dimagb.de

.: Home  .: Inhaltsverzeichnis Bereich: Bauen & Wohnen  .: Suchen



.: richtigbauen.de   .: richtigsanieren.de   .: schimmelpilz-sanieren.de

► Das ist eine Archivseite. Achten Sie auf das jeweilige Datum der einzelnen Artikel. ◄

Infotipp:
:: Artikel im Download
bei
richtigbauen.de
:: wohngesund

bei richtigsanieren.de
:: Altbauten
:: Bauschäden
:: Bautechnik
:: Praxisbeispiele
bei schimmelpilz-sanieren.de

:: Allergien, Allergiker, Allergene, Immunschwäche, Asthma, Asthmatiker, Krankheiten

:: Bautechnik & Bauphysik, Grundsätze und Regeln zur Vermeidung von Schimmelpilz

:: Fenster und Schimmel, Lüften und Heizen, Raumluft

:: Lösungen, Vorschläge für Prävention und Beseitigung

 

 


Beiträge auf dieser Seite

Wichtige Themen auf anderen Seiten:

Stets aktuell informiert:


Allergien durchs Kinderzimmer

Husten, Schnupfen, wunde Haut und im schlimmsten Fall sogar Atemnot - jedes fünfte Kind leidet an Allergien. Nicht selten sind "unbemerkte Untermieter im Kinderzimmer" Ursache dafür, dass Schleimhäute der Augen, der Nase oder die Atemwege empfindlich reagieren.

Häufig stecken die krank machenden Übeltäter in Tapeten, Teppichen und Möbeln, denn viele Inhaltsstoffe von Heimwerkerprodukten oder Ausstattungsmaterialien können den Menschen kurzfristig reizen oder langfristig über eine Sensibilisierung Allergien hervorrufen. Kinder sind besonders gefährdet, da ihr Stoffwechsel schneller arbeitet und sie im Verhältnis zu ihrer Körpergröße mehr Stoffe aufnehmen als Erwachsene. Zudem krabbeln sie auf dem Boden und nehmen viele Dinge in den Mund, sodass zum Beispiel mit Insektengiften ausgerüstete Teppiche für sie bedrohlicher sind als für Erwachsene:

"Zur Vorbeugung von Allergien sollt ein frühzeitiger Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen vermieden werden", rät die Verbraucherzentrale NRW. Damit der Nachwuchs auf die Reize des neu hergerichteten Kinderzimmers nicht empfindlich reagiert, hat die Verbraucherzentrale NRW folgende Tipps für gesundheitsverträgliches Renovieren und Möblieren parat:

"Bevor Möbel, Matratzen oder Bodenbeläge im Kinderzimmer Einzug halten, sollten sie beim Händler, in der eigenen Garage oder in der Wohnung bei geöffnetem Fenster noch ausgiebig - am besten vier bis sechs Wochen lang - gelüftet werden. So können Lösungsmittel und Weichmacher entweichen, ohne dass die Jüngsten über die Ausdünstungen die Nase rümpfen oder darauf gereizt reagieren."

Bei Tapeten, Kleister, Farben usw. müssen unbedingt die angegebenen Trocknungszeiten nach der Verarbeitung beachtet werden. Renoviert werden sollte bei guter Belüftung in der warmen Jahreszeit (am besten bei über 15 Grad Außentemperatur), anschließend mindestens zwei Tage gründlich lüften.

Aber Achtung: Vermeiden Sie Durchzug! "Beziehen Sie renovierte Räume erst, wenn sich der Geruch des Neuen verzogen hat. Nach rund zehn Tagen haben sich die meisten Ausdünstungen verflüchtigt."

Verzichten Sie auf Produkte mit den Gefahrenhinweisen R 37 (reizt die Atemorgane), R 38 (reizt die Haut), R 42 (Sensibilisierung durch Einatmen möglich) und R 43 (Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich)!

"Nutzen Sie Produkte, die schadstoffarm sind und wenig Stoffe an die Umwelt abgeben. Auf dem Einkaufszettel fürs Renovieren und Möblieren sollten Produkte mit dem Umweltzeichen stehen: so zum Beispiel für emissionsarme Wandfarben (UZ 102), schadstoffarme Lacke (UZ 12a), emissionsarme Holzwerkstoffe (UZ 76), emissionsarme Bodenbeläge (UZ 38), Tapeten (UZ 35a und 38b) und emissionsarme Möbel (UZ 38) sowie das Goldene M für Möbel."

Einen gesundheitsverträglichen Weg betritt, wer sich für textile Bodenbeläge entscheidet, die nicht mit Bioziden gegen Motten- und Käferfraß ausgerüstet sind. So kommen auf dem Boden krabbelnde Kleinkinder nicht mit Insektengiften in Kontakt - und durch Umsicht und Sorgfalt bei der Pflege von Wollteppichen kann ein möglicher Befall durch Motten- oder Käferfraß ebenso wirkungsvoll vermieden werden.

Quelle: Verbraucher-Newsletter Kontakt: Weitere Tipps, was beim gesundheitsverträglichen Renovieren und Einrichten zu beachten ist, gibt das Faltblatt "Der Reiz des Neuen - Wohnungen für Kinder gesund gestalten". Das Info kann mit frankiertem Briefumschlag bei der Verbraucherzentrale NRW, Gruppe Umwelt,
Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf bestellt werden.


Bewachsene Dächer schützen vor Mobilfunkstrahlen

Die Gesamthochschule Kassel hat in gemeinsamer Arbeit mit der Bundeswehr Universität München herausgefunden, dass bewachsene Dächer Mobilfunkstrahlen die vom E-Mobilfunknetz und von schnurlosen DECT-Telefonen ausgesendet werden um bis zu 99% dämpfen können. Eine Eindeckung mit konventionellen Ziegeln erreicht dagegen nur eine Abschirmung von max. 50%.

Quelle: Newsletter re-natur, 07.05.2003
bestellen: www.re-natur.de


Warnung vor Telefonen nach "DECT-Standard"

Digitale Schnurlostelefone nach dem DECT-Standart sind ein Verkaufsschlager. Was viele Verbraucher nicht wissen: Die praktischen Geräte funken ununterbrochen mit hoher Strahlungsintensität - und zwar auch dann, wenn nicht telefoniert wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Zeitschrift ÖKO-TEST. Auf dem Prüfstand waren 14 aktuelle Modelle der führenden Anbieter.

Alle geprüften Telefone bekamen die Testurteile "mangelhaft" oder sogar "ungenügend". Grund für das schlechte Abschneiden waren die hohen Strahlungswerte, die bei vielen Geräten mehr als hundert Mal höher waren, als kritische Wissenschaftler empfehlen.

Da es sich dabei um gepulste elektromagnetische Strahlung handelt, sind die Testergebnisse sehr Besorgnis erregend. Denn immer mehr seriöse Studien kommen zu dem Ergebnis, dass diese Technik - die auch für Handys eingesetzt wird - gesundheitliche Probleme bereitet. So kann es zu Störungen des Immun-, Hormon- und Nervensystems bis hin zu Zellschäden und Krebs kommen. Wie jetzt bekannt wurde, weigern sich wegen der ungeklärten Risiken immer mehr Versicherungsunternehmen, Hersteller und Netzbetreiber gegen mögliche Schadensersatzforderungen von Geschädigten zu versichern.

Die genauen Testergebnisse sind in der Februarausgabe des ÖKO-TEST-Magazin veröffentlicht, die es jetzt am Kiosk gibt.

Quelle: Newsletter Verbrauchernews, vera - 09.02.2004


Am Freitag, den 18. Oktober 2002, fand die Berliner Gesundheitstechnische Tagung statt.
Das Generalthema hiess:

Krank durch Büro- und Wohngebäude?
Herausforderung für die Gesundheitstechnik

Alle zwei bis drei Jahre veranstaltet die Gesundheitstechnische Gesellschaft,e.V. (GG) die Berliner Gesundheitstechnische Tagung. Die Fachtagung wird traditionell gemeinsam mit dern Umweltbundesamt organisiert und allein durch die Veranstalter und mittels Spenden finanziert. Eine Telinahmegebühr wird nicht erhoben.

Die diesjährige 24. Berliner Gesundheitstechnische Tagung griff ein aktuelles und anspruchsvolles Thema auf: Der Bau von Büro- und Wohngebäuden mit der darin installierten Gebäudetechnik unterliegt nicht nur durch Modeerscheinungen großen Wandlungen.

Insbesondere die geänderten energetischen und technischen Anforde-rungen sowie die sich immer stärker auswirkenden Energieeinsparbemühungen am Bau und bei der Gebäudetechnik führen zu gravierenden Veränderungen.

Das Spannungsfeld von Optimierungen in verschiedensten Richtungen bleibt dabei bestehen. Es führt zu manchen Lösungen, die aus gesundheitstechnischer Sicht nicht immer ein Optimum darstellen und sich auf die Gesundheit und das Befinden der Gebäudenutzer auswirken können. Das Zusammenwirken von Gebäude und Gebäudetechnik unterliegt einem immanenten Wandel und muss aus ganzheitlicher Sicht immer wieder neu optimiert werden.

Die Fachtagunq bot Ingenieuren und anderen am Bau Beteiligten ein Forum, die existierenden Problemstellungen, Gefahren und Wechselwirkungen als Folge dieser Änderungen an diesen Beispielen zu thematisieren und zu diskutieren:

A. Lärm (Schallschutz),
B. Wasser (Legionellen)
C. Lüftung (Schmmelpilze),
D. Baustoffe (Luftqualität).

Kommentar DIMaGB:
Ich möchte mich kurz fassen und diese Botschaft besonders an unsere Technikgesundbeter schicken: wenn sich die Gesundheitstechnische Gesellschaft mit der Thematik "Krank durch Büro- und Wohngebäude" sowie "Lüftung / Schimmelpilze" befasst, dann muss doch was dran sein. Oder?


"Bielefelder Klimaurteil"
Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte - Kühlpflicht für Büro- und Arbeitsräume

Ein Gütersloher Anwaltsbüro hatte im Jahr 2001 gegen den Vermieter geklagt, weil in den Kanzleiräumen die Innentemperaturen im Sommer oftmals weit über 26 °C lagen. Das Hauptargument des Klägers: Entsprechend der Arbeitsstättenverordnung (AStV) und der Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) müsse bei einer Außentemperatur von 32 °C die Einhaltung einer Raumtemperatur von maximal 26 °C gewährleistet sein. Nur so sei die bestimmungsgemäße Nutzung möglich. Durch ein unabhängiges Gutachten bestätigt, folgte das Gericht der Klage und entschied, dass "die Gebrauchstauglichkeit ... erheblich beeinträchtigt" sei.

Nach der AStV muss jeder Arbeitgeber dafür sorgen, dass die von ihm genutzten Arbeitsräume auch den arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechen. Diese Eigenschaft muss auch ein Vermieter garantieren, wenn er Büro- oder Arbeitsräume vermietet. Das Bielefelder Landgericht entschied, dass eine Raumtemperatur von maximal 26° C in Arbeitsräumen herrschen darf, es sein denn, die Außentemperatur beträgt mehr als 32° C, dann muss aber die Innentemperatur mindestens 6° C unter der Außentemperatur liegen.

Quelle: Haustechnik-Dialog, 09.02.2004


Mehr Hausstaubmilben durch luftdichte Häuser
- Wundermittel helfen nicht

Der Kampf gegen die Hausstaubmilben und deren krank machende Ausscheidungen ist ein expandierender Markt, auf dem viele Sanierungskonzepte und Anti-Milben-Produkte wetteifern. 85 Prozent aller Haushalte, so ergaben Untersuchungen, sind mit Hausstaubmilben belastet. Wichtigster Grund für die Zunahme der winzigen Spinnentiere ist die fast hermetische Abriegelung heutiger Gebäude und die dadurch entstehende Feuchtigkeit in den Räumen. Die Folge: Nicht nur Schimmelpilze nisten sich in Wohnungen ein - auch Hausmilben profitieren davon. Schimmelpilz ist speziell für die Vorratsmilbe eine Delikatesse.

Doch der überwiegende Teil lebt aber im Hausstaub, ernährt sich von menschlichen Hautschuppen und benötigt hohe Luftfeuchtigkeit, um den eigenen Wasserverlust zu kompensieren. Die Milbe macht dem Menschen nichts. Das eigentliche Allergen ist ihr Kot, der austrocknet, zerfällt, sich in der Atemluft verteilt und bei Betroffenen zu allergischen Symptomen wie Fließschnupfen, tränenden Augen oder sogar Asthmaanfällen führt. Mehr als vier Millionen Bundesbürger leiden unter Hausstauballergien - mit steigender Tendenz.

Milbentests

Milbentests von Dräger, Acarex oder Allcontrol sind einfache, für den Laien gut anwendbare, wirkungsvolle Schnelltests, die über Farbausschlag anzeigen, ob und wie hoch die Belastung durch Allergene ist. Acarex testet sogar auf alle Milbenarten und kann zehnmal benutzt werden.

Sanierungsmaßnahmen

Um die Allergenbelastung wirkungsvoll zu reduzieren, sind Sanierungsmaßnahmen notwendig. Vor allem sollten alle Räume gut gelüftet und trocken gehalten werden. Das kann die Milben reduzieren, jedoch nicht austrocknen. Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent ist für Milben zwar kritisch, aber Versuche der Milbenforschung an der Uni Paderborn zeigten, dass Milben auch bei 30 Prozent Luftfeuchte noch wochenlang überleben.

Hausstaubmilben lieben Matratzen und Bettdecken, denn Körperwärme und Ausdünstungen des Schläfers schaffen ein sehr gutes und ganzjähriges Biotop. Hier leben zusammen fast 60 Prozent der Spinnentierchen. Saisonal schwankend ist die Population dagegen auf Teppichböden und Teppichen. In Polstermöbeln findet sich rund ein Fünftel aller Hausstaubmilben.

Gute Encasings helfen

Um die hohe Allergenbelastung durch Betten und Matratzen zu senken, sind hochwertige milbendichte Bezüge, so genannte Encasings noch immer die wirksamste Methode. Aber nur wirklich gute Encasings sperren die Allergene und sind trotzdem so atmungsaktiv, dass man nicht das Gefühl hat, auf einer Plastikplane zu liegen.

Bei Ökotest und Stiftung Warentest schnitten nur knapp die Hälfte der Encasings mit "sehr gut" beziehungsweise "gut" ab. Dazu gehören die Encasings von Allcon, Pulmanova, Allergocover und Allergika-Light.

Hitze tötet

Hitze tötet die Milben nur, so fanden die Milbenforscher der Uni Paderborn heraus, wenn sie mindestens 60 Grad Celsius über eine Stunde ausgesetzt sind. Und auch dann fanden sich noch Exemplare, die das überlebten. Um die Milben in der Bettwäsche abzutöten, sollte sie bei 95 Grad Celsius waschbar sein. Wenn das nicht geht, mindestens jedoch bei 60 Grad Celsius eine ganze Stunde lang. Die von Miele zusammen mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund entwickelte Waschmaschine "Medicwash" hat unter anderem auch ein spezielles Hygieneprogramm, bei dem mit 60 Grad Celsius wenigstens über eine halbe Stunde gewaschen wird. Das sei zu kurz für den Milbentod, meinen Fachleute.

Hilfe durch Benzylbenzoat

Um die Milben auch bei weniger als 60 Grad Celsius Waschtemperatur abzutöten, können akarizide Substanzen, wie Benzylbenzoat die Wirkung erhöhen. Acaril mit Benzylbenzoat, der Wäsche zugesetzt, lässt die Milben sogar bei weniger als 60 Grad Celsius Waschtemperatur absterben.

Produkte mit Benzylbenzoat wie beispielsweise Acarosan haben sich bislang als wirksames Antimilbenmittel auch für Teppichböden und Polstermöbel erwiesen. Das Pulver bindet zudem die allergieauslösenden Kotbällchen, die nach dem Trocknen mit den Milben aufgesaugt werden.

Kein Erfolg durch Heißdampfreiniger

Heißdampfreiniger hingegen helfen kaum. Die meisten Milben überleben diesen kurzen Hitzeschock. Dafür verbessert die hohe Feuchtigkeit auf dem Boden das Milbenklima.

Umstritten: Neemöl

Umstritten in ihrer Wirkung sind auch natürliche Neemölprodukte als Allheilmittel gegen Milbenbefall. Es soll über die Nahrung in die Fortpflanzung eingreifen und die Milbe somit ausrotten. Doch selbst Monate nach empfohlener Anwendung waren die Tiere - jedenfalls im Labor - noch putzmunter.

In Labor für Milbenforschung der Uni Paderborn wurden Milben sogar der vierfachen Neemölmenge ausgesetzt und waren nach fünf Monaten im Neemölbad noch lebendig. Die Forscher an der Uni Paderborn kamen zu dem Schluss, dass bei den verschiedenen, sehr intensiv getesteten Antimilbenmitteln auf Neembasis kaum eine Effektivität gegeben ist.

Ultraschall: Keine Wirkung im Test

Relativ neu auf dem Markt ist ein elektronischer Milbenvertreiber. Er soll mit 40.000 Hertz Ultraschall für eine Milbenreduzierung sorgen und somit die Allergenkonzentration senken. Ob und wie Ultraschall auf Milben wirkt, konnte im Labor jedoch nicht festgestellt werden. Auch nach Wochen wurden keine Veränderungen der Milben beziehungsweise ihres Verhaltens beobachtet. Eine Herstellerstudie zum Ultraschallgerät will 20 Prozent weniger Milben nachweisen. 20 Prozent Reduktion - und das erst nach vielen Monaten - bringt aber auch ein gutes Encasing oder sogar Staubsaugen.

Fazit: Bis jetzt sind Lüften, heiß waschen und Encasings, also das Einpacken der Matratze, wohl noch die besten Antimilbenmittel.

Was bringt die Zukunft?

Hilfe verspricht eine neues Verfahren, das zurzeit gemeinsam mit dem Labor für Milbenforschung entwickelt wird. Hierbei wird der größte Milbenherd, die gesamte Matratze einem 75 Grad Celsius heißen Luftstrom ausgesetzt und gleichzeitig von innen imprägniert und abgesaugt. Nach dieser Prozedur soll sie kot- und milbenfrei sein.

Bei Marktreife der Geräte könnte das, jedenfalls für Matratzen, die beste Sanierungsmaßnahme sein.

Weitere Informationen zum Thema Hausstaubmilben: Uni Paderborn; Dr. J-Th. Franz; Labor für Milbenforschung; Internet: http://www.Milbenforschung.de ADIZ; Allergie Dokumentations- und Informationszentrum; Burgstr. 12; 33175 Bad Lippspringe; Tel. (0 52 52) 95 45 00; Fax (0 52 52) 95 45 01
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.; Hindenburgstr. 110; 41061 Mönchengladbach; Tel. (0 21 61) 1 02 07

In der Ausgabe 03/2003 der Zeitschrift "test" erhalten Sie weitere Informationen zum Thema "Allergiker-Matrazenbezüge (Encasings)". Erhältlich für 3,60 Euro zuzüglich 2 Euro Versandkosten beim Stiftung Warentest Bestellservice http://www.stiftung-warentest.de

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie auch im ÖKO-TEST-Sonderheft "Ratgeber Bauen; Wohnen und Renovieren" 5/2003, zu beziehen für 7,50 Euro zuzüglich 1,30 Euro Versandkosten beim ÖKO-TEST http://www.oekotest.de

Weitergehende Informationen erhalten Sie beim ARD Ratgeber

Quelle: Der Verbraucher-Newsletter
Meldung vom 06.10.2003


WHO-Konferenz zur Gesundheit im Wohnbereich
Themen reichen von Allergien bis hin zur Wirkung von Chemikalien im Haushalt

Forli (pte, 12. Nov 2002 14:44) - Vom 21. bis 23. November findet im italienischen Forli http://www.comune.forli.fo.it/ein WHO-Symposium http://www.who.int/ zum Thema "Housing & Health" statt. Zentrale Aspekte werden Themen ums gesunde Wohnen sein. Dazu zählen etwa die Versorgung mit Wasser, notwendiger Energie, Belüftung und Heizung aber auch die Verwendung von Chemikalien in Einrichtungsgegenständen, in Böden und auf Wänden.

Zu dem Symposium werden internationale Wissenschaftler aus 14 Nationen diskutieren. Hauptthemen sind unter anderem "Allergien und Asthma" im Zusammenhang mit im Haushalt verwendeten Chemikalien und Substanzen. Allergien werden als die "Erkrankungen des 21. Jahrhunderts" bezeichnet. Die Wissenschaftler wollen versuchen einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Stoffen und den Erkrankungen zu ziehen und mögliche Präventivmaßnahmen zu entwerfen. Ein weiteres Thema wird sich mit neuen Architekturmethoden beschäftigen. Unter dem Thema "Bio-Architektur: Qualität und Wohlfühlen im Wohnbereich" werden nachhaltige Möglichkeiten der Architektur präsentiert. Neben den ausgewählten Materialien werden auch Technologien zur Abfallvermeidung bzw. zur nachhaltigen Nutzung vorgestellt. Dazu zählen beispielsweise Regenwassernutzung und alternative Energiequellen wie Solarenergie. Ein anderer Themenbereich umfasst den Gesundheitsbereich "Herz- und Atemwegserkrankungen im Zusammenhang mit Be- und Entlüftung von Wohnräumlichkeiten". Dort wird der Kontext zwischen der Raumtemperatur und dem Auftreten von Erkrankungen diskutiert. Dabei soll auch die beste Balance zwischen Energieeffizienz und Gebäudekonzeption erörtert werden.

Auch die Vermeidung von Haushaltsunfällen sowie Hygiene, Luftqualität in Wohnräumen und die Verwendung von Pestiziden sind Schwerpunkte des WHO-Symposiums. Einen Schwerpunkt des Symposiums wird auch die Präsentation einer Studie über die Lebensqualität in europäischen Städten bilden, die zurzeit durchgeführt wird. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur: Wolfgang Weitlaner,
E-Mail: weitlaner@pressetext.at, Tel.: +43-1-81140-307
pte021112046 Umwelt/Energie, Bauen/Wohnen


Systematische Bewertung von Bauprodukten wird möglich
Umweltbundesamt

Bauprodukte müssen auf gesundheitliche Risiken von Inhaltsstoffen, die sie in den Innenraum abgeben könnten, bewertet werden. So schreibt es das Bauproduktengesetz vor. Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat nun ein Bewertungsschema herausgegeben, durch welches die Abgabe von flüchtigen und schwerflüchtigen organischen Stoffen geprüft und bewertet werden kann.

Der AgBB ist eine Einrichtung der Bundesländer mit Geschäftsstelle im Umweltbundesamt (UBA). Zu seinen Mitgliedern gehören Wissenschaftler und Vertreter aus Bundes- und Laenderbehörden. Das Bewertungsschema schließt eine wesentliche Lücke beim Nachweis der Brauchbarkeit eines Bauproduktes. Als „brauchbar“ wird ein Bauprodukt dann angesehen, wenn es den technischen Anforderungen genügt und zudem die Gesundheit der Raumnutzerinnen und Raumnutzer nicht beeinträchtigt. Die Leistungsfähigkeit des Bewertungsschemas soll nun bis 2004 in einer Einführungsphase getestet werden. Das Schema wird die Grundlage für die gesundheitliche Bewertung bei Zulassungen von Bauprodukten durch das Deutsche Institut fuer Bautechnik bilden.

Die EG-Richtlinie 89/106/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedsstaaten über Bauprodukte (Bauprodukten-Richtlinie) war Anfang 1989 veröffentlicht worden. In der Folge wurde 1992 das nationale Bauproduktengesetz erlassen. Beide Regelungen setzen den Rahmen für den Gesundheitsschutz auf dem Bausektor fest. Sie enthalten aber keine genauen Angaben darüber, wie Bauprodukte beschaffen sein müssen, damit ein solcher Schutz erreicht wird. Mit dem AgBB-Bewertungsschema werden die im Gesetz nur allgemein gehaltenen Anforderungen systematisiert und konkretisiert.

