Auf dieser Seite:
:: Bauen und Wohnen: Zahlen und Fakten
:: Aberglaube im Bauwesen
|
Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung

Bild: Schaubild 7 aus: Bevölkerung Deutschlands bis 2050
10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung
Presseexemplar Statistisches Bundesamt
Im Jahr 2050 wird jeder Dritte in Deutschland 60 Jahre oder älter
sein
WIESBADEN – In Deutschland wird sich das zahlenmäßige Verhältnis zwischen
älteren und jüngeren Menschen in den nächsten Jahrzehnten erheblich
verschieben: Im Jahr 2050 wird – nach der neuesten
Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes – die Hälfte
der Bevölkerung älter als 48 Jahre und ein Drittel 60 Jahre oder älter
sein. Auch die Einwohnerzahl in Deutschland wird – selbst bei den
angenommenen Zuwanderungssalden aus dem Ausland – langfristig abnehmen.
Dies berichtete der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen,
heute in Berlin bei der Vorstellung der Ergebnisse der 10. koordinierten
Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes bis zum Jahr
2050.
Derzeit hat Deutschland rund 82,5 Millionen Einwohner. Nach der "mittleren
Variante" der Vorausberechnung, auf die sich die nachstehenden Ergebnisse
beziehen, wird die Bevölkerungszahl nach einem geringen Anstieg auf 83
Millionen ab dem Jahr 2013 zurückgehen und bis zum Jahr 2050 auf das
Niveau des Jahres 1963 (gut 75 Millionen Einwohner) sinken. Der "mittleren
Variante" liegen folgende Annahmen zu Grunde: Konstante Geburtenhäufigkeit
von durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau; Erhöhung der Lebenserwartung
bei Geburt bis zum Jahr 2050 für Jungen auf 81,1 Jahre und für Mädchen auf
86,6 Jahre und ein jährlicher positiver Wanderungssaldo von rund 200 000
Personen.
Zu einem langfristigen Bevölkerungsrückgang kommt es, weil in Deutschland
– wie schon seit 30 Jahren – auch in den nächsten fünf Jahrzehnten stets
mehr Menschen sterben werden, als Kinder zur Welt kommen. Wegen des zu
unterstellenden anhaltend geringen Geburtenniveaus wird die heutige
jährliche Geburtenzahl von ca. 730 000 auf etwa 560 000 im Jahr 2050
sinken und dann nur noch halb so hoch sein wie die Zahl der jährlich
Gestorbenen, das "Geburtendefizit" wird etwa 580 000 betragen (2001: 94
000).
Das niedrige Geburtenniveau wird dazu führen, dass die jüngeren
Altersjahrgänge (bis etwa zum 50. Lebensjahr) generell schwächer besetzt
sind als die älteren. Die Zahl der unter 20-Jährigen wird von aktuell 17
Millionen (21% der Bevölkerung) auf 12 Millionen im Jahr 2050 (16%)
zurückgehen. Die Gruppe der mindestens 60-Jährigen wird mehr als doppelt
so groß sein (28 Millionen bzw. 37%). 80 Jahre oder älter werden im Jahr
2050 9,1 Millionen Personen und damit 12% der Bevölkerung sein (2001: 3,2
Millionen bzw. 3,9%).
Der sogenannte Altenquotient zeigt die zu erwartenden Verschiebungen im
Altersaufbau besonders deutlich: Für das derzeitige tatsächliche
durchschnittliche Rentenzugangsalter von 60 Jahren lag er 2001 bei 44,
d.h. 100 Menschen im Erwerbsalter (von 20 bis 59 Jahren) standen 44
Personen im Rentenalter (ab 60 Jahren) gegenüber. Nach der "mittleren
Variante" der Vorausberechnung wird der Altenquotient bis 2050 bis auf 78
steigen. Würden die Menschen nicht mit 60, sondern erst mit 65 Jahren in
den Ruhestand wechseln, ergäbe sich ein deutlich niedrigerer
Altenquotient: Für 2050 wäre ein Quotient von 55 gegenüber 78 bei dem
Rentenzugangsalter von 60 Jahren zu erwarten.
Die Alterung der deutschen Gesellschaft wird nicht erst in 50 Jahren zu
Problemen führen, sondern bereits in den nächsten beiden Jahrzehnten eine
Herausforderung darstellen. Der Altenquotient zeigt die kritische
Beschleunigung der Alterung zwischen 2010 und 2030. Von 2001 bis 2010
erhöht sich der Altenquotient in der Abgrenzung bei 60 Jahren "nur" von 44
auf 46, steigt dann bis 2020 deutlich auf 55 an und nimmt bis 2030
sprunghaft auf 71 zu.
...
Quelle: Statistisches Bundesamt
Auszug aus: Pressemitteilung vom 6. Juni 2003
Querverweis: 2030 Deutschland mit mehr Einwohnern als heute
|
Pro-Kopf-Wohnfläche wächst nur noch langsam
– Saarland mit 46 Quadratmetern Spitze –
Die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche ist 2004 auf den neuen
Höchststand von 40,7 Quadratmeter angestiegen. 2003 hatte sie noch bei
40,5 und 2002 bei 40,1 Quadratmeter gelegen. Der Anstieg um 0,2
Quadratmeter hat sich damit deutlich verlangsamt. In den 1990er Jahren
hatte er noch fast einen halben Quadratmeter pro Jahr betragen. Dies
ergaben Berechnungen des ifs Städtebauinstituts, Berlin.
Zwischen Ost- und Westdeutschland habe sich die Annäherung in der
Wohnfläche weiter fortgesetzt. Während 1989, also vor der
Wiedervereinigung, westdeutschen Bundesbürgern mit 36,7 Quadratmetern 9,3
Quadratmeter mehr Wohnfläche pro Einwohner zur Verfügung gestanden hätten
als ostdeutschen Bürgern mit 27,4 Quadratmetern, habe sich der Unterschied
bis 2004 bei 41,2 Quadratmetern in Westdeutschland und 38,0 Quadratmetern
in Ostdeutschland auf nur noch 3,2 Quadratmeter reduziert.
