht solcher Hauszeilen wirkt tot.
- Die Breiten von Fensterprofilen werden plump.
- die ursprünglichen, oft eleganten Fensterteilungen werden verändert. Aus eine Dreier- Teilung wird eine Zweier- Teilung.( Grindelhochhäuser )
- Der alte Rhythmus der Fenstergliederungen verschwindet.
Daneben gibt es das Problem :
- Veralgung von Fassaden.
Solche veralgten Häuser sehen unattraktiv und ungepflegt aus.
Auf bestimmten Steinen sind Moose, Flechten und Algen dekorativ - auf Wärmedämmfassaden sicher nicht. ( Wenn man mit Algen und Moosen rechnen muß, dann muß eigentlich haptisch das Gebäude so etwas vertragen. Unsere glatten, exakten Baustoffe sind dafür in der Regel ungeeignet )
Ich möchte hier kurz auf die Behauptung eingehen, die Algen bildeten sich, weil durch die gute Dämmung keine Heizenergie die Fassade aufheizt. Das ist nur zum Teil richtig.
Wesentlich ist, daß Dämmputze zu wenig Masse haben, um Energie durch Strahlung von außen aufzunehmen.Wände mit Kerndämmung aber relativ dicker Außenschale veralgen seltener als Putze.
Im übrigen ist durch Dachüberstände etc dafür zu sorgen, daß eine Dauerbefeuchtung der Fassaden verhindert wird.


ALLGEMEINE RAHMENBEDINGUNGEN

Diese Feststellungen und die Möglichkeiten von Veränderungen und Verbesserungen dieser oft negativen gestalterischen Veränderungen müssen m.E. aber deutlich vor einem allgemeinen Hintergrund gesehen werden.
Ich möchte hinsichtlich der Verpackungseuphorie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen sondern noch einmal deutlich auf das problematische Umfeld hinweisen, vor dem wir uns mit den Problemen der Verpackungsarchitektur beschäftigen.

Ziele der Gesetzgebung :
- Reduzierung CO2 Ausstoß
- Geringerer Energieverbrauch, vor allen geringerer Verbrauch nicht erneuerbarer Resourcen.

- Ob die Schwankungen der CO2 Belastung wirklich oder in relevanter Größenordnung mit dem Heizverhalten im Zusammenhang stehen, ist wissenschaftlich umstritten.
Eine Reduzierung ist aber grundsätzlich nichts Schlimmes.

- Den Energieverbrauch nicht erneuerbarer Energien zu reduzieren, ist auch sinnvoll.
Ob dies allerdings durch dickere Verpackungen geschehen muß, vor allem, ob die Regelungen, die im Detail getroffen wurden, haltbar und zumutbar sind, erscheint mir sehr fraglich.
Ich komme hierauf später.


WO KANN FOSSILE ENERGIE EINGESPART WERDEN ?
WELCHE ZUSAMMENHÄNGE BESTEHEN ZWISCHEN EINSPARUNG UND BAUEN ?

1. Städtebau
- Verdichten
- Lücken schließen
- Verdichten insbesondere im Umfeld von Schnellbahnstationen
- Energiesparende städtebauliche Anordnungen
2. Ertüchtigung Altbauten
Der Bestand gewinnt immer mehr an Bedeutung

- Energieeinsparung beginnt bei der Verdichtung des Bestandes und - bedingt - bei der Verbesserung des Bestandes
- Energieverschwendung beginnt bei Bauvorhaben im Umland - nicht in Pinneberg
( Schnellbahnstationen ) aber in Holm-Seppensen


ÄNDERUNGEN AM BESTAND

3. Der Bestand bestimmt unser Stadtbild, genauer unsere Vorstellung von einer bestimmten Stadt in wesentlichem Maße.
Bestimmte Zonen werden als stadtbildprägend empfunden, obwohl sie nur einen Bruchteil der Fläche bedecken und einen bestimmten Anteil an der Nutzfläche betreffen.
Es sind dies die Quartiere in Barmbek und Altona, Eimsbüttel und Harvestehude, Uhlenhorst..
Daneben natürlich die Innenstadt und das Elbufer.

4. die genannten Bereiche werden wesentlich geprägt durch
a)- Bauten des 19 Jahrhunderts. Putz, Stuck.
b)- Siedlungen der 20er Jahre . Klinker, aber auch Kleinsiedlungen in Putz. Heimatstil.
c)- Siedlungen aus der Nachkriegszeit 50er /60 er Jahre. Rotstein

Die "Verpackungsindustrie" erläutert zwar schon, wie man die Stuckfassaden erneuern kann - aber glücklicherweise kommt bisher nur selten jemand auf die Idee, das auch zu tun.
Ich würde sämtliche Fassaden bis 1914 unter Schutz stellen und Veränderungen an Fenstern wie an den Fassaden nur nach besonderer Prüfung zulassen.
Die Bauten der 20er Jahre haben häufig gute Grundrisse, eine relativ gute Substanz und schlichte, aber im Detail oft differenzierte Details.
Im Grundsatz sind diese Bauten zu schützen, wie auch die meisten Siedlungsbauten der 30er Jahre.
Schutz der Fassadengliederung, der Fensterprofile, der Eingangstüren. Möglichst keine Verpackung.
5. Die Bauten der 50er und 60er Jahre sind differenzierter zu sehen.
Sie sind Zeugnis einer bestimmten, auch durch sehr geringe Mittel geprägten Epoche, die zunächst differenziert und mit Respekt zu betrachten ist.
Gleichzeitig weisen diese Gebäude oft erhebliche Mängel auf.
Die städtebauliche Anordnung ist häufig problematsisch. Quer stehende Zeilenbauten an Ausfallstraßen sind nicht mehr zumutbar
Häufig haben die Bauten eine geringe Grundrißqualität.
Meist sind Bäder und Küchen zu klein.
Mangelhafte technische Ausstattung.
Die technische Ausführung ( Schwimmende Estriche, Schallschutz etc ) entspricht nicht heutigen Vorstellungen.
Die Qualität der Fassaden ist sehr unterschiedlich und häufig einfach schlecht.
Besonders problematisch empfinde ich oft das Verhältnis von Fensterfläche zur Fassadenfläche.
Die Fensterflächen sind häufig zu klein .
Brüstungen sind so hoch, dass ein Herausschauen aus normaler Sitzposition nicht möglich ist.
Es gilt diese Schwächen nüchtern zu analysieren, gleichzeitig aber mit Respekt auch die teilweise gegebenen aesthetischen Qualitäten zu sehen und pfleglich hiermit umzugehen.

Vor diesem Hintergrund kann ich jedoch grundsätzlich keinen Grund sehen, warum einzelne Gebäude oder auch ganze Siedlungen nicht umgeformt werden sollten.
Es gibt auch eigentlich keinen Grund " rote Siedlungen " als rote Siedlungen zu erhalten -
wenn man gestalterisch auch hier nicht einzelne Elemente betrachtet sondern gestalterische Gesamtzusammenhänge betrachtet und beeinflussen kann.

6. Wenn aber Veränderungen durchgeführt werden, dann sollten sie hinsichtlich der Gesamtform und hinsichtlich ihrer Gestaltqualität gut sein.
Einige von Ihnen haben neulich im Architekturzentrum die Hinweise von Prof . Schulze vom Rheinisachen Amt für Denkmalpflege auf sogenannte Gestaltgesetze gehört.
Grob vereinfacht :
Bestimmte Teile einer Gesamtform können gestaltbestimmend sein, andere sind von untergeordneter Bedeutung.
Ändert man einzelne Teile, dann ist zu prüfen, ob eine stimmige Gesamtform entsteht und ob die Veränderung dieses einen Teiles eine Veränderung sonstiger Teile nahelegt.
Solche Überlegungen sind eine typische gestalterische Aufgabe für Architekten.

