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Fenster, Fenstertechnik

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Die Fenster-Seite bei DIMaGB.de
09.2002

Ich glaube, dass das Thema Massivbau im Infobereich bislang recht umfassend behandelt wurde. Über Sinn und Unsinn von Wärmedämmungen und den Vorteil massiver Bauteile konnten Sie sich bislang im Infobereich so gut informieren, dass Sie sich eine eigene Meinung bilden konnten. Wenn nicht, können Sie das ja immer noch nachholen.

Deshalb wurde es nötig, die Fenster etwas näher zu betrachten. Was ist eine Fassade ohne Fenster? Jedoch, außer gut auszusehen, haben die Fenster noch andere Aufgaben: Licht und Luft gut dosiert ins Gebäude hereinlassen. Genug falsch machen kann man auch bei Fenstern. Hier sollen Sie erfahren, wie man das vermeidet.

  1. Fenster im Altbau erhalten - zumindest richtige einbauen
    (alte, bewährte Sachen - auch sinnvolles Neues)

    aktuell: Nullpassung - wer hat´s drauf?
     
    1. Auszug aus einem LV zur Altbausanierung / -modernisierung
    2.  
    3. Detailbeispiele originalgetreu nach gebauter Kastenfenster
    4. Beispiel einer Leistungsbeschreibung für Lieferung u. Montage originalnaher KDF
    5. Das Fenster - vom Licht- und Luftdurchlass zum hermetischen Hightech-Element
      oder Unsinnigkeiten in der technischen Entwicklung
    6. Ist das Fenster zum Lüften noch geeignet?
    7. LG-Urteil: Einbau von  KS-Fenstern muss nicht zugestimmt werden
    8. Bauen ohne Fenster
    9. Wie soll ich mich verhalten? (Klage eines Fensterbauers)
    10. Holzfenster richtig beschichten
    11. Zu entsorgende Fensterhölzer sind kein büA mehr
    12. Gebäude ganz aus Fenstern (Wintergarten)
    13. Schallschutz bei Fenstern
    14. Einbruchschutz bei Fenstern
    15. Bewertung von Glasflächen
    16. Materialqualität: Hochwertige Hölzer gefragt
  2. Sonstige Fenster-Themen im Infobereich von DIMaGB.de
    ("neumodischer Kram" + Verweise auf Bewährtes)
    1. Die Fenster-Seite bei DIMaGB.de (2)
    2. Gut8N
    3. Wozu Fenster wichtig sind: Schimmel, richtig heizen und lüften (die Schimmelseite)
    4. Linklisten Bau bei DIMaGB.de: Fenster als Teil der Fassade, Infos zum Stand der Technik
    5. Linklisten Bau bei DIMaGB.de: Glas, Glaserhandwerk, Glasindustrie, Flachglas
    6. Baubeschreibung / Leistungsbeschreibung am Beispiel von Fenstern
    7. Vermeidung von Schimmelpilzbefall an Anstrichflächen außen
    8. Fenster anschließen nach DIN
    9. Bautechnik, Fragen und Antworten: Fenster
    10. Murks in der Altbausanierung: Fensterbank
    11. Murks in der Altbausanierung: Fensterrahmen
    12. Bauträger-Murks (1): u.a. jede Menge Murks an Fenstern
    13. Bauträger-Murks (2): u.a. jede Menge Murks an Fenstern
    14. Blower Door mit 8,1 und noch mehr Murks und Pfusch, man beachte die Fensteranschlüsse
    15. Moderne Ansätze für das energiesparende Bauen: Lüftung/Luftdichtheit
    16. Glas und die elektromagnetische Strahlung
    17. Katalog der Widersprüche (EnEV): Schimmelpilz-Dilemma
    18. Missbrauch von Erfahrungswissen (EnEV): Kastenfenster
    19. Ursache der Kondensatbildung: hohe rel. Luftfeuchte infolge dichter Fenster
    20. Energieeinsparung im Bestand - Grenzen und Möglichkeiten: das Fenster
    21. Wärmeschutzgläser mit kleinen k-Werten: nicht erforderlich bei Strahlungsheizung
    22. Beispiel für die Wirtschaftlichkeit von Fensteraustausch und Wärmedämmung
    23. Strahlungsheizung + Fenstertemperatur = Behaglichkeit
    24. Dichte Fenster = Wegfall der Grundlüftung
    25. Fensterläden und Rollläden vermindern den Wärmedurchgang
    26. Wärmeverluste über Anschlussfugen von Fenstern
    27. Richtiges Lüften für gesunde Raumluft
    28. Tipps gegen Kondensat an Dachfenstern
    29. Richtiges Lüften beim Heizen


Nullpassung - wer hat´s drauf?

Sehr geehrter Herr Bumann,
mit großem Interesse haben wir Ihre Webseite geradezu "verschlungen" und
fühlten uns erstmals aus der Seele gesprochen.
Dabei sind wir auf einen interessanten Vorschlag zur Ausführung der Fenster
(Nullpassung) gestoßen. Doch haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese
Ausführungsvariante kaum jemanden bekannt ist. Daher hätten wir gerne von
Ihnen gewusst, ob Sie eine oder mehrere Tischlereien kennen, die noch
Fenster mit Nullpassung bauen.

Mit freundlichen Grüßen
A.u.D. V., 04.2005

Ich bitte den Tischler, der es kann, sich zu melden: Hier gelangen Sie zur Kontaktseite mit Adresse und E-Mail. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit.


Auszug aus einem LV zur Altbausanierung / -modernisierung

Gewerk 27: Tischlerarbeiten Fenster
Titel 27.1: Fenster aufarbeiten
Leistungsbeschreibung

für alle folgenden Positionen dieses Titels, daher ist
bei allen Positionen nur noch im Kurztext aufgeführt:
der Fenstertyp
die Größe aus den Bestandsplänen in m
die Lage im Gebäude nach Bauteilen
die Lage im Gebäude nach Etagen
die Lage vom Treppenhaus aus gesehen
die Bezeichnung der WE/GE nach Plan
die Straßen-/Hofseite (beim Vorderhaus)
es bedeuten:
KDF - Kastendoppelfenster
KFE - Kastenfensterelement
VBF - Verbundfenster (DDR-Produktion)
IGF - Isolierglasfenster (DDR-Produktion)
EFF - Einfachfenster
Die Fenster sind in der Regel 2-flüglig mit OL,
auf der Straßenseite des VH sind sie größer
und stärker unterteilt, z.T. (KFE) mit Balkon-
türen. Die Unterteilung der Fenster ist aus den
beigefügten Ansichten ersichtlich. Eine Ortsbe-
sichtigung ist jederzeit ohne Anmeldung möglich.
Leistungsinhalt:
es handelt sich um erhaltungswürdige Kastendoppelfenster,
die tischlermäßig überarbeitet werden. Das Fenster ist mit allen
Flügeln und Rahmenteilen zu untersuchen, lose Bestandteile sind
zu entfernen und es ist zu reprofilieren. Das Fenster ist gang- und
schließbar zu machen. Lose Beschläge sind zu befestigen.
Das Fenster ist so herzurichten, dass vom Maler nur noch die
alten Anstriche entfernt werden und das Fenster nach bauseitigem
Anstrich neuwertig ist.
Die Fensterflügel sind mit einer umlaufenden kleinen Nut zu versehen,
in welche eine weiße Lippendichtung eingesetzt wird, somit ist eine
Abdichtung und somit ein Fumnktionieren des Luftzwischenraumes zu
erreichen.

Pos. 27.01.01 KDF 1,10 x 2,05 VH EG GE1 Hofseite
01 St. EP: ............... GP: ................
...
Pos. 27.01.39 Ersatzlieferung Olive
Olive nach bestehendem Vorbild
liefern und montieren.
10 St. EP: ............... GP: ................
Pos. 27.01.40 Ersatzlieferung Fensterflügel
Fensterflügel eines KDF neu fertigen und einbauen
Größe bis ca. 0,55 x 1,20 m, Floatverglasung, gekittet
komplett mit Bändern und Olive nach Vorbild
Anstrich bauseits
02 St. EP: ............... GP: ................
Pos. 27.01.41 Wetterschenkel ersetzen
zerstörte Wetterschenkel bis 0,55 m Breite
durch Neuanfertigung ersetzen,
Profilquerschnitt wie vorhanden nachbilden
Anstrich bauseits
12 St. EP: ............... GP: ................

Wie oben bereits geschrieben, es ist ein Auszug.