Eine ausfuehrliche Darstellung zur Vorgehensweise der gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten ist im Internet unter der Adresse www.umweltbundesamt.de , - ­Suchbegriff ‚AgBB’ - zu finden. Darueber hinaus liegen auf der Internetseite nähere Angaben über die Zusammensetzung des AgBB-Ausschusses vor.

Die Bearbeitung des umfassenden Aufgabenkomplexes „Umwelt und Gesundheit“ wird in Deutschland - ähnlich wie in einer Reihe anderer europäischer Staaten - im „Aktions­programm Umwelt und Gesundheit“ (APUG) aufgegriffen, das 1999 in London vom Bundesumwelt- und dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt wurde. Im APUG arbeiten Umweltbundesamt, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und Robert Koch-Institut (RKI) eng zusammen (www.apug.de ).

Der gemeinsam von diesen Behörden herausgegebene „Umweltmedizinische Informationsdienst“ berichtet regelmäßig und allgemeinverständlich über aktuelle Themen aus dem Bereich „Umwelt und Gesundheit“. Die Ausgabe 3/2002 ist kürzlich erschienen (www.umweltbundesamt.de/umid/index.htm).

Quelle: www.umweltbundesamt.de


Bodenbeläge lassen sich emissionsarm verkleben
Blauer Engel für Bodenbelags-Klebstoffe soll kommen

Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt

Die in den Klebstoffen für Bodenbeläge enthaltenen organischen Lösemittel sowie Weichmacher und andere Inhaltsstoffe können Umwelt und Gesundheit belasten. Dies ist besonders problematisch, weil solche Kleber in Innenräumen eingesetzt und darüber hinaus sehr großflächig verarbeitet werden. Die Folgen können unter anderem Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen sowie als störend empfundene Geruchswahrnehmungen sein. Nach Ansicht des Umweltbundesamtes (UBA) lässt sich das Gesundheitsrisiko jedoch erheblich verringern: Inzwischen sind Klebstoffe für Bodenbeläge auf dem Markt, die als emissionsarm bezeichnet werden können. Diese Produkte sind bislang äußerlich nicht von herkömmlichen Dispersionsklebstoffen unterscheidbar. Eine bessere Information der Verbraucherinnen und Verbraucher ist also notwendig. Dies zeigen die Ergebnisse von Untersuchungen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) im Auftrag des UBA. Auf Basis dieser Untersuchungen wird für das Jahr 2003 ein neues Umweltzeichen "Blauer Engel" für emissionsarme Bodenbelagsklebstoffe angestrebt.

Der wissenschaftliche Entwurf einer Vergabegrundlage für den Blauen Engel wird im Frühjahr mit den beteiligten Kreisen diskutiert und der Jury Umweltzeichen zur Entscheidung vorgelegt.

Obwohl der Einsatz von Lösemitteln bei Bodenbelags-Klebstoffen in den vergangenen Jahren drastisch reduziert wurde, verbleiben gravierende Unterschiede bei Weichmachern und anderen hochsiedenden Bestandteilen. Die BAM hatte im Auftrag des UBA emissionsarme Klebstoffe und Bodenbeläge untersucht und damit eine Grundlage für die Bewertung emissionsarmer Klebstoffe für Bodenbeläge geschaffen. Das neue Konzept orientiert sich an dem vom Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) entwickelten Bewertungsschema, das von Wissenschaftlern und Vertretern verschiedener Bundes- und Länderbehörden zur Umsetzung des 1992 erlassenen Bauproduktengesetzes erarbeitet wurde. (Nähere Infos hierzu gibt es im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de). Ziel des AgBB ist eine einheitliche und nachvollziehbare gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten in Deutschland - besonders im Hinblick auf die Emissionen flüchtiger organischer Stoffe.

Die Klebstoffindustrie und die von ihr gegründete Gemeinschaft emissionskontrollierter Verlegewerkstoffe (GEV) waren an der Steuerungsgruppe zum Forschungsvorhaben der BAM aktiv beteiligt, um gemeinsam die Entwicklung und Prüfung emissionsarmer Bodenbelags-Klebstoffe zu fördern. Die gute Zusammenarbeit wurde im Sommer vergangenen Jahres von der Klebstoffindustrie aufgekündigt, da sie nach eigenen Aussagen an einer Kennzeichnung ihrer Produkte mit dem Blauen Engel nicht interessiert ist.

Für eine Reihe von Produkten, aus denen gesundheits- und umweltschädliche Stoffe frei werden können, existiert derzeit bereits die Möglichkeit einer Auszeichnung mit dem Blauen Engel (weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse http://www.blauer-engel.de). So sind Parkett und Laminatböden, Möbel, Lacke und Dispersionswandfarben mit dem Blauen Engel erhältlich. Auch für Linoleum kann das Umweltzeichen seit kurzem beantragt werden. Damit ausgezeichnete Produkte sind derzeit allerdings noch nicht im Handel. Blaue Engel für weitere Produktgruppen, die die Innenraumluft möglichst wenig mit Emissionen belasten und damit ein gesundes Wohnen ermöglichen, sind geplant.

30.01.2003
Quelle: http://www.umweltbundesamt.de


Bodenbeläge: Plastisch und elastisch
testt 05 / 2003

Der Kunststoff PVC - Polyvinylchlorid - ist der am häufigsten verkaufte elastische Bodenbelag. Einfach zu verlegen, leicht zu reinigen und preiswert obendrein. PVC enthält aber oft problematische Weichmacher. Manchmal auch giftiges Organozinn. Andere elastische Bodenbeläge schneiden besser ab. Die Alternativen heißen Linoleum, Gummi und Kork.

Im Test: 49 elastische Bodenbeläge aus PVC, Linoleum, Gummi und Kork. Preise: 2 bis 51 Euro pro Quadratmeter. Mehr dazu bei: www.warentest.de


Gifte in der Wohnung - die unsichtbaren Bauschäden

Leichte Reizungen bis schwerste Krankheiten können die Folgen sein, wenn schadstoffbelastete Baustoffe verwendet werden. Letzteres aber häuft sich, denn zunehmender Lohn- und Preisdruck auf Baustellen verleitet zum Einkauf billiger und billigster Materialien. Diese entsprechen häufig nicht den Vorschriften - sie gefährden dann die öffentliche Sicherheit oder Ordnung.

Vor allem Formaldehyd ist neben den immer noch vorhandenen Holzschutzmitteln Lindan, PCP und dem Baustoff Asbest ein sehr häufig anzutreffendes Umweltgift. Kunststoffschäume, Kleber und Spanplatten für Möbel, Wand- und Deckenverkleidungen, aber auch manche Fertigparkettsorten können Hauptverursacher langanhaltender – bis zu 20 Jahre ausdünstender Formaldehyd-Konzentrationen sein.

Formaldehyd findet sich oft im Holzleim der Spanplatten. Zwar gibt es auch hier seit geraumer Zeit Richtwerte, die die Abgabe von Formaldehyd an die Luft beschränken, doch z. B. Hölzer aus Ost- und Südeuropa können wesentlich höhere Werte als zulässig aufweisen.

Das Bundesgesundheitsamt und die WHO liegen bei der Beurteilung der Maximalwerte für Formaldehyd deutlich auseinander. Während das Bundesgesundheitsamt als Maximalwert großzügige 0,1 ppm (parts per million) vorschlägt, sieht die WHO bereits bei 0,05 ppm die Gesundheit gefährdet und das Landgericht Ansbach gar bei 0,025 ppm.

Tatsache ist, dass jeder Neubau und auch jeder renovierte Altbau sehr kritisch im Hinblick auf diese unsichtbaren Bauschäden zu begutachten sind – am besten vor der Abnahme oder dem Einzug in die Wohnung. Eine solche Prüfung geschieht sach- und fachkundig und vor allem beweiskräftig u. a. durch auf dem Gebiet Umweltschadstoffe spezialisierte Ingenieurbüros.

Denn: wer schwerwiegende Mängel dieser Art klaglos hinnimmt, läuft Gefahr, nicht nur bares Geld zu verschenken, weil er (zu hohe) Miete entrichtet oder den insoweit unberechtigten Werklohn des Bauunternehmers nicht kürzt – er kann vor allem mit seiner Gesundheit und der seiner Familie bezahlen.

Quelle: Pressemitteilung der Baukammer Berlin, 16.10.2002


Gefährliche Bau-Chemikalien einfach ersetzen
Leitfaden der Donau-Universität Krems: Gifte um 90 Prozent reduzierbar

Chemikalien, die am Bau verwendet werden, bergen für Handwerker und Gebäudenutzer große gesundheitliche Risiken. Bauherren und Planer legen daher immer häufiger Wert auf "gesunde" Baustoffe und schadstofffreie Innenraumluft. Im Rahmen einer Master-These am Zentrum für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems http://www.donau-uni.ac.at/bau wurde ein Leitfaden zur Chemikalienreduktion im großvolumigen Wohnbau entwickelt, der nun den Praxistest bestanden hat: Um bis zu 90 Prozent kann der Chemikalienbedarf bei gleichen Produktkosten reduziert werden.

Die Experten haben anhand eines Wohnbauvorhabens die Arten und Mengen üblicherweise verwendeter Lösungsmittel erhoben und mit den im Leitfaden angebotenen Alternativen verglichen. "Erfreulich für Bauherren ist die Tatsache, dass die Produktkosten bei der Verwendung schadstoffarmer Materialien nicht steigen. Lediglich der Qualitätssicherungsaufwand bei Ausschreibung und Baustellenkontrolle erhöht sich geringfügig" ...

Quelle: Pressemitteilung von pte, Krems (pte, 8. Jul 2003 14:17)
Pressetext.de, pte030708022, Umwelt/Energie, Bauen/Wohnen


Alt- und Neulasten im Haus
Nehmen Sie ein Haus unter die Lupe, sollten Sie nicht nur nach Undichtigkeiten am Dach, nach verrosteten Trägern und Spuren von eindringender Feuchte nachsehen.

Beispiele für mögliche Quellen von Giften und schädigenden Stoffen / Wirkungen
Belastungen (egal ob Alt- o. Neubau) können ausgehen von:

Mensch (anthropogen)

  • Tabakrauch
  • Luftbelastung durch Luftverbrauch (Ausscheidung von Kohlendioxid, Körpergerüche)

Natürlicher Ursprung, nicht anthropogen

  • Schimmelpilze, Pilze, Sporen
  • Bakterien, Viren
  • Schädlinge (ausgeschiedene/übertragene Stoffe)
    • Insekten (Silberfischchen, Ameisen, Würmer, Käfer, Milben, Mücken, Fliegen)
    • Nager (Ratten, Mäuse)
    • Vögel (Tauben: Zecken, Kot)

Synthetisch:

  • Baustoffe, Dämmstoffe
  • Dichtungsmaterialien
  • Asbest
  • Klebstoffe
  • Kunststoffe
  • Bodenbeläge, Teppiche, Textilien, Textilfasertapeten, Vorhänge
  • Trinkwasser aus Bleirohren
  • Spanplatten (Möbel, Wände, Deckenpaneele)
  • Schädlingsbekämpfungsmittel, Insektenbekämpfungsmittel
  • (alte) Holzschutzmittel im Holz von Decken und Dächern
  • Farben (z.B. Anilinfarbe), Lacke

Haustechnik

  • Klimaanlagen
  • Gasherd
  • Heizung
  • Elektrogeräte (E-Smog)
  • Luftbefeuchter
  • Mikrowellen
  • Mobilfunkgeräte, Mobiltelefone

Haushaltswaren, Gebrauchsgegenstände

  • Kinderspielzeug
  • Reinigungs- und Desinfektionsmittel
  • Lösemittel
  • Kosmetikartikel, Färbe- und Bleichmittel

Noch weitgehend unerforscht

  • Fogging (die schwarze Wohnung)

wpe2.jpg (38568 bytes)

Quelle: Wohnen ohne Gifte? 2. Auflage 2000
Eine Infoschrift der Landeshauptstadt München
Referat für Gesundheit und Umwelt


Organische Luftschadstoffe in Innenräumen – ein Überblick

Bayerisches Landesamt für Umweltschutz
Stand: Dezember 2003
Ein Auszug

In den letzten Jahrzehnten haben gesundheitliche Beschwerden zugenommen, die im Zusammenhang
mit dem Aufenthalt in bestimmten Räumen oder Gebäuden stehen. Immer häufiger wird die
Ursache in der Vielzahl an organischen Verbindungen vermutet, die in Innenräumen nachgewiesen
werden können. Sie gelangen mit Baustoffen, aber auch mit Einrichtungsgegenständen oder
Haushaltschemikalien in die Räume und können sich dort anreichern, weil der Luftaustausch in
Innenräumen generell gering ist und durch Dämmmaßnahmen zum Energiesparen noch weiter
verringert wird.


Im Freien werden Schadstoffe rasch in der Außenluft verdünnt. Dies ist in Innenräumen nur
eingeschränkt möglich. Durch Maßnahmen zur Wärmedämmung wird der Luftaustausch weiter
verringert.


Wir verbringen einen sehr hohen Anteil unserer Lebenszeit in Innenräumen, nach Erhebungen des Umweltbundesamtes etwa 90 %. Davon entfallen etwa zwei Drittel auf die Wohnräume und davon wiederum der größte Teil auf das Schlafzimmer. Bereits eine relativ geringe Belastung von Innenräumen kann also durchaus zu einer erheblichen inhalativ aufgenommenen Schadstoffdosis führen. Die Aufenthaltszeiten im Auto und anderen Verkehrsmitteln liegen mittlerweile in einer ähnlichen Größenordnung wie die im Freien.

Aus der Außenluft können Schadstoffe in die Innenraumluft eingetragen werden, z. B. aus Reinigungen oder aus dem Straßenverkehr (s. Kasten 1). Viele Chemikalien gelangen jedoch bereits beim Bau, mit Einrichtungsgegenständen oder Haushaltschemikalien in die Innenräume. Im Laufe der Zeit gasen sie aus den Materialien aus und sind dann in der Innenraumluft nachzuweisen. Manche Verbindungen adsorbieren sehr stark an Oberflächen und können von dort auch dann noch freigesetzt werden, wenn die Primärquelle bereits entfernt ist. Dann muss man auch diese Sekundärquellen sorgfältig sanieren.

Das größte baubedingte Schadstoffpotenzial weisen meist Gebäude auf, die nach 1950 errichtet oder renoviert wurden. Seitdem wurden im Bau immer mehr chemische Produkte eingesetzt: Kunststoffe und Verbundwerkstoffe verdrängten traditionelle Baumaterialien. Hinzu kamen zahlreiche bauchemische Produkte wie Dichtungsmassen, Klebstoffe, Anstriche, Dämmstoffe, Bodenbeläge und Holzschutzmittel. Erst in den 80er Jahren wurde man auf die gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen aufmerksam, als gehäuft über gesundheitliche Beschwerden berichtet wurde, die in einem deutlichen Zusammenhang zum Aufenthalt in bestimmten Gebäuden standen. Ausgelöst wurde dies auch durch die verbesserte Wärmedämmung, mit der nach der ersten Ölkrise Heizenergie eingespart wurde. Diese Maßnahmen verringerten jedoch zugleich den Luftaustausch, so dass sich die Schadstoffe in der Innenraumluft anreichern konnten.

Kasten 1:
Quellen für Schadstoffe in der Innenraumluft

Primärquellen

  • Baumaterialien und Einrichtungsgegenstände (Möbel, Teppiche, Vorhänge, Tapeten,Täfelungen,...),
  • Elektrische Geräte, offene Feuerstellen, Lüftungsanlagen, Gasthermen,
  • Einsatz von Chemikalien (Reinigungs-, Pflegemittel, Büromaterialien, Biozide, Produkte aus dem
    Heimwerker- und Hobbybereich),
  • Besondere Verhaltensweisen (Rauchen, Chemikaliengebrauch).

Sekundärquellen

  • Oberflächen, an denen Schadstoffe adsorbiert sind (Bodenbeläge, Teppiche, Vorhänge, Tapeten,
    Möbel,...).
  • Verunreinigungen aus der Außenluft
  • Straßenverkehr (Kohlenwasserstoffe, Stickoxide (NOx), Kohlenmonoxid, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Partikel),
  • Gewerbe (Chemische Reinigungen, Druckereien, Lackierbetriebe),
  • Eindringen von Gasen aus dem Boden (Radon).

Kasten 2:
Wichtige Stoffgruppen in Innenräumen

Gasförmige anorganische Stoffe (z. B. Kohlenmonoxid, Stickoxide)
• Verbrennungsvorgänge, z. B. Rauchen, Gasherde, Verkehr
• Menschlicher Stoffwechsel

Leichtflüchtige organische Stoffe (VOC) → leichter Übertritt in die Luft
• Lösemittel in Klebstoffen, Lacken, Farben, Büromaterialien, Putzmitteln, Heimwerker-produkten
• Baumaterialien, Einrichtungsgegenstände, z. B. Formaldehyd1 in Spanplatten
• Biologische Quellen (Pilze, Bakterien) -> mikrobielle VOC (MVOC)
• Verbrennungsvorgänge

Schwerflüchtige organische Stoffe → Adsorption an Staub und Oberflächen
• Baumaterialien, Einrichtungsgegenstände, z. B. Polychlorierte Biphenyle in Fugendichtungen, Phthalate
(Weichmacher) in Kunststoffen
• Biozide (Insektizide, Fungizide), z. B. Pentachlorphenol, Lindan, Permethrin: u.a. in Teppichen, Farben,
Holz

Anorganische Partikel (Asbest, künstliche Mineralfasern)
Radioaktive Stoffe (Radon)
Biologische Belastungen
• Hausstaubmilbe
• Schimmelpilze
• Bakterien und Viren

Tabelle 1:
Quellen von flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOC), aufgeschlüsselt nach Stoffgruppen.
Quelle: Umweltbundesamt 2000

Stoffgruppe Quelle
Alkane Außenluft, Erdgas (Methan bis Butan), Kraftstoffe, Lösemittel
Aromaten Kfz-Verkehr, Tabakrauch, Lösemittel, höhersiedende Aromaten (z. B.
Phenylcyclohexen in Teppichböden), Hartschaumprodukte (Styrol)
Terpene Holz, Lösemittel, „Geruchsverbesserer“
Olefine und Naphthene Kfz-Verkehr, Lösemittel
Alkohole Lösemittel, Abbauprodukte u. a. aus Weichmachern
Aldehyde Formaldehyd: Holzwerkstoffe, Bindemittel, Kosmetika
Höherwertige Aldehyde: Küchendunst, Desinfektionsmittel,
Alkydharzfarben, Ölfarben, Linoleum, Korkfußböden
Ketone Lösemittel (z. B. Aceton, Methylethylketon), Stoffwechselprodukt,
UV-gehärtete Lackoberflächen
Ester Lösemittel, schwerflüchtige Lösemittel/Weichmacher,
Heizkostenverteiler (Methylbenzoat)
Ether Kraftstoffe, Lösemittel in wasserlöslichen Farben und Lacken
Halogenierte
Verbindungen
Entfettung, Lösemittel, chemische Reinigung (Tetrachlorethen),
Mottenschutz, Toilettensteine (p-Dichlorbenzol)
Sonstige
Verbindungen
 Bindemittel (Phenol),
Teerprodukte (Kresole)

Tabelle 2:
Quellen von schwerflüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen,
aufgeschlüsselt nach Stoffgruppen.
Der Einsatzzeitraum einer Chemikalie kann ein erster Hinweis auf eine mögliche Belastung sein.

Stoffgruppe Quelle / Bemerkungen
Fungizide  
Pentachlorphenol (PCP) und sein
Natriumsalz (PCP-Na)
Holzschutz auch in Innenräumen, meist zusammen mit Lindan;
Behandlung von Leder und Textilien
Einsatz Deutschland bis ca. 1985,
Inverkehrbringen seit 1989 verboten
Dichlofluanid Holzschutz, Zusatz in Farben und Lacken
Chlorthalonil Pflanzenschutzmittel
iso-Thiazolinone Konservierung von Dispersionsfarben
Insektizide  
Lindan (γ-HCH) Holzschutz, alleine oder zusammen mit PCP oder DDT
eingesetzt; Textilien, Wollteppiche
DDT Holzschutz, eingesetzt in der ehemaligen DDR
und in Gebäuden der US-Armee
Pyrethroide (Permethrin u.a.)
natürliche Pyrethrine
Wollteppiche, Baumwolltextilien, Holzschutz
Insektenschutz bei Zimmerpflanzen
Polychlorierte Biphenyle
(PCB)
Weichmacher in dauerelastischen Fugendichtungsmassen auf
Polysulfidkautschuk-Basis
Flammschutzmittel in Anstrichen von Deckenplatten
(Wilhelmi-Platten)
Isolierflüssigkeit in Kondensatoren und Transformatoren
(Leuchtstoffröhren, Elektrogeräte)
Einsatz in Deutschland ca. 1960 – 1975 in Gebäuden in
Betonfertigbauweise, Inverkehrbringen seit 1989 verboten.
Polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK)
Verbrennungen,
teerhaltige Parkettkleber
Phthalsäureester
DEHP, DEP, DBP, BBP
Weichmacher in Kunststoffen,
z. B. PVC
Phosphorsäureester
Tris-(2-chlorethyl)phosphat
(TCEP), Triphenylphosphat
Flammschutzmittel

Maßnahmen zur Verringerung von Innenraumbelastungen

  • Eintrag von Chemikalien verringern
  • Belastungen mindern
  • Schadstoffquellen entfernen
  • Schadstoffquellen abdichten
  • Sekundärkontaminationen beseitigen

Querverweis zu Holzschutzmitteln:
HYLOTOX – Gift im Holz Alte Holzschutzmittel und ihre Gifte, von M. Bumann
im Infobereich Bauen im Bestand (Altbau)


Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel
Infos zu verbraucher- und umweltfreundlichen Holzschutzmitteln

Holzschutzmittel werden in großer Zahl und Vielfalt angeboten. Eine sichere Unterscheidung zwischen Holzschutzmitteln und schadstoffarmen Anstrichmitteln ist anhand der Kennzeichnung allerdings nicht immer möglich.

Es gibt aber Holzschutzmittel, die verbraucher- und umweltfreundlicher sind, weil sie strengere Anforderungen freiwillig einhalten. Darüber informiert der "Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel", mit dem das Bundesverbraucherministerium zur Verbesserung der Produkttransparenz im Interesse von Verbraucherinnen und Verbrauchern beitragen will.

Der Verbraucherleitfaden zeigt, woran solche Holzschutzmittel zu erkennen sind. Er enthält außerdem Hinweise auf geprüfte kesseldruckimprägnierte Holzprodukte, bei denen auf den zusätzlichen Einsatz von Holzschutzmitteln verzichtet werden kann sowie auf die sichere Erkennung schadstoffarmer Anstrichmittel für Holz. Die richtige Produktauswahl und Anwendung wird in einer Übersicht durch typische Praxisbeispiele erleichtert. Darüber hinaus sind zahlreiche nützliche Tipps und Kontaktadressen für Zusatzinformationen enthalten.

Zwar werden in der Europäischen Union derzeit neue gesetzliche Grundlagen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei Biozidprodukten umgesetzt. Diese Vorschriften greifen jedoch wegen mehrjähriger Übergangsfristen im Augenblick noch nicht lückenlos.