7. Fenster gehören hinsichtlich ihrer Größe und Detailausbildung zu den gestaltwirksamsten Elementen einer Fassade.
Es ist daher sehr problematisch, zuerst die Fenster als Einzelmaßnahme zu verändern und dann getrennt über Aufstockungen oder Verpackungen nachzudenken.
Fensterelemente gehören ( sowohl bauphysikalisch als auch gestalterisch ) nach vorne.
Historisch in Norddeutschland häufig ganz nach vorne.( Kastenfenster )
Für den Straßenraum ist eine solche Anordnung sehr wichtig.


HINWEISE ZU PROBLEMEN DER ENERGIEEINSPARVERORDNUNG.

Im Laufe der letzte Jahre sind die Architekten und Bauherren mit einer Fülle von Gesetzen und Novellen zur Energieeinsparung konfrontiert worden.
Dazu gibt es amtliche und halbamtliche ( durch Bundesagenturen verbreitete ) Erläuterungen.
Die Texte einschließlich der Normen, auf die Bezug genommen wird, umfassen mehr als 800 Seiten.
Allein diese Fülle ist ein Skandal und mich wundert wie brav und ohne lautes Murren die Architektenschaft dies mitmacht.
Dieses Schweigen hängt auch damit zusammen, daß die meisten Architekten bauphysikalisch nicht sattelfest sind ( das ist ein anderer Beruf ), die verschiedenen Formen von Wärmefluß und Energiestrahlungen nicht beherrschen und bei Widerstand sofort als Reaktionäre und ewig Gestrige abgestempelt werden.
Es ist aber offensichtlich so, daß sowohl die EnEV 2002 oder EnEV 2004 nach wie vor unter Bauphysikern völlig umstritten sind.
Ich halte es für ein Unding, daß dieser Streit auf dem Rücken von Bauherren und Architekten ausgetragen wird.
Ich kann nur jedem empfehlen, das Heft " Topthema WärmeEnergie", Sonderheft des VBN, jetzt VBD, des größten deutschen Bausachverständigenverbandes , zu lesen.
Das Heft kostet 33 € und ist im Fraunhofer IRB Verlag erschienen.
Hier kommen sowohl Prof. Gertis als deutlicher Befürworter der Verpackungslehre als auch Konrad Fischer als vehemter Kritiker zu Wort.
Das Heft wird Ihr Bewußsein für die Problemhaftigkeit der Verordnung, insbesondere aber für die Problemhaftigkeit der Wärmedämmfassaden schärfen.

Lassen Sie mich auf vier Aspekte besonders eingehen, die aus meiner Sicht die Fragwürdigkeit der EnEV deutlich machen.
1. Nichtberücksichtigung der Klimabedingungen
2. Falsche Rechenansätze
3. Energiebedarfsausweis . Rechtlich unklar.
4. Vielfalt und Unübersichtlichkeit der Bestimmungen

1. Klimabedingungen.
Auf der Insel Mainau wachsen bekanntlich Bananen.
Es ist deshalb aber noch niemand auf die Idee gekommen, noch weiter südlich am Fuße der Zugspitze Bananen oder Kokussnüsse anzupflanzen.
Das Klima in Blankenese auf der Wasserseite ist sicher anders als in den schattigen Nordhanglagen an der Babendiekstraße.
Die EnEV kennt aber keine Klimazonen. Das ist offensichtlich Unfug und widerspricht allem, was sich über Jahrhunderte durch Erfahrung als richtig und beachtenswert herausgestellt hat.
Die Änderungsverordnung 2004 hat jetzt sehr nebulos ( es werden weitere Ausführungsbestimmungen folgen ! ) in § 13 ( 6) auf die Möglichkeit einer Berücksichtigung klimatischer Einflüsse hingewiesen - allerdings nicht in Bezug auf die Verordnung als solche sondern in Bezug auf den sogenannten Energiepaß.
Die Bürokratie erzeugt ein Monstrum nach dem anderen.
Halt : es gibt natürlich Hinweise auf Klimazonen .
In der DIN 4108, Teil 2 neu aus 2003. Da sind Klimazonen erwähnt.
Aber ihr Einfluß auf die EnEV -- das ist ein weiteres Thema.
2. Nördlich des Polarkreises gibt es keine Mäuse.
Dies liegt an dem ungünstigen A/V Verhältnis : Außenhaut relativ groß, Volumen klein.
Diese A/V Verhältnis spielt in der EnEV eine wesentliche Rolle.
Es bildet einen der zentralen Rechenwerte gem. Anhang 2, Tabelle 1 zur Ermittlung der Transmissionswärmeverluste.
Die anzusetzenden Verlustwerte, die unmittelbar in die Bedarfsberechnungen einfließen liegen zwischen 0,63 und 1,03. Unterscheiden sich also fast um den Faktor 2.
Nun liegt z.B. das A/V Verhältnis von 0,6 vor bei folgenden Gebäudegeometrien
a) 10 m x 10 m x 10 m
oder
b) 10m x 5,71 m x 40 m
oder
c) 8,0m x 6,0 m x 120,0 m
( siehe auch VBN-Heft, Prof.Dr.-Ing.C. Meier "Energiesparverordnung - ein Mißgriff" )
Niemand wird ernsthaft für diese Gebäude ( wohl möglich einmal in N-S Richtung ein anderes Mal in O-W Richtung gebaut ) annehmen, sie unterlägen vergleichbaren Einflüssen aus Einstrahlung und Abstrahlung.
An diesem Beispiel wird deutlich, daß es sich bei den Berechnungen der Verordnung um eine wilde Mischung zwischen physikalischen Größen und willkürlichen Festsetzungen handelt.
Ich will das nicht weiter kommentieren. Die Befürworter der Verpackungslehre werden es nicht glauben wollen : Rechnen Sie, bitte, nach.
( wenn man eine Relation, eine Verhältniszahl zwischen einer 2.Potenz und einer 3. Potenz herstellt, wird es immer schwierig )
Eine rechtliche Bestimmung auf einer solchen, mathematisch unsinnigen Grundlage ist absurd.

3. Der Energiebedarfsausweis.

In einer nicht ganz klaren Mischung zwischen Bundesrecht und Landesrecht ( und EU-Regelungen ) werden bestimmte Ausführungen festgesetzt sowie bestimmte Bescheinigungen gefordert.
Wer mit der Ausstellung eines Klimapasses ( der offensichtlich zumindest teilweise auf unsinnigen aber gesetzeskonformen Rechenansätzen beruhen kann ( siehe oben ) ), wem gegenüber was garantiert , ist unklar und wird sicher den Gerichten und den Gutachtern zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.