Dr. Stefan Jokl, Leiter des Instituts: "Der drastisch eingebrochene
Wohnungsneubau in den vergangenen Jahren, aber auch das fehlende
Einkommenswachstum, haben maßgeblich zu dieser Verlangsamung des
Wohnflächenwachstums beigetragen. Trotz des Höchststandes liegen wir im
internationalen Vergleich mit der Pro-Kopf-Fläche keineswegs an der
Spitze. So liegt z. B. die Wohnfläche in Dänemark und der Schweiz bei 50
und in Schweden bei rd. 45 Quadratmetern."
|
Wohnfläche je Einwohner 1989
bis 2004 in m2 |
| Jahr |
Westdeutschland |
Ostdeutschland |
gesamt |
| 1989 |
36,7 |
27,4 |
34,7 |
| 1990 |
36,4 |
28,2 |
34,8 |
| 1991 |
36,5 |
28,7 |
34,9 |
| 1992 |
36,5 |
29,0 |
35,1 |
| 1993 |
36,9 |
29,3 |
35,4 |
| 1994 |
37,4 |
31,1 |
36,2 |
| 1995 |
37,9 |
31,8 |
36,7 |
| 1996 |
38,3 |
32,6 |
37,2 |
| 1997 |
38,8 |
33,7 |
37,9 |
| 1998 |
39,3 |
34,5 |
38,4 |
| 1999 |
39,9 |
35,2 |
39,0 |
| 2000 |
40,2 |
36,0 |
39,5 |
| 2001 |
40,5 |
36,7 |
39,8 |
| 2002 |
40,8 |
37,2 |
40,1 |
| 2003 |
41,1 |
37,7 |
40,5 |
| 2004 |
41,2 |
38,0 |
40,7 |
| Quellen: Eigene
Berechnungen; Statistisches Bundesamt |
| ifs
Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V.,
Berlin |
Der Anstieg der Pro-Kopf-Wohnfläche sei in Westdeutschland 2004 im
Vergleich zu 2003 mit einem Zuwachs von 0,1 Quadratmetern von 41,1 auf
41,2 Quadratmeter erneut niedriger ausgefallen als in Ostdeutschland. In
den ostdeutschen Bundesländern habe die durchschnittliche Wohnfläche um
0,3 Quadratmeter und damit deutlich stärker von 37,7 Quadratmeter auf 38,0
Quadratmeter zugenommen. Das Städtebauinstitut hebt hervor, seit 1989 sei
damit die Wohnfläche in Ostdeutschland um 10 Quadratmeter oder 38,7
Prozent gestiegen; in Westdeutschland habe der Zuwachs dagegen "nur" 4,5
Quadratmeter oder 12,3 Prozent betragen.

Im innerdeutschen Vergleich gebe es zwischen den einzelnen Bundesländern –
so das ifs – weiterhin erhebliche Unterschiede: An der Spitze der
durchschnittlichen Wohnfläche pro Bundesbürger stehe unverändert das
Saarland mit 46,0 Quadratmetern, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 45,1 und
Niedersachsen mit 43,5 Quadratmetern. Am Ende dieser Skala rangierten –
trotz deutlicher Zunahme in den letzten Jahren – vor allem die
ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern mit 36,8, Sachsen mit
37,7 und Thüringen mit 37,9 Quadratmetern. Hamburg sei in der Rangfolge
deutlich zurückgefallen und liege mit 36,0 Quadratmetern nun an letzter
Stelle. Erneut überproportionale Zuwächse um jeweils 0,3 Quadratmeter
verzeichneten die Bundesländer Sachsen-Anhalt auf 39,0, Thüringen auf 37,6
und Mecklenburg-Vorpommern auf 36,5 Quadratmeter. In Hessen und
Schleswig-Holstein hätten die Pro-Kopf-Wohnflächen dagegen im Vergleich zu
2003 mit 41,7 bzw. 41,5 Quadratmetern stagniert.
Pressemitteilung IFS (Institut für Städtebau), 27.05.2005
|
60-70 Mrd. DM beträgt der durchschnittliche jährliche Regulierungsaufwand der
Haftpflichtversicherer im Bauwesen. 6-7 Mrd. DM davon entfallen auf den
Hochbaubereich.
|
Wetter
Ø - Werte
Berlin 2004 |
Tempe-
ratur
[°C] |
Nieder-
schlag
[mm] |
| Januar |
- 1,0 |
66,3 |
| Februar |
3,0 |
49,7 |
| März |
5,4 |
22,6 |
| April |
10,3 |
24,2 |
| Mai |
12,9 |
33,0 |
| Juni |
15,9 |
69,0 |
| Juli |
17,7 |
93,5 |
| August |
19,6 |
63,5 |
| September |
14,4 |
29,1 |
| Oktober |
10,1 |
23,8 |
| November |
4,7 |
61,2 |
| Dezember |
2,3 |
27,7 |
|
In 2000 betrug die eingedeckte Steildachfläche in Deutschland ca. 100
Mio. qm.
Davon wurden 53% mit Dachziegeln eingedeckt.
1985 wurden in Deutschland 350 Mio. Stück Dachziegel hergestellt,
1990 waren es 500 Mio. Stück und in
2000 bereits 975 Mio. Stück.