Der Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel kann kostenlos über den Onlinebestellschein des Bundes- verbraucherministeriums http://www.verbraucherministerium.de, Bereich Service, "Forst und Jagd" oder "Verbraucherinfos") bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Quelle:
Pressemitteilung des BMVEL, 12.2003


Die baubiologische Untersuchung nach dem

STANDARD DER BAUBIOLOGISCHEN MESSTECHNIK
                                    
Eine Übersicht der Risikofaktoren, die in Schlaf- und Wohnräumen, an Arbeitsplätzen oder auf Grundstücken sachverständig gemessen, ausgewertet und schriftlich (mit Angabe aller Mess-ergebnisse, Messgeräte und Analyseverfahren) dargestellt werden. Gibt es baubiologische Auffälligkeiten, dann werden entsprechende Sanierungsempfehlungen erarbeitet.

Die einzelnen Punkte des Standards beschäftigen sich mit biologisch problematischen Um- welteinflüssen in Innenräumen. Die professionelle und ganzheitliche Erkennung und Re-duzierung im individuell machbaren Rahmen ist Dache der baubiologischen Messtechnik.

Der Standard, die dazugehörigen Richtwerte und Randbedingungen wurden 1987-1992 von der BAUBIOLOGIE MAES entwickelt. Das Institut für Baubiologie und Ökologie Neubeuern IBN, Wissenschaftler, Ärzte und Kollegen heben mitgeholfen. Der Standard wurde erstmals als SBM-92/5 im Mai 1992 publiziert, die 4. Aktualisierung zum SBM-98/5 erfolgte im Mai 1998. Diese aktuelle Version SBM-2000 ist die 5. Überarbeitete Neuerscheinung, sie wurde im Mai 2000 veröffentlicht. Standard nebst Richtwerten und Randbedingungen werden ab 1999 von einer Sachverständigenkommission gepflegt und aktualisiert, der Mitglieder sind Dr. Thomas Haumann, Dipl.Ing.Norbert Honisch, Wolfgang Maes, Dipl.Ing. Helmut Merkel, Uwe Münzenberg, Peter Sierck, Dipl.Chem. Jörg Thumulla und  Dr. Martin Virnich, Der Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB hat zum Zweck der Qualitätssicherung ergänzende Richtlinien herausgegeben.

A         FELDER, WELLEN, STRAHLUNG

1                   ELEKTRISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)
Messung der niederfrequenten elektrischen Feldstärke (V/m), der Körperspannung
Des Menschen im elektrischen Feld (mV) sowie der dominierenden  Frequenz (Hz)
Ursache: Wechselspannung in Kabeln, Installationen, Geräten, Wänden, Böden, Betten, Freileitungen....

2                   MAGNETISCHE WECHSELFELDER  ( Niederfrequenz)
Messung und Langzeitaufzeichnung der  niederfrequenten magnetischen Flussdichte
(nT), der dominierenden Frequenz (Hz) sowie Bestimmung des Feldlinienverlaufes
Ursache: Wechselstrom in Installationen, Geräten, Transformatoren, Motoren, Frei- und Erdleitungen.....

3                   ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN  (Hochfrequenz)
Messung und Langzeiterfassung der hochfrequenten elektrischen Feldstärke (mV/m)
oder Strahlungsdichte (µW/m²) sowie Bestimmung der niederfrequenten Modulation
Ursache: Sender wie Rundfunk, TV, Mobilfunk, Datenfunk, Schnurlostelefone, Radar, Militär, Geräte......

4                   ELEKTRISCHE GLEICHFELDER (Elektrostatik)
Messung der statischen elektrischen Oberflächenspannung (V) und  Entladezeit (s)
Ursache: Synthetikteppiche, -gardinen, Kunststofftapeten, Lacke, Stoffe, Beschichtungen, Bildschirme...

5                   MAGNETISCHE GLEICHFELDER (Magnetostatik)
Messungder statischen magnetischen Flussdichte  (µT) und Kompassabweichung (°)
                               Ursache: Stahlteile in Betten, Matratzen, Möbeln, Geräten, Baumasse; Gleichstrom der Straßenbahn ....
                                        
6                   RADIOAKTIVITÄT (Gammastrahlung, Radon)
Messung der Äquivalentdosisleistung (nSv/h,%) und Radonkonzentration (Bq/m³)
Ursache: Baumasse, Steine, Fliesen, Schlacken, Altlasten, Geräte, Lüftung, Bodenstrahlung, Umwelt......

7                   GEOLOGISCHE STÖRUNGEN (Erdmagnetfeld, Erdstrahlung)
Messung von Magnetfeld (nT) und Strahlung (ips) der Erde und ihrer Störungen (%)
Ursache: Ströme und Radioaktivität der Erde; Störungen durch z.B. Verwerfungen, Spalten, Wasser.....

8                   SCHALLWELLEN (Luftschall, Körperschall)
Messung von Lärm, Infra- und Ultraschall, Schwingung und Vibration (dB, m/s²)
Ursache: Straßenlärm, Luftfahrt, Bahn, Industrie, Geräte, Maschinen, Motoren, Trafos, Schallbrücken .....

B         WOHNGIFTE, SCHADSTOFFE, RAUMKLIMA

1                   FORMALDEHYD und andere giftige Gase
Messung von Formaldehyd, Ozon und Chlor, Stadt- und Industriegasen, Erdgas, Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid sowie weiteren Verbrennungsgasen(ppm,µg/m³)
Ursache: Lacke, Kleber, Spanplatten, Holzwerkstoffe, Einrichtungen, Geräte, Heizung, Lecks, Abgase....

2                   LÖSEMITTEL und andere leichtflüchtige Schadstoffe (VOC)
Messung leichtflüchtiger Stoffe (ppm, µg/m³) wie Aldehyde, Aliphaten, Cycloalkane, Alkohole, Amine, Aromaten, CKW, Ester, Ether, Glykole, Isocyanate, Ketone, Terpene
Ursache:Farben, Lacke, Kleber, Kunststoffe, Spanholz, Bauteile, Möbel, Pflegemittel, Einrichtungen ...

3                   BIOZIDE und andere schwerflüchtige Schadstoffe
Messung schwerflüchtiger Stoffe (mg/kg, µg/m³) wie Pestizide, Fungizide, Insektizide, Holzschutzmittel, Flammschutzmittel, Weichmacher, Pyrethroide, PCB, PAK, Dioxine
Ursache: Holz-, Leder-,Teppichschutz, Kleber, Kunststoffe, Dichtungen, Kammerjäger, Mottensprays....

4                   SCHWERMETALLE und andere anorganische Schadstoffe
Messung anorganischer Stoffe (mg/kg) wie Schwermetalle, Metallverbindungen, Salze
Ursache: Holzschutzmittel, Baustoffe, Baufeuchte, Farben, Glasuren, Sanitärrohre, Industrie, Umwelt...

5                   ASBEST und andere Fasern
Messung natürlicher und künstlicher Asbest-, Mineral- und sonstiger Fasern (/m³,/g)
Ursache: Bau- und Dämmstoffe, Heizungs- und Klimaanlagen, Isolierung, Einrichtung, Geräte, Umwelt....

6                   RAUMKLIMA (Temperatur, Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche...)
Messungen von Temperatur (°C), Feuchte (%r.F.), Sauerstoff (Vol.%), Kohlen-
dioxid (ppm), Luftdruck (mbar), Luftbewegung (m/s) sowie der Kleinionen (/cm³)
und der  Luftelektrizität (V/m), Feststellung von Gerüchen und der Luftwechselrate
Ursache: Baufeuchte, Lüftung,Heizung, Einrichtung, Atmung, Elektrostatik, Strahlung, Staub, Umwelt......

C         PILZE, ALLERGENE, PARTIKEL

1                   SCHIMMELPILZE und deren Sporen sowie Stoffwechselprodukte
Messung und Bestimmung von Schimmelpilzen, Schimmelpilzsporen (/m³,/dm²,/g)
und ihren Stoffwechselprodukten (leichtflüchtige Substanzen MVOC und Mykotoxine)
Ursache: Feuchteschäden, Wärmebrücken, Baumaterial, Lüftung, Klimaanlagen, Einrichtung, Umwelt...

2                   HEFEPILZE und deren Stoffwechselprodukte
Messung und Bestimmung von Hefepilzen (/m³,/dm²,/g) und Stoffwechselprodukten
Ursache: Nässebereiche, Hygieneprobleme, Lebensmittelvorrat, Abfälle, Geräte, Einrichtung, Umwelt...

3                   BAKTERIEN und deren Stoffwechselprodukte
Messung und Bestimmung von Bakterien (/m³,/dm²,/l) und Stoffwechselprodukten
Ursache: Feuchteschäden, Fäkalienschäden, Hygieneprobleme, Lebensmittelvorrat, Abfälle, Umwelt....

4                   HAUSSTAUBMILDEN und andere Allergene
Messung der Milbenzahl und –exkremente, Pollen, Gräser, Tierhaare (/m³,/g,%)
Ursache: Milben und Stoffwechselprodukte, Hygieneprobleme, Hausstaub, Feuchte, Lüftung, Umwelt....

5                   PARTIKEL (Grob- und Feinstaub, Schwebstoffe)
Messung von Staub- und Schwebstoffgehalt, der Partikelzahl und –größen  (/m³,/l)
Ursache: Aerosole, Staub, Rauch, Ruß, Baustoffe, Dämmung, Klimaanlagen, Geräte, Lüftung, Umwelt....

Im Rahmen des baubiologischen Standards werden weitere Begutachtungen durchgeführt, z.B. der Lichtqualität, Beleuchtungsstärke und UV-Strahlung, der Leitungswasserqualität, von Baumaterialien, Möbeln und anderen Einrichtungen von Haus- und Holzschädlingen.

Quelle: http://www.bauberatung-ziegel.de/


Linktipp:
AGÖF-Orientierungswerte für Inhaltsstoffe von Raumluft und Hausstaub

1. Vorbemerkungen
2. Datenbasis und Hinweise zur Analytik
3. Erläuterung der Werte
4. Hinweise zur Anwendung
5. Orientierungswerte für flüchtige Luftinhaltsstoffe
6. Orientierungswerte für mittel- und schwerflüchtige Stoffe im Hausstaub
7. Summenwert für flüchtige Luftinhaltsstoffe
8. Formaldehyd
9. Literatur
10. PDF-Liste zum Herunterladen und Ausdrucken

Adresse: http://www.agoef.de/schadstoffe_allgemein/agoef_orientierungswerte.html


Formaldehyd im Haushalt

Quellen:

  • Holzwerkstoffe, insbesondere Spanplatten
  • Laminatböden, Fertigparkette
  • Möbel
  • Lacke, Klebstoffe,Parkettversiegelungen
  • Reinigungs- und Desinfektionsmittel
  • Körperpflegemittel
  • Textilien
  • Tabakrauch
  • offene Feuerstellen (Gasherd, offener Kamin)

Wirkungen:

  • Augen- und Schleimhautreizung
  • Atembeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • allergische Reaktionen
  • begründeter Verdacht auf krebserzeugende Wirkung

Grenzwerte:

  • ehem. Bundesgesundheitsamt: 0,1 ppm / 0,12 mg/m3 u.
  • WHO: 0,08 ppm / 0,1 mg/m3 (Raumluftkonzentration)
  • Beachten Sie: das sind Empfehlungen - Grenzwerte gibt es keine!


Lösemittel

Wieviel Lösemittel ist in welchem Lack?

wpe3.jpg (12222 bytes)
  Quelle: Quelle: Wohnen ohne Gift,
  Hrsg. Verein für Konsumenteninformation,
  Stiftung Warentest

  in

  Wohnen ohne Gifte? 2. Auflage 2000
  Eine Infoschrift der Landeshauptstadt München
  Referat für Gesundheit und Umwelt

 

Wie viel Lösemittel ist in welchem Kleber?

wpe5.jpg (9702 bytes)

 

 

 

 

  Quelle: Wohnen ohne Gifte? 2. Auflage 2000
  Eine Infoschrift der Landeshauptstadt München
  Referat für Gesundheit und Umwelt

 


Test Wohngifte
Meine Wohnung stinkt mir

"Sick-Building-Syndrom" ("Krankes-Gebäude-Syndrom") heißt die Krankheit, die durch Wohngifte wie Holzschutzmittel, DDT oder Formaldehyd verursacht wird. Können Gifte nicht aus dem "kranken Gebäude" entfernt werden, sollte der Mieter - wenn möglich - fristlos kündigen und ausziehen. Für die fristlose Kündigung muss er unter anderem die erhebliche Gesundheitsgefährdung belegen. Obendrein muss er nachweisen, dass die Substanzen für jedermann gefährlich sind. Ist die fristlose Kündigung nicht möglich, kann ein Mieter meist die Entgiftung der Wohnung verlangen und oft die Miete mindern, so lange die Wohnung verseucht ist.

FINANZtest sagt, was Mieter gegen Wohngifte unternehmen können.

04/2000  Test Wohngifte Meine Wohnung stinkt mir»
(C) STIFTUNG WARENTEST, test /  FINANZtest
Die kompletten Informationen finden Sie unter dem Link auf die entsprechende Seite im Web-Angebot.

Analyse Schädlinge im Haus
Das große Krabbeln

Staubläuse, Brotkäfer, Dörrobstmotten: Ungeziefer kommt immer ungebeten ins Haus. Mancher Schädling lässt sich durch Sauberkeit verbannen. Andere Krabbeltiere wohnen sogar in den feinsten Palästen. Die Insekten nerven, nagen an Holz, Kleidern und Lebensmitteln. Manche machen sogar krank. Deshalb gilt: Keine Scham. Krabbeltiere aufspüren, bestimmen und schliesslich verbannen.

Die STIFTUNG WARENTEST hilft dabei und bestimmt die Insekten. Seit 1999 läuft die Aktion. Mehr als 1.600 Proben wurden bereits untersucht. Ist der Schädling bestimmt, gibts gezielte Tipps zur Bekämpfung. Mit Erfolg. test hat 400 Teilnehmer befragt: Die meisten sind ihre Schädlinge los geworden. Auch ohne Gift.

06/2002  Analyse Schädlinge im Haus: Das große Krabbeln»
(C) STIFTUNG WARENTEST, test /  FINANZtest
Die kompletten Informationen finden Sie unter dem Link auf die entsprechende Seite im Web-Angebot.


Tipps zur Schädlingsbekämpfung im Haushalt

Krabbelnde oder fliegende Eindringlinge im Vorratsschrank haben gerade in der warmen Jahreszeit Hochkonjunktur. Das Auftauchen von Insekten im Haushalt liegt nicht immer an mangelnder Hygiene. Die ungebetenen Gäste gelangen meist mit dem Einkaufskorb ins Haus, aber auch offen herumstehende Lebensmittel, Speisereste und selten geleerte Abfalleimer locken die Schädlinge an und bieten ihnen ideale Verstecke und reichlich Nährstoffe, sich zu vermehren. Besonders Getreideprodukte wie Mehl, Grieß, Teigwaren aber auch Nüsse, Hülsenfrüchte und Trockenobst stehen ganz oben auf der Speisekarte von Vorratsschädlingen. Verklumptes Mehl und Gespinste sind die ersten Anzeichen eines Befalls. Auch Häutungsreste, Kot und tote Tiere sowie Fraßspuren an der Karton- oder Papierverpackung deuten auf einen Befall hin.

Es ist nicht nur ekelerregend und ärgerlich, wenn Käfer oder Larven im Müsli und Reis krabbeln, sie verunreinigen die Lebensmittel durch Häutungsreste oder Spinnfäden, die Hautreizungen und Allergien der Atmungsorgane auslösen können. Auch übertragen sie Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze auf die Lebensmittel, die zu Infektionen wie z.B. Darmerkrankungen führen können. Daher gilt es, Motten und Co. erst gar nicht an unsere Vorräte zu lassen. Neu gekaufte Ware sollte genau geprüft und in fest verschließbaren Gefäßen aus Glas, Metall oder Kunststoff aufbewahrt werden. Alle zwei bis drei Monate sollten die Vorratsschränke sorgfältig gereinigt werden. Die Eindringlinge verbergen sich gerade in Einbauküchen leicht hinter den Schränken oder verstecken sich unterm Schrankpapier. Haben sich trotz allem Motten, Käfer oder Milben in den Vorräten eingenistet, müssen die befallenen Lebensmittel in die Mülltonne vor der Haustür. Nach dem Ausräumen von Schrank oder Vorratsraum, muss sich eine gründliche Reinigung und eine Kontrolle der übrigen Nahrungsmittel anschließen.

Vom Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel in Küchen und Wohnräumen rät die Verbraucherzentrale Sachsen jedoch ab, da die Wirkungen auf die menschliche Gesundheit vielfältig und nicht abschätzbar sein könnten. Alternativ werden zur Bekämpfung von Dörrobst-, Speicher- und Mehlmotten verstärkt Klebefallen mit Sexuallockstoffen (Pheromonen) eingesetzt. Diese Duftstoffe locken die Motten-Männchen über weite Strecken zu den Weibchen - oder auf den Leim.

Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
07.2004


Naturbaustoffe im Passivhaus sind wichtig für Wohngesundheit

In gut gedämmten Häusern wie Niedrigenergie- und Passivhäusern kommt es besonders auf die Verwendung natürlicher und gesundheitlich unbedenklicher Baumaterialien an.

Denn in diesen Gebäuden findet ein geringerer Luftwechsel statt, so dass Probleme mit ausgasenden Schadstoffen sich verstärken.

Außerdem gibt es in solchen Gebäuden häufiger Schwierigkeiten mit der Regulierung der Raumluftfeuchte, die Luft ist entweder zu trocken oder zu feucht.

Naturmaterialien für den Innenausbau wie Holz, Lehm oder Schafwolle können die Luftfeuchtigkeit regulieren und damit zum gesunden Wohnen beitragen, wie Thomas Schmitz-Günther, Geschäftsführer des natureplus- Verbandes auf der 7. Passivhaus-Fachtagung in Hamburg kürzlich mitteilte. (mh)

Quelle: Meldung vom 07.03.2003
von www.natureplus.de
erschienen im Newsletter von Infoholz.de


Pflanzen gegen Gas

Seit langem bekannt ist das sogenannte Sick Buildiung Syndrom. Ursache dafür sind Gase, die aus den unterschiedlichsten Bau-materialien ausdampfen und über Klimaan-lagen verteilt werden. Meist handelt es sich dabei um Aceton, Benzol, Dichlorbenzole, Formaldehyd und Xylol. Dampfen diese Gase aus, kann es zu ernsthaften Erkrankungen der Bewohner kommen.

Abhilfe schafft am besten die Reinigung der Luft. Pflanzen haben die Eigenschaft, Gase aus der Umgebungsluft aufzunehmen und die Inhaltsstoffe anschließend festzulegen bzw. aufzuspalten. Dabei gewinnen sie Nährstoffe für die eigene Ernährung. Prinzipiell sind dazu alle Pflanzen in der Lage, jedoch gibt es starke Leistungsgefälle.

Als besonders wirkungsvoll haben sich

  • der Schwertfarn,
  • die Chrysantheme,
  • die Dattelpalme,
  • der duftende Drachenbaum und
  • die Bergpalme, gefolgt vom
  • Efeu

herausgestellt. Um die Pflanzen optimal zu nutzen, werden meist spezielle Töpfe mit Spezial-substraten eingesetzt. Nachteilig machen sich die Anschaffungskosten bemerkbar, die auf Grund der Spezialtöpfe und der reinen Hydrokultur relativ hoch sind. (Quelle: Wohnung + Gesundheit Nr. 89).

Quelle: Infobrief 8/2003 von re-natur


Grün als Anti-Stress-Mittel

Die norwegische Wissenschaftlerin Prof. Dr. Tove Fjeld hat anlässlich des IVG Medientags darauf hingewiesen, dass drei Minuten natürliche Sinneseindrücke genügen, um umweltbedingten Stress nachhaltig zu vemindern. Pflanzen sorgten nach ihren Untersuchungen eindeutig für eine entspannte Psyche, Seele und Körper. Im Vergleich dazu war in Fussgängerzonen nur ein kurzfristiger Entspannungseffekt zu messen, der anschließend wieder anstieg. Wirkliches Abschalten sei hier nicht möglich, so die Wissenschaftlerin. Die Ergebnisse ihrer Arbeit verdeutlichen, wie wichtig der Anteil an Freiflächen mit hohem Grünanteil sei.

Quelle: Newsletter re-natur 6.2003
Aussender: Jörg Baumhauer www.re-natur.de


"Tod vom Allerfeinsten"

Der Umweltverband DAS BESSERE MÜLLKONZEPT Bundesverband Deutschland legt den allgemeinverständlichen Report zu den Auswirkungen von Luftschadstoffen vor:

Im "Umwelt-Lexikon des Schreckens" werden u.a. die aktuellen Ergebnisse von Langzeitstudien der WHO vorgestellt. Der Bericht betrachtet weiter die lufthygienischen Auswirkungen lungengängiger Schadstoffe über die steigende Anzahl von Atemwegserkrankungen, die als deutliche Warnsignale fehlende Luftreinhaltepläne der BRD offenbaren.

Der Sachbericht wurde vom Umweltverband gemeinsam mit engagierten Lungenfachärzten und Toxikologen erstellt. Die Problematik vieler weiterer Schadstoffe wurde beleuchtet: z.B. das der zunehmende Feinstaubanteil in der Atemluft als Träger für viele weitere Giftstoffe fungiert, die inhaliert unser Immunsystem angreifbarer machen und so zu einer stetigen Zunahme von Lungenerkrankungen führen. In Deutschland noch weitestgehend unerforscht wird Feinstaub alltäglich vom Straßenverkehr bis hin zu Industrieschadstoffen über Verbrennungsprozesse in die Atemluft freigesetzt. Ein immer ernstzunehmender Faktor ist der volkswirtschaftliche Schaden: die Anzahl der durch lungengängige Feinstäube Geschädigten ist trotz verbesserter Rauchgastechnik eher zunehmend, statt abnehmend. (10% aller BRD-Todesursachen fallen über Atem-/-Lungenerkrankungen an)

Die durch Feinstäube verursachten Todesfälle in der Schweiz, Österreich und Frankreich werden zusammen auf ca. 44.000 Personen pro Jahr beziffert. Diese Zahlen sind eher konservativ berechnet, da nur wenige Schadstoffauswirkungen, jedoch nicht die Anzahl der Atemwegs-Neuerkrankungen berücksichtigt wurden. Nach vorsichtigen Schätzungen belaufen sich die Neuerkrankungen auf über 500.000 Personen pro Jahr! (WHO / Genf) Da in der BRD keine derartigen umweltbezogenen Daten sowie über Langzeitstudien per Monitorring die Todesfälle erhoben werden, ist davon auszugehen, das die Anzahl der Krebstoten durch Feinstaub mindestens gleichzusetzen, wenn nicht sogar höher angesetzt werden muss. Das Umweltbundesamt bemängelt in einem Pressebericht (11/2002) das in Deutschland der Stand der Daten der ökotoxischen Schadstoffe als mangelhaft zu bezeichnen sei. Die Pressestelle des BMU veröffentlichte kürzlich, dass die emittierten Feinstäube von Dieselfahrzeugen (Dieselruß) ca. 30.000 Tote pro Jahr verursachen.

Um endlich notwendige Taten zur Schadstoffminimierung folgen zu lassen, gehören diese Ergebnisse in die Öffentlichkeit. Der Report ist zugleich eine Anklage der bisherigen Luftreinhaltepolitik, die diese Bezeichnung nicht verdient. Lungenärzte/Toxikologen warnen seit Jahren vor der steigenden Anzahl der Atemwegserkrankungen, die im besonderen bei Kleinkindern, Immungeschwächten, älteren Menschen irreparable Schäden verursacht. Gefordert ist eine Umweltpolitik, die unsere Mitmenschen vor einseitigen Wirtschaftsinteressen und die über die Abluft freigesetzten Schadstoffe nachhaltig schützt !