Wer kann wen verklagen, wenn die im "Energiebedarfsausweis" errechneten Werte in der Praxis nicht eingehalten werden ( weil vor der Südfassade ein immergrüner städtischer Baum steht ),
oder weil der Mieter in der unteren Wohnung ständig excessiv lüftet ?,
oder weil die zahlreichen möglichen Interpretationen des Rechenwerkes falsch interpretiert wurden ?
Die Architekten ( haften sie nicht neuerdings 30 Jahre lang für Ihre Planungen ? ) sollen eine Verordnung umsetzen, die fachlich höchst umstritten ist, nach Meinung vieler Fachleute zu starken Schäden führen kann, die Energieeinsparung aber keineswegs garantieren kann.
Nach 30 Jahren wird sich Herr Trittin an nichts mehr erinnern und der Dämmstoffindustrie wird schon gar nicht beizukommen sein.
Die Kammern sollten Formulare entwickeln, wie sich der Architekt davor schützen kann, aus diesem Wirrwar haftungsrechtlich in Anspruch genommen zu werden.
In einem grundsätzlich der EnEV positiv gegenüberstehende Berechnung kommt der Autor Borsch-Laaks zu dem Ergebnis, daß bei einem bestimmten Musterhaus der Holzfertigbauindustrie sich bei Berechnungen nach EnEV um bis zu über 100 % abweichende Ergebnisse ergeben gegenüber den Ergebnissen, die sich - bei bauphysikalisch im Grundsatz gleichen Annahmen - ( ohne Diskussion der Unterschiede zwischen Strahlungswärme und Konvektionswärme ) unter genauerer Berücksichtigung einzelner Ausführungsdetails ergeben. Was gilt im Zweifelsfall ?

4. Vielfalt und Unübersichtlichkeit der Bestimmungen
Die Art der Bestimmungen und der Rückgriff auf Referenzen ( DIN, Gesetze, Verordnungen, Ausführungsbestimmungen ) ist nicht praxistauglich.
Sollen Berechnungen nach EnEV überprüft werden, bleibt zunächst nur die Möglichkeit zu prüfen, ob die Tabellenwerte richtig eingeben wurden.
Es mag dann zwar inhaltlicher Unfug herauskommen, dem Gesetz nach ist aber alles richtig.
Ich zitiere aus : Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier. " Energiesparverordnung, ein Mißgriff" in der genannten VBN Zeitschrift, Seite 95 .
"... es -.,. ergeben sich allein für diesen schmalen bauphysikalischen Sektor weit über 340 Seiten DIN-Normen und VDI Vorschriften, die untereinander noch nicht einmal immer kompatibel sind."
Der Staat soll schlanker werden, die Grundlagen der HOAI werden entsorgt und gleichzeitig sollen sich die Architekten bei geringerer Honorierung durch einen solchen Wust von Bestimmungen sich durchfressen ?

Zur EnEV gibt es inzwischen 6 halbamtliche "Staffeln " "Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung". Nachzulesen u.a. auf den Seiten des DIBT., Berlin.
Dort äußern sich Experten ( mit Haftungsausschluß aber quasi amtlich ).
Zur Frage z.B., wie Wintergärten rechnerisch zu berücksichtigen sind, gibt es eine
14 (!) - seitige Erläuterung der Verordnung, gespickt mit Querverweisen.
Die 6. Staffel wurde von der Fa ZUB, Kassel betreut.
Dort heißt es zu den Erläuterungen : Bei den Antworten handelt es sich um Auslegungen und Meinungen von verschiedenen Experten, die das Zentrum für Umweltbewusstes Bauen e.V. kostenlos bereitstellt und keinerlei Haftung und Gewähr für die technische oder sachliche Richtigkeit übernimmt.


WEITERE BEISPIELE FÜR KONSTRUKTIVE UNGEREIMTHEITEN

Auf die Fragen, die nach Expertenmeinung mit der wenig oder nicht berücksichtigten Strahlungswärme gegenüber der Konvektionswärme zusammenhängen, will ich im Detail nicht weiter eingehen.

Drei weitere Bespiele jedoch für konstruktive Probleme und Unstimmigkeiten
1.
Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand und es widerspricht der Erfahrung, daß ungedämmte, massive Südwände energetisch schlechter behandelt werden, als gedämmte Fassaden, obwohl die Südwand - auch bei Bewölkung - ungedämmt erhebliche Energiegewinne aus Sonnenstrahlung aufnimmt.
Eine GRE Broschüre setzt bei Südwänden einen Strahlungsgewinnkoeffizienten an - das ist vernünftig.
In der Verordnung fehlt ein solcher Rechenansatz - oder habe ich etwas überlesen ?

Die "Tabelle 2 des Anhanges 1 der Langfasssung der Energieeinsparverordnung zur Änderungsverordnung 2004 "führt zwar "Solare Gewinne" auf, diese beziehen sich aber anscheinend nur auf Fenster, nicht auf die Wand.
"Anscheinend" heißt, daß auch in der wiederholt überarbeiteten Fassung der EnEV der Text sprachlich unklar ist.

2.
Ein Dachboden. Gegen das Untergeschoß sehr gut gedämmt. In der Dachfläche evtl. gedämmt.
Ohne Heizung wird der Raum nach einer Weile kalt werden.
Wenn ich das richtig sehe, ist er fast wie "die frische Luft" zu bewerten. Offensichtlicher Unfug.( Temperaturkorrekturfaktor 0,8 )

3. Wir bauen Strahlungsheizungen ein.
Die Fenster sind ( leicht ) undicht. Der Raum ist trotzdem behaglich warm.
Er ist in der Realität warm - nicht rechnerisch - vor allem nicht im Sinne des Gesetzes.


WELCHEN EINFLUSS HAT DIE DÄMMUNG DER AUSSENWÄNDE ?

1. Zunächst : es ist sinnvoll, über Energieeinsparung nachzudenken
2. Es gibt offensichtlich Bauteile, über die sehr effektiv tatsächlich hohe Energieeinsparungen erreicht werden können.
Dazu gehören
- Dämmungen von Kellerdecken
- Dämmungen von Dachgeschoßdecken
- Gute Fenster
- effektive Heizsysteme
- Rückgewinnung von Abluftwärme
- das Trockenhalten von monolithischen Außenwänden
- Das Dämmen von Nordwänden
3. Dämmt man monolithische Außenwände, dann bringt werden bereits ca 60 % der Einsparung der Heizenergieverluste über die Wand mit einer Dämmung von nur 4 cm erreicht. ( Rechnerisch, unter der problematischen Annahme sonst stationärer Verhätnisse )
4. Da die Außenwände bei konventioneller Bauweise nur 10 % bis 20 % der Gesamtenergieverluste ausmachen, ist offensichtlich eine Extremdämmung der Wände Unfug.
5. Es gibt entsprechend Untersuchungen, daß bei verschiedenen Mietwohnhäusern, mehrgeschossig der Gesamtenergieverbrauch durch das Einpacken nur um 5% bis 6 % gesunken ist - obwohl der rechnerische U-Wert auf 40 bis 45 % gesunken ist.
Schlußfolgerung : Man kann vieles machen. Bei massiven, dicken Außenwänden gehört zur tatsächlichen Energieeinsparung das Verpacken mit Styropor nicht zwingend dazu.
Das Verpacken von Südwänden ist m.E. sogar fachlich falsch ( sofern die Wand nicht auf Grund besonderer Umstände dauernd verschattet ist )

BEFREIUNGEN

Ich möchte, bevor wir uns dem zuwenden, was passiert, wenn man ohne weitere Bedenken die Energieeinsparverordnung übernimmt, die Skeptischen unter ihnen auf § 17 aufmerksam machen.
Dort heißt es :
Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen.
Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können.
Nutzen Sie ihre Freiheiten und Ihren gesunden Menschenverstand.
Ferner verweise ich auf § 16. Ausnahmen bei "erhaltenswerter Bausubstanz".