Quelle: Arge Ziegeldach, 07/2001
|
2000 wurde in Deutschland der Bau von 348.500 Wohnungen genehmigt. Im
Westen ist das mit 282.000 WE ein Minus von 18% und im Osten mit 66.200 ein Rückgang von
28%. Insgesamt sind es 20% weniger als 1999 - im 6. Jahr in Folge weniger
Wohnungsbaugenehmigungen als im jeweiligen Vorjahr.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden Wohnungsbestand
Deutschland
|
Gegenstand der Nachweisung
|
Einheit
|
2001 |
2002 |
2003 |
|
Deutschland
|
| Wohnungsbestand |
Wohnungen (Wohn- u. Nichtwohngeb.) |
1 000 |
38 681,8 |
38 924,8 |
39 141,2 |
| davon mit ... Räumen |
| 1 |
1 000 |
840,2 |
841,3 |
843,4 |
| 2 |
1 000 |
2 409,7 |
2 418,4 |
2 423,7 |
| 3 |
1 000 |
8 477,2 |
8 500,2 |
8 515,0 |
| 4 |
1 000 |
11 573,2 |
11 608,0 |
11 635,4 |
| 5 |
1 000 |
7 465,9 |
7 529,8 |
7 589,3 |
| 6 |
1 000 |
4 025,9 |
4 081,5 |
4 134,4 |
| 7 und mehr |
1 000 |
3 889,6 |
3 945,6 |
4 000,0 |
| Räume insgesamt |
1 000 |
169 181,7 |
170 507,5 |
171 723,4 |
| Wohnfläche insgesamt |
Mill. m2 |
3 280,3 |
3 310,9 |
3 339,2 |
|
Strukturdaten zum Wohnungsbestand
|
| Wohnungen je 1 000 Einwohner |
Anzahl |
469 |
472 |
474 |
| Wohnfläche je Wohnung |
m2 |
84,8 |
85,1 |
85,3 |
| Wohnfläche je Einwohner |
m2 |
39,8 |
40,1 |
40,5 |
| Räume je Wohnung |
Anzahl |
4,4 |
4,4 |
4,4 |
Aktualisiert am 09.
November 2004
|
|
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
|
Errichtung des Baubestandes in Deutschland:
Quelle: Prof. Kleemann, FZ Jülich
| |
Ost |
West |
| bis 1948 |
65 % |
30 % |
| 1949 - 1968 |
12 % |
30 % |
| ab 1968 |
23 % |
40 % |
Wohnflächenbestand und Altersstruktur im Jahr 1997
| |
Wohnfläche
Mio. m2 |
Anteil
% |
Wohnungen
Mio. WE |
| vor 1918 |
556 |
17,6 |
|
| 1919 - 1948 |
369 |
11,6 |
|
| 1949 - 1968 |
903 |
28,5 |
|
| 1969 - 1978 |
566 |
17,9 |
|
| 1979 - 1991 |
485 |
15,3 |
|
| 1992 - 1997 |
289 |
9,1 |
|
| Summe |
3.168 |
100,0 |
36,55 |
| |
|
|
|
| davon bewohnt |
3.050 |
|
|
| davon EFH |
1.790 |
56,5 |
16,11 |
| davon MFH |
1.378 |
43,5 |
20,44 |
| |
|
|
|
| Anteil alte Bundesländer |
2.661 |
84,0 |
29,36 |
| Anteil neue Bundesländer |
507 |
16,0 |
7,19 |
|
Ende 2000 wohnten 41,7 % der Deutschen in eigenen 4 Wänden (Haus oder Wohnung). 1993
waren es noch 38,8 %. Im Westen liegt die Quote bei 43,6 % (1993: 41,7 %) und im Osten bei
34,2 % (1993: 26,4 %). Der Anteil des Eigentums bei neu gebauten Wohnungen liegt bei rund
55 % (Ost+West). Zum Vergleich: in Belgien liegt die Eigentumsquote bei
70 %.
Quelle: Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen, Berlin
|
1999 betrug der Anteil der EFH an der Wohnfläche im Bestand mit 1.210
Mio qm ca. 39%.Quelle: IEMB, Vortrag anl. Berliner Energietage 05.2002
Neubau von Einfamilienhäusern in Deutschland
Quelle: BLZ, 11.2003
| 1996 |
126.754 |
| 1997 |
148.286 |
| 1998 |
161.231 |
| 1999 |
178.463 |
| 2000 |
176.717 |
| 2001 |
144.186 |
| 2002 |
135.246 |
|
Rückgang im Wohnungsbau
| 1995 |
Wohnungen fertig gestellt |
603.000 |
|
IddtW |
| Mitte der 90er |
Etagen-Whg. in MFH |
300.000 |
|
IddtW |
| 2000 |
Baugenehmigungen erteilt |
349.000 |
|
IddtW |
| 2001 |
Investitionen im Wohnungsbau |
|
- 7,0 % zu 2000 |
IddtW |
| 2001 |
Wohnungen fertig gestellt |
326.000 |
|
IddtW |
| 2001 |
Baugenehmigungen erteilt |
291.000 |
|
IddtW |
| 2001 |
Etagen-Whg. in MFH |
100.000 |
|
IddtW |
| 2001 |
Baugenehmigungen erteilt |
|
Tiefststand seit 1998 |
StatBA |
| 2002, 1. Quartal |
Baugenehmigungen erteilt |
64.600 |
- 8,5 % zu 2001, 1.Qu. |
StatBA |
| 2002, 1. Quartal |
Baugenehmigungen erteilt |
|
- 0,5 % zu 2001, 4.Qu. |
StatBA |
Ursachen für die Flaute: Verschlechterung der gestzl. Rahmenbedingungen für Bauherren
(IddtW)
Folgen dieser Flaute: Wohnungswirtschaft und Bausparkassen warnen vor Wohnungsnot
IddtW = Institut der deutschen Wirtschaft, StatBA = Statistisches Bundesamt, 06.2002
|
2002 kommen auf 1000 Einwohner voraussichtlich nur 3,8
neu errichtete Wohnungen,
der westeuropäische Durchschnitt liegt bei 4,9.