Quelle: www.Verbrauchernews.de,  01.12.2003


Tod durch Luftverschmutzung

Forscher der Universitäten von Udine und Triest untersuchten, wie stark die Umweltbelastung die Gesundheit von Kindern in Europa beeinflusst. Demnach gehen zwei bis sechs Prozent der Todesfälle bei Buben und Mädchen unter fünf Jahren auf die Verschmutzung der Außenluft zurück.

Vier Prozent der Todesfälle in dieser Altersgruppe werden von der Belastung der Innenraumluft und daraus resultierenden Infektionen der unteren Atemwege verursacht. Zudem führe die Belastung mit Blei bei vielen Kindern zu mentalen Entwicklungsstörungen, wie das britische Fachmagazin "The Lancet" berichtet.

Quelle: Studie der WHO, sie ist unter dem Titel "Burden of disease attributable to selected environmental factors and injury among children and adolescents in Europe" in "The Lancet" (Bd. 363, S. 2032, Ausgabe vom 19.06.04)


Wohnen
 
Deutschland hat rund 82 Millionen Bürger, von denen knapp 72 % in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern leben. In Ballungsräumen bestehen daher beträchtliche Anforderungen an die Infrastruktur. Hierzu gehören öffentliche Verkehrswege, die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln, die Beseitigung der Siedlungsabfälle und Behandlung der Abwässer, die medizinische Versorgung, Bildungs-, Freizeit- und Dienstleistungseinrichtungen und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze.
 
Einen hohen Stellenwert hat die Versorgung mit Wohnraum und die Qualität des Wohnens, denn in Deutschland halten sich die Menschen im Durchschnitt täglich ca. 15 Stunden in den eigenen vier Wänden auf, in anderen Räumlichkeiten verbringen sie etwa sechs Stunden und im Freien lediglich drei Stunden (Ergebnisse des Umwelt-Survey 1990/92).
 
Die Zufriedenheit mit der Wohnung hängt nicht nur mit deren Ausstattung, dem baulichen Zustand des Gebäudes oder intakten  nachbarschaftlichen Beziehungen zusammen, sondern auch mit der Wohnumgebung. Beeinträchtigungen können vor allem  durch Luftverunreinigungen und Lärm auftreten. Lange Zeit waren Industrie, Kraftwerke und Heizung die wichtigsten Verursacher dafür, heute ist es der Straßenverkehr.
 
Die eigenen vier Wände
 
Durchschnittlich bewohnen in Deutschland 2,2 Personen eine Wohnung mit 72 m2 in den neuen und 88 m2 in den alten Ländern. 30 % der Wohnungen befinden sich in Gebäuden, die vor 1949 errichtet worden sind.
 
Durch Sanierungsmaßnahmen können direkt und indirekt die Bedingungen für die menschliche Gesundheit verbessert werden:  Dieses gilt zum Beispiel für den Austausch der Trinkwasserbleirohre in älteren Gebäuden. Die Umstellung auf energieeffiziente zentrale Heizungssysteme führt zur Verminderung von  Luftverunreinigungen in der Wohnung und im Wohnumfeld. Die in der Energieeinsparverordnung von 2002 vorgeschriebenen  Maßnahmen zur Wärmedämmung gelten sowohl für neu zu errichtende, als auch eingeschränkt für bestehende Wohngebäude. Durch Verminderung von Wärmeverlusten soll Heizenergie eingespart und so der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid verringert werden.
 
Behaglich soll es sein
 
Die Behaglichkeit einer Wohnung wird nicht nur durch die individuelle Einrichtung, sondern auch durch das Raumklima bestimmt. Lufttemperatur, Luftgeschwindigkeit (zum Beispiel „Durchzug“), und Temperatur von Strahlungsflächen (zum Beispiel „kalte Wände“, „warmer Kachelofen“) sind wichtige Faktoren.
 
Der Behaglichkeitsbereich für die relative Luftfeuchtigkeit liegt etwa zwischen 30 und 65 %. Zimmerspringbrunnen zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sind in der Regel überflüssig und können sogar zur Verbreitung von Krankheitserregern beitragen. Ein optimales Raumklima für alle Personen in einem Raum gibt es nicht, da die thermische Behaglichkeit unter anderem von der Bekleidung, der körperlichen Betätigung und von der individuellen Empfindlichkeit beeinflusst wird.
 
„Klassische“ Luftverunreinigungen
 
Zu gesundem Wohnen gehört saubere Luft. Die ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, denn viele Schadstoffe, die beispielsweise beim Heizen und Kochen entstehen oder aus Baustoffen, Teppichen oder Möbeln, Haushaltschemikalien und Tabakrauch oder auch beim Renovieren freigesetzt werden, können die Luft in Wohnräumen belasten. 

Quelle Einige freigesetzte Verbindungen, Verbindungsklassen
Mensch selbst Kohlendioxid, Wasserdampf, Körpergerüche
Heizung und Kochen Stickstoff- und Kohlenstoffoxide, VOC1, Wasserdampf, Schwebstaub
Tabakrauchen wie bei Heizung und Kochen, zusätzlich Nikotin, Nitrosamine, Cyanide,
Benzol, Formaldehyd, Benzo(a)pyren
Haushalts- und Hobbyprodukte VOC (flüchtige aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe,
Alkohole u.a.)
Einrichtungsgegenstände VOC
Bau- und Renovierungsarbeiten VOC und schwerflüchtige organische Verbindungen, Pestizide,
Mineralfasern
Äußere Umgebung Außenluftverunreinigungen, Radon

Dicke Luft?
 
In Deutschland wird Gas in über 40 % der Wohnungen zum Heizen und Kochen verwendet. Dabei entstehen aus dem Stickstoff der Luft Stickstoffoxide. Während bei Heizthermen die Abgase über den Schornstein abgeleitet werden, gelangen beim Kochen die Abgase in die Raumluft. Stickstoffdioxid ist ein Reizgas und kann die Atembeschwerden bei Personen mit Atemwegserkrankungen verstärken. Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung, beispielsweise bei schlecht ziehenden mit Kohle oder Holz beheizten Öfen, und auch beim Tabakrauchen. Kohlenmonoxid ist giftig; es blockiert den Transport des Sauerstoffs im Blut.
 
Tabakrauch gehört zu den gefährlichsten Luftverunreinigungen. Er enthält viele krebserzeugende Substanzen. Etwa 90 % der Lungenkrebserkrankungen bei Männern und 66 % bei Frauen sind auf das Rauchen zurückzuführen. Auch Passivrauchen ist krebserzeugend.
 
Tabakrauch ist nach wie vor ein wesentliches Innenraumproblem, das auch Kinder betrifft. Im Umwelt-Survey 1990/92 konnte durch Nikotin- und Kotininbestimmung in Urin- und Haarproben gezeigt werden, dass immerhin ein Viertel bis zur Hälfte der 6- bis 14-jährigen Kinder gegenüber Tabakrauch exponiert ist.
 
Bei Kindern begünstigt Passivrauchen das Auftreten von Bronchitis und Pneumonie, Mittelohrinfektionen und allergischen Erkrankungen. Raucht die werdende Mutter während der Schwangerschaft „aktiv“ oder „passiv“, kann das beim Kind zu Entwicklungsstörungen führen.
 
Radon spielt in bestimmten Gebieten der Mittelgebirge eine Rolle. Es ist ein radioaktives Edelgas (Radium 222), das im Boden durch Zerfall von natürlich vorkommendem Uran entsteht und über undichte Fundamente und Risse im Mauerwerk in Gebäude eindringt. Radon ist krebserzeugend. Das BfS empfiehlt für Wohnräume ab einer Radonkonzentration von 200 Bq (Becquerel) pro m3 Minderungsmaßnahmen, beispielsweise die Abdichtung der Gebäudehülle gegenüber dem Erdreich.
 
Flüchtige organische Verbindungen, für die sich die Abkürzung VOC (aus dem Englischen für Volatile Organic Compounds) eingebürgert hat, gehören heutzutage „standardmäßig“ zu den Luftverunreinigungen in jeder Wohnung. Es handelt sich um eine Vielzahl synthetischer und natürlicher Stoffe, die bereits bei Zimmertemperatur aus den verschiedenen Materialien und Produkten ausgasen, zum Beispiel aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Toluol, die noch in einigen Klebstoffen und Lacken und auch in frischen Druck-Erzeugnissen als Lösemittel enthalten sind, Terpene aus Holzverkleidungen, da sie natürliche Holzbestandteile sind, aus so genannten Bio-Farben oder auch aus Wasch- und Reinigungsmitteln und Kosmetika, bei denen Terpene beispielsweise als Duftstoff zugesetzt worden sind.
 
Mit der Anwendung neuer Produkte im Haushalt wandelt sich das Spektrum der Fremdstoffe ständig.
 
Die gesundheitliche Bedeutung einzelner leicht oder schwerflüchtiger organischer Verbindungen sowie der vielfältigen Stoffgemische ist, wenn sie in geringen Konzentrationen vorliegen, weitgehend unbekannt. Bei hohen Konzentrationen können Geruchswahrnehmungen und Reizungen der Augenbindehaut und der Schleimhaut der Atemwege, aber auch Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindelgefühl, Müdigkeit auftreten.
 
Das gilt gleichermaßen für „chemische“ und „natürliche“ Produkte. Bei einem Teil der Bevölkerung nimmt das Gefühl zu, einer fast unübersehbaren Zahl von Fremdstoffen in ihrer Wohnung mehr oder weniger hilflos ausgesetzt zu sein. Sie führen gesundheitliche Beschwerden oft auf diese Belastungssituation zurück. Der Zusammenhang mit der als Krankheitsbild diskutierten Chemikalienüberempfindlichkeit („Multiple Chemical Sensitivity“, MCS) wird gegenwärtig kontrovers beurteilt.
 
Hausstaub „erinnert sich“
 
Im Hausstaub können verschiedene Schwermetalle und schwerflüchtige Verbindungen sowie Pilzsporen, Pollen und Hausstaubmilben nachgewiesen werden. Diese Verunreinigungen stammen entweder aus der Wohnung oder sie werden von draußen hereingetragen. Am besten untersucht sind die chemischen Verbindungen, auf einige wird beispielhaft eingegangen.
 
Hausstaub besitzt so etwas wie ein „Gedächtnis“ für verschiedene Fremdstoffe, die in der Wohnung angewendet wurden. So kann die Untersuchung von Hausstaub beispielsweise darüber Auskunft geben, ob und welche Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen an Zimmerpflanzen, in Polstermöbeln oder zum Holzschutz angewendet wurden.
 
Die Hausstaubuntersuchungen, die im Rahmen der Umwelt-Surveys 1985/86, 1990/92 und 1998 durchgeführt wurden, belegen einen weiteren Rückgang der Belastung des Holzschutzmittelwirkstoffes Pentachlorphenol (PCP) von durchschnittlich 0,91 über 0,33 auf 0,25 mg pro Kilogramm Hausstaub. PCP wurde bis 1978 in Wohnungen als Holzschutzmittel verwendet, seit 1989 ist es in Deutschland generell verboten (PCP-Verbotsverordnung). Langjährige Untersuchungen von Urinproben junger Erwachsener zeigen, dass auch die PCPBelastung des Menschen seit Mitte der 80er-Jahre kontinuierlich abnimmt.
 
Über PCP-imprägnierte „Althölzer“ und Importe von imprägnierten Hölzern, Lederwaren und Textilien kann allerdings weiterhin eine Exposition gegenüber PCP bestehen. Eine mit der Anwendung von PCP in Innenräumen in Verbindung gebrachte Symptomatik wurde als so genanntes „Holzschutzmittel-Syndrom“ bekannt.
 
Schädlingsbekämpfungsmittel werden auch als Biozide bezeichnet. Sie fallen seit 2002 unter das Biozid-Produkte-Gesetz, welches die EU- Biozidrichtlinie (98/8/EG) in deutsches Recht umsetzt. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch von zugelassenen Pflanzenschutz- und Holzschutzmitteln ist davon auszugehen, dass keine gesundheitlichen Beschwerden auftreten.
 
Pyrethroide werden zur Bekämpfung von Schädlingen bei Zimmerpflanzen oder für die Ausrüstung von Wollteppichen zum Schutz vor Mottenfraß verwendet. Permethrin, ein Vertreter der Pyrethroide, konnte ebenfalls im Umwelt-Survey im Hausstaub nachgewiesen werden. Zwischen 1990/92 und 1998 sind nur unwesentliche Veränderungen festzustellen, die mittleren Konzentrationen lagen durchschnittlich bei 0,22 und 0,24 mg pro Kilogramm Hausstaub.
 
Im erwähnten Umwelt-Survey 1998 wurde der Hausstaub auch auf polychlorierte Biphenyle (PCB) untersucht. Die Konzentrationen von PCB bewegten sich im Hausstaub im Bereich der Bestimmungsgrenze. PCB wurden als Weichmacher in Fugendichtungsmaterial und als Isolierflüssigkeit in Transformatoren, zum Beispiel in Leuchtstoffröhren, verwendet. Sie wurden eher in öffentlichen Gebäuden als in Wohnräumen eingesetzt.
 
Die gesundheitlichen Auswirkungen der im Innenraum vorkommenden niedrigen PCB-Konzentrationen werden gegenwärtig erneut widersprüchlich diskutiert. PCB-Verbindungen (Kongenere) sind fettlöslich und werden hauptsächlich über tierische Lebensmittel aufgenommen. Sie reichern sich dann im Fettgewebe des Menschen an. Sie können das Immunsystem schädigen und dadurch die Infektanfälligkeit erhöhen.
 
Weichmacher wie DEHP (Diethylhexylphthalat) werden in vielen Produkten eingesetzt und kommen im Hausstaub in relativ hohen Konzentrationen vor (bis zu mehr als 1 g pro Kilogramm Hausstaub, Umwelt-Survey 1998). Ob damit ein gesundheitliches Problem verbunden ist, lässt sich zur Zeit noch nicht sicher beurteilen. Im Tierversuch wird die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt.
 
Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge ist es notwendig, Expositionen gegenüber DEHP auf das technisch unvermeidbare Maß zu verringern.
 
Haushaltschemikalien unter Verschluss halten
 
Ganz anderer Art sind die akuten Vergiftungen, die durch versehentliches Trinken von Reinigungsmitteln oder anderen Haushaltschemikalien verursacht werden. Im BfR werden nach dem Chemikaliengesetz seit 1990 ärztliche Mitteilungen von Vergiftungen bearbeitet mit dem Ziel, die Ursachen zu analysieren und Empfehlungen zur Vermeidung von Vergiftungen vorzuschlagen.
 
Bis 2002 wurden bei rund 6.600 Kindern und Erwachsenen aus dem privaten Bereich Vergiftungs- und Verdachtsfälle registriert, davon entfielen allein 18 % auf Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Kosmetika und Hygieneprodukte und auf flüssige Brennstoffe (hauptsächlich Lampenöle).
 
Flüssige Produkte sind oftmals farbig und können daher leicht mit Getränken oder Sirup verwechselt werden, wenn sie nicht getrennt von Lebensmitteln aufbewahrt werden und nur unzureichend gekennzeichnet sind. Haushaltschemikalien sind unter Verschluss zu halten, insbesondere dann, wenn Kinder im Haushalt leben.
 
Bei Kindern sind im genannten Zeitraum fast 460 Unfälle durch paraffinhaltige Lampenöle aufgetreten. Beim Trinken wird das Lampenöl reflektorisch auch eingeatmet. Dadurch kann es zu einer schweren Lungenentzündung mit tödlichem Ausgang kommen.
 
Schimmelpilze im Haus
 
In letzter Zeit häufen sich Anfragen zum Auftreten von Schimmelpilzen. Das Wachstum von Schimmelpilzen wird bei einer relativen Luftfeuchtigkeit oberhalb von 65 % begünstigt. Für eine erhöhte Feuchtigkeit gibt es mehrere Gründe:

  • In älteren und nicht vorschriftsmäßig errichteten neuen Gebäuden kann durch bauliche Mängel (undichtes Dach, Risse im Mauerwerk) oder Fehler in der Gebäudekonstruktion die Feuchtigkeit in Wände, Fußböden und Decken eindringen.
  • Durch Wärmebrücken oder falsch angebrachte Wärmedämmung kann es zu einer erhöhten relativen Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche bis hin zur Tauwasserbildung kommen.
  • Auch das Verhalten der Bewohner kann zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit beitragen. Sachgerechtes Lüften kann hier Abhilfe schaffen

Schimmelpilze führen nicht nur zu Materialschäden. Ihre Sporen können bei den Bewohnern auch Asthma, Haut- und Schleimhautreizungen oder grippeartige Symptome auslösen.
 
„Schwarze“ Wohnungen
 
Das Phänomen „schwarze Wohnungen“ tritt gehäuft seit den 90er-Jahren auf. Hierbei werden meist nach Renovierungsarbeiten besonders während der Heizperiode an Wänden und Decken schwarze ölig-schmierige Ablagerungen innerhalb kurzer Zeit sichtbar.
 
Das UBA ging diesem Problem in Fragebogenerhebungen und umfangreichen Messprogrammen auf den Grund. Bestimmte Einflussfaktoren müssen danach zusammenwirken damit die schwarzen Beläge entstehen. Dabei müssen nicht alle Faktoren gleichzeitig vorliegen.
 
Faktoren, die die Entstehung schwarzer Beläge begünstigen

  • Renovierungsarbeiten (siehe Text)
  • Raumausstattung: PVC-Böden und PVChaltige Dekorplatten, Kunststoffpaneele etc.
  • Raumnutzung: rußende Kerzen, Öllämpchen
  • Bauliche Gegebenheiten: Wärmebrücken, Abdichtung der Gebäudehülle mit verringertem Luftaustausch
  • Raumklimatische und Witterungseinflüsse: Erhöhte Elektrostatik, geringe Luftfeuchtigkeit etc.

Bei den schwarzen Belägen handelt es sich um abgelagerte Partikel, die schwerflüchtige organische Verbindungen enthalten (häufig verwendete englische Abkürzung SVOC für Semi-Volatile Organic Compounds). Nach Renovierungsarbeiten gasen diese Verbindungen, zu denen beispielsweise auch Weichmacher gehören, aus Farben und Lacken, PVC-Bodenbelägen und Fußbodenklebern oder Vinyltapeten aus. Sie reichern sich im Schwebstaub an, der von der Luftströmung erfasst und auf „kälteren“ Oberflächen abgelagert wird.
 
Auch Reinigungs- und Pflegemittel, wie Möbelpolituren, können SVOC enthalten. Die SVOC entweichen – wie der Name sagt – schwerer, das heißt langsamer, dafür aber über einen längeren Zeitraum in die Raumluft. Nach im Sommer durchgeführten Renovierungsarbeiten kann – dann meist in den darauf folgenden Übergangs- und Wintermonaten, wenn geheizt und weniger gelüftet wird – ein russähnlicher Schmierfilm Wände, Decken und Möbel überziehen.
 
Die Ablagerungen sind in erster Linie ein ästhetisches Problem. Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht, dennoch sollen die Beläge entfernt werden, denn auch hier gilt das Vorsorgeprinzip.
 
Gesundes Wohnen
 
Die Bewohner können selbst viel zu einer guten Luftqualität in ihren eigenen vier Wänden beitragen. Das beginnt beispielsweise mit dem Lüften, um die „dicke“ Luft in der Wohnung durch Frischluft zu ersetzen. Richtiges Lüften (siehe Kasten 5) entfernt nicht nur Geruchsbelästigungen, sondern transportiert auch zu hohe Luftfeuchtigkeit und Schadstoffe ab.
 
Sind Renovierungsarbeiten erforderlich oder sollen neue Möbel angeschafft werden, stehen dem Heimwerker zum Beispiel emissionsarme Wandfarben, Fußböden, Fußbodenkleber und auch Möbel zur Verfügung.
 
aus:
UMWELT UND GESUNDHEIT IN DEUTSCHLAND
Beispiele aus dem täglichen Leben
Herausgeber: Bundesamt für Strahlenschutz u.a.

Die Broschüre ist kostenlos zu beziehen von den Herausgebern und von der Geschäftsstelle zum „Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit“ (APUG) im Umweltbundesamt, Corrensplatz 1, 14195 Berlin.
Sie ist auch im Internet über www.apug.de als PDF-Dokument einsehbar und herunterzuladen.


Gesundes Wohnen ohne Verzicht auf Brand- und Schallschutz
Eine gute Wahl für Bauherren: Wände aus Transportbeton
 
Beton ist Synonym für Sicherheit und Dauerhaftigkeit; der ideale Baustoff für alle tragenden Bauteile, sowohl in Ingenieurbauwerken, die auf Nutzungszeiten von über 100 Jahren ausgelegt sind als auch im Industriebau. Im Wohnbau ist Beton für die Decken, also die horizontalen Bauteile längst aufgrund seiner schalltechnisch guten Eigenschaften, seiner Unbrennbarkeit und seiner Preiswürdigkeit voll etabliert. Auch als Fundament oder beim Kellerbau ist Transportbeton fester Bestandteil vieler Häuser. Architekten wissen längst, was vielen Bauherren nicht bewusst ist: Transportbeton ist ein vielseitiger Baustoff, der durch seine hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften auch beim Bau der Wände eine prüfenswerte Alternative zum Mauerwerk darstellt. 
Beton lässt sich durch Wahl der Ausgangsstoffe und des Mischungsverhältnisses der Komponenten auf nahezu alle Eigenschaften einstellen. Im Kellerbereich ist die Verwendung von Beton stets vorteilhaft. Wählt man Beton mit „erhöhtem Wassereindringwiderstand“ (WU-Beton), so ist der Betonkörper selbst auch dicht gegen drückendes Grundwasser. Bei entsprechender Fugenausbildung (Anschlüsse zwischen Boden und Wand sowie Wandstößen) wird eine dichte Betonwanne erzeugt, die ohne äußere Abdichtung jahrzehntelang dicht
bleibt. Das System ist deutlich robuster gegen Untergrundsetzungen und Erdbebenbeanspruchungen als alle gemauerten Konstruktionen. Die Mehrkosten für den WU-Beton sind relativ gering, daher ist es empfehlenswert im Keller stets Bodenplatte und Wände in WU-Beton auszuführen.  

Wohnen im schallgeschützten Wärmespeicher

Für den Wohnkomfort sind Gebäudeaußenwände aus dem massiven Baustoff Transportbeton ideal. Eine schlanke Tragkonstruktion mit außen liegender Wärmedämmung vereint alle bauphysikalischen Vorteile. Die Dämmung ist nicht tragend und leicht, also allein auf die Dämmwirkung optimiert. Die Tragkonstruktion einschließlich der tragenden Innenwände ist massiv, also optimal für Schallschutz und Wärmespeichervermögen. Die Wärme wird in der von außen isolierten Betonwand gespeichert und gibt sie, z.B. nach dem richtigen Stoßlüften, wieder an die Raumluft ab. Gleiches gilt für die Luftfeuchtigkeit. Wasserdampf wird unschädlich vom Beton aufgenommen und bei Bedarf wieder an die Raumluft abgegeben. Das so unbeliebte „Barackenklima“ von Leichtbauweisen tritt nicht auf.

Der weitere Vorteil der klaren Trennung zwischen Tragschale und Isolierung ist, dass die Fenster und Türen in die Tragebene eingebracht werden und die Rahmen von außen mit der Isolierung leicht überlappt werden. Hierdurch werden Wärmebrücken, oder besser Kältebrücken, wie sie bei einschaligen Baustoffen unvermeidbar sind, sicher verhindert. Auch der Schallschutz ist System gegeben. Die so genannte monolithische Bauweise lässt keinen Raum für „Schallfugen“. Alle in Transportbeton gegossenen Anschlüsse sind bauablaufbedingt dicht. Bei Mauersteinen mit nicht vollfugiger Vermörtelung oder Verklebung wird die Winddichtigkeit und damit die Schallminderung erst durch den Innenputz erreicht. Die hohe Wirtschaftlichkeit ergibt sich durch das Einbringen der Installationen vor dem Betonieren in die Schalung. Hierdurch wird das nachträgliche Stemmen von Schlitzen, die wiederum den Schallschutz vermindern, sicher ausgeschlossen und ein Arbeitsschritt eingespart.