RESUMÉ

Das Sparen von Energie ist sinnvoll.
Der rechtliche Hintergrund, vor dem bestimmte Maßnahmen durchgeführt werden sollen, ist zweifelhaft.
Das Verpacken von Wänden ist zumindest in der Form, wie sie von der Energieeinsparverordnung nahe gelegt wird, offensichtlich wenig effektiv.
Da das Verpacken einen groben Eingriff in die Fassaden darstellt, sollte es nur in Einzelfällen durchgeführt werden.
Bestimmte Fassadentypen sollten per Gesetz grundsätzlich geschützt werden und nur im Ausnahmefall verpackt werden dürfen.
Wo Fassaden durch eine Verpackung verändert werden, kann und muß man man über ein abgestimmtes formales Konzept nachdenken, das auch grundsätzliche Veränderungen der Fassade, wie z.B. größere Fenster zuläßt.

Zur Tagung :
Tun wir so, als bescherten uns die Vorschriften zu Energieeinsparung sinnvollen Ansätze, und greifen von diesen Ansätzen den vermutlich gestalterisch problematischten heraus : die Verpackung der Fassade :
Was passiert architektonisch und stadtgestalterisch, wenn ich einzelne oder viele Gebäude einpacke ?
Wie kann ich im Zuge der Verpackung und Umformung evtl. sogar die Gestalt verbessern.
Der Kollege Streb wird Ihnen hierfür weitere Denkansätze und Beispiele präsentieren.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Gerhard Bolten
Architekt BDA
öbuv Bausachverständiger ( AKHH )
www.gerhard-bolten.de

zum Autor:
Hamburg
Architekt BDA Dipl.Ing.
Stadtplaner SRL
VBD, VDI
ö.b.u.v. Bausachverständiger
Link: www.gerhard-bolten.de


Krachende Schwarten?
Ein kritischer Blick auf Mörtel, Putz und Anstriche am Baudenkmal


B a u h a n d w e r k 3/2003 S. 49 ff.
FACHTHEMEN, Anstrich und Putz

Für das Erhalten und Erneuern von Mörtel, Putz und Anstrich am Baudenkmal gelten immer noch die
alten Handwerksregeln. Viele Sanierungsschäden belegen das. Die Gebrauchstauglichkeit der für den
Stuckateur, Putzer und Maler optimierten modernen Fassadenprodukte muss sich an den traditionellen
Baustoffen und Rezepten messen lassen. Es kommt dabei nicht nur auf Handwerkskunst, sondern
natürlich auch auf die Bestandsverträglichkeit an.

Dipl.-Ing. Konrad Fischer,
Architekt,
Hochstadt a. Main

Betrachten wir die in „neuem Glanz“ erstrahlenden, sanierten Fassaden einige Zeit nach ihrer feierlichen Enthüllung, gibt es hin und wieder Überraschungen: Das Mauerwerk bröckelt, Fugen und Putz stehen hohl und rissdurchfurcht, der erst so strahlende Anstrich pellt sich ab wie eine schrumpelige Orangenhaut, ist außen dreckgrün bewachsen, darunter feinstes Mehlkorn. Nanu! Waren nicht ausgesuchte Experten: Mineralogen, Bauchemiker und -physiker, Firmenberater, altbauerfahrene Baubetriebe und Planer, sogar ein Projektsteuerer vorsorglich gutachterlich und baubetreuend eingeschaltet worden – und nun das?

wpe2.jpg (27170 bytes) Mit Luftkalkmörtel und Kalktünche
instand gesetzte Fassade
eines Fachwerkhauses
Foto: Konrad Fischer

Mauerwerk

Vielerlei Kräfte beeinflussen nun einmal die Funktion und Lebensdauer der Fassade: Feuchtebelastung aus Regen und Kondensat, Temperaturänderungen von außen und innen, UV-Strahlen, Eigen- und Nutzlasten mit Druck- und Zugkräften beeinträchtigen ihren Konstruktionsverbund. Gerade am Baudenkmal, das seine Bauqualität oft über Jahrhunderte erwiesen hat, können wir lernen,  worauf es dabei ankommt.

Die alten Baumeister errichteten dauerstabile, trocknungsfähige Fassaden. Sie sollten Kräfte aus der Nutzung und
Wetterbelastung möglichst gutmütig aufnehmen und letztlich in den Baugrund einleiten. Dafür verwendeten sie feste Steine mit geringer Wasserrückhaltung und hohem Austrocknungsvermögen, kombinierten Baustoffe mit eng beieinanderliegender Temperaturdehnung und fügten die Bauteile so zusammen, dass sie den einwirkenden Kräften möglichst lange widerstehen konnten.

So entstand hohe Verbundelastizität mit kapillaraktiv trocknungsförderndem Gefüge aus feinporigen Mauersteinen – vorwiegend Naturund Backstein, oft mit grober Füllung als Schalenmauerwerk. Gemauert und verfugt wurde mit grobporigem Kalkmörtel, dessen Körnung, Porendurchmesser und Festigkeit nach außen abnahm. Das hielt Regenwasser außen, beförderte aber dennoch eingedrungene Nässe schnell heraus, erzielte elastischen Haftverbund bei wechselnden Lastfällen und verkraftete auch die zur Oberfläche ansteigende Temperatur- Belastung.

Die historische Architekturgliederung mit vorkragenden Elementen vom Traufgesims bis zum Sockel sah nicht nur gefällig aus, sondern schützte die Gesamtfassade gegen Wind und Wetter. Die Architekturmode ordnete sich den konstruktiven Erfordernissen unter.

Mörtel für Fugen und Putz

Der Mörtel als wichtiger Bestandteil der Gebäudehaut hat viele Funktionen: schadlose Aufnahme und Verteilung der angreifenden konstruktiven und thermischen Lasten, Abdichten gegen eindringendes Wasser und schnelles Entfeuchten eingedrungenen Wassers. Dafür muss er gleichzeitig fest und elastisch, gleichzeitig wasser- transportierend und wasserabweisend sein.

wpe4.jpg (17918 bytes) Rissabdichtung der Zement-
fugenrisse eines Bruch-
steinmauerwerks
mit Luftkalkschlämme
– Kalksteinfassade
flächig im Steinton,
die Granitsteinfassade
fugensichtig

Foto: Konrad Fischer

Wie lösten das die alten Baumeister? Mit Luftkalkmörtel! Er wird ausreichend fest, um die Lasten vom windumtosten Bergfried bis zum himmelragenden Dom durch die Jahrhunderte zu tragen. Dabei verarbeitet er allfällige Bewegung recht kommod und schließt in einem Selbstheilungsprozess sogar entstandene Risse durch Nachversinterung seiner freien Kalkbestandteile unter Nutzung des dort kapillar eindringenden Wassers. Auf schwierigen Altuntergründen bieten Rohrmattenkalkputze eine bewährte und substanzerhaltende Lösung – innen wie außen.

Doch Vorsicht vor zu harten Rezepten mit Hydraulbindern! Dazu im Gegensatz stehen die maschinengängig feinkörnigen, gar kunstharzverschnittenen Zementmörtel: Sie sind meist zu fest, ihre Wärmedehnung ist gegenüber den Mauersteinen oft wesentlich höher, ihre Kornfeinheit begünstigt die Schwundrissbildung im Frischmörtel, aufgenommenes Wasser halten sie lang zurück.

Deswegen reißen solche Fugmörtel an den Fugenflanken ab, stehen alsbald hohl und wirken dann als kapillaraktive Feuchtefallen. Die Entfeuchtung belastet dann den Stein, der dabei durch Frostangriff und Salzeinwanderung aus dem alkalienreichen Trass- beziehungsweise Zementmörtel seine Oberflächenfestigkeit verliert und verwittert.

