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Heizölpreise in Deutschland, Heizöl Preisvergleich, Heizölpreise und Trends


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Betriebskosten, Wohnnebenkosten

Betriebskosten 2003
Quelle: Statistik BBU

Kostenart Betrag
  € / m² Monat
Raumheizung 0,555
Warmwasser 0,186
Wasserversorgung 0,233
Entwässerung 0,267
Hausreinigung 0,246
Aufzuganlagen 0,221
Müllabfuhr 0,198
Hauswart 0,196
Grundsteuer 0,176
Versicherung 0,067

Entwicklung der Wohnnebenkosten 2004
Veränderung zu 2000 in %
Quelle: Institut für Städtebau,
Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (IFS) Berlin

flüssige Brennstoffe - 0,8
Nettokaltmieten + 4,5
Wohnungsmieten + 4,8
feste Brennstoffe + 4,8
Lebenshaltungskosten + 6,1
Wasserversorgung + 6,2
Wohnungsnebenkosten + 7,3
Müllabfuhr + 8,0
Abwasserentsorgung + 9,1
Strom + 18,7
Gas + 21,4

Betriebskostenspiegel Deutschland
2004 und 2005
Quelle: DMB

Betriebskostenspiegel Deutschland
im Æ, gewichtet

€/m² Monat

2005 2004 Zunahme
Heizung 0,76 0,69 10,1%
Wasser, Abwasser 0,39 0,37 5,4%
Grundsteuer 0,21 0,20 5,0%
Hauswart 0,20 0,18 11,1%
Warmwasser 0,19 0,17 11,8%
Aufzug 0,18 0,13 38,5%
Müll 0,18 0,15 20,0%
Gebäudereinigung 0,13 0,12 8,3%
Versicherungen 0,13 0,11 18,2%
Gartenpflege 0,10 0,08 25,0%
Antenne/Kabel 0,09 0,08 12,5%
Strom allg. 0,05 0,04 25,0%
Straßenreinigung 0,05 0,04 25,0%
Schornsteinfeger 0,04 0,04 0,0%
sonstige 0,04 0,04 0,0%
gesamt 2,74 2,44 12,3%

Entwicklung der Wohnnebenkosten
Æ 2000-2006 und 2006
Quelle: Institut der dt. Wirtschaft (IW)

Æ 2000-2006 im Jahr 2006
Nebenkosten gesamt 4,1% 7,4%
darunter:    
Gas 7,9% 17,7%
Zentralheizung, Fernwärme 8,0% 14,9%
Heizöl 6,3% 10,7%
Strom 4,3% 4,0%
Instandhaltung, Reparatur 1,2% 2,7%
Müllabfuhr 2,1% 2,7%
Wasserversorgung 1,6% 1,6%
Abwasserversorgung 1,7% 1,0%
zum Vergleich:    
Wohnungsmieten 1,1% 1,0%
allg. Verbraucherpreise 1,6% 1,7%

Entwicklung der Wohnnebenkosten
2005, Veränderung zum Vorjahr, Daten: GdW

kalte Nebenkosten +1,5%
Müllabfuhr +2,4%
Wasserversorgung +2,0%
Abwasserentsorgung +0,5%
sonstige Betriebskosten +0,9%
warme Nebenkosten +11,8%
Heizöl +32,0%
Fernwärme +14,4%
Gas +10,5%
Strom +4,2%
feste Brennstoffe +1,0%

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Energie: Kosten und Preise


Energie: Kosten und Preise, Beispiele:

:: Aktuelle Heizölpreise in Deutschland (aktuell)
:: Brennstoffkostenvergleich Öl : Gas 1996 - 2005 (2005)
:: Heizöl auch 2006 preiswerter als Gas (02.2007)
:: Heizöl ist weiterhin preisgünstiger als Erdgas (10.2006)
:: Heizöl mit Brennwerttechnik ist preiswerter als Holzpellets (02.2007)
:: Öl-Zentralheizung mit günstigen Betriebskosten (08.2006)
:: Solarstrom, Investitionen und Strompreis (09.2006)
:: zum Thema Strompreise (04.2006)
:: Was kostet ein Liter warmes Wasser? (02.2007)

Link zu:
 :: richtigbauen.de / Info / Energie

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Trotz allgemein hoher Energiepreise
Heizöl ist weiterhin preisgünstiger als Erdgas

Heizöl war im Februar bundesdurchschnittlich 272 Euro preisgünstiger zu beziehen als Erdgas. Während die 3000-Liter Partie Heizöl 1733 Euro kostete, mussten für die gleiche Menge Erdgas (33.540 kWh und Grundgebühr) 2005 Euro bezahlt werden. Das sind knapp 16 Prozent mehr. Diese Werte gehen aus den regelmäßigen Erhebungen der Fachzeitschrift „Brennstoffspiegel“ hervor.

Noch deutlicher fällt der Preisunterschied bei einer Lieferpartie von 1600 Litern aus, einer Menge, die in neueren, gut gut isolierten Häusern eher einem Jahresverbrauch entspricht. In diesem Fall war Erdgas im Februar bundesdurchschnittlich rund 22 Prozent beziehungsweise 207 Euro teurer.

Mit den jüngsten Vergleichszahlen wird der seit 28 Jahren anhaltende Brennstoffkostenvorteil von Heizöl fortgesetzt. Zusammenaddiert ergibt sich bei einer jährlichen Abnahmemenge von 3000-Litern Heizöl bzw. 33. 540 kWh Erdgas plus Grundgebühr für den Zeitraum von Anfang 1978 bis Ende 2005 ein bundesdurchschnittlicher Preisvorteil für Heizöl von insgesamt 7171 Euro.

IWO, Pressedienst Modernes Heizen
Nr. 149, März 2006

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Öl-Brennwertheizung mit Solar für nur 43 Euro pro Monat

Eine effektive Möglichkeit, langfristig den gestiegenen Energiepreisen Herr zu werden, ist die Anschaffung effizienter Heiztechnik. Staatliche Förderung durch Direktzuschuss, Steuerbonus und zinsgünstige Finanzierungshilfe machen die Investition in ein sparsames Öl-Brennwertgerät mit Solarkomponente zurzeit besonders attraktiv. Das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) hat ausgerechnet: Eine umweltschonende Öl-Brennwertheizung mit Solar ist unterm Strich schon für 43 Euro im Monat zu haben. Sein Erspartes braucht man da gar nicht anzutasten.

Die den Modellrechnungen zugrunde gelegten Eckdaten: ein vor 1984 errichtetes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern beheizter Wohnfläche und einem bisherigen Jahresheizölverbrauch von 3500 Litern. Die Optimallösung: der Ersatz des veralteten Ölstandardheizkessels durch einen effizienten Öl-Brennwertkessel mit einer solarthermischen Anlage, die nicht nur zur Warmwasserzeugung, sondern auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt wird. Eine solche Kombination mit einem Energieeinsparpotenzial von bis zu 40 Prozent kostet im IWO-Beispiel einschließlich einer zehn Quadratmeter großen Solaranlage und eines 750 Liter fassenden bivalenten Warmwasserspeichers 14.100 Euro, worin insgesamt 3400 Euro handwerkliche Lohnkosten (1200 für Kessel- und 2200 für Solarinstallation) enthalten sind.

An der Solaranlage beteiligt sich der Staat mit einem Direktzuschuss von 108 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche (Stand: 19. Mai 2006), also mit insgesamt 1080 Euro. Da zudem seit Anfang des Jahres ein Steuerbonus auf handwerkliche Lohnleistungen gewährt wird (pro Haushalt jährlich 20 Prozent von maximal 3000 Euro, mithin höchstens 600 Euro), reduziert sich der Gesamtaufwand im Beispiel um weitere 600 Euro. Der Steuerbonus unterliegt nämlich nicht dem persönlichen Steuersatz, sondern wird im Zuge der Jahreseinkommensteuererklärung direkt von der Steuerschuld abgezogen.

Verbleiben rund 12.400 Euro, die mit einem staatlichen Darlehen über die KfW-Förderbank (Programm „Wohnraum Modernisieren, Öko-Plus“) zu einem auf zehn Jahre festgeschriebenen Zinssatz von nur 3,15 Prozent (Stand 19. Mai 2006) finanziert werden können. Bei zehnjähriger Laufzeit beträgt die Zins- und Tilgungsleistung nach einem (vorgeschriebenen) tilgungsfreien Anlaufjahr pro Quartal 396,92 Euro (monatlich rund 132 Euro). Nach den zehn Jahren ist die neue Heizanlage komplett bezahlt. Demgegenüber steht auf Basis des bundesdurchschnittlichen April-Heizölpreises von 63,6 Cent eine potenzielle Brennstoffkostenersparnis von jährlich 890 Euro (monatlich rund 74 Euro). Der zusätzliche Finanzaufwand für die sparsame Kombination Öl-Brennwertheizung mit Solar beträgt damit bei der Optimallösung nur 58 Euro pro Monat.

Wird die Solaranlage ausschließlich für die Warmwasserbereitung genutzt, fällt die Rechnung im selben Modellhaus noch günstiger aus. Öl-Brennwertgerät und Solarkomponente kosten dann nur 12.000 Euro, weil die Kollektorfläche mit 4,6 Quadratmeter kleiner ausfallen kann. Als Solarzuschuss gibt es aber lediglich 84 Euro je angefangenem Quadratmeter, insgesamt 420 Euro. Bei kleinerer Solaranlage sinkt zudem der handwerkliche Lohnkostenanteil auf insgesamt 2700 Euro, sodass 540 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden können. Bleibt ein Finanzierungsbedarf von rund 11.000 Euro. Zu denselben KfW-Konditionen wie im ersten Beispiel und bei ebenso hohem Einsparpotenzial geht hier die Rechnung so auf: Die Quartalsrate für Zins und Tilgung beträgt 352,11 Euro. Das sind monatlich rund 117 Euro, abzüglich der Brennstoffkostenersparnis von 74 Euro je Monat ergibt sich: Öl-Brennwerttechnik mit Solar ist schon für rund 43 Euro im Monat zu haben. Auch in diesem Fall ist die Anlage nach zehn Jahren komplett bezahlt.

Wird ein Öl-Brennwertgerät ohne Solarunterstützung installiert, ist die Finanzierung über ein KfW-Darlehen („Wohnraum Modernisieren, Standard“) gleichfalls lohnend. Hier gelten zurzeit ein Festzinssatz von 3,05 Prozent und 4 Prozent Disagio. Bei einem Anschaffungspreis von 8500 Euro, 300 Euro Steuerbonus und einem Energieeinsparpotenzial bis zu 30 Prozent (jährlich 1050 Liter, 668 Euro) müssen in demselben Modellhaus pro Monat rund 35 Euro zusätzlich für die neue Ölheiztechnik aufgebracht werden. Wiederum ist die Anlage nach zehn Jahren voll bezahlt. Anschließend kommt in allen drei Beispielen die gesamte Brennstoffkostenersparnis dem Haushaltsbudget zugute.