Detailbeispiele originalgetreu nachgebauter Kastendoppelfenster (KDF)
BV S. in B. (Zeichnungen: Architekten AH)

Systemschnitt Anschluss unten Systemschnitt KDF mit Kämpfer
Bild oben: Horizontalschnitt Pfosten
Bild links: Systemschnitt Anschluss oben
Systemschnitt seitlicher Anschluss Horizontalschnitt Stulp

Beispiel einer Leistungsbeschreibung
für Lieferung und Montage originalgetreuer Kastendoppelfenster

Projekt: Umbau und Erweiterung S.
Gewerk 27 TISCHLERARBEITEN DIN 18355 - Holzfenster
Leistungsverzeichnis Langtext

Gew.27 TISCHLERARBEITEN DIN 18355 - Holzfenster
Titel 27.1 Kastendoppelfenster aus Holz

27.1.1 HF KDF STANDARDBESCHREIBUNG

Bezeichnung in den Einzelpositionen:

HF KDF ?-fl. a x b DNDK (Ort, Etage)
Holz-Fenster
als Kasten-Doppel-Fenster
liefern und montieren
komplette, fix-und-fertige Leistung
einschl. Befestigung, Abdichtung, Überdeckung
Abmessungen: a (m) x b (m) (Breite x Höhe)
Maße bezogen auf Außenansicht (lichtes Rohbaumaß)
Ausführung nicht als Fertigteil, sondern nach Aufmaß
alle Maße sind am Bau zu prüfen
bestandsabhängige Toleranzen des Altbaus sind zu berücksichtigen
gern. Plan
... und Fensterliste Holzfenster, M 1:20 vom xx.xx.xxxx
in Verbindung mit den zugehörigen Ausführungs- und Detailplänen
Einbauort: Bezeichnung nach Fassade + die Etage
Fenster-Nr.: gemäß Bezeichnung in den Architektenplänen
Flügel: 1-, 2- oder mehr-flüglig
Anz. Dreh- (D), Kipp- (K) und Dreh-Kipp-(DK) Flügel
3-flüglige-. 2 mit Stulp und dazu 1 Pfosten

Ausführungsbeschreibung

Material: Kiefer, nach DIN 68360
Profile: alle Teile profiliert für doppelte Fälzung
gern. Plan ...

Rahmen:
außen:
unten 65/38 mm Rahmenprofil außen, mit innenseitiger N ut
oben 65/38 mm Rahmenprofil außen, mit innenseitiger Nut
dazwischen: umlaufendes Zwischenfutter (Leibungsbretter)
unten 110/22 mm Leibungsbrett mit Wasserrinne
oben 110/22 mm Leibungsbrett
, in Nut des Rahmenprofils außen eingelassen
innen:
unten 85/23 mm mit Nut 8/10 mm
oben 70/23 mm
seitlich 75/23 mm

Stulp:
jeweils innen und außen beidseitig

60/15 Deck- und Anschlagprofil

Pfosten
außen: 64/38 mm
innen: 64/41 mm

Kämpfer
außen: 84/64 mm, mit unterer Nut
innen: 82/41 mm

Flügel
außen: 54/68 bzw. 54/38 mm mit unterer Nut
innen: 56/43 mm
mit äußerem Kittplatz 15/12 mm
zur Aufnahme einer starken Verglasung
mit innerer Lichtschräge
mit Ausreißsteg im Stulpbereich (Diffusionsweg)
unterer Blendrahmen ohne Unterschiebnut
Wetterschenkel: ist im Flügelprofil enthalten
Deckleiste. zur Verwahrung des Fensterbleches
auf dem Rahmenprofil außen
35/14 mm

Verleistung:
am äußeren und am inneren Blendrahmen
jeweils dreiseitig (oben und seitlich)
als Dichtleisten 35/15 mm

Dichtung:
Innenflügel mit allseitig umlaufender Mittelstegdichtung
verschweißte Dichtung im Ausreißsteg
(Verträglichkeit mit Anstrichsystem beachten!)
Innenseite: Verlegeband und dauerelastische Versiegelung
Außenseite: diffusionsoffnes Quellband
Oberer anschluß analog unterer Anschluß

Oberfläche:
deckender Anstrich
Anstrichsystern umweltverträglich ("Blauer Engel"!)
industrielles Tauch- und Spritzverfahren
Mindestschichtdicke 120 pm (Endlack. im trockenen Zustand)
Farbton: gemischt, so dass den Forderungen des Denkmalschutzes
Rechnung getragen wird (Abstimmung, Bestätigung)
annähernd RAL 9001, aber abgemischt

Schallschutz:
SSK 2 nach DIN 4109 (Nachweis ist vom AN zu erbringen)

Verglasung:
ohne besondere Anforderungen, Floatglas
innen 8 mm
, außen 5 mm
Verglasung im Kittbeft (Verträglichkeit mit Anstrichsystem beachten!)

Fensterbank:
Lataibrett d= 30 mm, 15 cm tief (bzw. Mehr- und Mindertiefen als Zulage)
(innen) in die Nut des unteren Blendprofils ein gelassen
Breite= Fensterbreite
Tiefe = 3-5 cm hinter der Innenkante der Außenwand (Abst. Architekt)
Kanten gefast
Fensterbrett: Verblechung mit 1,0 mm Titanzink
(außen) diese Leistung ist inclusive und nicht bauseits
Blech dreifach gekantet, Abwicklung ca. 180 mm
zuzüglich seitlicher Aufkantung ca. 65 mm hoch, mit Zuschnitt
mit Dichtband und Deckleiste
mit Silikonversiegelung
Anschluß an wind-, regen- und schneedicht das Bauwerk: stabil und dauerhaft
umlaufende Verstopfung der Fuge
lose Mineralwolle - es ist kein Bauschaum einzusetzen
der äußere Anschlußpunkt dampfdiffusionsoffen
vorhanden: VK-Sichtmauerwerk

Beschläge:

Drehflügel:
Bänder: dreiteilige Einbohrbänder in weiß
Bänder sind in ihrer Größe den bestehenden Fitschenbändern anzugleichen
Getriebe: innenliegend, verdeckt
mit Rollklo
ben auf der Verschlußseite
Oliven:. nach bestehendem vorbild
dem entspricht z.B: FSB Edelstahl 34.03 oder 34.76 o.glw.
angeboten:
................................
Sonstige:
jeder Außenflügel mit Kettelhaken mit 2 Ösen
jeder Außenflügel mit Abhaltestiften und Gummipuffer

Kippflügel:
Bänder: wie Drehflügel, horizontal angeordnet
Getriebe: ohne, dafür Oberlichtöffner
Oliven: ohne, dafür Kippgestänge
Sonstige: Ausstattung mit Kastenfensterkupplungen
jeder Außenflügel mit Kettelhaken mit 2 Ösen
jeder Außenflügel mit Abhaktestiften und Gummipuffer

Dreh-Kipp-Flügel:
wie Drehflügel, jedoch Bänder und Getriebe
für Dreh-Kipp-Funktion ausgelegt


Das Fenster
- vom Licht- und Luftdurchlass
zum hermetischen Hi
ghtech-Element

Unsinnigkeiten in der technischen Entwicklung
von Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann

Die Entwicklung der Fenster im Zeitraffer

Als der Mensch vom Baum kletterte und das Laufen lernte war es - wenn man mit diesen saloppen Zeitraffer-Sprüngen weiter geht - nicht mehr weit und er fing an, Behausungen zu bauen, anstatt sich verlassene Höhlen als Unterschlupf zu suchen.

Baumaterialien waren zunächst Äste und belaubte Zweige, später kamen Felle erlegter Tiere als Abdeckung dazu. Mit weitergehender Entwicklung, insbesondere auch der Werkzeuge, wurden die Bauteile immer massiver, bis irgendwann Steine verwendet wurden.

Natürlich gab es regionale Unterschiede, die sich u.a. in der Auswahl der Baustoffe bemerkbar machten. Reichten den einen Tierfelle auf Stöcken, waren es woanders Kamelmist oder Schnee.

Eins hatten diese Behausungen gemeinsam: sie boten Schutz vor den Unbilden der Natur und - in Verbindung mit dem Feuer - vor wilden Tieren und vor Kälte. Die Anhäufung von Gebäuden aus Steinen, aus denen sich später Städte entwickelten, gelangten immer mehr in den Status von Anzeichen von Zivilisation.

Trotz des befriedigten Schutzbedürfnisses hatte der Mensch noch ein Interesse, welches seinem Naturell entsprang: das Bedürfnis nach Licht auch im Inneren der Behausung und das Bedürfnis nach frischer Luft.

Das war die Triebfeder für die Erfindung des Fensters. Zunächst war das Fenster nichts weiter als ein Loch in der Wand, mit hölzernem Rahmen und Kreuz. Licht und Luft konnten somit rein, ohne dass Feinde durch diese Öffnung kamen.