1997: 578.000, davon 286.000 in Mehrfamiliengebäuden
2000: 230.000 (als Durchschnitt, 1998 - 2000)
2001: 182.000
2002: 300.000, davon 93.000 in Mehrfamiliengebäuden (Prognose)
Quelle: Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), 10/2001
|
Wohnungsbau
2003: 268.100 Wohnungen wurden bezugsfertig = 21.500 weniger als 2002 (- 7
%)
davon 572 Fertigstellungen in Wohnheimen = 50 % weniger als 2002
Eigentumswohnungen = 7.500 Einheiten weniger (- 15 %)
bezugsfertige Neubauwohnungen = 10x mehr als durch Maßnahmen an bestehenden
GebäudenQuelle: Statistisches Bundesamt, 04.2004
|
Fertighäuser
Der Anteil an Fertighäusern beim Neubau von Ein- und
Zweifamilienhäusern
betrug im 1. Quartal 2005 13,5%.
Quelle: BDF, Bundesverband Deutscher Fertigbau
|
Wohnungsbaufertigstellungen: Deutschland fällt weiter zurück
Quelle: LBS
|
Eigentumsquoten 2003
| Saarland |
66 % |
| Rheinland-Pfalz |
63 % |
| Baden-Württemberg |
61 % |
| Bayern |
58 % |
| Thüringen |
57 % |
| Niedersachsen |
56 % |
| Schleswig-Holstein |
55 % |
| Hessen |
53 % |
| Bremen |
51 % |
| Sachsen-Anhalt |
50 % |
| Brandenburg |
50 % |
| Nordrhein-Westfalen |
46 % |
| Sachsen |
46 % |
| Mecklenburg-Vorpommern |
41 % |
| Hamburg |
29 % |
| Berlin |
16 % |
| gesamt |
52 % |
personenbezogen: 42,5 Mio. Selbstnutzer : 40,0 Mio. Mieter
haushaltebezogen: 44 % Selbstnutzer
Eigentümerhaushalte sind i.d.R. größer als Mieterhaushalte
neue Bundesländer: Anfang der 90er: ca. 25 % Selbstnutzer,
jetzt ca. 37 % der Haushalte bzw. 45 % der Einwohner
Quelle. Empirica i.A. der LBS, 07.2004
|
Wohnungsmarkt in Berlin 2003
Gesamtanzahl Wohnungen 1,863 Mio.l
Entscheidungsstrukturen:
52,0 % (963.797 Wohnungen) Wohnungswirtschaft
38,5 % (722.056 Wohnungen) Hausverwaltungen, Eigentümer von MFH
9,5 % (177.684 Wohnungen) Eigentümer von EFH, ZFH
Quelle: prognos
|
Entwicklung der Wohnnebenkosten
2002 gegenüber 1999 in %
| Netto-Kaltmiete |
4,8 |
| Wohnungsmieten |
5,0 |
| feste Brennstoffe |
5,1 |
| Wasserversorgung |
5,5 |
| Lebenshaltungskosten |
6,4 |
| Wohnungsnebenkosten |
7,0 |
| Abwasserentsorgung |
7,2 |
| Müllabfuhr |
8,5 |
| Strom |
8,5 |
| flüssige Brennstoffe |
36,7 |
| Gas |
39,8 |
|
Wohn-Nebenkosten im Haus
Wo bleibt das Geld?
„Nachzahlungen wegen gestiegener Nebenkosten? Ist denn wieder alles teurer
geworden?“ Solche Fragen stellen sich viele Hauseigentümer und Mieter. Der
Initiativkreis Erdgas & Umwelt informiert, wie sich die Wohn-Nebenkosten
zusammensetzen und welchen Anteil sie durchschnittlich haben.
In der Regel bestehen die Wohn-Nebenkosten aus acht Positionen. Dabei
haben Heizung und Warmwasser-bereitung mit etwa 40 Prozent den größten
Anteil. „Sorgt ein veralteter Kessel für Wärme im Haus, kann dieser
Kostenpunkt durchaus noch größere Dimensionen annehmen.
An zweiter Stelle der Nebenkosten beim Wohnen steht die Wasserversorgung
mit 15 Prozent, gefolgt von Gebühren für die Entwässerung. Darauf
entfallen 14 Prozent. Für Versicherungen müssen zusätzlich 13 Prozent
einkalkuliert werden. Weitere Abgaben machen die Wohn-Nebenkosten
komplett: für Müllabfuhr neun Prozent, Grundsteuer sieben Prozent, ein
Prozent für Straßenreinigung und allgemeinen Stromverbrauch wie
Treppenhausbeleuchtung.
„Wer sparen möchte, sollte daher am besten bei Heizung und
Warmwasserbereitung beginnen“, empfiehlt der Initiativkreis Erdgas &
Umwelt. Durch ein effizientes Heizsystem mit Gas-Brennwerttechnik lassen
sich die Verbrauchskosten für das Heizen ohne Komforteinbußen senken.
Weitere Informationen über Möglichkeiten des Energiesparens gibt es beim
Initiativkreis Erdgas & Umwelt unter der Telefon-Nr. 0 18 02/34 34 52 (6
Cent pro Gespräch) und im Internet unter www.ieu.de.
Berlin und Essen, 03.02.2005

An den Wohn-Nebenkosten haben Heizung und Warmwasserbereitung
den größten Anteil. Bild: IEU
|
Wohnkosten in % des Haushaltsnettoeinkommens

Quelle: LBS
|
Seit 1973 wurden mit WDV-Systemen über 400 Millionen Quadratmeter
Fassadenfläche "energietechnisch verbessert", teilt der Fachverband WDVS in
einer Presseerklärung vom 16.06.2001 mit.
|
Historisches
Ägyptische Obelisken sind in der Regel aus Rosengranit gemeißelt, der aus den
Steinbrüchen von Assuan stammt. Dort liegt ein unvollendeter Obelisk, mit 42 m
Länge/Höhe wäre er der größte auf Erden geworden. Das Zulassungswesen
wurde 1890 zuerst in Sachsen eingeführt, im Mutterland der Bürokratie
Preußen erst 1920, 1929 dann in Baden, Bayern, Hessen, Württemberg. 1937
rief der Reichsarbeitsminister einen Reichssachverständigenausschuss ins
Leben. 1951 war mit der Bopparder Vereinbarung die Geburtsstunde der
Zulassungsstelle der BRD. 1958 kam das Saarland hinzu. Das DIBt wurde 1968
von 11 Ländern und dem Bund gegründet, 1993 kamen 5 Länder dazu.