IWO Pressedienst
Ausgabe Nr. 150, Mai 2006

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Heizungsmodernisierung: Einsparpotenziale, Investition und Amortisation

Technik Ersparnis Ersparnis
bis zu €/a
Investition
in € ab
Amortisation
in a
Wärmepumpe (Sole/Wasser) - 58 % 1.450 22.100 15,2
Wärmepumpe (Luft/Wasser) - 50 % 1.250 17.900 14,3
Pelletskessel - 40 % 1.000 10.000 10,0
Brennwertkessel (Öl o. Gas) - 28 %    700   4.100   5,9
Niedertemperaturkessel (Öl o. Gas) - 20 %    500   3.800   7,6
Solaranlage -   6 %    150   1.400   9,3

Vergleichsbasis: Gebäude mit 140 m2, Bj. 1980 (Haus + Altkessel), Verbrauchs-/Betriebskosten: 2.500 € bei 34.000 kWh. Energiepreise (1/2006): Öl/Gas: 0,60 €/I/m3, Pellets: 169 €/t, Strom (WP): 0,12 €/kWh, Strom: 0,16 €/kWh. Gerundete Verbrauchs- und Betriebskosten unter Vervendung von BDH- und Standardwerten (EID). Investitionskosten entsprechen üblichen Marktpreisen inkl. Zubehör und MwSt., ohne Montagekosten. Amortisation auf jetzigem Energiepreisniveau und ohne Kapitalkosten.

Quelle: Viessmann, Fachnews Nr. 12, Juni 2006

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Strom- und Wasserpreise Berlin 1991/1992-2006






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Wasserpreistabelle vergleicht Äpfel mit Birnen.
Infrastrukturen machen bis zu 80 % des Wasserpreises aus.
Wasserpreise unterliegen in Deutschland der behördlichen Kontrolle.

Die von SPIEGEL ONLINE veröffentlichte Preistabelle versucht den Eindruck zu erwecken, als ob sich in den Wasserpreisen eine überall identische Dienstleistung widerspiegeln würde. Da diese überall identisch sei, dürfe es keine Preisunterschiede geben, so die Argumentation des Mediums. Dem ist nicht so. Das bestätigt ebenfalls der SPIEGEL ONLINE-Bericht, wenn darin von „nachvollziehbaren Gründen für Preisunterschiede“ die Rede ist. Damit gibt die Redaktion zu, dass sie Äpfel mit Birnen vergleicht.

Wasser ist das Lebensmittel Nr. 1. Es stellt nach Bundestagsbeschluss ein natürliches Monopol dar. Gerade deshalb unterliegen die Wasserpreise bereits heute einer doppelten Kontrolle. Erstens dürfen nur die durch die Wasserbereitstellung entstandenen Kosten an die Kunden weiterberechnet werden. Grundlage dafür ist das Kostendeckungsprinzip. Zweitens wird die Preisbildung von Kommunen und Behörden überwacht. Wenn in zwei benachbarten Städten Wasserpreise deutlich voneinander abweichen, dann liegt es insbesondere an unterschiedlichen Kostenstrukturen, Versorgungsgebieten, Wasserressourcen und Verbrauchermengen.

Lokal und regional unterschiedlich sind die Arten der Gewinnung von Wasser aus Grund-, Quell-, und Oberflächenwasser, die Aufbereitung, Netze und Anlagen sowie der Umwelt- und Gewässerschutz. Hinzu kommen unterschiedliche rechtliche Vorgaben der Bundesländer sowie der zuständigen Gesundheits- und Wasserbehörden. Ein weiterer Kostenfaktor sind unterschiedlich hohe staatliche Sonderabgaben, diese können bis zum Faktor 10 differieren.

Der demografische Wandel trägt ebenfalls zur Kostenbelastung bei. Weniger Verbraucher bedeuten, dass die Kosten auf weniger Kunden umgelegt werden und damit ein Verbraucher mehr zahlen muss. Diese Tatbestände sind den Kartellbehörden bekannt.

BGW
Berlin, 30.05.2007

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Wassertanks amortisieren sich - aber spät

Wer mit Hilfe einer Regenwasseranlage die Kosten für das Sprengen des Rasens, den Betrieb der Waschmaschine und der WC-Spülung senken will, muss kräftig investieren und lange warten, bis sich die Investition lohnt.

Wasser ist teuer und wenn in den offenbar häufiger werdenden Dürrezeiten der Garten nach dem Nass lechzt, schnellt der Verbrauch erst recht in die Höhe. Das Immobilienportal Immowelt.de hat einmal nachgerechnet, wann sich die Investition in eine Regenwasseranlage lohnt. Ergebnis: Eigenheimbesitzer müssen zum Beispiel in Berlin länger als zehn Jahre warten, bis die Einsparungen die Anschaffungskosten gedeckt haben, hat das Immobilienportal Immowelt.de errechnet.

Die Kosten für Anschaffung und Installation eines Speichermoduls mit einem Fassungsvermögen von 6.500 Liter Wasser inklusive des kompletten Zubehörs belaufen sich auf knapp 5.000 Euro. Mit einem solchen Tank lassen sich für die WC-Spülung, die Waschmaschine, für das Putzen und für die Gartenbewässerung jährlich rund 90.000 Liter Trinkwasser einsparen.

Wie schnell sich die Investition in den Tank amortisiert, hängt vom Wasserpreis ab und der kann von Region zu Region stark schwanken, berichtet das Immobilienportal Immowelt.de. Bis zu 300 Prozent können die Unterschiede ausmachen. Mit 5,09 Euro pro Kubikmeter liegt beispielsweise die Hauptstadt Berlin im oberen Mittelfeld. Bei diesem Preis ist eine Einsparung durch einen Wassertank von 450 Euro pro Jahr realistisch. Das heißt: Erst nach mehr als zehn Jahren hat sich die Investition amortisiert. Etwas schneller rechnet sich die Anschaffung in Freiburg, wo der Preis für Wasser und Abwasser mit 6,20 Euro pro Kubikmeter besonders hoch ist.

Dagegen ist die Aussicht auf Amortisation in Bayern, wo die Wasserpreise vielfach weit unter dem Durchschnitt liegen, besonders gering. In Ingolstadt beispielsweise kosten Wasser und Abwasser nur 2,18 Euro pro Kubikmeter.

Eine Abwassergebühr für genutztes Regenwasser wird übrigens in vielen Gemeinden gar nicht oder nur mit sehr geringen Sätzen berechnet. Fazit des Immobilienportals Immowelt.de: Wer in eine Regenwasseranlage investieren will, muss lange warten, bis das Geld zurückkommt, zumal Kapitalkosten noch nicht eingerechnet sind. Wer aber langfristig denkt, kann damit tatsächlich Geld sparen.

Pressedienst immowelt.de
vom 16.08.2007

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TRINKWASSER GESICHERT – ABER ZU WELCHEM PREIS?
BBU: Frau Lompscher muss Verbraucherschutz stärker im Blick haben

Berlin – Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) kritisiert bei dem heute vorgestellten Wasserversorgungskonzept eine unzureichende Verbraucherorientierung. „Es ist bezeichnend, dass in dem Papier die Entwicklung der Wassertarife praktisch keine Rolle spielt. Sie ist aber eine ganz wesentliche Zukunftsfrage. Die Senatsverwaltung von Frau Lompscher sollte sich darauf besinnen, dass sie auch bei den Tarifen für Verbraucherschutz zuständig ist“, so BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt.

Die Sicherung der Berliner Wasserqualität sei sehr wichtig. „Zu einem Versorgungskonzept gehört aber auch die kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen und der zukünftigen Tarifentwicklung“, so Burkardt. „Deshalb wäre es wünschenswert, wenn Frau Lompscher sich auch bei den Tarifen für die Verbraucher einsetzen würde, und Konkretes zur zukünftigen Tarifgestaltung gesagt hätte.“

Die steigenden Grundwasserpegel in Berlin seien auch auf den rückläufigen Wasserverbrauch zurückzuführen. Wesentliche Ursache hierfür sei wiederum, dass der Preis für den Kubikmeter Wasser in Berlin seit 2003 um fast 30 Prozent angehoben wurde. Damit seien hunderte nasse Keller in Spandau, Friedrichshain oder anderen Stadtteilen auch Folge der hohen Berliner Wasserpreise. Spielräume zur Tarifsenkung könnten sich beispielsweise durch einen Verzicht des Landes Berlin auf das Grundwasserentnahmeentgelt ergeben, so Burkardt. 2007 nahm das Land durch das Entgelt fast 50 Millionen Euro ein.

Burkardt kritisierte, dass das Versorgungskonzept ohne Beteiligung wesentlicher Verbrauchergruppen erarbeitet wurde. „Der BBU vertritt in Sachen Betriebskosten die Interessen von fast 1,3 Millionen Mieterinnen und Mietern“, unterstrich Burkardt. Wasser sei bei den Betriebskosten mit 22 Prozent der zweitgrößte Posten nach Heizenergie (35 %). Für die Gebäudeeigentümer bedeute das steigende Grundwasser höhere Investitionskosten, etwa wenn Aufzugsschächte leer gepumpt werden müssten. Burkardt: „Alle unmittelbar Betroffenen müssen deshalb zum Versorgungskonzept gehört werden.“

Die Auswertungen der neuesten BBU-Preisdatenbank haben ergeben, dass Berlin mit einem Kubikmeterpreis von 5,10 Euro für Trink-, Ab- und Niederschlagswasser unter den deutschen Großstädten einen klaren ersten Platz belegt. Der Kubikmeterpreis liegt in München bei lediglich 3,22 Euro. Bei einem Jahresverbrauch von 100 Kubikmetern zahlt ein Berliner Haushalt demnach 188 Euro oder knapp 60 Prozent mehr als ein Münchener.

Unter dem Dach des BBU sind 363 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereint. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg.

BBU, 15.05.2008

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Die Preistreiber im Haushaltsbuch

Die Verbraucher in Deutschland leiden unter dem starken Anstieg der Lebenshaltungskosten. Haushaltsenergiekosten, Benzin- und Lebensmittelpreise galoppieren seit Monaten davon und sind die treibenden Kräfte für Inflationssorgen. Im Durchschnitt stiegen die Verbraucherpreise von Mai 2005 bis Mai 2008 um sieben Prozent. Heizöl jedoch schnellte um 83 Prozent nach oben, Gas wurde um 29 Prozent teurer, Strom um 18 Prozent. Tanken ist so teuer wie nie zuvor. In den vergangenen drei Jahren stieg der Preis für Dieselkraftstoff um 38 Prozent, für Superbenzin um 25 Prozent und für Normalbenzin um 24 Prozent. Auch für Lebensmittel mussten die Verbraucher tiefer in die Taschen greifen. Milchprodukte und Eier wurden um 20 Prozent teurer, Gemüse um 17 Prozent und Brot um 12 Prozent.