Als man merkte, dass frische Luft im Winter auch Kälte bedeutet, kam man auf die Idee, den hölzernen Rahmen transparent zu bespannen und beweglich zu machen. Zunächst nahm man dünne, durchscheinende Häute dazu.

Dann kam mit der Erfindung des Glases ein gewaltiger Sprung in der Entwicklung der Fenstertechnik. Dem Menschen gelang es irgendwann, diesen wunderbaren Stoff in eine flache ebene Form zu bringen und regelmäßig geformte Rechtecke herzustellen - die gläserne Fensterscheibe.

Die technische Entwicklung war inzwischen soweit vorangeschritten, dass zu Holz und Glas ein drittes Material dazukam: Metall. Daraus fertigte man die Angeln und den Wirbel, heute im Fachjargon Fensterband und Olive genannt.

Irgendwann ist jemand auf die Idee gekommen, so etwas wie kleinere Türen außen vor den Fensteröffnungen anzubringen. Das nannte man dann Fensterladen. Für die Nachtstunden boten sie zusätzlichen Schutz und in der kalten Jahreszeit bildete sich bei geschlossenen Fensterläden eine Pufferzone durch die stehende Luftschicht.

Stand der Technik anno tobak

Diesen technischen Entwicklungsstand können wir im Mittelalter ansiedeln. Der Standard lässt sich so umschreiben: dicke massive Außenwand, darin ein Einfachfenster mit anfänglich 0,75 - 1,5 mm (später wurden 3-5 mm daraus) Glasscheibe in mit Metallhaken arretierbaren Drehflügeln, davor drehbare Fensterläden und unter dem Fenster innen eine hölzerne Fensterbank.

Der Anschluss an das Bauwerk erfolgte mittels Beiputzen (bzw. mittels Deckprofilen) und Fugen wurden mit Moos, bestimmten Gräsern, Hanf oder Wolle ausgestopft. Im Mittelalter gab es so genannte Steckscheiben, später wurden die Fensterscheiben mittels Kitt (ein Gemisch aus Kreide und Öl sowie anderen Zusätzen) im Flügelkreuz gehalten und mittels Öl und Firnis wurde das Holz geschützt.

Das ist mittlerweile einige hundert Jahre her und man kann feststellen: das hat funktioniert. Dann kam als nächste Verbesserung jemand mit der Idee daher, ein Einfachfenster (EF) von innen und eines von außen anzuschlagen. Später wurde noch der Zwischenraum mit Holz gefüllt: das Kastendoppelfenster (KDF, oder Kastenfenster) war erfunden.

Als man irgendwann zu Sparsamkeit gezwungen wurde - vielleicht spielt auch ein bisschen Bequemlichkeit mit hinein -, hat der Tischler die Leibungsfüllung weggelassen und hat die Fenster so zusammen gestoßen, dass daraus ein Verbundfenster (VF) wurde.

Das Kastenfenster

Wie hat das gute alte KDF funktioniert? Wir reden von einem in seiner Konstruktion und in seinen Eigenschaften bewährten Bauteil, das in den Gründerzeithäusern in riesigen Mengen eingebaut wurde und von denen etliche über zig Jahre erhalten geblieben sind.

Verglast war es mit ganz normalem Einfachglas, das vom Wellenspektrum der lieben Sonne so gut wie alles durchgelassen und kaum etwas herausgefiltert hat. Somit konnten auch die Wellenanteile der Strahlung herein, von denen eine desinfizierende Wirkung ausging.

In der ehemaligen DDR gab es für Kindergärten eine Vorschrift, dass die Toilettenfenster (mit den durchlässigen Quarzgläsern) nach Süden ausgerichtet sein mussten, damit die Sonnenstrahlen die Raumluft entkeimen konnten. Dies diente zur Vorbeugung gegen ansteckende Krankheiten wie Tuberkulose etc.

Außerdem sind die UV-B Lichtspektren für den Menschen wichtig, damit Vitamin D gebildet wird, um im Dünndarm Calcium aus der Nahrung für Knochen und Zähne aufzunehmen. Lichtmangel führt beim Menschen zu gesundheitlichen Störungen (Winterdepression, Osteoporose, Zahnschäden, Herz- Kreislauf, Immunsystem).

Das KDF hat einen großen Fugenanteil, über welchen eine Permanentlüftung erfolgt. Dadurch wird ein ständiger Luftwechsel der Raumluft ermöglicht, was die Raumluftqualität auf beständig guten Werten hält.

Dies betrifft das Ablüften von Gerüchen, Ausdünstungen, CO2 und gasförmigem Wasser, ausgedrückt durch den Begriff der relativen Luftfeuchte in %. Diese Form der natürlichen Lüftung kostete die Bewohner nichts. Den hieraus entstehenden Wärmeverlust auszugleichen, war so selbstverständlich, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, Lüftungswärmeverluste auszurechnen und damit die Bewohner zu ängstigen.

Es wurden a-Werte für Kastenfenster bis zu 5,0 m3/h×m bei einem Prüfdruck von 10 Pa ermittelt. Das sind hierbei für ein Fenster mit etwa 1,20 m Breite und 1,40 m Höhe in einer Stunde etwa 25 m3 Luftdurchgang - eine natürlich ausreichende Grundlüftung war gegeben,

Man hat ja auch bereits im Mittelalter Fensterläden angebracht und sich über den Effekt gefreut, ohne k-Werte auszurechnen und dann damit zu prahlen (heute nennt man das Verbraucherinformation, im Volksmund Werbung genannt).

Natürlich haben die einfachen Glasscheiben nicht so "gut isoliert" wie die heutigen Isogläser, sie waren etwas kälter als es innere Scheiben heute sind. Das hatte wiederum den Vorteil, dass sie als Kondensflächen dienten. Stieg die rel. Luftfeuchte trotz Permanentlüftung auf einen höheren Wert an, kam es zum Kondensieren an den kalten Fensterscheiben.

Das Wasser lief dann daran herunter und es sammelte sich in der Mulde, die man eigens zu diesem Zweck in das Fensterbrett eingearbeitet hatte. Bei einigen alten Häusern findet man heutzutage noch kleine metallene Kästchen unter dem Fensterbrett, mit einem kleinen Griff vorne dran.

Darüber hat das Fensterbrett ein Loch, so dass das Kondenswasser ablaufen konnte und sich in diesem Kasten sammelte. Der Griff war zum bequemen Erfassen und Tragen gut - weg war das Kondenswasser.

Manche Fenster aus der "LowTech"-Ära hatten noch eine konstruktive Erweiterung nach unten. Da war die Außenwand auf Ziegelstärke ausgedünnt und von innen war eine zweiflüglige Holztür angebracht. Das war der stromlose Kühlschrank aus Urgrosselterns Zeit, der natürlich nur in der kalten Jahreszeit funktioniert hatte.

Lüften und Heizen zu Urgrossmutters Zeiten

Nun war die Rede von Permanentlüftung über Fugen, kalten Fensterscheiben, ausgedünnter Aussenwand und Kühlschrank. Da überkommt einen doch glatt ein Frösteln und man fragt sich, wieso unsere Vorfahren unter solchen Bedingungen nicht massenhaft erfroren sind.

Das hatte was mit der Bauweise und dem Heizsystem zu tun. Gebaut wurde massiv, mit dicken Aussenwänden. Selbst nicht tragende Innenwände wurden als Rabitzwände errichtet. Ich setze die Vorteile massiver Bauteile als bekannt voraus, Skeptiker und Labor-Bauphysiker lassen sich eh nicht überzeugen.

Eins sei nur angemerkt: selbst die "moderne" DIN 4108 der Jetzt-Zeit spricht von der Ausnutzung der Speicherwirkung der Innenbauteile (für Außenbauteile trifft das ad definitem nicht mehr zu, die haben per ordre de mufti einen niedrigen U-Wert zu haben, um von den Experten als gut dämmend eingeschätzt zu werden).

Geheizt wurde mittels Einzelfeuerstätten, die man schlicht auch Ofen nennen darf. Wer kennt nicht den guten alten Kachelofen, der wohlige Wärme abstrahlte und wo man sich zum Aufwärmen als Kind daran gelehnt hat, wenn man halb erfroren vom Rodeln nach hause kam.

Die Wortwahl ist nicht prosaisch, sondern sie hat einen ganz realen Hintergrund. Abstrahlen ist genau der Vorgang, mit dem man die Wärmeabgabe des Kachelofens beschreibt.

Was bedeutet Wärmestrahlung?