|
Bemerkenswertes:
Da Stahl sich in der Hitze ausdehnt, ist die Eisenbahnbrücke über den Forth in
Schottland
im Sommer einen Meter länger als im Winter, der Eiffelturm in Paris 15 cm
höher.
|
Energieberatung: Zahlen und Fakten
Das hier lose zusammengetragene Material soll Vorstellungen vermitteln.
a.a.O.:
Energieberatung,
Energiepass
|
Energiebedingte CO2-Emissionen
weltweit
Aktuelle Heizölpreise
|
Der Stromverbrauch in Deutschland betrug im Jahr 2000:
564 tWh (Tera-Wattstunden),
das sind 564 000 000 000 kWh.
|
Preisbeispiel Solaranlage:
2 Kollektoren 4,8 m2 mit Aufdach-Montageset,
1 Speicher, 1 Regler, 1 Solarstation, 11 l Gefrierschutzmittel, isolierte Leitungen,
Elektroanschluss, GSp-Anschluss, WW-WM-Anschluss incl. Thermostatmischer
Festpreis 9.500,- DM (ohne Förderung), Quelle: Fa. K. aus B., Stand 04/2001
|
Wirtschaftlichkeitsberechnung einer PV Solaranlage
(Bsp.): Grösse = 100 kW(p) bei ca. 3.000 m2,
Kosten = 1,2 Mio DM,
Nettoertrag: 91.000 kWh in Frankfurt
(vergl. aber nur 84.000 kWh in Berlin),
Rendite = 3-5 %
|
Der End-Energieverbrauch eines Gebäudes (Durchschnittshaushalt)
verteilt sich ca. wie folgt:
78% für Raumwärme,
12% für Warmwasser (WW),
05% für Kraft,
03% für Kochen,
02% für Licht.
85 Prozent des Energieverbrauchs von Privathaushalten entfällt auf die
Beheizung von Gebäuden und die Warmwasserbereitung. Etwa 90 Prozent
des heutigen Wohngebäudebestandes ist vor Inkrafttreten der Ersten
Wärmeschutzverordnung (WSVO 77) errichtet worden und befindet sich - mit
Ausnahme der Fenster - noch im ursprünglichen Zustand.
Quelle: unabhängige Studie vom Zentrum für Umweltbewusstes Bauen an der
Uni
Kassel im Auftrag der Fa. Armacell (daher unabhängig)
Ca. 30% vom Trinkwasserverbrauch (TW) der Haushalte entfallen auf
Warmwasser (WW).
Quelle: Prof. Sohn, Berlin
|
Die Wärmeverluste im Altbau verteilen sich ca. wie folgt:
| Außenwand |
25% |
| Lüftungsverluste |
25% |
| Fenster |
18% |
| Dach |
13% |
| Heizung |
12% |
| Boden und Keller |
7% |
|
Die Kostenanteile bei 12 cm WDVS verteilen sich ca. wie
folgt:
| |
DM/m2 |
Anteil |
| Lohnkosten |
45 |
42% |
| Übrige Materialkosten |
24 |
20% |
| Dämmstoff 12cm Styropor |
25 |
18% |
| Putzvorbehandlung |
10 |
8% |
| Gerüst |
12 |
7% |
| Nebenarbeiten |
10 |
5% |
|
Um 3-4 °C lässt sich die Temperatur der inneren Außenwandoberflächen durch
Wärmedämmmaßnahmen erhöhen. 10 cm stark, besser 15cm, sollte der Dämmstoff an der
Außenwand sein, im Dachbereich 16 - 20 cm.
Diesen Rat gibt Ihnen die dt.
Dämmstoffindustrie. |
|
15 - 35 % der Fensteröffnung entfallen auf den Rahmen (!).
Der k-Wert der Rahmen liegt bei 1, 4 bis 1,7 bzw. 2,8 (Holz, Alu, PVC).
|
3,2 - 3,5 beträgt der k-Wert von Glasbausteinflächen.
|
1997 wurden in Deutschland rund 27 Mrd. l Heizöl verbraucht,
das entspricht einem Primärenergieverbrauch von ca. 270 kWh/a.
|
Die Absenkung des k-Wertes bei der Fensterverglasung um 0,1 W/m2K
führt zu einer Einsparung von 12 kWh je m2 und Heizperiode.
|
Bsp.: Altbauwohnung,
15 m2 Fensterfläche mit k= 5,2 W/m2K (Einfachverglasung)
wird erneuert durch Iso-Glas mit k= 1,4 W/m2K
- man erreicht eine Energieeinsparung von fast 7.000 kW/a (das sind ca. 700 l Heizöl).
Dieses Beispiel präsentiert Ihnen die dt.
Fensterindustrie. |
|
Wärmepumpen-Neuanlagen in Deutschland pro Jahr:
1990 noch unter 2.000 Warmwasser-WP und unter 500 Heizungs-WP
2000 bereits über 9.000 Warmwasser-WP und knapp 6.000 Heizungs-WP
|
Leistung der in Deutschland installierten netzgekoppelten Solarstromanlagen:
in Megawatt (MW)
| 1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
| 16,1 |
23,5 |
35,0 |
44,5 |
56,5 |
96,5 |
|
Wärme- und Kälteträger für Solaranlagen und Wärmepumpen sind Flüssigkeiten auf
der Basis von Ethylenglykol bzw. 1,2-Propylenglykol. Die Dichte liegt je nach Vol% bei
1,02 - 1,07 (bei 20°C). Frostschutz ist bis -18 bzw. -50 °C möglich. Sie werden mit
Trinkwasser gemischt.
|
Amortisationsberechnung einer PV-Anlage:
| Leistung: 2 kWp |
Solarertrag: 1.700 kW/a |
| Vergütung: 0,99 DM/a |
Investitionskosten: 29.600 DM |
| Zuschuss: 0,- DM |
Gesamtinvestition: 29.600 DM |
Wertentwicklung:
| Zeitpunkt x [a] |
Guthaben [DM] |
| 0,0 |
0 |
| 3,0 |
3.000 |
| 5,5 |
0 |
| 11,0 |
-12.000 |
| 16,5 |
0 |
| 20 |
8.000 |
Kürzere Amortisationszeiträume sind möglich aufgrund fallender Preise
und bei
Inanspruchnahme regionaler Förderprogramme.