Quelle: Statistisches Bundesamt; eigene Berechnungen

Aussender: Postbank, Diagraphen, 17.07.2008

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Immobilien: vermieten, mieten, modernisieren - Fakten & Probleme

Die kleine Sammlung von Pressemitteilungen von Haus und Grund (bzw. BSI / GdW) verdeutlicht die Misere: Konzerne und "Vater" Staat langen dem Volk dermaßen in die Taschen, dass das Geld für das wohnen knapp wird. Investitionen in Modernisierungen im Bestand scheitern somit zunehmend am Eigenkapital, Mietrückstände verschlechtern die Situation. Die Ertragssituation zeichnet ein ernüchterndes Bild vom Kapitalismus im Immobiliensektor. Der als "Klimaschutz" deklarierte Ablasshandel ist somit immer schwerer finanzierbar, dennoch wird im Interesse bestimmter Kreise weiter an den Daumenschrauben gedreht. Auch wenn sie im §5 des EEG (Energieeinspargesetzes, ja das gibt es auch noch) trotz Novellierung noch verankert ist - auf Wirtschaftlichkeit achten nur die, die selbst finanzieren (müssen), der Gesetzgeber blendet diesen wichtigen Passus aus. Qui bono?

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2,2 Milliarden Euro - Mietrückstände weiter auf hohem Niveau
Haus & Grund warnt vor wirtschaftlichen Schäden bei privaten Vermietern

Nach Schätzungen der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund hat sich die Summe der Mietrückstände in Deutschland auf hohem Niveau stabilisiert. Insgesamt verzeichnen die Vermieter in Deutschland nach aktuellen Erhebungen mit rund 2,2 Milliarden Euro ähnlich hohe Mietausfälle wie im Jahr 2005. Rückständige Betriebskosten-Zahlungen sind dabei nicht berücksichtigt.

Als Ursache für diese Entwicklung sieht Haus & Grund insbesondere die zunehmende Verschuldung privater Haushalte und Arbeitslosigkeit. „Außerdem belasten die rasant gestiegenen Energiepreise die Mieter zusätzlich“, erklärte Haus & Grund-Präsident Rolf Kornemann.

Das Mietniveau käme als Grund für die Mietrückstände kaum in Betracht. Die Kaltmieten seien seit 2002 nur um insgesamt knapp fünf Prozent gestiegen und hätten sich damit deutlich unterhalb der Steigerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten bewegt, die im gleichen Zeitraum ein Plus von acht Prozent verzeichneten. Gleichzeitig legten die Wohnnebenkosten allerdings um 25 Prozent zu.

Die Mietausfälle betragen insgesamt knapp zwei Prozent der jährlichen Mietzahlungen in Deutschland in Höhe von rund 114 Milliarden Euro. „Die rückständigen Mietzahlungen sind allerdings nicht gleichmäßig verteilt, sondern treffen einzelne Vermieter sehr viel stärker“, warnt Kornemann vor den wirtschaftlichen Schäden. Bei privaten Vermietern stehe bei einem längeren Ausfall der Mietzahlungen nicht nur die Finanzierung der Immobilie in Frage. Es drohe sogar die Insolvenz des Vermieters und häufig der Verlust der privaten Altersvorsorge. „Auch notwendige Renovierungs- oder Energiesparmaßnahmen an den Gebäuden sind dann nicht mehr finanzierbar“, unterstreicht der Haus & Grund-Präsident.

Haus und Grund
07.02.2008

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Nur jeder 5. Vermieter erhöht die Miete nach Modernisierung
Haus & Grund: Mietenniveau ist zu niedrig, um Klimaschutzziele zu erreichen

Private Vermieter scheitern in den meisten Fällen an der Realisierung der Mieterhöhung, wenn sie ihre Immobilie energetisch verbessern. Nach einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) konnten private Vermieter seit 2002 in nur 20 Prozent der Modernisierungsfälle die Mieter über eine Mieterhöhung an den Kosten beteiligen. „In den anderen Fällen haben die Vermieter die Investitionskosten alleine getragen, während die Mieter von den Maßnahmen profitierten“, erläutert der Präsident der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund, Rolf Kornemann. Das Mietenniveau in Deutschland ist nach seiner Auffassung deshalb zu niedrig, um die Klimaschutzziele im Gebäudebestand mittelfristig zu erreichen.

Nach seiner Einschätzung belege die Studie, dass das Gesetz dem Vermieter nur theoretisch die Möglichkeit biete, den Mieter mit einer Mieterhöhung um jährlich elf Prozent der Kosten an der Modernisierung zu beteiligen. Aber dieses Vorhaben scheitere in der Praxis häufig an den gesetzlichen oder von der Rechtsprechung festgelegten formalen Anforderungen an die Modernisierungsmieterhöhungen.

Die Kaltmieten in Deutschland sind seit 2002 um lediglich fünf Prozent gestiegen. Das mache sich auch in der wirtschaftlichen Bilanz der privaten Vermieter bemerkbar. 40 Prozent der Vermieter erzielen laut BBR-Studie mit ihrer Immobilie keinen Gewinn, bei 20 Prozent gibt es sogar Verluste. Folglich werden von den Vermietern ein zu niedriges Mietniveau und zu geringes Eigenkapital als größte Investitionshemmnisse angegeben.

„Der finanzielle Spielraum der privaten Vermieter ist zu eng. Geringere Energiekosten und Klimaschutz werden auch für Mieter nicht zum Nulltarif zu bekommen sein“, so Kornemann.

Haus und Grund
12.02.2008

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Mehrheit der Mietwohnungen erwirtschaftet keinen Gewinn
EckhausHaus & Grund warnt vor energetischen Nachrüstpflichten im Wohnungsbestand

Die privaten Vermieter konnten in den vergangenen fünf Jahren bundesweit nur mit etwa 40 Prozent der angebotenen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern Gewinne erzielen. Darauf weist die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Deutschland hin. Einer im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erstellten Studie zufolge lag der Anteil der Wohnungen, die nur kostendeckend bewirtschaftet werden konnten, ebenfalls bei 40 Prozent. Zu knapp 19 Prozent erfolgte die Bewirtschaftung unter Verlusten.

In Ostdeutschland fallen die Erhebungsergebnisse noch dramatischer aus. Für eine Mehrheit von 43 Prozent der Gebäude ergaben sich in den letzten fünf Jahren Verluste, nur etwa 20 Prozent erwirtschafteten Gewinne.

„Vielen privaten Vermietern fehlt angesichts ihrer verheerenden Ertragssituation der finanzielle Spielraum für energetische Sanierungsmaßnahmen“, betonte der Präsident von Haus & Grund Deutschland, Rolf Kornemann. Er warnte die Bundesregierung davor, bei der anstehenden gesetzlichen Umsetzung ihres Klima- und Energiepaketes die Immobilieneigentümer mit neuen energetischen Nachrüstpflichten zu belasten. Angesichts des immensen wirtschaftlichen Drucks könnten die privaten Eigentümer keine Pflichtinvestitionen mehr schultern. „Eine Beteiligung der Mieter an den Kosten energetischer Sanierungen lässt der Markt mit seinem hohen Wohnungsleerstand vielfach nicht zu“, so Kornemann. Bei einem bundesweiten Leerstand von acht Prozent ist der Anteil der leerstehenden Wohnungen in Ostdeutschland mit zwölf Prozent fast doppelt so hoch wie im Westen mit sieben Prozent.

Haus und Grund
07.04.2008

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Haus & Grund: Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß
Delegiertenversammlung von Haus & Grund Deutschland bekräftigt politische Forderungen

Haus & Grund Deutschland hat seine Forderung nach einer Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß bekräftigt. Einstimmig verabschiedeten die Delegierten der Eigentümerschutz-Gemeinschaft auf ihrer diesjährigen Versammlung in Berlin eine entsprechende Resolution. Darin unterstreichen die privaten Immobilieneigentümer ihre Mitverantwortung für einen schonenden Umgang mit knappen Energieressourcen. Es sei aber auch in Zukunft unabdingbar, nur solche Maßnahmen weiterzuverfolgen, die unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes den effizientesten Beitrag zum Klimaschutz leisteten. Die Wahl der Mittel zur Erreichung der Klimaschutzziele müsse den Eigentümern überlassen bleiben.

Rolf Kornemann, Präsident von Haus & Grund Deutschland, betonte den wichtigen Beitrag privater Immobilieneigentümer für den Klimaschutz. „Jährliche Investitionen zur Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes in Höhe von ca. 75 Milliarden Euro sind schon heute ein wesentlicher Beitrag zu mehr Energieeffizienz“, so Kornemann. Da seit Jahren etwa 60 Prozent des Wohnungsangebotes privater Vermieter keine Erträge erwirtschafte, seien weitere Belastungen durch das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung unzumutbar. Das geltende Mietrecht und der entspannte Wohnungsmarkt ließen eine Beteiligung der Mieter an den Kosten energetischer Sanierungen vielfach nicht zu.

Haus und Grund
30.05.2008

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BSI begrüßt Verzicht auf Kürzungsrecht für Mieter
Zweites Klimapaket erreicht Grenze der wirtschaftlichen Tragbarkeit

„Mit der Verabschiedung des zweiten Klimapakets im Bundeskabinett sind weitgehend praxisgerechte und – im Gegensatz zum EEWärmeG – prinzipiell auch wirtschaftliche Lösungen gefunden worden“, begrüßte Lutz Freitag, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Positiv werte die BSI vor allem den Verzicht auf Nachrüstverpflichtungen für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser, auf eine umfangreiche Erweiterung von Nachrüstpflichten in Mehrfamilienhäusern sowie auf ein Kürzungsrecht für Mieter bei den Heizkosten. Dies ermögliche weiterhin zielgerichtete Investitionen der Gebäudeeigentümer in den Klimaschutz.

„Mit diesen ab 2009 geltenden Mindestanforderungen an die Energieeffizienz bei Neubau und Modernisierungen ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, so Freitag. Eine weitere Erhöhung energetischer Mindestanforderungen wäre wirtschaftlich nicht tragbar. Schon jetzt würde die Verschärfung der Anforderungen um 30 Prozent zu deutlichen Mehrkosten führen, das ohnehin sehr kostenintensive Bauen und Modernisieren werde damit noch teurer.

Maßnahmen der Energieeinsparung und des Klimaschutzes müssten sich jedoch rechnen. Eine Refinanzierung von Investitionen in Energieeinsparung im vermieteten Bestand könne nicht über eingesparte Energiekosten, sondern nur über Mieterhöhungen erfolgen. Geschehe die Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Investitionen auf dieser Basis, würden sich etliche Maßnahmen als unwirtschaftlich erweisen. Größte Sanierungshemmnisse seien fehlende Mieterhöhungsspielräume im vermieteten Bestand und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für die hohen Investitionssummen bei selbstgenutztem Wohneigentum.