Die tragenden Wände aus Beton sichern angenehmes Wohnklima mit höchster Schalldämmung.  

„Wohngesundes“ Bauen

Der Begriff „wohngesund“ ist zwar nirgends klar definiert, hat sich aber zu einem geflügelten Wort entwickelt. Meist meint man damit aber, dass vom Baustoff keinerlei Gefahr für die Bewohner ausgeht, d.h. dass keine schädlichen Ausgasungen auftreten (bekanntestes Beispiel der Vergangenheit: Holzschutzmittel). Beton ist ein mineralischer Baustoff, er besteht aus rund 70 Vol.-% Gestein (Zuschlag), 18 Vol.-% Wasser, 12 Vol.-% Bindemittel (Zement = gesinterter Kalk und Mergel sowie  Flugasche= getemperte Kohle) und 0,1 Vol.-% Betonzusatzmittel (meist Verflüssiger zur Erleichterung des Einbringens des Frischbetons), daher sind schädliche Ausgasungen nicht zu erwarten. Für Baustoffe wird das neue schärfere EU-Recht neben den technischen Anforderungen auch den Nachweis der Unbedenklichkeit hinsichtlich Umweltschutz, Gesundheit und Hygiene fordern. Die deutsche Transportbetonindustrie hat schon weit vor den Überlegungen der Behörden die entsprechenden Tests VOC (volatile organic compounds), also flüchtige organische Bestandteile, durchführen lassen. Es hat sich gezeigt dass, - wie aufgrund der Zusammensetzung von rund 99,9 Vol.-% mineralischer Bestandteile zu erwarten war - keine schädlichen Ausgasungen auftreten. Weiter gesundheitsfreundlich ist, dass Beton auch bei ständiger Feuchtigkeit nicht fault oder schimmelt, und somit keinen Nährboden für biologische gesundheitsbeeinträchtigende Einflüsse bildet. Mehr Informationen über den Baustoff Transportbeton finden sich im Internet unter www.beton.org.

Quelle:
Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie e.V.
Presse-Information, 11.05.2004
in puncto Transportbeton GmbH


Asbestdach Sanierung

Asbestbelastete Dächer und Wandflächen werden, da sie ins Alter gekommen sind, zu einem Gesundheitsrisiko für Nutzer und Anwohner. Die Bundesregierung sieht hier im Gegensatz zur Asbestbelastung in Innenräumen keinen weiteren Handlungsbedarf, die Versicherungswirtschaft schottet sich aber bereits ab.
In den letzten 20 Jahren mussten US-amerikanische Hersteller, insbesondere von Spritzasbest, und die Versicherungswirtschaft 54 Mrd.US-Dollar Schadensersatz leisten.In einer neuen Klagewelle drohen weitere 250 Mrd.Dollar hohe Schadensersatzansprüche.
Der „Haftpflichtverband der Deutschen Industrie “ hat im August 2003 asbestbedingte Schäden ausgeschlossen.In Deutschland geht man von ca.1.300 Mrd.Quadratmetern asbestbelasteten Dach-und Wandflächen aus.
Was bei der Sanierung asbestbelasteter Dächer zu beachten ist, versucht das Faltblatt für Hausbesitzer und Fachkreise allgemein verständlich darzustellen.Wichtig ist,dass eine Sanierung von asbestbelasteten Dächern nur von autorisierten Fachbetrieben durchgeführt werden darf.Selbsthilfe ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern auch strafbar!

Neues Faltblatt kostenlos bei der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V. erhältlich.
Inhalt:
1.Einführung
2.Bildbeispiele
3.Was ist Asbest?
4.Gesundheitsrisiken
5.Sanierung festgebundener Asbestprodukte
6.Steuertipp
7.Beispiele für die Asbestdachsanierung

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V.
email:info@ziegeldach.de, www.ziegeldach.de
05.2004


Asbesthaltige Fußbodenbeläge fachmännisch entsorgen

(bera - 13.04.2004) Soll ein neuer Fußboden Einzug ins Haus halten, sollte man sich auch Gedanken machen, was mit dem alten Bodenbelag passiert. "Die ausgediente Auslegeware bloß nicht einfach herausreißen", warnt die Verbraucherzentrale NRW: "Denn in dem verwendeten Material können gesundheitliche Gefahren schlummern. Besonders die Rückenbeschichtungen alter PVC-Beläge enthalten vielfach Asbest."

Die krebserregenden Fasern finden sich in Cushion-Vinyl-Belägen oder Floor-Flex-Platten, die Ende der siebziger bis Anfang der achtziger Jahre häufig in Wohnungen verlegt wurden. Cushion-Vinylbeläge bestehen aus einer Schaumschicht mit Druckdesign und einer Trägerschicht aus filzartiger Pappe. Diese Schicht wurde noch bis vor zwanzig Jahren vielfach aus schwach gebundenem Asbest hergestellt, der besonders gefährlich ist, weil er leicht in die Raumluft entweichen kann. Floor-Flex-Platten sind weniger gefährlich, weil sie Asbest nur in fest gebundener Form enthalten. "Unabhängig von der Beschaffenheit der Giftfasern müssen asbesthaltige Fußbodenbeläge stets fachmännisch entsorgt werden, sonst ist der Freisetzung des giftigen Staubs Tür und Tor geöffnet", empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW und hat für eine sachgerechte Entfernung des alten Bodenbelags folgende Hinweise:

Ob ein Bodenbelag tatsächlich Asbest enthält, ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Dies kann nur mit Hilfe einer kostenpflichtigen Materialprüfung in einem geeigneten Labor festgestellt werden. Die Probe für eine Analyse sollte auf keinen Fall selbst entnommen werden, da bereits durch Schneiden des Belags schädliche Asbestfasern freigesetzt werden können. Wird bei der Analyse schwach gebundener Asbest diagnostiziert, ist die weitere Sanierungsplanung Sache eines Fachmanns.

Die zuständigen Bauaufsichtsbehörden können Hauseigentümer verpflichten, Ausmaß und Umfang einer möglichen Asbestgefahr durch ein Sachverständigengutachten abklären zu lassen. Bestätigt sich der Verdacht, ist der Eigentümer verpflichtet, erforderliche Sanierungsmaßnahmen einzuleiten.

Mieter, die eine Asbestbelastung in ihren vier Wänden vermuten, sollten das zuständige Bauaufsichtsamt und den örtlichen Mieterverein einschalten, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

Der Umgang mit asbesthaltigen Fußböden hängt vom Zustand des Übeltäters ab: Sind die Fußbodenbeläge intakt und vollflächig verklebt, ist es ratsam, den neuen Boden auf dem alten zu verlegen und den ursprünglichen Belag einfach ruhen zu lassen. Kleinere Schäden, offene Kanten und Fugen müssen beigespachtelt werden.

Bei starker Beschädigung sollte der Boden jedoch herausgenommen werden. Keinesfalls darf dies in Eigenregie erfolgen. Denn durch Abschleifen, Schneiden oder Herausreißen von Platten oder Bahnen werden die schädlichen Asbestfasern freigesetzt. Außerdem besteht die Gefahr, dass der asbesthaltige Staub in andere Räume getragen und dadurch die Gesundheit weiterer Personen gefährdet wird. Befallene Räume müssen zudem gegen gutes Geld fachmännisch gereinigt werden.

Für Bodenbeläge gelten die Vorschriften des Gefahrstoffrechts. Das bedeutet, dass asbesthaltige Auslegeware nur von anerkannten Fachbetrieben, die nachweislich über eine entsprechende Qualifikation verfügen, entsorgt bzw. saniert werden darf.

Weitere Informationen zum Umgang mit Bodenbelägen und zur Auswahl des richtigen Fußbodens enthalten die Ratgeber "Selbst renovieren - ökologisch!" (9,20 Euro) und "Fußböden" (5,11 Euro), die in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich sind. Für jeweils zwei Euro extra kommen die Ratgeber auch per Post ins Haus. Bestelladresse: Verbraucherzentrale NRW, Zentralversand, Adersstraße 78, 40215 Düsseldorf oder im Internet unter www.verbraucherzentrale-nrw.de/ratgeber.

Quelle. www.Verbrauchernews.de, 13.04.2004


Chemie im Haushalt
Wohnst Du noch oder stirbst Du schon?

Gesundheitsbelastung in Innenräumen

Sie sind ja so praktisch, die chemischen Helfer. Sie sorgen dafür, dass Holz gegen Pilze geschützt ist, Farbe sich besser streichen lässt, Spanplatten wasserfest sind und der Teppich unempfindlich gegen Flecken bleibt. Aber zu viel Chemie in der Wohnung belastet unsere Gesundheit. WiesoWeshalbWarum wollte einmal genau wissen, wie stark die Luft in Büro- und Wohnräumen mit giftigen Dämpfen belastet ist, und hat das persönliche Belastungsprofil von verschiedenen Menschen gemessen. Die Ergebnisse verblüffen.

Belastung in Innenräumen
Wohngifte in der Luft

Innenräume sind mit sogenannten Aromaten oft zwei- bis viermal so hoch belastet wie die Außenluft. Bei einzelnen Aromaten sind die Werte sogar 15 mal höher. Dies hat WiesoWeshalbWarum? mithilfe einer Stichprobe in Mainz und Umgebung festgestellt.

Die Stichprobe wurde in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Gesundheits- und Verbraucherschutzinstitut IHCP vorgenommen. Aromatische Verbindungen gelten in hoher Konzentration als gesundheitsschädlich. Sie kommen zum Beispiel in Kunststoffen, Farben und Teppichen vor. Solche Aromate wie Benzol, Toluol oder Xylol reizen in hohen Konzentrationen Atemwege und Schleimhäute, können Leber und Nieren schädigen und Krebs hervorrufen.

Forschungen zu diesem Komplex führt das im italienischen Ispra beheimatete Institute for Consumer and Health Protection in einer Studio unter der Leitung von Dimitrios Kotzias durch, die die Luftbelastung in Innenräumen in verschiedenen europäischen Städten misst. Vorläufige Ergebnisse dieser Studie entsprechen den Messungen, die stichprobenartig für den SWR vorgenommen wurden.

Perfekte Dichtung - schlechte Luft

Laut Kotzias treten aromatische Verbindungen unter anderem aus Teppichen, Farben, und Kunststoffen aus. Sie seien in Duft- und Reinigungsmitteln vorhanden und könnten bei Verbrennungsprozessen entstehen. Da Türen und Fenster immer perfekter abgedichtet würden, sei die Lüftung in Wohnungen in den vergangenen drei Jahrzehnten ständig schlechter geworden. Außerdem gelangten über behandelte Textilien, Strukturtapeten und andere Materialien potentiell immer mehr aromatische Verbindungen und andere flüchtige organische Verbindungen in Innenräume. Die Statistik zeige zudem, dass die Aufenthaltsdauer in Innenräumen, einschließlich von Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln, ständig zugenommen habe, so Kotzias weiter.

Die Messwerte in den von WiesoWeshalbWarum untersuchten Innenräumen waren zwar weit unterhalb der als akut schädlich eingestuften Höhe. Wie sich aber auch solche Belastungen gesundheitlich auswirken, wenn die Aromate in Wohn- und Arbeitsräumen über Jahrzehnte auf den Menschen einwirken, ist wissenschaftlich bisher nicht gründlich erforscht.

Viele Mediziner sehen aber eine erhebliche potenzielle Gesundheitsgefährdung. "Mit der Messaktion wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, die Öffentlichkeit für die Gefahr einer Langzeitbelastung mit aromatischen Verbindungen zu sensibilisieren", erklärt Frank Wittig von der SWR-Wissenschaftsredaktion. Durch den Kauf von zertifizierten schadstoffarmen Produkten und durch regelmäßiges Lüften können die Schadstoffbelastung von Innenräumen jedoch verringert werden.

Expertin in Sachen "Gesundes Wohnen"
Porträt Baubiologin

Angefangen hat alles in den eigenen vier Wänden, erinnert sich die promovierte Chemikerin Dorothea von der Ruhr. 1988 kaufte sie mit ihrem Partner in Freiburg ein altes Haus, das renoviert werden musste. "Da hat man sich schon gefragt, ob die Stoffe, die man sich da ins Haus holt keine gesundheitlichen Nebenwirkungen haben". In der Nähe ihres Hauses lag ein baubiologischer Baustoffhandel und so wurde aus der Hausbesitzerin im Laufe der Zeit eine Expertin in Sachen Gesundes Wohnen. Wir haben eine echte Baubiologin bei ihrer Arbeit begleitet.

Wohnen kann ja behaglich sein, doch wo das Vertrauen in die eigenen vier Wände endet, beginnt der Job von Dorothea von der Ruhr, die seit Jahren "wohngeplagten" Menschen ihre Know-how in Sachen Baubiologie anbietet. "Die meisten Leute kommen zu mir, weil sie unter Krankheiten leiden, Allergien, und manche kommen weil sie einen Wohnungswechsel planen oder ein Haus bauen wollen wie zum Beispiel Familie Köhler."

Die Geschichte von Familie Köhler begann vor gut zwei Jahren, im Winter 2001 bei einem Begehungstermin. Die Baubiologin sollte für Annemarie und Tim Köhler begutachten, ob auf diesem Grundstück zu wohnen überhaupt gesund könnte. Gut 200 Meter entfernt liegt eine Hochspannungsleitung, aus Sicht der Baubiologin leider ein Risiko: "Die Weltgesundheitsorganisation erwägt, einen Wert, der beim fünf bis sechsfachen dieses Wertes liegt, nämlich 300 nano-Tesla als potentiell Krebserzeugend einzustufen, und das ist ein Wert, der in Wohngebieten locker erreicht werden kann." Demnach kein gutes Grundstück für ein gesundes Eigenheim.

Gesamturteil: woanders bauen

Auch bei den anderen Messungen machte der potentielle Bauplatz kein gutes Bild, etwa die Radioaktivitätswerte: Mancherorts ist diese Strahlung zwar natürlich bedingt, aber trotzdem kann sie gesundheitsschädigend sein. Gesamturteil der Baubiologin: woanders bauen!

Ortswechsel: Ein Haus aus den frühen Siebzigern, Holzverkleidungen wohin das Auge blickt, verdacht auf Asbestverbauung etc., baubiologisch ein typischer Fall.

Belastungen durch Holzschutzmittel zum Beispiel sind für die Baubiologin eine Routinemessung, wie der Vergleich mit einem anderen Haus zeigt. "Hier hatten wir eine Ergebnis, dass eine Lindan und Pentachlorphenolbelastung auch in so einer Nut und Federschalung drinsteckte, wo man dann sagen musste, die muss man überstreichen, und praktisch abdichten gegen den Innenraum, rausreißen musste man diese nicht, weil die Belastung nicht so hoch war, aber das wird sich erst am Ergebnis zeigen, was hier sinnvoll ist, und was nicht."

Ein paar Späne genügen

Ein paar Späne genügen als Probe schon, denn es kommt nur auf den ersten Millimeter Holz an, der mit Holzschutzmitteln getränkt sein könnte. Eine genaue Untersuchung im Labor wird später zeigen, was genau zu tun ist. Und da sie schon mal bei der Probennahme ist, werden gleich auch noch am Teppich ein paar Proben genommen: "Die wenigsten Leute wissen, dass in Wollteppichen und in Wollteppichböden ein chemischer Mottenschutz vorhanden ist, und der sorgt halt für die gute Haltbarkeit, aber auch dafür, dass Allergiker unter Umständen davon krank werden und Symptome zeigen, die dadurch hervorgerufen werden."

Die baubiologische Betreuung kann sich manchmal über Jahre hinziehen: bei Familie Köhler, ist das so. Das junge Ehepaar hat mittlerweile ein gesundes Grundstück gefunden, im Freiburger Stadtteil Rieselfeld, wo "baubiologisch wertvolle Objekte" errichtet werden. Das gemeinsame Ziel von Stadtplanern und Bauherren: Wohngesundheit pur! Und so haben Köhlers in ihren eigenen vier Wänden einiges baubiologisch wertvolle verwirklichen können, wie Tim Köhler sagt:

"Atmungsaktive" Farbe

"Wir haben die Ziegel ohne Dämm-Materialien machen können, dann haben wir bei den Farben darauf geachtet, dass sie dementsprechend durchlässig sind, damit da so eine Atmungsaktivität erreicht wird." Aspekte, die das Herz der Baubiologin höher schlagen lassen. Ein weiteres Plus im neune Haus der Familie Köhler: ein Netzfreischalter hält die Strahlung durch Elektrizität gering.

Und es geht noch weiter, wie der Hausherr stolz verkündet: "Das Parkett hier, da haben wir den lösungsmittelfreien Kleber verwendet." Und dann erst das Telefon: baubiologisch ein Vorzeigestück: "Sie haben ihr altes schnurloses Telefon abgeschafft, das finde ich gut, mit diesen schnurlosen Telefonen haben sie einen kleinen Mobilfunksender im eigenen Hause und das kann zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen führen." erklärt Dorothea von der Ruhr und wird gleich von Frau Köhler unterbrochen: "Die hatte ich auch, als wir dieses schnurlose Telefon noch hatten, da hatte ich eine massive Hausstauballergie und wusste überhaupt nicht mehr, was ich noch machen sollte, und dann haben wir das abgeschafft, und ich meine, ich meine es nicht nur, die Hausstauballergie ist tatsächlich weg."

Nächste Station: das Kinderzimmer

Baubiologisch gesehen besteht hier ein Zusammenhang, streng wissenschaftlich ist er allerdings umstritten. Nächste Station der Hausbegehung ist das Kinderzimmer von Sohn Julius. Die Baubiologin zaubert mehrere Stangen, an denen ein Kompass befestigt ist aus ihrer Tasche hervor:

"Das ist eine ganz einfache Messtechnik, mit dem Kompass kann man nämlich feststellen, ob das Erdmagnetfeld in irgend einer Weise gestört ist ..."

Die Messung soll zeigen, ob der Schlaf von Sohn Julius durch magnetisierte Stahlträger in der Wand beeinflusst wird. Der Kompass wird an die Wand herangeführt und siehe da: Die Kompassnadel wird abgelenkt: die Wand wirkt also wie ein Magnet, schlecht für die Gesundheit. Doch schon eine kleine Veränderung kann Besserung bringen: "Man sieht, ab einer gewissen Höhe ist der Effekt weg, das heißt, man könnte entweder das Bett nach hinten schieben, oder ein Hochbett anschaffen." Ein anderes Bett, oder den Schlafplatz verlegen, so einfach kann manchmal gesundes wohnen sein.

Autor: Axel Wagner

Frische Luft in Wohnräumen
Warum muss man lüften?

Moderne Niedrig- und Nullenergiehäuser schließen immer dichter. Die Wärme bleibt drin - aber leider auch die feuchte Luft. Bis zu 14 Liter Wasser pro Tag kann eine Durchschnittsfamilie so produzieren - gebunden als Wasserdampf in der Luft. Die dramatischste Folge: Schimmelpilz. Atemwegsbeschwerden und Allergien sind mögliche Folgen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann er sogar gefährliche Infektionen auslösen. Auch der Kohlendioxidgehalt der Luft steigt, wenn Menschen im Raum sind. Das führt zu Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Beim Lüften gilt: oft, kurz und intensiv

Am Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart kennen die Experten die Probleme mit schlechter Raumluft, denn sie beschäftigen sich seit Jahren mit der Frischluftzufuhr in Wohnräumen. Ihr Tipp: In der kalten Jahreszeit sollte man mindestens drei bis vier Mal am Tag für einige Minuten das Fenster aufmachen. Die Faustregel: Oft, kurz, intensiv. Dabei strömt kalte, trockene Luft herein und verdrängt die feuchte, kohlendioxidhaltige Luft. Ein angenehmes Raumklima entsteht.

Noch effektiver wirkt Querlüften. Dabei nutzt man den Winddruck. Idealerweise öffnet man ein Fenster an der Nordseite. Kalte Luft ist schwerer als warme. Sie fällt zu Boden und strömt durch die Wohnung. Und wenn an der Südseite das Fenster geöffnet wird, schiebt die Zugluft die feuchte und verbrauchte Luft nach draußen.

Schlechtere Luft in Niedrigenergiehäusern

In Niedrigenergiehäusern bleiben die Fenster normalerweise ganz geschlossen. Eine automatische Lüftungsanlage sorgt dort für Frischluft. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts brachte jedoch Überraschendes zutage: Häuser mit solchen Lüftungsanlagen haben schlechtere Luft und verbrauchen mehr Energie als normale Häuser. Der Grund: Die Leute lüften trotz Technik durchs Fenster.

"Darauf hin haben wir gesagt man muss die Technik intelligenter machen. Und man sollte das Fenster mit der Lüftungsanlage verkoppeln, genau wie wir das auch mit der Heizungsanlage tun. In dem Augenblick, wo das Fenster aufgeht muss die Belüftung abgeschaltet werden, denn ich brauche die Luft dann nicht mehr. Und die Heizungsanlage sollte auch abgeschaltet werde, solange das Fenster offen steht", so Hans Erhorn, Fraunhofer Institut für Bauphysik.

Der Mensch hat nun einmal das Bedürfnis nach unmittelbarem Kontakt zur Natur. Dazu gehört eben auch, hin und wieder das Fenster aufreißen zu können, wenn einem danach ist.

Autorin: Uli Paulus

Tierischer Schadstoff-Detektiv
Assar der Schimmelhund

Assar ist zwar nicht von der Kriminalpolizei wie sein berühmter Kollege Rex, aber auch er ist kein gewöhnlicher Hund. Der deutsche Spaniel ist Spezialist in Sachen Schimmel, dem grünen, weißen oder grauen Pilz, der auf nassen Wänden wächst und gedeiht.

Assar und sein Herrchen werden daher immer dann gerufen, wenn der Verdacht besteht, dass ein Haus von Schimmel befallen sein könnte. Assars feine Nase riecht ihn lange bevor wir Menschen auch nur ahnen, was in den Mauern unserer Wohnungen steckt. Ein verdienstvoller Job für den Schadstoff-Detektiv, denn der versteckte Schimmel kann krank machen.

Der Umweltmediziner Frank Bartram aus Weißenburg kennt das Problem: Jede Woche kommen neue Patienten zu ihm, die unter ständigem Husten, Kiefer- und Stirnhöhlenvereiterung, Magen-Darm-Beschwerden oder chronischer Müdigkeit leiden. Wenn jahrelang die Ursachen dieser Symptome verborgen bleiben, könnte die Diagnose "Schimmelpilze" lauten.

Gesundheitsgefahr: Schimmelpilze

Schimmelpilze beeinträchtigen unsere Gesundheit in größerem Umfang. Sie haben dafür besondere Wirkmechanismen: Sie greifen die Schleimhäute an und bringen unsere Immunabwehr durcheinander. Wenn die winzigen Teilchen der Schimmelpilze in unsern Organismus eindringen, zerstören Fresszellen (Makrophagen) die Angreifer sofort. Die Überreste der Pilzsporen präsentieren die Fresszellen den Spezialisten des Immunsystems, den T-Zellen. Wenn diesen allerdings ein Fehler unterläuft und sie die Sporenreste für gefährliche Eindringlinge halten, sondern sie ein spezielles Hormon ab, welches eine vermehrte Produktion von Antikörpern auslöst. Die Folge ist eine schwere allergische Reaktion: Es kommt zu einem Anschwellen der Schleimhäute mit vermehrter Schleimbildung und weiteren Reizungen.