Quelle: Solar Direct Haustechnik
Der Rechenweg ist allerdings nicht
nachvollziehbar, vorsichtshalber wird er gar nicht erst angegeben. Ich vermute, der
Eigenverbrauch als Kostenfaktor wird weggelassen: wozu dann die Anlage? Richtig: für den
Umsatz des Herstellers. |
|
Gebäude, die vor Inkrafttreten der 1. WSVO von 1977 errichtet wurden, sind im
energetischen Sinne als Altbau zu bezeichnen - dies betrifft rund 75%
der Wohnfläche mit Stand 1997, d.h. rund 27 Mio. Wohnungen. Quelle: Prof. Kleemann, FZ
Jülich. Prof. Gertis, Fraunhofergesellschaft.
|
| 5-Stufen-Betrachtung nach Prof. Gertis |
| Stufe |
Kategoriebezeichnung |
kWh / m2 x a |
| I |
Klassischer Altbau |
300 - 400 |
| II |
Neubau i.S. WSVO 1982/84 |
150 - 200 |
| III |
Niedrigenergiehaus heute |
50 - 80 |
| IV |
Niedrigenergiehaus künftig |
20 - 40 |
| V |
Null-Heizenergie-Haus |
energieautark |
|
Nur 10 bis 20 % der Außenwände sind gedämmt.
30 bis 50 % der Dächer sind zusätzlich gedämmt.
Immerhin 70 bis 80 % der Fenster sind isolierverglast.
|
Die Stromerzeugung aus regenerativer Energie hat bei RWE Power eine lange Tradition.
Bereits 1988 wurde die erste Fotovoltaik-Versuchsanlage in Kobern-Gondorf an der Mosel
gebaut. Für die neue Solaranlage Auf Schalke betrug die reine Bauzeit nur zweieinhalb
Monate. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund vier Millionen Mark. Auf einer
gesamten Fläche von 866 m2 erzeugen 835 Module eine Spitzenleistung von 87 Kilowatt und
speisen jährlich rund 70.000 Kilowattstunden Strom ins öffentliche Netz.
|
Der Gebäudebereich verursacht in Deutschland etwa 30% der CO2-Emissionen. Altbauten
verbrauchen im Durchschnitt etwa doppelt so viel Heizenergie wie Neubauten. Der
durchschnittliche Altbau benötigt umgerechnet 20 l Heizöl je m2 und Jahr.
Wen dürften diese 30% interessieren
angesichts der Unmengen, die allein in den USA herausgeschleudert werden? Davon mal
abgesehen: was sind 30%? Und welchen Schaden richtet dieser Anteil an? Muss man jetzt als
Bewohner eines alten Gebäudes Gewissensbisse bekommen?
|
Der Marktanteil von Erdgas in Neubauwohnungen lag im Jahr 2000 im
Bundesdurchschnitt bei 76,7 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchstwert. In den
Gasversorgungen der RWE Gas wurde hier sogar eine Anschlussquote von 89 Prozent erzielt.
Das Heizöl musste auch 2000 einen erneuten Marktanteilsverlust (minus 2,3 Prozent)
hinnehmen und kam lediglich noch auf 13,4 Prozent Marktanteil. Es folgen Strom (1,4
Prozent) sowie Kohle und sonstige Energieträger (zusammen 1,5 Prozent Marktanteil)
Quelle: RWE-Newsletter 02.02
|
Im Jahre 2001 wurden rund 36 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt (2000:
35,5 Mrd. kWh). das sind 7,2% des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland.
Quelle: Mitteilung des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft
|
Umweltdaten Deutschland 2002
(CO2, Energie, Emissionen, Klima)
|

Der Preis für leichtes Heizöl (ohne USt.) "kleine Menge, Rheinschiene" lag
im Juli 2002 bei 30,10 /hl. Gegenüber Januar 2002 ist das eine Erhöhung um knapp
12%.
Quelle: Index-Meldung der Statistischen Ämter
»»» Aktuelle
Heizölpreise
Preisvergleiche Strom:
Belastung des Strompreises für Haushaltskunden
mit Abgaben und Steuern
| Erzeugung, Transport, Vertrieb |
57 % |
| Mehrwertsteuer |
14 % |
| Konzessionsabgaben |
13 % |
| Ökosteuer |
11 % |
| EEG |
3 % |
| KWK-Gesetz |
2 % |
Quelle: BEWAG, 01.2004
|
Umweltökonomische Gesamtrechnungen 2000
- Aktueller Bericht des Statistischen Bundesamtes vorgestellt -
In Deutschland wurden im Jahr 1997 15 500 Petajoule Primärenergie
eingesetzt; 26 % dieser Energiemenge wurden im Inland gewonnen und 74 %
importiert. Zu diesem direkten Energieaufkommen hinzuzurechnen ist der
indirekte Energie-Import, d.h. der Energieaufwand im Ausland für die
Herstellung der nach Deutschland importierten Güter. Der indirekte
Energie-Import belief sich im Jahr 1997 auf 6 600 Petajoule. Addiert man
diese Energiemenge zu den in heimischen und eingeführten Energieträgern
enthaltenen Energiemengen hinzu, ergibt sich ein kumuliertes Aufkommen
an Primärenergie von insgesamt 22 100 Petajoule, also rund 40 % mehr
Energie als das direkte Aufkommen. Soweit Umweltbelastungen beim Einsatz
von Energieträgern in der Produktion entstehen, z.B. durch
Luftemissionen, sind diese folglich zu einem nicht unerheblichen Teil im
Ausland bei der Herstellung der von Deutschland importierten Güter
angefallen.