Mit Blick auf die anspruchsvollen energetischen Mindestanforderungen an Gebäude sei es an der Zeit, die Rahmenbedingungen für die Investitionen zu verbessern. Dies gelte auch für die Verlässlichkeit von Förderkrediten.

Haus und Grund
19.06.2008

* * *

Klimaschutz kostet Geld
BSI präsentiert Studie zur Wirtschaftlichkeit energiesparender Maßnahmen bei Wohnimmobilien

„Die energiesparende Modernisierung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses kostet rund 45.000 Euro“, erklärte Lutz Freitag, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Bei einem Mehrfamilienhaus mit 860 Quadratmetern würden die Kosten gut 180.000 Euro betragen. Dabei handele es sich aber „nur“ um die energetische Modernisierung, also die Erneuerung von Gebäudehülle und Heizung. Um darüberhinaus auch einen modernen Wohnstandard bieten zu können, wie z. B. ein zeitgemäßes Bad, einen Balkon oder einen Fahrstuhl, müsse noch mehr Geld in die Hand genommen werden.

Dies habe eine von der BSI in Auftrag gegebene Studie des Institutes Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) ergeben. Gegenstand der Studie sei die Wirtschaftlichkeit energiesparender Maßnahmen für die selbstgenutzte Wohnimmobilie und den vermieteten Wohnungsbestand in Bezug auf die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) ab 2009. Für das vermietete Gebäude ergeben sich je nach Wohnungsmarkt sehr differenzierte Ergebnisse - von ganz unwirtschaftlich bis wirtschaftlich. Für den Selbstnutzer ergebe sich über 20 Jahre rechnerisch zwar eine Wirtschaftlichkeit der energieeinsparenden Maßnahmen. Die Problematik liege aber darin, dass die Kosten für die Modernisierung sofort aufgebracht werden müssten, während der finanzielle Vorteil erst zwei Jahrzehnte später zum Tragen komme.

Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit energiesparender Modernisierungsmaßnahmen für vermietete Gebäude sei die Durchsetzbarkeit der vollen zulässigen Mieterhöhungen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), so Freitag. In der Realität könnten die Kosten des Vermieters für eine energetische Modernisierung aber nur begrenzt an die Mieter weitergegeben werden. Allein die energetische Modernisierung der Gebäudehülle und Heizung koste den Mieter rund einen Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat zusätzlich, während die Heizenergieeinsparung im besten Fall 80 Cent betrage. Viele Mieter seien finanziell nicht in der Lage, noch mehr Belastungen zu tragen. Dies sei ein wesentliches Modernisierungshemmnis: „Wohnungsunternehmen und private Vermieter stoßen an ihre Grenzen, wenn Mieterhöhungen nicht realisierbar und damit Maßnahmen von vornherein unwirtschaftlich sind“, erklärte der BSI-Vorsitzende.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Wenn energetische Modernisierungen flächendeckend erfolgen sollen, dürften die Mindestanforderungen - wie sie in der EnEV festgelegt sind - nicht weiter angehoben werden. Sonst entstünden nur einzelne Leuchtturmprojekte, aber keine flächendeckende Modernisierung. Zudem sollten die Fördermittel für energetische Modernisierungen über 2009 hinaus mit angemessenen und stetigen Konditionen verlängert und das Gesamtvolumen der bereitgestellten Mittel erhöht werden. So entstehe Planungssicherheit für die Unternehmen und privaten Vermieter, um weiterhin Modernisierungen vorzunehmen zu können. „Das wäre gut für die Mieter und gut für den Klimaschutz“, so der BSI-Vorsitzende.

Haus und Grund
09.07.2008

* * *

Steigende Energiepreise belasten private Haushalte
Haus & Grund plädiert für reduzierte Mehrwertsteuer auf Energie

Wie das Statistische Bundesamt in dieser Woche mitteilte, steigen die Energiepreise weiterhin stark an. Der Preis für leichtes Heizöl verteuerte sich demnach im Juni im Jahresvergleich um über 60 Prozent, der Preis für Gas um 5,3 Prozent und für Strom um 7,2 Prozent. Vor diesem Hintergrund plädiert die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund erneut dafür, die privaten Haushalte von staatlichen Abgaben auf Energie zu entlasten und beim Energiesparen zu unterstützen. Der Präsident von Haus & Grund Deutschland, Dr. Rolf Kornemann, forderte die Bundesregierung auf, es anderen EU-Ländern gleich zu tun und für Heizöl, Gas und Strom den Mehrwertsteuersatz zu reduzieren.

Nach Kornemanns Worten veranlassen die hohen Energiepreise Haus- und Wohnungseigentümer dazu, ihre Gebäude energetisch zu modernisieren. Für viele private Eigentümer überstiegen die notwendigen Investitionen allerdings die finanziellen Möglichkeiten. Daher sei die Bundesregierung aufgefordert, neben der bereits bestehenden Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau weitere Hilfen zu gewähren. Kornemann schlug vor, für energetische Modernisierungen erhöhte Abschreibungssätze zuzulassen und auch für Eigenheimer die Möglichkeit zu schaffen, derartige Aufwendungen steuerlich geltend machen zu können. Der Freistaat Bayern habe kurz vor der Sommerpause entsprechende Vorschläge in den Bundesrat eingebracht, die nun zügig umgesetzt werden müssten.

Haus und Grund
18.07.2008

DIMaGB, 27.07.2008

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BBU-PREISDATENBANK: ENERGIE IMMER TEURER
Fernwärme, Gas, Mieterstrom, Wasser, Müllabfuhr und Grundsteuern:
Land Brandenburg, Berlin und deutsche Großstädte im Vergleich

HEIZEN, WASSER, MÜLL MACHEN LEBEN TEUER
BBU-PREISDATENBANK MACHT VER- UND ENTSORGERPREISE VERGLEICHBAR

Wo muss für Energie, Wasser und Müll am meisten ausgegeben werden? Mit seiner neuen Preisdatenbank mit Stand 1. Januar 2009 macht der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) Preise und ihre Veränderungen für bis zu 59 Städte im Land Brandenburg sowie Berlin und 18 weitere deutsche Großstädte vergleichbar. Ziel des BBU: Mehr Transparenz durch bessere Vergleichbarkeit.

Die Berechnungen des BBU basieren auf dem durchschnittlichen Verbrauch eines standardisierten Modellhaushalts in einem Mehrfamilienhaus mit 30 Wohnungen. BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt: „Durch die Standardisierung machen wir die Preise und Tarife für Fernwärme, Gas, Strom, Wasser und Müll in einzelnen Städten miteinander vergleichbar. Verbraucher können sich dadurch kritisch mit ihren regionalen Ver- und Entsorgern auseinander setzen. Hierdurch wollen wir als Vermieterverband einen Beitrag zu mehr Transparenz leisten.“ Für alle durch Monopole oder Oligopole erbrachte Ver- und Entsorgungsdienstleistungen mahnte Burkardt eine konsequente staatliche Marktaufsicht an.

Energie deutlich teurer
Im Januar 2009 waren die Preise für Haushaltsenergie in den vom BBU untersuchten Städten deutlich höher als im Januar 2008. Besonders ausgeprägt war der Preisauftrieb bei der Heizenergie. So wurde im brandenburgischen Durchschnitt Fernwärme um rund 16 und Gas um 15 Prozent teurer. Dabei gab es Anhebungen um bis zu 37 (Fernwärme) bzw. 32 Prozent (Gas). In den Groß- und Landeshauptstädten verteuerte sich Fernwärme um knapp 19 und Gas um über 20 Prozent. Beim Strom war die Verteuerung sowohl im Land Brandenburg als auch in Berlin und den 18 weiteren deutschen Großstädten mit rund vier Prozent geringer.

Teures Landleben
Ver- und Entsorgungsdienstleistungen sind im Land Brandenburg oft deutlich teurer als in Berlin. Fernwärme kostet im brandenburgischen Durchschnitt rund 60 Prozent und Strom über 15 Prozent mehr als in Berlin. Am deutlichsten ist die Preisdifferenz mit über 115 Prozent beim Müll. Im Land Brandenburg sind zudem auch die regionalen Preisunterschiede oft eklatant. Burkardt: „Fernwärme ist in Falkensee fast doppelt so teuer wie in Spremberg, Müllentsorgung kostet in Hennigsdorf, Oranienburg und Zehdenick mehr als dreimal so viel wie in Bernau oder Eberswalde. Wieso?“

Berlin schneidet relativ gut ab – außer beim Wasser
Wasser bleibt in Berlin im Vergleich zu anderen deutschen Millionenstädten sehr teuer. Bei den anderen vom BBU untersuchten Ver- und Entsorgungsdienstleistungen schneidet die Stadt hingegen vergleichsweise gut ab. „Der Senat sollte durch Einrichtung einer von ihm unabhängigen Preisüberwachungsstelle dafür sorgen, dass das auch so bleibt“, so Burkardt. Außerdem forderte er eine Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge der Berliner Wasserbetriebe (BWB).

DIE THEMEN

Land Brandenburg: Energie teurer, Wasser teilweise billiger
Berlin im Großstadtvergleich: Wasser teuer, Energie relativ günstig
Warum die BBU-Preisdatenbank?
Aufbau und methodische Grundlagen der BBU-Preisdatenbank
Tabellenteil

ANHANG
BBU: Daten und Fakten
Ver- und Entsorger
Einwohnerzahlen der untersuchten Städte


LAND BRANDENBURG: ENERGIE TEURER, WASSER TEILWEISE BILLIGER

Zwischen Januar 2008 und Januar 2009 hat sich im Land Brandenburg vor allem die Heizenergie deutlich verteuert. Bei Wasser und Müll blieben die Preise im Mittel stabil. In einigen Fällen – allen anderen voran Cottbus – kam es aber auch hier zu deutlichen Aufschlägen. Die Preisdifferenzen zwischen teuersten und günstigsten Ver- und Entsorgern bleiben groß, und haben sich im Falle der Fernwärme sogar noch ausgeweitet.

1. ENERGIE
FERNWÄRME: PREISDIFFERENZEN AUSGEWEITET
Bei der Fernwärme sind die Preise im brandenburgischen Mittel um rund 16 Prozent angehoben worden. Preisanhebungen gab es mit nur zwei Ausnahmen in allen vom BBU in dieser Kategorie untersuchten 33 Städten. In Neuruppin blieben die Preise unverändert, in Lübbenau sanken sie um fast vier Prozent, in Werder um 1,7 Prozent.