Bereits im Jahre 1800 entdeckte der deutsche Astronom William Henschel die Existenz der Infrarotstrahlungsenergie (Infrarot bezeichnet den Bereich über dem Roten Ende des sichtbaren Lichtspektrums). Die Infrarotstrahlung (IR), auch Wärmestrahlung genannt, ist eine elektromagnetische Strahlung mit der Wellenlänge von 780 Nanometern (Millionstel Millimeter) bis 1mm

Jeder warme Gegenstand (Körper) gibt IR-Strahlung ab. Je kürzer die Wellenlänge des Lichtes ist, desto größer ist auch die Energie dieser Strahlung. Der Mensch kann IR-Strahlung nicht sehen, sie aber fühlen.

Das Spektrum des Infrarotlichtes ist für den Menschen völlig unschädlich, Ultraviolett- und Röntgenstrahlung hingegen haben ein so starkes Energiepotential, dass sie für den Menschen schädlich sein können.

Die Wärmeenergie des Infrarotlichts ist für den Menschen angenehm, so dass auch in der Medizin diese Wärmequelle zur Förderung des Wohlbefindens des Patienten eingesetzt wird. Für zu Hause gibt es die IR-Leuchte, erkennbar an der dunkelroten Lampe.

Infrarotstrahlung die auf die Haut trifft, wird in Wärme umgesetzt. Es wird die Durchblutung der Haut stimuliert. Die Wärme wird durch die optimale Hautdurchblutung vom Körper aufgenommen.

Wissen Sie wie der "Treibhauseffekt" zu erklären ist? Keine Angst, ich meine nicht den Klima-Humbug, sondern das Treib- oder Gewächshaus, wie es im Gartenbaubetrieb steht.

Die Sonne strahlt ein mit ihrem gesamten Spektrum, vorwiegend langwellig. Einiges wird absorbiert, das heisst als Wärme aufgenommen. Ein Teil wird reflektiert. Dieser Teil der Strahlung ist von seinem Anteil bezogen auf die Wellenlänge so beschaffen, dass er durch die einfache Fensterscheibe nicht mehr heraus kann. Das ist die kurzwellige IR-Strahlung.

So ergeht es auch der Wärmestrahlung, die vom Kachelofen kommt: sie geht nicht durch die Fensterscheibe nach draußen.

Der moderne Unsinn

Er setzte mit der Entwicklung von Fenstern aus Kunststoff- und Metallprofilen noch lange nicht ein. Auch die Entwicklung von Elastomeren, PVC, synthetischen Kautschuks, Gummis usw. als Dichtstoffe im Bauwesen waren anfänglich nicht der Grund.

Es begann mit einer politisch und wirtschaftlich motivierten Klimahysterie. Man kürte das Kohlendioxid in der Atmosphäre zum "Klimakiller" und propagierte den Weltuntergang durch das so genannte "global warming", hier zu Lande als "Klimaerwärmung" bekannt (immerhin stolze 0,7 °C in 100 Jahren).

Beim Neuerfinden der Idee der Energieeinsparung kam man irgendwann auch auf den Dreh, die "gigantischen" Lüftungswärmeverluste zu reduzieren. Es entbrannte ein Wettbewerb der Fensterhersteller um höherdämmende und besser dichtende Fenster.

Aus Wettbewerbsgründen wird mit immer dichteren Fenstern geworben. Dadurch tragen die Herstellerfirmen dazu bei, dass die Erwartung der Verbraucher an die Begrenzung der Fugendurchlässigkeit immer höher geschraubt wird. Diesen Unfug hat man technisch und werbemäßig dahin entwickelt, über Fugen praktisch nahezu "luftundurchlässige" Fenster fertigen zu können.

"Die Frage, ob unsere Fenster zu dicht sind, ist eindeutig mit ja zu beantworten." Zu diesem Ergebnis kam R. Müller vom Prüfinstitut Türentechnik und Einbruchsicherheit, Rosenheim, mit der Vorstellung des Berichtes " Sind unsere Fenster zu dicht?" auf dem Feuchtetag ´99 (7./8. Oktober 1999, BAM, Berlin; nachzulesen im DGZfP-Berichtsband BB 69-CD).

Um zu verdeutlichen, wie diese Einschätzung zustande kam, sei noch ein Zitat gestattet:

"Heute sind Fensterkonstruktionen auf dem Markt zu finden, die selbst unter starker Windbelastung kaum mehr einige Kubikmeter Luft in das Gebäude lassen. So ergaben Untersuchungen von Holz-, Kunststoff- und Aluminiumfenstern heutiger Konstruktionen, dass diese - bei einem Prüfdruck von 10 Pa - a-Werte von weniger als 0,04 m3/h×m aufweisen. Das heißt, dass hierbei durch ein Fenster mit etwa 1,20 m Breite und 1,40 m Höhe knapp 0,21 m3 Luft pro Stunde durchgehen.

Bei einer Prüfdruckdifferenz von 150 Pa - etwa frische Brise = größere Zweige werden bewegt - betragen die gemessenen a-Werte zwischen 0,10 und 0,35 m3/h×m. Selbst unter Heranziehung des höchsten Wertes von 0,35 m3/h×m wird für o. g. Fenstergröße ein maximaler Luftdurchgang von weniger als 2 m3 pro Stunde erreicht. Nach Wärmeschutzverordnung und DIN 18055 dürfte dieser Wert am gleichen Fenster für die Beanspruchungsgruppe B bei gut 31 m3 pro Stunde liegen.

Bei einer Prüfdruckdifferenz von 600 Pa - etwa ab schwerem Sturm = Bäume werden umgeworfen - betrugen die gemessenen a-Werte zwischen 0,5 und 1,8 m3/h×m. Das bedeutet für die Holzfensterkonstruktionen, die den höchsten Wert erreichten, dass deren Luftdurchgang unter 9,5 m3 pro Stunde liegt. Nach Wärmeschutzverordnung und DIN 18055 dürfte dieser Wert an den gleichen Fenstern für die Beanspruchungsgruppe B bei etwa 55 m3 pro Stunde liegen.

Diese Auswertungen zeigen, dass unsere heutigen Fenster im Vergleich zu den gestellten Anforderungen viel zu dicht sind (Bild 3)."

Die gestellten Anforderungen ergeben sich aus DIN 18055. Maßgebend ist der Grenzwert der längen bezogenen Fugendurchlässigkeit. Er beträgt für Beanspruchungsgruppe A (Gebäude bis 8,0 m Höhe) bei einem Prüfdruck von 150 Pa < 2,0 m3 / h x m und für Beanspruchungsgruppe B und C (Gebäude bis 20,0 bzw. 100,0 m Höhe) bei einem Prüfdruck von 300 bzw. 600 Pa < 1,0 m3 / h x m (a-Wert bei 10 Pa).

Die oben aufgeführten Erläuterungen sind bezeichnend für das Dilemma. Wohin hat dieser unsinnige Dichtheitswettbewerb geführt? Feuchteschäden in den Leibungen, an Wänden und in Zimmerecken, Schimmel, Bronchitis, Asthma. Zugegeben, das sind Tatsachen, die man in Werbeschriften nicht zu lesen bekommt - gerade deshalb führe ich sie hier an.

Zu dem Problem, dass die Permanentlüftung über die Fensterfugen gegen Null tendiert, kommt die geschürte Angst hinzu, mittels Stosslüftung wieder mal Wärme- und somit Geldverluste erleidet. "Lieber ersticken als erfrieren" hieß das früher, heute heißt das energiesparend leben und wohnen.

Noch dazu, wo der Verbraucher Tag für Tag eingehämmert bekommt, wie er mit seinem ach so hohen Heizaufwand "das Klima" schädigt - unbewiesen, unbegründet, aber immer wieder heruntergebetet - und was ihm doch für immense finanzielle Nachteile aus den Lüftungswärmeverlusten entstehen.

Nichts gegen die Idee der Energieeinsparung. Aber: erstens ist das beileibe keine Erfindung der Neuzeit - Betriebskosten wollte man schon vor 100 Jahren einsparen, eben weil das Ziel des Wirtschaftens im Erzielen von Gewinn stand und steht - und zweitens hat das ganze nur Sinn, wenn es wirtschaftlich vonstatten geht.

Womit wir wieder bei einem wichtigen Thema angelangt sind: Wirtschaftlichkeit.

  • Was sparen Sie aus Verringerung an Lüftungswärmeverlusten und was kostet Sie der Einbau neuer Fenster?
  • Oder: wie viel Energie lässt sich durch "verbesserte" a- und U-Werte einsparen und wie viel Energie wird bei der Herstellung dieser tollen Fenster verbraucht?

Sie gelangen zu erstaunlichen Ergebnissen und dann landen Sie bei der Frage - die ich gern immer wieder herunterbete - "Wem nützt es?".

Man sehe mir bitte nach, dass ich immer wieder mit dem Begriff Wirtschaftlichkeit daherkomme. Aber ich bin nun mal kein Industrievertreter und ich vertrete die naive Auffassung, dass Beratung und Information objektiv sein soll.