Diese und weitere Ergebnisse sind in dem neuesten Bericht des
Statistischen Bundesamtes zu den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen
2000 zu finden, der heute von dem Präsidenten des Amtes, Johann Hahlen,
in Frankfurt am Main der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Neben
Informationen zum Energieverbrauch enthält der Bericht auch Ergebnisse
zur Effizienz der Naturnutzung in Deutschland, zu Umweltschutzausgaben
und umweltbezogenen Steuern sowie zu Emissionen in die Luft.
Beispielsweise sind die CO2-Emissionen in Deutschland durch
Konsumaktivitäten der privaten Haushalte zwischen 1991 und 1998
geringfügig um 0,8 Mill. Tonnen (+ 0,4 %) gestiegen. Die Verringerung
der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland um 90,4 Mill. Tonnen (- 9,3
%) auf 886,1 Mill. Tonnen war eine Folge der um 91,2 Mill. Tonnen (-
12,1 %) gesunkenen Emissionen bei der Produktion der
Wirtschaftsbereiche. Der Rückgang wurde insbesondere durch die
Entwicklung im Produzierenden Gewerbe (- 91,4 Mill. Tonnen bzw. - 14,4
%) bestimmt, wobei vor allem Bereiche mit bedeutendem Emissionsbeitrag -
wie der Kohlebergbau (- 39,6 Mill. Tonnen), die Energieversorgung (-
21,6 Mill. Tonnen), die Chemische Industrie (- 16,2 Mill. Tonnen) sowie
die Mineralölverarbeitung (- 10,5 Mill. Tonnen) - zu dieser positiven
Entwicklung beigetragen haben. Die CO2-Emissionen der
Dienstleistungsbereiche erhöhten sich dagegen im betrachteten Zeitraum
um 2,0 Mill. Tonnen (+ 1,8 %).
Statistisches Bundesamt
17. Oktober 2000
|
Erneuerbare Energien auf 3,1% des Energieverbrauchs angestiegen
WIESBADEN – Der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Verbrauch von
Primärenergie in Deutschland hat sich nach Mitteilung des Statistischen
Bundesamtes von 1991 bis 2003 von 0,8% auf 3,1% erhöht.
Wie die Arbeitsgruppe "Erneuerbare-Energien-Statistik", in der das
Statistische Bundesamt maßgeblich vertreten ist, ermittelt hat, ist
Biomasse/Abfälle der in Deutschland wichtigste Träger erneuerbarer
Energie. 58% der Energie, die aus erneuerbaren Energieträgern stammt,
werden aus Biomasse erzeugt. Es folgen Wasserkraft mit 18% und Windkraft
mit 16%. Die Sonnenenergie spielte zur direkten Erzeugung von Strom und
Wärme in Deutschland nur eine geringe Rolle.
Statistisches Bundesamt
13. Juli 2004
|
Daten-Auszug aus
Tabellen zu den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen 2004
| lfd.Nr. |
1990 |
1991 |
1992 |
1993 |
1994 |
1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
2002 |
| 1 |
80150 |
80152 |
80732 |
81428 |
81763 |
81894 |
82069 |
82235 |
82118 |
82251 |
82473 |
82575 |
82823 |
| 2 |
35000 |
35.256 |
35.700 |
36.230 |
36.695 |
36.938 |
37.281 |
37.457 |
37.532 |
37.795 |
38.124 |
38.456 |
38.720 |
| 5 |
2.774 |
2.805 |
2.840 |
2.880 |
2.953 |
3.005 |
3.054 |
3.106 |
3.154 |
3.202 |
3.245 |
3.280 |
3.311 |
| 6 |
33.856 |
34.174 |
34.547 |
34.989 |
35.371 |
35.954 |
36.492 |
37.050 |
37.529 |
37.984 |
38.384 |
38.682 |
38.925 |
| 17 |
2.383 |
2.515 |
2.436 |
2.618 |
2.556 |
2.653 |
2.887 |
2.852 |
2.780 |
2.611 |
2.600 |
2.847 |
2.701 |
Tabelle 1: Datentabelle
Legende:
1 = Bevölkerung in Privathaushalten in 1.000
2 = Anzahl der Haushalte in 1.000
5 = Wohnfläche in Mio. m2
6 = Wohnungen in 1.000
17 = Energieverbrauch für Wohnen in PJ
2003: nur angegeben Energieverbrauch mit 2.700 PJ
1990: Werte für (1) und (2) gesetzt

Bild 1: Grafik zur Datentabelle (unterschiedliche Maßstäbe!)

Bild 2: Abbildung des Zuwachses, jeweils bezogen auf 1990

Bild 3: Abbildung des Zuwachses, jeweils bezogen auf das Vorjahr
© Grafiken: DIMaGB.de, 30.04.2005
|
Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäusern
entschieden sich zu 77% beziehungsweise 70% für Gas als vorwiegende
Heizenergie. In Mehrfamilienhäusern wurde Gas sogar zu 79%
verwendet.
In den letzten zehn Jahren hat die Nutzung von Gas als vorwiegend
eingesetzte Heizenergie insbesondere beim Neubau von Ein- und
Zweifamilienhäusern deutlich zugenommen: Der Anteil von Gas bei diesen
Gebäudearten hatte 1995 noch bei 66% beziehungsweise 59% gelegen.
76% oder 130 000 der in Deutschland im Jahr 2004 insgesamt fertig
gestellten neuen Wohngebäude wurden mit Gas als vorwiegender Heizenergie
ausgestattet. Öl wurde am Zweithäufigsten zum Heizen verwendet, und zwar
in 21 400 Gebäuden (13%). Fernwärme erreichte einen Anteil von circa 4%
(6 900 Gebäude).