Spitzenreiter bei den Preisanhebungen waren Guben (+ 36,9 %) und Strausberg (+ 34,5 %). In Falkensee, wo Fernwärme mit fast 158 Euro pro MWh am teuersten ist, kletterte der Preis um fast 34 Prozent. Im Vorjahr hatte Falkensee im BBU-Vergleich den zweiten Platz belegt. Auf Nachfrage des BBU wurden hier stark gestiegene Gaspreise als Grund für die weitere Anhebung angegeben. Die Stadtwerke Hennigsdorf – zweitteuerster Fernwärmeversorger im BBU-Preisvergleich – teilten auf BBU-Anfrage mit, dass die Fernwärmepreise im kommenden Jahr nach Inbetriebnahme des neuen Biomasse-Heizkraftwerks wieder sinken sollen.

Zwischen günstigster (Spremberg) und teuerster (Falkensee) Fernwärmeversorgung liegt die Preisdifferenz je MWh bei gut 77 Euro bzw. fast 100 Prozent. In Falkensee muss ein Haushalt bei einem Jahresverbrauch von 9,6 Megawattstunden (MWh) pro Jahr rund 743 Euro mehr für Fernwärme bezahlen als einer in Spremberg.

GAS: PREISE KRÄFTIG GESTIEGEN
Auch Gas wurde mit einer durchschnittlichen Preissteigerung um 15 Prozent deutlich teurer. Hier gab es in allen 38 vom BBU in dieser Kategorie untersuchten Städten Anhebungen.

Besonders auffällige Preissteigerungen gab es in Finsterwalde (+ 32,2 %) sowie in Königs Wusterhausen, Seelow und Strausberg (+ 29,9 %). In Angermünde, wo Gas im BBU-Vergleich im Land Brandenburg am teuersten ist, stieg der Gaspreis um über 21 Prozent. Im Vorjahr hatte Angermünde im BBU-Vergleich noch den 20. Platz belegt.

Die Preisdifferenz zwischen günstigster (Beelitz) und teuerster (Angermünde) Gasversorgung beträgt rund zehn Euro oder 14,3 Prozent je MWh. In Angermünde muss ein Haushalt bei einem Jahresverbrauch von zehn MWh pro Jahr rund 95 Euro mehr für Gas bezahlen als einer in Beelitz.

STROM: FAST DURCHWEG ERHÖHUNGEN
Strom wurde im brandenburgischen Mittel um 4,2 Prozent teurer. Mit wenigen Ausnahmen kletterte der Strompreis bei den lokalen Versorgern aller 59 vom BBU in dieser Kategorie untersuchten Städte.

Spitzenreiter bei den Erhöhungen waren Frankfurt (Oder) und Oranienburg (+ 9,8 bzw. 9,7 %). In Eberswalde, im BBU-Vergleich die Stadt mit den höchsten Strompreisen im Land Brandenburg, stieg der Preis um gut acht Prozent. Beim Vorjahresvergleich war Eberswalde zweitteuerster Versorger im Land Brandenburg.

Die Preisdifferenz zwischen günstigster (Senftenberg) und teuerster (Eberswalde) Stromversorgung beträgt rund 21 Prozent je Kilowattstunde (kWh). In Eberswalde muss ein Haushalt bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh pro Jahr rund 113 Euro mehr für Strom bezahlen als einer in Senftenberg.

2. WASSER: COTTBUS + 5,3 PROZENT, WERDER - 5,0 PROZENT
Die Preise für Wasserver- und Abwasserentsorgung sind im Land Brandenburg mit einem durchschnittlichen Anstieg um 0,5 Prozent eher stabil geblieben. In etlichen Städten sanken die Kubikmeterpreise sogar. „Das führen wir auf den auch wegen unserer Preisdatenbank gestiegenen öffentlichen Druck zurück“, so Burkardt.

Spitzenreiter bei den Preissteigerungen waren Cottbus (+ 5,3 %) sowie Potsdam (+ 4,5 %). Deutlich gesenkt wurden die Preise hingegen in Werder (- 5,0 %), Ketzin (- 4,9 %) und Oranienburg (-4,7 %). Beim teuersten Versorger in Luckau blieben die Preise unverändert. Er hatte auch beim Vorjahresvergleich den ersten Platz belegt.

Die Preisdifferenz zwischen günstigstem (WAC Calau) und teuerstem (TAV Luckau) Ver- und Entsorger liegt je Kubikmeter bei rund vier Euro bzw. 110 Prozent. In Luckau muss ein Haushalt bei einem Jahresverbrauch von 100 Kubikmetern pro Jahr fast 400 Euro mehr für Wasser bezahlen als einer in Lübbenau.

3. MÜLL: COTTBUS + 13,6 PROZENT, BRANDENBURG (HAVEL) - 4,6 PROZENT
Im brandenburgischen Mittel kam es zwischen Januar 2008 und Januar 2009 zu keinen Veränderungen bei den Müllgebühren. Bei einigen Entsorgern kam es jedoch zu deutlichen Ausschlägen. Ein Sonderfall ist hier Potsdam, wo die Gebühren wegen Überzahlung in der Vergangenheit stark gesenkt wurden. Burkardt: „Bei der Senkung der Gebühren um 30,5 Prozent handelt es sich aber um einen kurzfristigen Effekt, der das Bild insgesamt verzerrt.“

Spitzenreiter bei den Erhöhungen waren Cottbus (+ 13,6 %) und Schwedt (Oder) (+ 8,1 %). Deutliche Gebührensenkung gab es außer in Potsdam noch in Brandenburg (Havel)
(- 4,6 %) sowie in Angermünde, Prenzlau und Templin, die von einem Entsorger betreut werden (jeweils - 2,4 %).

Die Preisdifferenz zwischen günstigster (Potsdam) und teuerster (Hennigsdorf, Zehdenick, Oranienburg) Müllentsorgung beträgt je Kubikmeter knapp 60 Euro bzw. 271 Prozent. In Hennigsdorf muss ein Haushalt bei einem Jahresmüllaufkommen von 3,12 Kubikmetern pro Jahr gut 186 Euro mehr für die Müllentsorgung bezahlen als einer in Potsdam.

4. GRUNDSTEUERHEBESATZ
Die Grundsteuerhebesätze blieben im brandenburgischen Mittel stabil. In der überwiegenden Mehrzahl der in dieser Kategorie untersuchten Städte gab es keine Veränderungen.

Zu Erhöhungen kam es in Ketzin (+ 45 Prozentpunkte), Wittstock (+ 30 Prozentpunkte), Eisenhüttenstadt (+ 5 Prozentpunkte) und Frankfurt (Oder) (+ 4 Prozentpunkte). Der Hebesatz sank in Angermünde (- 35 Prozentpunkte). Potsdam blieb die Stadt mit dem höchsten Grundsteuerhebesatz (493 %). Die Differenz zwischen niedrigstem (Zehdenick) und höchstem (Potsdam) Hebesatz beträgt rund 64 Prozent.

BERLIN IM GROSSSTADTVERGLEICH: WASSER TEUER, ENERGIE RELATIV GÜNSTIG

Zwischen Januar 2008 und Januar 2009 sind in Berlin Gas und Müllentsorgung teurer geworden. Preise und Tarife für Fernwärme, Strom und Wasser sind hingegen stabil geblieben. Im Vergleich zu den anderen deutschen Millionenstädten bleibt Wasser in Berlin am teuersten. Burkardt: „Das teure Berliner Wasser ist nicht nur eine Bürde für die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch ein Standortnachteil für Industrie und Gewerbe.“

1. ENERGIE
FERNWÄRME: IN BERLIN UM 1,8 PROZENT TEURER ALS 2008
Fernwärme kostete im Januar 2009 im Durchschnitt der vom BBU untersuchten 19 deutschen Groß- und Landeshauptstädte rund 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Preise stiegen in 17 Städten.

Am stärksten verteuerte sich Fernwärme in Schwerin (+ 40,1 %) und Magdeburg (+ 36,1 %). Billiger wurde sie in Leipzig (- 4,5 %) und Chemnitz (- 2,5 %).

In Berlin stieg der Preis je MWh um 1,8 Prozent. Mit 69,11 Euro je MWh bleibt Berliner Fernwärme vergleichsweise günstig. Die Preisdifferenz zwischen Berlin und dem teuersten Versorger (Schwerin) lag bei fast 70 Euro bzw. rund 100 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 9,6 MWh zahlt ein Berliner Haushalt damit pro Jahr rund 666 Euro weniger als einer in Schwerin. Zum 1. April 2009 hat Vattenfall in Berlin den Fernwärmepreis aber um rund zehn Prozent erhöht.

ERDGASPREIS STEIGT IN BERLIN UM 16,2 PROZENT
Im Durchschnitt der 19 untersuchten deutschen Groß- und Landeshauptstädte verteuerte sich Gas um 19,7 Prozent. Der Gaspreis stieg in allen Städten.

Spitzenreiter bei den Erhöhungen waren Frankfurt am Main (+ 39,8 %) und Dresden (+ 35,7 %). Am niedrigsten war die Erhöhung in Erfurt (+ 2,5 %).

In Berlin wurde Gasag-Gas bis zum 1.1.2009 um 16,2 Prozent teurer. Gas bleibt in Berlin vergleichsweise günstig. Die Preisdifferenz zum teuersten Anbieter (Leipzig) betrug knapp 16 Euro bzw. 23 Prozent je MWh. Bei einem Jahresverbrauch von zehn MWh zahlt ein Berliner Haushalt damit pro Jahr rund 160 Euro weniger als einer in Leipzig.

STROMPREIS IN BERLIN STABIL
Die durchschnittliche Strompreissteigerung lag bei 4,5 Prozent. Strom wurde in elf der 19 untersuchten Groß- und Landeshauptstädte teurer. In acht Städten kam es zu keiner Veränderung.

Am stärksten war die Preissteigerung in München (+ 12,5 %) und Frankfurt am Main (+ 11,0 %).

Mit einem Preis von 0,215 Euro je kWh ist Strom in Berlin im Vergleich der 19 Städte am günstigsten. Die Preisdifferenz zum teuersten Anbieter (Leipzig) liegt bei 0,037 Euro je kWh bzw. 17 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh zahlt ein Berliner Haushalt damit pro Jahr rund 93 Euro weniger als einer in Leipzig.

3. WASSER BLEIBT IN BERLIN SEHR TEUER
Beim Trink-, Ab- und Niederschlagswasser kam es in neun von 19 Städten zu Erhöhungen. In zwei Städten wurde der Preis gesenkt. Insgesamt blieben die Wasserpreise in den untersuchten 19 Groß- und Landeshauptstädten mit einer durchschnittlichen Steigerung um 1,4 Prozent relativ stabil.

Am stärksten wurden die Preise in München (+ 12,5 %) und Rostock (+ 4,3 %) angehoben. In Chemnitz sanken die Preise (- 3,1 %).

Unter den deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern belegt Berlin beim Wasserpreis weiterhin klar den ersten Platz. Die Preisdifferenz zum günstigsten Millionenstadtversorger (Köln) liegt bei 1,86 Euro bzw. 57 Prozent je Kubikmeter. Bei einem Jahresverbrauch von 100 Kubikmetern zahlt ein Berliner Haushalt pro Jahr 186 Euro mehr als einer in Köln.