Der Bock als Gärtner

Nun soll man ja nicht zu zornig urteilen. Die uns den Unfug mit den superdichten Fenstern und den katastrophalen Folgen eingebrockt haben - die haben auch die Lösung dafür.

Dafür, dass die Fenster - mit hohem finanziellen Aufwand - immer dichter gemacht wurden, wird nunmehr - mit hohem finanziellen Aufwand - an anderer Stelle für "kontrollierten Lufteintritt" gesorgt. Das klingt besser als Lufteintritt über die Fugen, ist aber nichts weiter als das Fahrrad neu zu erfinden.

Es kommt lediglich darauf an, wie man es verkauft. Dann denkt auch keiner darüber nach, die Frage zu stellen, wer denn am Ende die Zeche zahlt. Oder ob man das Ganze nicht hätte auch einfacher haben können.

Welche Methoden gibt es, wo bei den Fenstern der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird?

  • Lüftungsschlitze in den Rahmenprofilen
  • Lüftungsgänge innerhalb der Konstruktion des Rollladenkastens
  • Lüftungsschlitze innerhalb in die Außenwand eingebauter Wanddurchlässe
  • Lüftungsanlagen für permanente Zwangslüftung

Das bekommt alles einen tollen Namen, die Werbung säuselt Ihnen "Einsparungen von 30-40%" vor, forschende Wissenschaftler bescheinigen den Status als non plus ultra, Hersteller und Experten prophezeien, dass alles "unterm Strich nicht mehr kostet" - und am Ende denkt keiner mehr darüber nach, was das gekostet hat. Hauptsache, wir sparen uns reich.

Die Perfektion stellt das so genannte Passivhaus dar, wo man keine Heizung benötigt und das offensichtlich so preisgünstig zu haben ist, dass keiner von den Mehrkosten redet. Hier ist ein fein abgestimmtes System von dicker Dämmung und einer Lüftungsanlage vorhanden, das allerdings voraussetzt, dass sich der Mensch daran zu gewöhnen hat, während der Heizperiode die Fenster geschlossen zu halten. Damit werden Krankheiten Tür und Tor geöffnet, aber darüber redet man nicht.

Aber vielleicht ist das ja auch ein Experiment zur Erforschung von Anpassungsmechanismen: nachdem man über einen langen Weg der Entwicklung die Häuser den Bedürfnissen der Menschen angepasst hat, probiert man nunmehr aus, wie sich der Mensch den "modernen" Häusern anpasst.

Sie müssen mir nicht alles glauben, den Anspruch habe ich nicht. Aber versuchen Sie, sich selbst einige Fragen zu beantworten:

  • Wo lande ich, wenn sich der Kreis des geflogenen Loopings schließt?
  • Was kann ich mir für "Einsparungen von 30-40%" kaufen?
  • Wozu macht man Fenster dicht, um hinterher woanders die Luft durchzulassen?
  • Und wieso soll das alles nicht mehr kosten als normale Fenster?
  • Und überhaupt: was sind "normale" Fenster?

Alternativen zum Hermetisierungswahn

Nun kommt aber die berechtigte Frage: ja, gibt es denn Alternativen? Ja. Die gibt es. Ich sehe sie im Einsatz von Holzfenstern. Gummidichtungen kommen nach meiner Philosophie nicht zum Einsatz. Zuglufterscheinungen und unkontrolliert eintretende Feuchtigkeit lässt sich auch anders verhindern, z.B. konstruktiv.

Man nehme hochwertiges Holz, der Mehrpreis ist durch die besseren Eigenschaften gerechtfertigt. Zum einen ist von einer höheren Lebenserwartung auszugehen, zum anderen sind Erscheinungen wie Quellen, Schwinden und Verziehen weniger stark am Wirken.

Das erreicht man durch den Einsatz von gut abgelagertem Vollholz oder von Schichtleimholz. Um das Problem der Fugen in den Griff zu bekommen, muss man das Glück haben, eine Tischlerfirma gefunden zu haben, die die handwerkliche Kunst der Nullpassung beherrscht.

Hierin besteht der Kunstgriff, dass nämlich Flügel- und Rahmenprofile passgenau und maßhaltig sind und zudem fein gehobelt werden, bis die Fuge auf 0 zu geht. Dass letztendlich ein Fugenanteil übrig bleibt, ist selbstverständlich, der wird ja auch nach DIN 18055 berücksichtigt. Eine zusätzliche Sicherheitslösung wäre konstruktiver Hirnholz- bzw. Fugenschutz durch Einzelteilbeschichtung.

Zum Einbauen sind weder Silikon noch Bauschaum zu verwenden, dass muss man weder sich noch seinen Fenstern antun. Über die begrenzten Einsatzmöglichkeiten von Bauschaum habe ich a.a.O. berichtet.

Schauen Sie sich im Infobereich von DIMaGB.de um, da finden Sie einige abschreckende Beispiele. Und Silikon ist eh nur die letzte Verlegenheit. Was, glauben Sie wohl, ist der Grund dafür, dass das Zeug in Fachkreisen "Architektenmumpe" genannt wird?

Wenn man sich entschlossen hat, mit Strahlungswärme zu heizen, genügen bereits Floatgläser, welche die IR-Strahlung zurückhalten und das Sonnenlicht ungefiltert durchlassen. Die kann man einkitten lassen - ja, auch das gibt es heutzutage noch.

Man muss beim Holzfenster zu dessen Schutz nicht mit Lacken arbeiten. Ob es sich um Ventilack, Wasserlack oder wie sie alle heißen handelt: die sagenumwobene Bezeichnung "diffusionsoffen" ist nur die halbe Wahrheit. Denn nicht jeder Lack ist tatsächlich diffusionsoffen.

Wenn das nämlich stimmen würde, gäbe es keine Lackabplatzungen an Fenstern. Hier sind die gleichen durch Filmbildner ausgelösten Vorgänge zu beobachten, die bei mit "diffusionsoffenen" Farben gestrichenen Fassaden auftreten: Risse, Nester, Auf- und Abplatzung, Ablösungen.

Natürlich haben die oben genannten Schadensbilder auch viel mit den jeweiligen Qualitäten der Oberflächenbeschichtung zu tun, aber die falsche Materialwahl legt bereits den Grundstein für eine kürzere Lebenserwartung. Das mag zutreffen, dass ein "diffusionsoffener Lack dampfförmiges Wasser durchlässt.

Aber was geschieht, wenn der Wasserdampf kurz vor der Beschichtungsebene kondensiert und sich die Beschichtung nicht benetzend verhält? Dann funktionieren weder Kapillarität noch Diffusion und das Wasser bleibt drin.

Man kann es genauso wie vor 100 Jahren machen: Öl und/oder Firnis (z.B. Leinölfirnis) nehmen. Alternativ kann man über den Einsatz von Lasuren nachdenken. Hier muss man aber schon wieder aufpassen, wie viel Chemie rein gemischt wurde.

Um die schönen, abgenutzten Begriffe "ökologisch" und "umweltfreundlich" zu benutzen, sei auf den Hervorragenden Recyclingkreislauf verwiesen. Das Glas wird zum Weiterverwenden (nach Einschmelzen) getrennt, die Beschläge kommen ab, Gummis und/oder PVC gibt es keine.

Wenn man die Holzprofile nicht mit Chemie voll gepampert hat, kann man sie durch den Ofen jagen, weil sie dann nicht unter Sonderabfall einzuordnen sind. Verbranntes Holz setzt bekanntlich nicht mehr CO2 frei, als es mal gebunden hat.

Und für den, der sich mit der Frage befasst, was er mit seinen Bestandsfenstern anfangen soll, sei auf den Forschungsbericht "Erhaltung der Kastenfenster durch gezielte Verbesserungsmaßnahmen" (Förderprojekt des Bundes B I 5 - 80 01 94 - 12) herausgegeben vom Prüfinstitut Türentechnik + Einbruchsicherheit, Rosenheim, verwiesen. Daran mitgearbeitet hat die Fa. PaX Fenster, welche die neuen Kastenfenster für das Forschungsprojekt hergestellt hat.