Historische Zementfugen gehören aber zum Denkmalbestand. Sie können mit Luftkalktechnik technisch und wirtschaftlich sinnvoll instandgesetzt werden. Fehlstellen und Risse können damit harmlos geschlossen werden, was den zukünftigen Wasserangriff entscheidend begrenzt.

Bei Putzflächen neigt so mancher schnellabbindende, hochfeste und wasserabweisend rezeptierte Nachkriegsmörtel ebenfalls zu Rissnetzbildung, Krusten, Hohlschollen, Versalzung und Frostzermehlung des Untergrunds. Bei gipshaltigem Bestand (nicht untypisch am Baudenkmal) krönt der Zement seinen Substanzangriff dann durch Ettringittreiben.

Die alten Baumeister dagegen konstruierten nach der mittelalterlichen Epoche der Einlagenputze eine trocknungsaktive Mörtel-Kapillarpumpe: das abbindungsfördernde und schwundrissvermeidende Prinzip der Mehrlagigkeit kombinierten sie mit nach außen abnehmenden und dadurch feuchtetransportierenden Mörtelporen.

Dazu brauchte nur der Korndurchmesser des Zuschlags für jede neue Lage etwas verringert werden. Sobald andererseits die äußeren Feinporen im Regen bewässert waren, stoppte der Kapillartransport nach innen – es gibt kapillaren Wassertransport nur von Grob- nach Feinporen, nie umgekehrt. Kalkgebundener Putz und Fugmörtel nimmt Wasser zwar etwas auf, er trocknet aber schnell wieder. Das puffert innen überhöhte Raumluftfeuchte und vermindert außen die Feuchtelast auf Problembereichen wie Gefach-Balken-Fugen im Fachwerkbau oder sonstige nässegefährdete Fassadenbereiche.

Wasserabweisend hochgerüstete Fassadenbaustoffe verkehren das ins Gegenteil. Die schwarzgrün veralgten Schimmelflächen sind bekannt. Ein unter der Hydrophobie schwer trocknender und kaum karbonatisierender Kalkputz wird nicht lange an der Wand bleiben. Hydrophobie heißt nämlich auch Wasserabdichtung nach innen. Wohin dann mit dem unvermeidlichen Porenwasser, wenn der Frost naht?

Und der Anstrich?

Historische Bauten waren ursprünglich meist farbig gefasst. Die dafür üblichen Kalktünchen verstärkten die Kapillartrocknung an der Fassadenoberfläche und hielten sie durch ihren natürlichen Abkreidungseffekt lange ansehnlich. Die Denkmaltümelei der romantischen Architekten hat dies nie wissen wollen und mit Salzsäure und anderen Putzmittelchen das bunte Kleid der historischen Fassaden auf „natur“ gereinigt.

Heute staunen wir, wie derart malträtierte Oberflächen in kurzer Zeit zerbröckeln und verdächtigen unsere Industrieabgase – nie war die Luft sauberer als heute! Holz- und Kohlebrand, Brandrodung und Stadtbrände konnte eine Kalktünche recht gut ertragen – die vaterländische Denkmalhysterie und so manchen schlauen Restaurator schon weniger.

Getoppt wurde dann die Natursichtigkeit mit wasserabweisenden und festigenden Chemietunken auf pottaschenabsondernder Wasserglasbasis beziehungsweise reich versetzt mit synthetischen Polymerdichtstoffen. Das vernichtet die Trocknungsfähigkeit der Fassade, liefert Schadsalzfrachten frei Haus oder löst im dauerfeuchten Milieu hinter der Kunstharzschwarte Alkalien aus den Mörteln. Kondensat kann zwar dank dampfdurchlässiger Beschichtung rein, kondensierte Flüssigkeit jedoch nicht mehr hinaus. Das Rissnetz der gealterten Synthetikschicht nimmt obendrein viel Regenwasser auf. So verkrusten die plötzlich hyperempfindlichen Oberflächen und schälen sich vom entfestigten Untergrund ab.

Mit traditionellen Kalktünchen und handwerksgerechter Pflege stünden unsere geplagten Baudenkmale heute besser da, als nach all den modernen „Denkmalschutz- Wohltaten“. Hier muss der brave Handwerker wieder ansetzen, wenn er das Denkmal pflegen will: Mauern nach alter Väter Sitte mit gutem Stein und Luftkalkmörtel, Putz, Stuck und Anstrich in unverfälschter Kalktechnik.

wpe5.jpg (6642 bytes) wpe6.jpg (12880 bytes)
wpe8.jpg (4566 bytes) Foto links oben:
Putzgrund unter abgeplatztem Sanierputz

Foto rechts oben:
Mit Luftkalkmörtel gelingen Beiputzarbeiten rissefrei

Foto links unten:
Überfeste und -dichte Wasserglasfarbe löst sich
vom Kalkputz einer barocken Klosterfassade

Fotos: Konrad Fischer


Was ist zu tun?

Zunächst einmal sollte ein Denkmalbauherr die Fassade seines Hauses einrüsten lassen, um die wesentlichen Schäden aus der Nähe kennen zu ernen. Dann müssen die Reparaturalternativen mit einem kompetenten Handwerker in Kleinflächen getestet werden. Diese muss man auch überwintern lassen und so Spreu vom Weizen trennen. Alles vorzugsweise in handwerklich traditioneller Reparaturtechnik, wobei die substanzschonende Abnahme bauchemischer Beschichtungen hin und wieder Chemikalien wie Entlacker und Dispersionsabbeizer erfordert.

Wenn klar ist, wie es geht, muss alles kalkuliert, das Baubudget abgesichert und öffentlich detailliert ausgeschrieben werden. Wichtig: Nur Bieter mit den geforderten handwerklich traditionellen Techniken in der Referenzliste des namentlich zu benennenden Vorarbeiters zum Wettbewerb zulassen! Das sichert die zumindest an Baudenkmalfassaden notwendige Qualität und eine kostensichere Baudurchführung zu fairem Preis. Die vielgeliebte beschränkte Ausschreibung oder gar freie Vergabe am Baudenkmal wird zwar gerne als Notnagel für dürftigste Null-Mindestsatz-Planung missbraucht, sie garantiert aber keine Qualität. Das kann nur die exakte, firmenunabhängige unbeschränkte Ausschreibung, die ihren Schwerpunkt auf VOB-getreue Leistungsbeschreibung und verschärften Eignungsnachweis der Bieter legt.

Das ist dann zwar nicht zum Nulltarif zu haben, aber auch ein Bauherr eines denkmalgeschützten Gebäudes kann jetzt mit der neuen AfA Immobilien linear abschreiben. Das heißt, er kann nicht nur die Instandsetzungskosten steuerlich geltend machen, sondern auch einen – wie bei einem Auto – zugrunde gelegten Werteverlust der Immobilie abschreiben, genannt Afa (Absetzung für Abnutzung).

Was aber nicht vergessen werden darf: Jede Technik hat ihre Grenzen. Der Vorteil der Kalktechnik besteht aber darin, im Versagensfall erst mal sich selbst, nicht den Bestand zu opfern. Und das ist schon was – wenigstens am Baudenkmal.
 