4. MÜLL: ENTSORGUNG IN BERLIN WEITERHIN GÜNSTIG
Im Schnitt der untersuchten deutschen Groß- und Landeshauptstädte blieben die Müllgebühren stabil. In sechs Städten kam es zu Erhöhungen, in acht zu Gebührensenkungen.

Spitzenreiter bei den Erhöhungen sind Frankfurt am Main (+ 14,3 %), Bremen (+ 6,5 %) und Berlin (+ 5,5 %). Am stärksten sanken die Müllgebühren in Potsdam (- 30,5 %) und Schwerin
(- 8,7 %). In Potsdam war die Gebührensenkung Folge vorher überhöhter Gebühren.

In Berlin bleibt die Entsorgungsgebühr trotz der kräftigen Erhöhung auf 22,92 Euro je Kubikmeter weiterhin günstiger als in den anderen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Die Preisdifferenz zum teuersten Entsorger (Frankfurt am Main) liegt bei rund 40 Euro bzw. 167 Prozent. Ein Berliner Haushalt zahlt bei einem jährlichen Müllaufkommen von 3,12 Kubikmetern pro Jahr gut 119 Euro weniger als einer in Frankfurt am Main.

5. GRUNDSTEUERHEBESATZ
Die Grundsteuerhebesätze sind im Jahresvergleich stabil geblieben. In 17 der 19 untersuchten Städte gab es keine Veränderungen.

Gesenkt wurde der Grundsteuerhebesatz in Schwerin (- 10 Prozentpunkte) und Stuttgart (- 20 Prozentpunkte).

Mit 810 Prozent bleibt der Grundsteuerhebesatz in Berlin mit Abstand am höchsten. An zweiter Stelle folgte Dresden (635 %). Die Differenz zwischen höchstem (Berlin) und niedrigstem (Erfurt) Hebesatz beträgt rund 119 Prozent.

WARUM DIE BBU-PREISDATENBANK?

Ziel der BBU-Preisdatenbank ist, die Preise für wichtige Ver- und Entsorgungsdienstleistungen miteinander vergleichbar zu machen. BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt: „Wenn der Abnehmer sieht, dass sein regionaler Anbieter teurer ist als andere, kann er auch nach den Ursachen dafür fragen. Durch diese Transparenz wollen wir die Ver- und Entsorger unter Rechtfertigungsdruck setzen."

Leitungsnetze oder gesetzliche Bestimmungen verhinderten oft, dass es bei Energie, Wasser oder Müllentsorgung zu Wettbewerb komme. „Auf Märkten ohne echten Wettbewerb ist es besonders wichtig, dass Staat und Abnehmer den Dienstleistern auf die Finger schauen. Ohne diese Kontrolle ist bei den Dienstleistern die Versuchung groß, ihre Marktmacht für überhöhte Preise auszunutzen“, erläuterte Burkardt.

Preiskontrolle wichtig
Kontrolle könnten die Abnehmer aber nur dann ausüben, wenn die Preise für sie nachvollziehbar und damit überprüfbar seien. Burkardt: „Das ist bei den oft sehr komplizierten Preisstrukturen vieler Ver- und Entsorgungsdienstleistungen aber meistens nicht der Fall. Deshalb haben wir für unsere Preisdatenbank einen standardisierten Modellhaushalt gebildet, bei dem die Preise und Tarife miteinander vergleichbar werden. Das schafft Transparenz.“

Mit dieser Transparenz wolle der BBU Ver- und Entsorger unter Rechtfertigungsdruck setzen. Außerdem gebe der Verband seinen Mitgliedsunternehmen in Berlin und Brandenburg mit der Preisdatenbank Argumente für Preisverhandlungen mit Ver- und Entsorgern an die Hand.

Wohnungsunternehmen und Verbraucher federn Preiserhöhungen ab
Bei Heizenergie, Wasser und Müll kam es 2008 in Berlin und dem Land Brandenburg zu teilweise deutlichen Preissteigerungen von durchschnittlich bis zu über 16 Prozent. Die Betriebskosten der rund zwei Millionen Mieterinnen und Mieter in den Wohnungen der 364 BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin und Brandenburg dürften im Abrechnungsjahr 2008 jedoch nur um durchschnittlich fünf Prozent steigen.

„Dass die massiven Preissteigerungen nur so gedämpft auf die Betriebskosten durchschlagen dürften, ist Ergebnis der hohen Investitionen der Wohnungsunternehmen in energiesparende Modernisierungsmaßnahmen. Damit sind sie hervorragende Verbraucherschützer“, unterstrich Burkardt. Über die Investitionen hinaus trugen u. a. das Aushandeln günstiger Rahmenverträge für den Einkauf von Heizenergie, ein effizienteres Abfallmanagement durch die Beauftragung auf spezialisierte Dienstleister und sparsameres Verbraucherverhalten der Mieter zur relativen Stabilität der Betriebskosten bei.

Seit 1991 hätten die BBU-Mitgliedsunternehmen mehr als 31 Milliarden Euro in ihre Bestände investiert. Mittlerweile seien über 65 Prozent der von ihnen bewirtschafteten Wohnungen vollständig modernisiert.

DIE FORDERUNGEN DES BBU

Einsichtsrecht und Aufklärungsgebot: Die Tarifkalkulationen für Ver- und Entsorgungspreise müssen den Kunden zugänglich gemacht werden. Hier sind die Gesetzgeber der Länder Berlin und Brandenburg gefordert. Ver- und Entsorgungsunternehmen müssen außerdem dafür sorgen, dass alle interessierten Kunden ihre Kalkulationen nachvollziehen können.
Effizienzgebot: In das brandenburgische Kommunalabgabengesetz und das Berliner Betriebegesetz muss ein Effizienzgebot für die Tarife aller Dienstleistungen aufgenommen werden, die regional oder überregional von Monopolen erbracht werden (z.B. Wasser oder Fernwärme). Die für diese Dienstleistungen berechneten Tarife müssen sich an den durchschnittlichen Kosten eines wirtschaftlich gut geführten Unternehmens orientieren. Alle darüber hinausgehenden Kosten dürfen nicht an den Kunden weitergegeben werden.
Preisstandards für Wasser, Müll und Energie: Aufgrund der Preisstrukturen sind die Preise für Strom, Heizenergie, Müll oder Wasser kaum vergleichbar. Deshalb muss mit Unterstützung der Landesregierung ein einheitlicher „effektiver Energie- und Wasserpreis“ eingeführt werden. Analog zum „effektiven Jahreszins“ der Finanzwirtschaft kann er die Voraussetzungen für eine Vergleichbarkeit von Preisen und Tarifen schaffen.
Kein Vorrang für Fernwärmemonopole: Fernwärmevorrangsatzungen sichern den Versorgern in vielen brandenburgischen Gemeinden eine bequeme Monopolstellung und können deshalb zu überhöhten Preisen führen. Diese Satzungen müssen überprüft und dort, wo es sinnvoll ist, abgeschafft werden.
Unabhängige Preisprüfung und Preisfestsetzung: In Berlin und dem Land Brandenburg müssen die Stellen, die für Preisgenehmigung (Gebühren bei Wasser und Müll) und Preisüberwachung (Energie) zuständig sind, unabhängig von Senat (Berlin) bzw. Kommunen und Kreisen (Land Brandenburg) werden. Diese Stellen müssen personell und materiell angemessen ausgestattet werden.

AUFBAU UND METHODISCHE GRUNDLAGEN DER BBU-PREISDATENBANK

Die BBU-Preisdatenbank gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil enthält für kreisfreie Städte, Kreisstädte sowie weitere mittelgroße Städte des Landes Brandenburg Angaben zu den Preisen, Tarifen und Steuersätzen zum Stichtag 1. Januar 2009. Ausgewertet sind sie für die Leistungsarten Fernwärme, Erdgas, Strom, Trink-, Ab- und Niederschlagswasser, Müllentsorgung sowie Grundsteuer. Der zweite Teil vergleicht diese Preise und Gebühren für Berlin mit den größten deutschen Städten, den Landeshauptstädten der neuen Länder sowie mit weiteren Großstädten der neuen Länder.

Vergleich mit dem Vorjahr
Die Tabellen weisen die Veränderungen zum Vorjahr (1.1.2008) aus. Neben der prozentualen Angabe der Veränderung zeigen rote (Anhebung) oder grüne (Senkung) Pfeile die Veränderungen an. Gab es keine Veränderungen, steht in dieser Rubrik ein Gedankenstrich.

Vergleichbarkeit durch Standardisierung
Die Preise in den einzelnen Städten sind für jeweils gleiche Leistungen berechnet, ungeachtet
möglicher realer örtlicher Mehr- oder Minderverbräuche. Das heißt: Nur diese Mischpreise sind
miteinander vergleichbar.

Sie geben allerdings nur begrenzt Aufschluss über die real entstehenden Kosten, da die von den Wohnungsunternehmen mit den Mietern abgerechneten Betriebskosten neben den Preisen auch auf unterschiedlichem Ausstattungsgrad der Wohngebäude und unterschiedlichem Verbrauchsverhalten beruhen können.

Modellgebäude
Die berechneten Mischpreise gelten nur für den Verbrauchsfall des Modellhauses. Für kleinere
oder größere Gebäude, für größere oder geringere Verbräuche ergeben sich jeweils andere
Mischpreise. Um die Vergleichbarkeit zu sichern, wurden die Leistungen und Verbräuche für ein Mehrfamilienhaus unter folgenden Annahmen getroffen:

30 Wohnungen, 2.000 m² Gesamtwohnfläche; zwei Personen je Haushalt
Grundstücksgröße: 2.400 qm m² mit Straßenfront von 80 m und Tiefe von 30 m.

Mischpreise und Indexbildung
Für die o. g. Leistungen und Verbräuche wurden die jeweiligen örtlichen Preise bei den BBU-Mitgliedsunternehmen und/oder bei den Ver-/Entsorgern erhoben. Aus den einzelnen – teilweise sehr unterschiedlichen – Preisbestandteilen wurde der Mischpreis berechnet. Es wurde je Ort und Leistungsart eine fiktive Jahresrechnung des Ver-/Entsorgers gebildet und dann auf die Bezugsgröße des Modellhaushalts umgelegt. So wurde der vergleichbare Mischpreis bestimmt.

Der Mischpreis je Verbrauchseinheit enthält sämtliche Gebühren- und Preisbestandteile, wie z.B.
Grund-, Mess-, Arbeitspreise, Servicegebühren, Zusatzleistungen wie z.B. Behältermieten und „Komforttarife“ für längere Transportwege, etc., die von den Ver- bzw. Entsorgungsunternehmen für ein Gebäude dieser Größe und Lage erhoben werden. Alle Preise werden als Bruttopreise (incl. Umsatzsteuer) angegeben.