Berlin im Oktober 2002
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann

Mitglied der Baukammer Berlin
Tel. 030 - 67 48 97 27
Internet:
DIMaGB.de - Informationen für Bauherren


E-Mail vom 22.11.2002 von
Architektur-&Ing.büro Konrad Fischer

Sehr geehrte Damen und Herren Bauexperten,

das ist mal was Neues, natürlich von Prof. Hausladen: Fenster sollen wieder der Lüftung dienen, nicht nur dem Durchblinzeln (kann nach neuesten Berechnungen entfallen) und Energiesparen. Der Weg zurück zum hölzernen Hausladenverschluß mit Rahmenschlitzung - gegen die Fehlentwicklung im Fensterbau seit 1300.
Neueste Erkenntnisse für den Hausbau, endlich auch in Hausers bauphysikalischen Gehäusen! Was wir Denkmalpflegefanatiker sicher begrüßen werden. Wann wird die Butzenscheibenbläserei wieder Allgemeingut werden? Schott hat ja schon die Rastaurierungsglasfront eröffnet. Ad Fontes!

mfg
Konrad Fischer

Linktipp von Initiative Pro Holzfenster e.V. www.proholzfenster.de

Ist das Fenster zum Lüften noch geeignet?

Vortrag anlässlich der Rosenheimer Fenstertage 2002 von Prof. Dr. Gerhard Hausladen - TU München

Prof. Dr. Gerhard Hausladen begann mit der überaus provokanten Frage "Ist das Fenster zum Lüften geeignet?".

Zunächst erläuterte Prof. Dr. Hausladen die Zusammenhänge von Lüftung, Behaglichkeit und Bauphysik sowie die bestehenden Anforderungen, die sich in der Praxis stellen.

Anschließend schilderte er anhand von interessanten Grafiken die Zusammenhänge konventioneller Fensterlüftung. Hier stoßen konventionelle Öffnungsarten an ihre Grenzen, da ein gekipptes Fenster nicht zur Grundlüftung geeignet ist und die Stoßlüftung mit weit geöffnetem Fenster oft unpraktikabel ist.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die Fensterlüftung als natürliche Quelllüftung am behaglichsten ist. Obwohl die technischen Parameter, wie beispielsweise Lufttemperatur, Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit, bei Studien gleich blieben, wurde die mechanische Lüftung von den meisten Versuchspersonen als unbehaglicher empfunden. Dies liegt an der andersartigen Turbulenzbildung bei mechanischer Lüftung, die zu einer erhöhten Feuchteabfuhr des Menschen führt, so dass Menschen die Luft als trockener empfinden.

Indikator für diese Zusammenhänge ist hier die Anzahl der Bewegungen des Augenlides, die Menschen unwillkürlich tätigen, um das Austrocknen der Augenoberfläche zu vermeiden.

Prof. Dr. Hausladen forderte deshalb, dass man auch in Wohnbauten bei einfachen natürlichen Lüftungssystemen bleiben solle, wenn schon im Büro- und Gewerbebau die Rückkehr zu einfachen Systemen zu verzeichnen ist. Der Nutzer will selbst Einfluss nehmen, so dass Systeme immer eine hohe Akzeptanz haben, wenn sie eine individuelle Einstellung der persönlichen Behaglichkeit zulassen. Einfache Systeme sind zudem weniger Fehler anfällig und deutlich günstiger als technische Systeme mit hohem Steuerungsaufwand.

Prof. Hausladen forderte abschließend die Fensterbauer auf, entsprechende Systeme zu entwickeln, die insbesondere die Grund- bzw. Basislüftung ermöglichen und so dem Fenster auch in Zukunft die Lüftungsfunktion zuordnen.

Anhand von mehreren ausgeführten Beispielen zeigte Prof. Hausladen, wie mit unterschiedlichen Öffnungselementen eine variable Lüftung ermöglicht werden kann. Vielfach setzte er dabei nicht-transparente Bauelemente als öffenbare Bauteile ein, denn diese können sehr viel leichter als Glaselemente ausgeführt werden, so dass die Beschläge einfacher, kostengünstiger und dauerhafter ausgeführt werden können.


Urteil

Viele mögen Kunststofffenster nicht, weil sie sowohl die Optik als auch das Wohnklima beeinträchtigen. Vor dem Landgericht Berlin hatte ein Mieter Glück: er bekam Recht, den Einbau von KS-Fenstern nicht dulden zu müssen! Dazu das Gericht: Mieter müssen dem Einbau von KS-Fenstern nicht zustimmen, wenn Holzfenster ihren Zweck erfüllen.

Az: 63 S 263/01
02.2002


EnEV, RAL, DIN vs. Gesundem Menschenverstand
Wie soll ich mich verhalten?


Sehr geehrter Herr Bumann,

seit mehreren Abenden lese ich jetzt schon mit großem Interesse Ihre Seiten durch und finde immer etwas neues. Vorab, ich bin ganz Ihrer Meinung, das meiste was in Deutschen Vorschriften und Gesetzen steht, wird von den Interessen- Verbänden dort hinein geschrieben.

Mein Problem als Fenster Hersteller und Monteur besteht jetzt darin, meinen Kunden die per Internet und anderen Veröffentlichungen sehr gut informiert sind, darauf hinzuweisen das nicht alles schlecht war, was früher gemacht wurde. Wenn ich meine Fenster nach EnEV, RAL, DIN oder sonstigem geltenden Recht montiere kann ich mich auf Ärger einstellen, (Schimmel).

Montiere ich nach dem gesunden Mensche Verstand, kann ich damit rechen das mein Kunde einen Sach- verständigen holt und dann nachbessern muß. Wie soll ich mich da verhalten ??

mit freundlichem Gruß B.S. aus W.
per E-Mail am 12.03.2003

Sehr geehrter Herr S.,

ich kann Ihr Problem recht gut nachvollziehen. Wie also lösen?

Das geht nur über die vertragliche Vereinbarung. Sie haben zudem eine Hinweis- und Beratungspflicht, also kommen Sie der nach, indem Sie auf die Varianten
1.) DIN/RAL/EnEV
2.) nach Regeln der Technik außerhalb 1.
hinweisen.

Wo steht denn, dass ein Fenster Gummilippendichtungen haben muss? Der Fugenwert nach DIN muss stimmen
wegen des Luftwechsels. Alles andere ist Baukunst. Was will o. soll denn ein Gutachter begutachten, wenn
es nicht zieht und nicht schimmelt?

Und wer unbedingt seine Bude mit Kunststofffenstern hermetisieren will - bitteschön, dann soll er doch nach DIN an Schimmel krank werden, Hauptsache: nach DIN. Erstellen Sie sich einen kurzen Merkzettel zu den beiden
Varianten, dann haben Sie Ihrer Hinweis- und Beratungspflicht Genüge getan.

Ansonsten gilt: wer Mist bestellt und Mist bezahlt - bekommt Mist geliefert.
Was halten Sie davon?

Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann


Gefunden bei Hügelland:
http://huegelland.tripod.com/fakten.htm

Verbraucherberatung
BAUEN OHNE FENSTER
In kommunistischen Staaten war es üblich, missliebige Personen heimlich, still und leise aus Bildern und Büchern verschwinden zu lassen. In NRW wird diese Methode jetzt für missliebige Baustoffe angewandt. In einer neuen Verbraucherbroschüre des Landesinstituts für Bauwesen ("Baustoffe richtig auswählen") kommt das Thema "Fenster" nicht vor. Die seltsame Lücke wird plausibel, wenn man bedenkt, dass Fensterrahmen häufig aus PVC hergestellt werden, einem Kunststoff, der traditionelle von Greenpeace und Co. verteufelt wird. Schaut man genauer, zeigt sich jedoch das die Ökobilanz von PVC gar nicht so schlecht ist. Das grüne Bauministerium in Düsseldorf hat vermutlich den einfachsten Ausweg aus dem Dilemma gewählt: Nur nicht drüber reden. (DIE FROHE BOTSCHAFT http://www.maxeiner-miersch.de/)

comment.gif (1022 bytes) Dass hier dem PVC-Fenster eine Lanze gebrochen wird, tut meinem Faible für Holzfenster keinen Abbruch. Aber weder bin ich grün noch ein Bauministerium, daher bleibe ich meinem Credo treu, neutral und objektiv zu informieren.


Holzfenster richtig beschichten
Appell an die Branche: Reklamationen vermeiden – Anstrichgruppen-Tabelle beachten

(IPH) Reklamationen von Bauherren wegen Anstrichschäden an Holzfenstern ließen sich größtenteils vermeiden, würde die Anstrichgruppen-Tabelle des Rosenheimer Instituts für Fenstertechnik (ift) innerhalb der Fensterbaubranche immer berücksichtigt. Zu dieser Feststellung gelangte die Arbeitsgruppe Oberfläche der Initiative ProHolzfenster e.V. „Bei der Beurteilung von Schadensfällen mussten wir feststellen, dass diese Anstrichgruppen-Tabelle in der Praxis kaum Beachtung findet. Trotz neuer Materialien und Beschichtungssysteme ist die seit 1983 existierende Tabelle nach wie vor aktuell“, berichtet Andreas Neumeier von der Initiative ProHolzfenster.