Der kleine Spaniel Assar und sein Herrchen können die Betroffenen von der krankheitsauslösenden Ursache befreien. Denn der Schadstoff-Detektiv entdeckt auch die kleinsten Schimmelherde am Geruch der Gase, welche die Organismen abgeben. Ist der Schimmelherd erst mal gefunden, hilft Überstreichen allein meist nicht. Wände und Böden müssen oft völlig saniert werden. Damit hat der Spürhund allerdings nichts mehr zu tun - für ihn gibt es nach getaner Arbeit zur Belohnung ein kleines Spielchen mit dem Tennisball.

Autorin: Rike Fochter

Mit freundlicher Genehmigung der SWR-Wissenschaftsredaktion.
Quelle: SWR, SÜDWEST Fernsehen, WiesoWeshalbWarum
25.03.2004
http://www.swr.de/wiesoweshalbwarum/


ECO-News (eine Empfehlung von DIMaGB)

Hier können Sie den kostenlosen Email-Newsletter von ECO-News abonnieren.

Wir informieren Sie wöchentlich über alle neuen Beiträge zu den von Ihnen ausgewählten Themen.
Damit haben Sie schnell und komfortabel alle für Sie wichtigen Nachrichten per Mausklick zur Verfügung.
Bitte wählen Sie im Eingabefenster, für welche Themenbereiche Sie den Pressedienst regelmäßig per Email erhalten möchten. Beispiele:

Einrichten & Wohnen
haus & Garten
Geld & Investment
Energie & Technik

Beiträge auf dieser Seite

Wichtige Themen auf anderen Seiten:


KMF – gesundheitsschädlich oder unbedenklich?
Eine Betrachtung nach Recherche
Teil 1 - Februar 2003
von DIMaGB

Vorwort

„Setzt Mineralwolle nach dem Einbau Faserstaub frei?

Nein. Untersuchungen im Auftrag des Umweltbundesamtes belegen, dass in Wohnräumen und öffentlichen Einrichtungen, die mit Mineralwolle gedämmt sind, keine signifikante Faserstaubfreisetzung erfolgt.

Sind besondere Schutzmassnahmen beim Aus- und Umbau zu ergreifen?

Mineralwolle mit dem RAL-Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle" ist gesundheitlich unbedenklich zu verarbeiten und setzt keine Schadstoffe frei.

Was ist die so genannte Verbotsverordnung und was hat sie mit dem RAL-Gütezeichen zu tun?

Die Verbotsverordnung ..., am 01.06.2000 in Kraft getreten, ... beinhaltet das Verbot des Inverkehrbringens, der Herstellung und der Verwendung von biopersistenten künstlichen Mineralfasern für die Wärme- und Schalldämmung im Hochbau und für die technische Isolierung. Gleichzeitig enthält sie eine Ausnahmeregelung für nicht biopersistente, also biolösliche Fasern, die, wenn sie eines der drei Freizeichnungskriterien erfüllen, vom Verbot ausgenommen, also erlaubt sind.

Die drei Freizeichnungskriterien sind eindeutig definiert, stammen aus der deutschen Gefahrstoffverordnung und sind zugleich die Kriterien, die auch von Mineralwolle-Erzeugnissen mit dem RAL-Gütezeichen erfüllt werden müssen. Mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnete Mineralwolle-Produkte sind von den Verboten der Verbotsverordnung nicht betroffen.“

Wer diese Passagen aus / 1 / vorbehaltlos glaubt, kann die Lektüre an dieser Stelle beenden und befreit aufatmen. Weiterlesen hat nur einen Sinn, wenn man es etwas genauer wissen will und ggf. zu kritischen Fragestellungen bereit ist.

Wie viele Menschen mussten leiden und sterben, bevor man zur Kenntnis nahm, dass Asbest gesundheitsschädigend wirkt? Und wie lange dauerte es, bis es zum Verbot für dieses bis dahin massenhaft eingesetzte Material kam? Nicht zu vergessen: es gibt Ost-Asbest (Palast der Republik) und West-Asbest (ICC, Schulen).

Was bedeutet Schutz der Volksgesundheit? Reagieren, nachdem massenhaft Erkrankungen und Todesfälle auftreten oder vorbeugen und verhüten? Steht die Problematik KMF im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses? Wird dazu (ausreichend und verständlich) publiziert?

Was haben wir aus verschiedenen Skandalen gelernt, von denen einige noch akut sind und trotzdem keiner mehr darüber redet? Wird der Verbraucherschutz mit der erforderlichen Vorsorglichkeit betrieben? Oder sind gar Tendenzen erkennbar, dass sich der Staat wirtschaftlichem Diktat beugt?

Diese Betrachtung soll sich mit vg. Fragestellungen befassen und dazu recherchierte Quellen zitieren. Es mag sein, dass nicht auf alle Fragen erschöpfende und zufrieden stellende Antworten gefunden werden – als Leitfaden für weitere Untersuchungen und Fragestellungen sollte sie dennoch taugen.

Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Herstellung
  • Verarbeitung
  • Einsatzgebiete
  • Gefährlich u./o. gesundheitsschädlich
  • Krebserzeugende Wirkung
  • Technische Regeln für Gefahrstoffe
  • Forschungs- und Untersuchungsergebnisse
  • z.B.: „... denn es ist nicht auszuschließen, dass Fasern einen Tumor verursachen, bevor sie aus der Lunge eliminiert werden.“ Das bedeutet, dass KMF zwar nicht biopersistent sind, also nicht im Lungengewebe verbleiben – aber dennoch Tumore verursachen können!
  • Ämter u. Behörden: Aufgaben und Arbeitsweisen
  • RAL-Gütezeichen und „Freizeichnung“
  • Literatur
  • Zu recherchieren
  • In der Literatur erwähnte Behörden, Ämter, Organisationen
  • Resümee

Resümee

Als Nachwort wäre zunächst festzustellen, dass es sich um ein unerhört komplexes Thema handelt, dessen Literatur-Strukturen zuerst unübersichtlich wirken. Nach mühsamer Sichtung lassen sich Grundaussagen extrahieren, die sich allerorten wiederholt bzw. beziehend wieder finden:

• es gibt „alte“ und „neue“ MKF, somit welche, die schaden und welche, die nicht schaden
• seit 1996 werden nur noch nichtschädliche in Verkehr gebracht
• dafür sorgen die sogen. Freizeichnungskriterien
• dies überwacht der RAL als Organisation seiner Mitglieder
• eingebaute KMF wirken nicht signifikant auf die Raumluft
• KMF werden nicht als Allergie- und Asthma-Auslöser genannt
• es besteht kein Substitutionsanlass für KMF
• „neue“ KMF stehen nicht einmal im Verdacht, Krebs auszulösen
• der Bund berücksichtigt alle Forschungsergebnisse
• betrachtet werden die sogen. WHO-Fasern
• in der Forschung gibt es einige ausschließende Definitionen
• diese werden auch im Gefahrgutrecht angewendet

Mithin: es besteht keinerlei Grund für Besorgnis. Und: bei sogen. KMF-Betroffenen kann es sich demnach nur um Hypochonder handeln – oder es geht um die Wirkung anderer Partikel in der Raumluft.

Die hier im Kapitel „Forschungs- und Untersuchungsergebnisse“ zitierten Aussagen scheinen nicht zu den Forschungsergebnissen zu gehören, welche Beachtung finden und somit beeinflussen sie nicht die Entwicklung bei der Betrachtung des Themas KMF.

Offenbar vereinfacht das Definitionsprinzip mit seinen ausschließenden Bedingungen die Negativ-Beurteilung. Dies mag Grund dafür sein, dass eine Expertengruppe in 2002 zu der Feststellung gelangte, dass Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle hinsichtlich ihrer Krebs erzeugenden Wirkung für den Menschen als nicht einstufbar zu bewerten sind (Gruppe 3).

Berlin im Februar 2003
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, Berlin
Tel. +49 – (0)30 – 67 48 97 27, info@dimagb.de, www.dimagb.de

Stand 22.02.2003 – nicht zur Veröffentlichung freigegeben.
durchgesehen 08.12.2003 – Alle Rechte beim Autor.

28 Seiten DIN A4, 1.330 Zeilen
8.857 Wörter
58.403 Zeichen
66.938 Buchstaben mit Leerz.

Die Publikation ist für Fachzeitschriften beim Autor erhältlich.


Saubere Haushalte fördern Asthma
Australische Studie warnt vor Haushaltsgiften

Perth (pte, 26. Aug 2004 12:29) - Einer australischen Studie zufolge fördern extrem saubere und staubfreie Haushalte die Asthmarate bei Kindern. Die schlimmsten Asthmaförderer sind Politurmittel, Lacke, Haushaltsreiniger und Luftverbesserer, berichten die Wissenschaftler der Curtin University http://www.curtin.edu.au im Fachmagazin der British Medical Society Thorax http://thorax.bmjjournals.com .

Am schlimmsten für die Gesundheit der Kleinkinder und Babys sind flüchtige organische Bestandteile, so genannte VOC. Kinder, die diesen in großen Mengen ausgesetzt waren, litten viermal häufiger an Asthma, berichten die Forscher. Insgesamt hatten die Wissenschaftler 88 Asthma-Kinder 104 gesunden Kindern gegenübergestellt und die Wohnräume untersucht. Dabei wurden Werte sowohl im Sommer als auch im Winter gemessen. Die Kinder wurden auch auf allfällige Allergien untersucht.

Die stärkste gesundheitsschädliche Wirkung entfaltet das Lösungsmittel Benzol. Es ist in der chemischen Industrie Ausgangsstoff für eine große Anzahl von Verbindungen und wird bei Lacken und anderen Produkten verwendet. Benzol ist eindeutig blutschädigend, krebserregend, fruchtschädigend und erbgutverändernd. Vergiftungssymptome sind Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute, Schwindel, Kopfschmerz, Brechreiz, Trunkenheitsgefühl und Euphorie. Folgen von Einatmen schwach konzentrierter Dämpfe über einen längeren Zeitraum sind Abnahme der roten Blutkörperchen, Blutungen in der Haut, Blutgefäßveränderungen, Leukämie infolge der Schädigung der blutbildenden Stammzellen im Knochenmark und Knochenmarksschädigungen. Für die Abschätzung des Krebsrisikos von Benzol wurde ermittelt, dass bei einer lebenslangen (70 Jahre) inhalativen Aufnahme von einem Mikrogramm pro Kubikmeter ein Krebsfall von 110.000 Personen zusätzlich entsteht.

Forschungsleiter Krassi Rumchev forderte erneut, dass insbesondere für VOC dringend Grenzwerte ermittelt werden müssten. Erschreckend in der Studie war auch, dass Asthma und Allergien häufig als Einheit auftraten. So litten drei Viertel der Asthma-Kinder auch an Allergien, während von den Gesunden nur die Hälfte an Allergien litt.
(Ende)

Aussender: pressetext.austria


Fogging - Dispersionsfarbe - Umweltzeichen - Verbraucherschutz

In Gutachterkreisen spricht man hinter vorgehaltener Hand davon, dass es vor allem die „hochwertigen“ Innenfarben sind, welche im Zusammenhang mit Fogging eine Rolle spielen. Auch die inflationär vergebenen Umweltlabels geben diesbezüglich keine Sicherheit. Insofern kann man der Einschätzung von natureplus nur zustimmen: „Heute stehen sie ratlos vor einer Vielzahl von Öko-Labels, über deren Bedeutung und Seriosität sie im Unklaren sind.“ Interessant auch die Vielzahl der Fälle, wo Verbraucherschützer den Etikettenschwindel aufdecken.

Der Verbraucher kennt es aus dem Lebensmittelbereich: Unmengen an Zusatzstoffen sind zugelassen und die Deklarationspflicht endet bei einer gewissen Untergrenze – es bleibt das Prinzip Hoffnung. Nicht anders ist es bei den Innenfarben, hier werden den herkömmlichen Produkten Stoffe beigemischt, die nicht angegeben werden müssen.

Dispersion bedeutet von vornherein, dass Kunststoffe enthalten sind – Kunststoffe sind aber nicht nur harmlos. Aus vielen Produkten gasen schwerflüchtige organische Verbindungen (englisch Semi-Volatile Organic Compounds "SVOC") aus - allen voran Weichmacherverbindungen ("Phthalate").

Im Juni 2004 berichtete die Süddeutsche Zeitung über eine Langzeitstudie des Umweltmedizinischen Zentrums Leipzig, für die rd. 5.000 Kinder erfasst wurden. Die Auswirkungen der flüchtigen organischen Verbindungen sind Allergien, Neurodermitis oder Atemwegserkrankungen, die Wahrscheinlichkeit, an diesen Krankheiten zu leiden steigt demnach um etwa 40%. In 25-30% der Fälle werden die Schadstoffwerte in der Raumluft erheblich überschritten. Wohlgemerkt: als Ursache sind Renovierungen in den Wohnungen zu betrachten!

Das Pikante bei dieser Problematik: es gibt Grenzwerte für Schadstoffe in der Innenraumluft (MAK), diese gelten aber nur für den Arbeitsbereich. Für den Wohnbereich sieht der Gesetzgeber offensichtlich keinen Handlungsbedarf. Selbst für Formaldehyd gibt es bezüglich der Grenzwerte lediglich Empfehlungen: das ehemalige Bundesgesundheitsamt empfiehlt 0,1 ppm / 0,12 mg/m3 und die WHO: 0,08 ppm / 0,1 mg/m3 (Raumluftkonzentration). Hier sei an die Asbestproblematik erinnert: es mussten erst zehntausende erkranken und sterben, ehe das Problem wahrgenommen und als signifikant eingestuft wurde.

Zurück zum Fogging-Effekt: seit 2001 spricht man intensiv darüber, bis heute ist man in den gesicherten Erkenntnissen noch nicht wesentlich weiter gekommen. Ende 2001 ließ das Umweltbundesamt verlauten, es verfolge das Phänomen "Schwarze Wohnungen" aufmerksam und werde „in den nächsten Monaten zusammen mit Fachleuten aus Wissenschaft und Behörden sowie mit Produktherstellern dieses Phänomen in einem Fachgespräch erörtern“. Offensichtlich hat wohl infolge der Erörterung die Aufmerksamkeit des UBA nachgelassen – unter dem Suchbegriff „Fogging“ bekommt man auf der Internetseite des UBA als Information: „err: no results“.

Auch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft geht spärlich mit Informationen zu diesem Thema um. Obwohl „vorsorgender gesundheitlicher Verbraucherschutz bei Lebensmitteln, kosmetischen Mitteln und verbrauchernahen Produkten … Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben“ soll, ergibt die Suche nach 'fogging' auf der Internetseite des BMVEL keine Treffer. Beim Bundesinstitut für Risikobewertung wird man fündig: in einem Bericht über eine Fortbildungsveranstaltung für den öffentlichen Gesundheitsdienst im März 2002 in Berlin wird das Thema „Fogging“ behandelt, leider nur als Wiedergabe der Presseinformation des Umweltbundesamtes Nr. 45/2001.

Berlin, 08.09.2004
Autor: M. Bumann
© DIMaGB.de


Lösemittelhaltige Farben und Lacke werden umweltfreundlicher
Beitrag zur Verminderung von Sommersmog

Die Bundesregierung will die Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen in Farben und Lacken weiter verringern. Diesem Ziel dient eine neue Lösemittel-Verordnung, die das Bundeskabinett heute auf Vorschlag von Bundesumweltminister Jürgen Trittin beschlossen hat. "Farben und Lacke werden in Zukunft weniger flüchtige organische Verbindungen (VOC) enthalten. Damit leisten wir einen weiteren Beitrag zur Verminderung des Sommersmogs", sagte Trittin. VOC führen in Verbindung mit Stickoxiden und ultravioletter Strahlung zur Bildung von bodennahem Ozon.

Der Eintrag der so genannten Ozon-Vorläufersubstanzen in die Umwelt ist seit 1990 durch gesetzliche Regelungen um die Hälfte gesunken. Die neue Verordnung soll dazu beitragen, den Ausstoß um weitere 30 Prozent bis zum Jahr 2010 zu reduzieren.

VOC-Emissionen sind unter anderem auf die Anwendung lösemittelhaltiger Farben und Lacke zurückzuführen. Das größte Einsparpotenzial besteht hier bei Farben und Lacken zur Beschichtung von Gebäuden, ihren Bauteilen und dekorativen Bauelementen sowie bei Produkten der Fahrzeugreparatur-Lackierung. Aus diesem Grund soll zunächst der VOC-Gehalt in diesen Produkten, soweit technisch machbar, verringert werden. Diese Maßnahmen für die Verwendung organischer Lösemittel im gewerblichen und privaten Bereich außerhalb von Anlagen ergänzen somit sinnvoll die bereits bestehenden anlagenbezogenen Vorschriften.

Die neue "Chemikalienrechtliche Verordnung zur Begrenzung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen durch Beschränkung des Inverkehrbringens lösemittelhaltiger Farben und Lacke" setzt die EU-Richtlinie 2004/42/EG über die Begrenzung der Emissionen von VOC in nationales Recht um. Sie bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates.

Pressemitteilung Nr. 247/04
des BMU, Berlin, 18.08.2004

Kommentar DIMaGB: "Damit leisten wir einen weiteren Beitrag zur Verbesserung
des Innenraumklimas für die Menschen", hätte Trittin sagen sollen.


Wohnträume für Groß und Klein

Nase voll von Ikea-Regalen? Tapetenwechsel gefällig? Und die Kinder brauchen auch endlich mehr Platz? Dann kommt der neue ÖKO-TEST-Ratgeber Bauen, Wohnen & Renovieren gerade richtig: Ein kompetentes Nachschlagewerk für all jene, die sich individuelle Wohnträume erfüllen - und dabei auch noch Geld sparen wollen. Von der Gestaltung eines Lofts über maßgeschneiderte Regale zum Selberbauen bis hin zu ausgetüftelten Lösungen fürs Kinderzimmer bietet das Heft alles, was einem das Wohnen angenehmer macht. - Jetzt am Kiosk erhältlich.

Ein großer Schwerpunkt beschäftigt sich mit dem Thema Farben. Step by step wird erklärt, wie man richtig streicht, welche Farbtöne nicht aufs Gemüt schlagen und wie Wandgestaltungstechniken funktionieren. Dazu gibt es umfangreiche Tests - unter anderem von Latexfarben, Lasuren, abgetönten Farben, speziellen Produkte für Allergiker oder den modernen Pink-Weiss-Farben. Für Häuslebauer und Eigenheimbesitzer gibt es eine Übersicht zu Heizsystemen und jede Menge Rat, wie nicht nur in der kommenden Heizperiode Energie gespart werden kann.

Auch das Thema Einrichtung kommt nicht zu kurz: ÖKO-TEST stellt schicke Waschschüsseln und trendige Becken vor, an denen man viele Jahre Freude hat. Experten geben Tipps zur Einrichtung eines Kinderzimmers und beraten bei der Wahl von gesunden Kinderbetten, Schreibtischen und Stühlen. Und die vorgestellten Lofts geben nicht nur Anregungen für eine individuelle Wohnraumgestaltung, sondern laden auch ein zum Träumen - und Leben.

ÖKO-TEST-Ratgeber Bauen, Wohnen & Renovieren
Pressemitteilung, Frankfurt, 06.September 2004


Test 9/2004
Parkettkleber
Noch giftiger!

Unter vielen Parkettböden stecken gefährliche Altlasten. Einige Kleber sind giftiger als bislang bekannt.

Oben hui und unten pfui. Unter vielen jahrzehntealten und oft prächtigen Parkettböden lauern Gefahren: Die Kleber können hohe Konzentrationen an Schadstoffen enthalten.

Solange sich das Parkett in einem guten Zustand befindet, besteht kaum Grund zur Sorge. Doch wehe, wenn es großflächig "klappert" oder sich sogar ganze Stäbe vom Untergrund lösen. Dann steigt die Gefahr, dass jedes weitere Betreten einen kleinen Teil der zuvor festen Klebermasse in feinen Staub zermalmt. Dieser Staub dringt durch Fugen und Ritzen an die Oberfläche. Vor allem Eltern kleiner Kinder sorgen sich, dass Schadstoffe beim Einatmen oder durch Hautkontakt in den Körper gelangen - zum Beispiel beim Spielen auf dem Fußboden.

Die STIFTUNG WARENTEST hat mittlerweile mehr als 2 200 Kleberproben aus privaten Haushalten analysiert. Aufgrund dieser Erfahrung lässt sich abschätzen, welche Haushalte betroffen sein können und wo Entwarnung möglich ist.

Ganz oben auf der Fahndungsliste der Chemiker steht die Krebs erzeugende Substanz Benzo(a)pyren, die stellvertretend für die große Masse der polyaromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) in den teerölhaltigen Klebern gemessen wird. Doch neben dieser Schadstoffgruppe verbirgt sich in anderen Klebern eine zweite Gefahr: polychlorierte Biphenyle (PCB).

Vorsicht: Dioxine und Furane

In der öffentlichen Diskussion spielen PCB-haltige Kleber bislang kaum eine Rolle. Auch in offiziellen Empfehlungen wird im Zusammenhang mit Parkett zwar oft vor den (häufigeren) PAK, kaum aber vor PCB gewarnt. Ein Mangel, denn diese Altlasten haben es in sich: Hohe Gehalte von 10 000 bis 20 000 Milligramm PCB pro Kilogramm Kleber sind keine Seltenheit.

In Anbetracht der Produktionsbedingungen in der Chlorchemie der 50er und 60er Jahre drängt sich zudem die Frage nach weiteren Schadstoffen in den Klebern auf. Exemplarisch haben wir deshalb zwei Proben auf hochgiftige Dioxine und Furane analysieren lassen - und sind fündig geworden. Maßeinheit für solche Chemikaliengemische sind so genannte Toxizitätsäquivalente (TE). Die Chemiker entdeckten in den Proben 107 000 und 210 000 Nanogramm TE pro Kilogramm Klebermasse.

Zum Vergleich: Laut deutscher Bodenschutz- und Altlastenverordnung sind für Wohngebiete 1 000 und für Kinderspielplätze sogar nur 100 Nanogramm TE pro Kilogramm Erde erlaubt. Zwar ist Parkettkleber sicherlich anders als Erdboden zu beurteilen, doch in Anbetracht der hohen Giftigkeit der Dioxine und Furane sollte der vorsorgende Verbraucherschutz hier besonders ernst genommen werden.

Fazit: Je schlechter der Zustand vieler Parkettböden, desto lauter tickt hier die chemische Zeitbombe.

Quelle: Warentest


Europäern werden höhere Umweltschutzniveaus vorenthalten

Die Europäische Kommission hat heute einen Bericht über die Durchführung und Durchsetzung des EU-Umweltrechts veröffentlicht. Der Bericht untersucht die ordnungsgemäße Umsetzung des EU-Umweltrechts in den Mitgliedstaaten. Er kommt zu dem Schluss, dass es 2003 in 301 Fällen zu erheblichen Versäumnissen bei der Umsetzung der Umweltrichtlinien gekommen ist. Dadurch erhalten die Bürger nicht das von ihnen erwartete hohe Umweltschutzniveau.

Umweltkommissarin Margot Wallström bemerkte zu dem Bericht: "Während meiner Amtszeit war ich betroffen über die große Zahl von Beschwerden wegen der Nichteinhaltung des EU-Umweltrechts, die von Bürgern, Nichtregierungsorganisationen und vom Parlament eingingen. Wie diese Erhebung zeigt, ist diese Besorgnis begründet. Ich hoffe, dass die Erkenntnisse der Erhebung dazu beitragen werden, dass die Mitgliedstaaten mehr leisten und ihren Bürgern das von ihnen geforderte Umweltschutzniveau bieten.“

Der Grad der Einhaltung ist in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich, die schlechtesten Ergebnisse verzeichnen Frankreich, Griechenland, Irland, Italien und Spanien. Die meisten Versäumnisse wurden in den Bereichen Wasser, Abfälle, Naturschutz und Umweltverträglichkeitsprüfungen festgestellt.