GRUNDLAGEN FÜR DIE EINZELNEN KOSTENARTEN

Den Berechnungen zu Grunde gelegt wird ein Modellhaushalt in einem Mehrfamilienhaus mit 30 Wohnungen. Alternativrechnungen mit geringeren Verbrauchswerten für Energie, Wasser/Abwasser und Müll zeigen, dass die jeweiligen Mischpreise in der Regel höher sind, da die Grundkosten dann entsprechend mehr Gewicht haben.

Fernwärme
Der Mischpreis für Wärme für Heizung und Warmwasser wird in Euro je Megawattstunde (€/MWh) angegeben. Grundlage ist ein Anschlusswert von 160 kW, ein Jahresverbrauch von 288 MWh bei einer Nutzungsdauer von 1.800 Vollbenutzungsstunden (144 kWh/ m² im Jahr). Diese Grundlagen sind an Erhebungen der WIBERA Wirtschaftsberatungsgesellschaft Düsseldorf angelehnt, die halbjährlich für die AGFW (Arbeitsgemeinschaft Fernwärme) einen Preisvergleich der Nettopreise erstellt.

Erdgas
Der Mischpreis für Wärme für Heizung und Warmwasser wird in Euro je Megawattstunde (€/MWh) angegeben. Grundlage ist ein Anschlusswert von 175 kW, der Jahresenergieverbrauch wird mit 300 MWh angesetzt (150 kWh/ m² im Jahr).

Haushaltsstrom / Mieterstrom
Bezugsgröße beim Strom sind Euro je Kilowattstunde. Zugrunde gelegt wurde ein Jahresverbrauch von 2.500 kWh je Haushalt, das entspricht dem Durchschnittsverbrauch eines Zwei-Personen-Haushaltes. Diese Preise wurden in die Preisdatenbank aufgenommen, da sie für Mieter eine erhebliche Kostenposition bedeuten.

Wasser/Abwasser/Niederschlagswasser
Der Mischpreis wird in Euro je Kubikmeter (€/m³) bezogener Wassermenge angegeben. Es wird unterstellt, dass in dem Mehrfamilienhaus mit 30 Wohnungen pro Jahr 3.000 m³ Wasser verbraucht werden, das sind 100 Kubikmeter je Haushalt im Jahr. Abgerechnet wird über einen Zähler des Typs Qn 6. Der Anteil des entgeltpflichtigen Niederschlagswassers wird je Wohnung auf 15 m² Fläche (450 m² für das Gebäude), die in die Kanalisation entwässert, festgelegt.

Müllentsorgungsgebühren
Bezugsgröße bei der Müllentsorgung sind Euro je m³ Müll. Das Müllaufkommen pro Woche und Haushalt wird mit 60 Liter angesetzt, das sind 93,6 m³ für das Gebäude pro Jahr. Es werden 52 Entleerungen pro Jahr berechnet. Daraus ergibt sich ein wöchentliches Müllaufkommen von 1,8 m³. Der Abstand der Behälter zur Ladestelle wird mit 15 m angenommen. Sofern keine wöchentliche Leerung in den Städten durchgeführt wird, wird das Behältervolumen entsprechend dem kürzestmöglichen Leerungsturnus erhöht. Anzahl abzurechnender Behälter bei wöchentlicher Leerung: 1 * 1,1 m³ Container und 3 * 240-Liter (sofern ein Tarif für Biomüll angeboten wird, wird eine Tonne mit 240 Litern als Bio-Tonne berechnet).

Grundsteuer
Es wird der Grundsteuerhebesatz B angegeben.

Herkunft der Preisangaben
Die Angaben für die brandenburgischen Städte und Berlin wurden bei den Mitgliedsunternehmen
des BBU erfragt und mit den Angaben der Ver- und Entsorger verglichen. Sofern die Mitgliedsunternehmen in einer Stadt, wie beispielsweise bei Fernwärme, verschiedene Preise zahlen müssen, wurde jeweils der höhere Preis dem Vergleich zu Grunde gelegt. Die Preisangaben der anderen Großstädte beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen der jeweiligen Ver- und Entsorger. Alle Ver- und Entsorgern wurden im Zeitraum Februar bis Mai 2009 über die ermittelten Preise informiert und erhielten die Möglichkeit, diese zu bestätigen. Die überwiegende Mehrheit nutzte diese Gelegenheit. Bei Differenzen in den Berechnungen wurde deren Ursache überprüft und gegebenenfalls der Mischpreis korrigiert. Einige wenige Ver- und Entsorger gaben an, sich nicht an der Befragung beteiligen zu wollen, da sie Preisvergleiche ablehnen.

Die BBU-Preisdatenbank wird im Jahresabstand aktualisiert.

HINWEIS

Alle Angaben sind gewissenhaft aufgrund der Rückmeldungen von Wohnungsunternehmen, mündlichen oder schriftlichen Bestätigungen der Ver-, Entsorger und Kommunen oder auf Grundlage von Veröffentlichungen der Ver- und Entsorger im Internet, bzw. auf Basis der Veröffentlichungen von Gas- und Strompreisen von Verivox erstellt worden.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den BBU, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der angebotenen Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des BBU kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.

Berlin, den 25. Mai 2009

Pressemappe zum Download: beim BBU

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POSTBANK ERWARTET ÖLPREIS BEI 65 DOLLAR PER JAHRESFRIST

Mit zuletzt rund 60 Dollar je Fass hat sich der Preis für Brentöl seit seinem Tief Ende Dezember 2008 zwischenzeitlich fast wieder verdoppelt. Nach Ansicht von Postbank Research erfolgte der Preisschub der letzten Wochen aber auf einer fragwürdigen Basis: Die globale Ölnachfrage ist nach wie vor schwach, und die freien Förderkapazitäten sind ebenso wie die Öllagerbestände auf hohem Niveau. Mit einer nachhaltig festeren Tendenz des Ölpreises rechnen die Volkswirte der Bonner Bank deshalb erst auf Jahressicht, wenn angesichts einer lebhafteren Konjunkturentwicklung wieder die Ölangebotsseite und damit Ängste über künftige Ölknappheit in den Vordergrund rücken. Auf Sicht von zwölf Monaten erwarten sie einen Preis von 65 Dollar je Fass - mit Tendenz nach oben.

Ölnachfrage eingebrochen und zunächst schwach

Nach Ansicht der Postbank Volkswirte rechtfertigen die fundamentalen Daten vorerst keinen deutlicheren Anstieg des Ölpreises. Die durch die Finanzmarktkrise verstärkte konjunkturelle Baisse und die entsprechend sinkende Nachfrage nach Erdöl haben den Preis für das schwarze Gold seit dem Allzeithoch von Juli 2008 in den Keller gehen lassen. Im laufenden Jahr wird die globale Nachfrage nach dem wichtigen Rohstoff deutlich stärker sinken als 2008.

Inzwischen gibt es zwar immer mehr Anzeichen dafür, dass das Konjunkturtal global durchschritten ist. Gleichwohl sinkt die Wirtschaftsleistung gerade in den Industrieländern immer noch bzw. wird im laufenden Quartal bestenfalls stagnieren. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Postbank mit einer nur moderaten Belebung der Konjunktur in den USA, der Eurozone und Japan. Dies dürfte die Ölnachfrage vorerst dämpfen. Trotz einiger Anzeichen dafür, dass vor allem das große chinesische Konjunkturpaket bereits Wirkung zeigt, spricht gegen einen Durchmarsch des Ölpreises aber auch der momentan noch hohe Lagerbestand an dem Rohstoff, der zunächst abgebaut werden müsste, um den Weg für einen nachhaltig stärkeren Ölpreis zu ebnen.

Knappes Ölangebot eher längerfristig ein Problem

Längerfristig könnte die jüngste Rezession aber durchaus die Saat für einen größeren Angebotsengpass legen. Denn im Zuge der Finanzmarktkrise sind die Investitionen in die Ölexploration, in die Ölförderung bzw. in die -weiterverarbeitung zurückgestellt worden. Die Zahl der weltweit in Benutzung befindlichen Bohrinseln ist im Verlauf eines Jahres um rund ein Drittel auf 2055 im April gefallen. Die Internationale Energieagentur spricht von um 15 bis 20 Prozent verringerten Investitionen in diesem Jahr. Wenn die globale Ölnachfrage wieder etwas deutlicher anzieht, was vor 2010 nicht zu erwarten ist, dürften Knappheitsängste wieder stärker in den Fokus rücken und ein, wenn nicht gar der treibende Faktor für den Ölpreis werden. Die Rolle von Spekulanten ist dabei umstritten. Vermutlich verstärken sie ohnehin eingeschlagene Preistrends.
War in den vergangenen Wochen mit Blick auf die Positionen der Spekulanten am Markt eher eine Unentschlossenheit darüber festzustellen, in welche Richtung die Reise gehen könnte, haben aktuell die Wetten auf steigende Preise wieder zugenommen.

Die vollständige Studie "Postbank Perspektiven" für den Juni und zurückliegende Monate finden Sie auch im Internet unter www.postbank.de/research .

Postbank
Bonn, 28. Mai 2009

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ANHÖRUNG IM AUSSCHUSS FÜR BAUEN UND WOHNEN:
BETRIEBSKOSTEN STEIGEN, MIETEN STAGNIEREN

Berlin – Die Entwicklung von Mieten und Betriebskosten in Berlin läuft immer stärker auseinander. Der neue Mietspiegel wird zeigen, dass der Mietenanstieg in den letzten beiden Jahren weit unterhalb der Inflationsrate von 2,5 Prozent lag. Die Betriebskosten stiegen hingegen fast doppelt so schnell wie die übrigen Preise. „Dieser Tatsache muss der Ausschuss für Bauen und Wohnen Rechnung tragen, wenn er sich morgen mit dem Thema Mieten und Betriebskosten beschäftigt“, so Ludwig Burkardt, Vorstandsmitglied beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU).

„Nicht die Mietenentwicklung macht Wohnen in Berlin immer teurer, sondern hohe oder steigende Preise bei Energie, Wasser und Müll“, so Burkardt weiter. Das werde der BBU dem Ausschuss für Bauen und Wohnen des Abgeordnetenhauses im Rahmen der am Nachmittag des 3. Juni durchgeführten Anhörung zum Thema „Aktuelle Mietentwicklung Berlin – Kaltmiete und Betriebskosten“ darlegen.

Betriebskosten: Schon rund ein Drittel der Warmmiete
Während es bei den Mieten in den vergangenen beiden Jahren nur zu geringfügigen Veränderungen gekommen sei, stiegen die Betriebskosten bei den BBU-Mitgliedsunternehmen um durchschnittlich rund fünf Prozent pro Jahr. Bestandsinvestitionen von über 20 Milliarden Euro seit 1991 durch die BBU-Mitgliedsunternehmen, eine ständige Optimierung des Betriebskostenmanagements durch Betriebskostenbenchmarking sowie sparsameres Verbrauchsverhalten der Mieter könnten die steigenden Kosten für Heizenergie, Wasser, Müll und Grundsteuer nur noch teilweise abfedern.