Vergrauungen und im schlimmsten Falle Fäulnisschäden durch wasserunterwanderte Anstrichfilme können die Folge sein, wenn Fehler bei der Wahl der Holzart und Beschichtung gemacht werden. Dabei ist die Sache nicht allzu schwierig: Die zu verwendende Beschichtung hängt von den Faktoren Holzart und Holzqualität, Konstruktion und Verarbeitung sowie von Architektur und Klimabeanspruchung ab. Die Dauerhaftigkeit ergibt sich durch die Kombination dieser Faktoren mit dem gewählten Beschichtungssystem (lasierend oder deckend, hell oder dunkel). So bestimmen also nicht nur bauliche Planungen die späteren Renovierungsintervalle, sondern auch der Fensterhersteller oder –verkäufer durch entsprechende Beratung über die Art der Beschichtung.

Ausführlich Aufschluss über die jeweils geeigneten Beschichtungssysteme gibt das Merkblatt HO.01 „Klassifizierung von Beschichtungen für Holzfenster und –Haustüren“ des Verbands der Fenster- und Fassaden-Hersteller in Frankfurt/Main. Es basiert auf der Anstrichgruppen-Tabelle des ift Rosenheim und kann über den Online-Shop unter www.window.de bezogen werden.

Weil viele Bauherren die Vorteile von Holzfenstern wieder zunehmend schätzen – angenehme Wohnatmosphäre, gute Wärmedämmung, bestes Ökoprofil, um nur einige Stichworte zu nennen – ist kompetente Beratung seitens des Fensterherstellers bzw. des Fachhandels besonders wichtig. Als Argumentationshilfe hat die Initiative ProHolzfenster eine handliche Sofort-Checkkarte aufgelegt. Die übersichtliche Tabelle gibt schnell Aufschluss über die Bewitterungssituation, die daraus folgende Beschichtungs-Empfehlung sowie die notwendigen Renovierungsintervalle. Der „Anstrich-Check“ kann gratis angefordert werden bei der Initiative ProHolzfenster e.V., Fax-Nr. 09406 / 959907 oder als Download unter www.proholzfenster.de. (mh)

Quelle: Newsletter von www.Infoholz.de, 21.02.03


Marktanteil bei Fenstern nach Material:

Kunststoff 51,5 %
Holz 22,1 %
Aluminium 20,6 %
Holz-Aluminium   5,8 %

Je nach Wetterseite und Beschichtung müssen Holzfenster alle 2-6 Jahre gestrichen werden.
Durch regelmäßige Pflege können die Renovierungsintervalle gestreckt werden.
Jeweils 40 % der Holzfenster bestehen aus Meranti und Kiefer.
Kunststoff und Aluminium reagieren auf Temperatur, Holz auf Feuchte.
Einbruchschutz durch Einbruch hemmende Fenster mit mind. WK 2 nach DIN V ENV 1627.

Quelle: ddp 05.2003


Altholzverordnung
Einspruch angenommen

Mehrere Verbände erreichten durch gemeinsame Anstrengungen eine Präzisierung der Altholzverordnung. Kernpunkt der Veränderung: Zu entsorgende Fensterhölzer sind i.d.R. kein besonders überwachungsbedürftiger Abfall (büA) mehr.

Mit der am 01.03.2003 in Kraft getretenen Altholzverordnung (AltholzV) ist die Deponierung von Althölzern in der heutigen Weise nicht mehr zulässig. Zur umweltgerechten Entsorgung, wie bei der thermischen Verwertung, stuft die Verordnung das Altholz in vier Kategorien ein. PCB-belastetes Altholz nimmt zusätzlich eine Sonderstellung ein.

Die pauschale Zuordnung der mit Holzschutzmitteln behandelten Althölzer zum besonders überwachungsbedürftigen Abfall (büA) gemäß Altholzverordnung war schwer nachzuvollziehen und wurde von Branchenkennern als unstimmig empfunden. Bei der alten Regelung wurde so ein Holzfenster gemeinsam mit Bahnschwellen und Telegrafenmasten eingruppiert. Für eine thermische Verwertung der Althölzer aus Abbruch und Rückbau, d.h. auch für die Altfenster, stünden in Deutschland zurzeit für diese Art von Abfall nur ca. 20 so genannte "Sondermüllanlagen" zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) wurde von der Notwendigkeit der Nachbesserung überzeugt. Die Vorschläge der Verbände sind darin berücksichtigt. Für die Entsorgung von Holzfenstern bedeutet dies konkret:
Holzfenster nach 1990 sind im Regelfall kein besonders überwachungsbedürftiger Abfall, da die betrieblich verwendeten modernen Beschichtungssysteme als auch die Lacke aus dem Renovierungsbereich eine Einstufung als büA nicht sinnvoll erscheinen lassen. Sie bekommen den günstigeren Abfallschlüssel 17 02 01.

Damit dürfen die Produkte energetisch oder anderweitig, z.B. nach der Biomasseverordnung, verwertet werden. Allerdings ist ein Recycling zu Holzwerkstoffen ausgeschlossen. Weiter sind Holzfenster vor 1990 ebenfalls der Altholzklasse A IV zuzuordnen. Eine Überwachungsbedürftigkeit dieser Fenster liegt nur bei einer Behandlung mit PCB beziehungsweise PCP vor. Gleiches gilt für die Einstufung von beschichtetem Holz im Außenbereich, sofern es die entsprechenden Kriterien erfüllt. Für diese geltenden Änderungen gibt es aktuell noch keine entsprechenden Abfallscheine.

Für die Übergangszeit sollte der Tischler und Schreiner bei der Entsorgung alter Fenster folgendermaßen vorgehen:

1.) ergänzend sollte im Feld "Zusätzliche Informationen" folgenden Eintrag gemacht werden: Baujahr Fenster nach 1990, nicht büA. Abfallschlüssel: 17 02 01

2.) Für Fenster vor 1990 ist mit dem Kunden zu klären, welche Schadstoffbelastungen im Altholz vorliegen. Ggf. ist eine Erklärung des "Häuslerenovierers" hilfreich, die der Fensterbaubetrieb zu den Akten nehmen sollte.

3.) Diese Informationen sollten auf alle Fälle im Betrieb oder Fahrzeug bereitliegen.

Das Ministerium hat die Erstellung von entsprechend geänderten Anlieferungsscheinen zugesagt. Bis zur Veröffentlichung können Betriebsinhaber mit den drei genannten Verhaltensregeln arbeiten.

Berlin, 15. Juni 2003
Herausgeber: Bundesverband Holz und Kunststoff
Ansprechpartner für die Redaktion: Christian Härtel
Tel.: 0 30 / 30 88 23 – 40


07.2003
Neue ift Richtlinie „Wärmeschutz - Fenster“

Die neue ift Richtlinie WA-04/1 zur Ermittlung des Wärmedurchgangskoeffizienten Uw für Holzfenster soll die bestehende Unsicherheit beim wärmetechnischen Nachweis von Holzfenstern beenden und die Nutzung besserer Uf-Werte des Rahmens als nach DIN EN ISO 10077-1 ermöglichen.

Im Internet: http://www.ift-rosenheim.de


Gebäude ganz aus Fenstern

... also alle Wände und das Dach - nennt man Wintergarten.
Hierüber möchte ich nicht referieren, weil andere schon
alles mögliche zum Thema zusammen getragen haben.

   Wintergarten-Ratgeber


Schallschutz bei Fenstern

Nachträgliche Schallschutzverglasung:

  • Bis SSK 4 ist es eher kein Problem, erst ab SSK 5 wird die Scheibe sehr dick.
  • Wichtig: eine Problemzone stellt immer der Falzbereich dar. Wird hier nicht richtig abgedichtet (ausgegossen), entsteht ein verlust von 3-4 dB.
  • Kosten: 167% einer normalen Verglasung bei SSK 5, ca. 133% bei 10-6-4
  • Schallschutz funktioniert über die Masse: z.B. 10-6-4, die dicke Scheibe muss innen sitzen
  • Ab SSK 4 ist immer mit 2 Lippendichtungen auszuführen.
  • Sehr gute Werte erzielt man mit aufgearbeiteten Kastenfenstern:

Tabelle:
Schallschutzklassen und Hinweise zur Konstruktion
(nach VDI-Richtlinie 2719 - 10.1973)