Interessante Internetadressen - empfohlen von DIMaGB.de Linktipps
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       www.konrad-fischer-info.de

Architektur-& Ing.büro Konrad Fischer
Hauptstr.50, D-96272 Hochstadt/Main
Tel.:09574-3011
Mob.:0170-7351557
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Interessante Internetadressen - empfohlen von DIMaGB.de  BAUHANDWERK
       http://www.bauhandwerk.de


BAUHANDWERK


Denkmalpflege:
Das WTA-Merkblatt „Kalkputze in der Denkmalpflege“

stellt die grundlegenden Voraussetzungen für die Anwendung von Kalkputzen bei der Restaurierung historischer
Bauwerke dar. Es wendet sich an Architekten, Planer, Denkmalpfleger und Handwerker.

Ziel des Merkblattes ist die Vermeidung von Schäden durch Information über die spezifischen Eigenschaften von Kalkputzen und die daraus resultierenden Besonderheiten bei ihrer Verwendung.

Zunächst wird auf die verschiedenen Baukalke und ihre Erhärtungsmechanismen eingegangen. Die für die Auswahl eines geeigneten Kalkputzes wichtigen denkmalpflegerischen und physikalisch-technischen Aspekte werden erläutert.

Es folgen Hinweise zur Rezeptur von Baustellenmischungen, zur Verarbeitung von Kalkputzen, zu entsprechenden Rahmenbedingungen und zu den Grenzen der Anwendbarkeit...

WTA im Internet: www.wta.de

Quelle : BBG News Februar 2003
Die BBG News können Sie hier bestellen: www.bbg-direkt.de.



Denkmalgeschützte Gebäude

Ein unter Denkmalschutz stehendes Haus kann viel Freude bereiten und trägt in aller Regel zum Renommee des Eigentümers bei; Pflege und Erhalt bedeuten aber auch die Bereitschaft zur Übernahme gewisser Verpflichtungen. Das Flair des Alten spiegelt Tradition und Geschichte wieder, alte Handwerks- und Bautechniken sind stets gegenwärtig, und in aller Regel besitzen diese Bauwerke einen unvergleichlichen Wohnwert, der nicht selten in starkem Kontrast zu den in heutiger Zeit errichteten, vielfach nicht auf Umwelt, Nachhaltigkeit und Wohnbedürfnisse Rücksicht nehmenden Bauwerken steht.

Auch unterfinanziellen Gesichtspunkten lohnt oftmals der Erhalt historischer Bauten. Steuererleichterungen, staatliche Sparförderung, Förderungen durch Mittel des Sozialen Wohnungsbaus, Zuwendungen aus der Städtebauförderung, Wohnungsmodernisierungs- und Energieeinsparungsgesetzen sowie Zuschüsse und Mittelaus Sonderprogrammen der Öffentlichen Hand oder auch Institutionen, Körperschaften, privaten Stiftungen und Initiativen können dazu beitragen, Mehraufwendungen beim Unterhalt denkmalgeschützter Bausubstanz aufzufangen bzw. zu verringern.

Um fundierte Entscheidungen im Hinblick auf den Erwerb, geplante Umbaumaßnahmen und vorgesehene Nutzungen eines denkmalgeschützten Gebäudes treffen zu können, ist die Kenntnis einiger grundlegender Gedanken, Regeln und Anforderungen des Denkmalschutzes hilfreich.

Denkmalschutz ist definiert, geregelt und legitimiert. Unter "Denkmalschutz" werden in erster Linie die administrativen Maßnahmen zur Erhaltung der Kulturdenkmäler verstanden, insbesondere die Anwendung der Denkmalschutzgesetze (s.w.u.), Inventarisierung und Erfassung der Denkmäler in Listen und Büchern, während "Denkmalpflege" die Bauunterhaltung, d.h. alle praktischen Maßnahmen zur Erhaltung von Denkmälern wie Konservierung (Haltbarmachung von Bauteilen), Restaurierung (Wiederherstellung von Kunstwerken), Rekonstruktion (Wiederherstellung von Gebäuden) und Sanierung (nachhaltige Instandsetzung ) umfaßt.

Zur Definition:

Was ist ein Einzeldenkmal?

Ein Einzeldenkmal (Baudenkmal) ist eine bauliche Anlage, an deren Erhalt aufgrund z.B. einergeschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen, städtebaulichen, volkskundlichen oder technischen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht und die entweder durch Verwaltungsakt oder kraft Gesetzes Denkmaleigenschaft erlangt hat. Auch die Umgebung eines Einzeldenkmals, soweit sie für dessen Erscheinungsbild von prägender Bedeutung ist, darf nicht so verändert werden, dass die Eigenart und das Erscheinungsbild des Denkmals wesentlich beeinträchtigt werden (denkmalschutzrechtlicher Umgebungsschutz).

Was ist ein Ensemble?

Unter Ensemble versteht man eine Gruppe baulicher Anlagen wie z.B. historische Stadt- und Ortskerne, Straßenzüge, Plätze und Gebäudegruppen, bei der nicht jede einzelne Anlage selbst Baudenkmal sein muss, die aber als Ganzes - bei Vorliegen der unter Einzeldenkmalen genannten Voraussetzungen - ein Denkmal darstellen.

Teile des Ensembles können eigenständige Baudenkmäler mit besonderer Ausstattung sein. Der Ensembleschutz zielt auf die Denkmal- und Erhaltungswürdigkeit ganzer Orts-, Platz- und Straßenbilder ab. Der denkmalschutzrechtliche Umgebungsschutz gilt für Ensemble ebenfalls.

Zu den Anforderungen des Denkmalschutzes:

Welche besonderen Anforderungen ergeben sich aus dem Denkmalschutz?

Das traditionelle Aufgabenfeld der Denkmalpflege ist die weitgehende Erhaltung und die wissenschaftlich gesicherte Restaurierung des historischen Bestandes. Dies trifft auf das Einzeldenkmal wie auf Gebäudeensemble gleichermaßen zu.

- bei Einzelbauten

Die Betreuung alter, gerade unter Denkmalschutz stehender Wohnbauten erfordern einen großen Aufwand, insbesondere viel Liebe zum Erhalt des Details und entsprechende handwerkliche Techniken. Soviel wie möglich ist an originaler Bausubstanz zu erhalten, so wenig wie möglich abzutragen und zu zerstören. Nur das Notwendige ist zu sanieren: ,,gesunde" und unzerstörte Materialien verbleiben im Objekt. Befunde sind zu dokumentieren.

Bei einer Neu- oder Umnutzung historischer Gebäude fällt der Zuweisung von Nutzungen, die eine langfristige Erhaltung und Pflege der Gebäude sicherstellen, besondere Bedeutung zu. Hierbei ist zu beachten, dass die weitgehende ldentität der neuen mit den alten Nutzungen den Funktionserhalt eines historischen Gebäudes, Freiraums oder Quartiers erleichtert. Die Denkmalwürdigkeit der Bauten bleibt weitestgehend erhalten, wenn die geänderten bzw. neuen Funktionen den vorhandenen Räumen angepasst werden. Wenn vorhandene historische Bauteile erhalten und auch Raum- und Funktionszusammenhänge gewahrt bleiben, ist aus der Sicht der Denkmalpflege meistens schon eine sicht- und spürbare Verbesserung des Gebäudes zu erzielen.

lm Bereich der Denkmalpflege ist bei baulichen Einzelobjekten folgendes denkbar:

- Handwerkliche Maßnahmen zur Erhaltung und Erneuerung der originalen, historischen
Bausubstanz durch Restaurieren, Ergänzen und Auswechseln einzelner Bauelemente,
- die teilweise Erhaltung oder die Ergänzung einzelner erneuerungsbedürftiger Bauelemente
durch neue Bauteile,
- die teilweise Erhaltung der Bausubstanz (2.8. die Erhaltung der äußeren Bauform
bei Entkernung und neuem lnnenausbau),
- Neubauten unter Wiedervenruendung einzelner historischer Bauteile oder Bauelemente
alter Häuser (Spolien).