Auch Deutschland wurden mehrere Mahnungen wegen Verstößen gegen das EU-Umweltrecht übermittelt. Deutschland wird unter anderem vorgeworfen, die Altfahrzeugrichtlinie im Zusammenhang mit der Verwertung von Altfahrzeugen, nur unvollständig in nationales Recht umgesetzt zu haben. Außerdem erhielt Deutschland zusammen mit einigen anderen Mitgliedstaaten drei weitere schriftliche Mahnungen wegen fehlender Pläne zur Verbesserung der Luftqualität, wegen unzulänglicher Kontrollen von Stoffen, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen und wegen der unbefriedigenden Umsetzung der Wasserschutzrichtlinie.

Der Jahresbericht soll den Bürgern systematische, zuverlässige und transparente Informationen über die Einhaltung des EU-Umweltrechts durch die Mitgliedstaaten liefern.

Mitteilung der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Brüssel/Berlin, 19.08.2004


ÖKO-TEST
Synthetische Teppichböden - Einfach bodenlos!

Viele Teppichböden aus Kunststoff können das Wohnklima ganz schön belasten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-TEST. Im Test waren 13 verschiedene Beläge, die genauen Ergebnisse sind in der September-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins veröffentlicht. Das Heft steht jetzt am Kiosk.

So enthielten zwei Böden antimikrobiell wirkende Substanzen, von denen einige Haut und Schleimhäute reizen können. Nicht minder problematisch: Das Nervengift Blei fand sich gleich in drei Marken - und zwar in beachtlicher Konzentration. Zudem können sich die meisten Kunstfasern stark elektrostatisch aufladen - und sorgen somit für Spannung in den eigenen vier Wänden.

Quelle: PRESSEMITTEILUNG
Frankfurt, 14. September 2004
www.oekotest.de


Innenraumluft soll besser werden - Wissenschaftler weisen den richtigen Weg

Die Luft in Innenräumen sollte von guter Qualität sein; denn der in einer modernen Industriegesellschaft lebende und arbeitende Mensch hält sich überwiegend in Innenräumen auf. Holzlacke, Boden- und Wandbeläge, Wandfarben, Schaumstoffe und andere Bauprodukte, Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände sind auch unter (öko-)toxikologischen Aspekten immer sicherer geworden. Sie können aber durchaus noch chemische Verbindungen freisetzen, die zum Teil und unter ungünstigen raumklimatischen Bedingungen zum Problem werden können. Die Emissionen sind z.B. auf Lösemittel und Restmonomere, aber auch auf Weichmacher, Flammschutzmittel, Verarbeitungshilfsmittel und Konservierungsstoffe (Biozide) zurückzuführen, die den oben genannten Produkten zugesetzt werden, um gewünschte Eigenschaften zu erzielen. Über die gesundheitlichen Auswirkungen von Bauprodukten in Innenräumen werden Fachleute am 25. Oktober 2004 im Bildungszentrum Kloster Banz vortragen und diskutieren. Die Veranstaltung wird von den Fachgruppen Bauchemie sowie Umweltchemie und Ökotoxikologie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) organisiert. Nach einer Bestandsaufnahme soll der Workshop dazu beitragen, gesundheitsbezogene Qualitätsmaßstäbe für die zukünftige Herstellung von Bauprodukten für den Innenraumbereich zu setzen und die Entwicklung besonders emissionsarmer Produkte zu unterstützen.

Die Bauchemiker, Umweltchemiker und Ökotoxikologen nehmen insbesondere die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC, volatile organic compounds) und die schwerflüchtigen organischen Verbindungen (SVOC, semi volatile organic compounds) unter die Lupe, deren Einzel- und Summenkonzentrationen unter normalen Wohnbedingungen in einem weiten Bereich von wenigen Mikrogramm pro Kubikmeter bis zu mehreren Milligramm pro Kubikmeter schwanken und speziell während oder kurz nach Renovierungsarbeiten durchaus toxikologisch relevante Werte erreichen können. Auch in ungenügend gelüfteten Räumen reichern sich die luftfremden Stoffe an. Basierend auf toxikologischen Daten lassen sich für Einzelstoffe Konzentrationsniveaus ermitteln, unterhalb derer keine nachteiligen Wirkungen zu erwarten sind. Eine weitere Frage von Innenluftforschern gilt der Auswirkung von chemisch reaktiven Stoffen und den durch sie entstehenden sogenannten Sekundärprodukten auf die menschliche Gesundheit. Verschiedene Institutionen, z.B. das Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut in Braunschweig, haben zu den genannten Themen umfassende Untersuchungen vorgenommen.

Auf solchen und ähnlichen Studien baut die Arbeit des im Umweltbundesamt angesiedelten Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) auf. Der AgBB sieht es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die Grundlagen für eine einheitliche gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten in Deutschland bereitzustellen. Damit werden die Forderungen erfüllt, die sich aus der EG-Bauprodukten-Richtlinie und den Landesbauordnungen ergeben, und wird eine nachvollziehbare und objektivierbare Produktbewertung möglich. Der AgBB hat Prüfkriterien erarbeitet und daraus ein Schema zur gesundheitlichen Bewertung für VOC- und SVOC-Emissionen aus innenraumrelevanten Bauprodukten entwickelt.

Die Wirkungen der VOC und SVOC können von Geruchsempfindungen und Reizungen der Schleimhäute von Augen, Nase und Rachen über Wirkungen auf das Nervensystem bis zu Langzeitwirkungen reichen. Es gibt Stoffe, denen allergisierende Eigenschaften oder cancerogenes Potential zugesprochen werden. Hilfsgrößen zur Emissionsbewertung von Bauprodukten sind die NIK-Werte (niedrigste interessierende Konzentrationen). Sie werden durch den AgBB unter Mitwirkung und in Abstimmung mit Industrieverbänden und Herstellern festgelegt und in einer Liste veröffentlicht. Die Liste umfasst aktuell 167 Stoffe, vor allem aromatische Kohlenwasserstoffe, aliphatische Kohlenwasserstoffe, Terpene, aliphatische Alkohole und Ether, aromatische Alkohole, Glykole, Glykolether, Glykolester, Aldehyde, Ketone, Lactone, Säuren und Ester.

Bauprodukte werden in Prüfkammern unter simulierten Innenraumbedingungen umfassend geprüft und bewertet. Vom Prüfergebnis hängt es ab, ob ein Bauprodukt zur Anwendung in Innenräumen empfohlen werden kann. So wurde bereits viel zur Verbesserung der Qualität der Bauprodukte und damit der Innenraumluft beigetragen. Der Workshop wird zeigen, ob und in welchen Fällen weiterer Handlungsbedarf besteht.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 26000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 24 Fachgruppen, darunter die Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie mit 950 Mitgliedern. Die Fachgruppe, gegründet 1990, will helfen, Erkenntnislücken zu schließen über Eintrag, Verteilung, Umwandlung und Verbleib von chemischen Stoffen in der Umwelt und über Einwirkungen von chemischen Stoffen (einschließlich der natürlichen) auf Menschen, Tiere, Pflanzen, niedere Lebewesen und auf Lebensräume. Umweltchemie kann nur gemeinsam mit anderen Wissensgebieten interdisziplinär betrieben werden, bei diesem Workshop gemeinsam mit den Bauchemikern. Deren GDCh-Fachgruppe besteht seit 1997 und hat sich zum Ziel gesetzt, bauchemische Kenntnisse zu bündeln, zum Informationsaustausch beizutragen und neue Impulse zu geben. Verhindert werden soll falscher Einsatz oder falsche Kombination von Baumaterialien, wodurch Folgeschäden und Kosten entstehen können.

Gesellschaft Deutscher Chemiker, Presseinfo 51/04, 28. September 2004


Elektrosmog im Alltag
Neue Broschüre auf www.forum-elektrosmog.de

(vera - 27.09.2004) Dem Streit über mögliche Risiken durch Elektrosmog stehen Verbraucher häufig hilflos gegenüber. Eine neue Broschüre der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. soll Verbraucher dabei unterstützen, selbst Vorsorge vor möglichen Gesundheitsrisiken zu treffen.

Nieder- und Hochfrequenztechnik sind für Verbraucher ein fester Bestandteil des Alltags. Niemand kann sich mehr ein Leben ohne Strom vorstellen, und auch auf das Handy verzichtet kaum noch jemand. Doch der Fortschritt hat seine Schattenseiten. Rund um Steckdosen, Kabel und Hausgeräte breiten sich niederfrequente Felder aus. Handys, Mobilfunkantennen und Schnurlostelefone sowie WLAN- und Bluetooth-Technik geben hochfrequente Strahlung ab.

Die Meldungen über die krankmachende Wirkung der als Elektrosmog bezeichneten hoch- und niederfrequenten Felder reißen nicht ab. Konzentrations- und Schlafstörungen werden damit ebenso in Verbindung gebracht wie die Förderung von Krebs. "Der Wissensstand über mögliche Gesundheitsgefährdungen durch Elektrosmog ist bis heute nicht zufriedenstellend. Wir empfehlen Verbrauchern deshalb, Vorsorge zu betreiben," erklärt Ralf Schmidt-Pleschka, Umweltreferent der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V.


Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. hat die kritischen Fragen zum Thema Elektrosmog in einer 12-seitigen Broschüre für Verbraucher aufbereitet. Sie bietet Informationen über Quellen, Alltagsbelastung und gesundheitliche Wirkungen von Elektrosmog sowie praktische Tipps zur Vorsorge und Antworten auf häufige Fragen.

Die Broschüre Elektrosmog im Alltag kann ab sofort über das Internet-Portal www.forum-elektrosmog.de kostenlos als pdf-Dokument heruntergeladen oder zum Preis von 2,60 Euro (inkl. Versandkosten) online bestellt werden.

Pressemitteilung der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.

Verbraucher-Newsletter, 27.09.2004, www.verbrauchernews.de


Was tun gegen Antennenstrahlung?

Eine Mobilfunkantenne in der Nachbarschaft mag ärgerlich sein, ob aber von ihr eine Belastung oder gar gesundheitliche Beeinträchtigung ausgeht, ist durchaus fraglich. Bevor man zu kostspieligen Maßnahmen greift, sollten deshalb zunächst einige wichtige Informationen eingeholt werden:

Informieren

Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) betreibt unter emf.regtp.de eine Datenbank mit allen Standorten von Mobilfunkantennen, inklusive der von der RegTP oder den Landesbehörden gemessenen Strahlenemission. Hier können Sie einen ersten Eindruck über die zu erwartende Strahlenbelastung bekommen.

Behörden befragen

Nehmen Sie Kontakt mit den zuständigen kommunalen Behörden auf, insbesondere mit dem Gesundheitsamt und dem Bauamt. Hier erhalten Sie u. a. Informationen über die baurechtlichen Grundlagen für die Errichtung und möglicherweise auch über den Betreiber sowie die technischen Details zur Antenne.

Tipp: Ein Anruf lohnt auch, wenn keine Antenne in der Nachbarschaft steht. Denn über die Standortplanung kann man hier frühzeitig erfahren, wo künftig Antennen geplant sind. Im Vorfeld sind einvernehmliche Lösungen wesentlich leichter zu finden, als nach Abschluss der Installation.

Rechtsrat einholen

Bei Unstimmigkeiten kann man sich an einen Anwalt wenden, um sich über die Rechtmäßigkeit der Errichtung zu informieren. Die Befürchtung von Gesundheitsschäden reicht in aller Regel als Klagegrund allerdings nicht aus, Urteile gegen Mobilfunkantennen basieren fast immer auf baurechtlichen Bestimmungen.

Messen

Messungen sollten immer von erfahrenen Fachleuten durchgeführt und ausgewertet werden. Achten Sie darauf, dass Ihnen eine allgemeinverständliche Bewertung der Messergebnisse ausgehändigt wird. Holen Sie Referenzen der in Frage kommenden Unternehmen ein. Bietet das Messunternehmen Ihnen gleichzeitig auch Sanierungsmaßnahmen an, sollten sie stutzig werden.

Abschirmen

Eine Abschirmung des Hauses empfiehlt sich nur bei nachgewiesener erhöhter Belastung bzw. beim Auftreten von Krankheitssymptomen. Sie sollte von einem Fachbetrieb, möglichst nicht vom Messunternehmen, durchgeführt werden. Zur Abschirmung geeignet sind spezielle Tapeten oder metallbedampften Folien sowie Abschirmgardinen oder -vorhänge für die Fenster. Positiv wirkt sich auch der Einbau von hochwärmedämmenden Fensterscheiben aus.

Weitergehende Informationen erhalten Sie unter www.forum-elektrosmog.de.

Verbraucher-Newsletter, 25.10.2004, www.verbrauchernews.de

Kommentar DIMaGB.de: Und weil diese Abstrahlungen so unbedenklich sind, wurden in Deutschland die Grenzwerte hundert- und tausendfach (!) höher gesetzt als in Österreich und in der Schweiz. Grenzwerte
Auch hier scheint der Grundsatz zu gelten: erst massenhaft krank werden lassen, dann erst handeln.


Gesund renovieren und Allergien vermeiden

Weichmacher, Konservierungsstoffe und Lösungsmittel in Farben sind ein Gesundheitsrisiko für Kinder und Erwachsene

Berlin, 18. Oktober 2004. Für Allergiker wird der Traum von einer schönen, renovierten Wohnung oft zum Albtraum. Denn die in vielen Farben enthaltenen Weichmacher, Lösungs- und Konservierungsmittel können allergische Beschwerden auslösen oder verstärken. Selbst Farben mit Ökosiegeln wie dem „Blauen Engel“ sind oft nicht frei von diesen Stoffen. Atemnot und Ausschläge können die Folge sein. Auch für Babys bedeuten renovierte Räume ein erheblich erhöhtes Allergie-Risiko. Darum ist es wichtig, eine Farbe auszuwählen, die die Raumluft nicht belastet. Besonders gut für Allergiker und Asthmatiker geeignet ist die Oberflächenbeschichtung TS, weil sie im Gegensatz zu den meisten Farben keinerlei gesundheitsschädliche oder allergieauslösende chemische Stoffe enthält.

Ist ein Baby unterwegs, ziehen die werdenden Eltern oft in eine neue Wohnung oder versuchen, die alte so schön wie möglich für den Familienzuwachs herzurichten. Rund 60 Prozent der werdenden Eltern renovieren Teile der Wohnung, insbesondere das künftige Kinderzimmer. Doch nach einer aktuellen Langzeitstudie des Umweltmedizinischen Zentrums Leipzig, kann die gut gemeinte Fürsorge ein erhebliches Risiko für das Neugeborene darstellen.

Das Problem: Viele Farben, Lacke, Holzschutzmittel und Klebstoffe enthalten schwerflüchtige organische Verbindungen, vor allem so genannte Weichmacher, die bis zu einem halben Jahr nach der Renovierung in der Luft bleiben. Rund 5000 Fälle wurden im Rahmen der sogenannten LISA-Studie untersucht. Bei fast 30 Prozent wurden die Schadstoffwerte in der Raumluft erheblich überschritten. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind an Allergien, Neurodermitis oder Atemwegserkrankungen leidet, steigt laut Studie um circa 40 Prozent, wenn es sich viel in renovierten Räumen aufhält. Ebenfalls ein erhöhtes Allergie-Risiko für das Baby besteht, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft regelmäßig in renovierten Räumen aufhält.

Ein weiteres Risiko sind die so genannten Isothiazolinone, Konservierungsmittel, die dafür sorgen, dass Farben, Lacke und Putze länger halten. Sie ersetzten seit einigen Jahren die früher gebräuchlichen benzinähnlichen Stoffe, deren Dämpfe inzwischen als gesundheitlich bedenklich und umweltgefährdend bekannt sind. Doch in letzter Zeit sind vermehrt Isothiazolinon-Allergien aufgetreten. Rund fünf Prozent aller Allergie-Patienten sind mittlerweile davon betroffen. Damit finden sich die Isothiazolinone unter den Top 10 der allergieauslösenden Stoffe. Die Symptome treten meist schon kurze Zeit nach dem Betreten einer renovierten Wohnung auf: Zunächst spüren die Betroffenen ein Brennen und Jucken im Gesicht, dann kommen Ausschläge hinzu, schließlich schwillt das Gesicht an. Betroffen sind vor allem Frauen. Die Allergie bleibt meist ein Leben lang, jeder renovierte Raum kann einen Rückfall auslösen.

Die Abteilung Chemikalien und Gebrauchsgegenstände des Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt hat 16 in Deutschland gebräuchliche Dispersionsfarben untersucht und fand in allen Isothiazolinone. Die Malerfirmen sind dem Problem machtlos ausgeliefert, denn Farbenhersteller sind nicht verpflichtet, die Inhaltsstoffe ihrer Produkte auf der Verpackung offen zu legen. Und auch Öko-Siegel geben keine Sicherheit: Der Verbraucher steht ratlos vor einer Vielzahl von Öko-Labels, deren Bedeutung und Seriosität umstritten ist. Immer wieder decken Verbraucherschützer Etikettenschwindel auf. Viele der angeblichen Öko-Farben enthalten allergieauslösende Stoffe.

Saubere Luft mit TS

Auf Nummer Sicher gehen Malermeister und Verbraucher mit TS. Da die Beschichtung emissionsfrei ist, entsteht keine Raumluftbelastung. TS enthält keine schwerflüchtigen organischen Verbindungen, Weichmacher, Lösungsmittel oder Isothiazolinone und setzt weder während noch nach der Verarbeitung gesundheitsschädliche oder als allergieauslösend bekannte chemische Stoffe oder Dämpfe frei. Das bestätigen wissenschaftliche Untersuchungen der Gesellschaft für Wissenschaftstransfer in der Gebäude-Diagnostik Berlin, des Kantonalen Loboratoriums Basel-Stadt sowie des Instituts für Organische Industrie in Warschau.

Winzige keramische Hohlkörper in TS sorgen zudem für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, so wird weniger Staub aufgewirbelt – eine Wohltat für Hausstauballergiker. Das Membransystem ist so eingestellt, dass sich die Luftfeuchtigkeit im Raum um optimale 55 Prozent bewegt. Die saubere, gesund befeuchtete Luft erleichtert Allergikern und Asthmatikern die Atmung.

Diese Erfahrung machte auch Hilde Pohlmann aus Olsburg im Sauerland. Die 72jährige ist seit vielen Jahren Allergikerin und reagiert nicht nur auf Pollen, Hausstaub und diverse Lebensmittel, sondern auch auf Medikamente, Kunststoff, bestimmte Chemikalien und vor allem Farben allergisch. In frisch renovierten Räumen brennen und tränen ihre Augen, es befallen sie Kopfschmerzen, Übelkeit und schlimme Ausschläge bis hin zur Neurodermitis. In diesem Jahr konnte Hilde Pohlmann zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten gemeinsam mit ihrer Familie renovieren und dabei sogar selbst den Pinsel schwingen – dank TS. „Ich hatte überhaupt keine Probleme, weder während der Renovierungsarbeiten noch danach. Das grenzt wirklich an ein Wunder“, erzählt die Rentnerin. „Seit der Renovierung fühle ich mich richtig wohl in meiner Wohnung.“

Informationen über TS

Die TS-Beschichtungen für Fassaden, Dächer und Innenräume sind Energiesparsystem, Langzeitschutz und Coloration in einem. Sie sorgen für ein behagliches Wohlfühlklima in allen Räumen, helfen Heiz- und Kühlkosten zu sparen und schützen Fassaden und Dächer vor Umwelteinflüssen und Verwitterung.
Die TS-Produkte basieren auf der thermokeramischen Membranfunktion und machen sich das physikalische Prinzip des Wärme-Feuchte-Transports zunutze. Ein extrem haftbares Bindemittel und Millionen winziger Keramikhohlkügelchen machen TS deutlich haltbarer als herkömmliche Farben, sorgen für eine vergrößerte Oberfläche und regulieren den Feuchtigkeitshaushalt der Wände. So lassen sich mit TS bis zu 30 Prozent der Heizkosten sparen. Im Sommer kann auf eine Kühlung durch Klimaanlagen verzichtet werden.
TS legt sich wie eine Haut um das Gebäude und schützt Fassaden und Dächer vor schädlichen Wettereinflüssen wie Regen, Schnee und Hagel, aber auch vor Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Smog, Schmutz und Säuren. Risse werden gemindert, Fugen wirksam überbrückt. Schimmel, Algen, Moosen und Pilzen entzieht TS den Nährboden. Die Wirkungsweise ist vielfach wissenschaftlich belegt worden.
TS steht in 4.000 Farbtönen zur Verfügung, ist gesundheitlich unbedenklich, umweltfreundlich und allergikergeeignet. Die Beschichtung kostet etwa so viel wie eine normale, hochwertige Dispersionsfarbe und ist genauso einfach zu verarbeiten. Darüber hinaus überzeugt TS durch eine hohe Farbbeständigkeit. Auch für schwierige Untergründe ist TS hervorragend geeignet.
Zu den internationalen Kunden gehören neben zahlreichen Eigenheimbesitzern BMW, Rolls Royce, Shell, BP, McDonald’s, Sony, mehrere Brauereien in den USA und Japan, die National-Druckerei von Brasilien sowie die amerikanische, britische und kanadische Regierung. Auf dem europäischen Markt ist TS seit 1997 erhältlich. Seit 2003 produziert und vertreibt die Berliner SICC GmbH das hochwertige Beschichtungssystem TS exklusiv für Deutschland, Europa und den Nahen Osten.

Quelle: TS Pressemitteilung, 18.10.2004

mehr Informationen


Zusammenhang zwischen Reinigungsmitteln und keuchendem Atmen
Sensibilisierung besteht bereits im Mutterleib

Bristol (pte, 23. Dez 2004 15:50) - Ein Kontakt mit Reinigungsprodukten während der Schwangerschaft steigert das Risiko für die Kinder ständig keuchend zu atmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bristol http://www.bris.ac.uk/. Die Wissenschaftler analysierten die Verwendung einer Reihe von Produkten wie Bleichmittel, Farbenabbeizmittel und Teppichreiniger. Kinder von Familien, die derartige Produkte am meisten benutzen, hatten eine zweimal so hohe Wahrscheinlichkeit keuchend zu atmen wie jene, in deren Familien die Produkte am seltensten verwendet wurden. Die Studie, die an 14.000 Kindern durchgeführt wurde, wurde im Journal Thorax publiziert.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Verbindung zwischen einem pränatalen Kontakt mit Reinigungsmitteln und Schnaufen besteht, aber auch der Kontakt nach der Geburt könnte ein Faktor sein. Weitere Forschungen wollen nun physiologische Veränderungen in den Lungen der Kinder feststellen. Keuchendes Atmen kann ein Zeichen dafür sein, dass ein Kind Asthma entwickelt.

Die schwangeren Frauen wurden gefragt, wie oft sie Haushaltsreiniger verwenden. Die elf am häufigsten Gebrauchten waren Desinfektionsmittel (von 87,4 Prozent verwendet), Bleichmittel (84,4 Prozent), Teppichreiniger (35,8 Prozent), Fensterreiniger (60,5 Prozent), Trockenreinigungsflüssigkeit (5,4 Prozent), Aerosol (71,7 Prozent), Terpentin (22,6 Prozent), Luftreiniger (68 Prozent), Farbenabbeizmittel (5,5 Prozent), Farbe (32,9 Prozent) und Pestizide/Insektizide (21,2 Prozent). Dann errechneten die Forscher die gesamte chemische Belastung für jede Familie, abhängig davon wie oft sie jedes Produkt benutzten. Schließlich verglichen sie diese Daten mit den Berichten der Mütter, ob ihr Kind keuchend atmet.