SSK Rw (dB) Fenster Dichtung Verglasung sontiges
0 <= 24 undichtes ohne Einfach/Iso -
1 25...29 Verbund keine zusätzl. MD-Vergl. -
2 30...34 Verbund zusätzliche MD-Vergl. -
    Einfach zusätzliche dicke Iso-Vergl.
6-mm-Glas
fest eingebaut o.
in dichten Fenstern
3 35...39 Kasten keine zusätzl. MD-Vergl.  
    Verbund zusätzliche Dickglas 40...50 mm Sch.abst.
    Einfach zusätzliche Iso, schwer, mehrschichtig
12-mm-Glas
fest eingebaut o.
in dichten Fenstern
4 40...44 Kasten zusätzliche MD-Vergl.  
    Verbund besondere Dickglas über 60 mm Sch.abst.
5 45...49 Kasten besondere Dichtglas  
    Verbund besondere Dickglas ca. 100 mm Sch.abst.
akustisch entkopp. Flügelrahmen
6 >= 50 Kasten besondere Dichtglas sehr grosser Scheibenabstand
getrennter Blendrahmen


 

Einbruchschutz bei Fenstern

Keine Chance für Einbrecher!
Einbruchhemmende Fenster: Geprüfte Sicherheit

Eine „schöne“ Bescherung erleben jährlich viele Bundesbürger, wenn sie feststellen müssen: In Haus oder Wohnung ist während ihrer Abwesenheit eingebrochen worden. Statistisch gesehen passiert dies in Deutschland alle zwei Minuten. Nach Statistiken der Kriminalpolizei kommen die Eindringlinge in den meisten Fällen durch die Terrassentür oder durch ein Fenster im Erdgeschoss. Gekippte Fenster stellen natürlich eine besondere Gefahr dar. Eine beliebte Methode ist es aber auch, den Flügel auszuhebeln oder das Fenster nach dem Einschlagen der Scheibe oder dem Anbohren des Rahmens zu entriegeln. Profis schaffen dies in wenigen Sekunden.

Wie kann man sich vor solchen Übergriffen schützen? Fenster- und Beschlaghersteller haben dafür einbruchhemmende Systeme entwickelt, die in ihrer Gesamtkonstruktion – bestehend aus Rahmen, Beschlag und Verglasung – keine Schwachpunkte aufweisen dürfen. Diese Fensterelemente „aus einem Guss“ werden einer Einbruchprüfung unterzogen und nach aktueller DIN-Norm in sechs Widerstands-klassen (WK1 bis WK6) unterteilt, wobei WK4 bis WK6 mehr für Banken und Juweliere ausgelegt sind. Für den Schutz des privaten Wohnbereichs sind Fenster nach WK2 bis WK3 im allgemeinen ausreichend und werden auch von den polizeilichen Stellen empfohlen.

Einbruchhemmende Fenstersysteme weisen besondere Konstruktionsmerkmale auf, wie abschließbare Fenstergriffe, Anbohrschutz, verstärkte Glashalteleisten und Beschläge, Sicherheitsbauteile an den Ecken und durchbruchhemmendes Glas. Regelmäßige Kontrollen der Produktion durch unabhängige Prüfstellen gewährleisten, dass die jeweiligen Anforderungen eingehalten werden. Fensterhersteller und Fensterfachbetriebe dokumentieren ihre Zertifizierung durch entsprechende Prüfzeugnisse. Damit einbruchhemmende Fenster ihren Zweck auch erfüllen können, müssen sie fachgerecht eingebaut werden. Bauherren sollten sich nach Abschluss der Arbeiten in jedem Fall eine Montagebescheinigung aushändigen lassen.

Um Kosten zu sparen, können jeweils nur die Fenster in leicht zugänglichen Bereichen wie Erdgeschoss und Souterrain mit dem Sicherheitspaket ausgestatten werden. Denn rein optisch besteht zwischen herkömmlichen und einbruchhemmenden Fenstern kein Unterschied. Bauherren, die Wert auf sicheren Einbruchschutz legen, stellen meist auch an die Qualität des Rahmenmaterials hohe Ansprüche. Hochwertige Holzfenster sind hier in besonderem Maße gefragt. Unter dem Aspekt der Sicherheit liegt nahe, dass man sich für härtere Holzarten wie Lärche, Meranti oder Eiche entscheidet.

Tipp: Zertifizierte Fensterfachbetriebe und polizeiliche Beratungsstellen geben Auskunft, wie viel Sicherheit im individuellen Fall notwendig ist. Auch bestehende Fenster lassen sich mit einbruchhemmenden Sicherheitssystemen nachrüsten. Auch hier sollte man sich an den zertifizierten Fachmann wenden.

Weitere Informationen: Initiative ProHolzfenster e.V., Kandlstr. 26, 93098 Mintraching, Fax 09406 / 959907, E-Mail info@proholzfenster.de, Internet: www.proholzfenster.de.

Spezielle Schließstücke an den Ecken und am besten auch an Rahmenmitte
und in Fenstergriffhöhe verhindern das Aushebeln der Fenster.
Foto: Winkhaus/Initiative ProHolzfenster



Bewertung von Glasflächen

Ein immer wieder auftretendes Problem stellt der Fall der Oberflächenbeschädigung an Verglasungen
in Form von Kratzern usw. dar. Zur Klärung der Bewertungsgrundlagen dient i. A. die
Richtlinie zur Beurteilung der visuellen Qualität von Isolierglas aus Spiegelglas.

Diese Richtlinie wurde erarbeitet vom Technischen Beirat im Institut des Glaserhandwerks für Verglasungstechnik und Fensterbau, Hadamar, und vom Technischen Ausschuss des Bundesverband Flachglas Großhandel, Isolierglasherstellung, Veredelung e.V, Troisdorf, Stand Oktober 1996. Dem interessierten Leser übermitteln wir per E-Mail gerne die Textfassung der Richtlinie.

Quelle : BBG News August/September 2002


Hochwertige Hölzer gefragt
Beim Holzfenster setzen Bauherren auf Qualität

Meranti und Kiefer gehören im deutschen Fensterbau zu den beliebtesten Holzarten, wie eine Umfrage der Initiative ProHolzfenster e.V. in Mintraching ergeben hat. Regionale Vorlieben sind ebenfalls festzustellen – zum Beispiel in Bayern, denn dort wie im benachbarten Österreich spielt seit jeher die Fichte eine große Rolle. Vermehrt werden in jüngster Zeit Fenster aus Lärchenholz gefertigt, welches unter den Nadelhölzern als sehr widerstandsfähig gegenüber Witterungseinflüssen gilt.
Eines zeichnet sich jedoch durchweg ab: Der Trend geht auch im Fensterbau zum Qualitätsprodukt. Der Verbraucher erwartet beim Holzfensterkauf ein hochwertiges Produkt mit langer Lebensdauer. Nicht immer muss es sich dabei um Hartholz handeln. Auch die Kiefer als weiches Nadelholz gilt als hochwertig – vorausgesetzt, sie wird richtig verarbeitet. Qualitätsbewusste Hersteller verarbeiten sie so, dass auf der Fensteraußenseite ausschließlich das widerstandsfähige Kernholz zum Einsatz kommt. Das bei der Kiefer übliche Splintholz sollte dagegen im Innenbereich liegen. Die Schichtverleimung macht dies technisch möglich. Lärche hat hier den Vorteil, dass sie einen sehr viel größeren Kernholzbereich bietet, der zudem astfrei ist.
Auch bei Laubhölzern, die als hart und robust gelten, tut man gut daran, auf Qualität zu achten. So ist zum Beispiel allein der Begriff Tropenholz noch keine Garantie für Langlebigkeit. Ein wichtiger Indikator ist die Dichte einer Holzart. Je dichter, umso besser für die Lebensdauer – schweres Meranti mit über 450 kg/m3 ist demnach gegenüber leichteren Qualitäten zu bevorzugen.
Es lohnt sich also, beim Fensterkauf überlegt vorzugehen und sich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Gute Fensterfachbetriebe wissen, worauf es ankommt und können im individuellen Fall richtig beraten. Hochwertige Qualitäten und fachgerechte Ausführung in Konstruktion und Einbau – und Holzfenster halten ein Leben lang!
Weitere Informationen: Initiative ProHolzfenster e.V., Kandlstr. 26, 93098 Mintraching, Fax 09406 / 959907, E-Mail info@proholzfenster.de, Internet: www.proholzfenster.de.

Fenster im Altbau: interessante Internet-Seiten
(Sie sehen selbst, warum)

  1. Altbau und Denkmalpflege Informationen von Architekt Konrad Fischer
    1. Richtig Lüften
    2. Fenster / Lüftung
    3. Erneuerung oder Erhalt von Altfenstern
    4. Wirksamer bekämpfender und vorbeugender Holzschutz ohne Gift
    5. Schädliche Gummilippendichtung von Plastikfenstern führt zu Schimmelbildung
    6. Rechtsfolgen undichter Fenster
  2. PaX classic: Fenster und Türen zur Tradition, Fenster im Baudenkmal
    1. PaX Holz-Fenster, Spezialist im Denkmalschutz.

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