Die Wertigkeit der vorstehend genannten Möglichkeiten ist jedoch stets im Einzelnen
mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden (s.w.u.) abzustimmen.

- beim Ensemble

Die Betreuung denkmalgeschützter Einzelgebäude innerhalb eines Ensembles erfordert die gleiche Behandlung wie oben dargestellt. Das Ensemble selbst ist meist abhängig vom historischen Stadtgrundriss, so dass alle Sanierungsmaßnahmen darauf abzielen, den historischen Stadtgrundriss zu erhalten.

lm Bereich der Denkmalpflege ist beim Ensemble folgendes denkbar:

- Denkmalwerte großräumige Ensembles können in ihrem historischen Erscheinungsbild
durch Beschränkung von Bausubstanzverlusten und trotz Wandels der Funktionen
erhalten werden,
- der Abbruch einer Nachbarbebauung zur Hervorhebung von Baudenkmälern sollte
verhindert werden, ebenso wie die unangemessene Freilegung von Fachwerk, Mauerwerk
oder anderer Konstruktionen des Baudenkmalselbst,
- die Wiederherstellung maßstabsgerechter Raumfolgen sollte durch die Neubebauung
freier Flächen gewährleistet sein,
- Baulücken sollten maßstabsgerecht mit Neubauten, deren Flächenbedarf sich an
einer angemessenen Nutzung orientiert, geschlossen werden. Dabei ist die Umgebungsbebauung
durch Wahrung der Architekturharmonie und des Maßstabs (,,Bauen
im Bestand") zu berücksichtigen,
- besondere Stadtansichten, Silhouetten und Fronten sind zu schützen, entstellende
Neubauten neben Baudenkmälern oder innerhalb eines Schutzbereiches zu verhindern.

Rekonstruierender Neubau und historisierendes Bauen sind keine Aufgabe der Denkmalpflege und sollten auf Ausnahmen beschränkt bleiben; sie sind, wie auch beim Einzeldenkmal, mit den zuständigen Denkmalbehörden im Einzelnen abzustimmen. Dazu gehören auch Maßnahmen wie die teilweise Erhaltung der Bausubstanz (2.8. Erhaltung der äußeren Bauform bei Entkernung und neuem Innenausbau) sowie das maßstabsgerechte Einfügen und Anpassen in die alte Umgebung - d.h., Aufnahme und Neuinterpretation stadtbildbestimmender Elemente auch bei gewandelten Funktionen.

Zuständigkeiten und rechtliche Grundlagen

Wer ist für Denkmalschutz und Denkmalpflege zuständig?

Zuständig sind die unteren Denkmalschutzbehörden in den Stadt- und Kreisverwaltungen, das Landesamt für Denkmalpflege als zentrale Landesfachbehörde, oft auch im Regierungspräsidium, sowie auf ministerieller Ebene die oberste Denkmalschutzbehörde, meist im Landeskultus- oder -bauministerium angesiedelt. Korrespondierend
hierzu sind die Bauaufsichtsämter der Städte und Kommunen heranzuziehen.

Geregelt sind die Zuständigkeiten dieser Behörden und Institutionen per Gesetz.

Bundesweit gibt es keine übergreifende und einheitliche Gesetzgebung über den Schutz baulicher und städtebaulicher Denkmale und über die Förderung von Maßnahmen zur Erhaltung und Rehabilitierung wertvoller historischer Substanz und anderer Maßnahmen zur Orts- und Stadtbildpflege. Denkmalpflege unterliegt der Kulturhoheit der Länder und wird von diesen wahrgenommen.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien hat jedoch die Möglichkeit, die Substanzerhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturdenkmalen nationaler Bedeutung aus seinem Denkmalschutzprogramm - in Abstimmung mit den Ländern - zu fördern.

Trotzdem gibt es Regelungen zum Denkmalschutz (im weiteren und im engeren Sinne), die im Prinzip in allen Bundesländern relevant sind:

  1. Gestaltungs-, Genehmigungs- und Planungsvorschriften des Baugesetzbuches
  2. Besonderes Städtebaurecht des Baugesetzbuches, insbesondere Regelungen über städtebauliche Sanierungsmaßnahmen
  3. Energieeinsparungsgesetz und Energieeinsparverordnung
  4. Einkommenssteuergesetzgebung
  5. Landesbauordnungen der Länder
  6. Orts- und Gestaltungssatzungen der Städte und Gemeinden
  7. und als spezialgesetzliche Regelung Denkmalschutzgesetze der Länder,
    darin: Inventarisation und Eintragung des Denkmals in eine Denkmalliste

Fragen der Finanzierung von Mehrkosten im Denkmalschutz, die sich durch gesetzliche Auflagen ergeben, werden durch diverse Förderungsmöglichkeiten (s.w.o.) geregelt. Auskünfte über die jeweils im einzelnen zutreffenden Fördermöglichkeiten erteilen die Unteren Denkmalschutzbehörden oder die Landesämter für Denkmalpflege.

Aus: Info-Blätter
der Initiative kostengünstig qualitätsbewusst Bauen
16.5 Denkmalgeschützte Gebäude
ergänzt 06.2004


Heizkosten sparen mit TS
die Wohnungsbaugenossenschaft Perleberg und
die Mülheimer Wohnungsbau machen es vor

Berlin, 6. April 2004. Mit der Oberflächen-Beschichtung TS lassen sich die jährlichen Heizkosten um bis zu 30 Prozent senken. Das belegen die Erfahrungen von zwei deutschen Wohnungsbaugesellschaften. Die Auswertung der Betriebskostenrechnungen der vergangenen Jahre ergab: Die Mieter haben jährlich zwischen 18 und 30 Prozent Heizkosten gespart.

Die Mülheimer Wohnungsbau e.G. hat seit dem Jahr 2000 rund 50 Gebäude mit TS saniert. „Wir setzen TS vor allem im Altbaubereich ein, weil wir die historischen Fassaden erhalten wollen. TS bietet uns ganz andere architektonische Möglichkeiten als ein Wärmedämm-Verbundsystem, unter dem die Fassade komplett verschwindet“, erklärt Wolfram Grondstein, der als Leiter der technischen Abteilung der Mülheimer Wohnungsbau unter anderem für Modernisierung und Instandhaltung verantwortlich ist.

„Dieses Material hat Zukunft“, glaubt der Architekt und Bauingenieur. Auf seine Anregung hin hat die Wohnungsbaugesellschaft TS im Jahr 2000 an vier Häusern getestet. „Ich wurde von der Wärmedämmstoff-Industrie und zahlreichen Farbenherstellern eindringlich gewarnt, die Versprechungen von TS seien nichts als Scharlatanerie. Auch ich war mehr als skeptisch. Doch die Neugierde hat gesiegt. Ich wollte mir eine eigene Meinung bilden“, erinnert sich Wolfram Grondstein. Er überzeugte den Vorstand, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Das Risiko war gering, schließlich gab der Hersteller Garantie auf die energiesparenden Eigenschaften. Zudem kostet eine Sanierung mit TS rund 50 Prozent weniger als bei Verwendung eines Wärmedämm-Verbundsystems.