6,2 Prozent der Kinder hatten vom Babyalter an keuchenden Atem. Über 70 Prozent zeigten gar keine Symptome. 19,5 Prozent keuchten als Babys, aber nicht, als sie schon älter waren und 3,5 Prozent bekamen Atemprobleme nach dem Alter von zweieinhalb. Je öfter die Chemikalien verwendet wurden, desto größer war die Wahrscheinlichkeit für schnaufendes Atmen beim Kind. Diese Verbindung war auch nachweisbar, als andere Faktoren wie Rauchen der Eltern, feuchte Behausung und eine Familiengeschichte von Asthma einbezogen wurden. Andere Studien zeigten, das Menschen, die als Reinigungskräfte arbeiten, ein erhöhtes Risiko für Asthma haben. Studienleiterin Andrea Sherriff sagte: "Wir können nicht sagen, die Produkte verursachten das keuchende Atmen. Wir können nur sagen, wir beobachteten einen Zusammenhang."

Aussender: pressetxt.de


ÖKO-TEST Fußbodenkleber
Das ist hart

Dicke Luft im Wohnzimmer? Das kann am falschen Fußbodenkleber liegen. Denn bei einer Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigte sich, dass viele Produkte jede Menge unnötige Chemie ins Haus bringen. Der vollständige Test mit 19 Klebern für verschiedene Beläge steht in der aktuellen Februar-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins - jetzt am Kiosk erhältlich.

Lediglich drei Naturlatexkleber schnitten mit "sehr gut" ab. Bei den schlechter bewerteten Produkten war vor allem zu bemängeln, dass sie flüchtige Acrylate enthalten. Diese Stoffe können entweichen und Allergien verursachen. Auch bedenkliche Konservierungs- und Lösemittel in einigen Marken tragen nicht zur Verbesserung des Wohnklimas bei. In drei Klebern fanden die von ÖKO-TEST beauftragten Labore sogar krebsverdächtiges Styrol.

PRESSEMITTEILUNG
Frankfurt, 02. Februar 2005


Umweltgerechtes und gesundes Bauen und Wohnen

In Innenräumen machen sich Schadstoffe und insbesondere Schimmelpilze immer weiter breit und gefährden die Gesundheit der Bewohner. Der Bundesverband für Umweltberatung (bfub) e.V. veranstaltet in Kooperation mit der Verbraucherzentrale des Landes Thüringen und der Umweltberatung NordOst, unter der Schirmherrschaft von Herrn Minister Dr. Klaus Zeh, Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit Freistaat Thüringen, am Donnerstag dem 17.02.2005 in Erfurt einen Fachkongress, auf dem Lösungen dieser Problematik gemeinsam mit Akteuren gesucht werden.

Mit der Zielsetzung, die Beteiligten näher zusammen zu bringen, richtet sich der Tagungsinhalt auf fachübergreifende Zusammenhänge im Bereich Ursachenanalyse, Gesundheit, Schadensbeseitigung, Sanierung, Diagnostik, Messmethodik, und Recht. Experten aus den Landesgesundheitsämtern, der Verbraucherzentrale, der Energieberatung, der Baubiologie, der Umweltmedizin und Bauphysik, sowie aus Mieter- und Eigentümerverbänden werden einen Tag lang referieren und diskutieren.
Neben dem fachlich hochwertigen Vortragsangebot präsentieren Aussteller des Themengebietes etliche, brandneue Informationen an Ihren Ständen, die zum Erfahrungsaustausch einladen.

Schimmelpilze entstehen z.B. durch Bau- und Feuchteschäden, fehlerhafte Sanierungen, falsche Wärme-dämmungen und werden durch schlechtes Lüften in ihrem Wachstum begünstigt. Ihre Sporen sind ge-sundheitsgefährdend und können allergische und Reizreaktionen - wie Asthma, Haut- und Schleim-hautreizungen oder grippeartige Symptome - auslösen. Bauschäden hervorgerufen durch Feuchtigkeit und Schimmelbildung sind deshalb Topthemen für Wohnungsverwalter, Architekten, Sachverständige, Rechtsanwälte, Mediziner, Handwerker, Umwelt- und Energieberater.

Zur Lösung des Problems sind viele Aspekte zu betrachten: Gesundheitsgefährdung, Schäden am Gebäude, Wärmedämmung, zu wenig geheizt, falsch gelüftet usw. In der Vergangenheit entstanden sehr unterschiedliche Sichtweisen und Beurteilungen die es gilt auszuwerten und auch anzuwenden.

Die Veranstaltung richtet sich an involvierte Personengruppen. Dies können Fachleute, die mit der Problematik beruflich verbunden sind sein, aber auch interessierte und betroffene Bürger/innen. In der Tagungspauschale von 95 € sind Tagungsreader, Mittagsimbiss und Getränke enthalten. Weitere Informationen sind in der
Bundesgeschäftsstelle des bfub e.V.,
Tel. 0421-343400 oder per E-Mail
email:bfubev@t-online.de zu erhalten.

Der Bundesverband für Umweltberatung (bfub) e.V. als Interessenvertretung des vorbeugenden Umweltschutzes, sichert die Qualität der Beratung mit Güteanerkennung seiner Mitglieder, Qualitätsmanagement, Fortbildungen, Projekten und mehr.

Aussender: Bundesverband für Umweltberatung (bfub) e.V.
www.umweltberatung.org


Hochspannungsleitungen als Leukämieauslöser
Das Leben neben dem Mast erhöht das Krebsrisiko bei Kindern um bis zu 70 Prozent

London (pte/03.06.2005/15:52) - In der unmittelbaren Umgebung von Hochspannungsmasten zu leben führt bei Kindern möglicherweise zu einem erhöhten Risiko an Leukämie zu erkranken. Denn laut jüngsten Forschungsergebnissen der University of Oxford http://www.ox.ac.uk haben Kinder, die im Umkreis von 200 Meter zu einem Hochspannungsmasten wohnen, ein 70 Prozent höheres Erkrankungsrisiko. Von Geburt an neben einem Mast zu leben könnte demnach für fünf zusätzliche Fälle von Kinderleukämie verantwortlich sein. Das Risiko verringert sich ab einem Umkreis von 600 Metern und mehr. Warum dieses Phänomen jedoch auftritt können die Forscher nicht schlüssig erklären. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe des British Medical Journal http://www.bmj.com nachzulesen.

Die Forscher analysierten Daten von mehr als 29.000 Kindern aus England und Wales, die im Zeitraum zwischen 1962 und 1995 geboren wurden und von denen 9.700 an Krebs erkrankten. Die Daten wurden mit einer Kontrollgruppe gesunder Kinder verglichen. Die Forscher maßen die Distanzen vom jeweiligen Haus der Kinder bis zum nächsten Hochspannungsmasten. Dabei konnten sie feststellen, dass 64 Kinder, die an Leukämie erkrankt waren, innerhalb von 200 Metern eines Sendemasts lebten. 258 leukämiekranke Kinder wohnten in der Entfernung von 200 bis 600 Metern.

Jene Kinder, die im Umkreis von 200 Metern lebten, hatten ein 70 Prozent höheres Risiko an Leukämie zu erkranken als jene Kinder, die 600 Meter und weiter entfernt lebten. Bei einer Distanz von 200 bis 600 Metern betrug das Risiko 20 Prozent.

Obwohl die Forscher klar die steigende Zahl der Leukämieerkrankungen erkennen konnten, haben sie dafür jedoch keine Erklärung. Denn Leukämie kann durch ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Gegebenheiten, wie Genetik, Immunsystemserkrankungen, Infektionen oder Bestrahlung ausgelöst werden. "Es gibt keine feststellbaren biologischen Gründe, welche die Untersuchungsergebnisse untermauern. Möglicherweise ist die erhöhte Leukämiekumulation in diesen Regionen nur zufällig. Es könnte jedoch auch sein, dass die Umgebung, in der die Masten gebaut sind, in Zusammenhang mit der erhöhten Krebsrate steht oder einfach nur die genetische Veranlagung der Kinder dafür verantwortlich ist", erklärte Studienleiter Gerald Draper.

Die Ergebnisse der Studie lassen jedoch wieder die Diskussion in der Wissenschaft aufflammen, ob es sicher ist in der Nähe von Hochspannungsleitungen zu wohnen. Denn frühere Forschungsergebnisse geben Hinweise darauf, dass elektromagnetische Felder krebsauslösend wirken. Die Experten warnen jedoch vor einer Panikmache, denn selbst wenn sich die jüngsten Ergebnisse bestätigen, so liegt die Zahl der tatsächlich durch Masten ausgelösten Leukämieerkrankungen bei nur einem Prozent. (Ende)

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Evelyn Lengauer


Asbest - Versteckte Gefahr

Asbestsanierung hat bei großen öffentlichen Gebäuden wie dem Berliner Palast der Republik in den letzten Jahren viel Aufsehen erregt. Doch auch in Privathäusern steckt oft krebserregender Asbest, zum Beispiel in PVC-Fußbodenbelägen, Heizkörperverkleidungen und Fensterbrettern aus Asbestzement. Diese Baustoffe gehören heute auf den Sondermüll.

test untersucht Proben aus Ihrer Wohnung auf Asbest und gibt Tipps zur fachgerechten Sanierung der Altlasten.
Info zu Heft 07.2005


Gesunde Bauprodukte und Bodenbeläge

Die Verwendung gesundheitlich unbedenklicher Baustoffe ist einer der zentralen Punkte des umweltfreundlichen Bauens. Versäumnisse können leicht bestraft werden, etwa durch die Ausbreitung von Schadstoffen in der Innenraumluft. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. bietet jetzt ein Info-Paket zum Thema „Bauen“.

Wer auf Wohnqualität achtet, für den spielt das umwelt- und gesundheitsgerechte Bauen vom ersten Augenblick an eine entscheidende Rolle. Darauf hat auch der Markt reagiert, der vermeintlich alles fürs umweltgerechte Bauen anbietet: ökologische und schadstoffarme Baumaterialien, effiziente Technik und hochwirksame Dämmstoffe.

„Ohne Orientierungshilfe ist es Verbrauchern kaum möglich zu überprüfen, welche der vollmundigen Versprechungen stimmen und welche nicht“, betont Ralf Schmidt-Pleschka, Umweltreferent bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.

Das aus drei Broschüren bestehende Info-Paket „Bauen“ bietet einen Überblick über „Gesunde Bauprodukte“, gängige Siegel und praktische Tipps für den Kauf. Es setzt darüber hinaus den Schwerpunkt auf eine der häufigsten Schadstoffquellen im Haus: den Bodenbelägen.

Das Info „Teppichboden“ stellt textile Bodenbeläge auf den Prüfstand und informiert über Teppich-Siegel, mögliche Schadstoffgehalte sowie Gesundheits- und Umweltaspekte. Das Info „Glatte Bodenbeläge“ beleuchtet dann die gesundheitlichen und ökologischen Aspekte von Laminat, Parkett, Fliesen, Kunststoff- und Steinböden.

Schmidt-Pleschka: „In vielen Bodenbelägen finden sich nach wie vor gefährliche Schadstoff-Cocktails, gerade in billiger Importware. Egal ob Teppich oder glatter Belag: Es empfiehlt sich immer, besonders auf die Qualität zu achten.“

Das Info-Paket kann für 2,50 Euro (inkl. Versand, Scheck oder Briefmarken) bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V., Elsenstraße 106, 12435 Berlin oder unter www.verbraucher.org bestellt werden.

Pressemitteilung der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
(29.06.2005 - vera)


Feinstaubemissionen
 

 

Farbentfernung
Ohne Gift gehts kaum

Viele Mieter und Hauseigentuemer kennen das Problem: Nach einigen Jahren vergilbt die Farbe an Tueren und Fensterrahmen und der Lack blaettert allmaehlich ab. Dann ist es hoechste Zeit fuer einen neuen Anstrich. Zuvor muessen aber erst Farbreste und Lacke runter. Beim Entfernen der Farbe haben Heimwerker die Wahl zwischen Chemie mit zum Teil gefaehrlichen Inhaltsstoffen, Heissluft und Mechanik. STIFTUNG WARENTEST online zeigt wirksame Abbeizmittel und geeignete Heissluftpistolen. Im Test: 22 chemische Abbeizmittel und sechs Heissluftpistolen.

Die vollstaendige Meldung
Stiftung warentest, 15.07.2005


Jeder schwitzt anders
Hitzköpfe schwitzen mehr!

Schwitzen ist lebenswichtig, denn unser Körper reagiert äußerst empfindlich auf Überhitzung. Aber jeder schwitzt anders: Der eine mehr, der andere weniger. Das bestimmen die Gene und auch das Temperament. Wer sich schnell aufregt, schwitzt auch mehr.

Meist unbemerkt verlieren wir jeden Tag mindestens einen halben Liter Flüssigkeit über die Haut. Bei großer Wärme und beim Sport können das aber schnell fünf Liter und mehr sein. Die Konsequenz ist stets dieselbe: Die ausgeschiedene Flüssigkeitsmenge muss wieder ausgeglichen werden. Wer keine Leistungseinbußen hinnehmen will, braucht Wasser!

Schwitzen ist unsere körpereigene "Klimaanlage": die Verdunstung von Wasser hält unseren Körper auf 37 Grad C. Das ist für unsere Stoffwechselvorgänge lebenswichtig. Insbesondere bei körperlicher Aktivität oder bei Außentemperaturen von über 29 Grad C wird das körpereigene Kühlsystem aktiviert. Und gerade dann gilt: Viel trinken, damit immer ausreichend Wasser für die Verdunstung bereit steht. Überall verfügbar und in bester Qualität ist Trinkwasser, das obendrein noch kalorienfrei ist.

Warum schwitzen Hitzköpfe mehr?

Ein echter "Schweißtreiber" ist das Temperament. Angst, Ärger oder Wut wirken wie ein Katalysator auf die Schweißproduktion. Je intensiver die Erregung, desto schneller wird sie über das vegetative Nervensystem direkt an die Schweißdrüsen weitergegeben. Zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen sitzen in unserer Unterhaut und sind für die Schweißbildung verantwortlich. Wie viele Schweißdrüsen dem Körper jeweils für sein Kühlsystem zur Verfügung stehen, hängt von der genetischen Veranlagung ab. So unterschiedlich wie wir schwitzen, so individuell ist auch unser Wasserbedarf. Einen unentgeltlichen "Trinkcheck" gibt es im Internet unter www.trinkberater.de.

Aussender: Verbrauchernews.de, 23.07.2005


Schimmelpilze - Die schleichende Gefahr
Schimmelpilze gehören zu den wichtigsten Innenraumallergenen

Schimmelpilze benötigen zum Gedeihen einen hohen Grad an Feuchtigkeit. Daher kann man sie bevorzugt in dauerfeuchten Ecken, im Bad, an Duschvorhängen und dauerelastischen Fugen beobachten. Abgesehen davon, dass Schimmelpilze unsere Fliesen unhygienisch aussehen lassen, stellen sie auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Die Zahl der vorkommenden Pilzarten wird auf die Schwindel erregende Höhe von über 250.000 geschätzt. Zirka 100.000 sind bisher erfasst. Die Vermehrung der Schimmelpilze erfolgt durch Sporulation, das heißt der Pilz gibt eine Unmenge von Sporen an die Luft ab, die wir dann einatmen. Nach Studien der New Yorker Mount Sinai School of Medicine ( http://www.mssm.edu ) reicht das Spektrum allergischer Reaktionen von Hautreizungen, grippeähnlichen Beschwerden über schwere Erschöpfungszustände bis hin zu Schwindel sowie Gedächtnis- und Sprachstörungen. Einen weiteren Hauptkomplex bilden Atemwegserkrankungen, verbunden mit Reizhusten und Engegefühl in der Brust bis hin zum allergischen Asthma.

Speziell in der Hotellerie und Gastronomie wird gegen dieses Problem angekämpft. Mit verschiedenen Chemikalien rückt man dem Pilzbefall zu Leibe. Das Ergebnis ist meist, dass die Flecken zwar verschwinden doch nach nicht allzu langer Zeit muss man feststellen, dass man nur eine Schlacht gewonnen hat, der Krieg aber aussichtslos erscheint. In der Vergangenheit war nun eine Komplettsanierung der verfliesten Flächen oder zumindest der Fugen unumgänglich. Die Kosten hierfür sind horrend.

In Österreich wurde aber nun vom Wiener Unternehmer Artur Kogler ( http://www.artko.at ) ein neues Verfahren zur Erneuerung der Zementmörtelfugen entwickelt, welches nicht nur effektiv und zeitsparend, sondern auch kostengünstig und ökologisch unbedenklich ist. Eine Kombination von sanften und zerstörungsfreien Maßnahmen ermöglicht die vollständige Beseitigung dieser unerwünschten und unappetitlichen Erscheinungen und vernichtet nebenbei auch noch Badezimmeralgen, Bakterien und entfernt unerwünschten Kalkstein. Als weiterer positiver Nebeneffekt ergibt sich, dass ein Badezimmer dann wieder in neuem Glanz erstrahlt. Vor allem in der Hotellerie und in öffentlichen Einrichtungen können durch dieses neue Verfahren Unsummen eingespart und gesundheitliche Risken vermieden werden.

Aussender: pressetext.at, Wien pts/25.07.2005

Infolink: Die giftfreie Lösung des Schimmel-Problems


Bildungsservice: Qualität der Innenraumluft

Zu einem gesunden Wohnen gehört auch eine saubere Raumluft. Die ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, denn Schadstoffe können die Luft in Wohn- und Arbeitsräumen belasten. Emissionen aus Baumaterialien, Einrichtungs- und Ausstattungsgegenständen, Reinigungs- und Pflegemitteln sind hier zu nennen.
Diese Emissionen können unter Umständen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den Betroffenen führen. Die Schülerinnen und Schülern sollen dazu im Sinne der Risikokommunikation Kompetenzen entwickeln, die ihnen erlauben, mit unterschiedlichen, teilweise widersprüchlichen Medienberichten über die Gefährlichkeit dieser Stoffe umzugehen.
Die Anreicherung von sensorisch nicht oder nur schwer erfassbaren flüchtigen Stoffen wird beispielhaft anhand der Kohlenstoffdioxidkonzentration der Raumluft im Klassenzimmer nachvollzogen. Die Schülerinnen und Schüler bestimmen hierzu den Verlauf der CO2-Konzentrationen in ihrem Klassenraum. Sie erkennen, wie bedeutend das richtige Lüften für die Qualität der Raumluft ist, beschäftigen sich mit den möglichen Quellen von Schadstoffen in Innenräumen und entwickeln ein Problembewusstsein und Lösungsstrategien zum Umgang mit diesen Stoffen. Abschließend erstellen sie einen Ratgeber "Renovieren und Einrichten" mit ihren Empfehlungen.

Bundesumweltministerium, 16.09.2005


Schutz vor Alltagsgiften gefordert
EU-Chemikalienreform REACH nicht weiter aufweichen


Die Bundesärztekammer, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Greenpeace fordern gemeinsam eine EU-Chemikalienreform, die den Gesundheits- und Verbraucherschutz stärkt. Vor der ersten Abstimmung des Europa-Parlamentes über die Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) appellierten die Verbände an die EU-Abgeordneten, keine weitere Abschwächung der Reform zu Lasten des Gesundheits- und Verbraucherschutzes zuzulassen. Nach den Vorschlägen der EU-Ausschüsse für Industrie sowie Binnenmarkt/Verbraucherschutz sollen die Anforderungen an Chemieunternehmen, Informationen über die Sicherheit ihrer Chemikalien zu liefern, noch weiter reduziert werden.

"Chemikalien können schwerste Erkrankungen verursachen. Bis heute wurden die meisten Stoffe kaum auf ihre Risiken getestet. REACH soll diesen unhaltbaren Zustand beenden und darf deshalb nicht weiter abgeschwächt werden", sagt Prof. Dr. Heyo Eckel, Vorsitzender des Ausschusses "Gesundheit und Umwelt" der Bundesärztekammer und Präsident der Ärztekammer Niedersachsen. "Auch in kleinen Mengen hergestellte Stoffe können ein hohes Gesundheitsrisiko darstellen. Über sie brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Daten als bisher in REACH vorgesehen. Die chemische Industrie darf nicht länger von ihrer Pflicht, ausreichende Sicherheitsdaten für ihre Stoffe zu liefern, entbunden werden."

"Wir betreiben derzeit ein chemisches Großexperiment, dessen Folgen für Mensch und Umwelt kaum abzuschätzen sind", sagt Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand des vzbv. "Der Verbraucher wird gezwungen, die Katze im Sack zu kaufen, inklusive eventuell schädlicher Chemikalien. Das Europa-Parlament und die designierte Bundesregierung sollten am ursprünglichen REACH-Entwurf festhalten und ihn zügig verabschieden. Eine weitere Verwässerung ist inakzeptabel und führt das Ziel der Verordnung, Mensch und Umwelt zu schützen, ad absurdum." In ihrem eigenen Interesse sollte die chemische Industrie ein verbraucherfreundliches REACH nicht boykottieren. Edda Müller: "Durch die Entwicklung von Ersatzstoffen hat REACH ein hohes Innovationspotential. Eine vorsorgeorientierte Chemikalienpolitik stärkt zudem das Vertrauen der Verbraucher, und beides ist gut für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft."

Greenpeace appellierte an die Europa-Abgeordneten und die künftige Bundesregierung, nicht dem Lobbydruck der chemischen Industrie nachzugeben. "Die angeblichen wirtschaftlichen Probleme durch REACH sind ein Vorwand. Eine eigene Studie der chemischen Industrie belegt, dass REACH keine gravierenden wirtschaftlichen Folgen haben wird", sagt Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace. "Für die Chemieindustrie wird es unangenehm, wenn sich viele ihrer Chemikalien als gefährlich herausstellen. REACH muss diese Stoffe schnell identifizieren und aus dem Verkehr ziehen. Deshalb darf die zukünftige Bundeskanzlerin die Verabschiedung von REACH jetzt nicht unnötig verzögern." Am Wochenende war bekannt geworden, dass auf Drängen der künftigen Bundesregierung eine für den 29. November geplante Entscheidung des EU-Wettbewerbsrates zu REACH verschoben werden soll.

Quelle: vzbv, in: Verbraucher-Nrewsletter vom 20.11.2005


"Internationaler Tag des Bodens am 05. Dezember 2005:
Bodenschutz – eine Aufgabe für die Europäische Union

Veranstaltung der Kommission Bodenschutz des Umweltbundesamtes zum Internationalen Tages des Bodens

Böden sind eine der wesentlichen Lebensgrundlagen des Menschen. Sie stehen im Zentrum des Umweltschutzes, mit vielen Schnittstellen zu den anderen Schutzgütern – wie Wasser und Luft. „Ohne saubere Böden ist sauberes Trinkwasser auf Dauer nicht sicher zu stellen und die dauerhafte Produktion gesunder landwirtschaftlicher Produkte kaum möglich“, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Andreas Troge auf der heutigen Veranstaltung in Dessau. Dabei reiche es nicht aus, sich auf nationalen Erfolgen eines vorsorgenden Bodenschutzes auszuruhen. ..."

Aussender: das UBA
Kommentar DIMaGB: Ein solcher "nationaler erfolg" besteht darin, dass jährlich 5.000 t Pestizide in Form von Algiziden und Fungiziden von den Fassaden in den Boden gespült werden. Mehr zum Thema
 

Die Seiten:

:: Baubeschreibung Einfamilienhaus

:: Das ideale Haus
:: Bauen & Wohnen: Gesundes Wohnen
:: Bauen und Wohnen: Zahlen und Fakten
:: Massivhaus EFH Neubau / Wie man ein Haus baut
:: Dachdecker-Murks
:: Bau-Murks
:: Schimmel, richtig heizen und lüften