Für das Abrechnungsjahr 2008 geht der BBU von einem Anstieg auf 2,35 Euro pro Quadratmeter und Monat aus. „Bei einer durchschnittlichen Nettokaltmiete bei unseren Berliner Mitgliedsunternehmen von 4,71 Euro sind die Betriebskosten damit mittlerweile fast halb so hoch wie die Kaltmiete. Das ist dramatisch“, so Burkardt.

Münchner Mieten: Doppelt so hoch wie in Berlin
Während beispielsweise Wasser in keiner anderen deutschen Millionenstadt so teuer sei wie in der Hauptstadt, blieben die Berliner Mieten weiterhin deutlich günstiger. In München sei die durchschnittliche Nettokaltmiete je Quadratmeter und Monat mit 9,90 Euro mehr als doppelt so hoch wie die Durchschnittsmieten bei den BBU-Mitgliedsunternehmen. Auch die Durchschnittsmiete in Hamburg liege mit 6,53 Euro je Quadratmeter und Monat rund 40 Prozent darüber.

Betriebskostendebatte angemahnt
Burkardt: „In Berlin muss nicht über eine Begrenzung der Mieten debattiert werden. Viel wichtiger wäre zu klären, wie mit dem ständigen Anstieg etwa der Heizenergiepreise umgegangen wird. Hierzu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit der betriebskostensteigernden Rolle der öffentlichen Hand. Sie greift bei Wasser und Grundsteuer tief in die Taschen der Mieter.“

BBU
Pressemitteilung
02.06.2009

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Techem-Analyse Heiz- und Warmwasserkosten: +7%

Eschborn. Nach der aktuellen Analyse von Techem, einem der weltweit führenden Energiedienstleister für die Immobilienwirtschaft, stiegen die Heiz- und Warmwasserkosten für eine 77 Quadratmeter große Wohnung in mit Heizöl versorgten Mehrfamilienhäusern von durchschnittlich 823 Euro (Saison 06/07) auf 877 Euro für die Periode 2007/2008. Das ist eine Steigerung von rund sieben Prozent. Für diese Untersuchung wurden die Daten von 534.000 Wohnungen in 93.000 Mehrfamilienhäusern analysiert.

Dieser Kostenanstieg war trotz eines knapp 13-prozentigen Anstiegs des Heizölpreises von durchschnittlich 0,55 Euro pro Liter (Heizperiode 06/07) auf 0,62 Euro pro Liter und bei annähernd gleich gebliebenem Energieverbrauch moderat. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Nebenkosten wie zum Beispiel Wartung, Strom, Schornsteinfegerkosten, usw. um zwölf Prozent rückläufig waren. Im Rahmen der Techem-Analyse sind allerdings große regionale Unterschiede zu verzeichnen: So mussten Haushalte im Raum Kassel durchschnittlich 953 Euro aufwenden während es in der Region Essen nur 757 Euro waren. In diesem Zusammenhang müssen jedoch die unterschiedlichen Wohnungsgrößen berücksichtigt werden: Während im Raum Kassel Wohnungen eine durchschnittliche Größe von 83 Quadratmetern haben, liegt die Wohnungsgröße im Raum Essen lediglich bei 73 Quadratmetern.

Hans-Lothar Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Techem, sieht Bewohner in der Verantwortung: „Wir können weder die Witterung noch die Energiepreise selbst beeinflussen. Aber, was wir tun können, ist, dass wir verbrauchsbewusst mit der knappen Ressource Energie umgehen. Das im letzten Jahr der gestiegene Ölpreis zum Teil durch anderweitig gesunkene Nebenkosten aufgefangen werden konnte, ist schön, aber nichts, worauf wir uns verlassen können. Deshalb gilt es nach wie vor, dass jeder Einzelne in der Pflicht steht energiebewusst und damit umweltbewusst zu heizen.“

techem
29.09.2009

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8. Wasserwirtschaftliche Jahrestagung des BDEW 2009 in Berlin:
Wassercent in allen Bundesländern abschaffen
BDEW: Auch Abwasserabgabe gehört auf den Prüfstand

Berlin, 26. Oktober 2009 - "Die neue Bundesregierung hat sich nach Diskussionen während der Koalitionsverhandlungen zu Recht dagegen entschieden, die Einführung einer Abgabe auf Wasser zu prüfen. Der Wassercent muss jetzt auch in den Bundesländern auf den Prüfstand", sagte Peter Rebohle, Vizepräsident Wasserwirtschaft des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute auf der 8. Wasserwirtschaftlichen Jahrestagung in Berlin.

"Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat vor kurzem die Abschaffung des Wassercents beschlossen, der ohne Zweckbindung in den Landes-Haushalt fließt und damit die Bürger unnötig belastet. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Entscheidung hat Vorbildcharakter für andere Bundesländer. Auch die neue Landesregierung in Sachsen-Anhalt sollte eine neue Belastung für die Verbraucher vermeiden und von der geplanten Einführung eines Wassercents absehen", so Rebohle.

Aus ökologischen Gründen sei die Erhebung eines solchen Wasserentnahmeentgeltes völlig überflüssig: "Die Bürger in Deutschland gehen mit Wasser vorbildlich um, der Wassergebrauch pro Kopf und Tag gehört zu den niedrigsten in den Industrieländern", so der Vizepräsident. "Auch ökonomisch ist der Wassercent überflüssig: Er verteuert unnötig den Wasserpreis für die Verbraucher und belastet Gewerbe und Industrie."

Auch die Abwasserabgabe müsse auf den Prüfstand gestellt werden, da die Einnahmen nicht für den Umweltschutz verwendet werden, sondern größtenteils in die allgemeinen Landeshaushalte fließen, führte Rebohle weiter aus.

BDEW
26.10.2009

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Betriebskostenspiegel 2008
2,16 Euro pro Quadratmeter und Monat im Durchschnitt


(dmb) Mieter zahlen in Deutschland durchschnittlich 2,16 Euro pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten zusammen, kann die so genannte zweite Miete bis zu 2,91 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel, den der Deutsche Mieterbund jetzt auf Grundlage der Abrechnungsdaten des Jahres 2008 vorlegt. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mussten bei Anfallen aller Kosten 2 793,60 Euro im Jahr 2008 nur an Betriebskosten aufgebracht werden. Das sind 4,7 Prozent mehr als noch im Abrechnungsjahr 2007.

Betriebskosten 2008: über 50% für Heizung, Warmwasser, Wasser

Heizung und Warmwasser

Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind im Abrechnungsjahr 2008 drastisch um rund 19 Prozent gestiegen. Dabei haben energetische Modernisierungen der Wohnungsbestände und sparsames Heizverhalten dafür gesorgt, dass der Kostenanstieg nicht noch höher ausfiel.

Grund für die gestiegenen Heizkosten ist weniger, dass die Wintermonate 2008 etwas kälter waren als der Winter 2007. Entscheidend war die Entwicklung der Energiepreise. 2008 wurden Heizöl um 31,6 Prozent und Erdgas um 8,9 Prozent teurer. Das führte dazu, dass die Kosten für ölbeheizte Wohnungen mit 1,12 Euro pro Quadratmeter und Monat fast 25 Prozent über den durchschnittlich zu zahlenden Heizkosten von 0,90 Euro pro Quadratmeter lagen. Wer mit Fernwärme heizte, lag mit 1,01 Euro pro Quadratmeter noch 12 Prozent über dem Durchschnitt. Dagegen wurden in gasbeheizten Wohnungen mit 0,71 Euro pro Quadratmeter etwa 21 Prozent weniger gezahlt.

Die unterschiedliche Preisentwicklung bei Öl, Gas und Fernwärme spiegelt sich auch bei einem Vergleich der Heizkosten in Ost- und Westdeutschland wider. Im Osten lagen die Kosten für Heizung und Warmwasser mit zusammen 1,11 Euro pro Quadratmeter etwa 6 Prozent unter den Kosten in Westdeutschland mit 1,18 Euro pro Quadratmeter. Während im Westen noch rund ein Drittel aller Wohnungen mit Öl beheizt wird, sind es in Ostdeutschland nur rund 15 Prozent. Hier dominieren Gas mit 45 Prozent und Fernwärme mit 32 Prozent.

Zusätzlich macht sich in Ostdeutschland bemerkbar, dass ein Großteil des Wohnungsbestandes zwischenzeitlich energetisch modernisiert worden ist. Allein in den Beständen der Wohnungsgesellschaften und –genossenschaften (GdW) sind über 80 Prozent der Wohnungen ganz oder teilweise modernisiert. In Westdeutschland liegt die Quote in den GdW-Beständen „nur“ bei gut 40 Prozent.

Betriebskosten 2008

Kalte Betriebskosten

Die Preise bei kommunalen Gebühren, Grundsteuer, Versicherungen und Dienstleistungen, wie Hausmeisterarbeiten und Gartenpflege, blieben im Jahr 2008 im Bundesdurchschnitt stabil. Der Betriebskostenspiegel 2008 weist sogar einen leichten Preisrückgang von 3 Prozent aus. Gründe hierfür dürften in einem gesteigerten Kostenbewusstsein der Vermieter und einem verbesserten Betriebskostenmanagement liegen. Dafür spricht, dass insbesondere die Kosten für Hausmeister, Gebäudereinigung und Aufzug leicht rückläufig waren.

Ausblick 2009 / 2010

Die Achterbahnfahrt, insbesondere bei den Kosten für Heizung und Warmwasser, setzt sich fort.

Im Jahr 2009 sind die Preise für Gas um 1,5 Prozent und für Heizöl um 30,7 Prozent gesunken. Allerdings dürfte 2009 der Energiebedarf wieder angestiegen sein. Die Wintermonate 2009 waren insbesondere von Januar bis März deutlich kälter als im Vorjahr 2008. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die abzurechnenden Heizkosten 2009 etwa 10 bis 15 Prozent unter den Kosten des Jahres 2008 liegen werden.

Hinsichtlich der kalten Betriebskosten ist auch im Jahr 2009 von stabilen Preisen auszugehen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Kosten für Wasser (+1,7 %), Abwasser (+1,1 %), Müllabfuhr (+0,3 %) und Dienstleistungen (+1,3 %) nur geringfügig gestiegen.

Im Jahr 2010 zeichnet sich ab, dass die Gaspreise weiter sinken, die Ölpreise aber wieder spürbar anziehen. Gleichzeitig sind die ersten Wochen 2010 noch einmal spürbar kälter gewesen als 2009. Demzufolge ist 2010 dann wieder mit einem Anstieg der Heizkosten zu rechnen.

DMB e.V.
Pressemeldung 25.03.10
Grafiken: DIMaGB (Daten: DMB)

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