Als Professor Lothar Siebel von der Schall- und Wärmemessstelle Aachen ein Jahr nach der Sanierung in einem Gutachten tatsächlich gravierende Energieeinsparungen feststellte, herrschte bei der Mülheimer Wohnungsbau ungläubiges Staunen. Ein weiteres Jahr später bestätigten eigene Analysen der Betriebskostenabrechnungen von zwei Heizperioden die Ergebnisse des Gutachtens: „Unsere Mieter hatten im Durchschnitt rund 25 Prozent Energie gespart“, berichtet Wolfram Grondstein. „Es ist faszinierend, dass man mit einem Werkstoff, der aussieht wie eine ganz normale Farbe, tatsächlich Energie sparen kann“.

Seitdem wurden ganze Altbausiedlungen in Mülheim und Wuppertal mit TS beschichtet. In diesem Jahre wird eine weitere große Siedlung mit 26 Gebäuden saniert. Nicht nur die Energieeinsparungen haben die Mülheimer Wohnungsbau überzeugt: „Die Fassaden der Häuser, die 2000 beschichtet wurden, sehen noch immer tipptopp aus, obwohl die Gebäude an einer viel befahrenen Straße liegen. Außerdem hat mir eine Mieterin erzählt, dass in ihrer Wohnung seit der Sanierung auch an heißen Sommertagen ein viel angenehmeres Raumklima herrscht“, berichtet Wolfram Grondstein. „Das sind natürlich angenehme Nebeneffekte.“

Wolfram Grondstein bekommt regelmäßig Anfragen von Leuten, die wissen wollen, welche Erfahrungen die Mülheimer Wohnungsbau mit TS gemacht hat. Die Antwort ist stets die gleiche: „Die positiven Eigenschaften von TS, sei es die Energieeinsparung oder der Langzeitschutz der Fassaden, können uneingeschränkt bestätigt werden.“ Eine Einschätzung, die auch Frank Esser vom Vorstand der Mülheimer Wohnungsbau teilt: „Wir setzen TS jetzt seit vier Jahren erfolgreich ein und sind sehr zufrieden.“

Heizkosteneinsparungen und Schimmelpilz-Bekämpfung in Perleberg

Über langjährige Erfahrungen mit TS verfügt auch die Wohnungsbaugenossenschaft Perleberg im Norden Brandenburgs. Sie hat seit 1998 17 Wohnblöcke in Plattenbauweise mit TS saniert. Die Genossenschaft hatte sich damals gegen ein herkömmliches Wärmedämm-Verbundsystem und für die Außenbeschichtung TS Exterieur entschieden, weil die Außenwände der so genannten WBS-70-Wohnblöcke aus Gasbetonsteinen bestehen und damit sehr atmungsaktiv sind. Dieser Vorteil sollte erhalten bleiben, um die Bildung von Schimmel zu verhindern.

Wolfgang Gelleszun, Vorstandsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft Perleberg, resümiert die bisherigen Erfahrungen: „Unsere Mieter konnten deutlich Heizkosten sparen. Außerdem haben wir so gut wie keine Probleme mit Schimmelpilz, denn die Feuchtigkeit in den Räumen wird von innen nach außen transportiert. Da die Beschichtung die Fassade vor Schmutz und Umwelteinflüssen schützt, sehen die Häuser auch nach fünf Jahren noch aus wie frisch renoviert. Kurzum: TS hält, was es verspricht.“

Die Wohnungsbaugenossenschaft Perleberg wird in diesem und den kommenden Jahren weitere Gebäude mit TS sanieren. Denn die Mieter sind nicht nur mit dem Ergebnis der Modernisierung hoch zufrieden: Da eine Sanierung mit TS als Instandhaltung gilt, musste die elfprozentige Modernisierungsumlage nicht auf die Mieten aufgeschlagen werden. Die Mietkosten blieben trotz höherer Wohnqualität konstant.

Außerdem profitierten Mieter und Genossenschaft von deutlich kürzeren Sanierungszeiträumen. Während eine herkömmliche Plattenbausanierung etwa sechs Monate dauert, werden für eine Sanierung mit TS nur sechs Wochen benötigt. Bei der Sanierung mit normaler Farbe werden teure Kunststoffbänder benötigt, um die Fugen abzudichten. Das ist zeitaufwändig und die Kunststoffbänder halten oft nicht lange. Dann kann Wasser eindringen; Schimmelpilz- und Fäulnisschäden sind vorprogrammiert. Bei einer Sanierung mit TS wird hingegen die gesamte Wand mit einem textilen Gewebe bespannt, um sämtliche Risse zu schließen. Anschließend wird TS Exterieur aufgetragen.

Informationen über TS

Die TS-Beschichtungen für Fassaden, Dächer und Innenräume sind Energiesparsystem, Langzeitschutz und Coloration in einem. Sie sorgen für ein behagliches Wohlfühlklima in allen Räumen, helfen Heiz- und Kühlkosten zu sparen und schützen Fassaden und Dächer vor schädlichen Umwelteinflüssen und Verwitterung.
TS wurde im Vorfeld der Spaceshuttle-Flüge Anfang der 70er Jahre von der NASA entwickelt, um die Materialien und das Leben der Astronauten im Weltall zu schützen. Die „flüssige Keramikkachel“ wurde nach der Freigabe für die zivile Nutzung für die Anforderungen im Bau- und Wohnbereich weiterentwickelt. Seit mittlerweile 18 Jahren werden die TS-Produkte weltweit erfolgreich angewendet.
Zu den internationalen Kunden gehören neben zahlreichen Eigenheimbesitzern McDonald’s, Sony, die University of Colorado, das Planetarium von Porto Alegre, mehrere Brauereien in den USA und Japan, die National-Druckerei von Brasilien sowie Amoco Oil in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Auf dem europäischen Markt ist TS seit 1997 erhältlich. Mehr als 4.000 Gebäude wurden in den vergangenen Jahren europaweit mit der thermokeramischen Membranbeschichtung saniert. In Deutschland gehören unter anderem die Wohnungsbaugenossenschaft Perleberg, die Bremer Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA, die Mülheimer Wohnungsbau und die Kunsthalle Mannheim zu den TS-Kunden.
Die Wirkungsweise von TS ist vielfach wissenschaftlich untersucht worden. In Europa haben unter anderem die russische Energieeffizienzbehörde, das Max-Born-Institut Berlin, die Universitäten Bremen, Oldenburg und Jekatarinenburg, das niederländische TNO Institut für angewandte naturwissenschaftlich Forschung, die staatliche Denkmalkonservation in Polen sowie die Schall- und Wärmemessstelle Aachen die energetische Wirksamkeit und den Schutz vor Umwelteinflüssen, Schimmel, Algen, Moosen und Pilzen bestätigt.
TS steht in 4.000 Farbtöne zur Verfügung, ist gesundheitlich unbedenklich und allergikergeeignet. Die Beschichtung kostet etwa so viel wie eine normale, hochwertige Dispersionsfarbe und ist genauso einfach zu verarbeiten.

Informationen über die SICC GmbH

Die Berliner SICC GmbH produziert und vertreibt seit 2003 exklusiv das hochwertige Beschichtungssystem TS in Deutschland und Europa. Die Mitarbeiter sind aufgrund der Zusammenarbeit mit der SPM-TS Inc., USA, seit über sechs Jahren mit den Produkten vertraut und sehen auf langjährige Erfahrungen im Vertrieb, in der Produktentwicklung, Produktion, Verarbeitungstechnik und innerer Organisation zurück. Weitere Informationen unter www.sicc.de.

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