Quelle: Statistisches Bundesamt, 11.2005
|
Eigenheimneubau kehrt in die Städte zurück
Größte Dynamik in Kernstädten – Erholung im Mietwohnungsbau signalisiert
schon erste Trendwende in Ballungsräumen – Höhere Wachstumsraten im Süden
BERLIN – Allen Vorurteilen zum Trotz: Seit Einführung der Eigenheimzulage
im Jahre 1995 hat sich der Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern in den
westdeutschen Ballungsräumen bis 2004 wesentlich besser als auf dem Lande
entwickelt. Dies teilt LBS Research nach einer aktuellen Analyse der
Baugenehmigungsstatistik mit. Das mit Abstand größte Wachstum wies der
Eigenheimbau dabei mit 65 Prozent in den Kernstädten auf, während in den
Randbereichen der Ballungsräume ein moderates Plus von 1 Prozent
registriert wurde. In den übrigen, dünner besiedelten Gebieten
Westdeutschlands sank der Eigenheimbau nach einem Zwischenhoch Ende der
90er Jahre im Vergleich zu 1995 um insgesamt 14 Prozent (vgl. Grafik).
Bereits seit vier Jahren hat der Eigenheimbau zugleich den
Geschosswohnungsbau in den Ballungsräumen als Nummer 1 der
Wohnungsbautätigkeit abgelöst. Entstanden dort Mitte der 90er Jahre noch
fast dreimal so viele Wohnungen auf der Etage wie in Ein- und
Zweifamilienhäusern, liegt der Eigenheimneubau jetzt in den zehn
westdeutschen Ballungsräumen insgesamt um 28 Prozent über dem Bau von
Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Lediglich in den süddeutschen
Miethochburgen München und Stuttgart hat der Geschosswohnungsbau noch die
Nase vorn.
Ein
genauerer Blick in die Statistik zeigt, dass das durch die damalige
Debatte um die Wohneigentumsförderung ausgelöste „Strohfeuer“ bei den
Eigenheimgenehmigungen im Jahre 2003 außerhalb der Brennpunkte der
Wohnungsnachfrage ausgeprägter war. Hier folgte einem Anstieg um 14
Prozent im vergangenen Jahr ein noch schärferer Einbruch um 19 Prozent. In
den Ballungsräumen waren die Schwankungen mit plus 6 bzw. minus 4 Prozent
deutlich schwächer ausgeprägt. Dies zeigt nach Einschätzung der
LBS-Experten, dass das kurzfristig verfügbare Angebot an Bauflächen für
privaten Wohnungsbau in den Ballungsräumen begrenzt ist.
Zugleich ist im Jahre 2004 in den Ballungsräumen ein erster Anstieg im
Geschosswohnungsbau zu registrieren. Hier nahmen die Genehmigungen im
vergangenen Jahr von ihrem Tiefpunkt des Jahres 2003 wieder um 2 Prozent
zu. Noch ausgeprägter ist diese Trendwende in den Kernstädten mit plus 9
Prozent. Besonders deutlich war insgesamt die Erholung in den süddeutschen
Regionen. Allein im vergangenen Jahr nahm dort der Mehrfamilienhausbau
(auch außerhalb der Ballungsräume) um 4 Prozent zu, verglichen mit einem
nochmaligen Rückgang um 7 Prozent im nördlichen Teil des früheren
Bundesgebiets. In Ostdeutschland stand 2004 sogar ein nochmaliger Rückgang
um 19 Prozent zu Buche.
Dies ist nach Auffassung von LBS Research ein Indiz dafür, dass auf
manchen Wohnungsmärkten nach jahrelangem Abschwung nunmehr die Trendwende
unmittelbar bevorsteht. Vor allem in den Regionen, die auf Wachstum und
Prosperität setzen, müssen die Städte möglichst bald die Signale bei der
Wohnungsbauentwicklung auf Grün stellen, wenn sie ihre Zukunft als
Wirtschafts- und Wohnstandort sichern wollen.
Quelle: LBS Research,
18.04.2005
 |
2030 Deutschland mit mehr Einwohnern als heute
Prognosen seit 1992 um 13,7 Millionen Einwohner nach oben korrigiert –
Demografen unterschätzen die tatsächliche Entwicklung immer wieder –
Steigende Lebenserwartung wichtigster Faktor
BERLIN – Negative Bevölkerungsprognosen prägen seit vielen Jahren die
politischen Debatten in Deutschland. Kaum jemand nimmt zur Kenntnis, dass
die Vorhersagen ständig nach oben korrigiert werden. Wie LBS Research
mitteilt, hatten die statistischen Ämter von Bund und Ländern noch im
Jahre 1992 für 2030 in Deutschland einen Bevölkerungsrückgang auf 69,9
Millionen Menschen vorhergesagt. Mittlerweile geht das DIW selbst in
seiner pessimistischsten Prognose davon aus, dass die Bevölkerung im Jahre
2030 mit 83,6 Millionen Einwohnern um gut 1 Million über dem aktuellen
Bestand liegt (vgl. Grafik).
Die LBS-Experten haben in ihre Übersicht ausschließlich Prognosen aus der
Zeit nach der deutschen Einheit sowie dem Fall des eisernen Vorhangs
einbezogen. Die damit verbundenen Wanderungen waren nämlich schon 1992 im
Prinzip bekannt. Wenn sich auch die beiden jüngsten Prognosen von 2003 und
2004 deutlich unterscheiden, so liegt das nach Auskunft von LBS Research
weniger an unterschiedlichen Annahmen über die Zuwanderung. Sie liegt in
beiden Fällen bei gut 200.000 Menschen pro Jahr. Vielmehr berücksichtigt
das DIW aktuellere Informationen über die Steigerung der Lebenserwartung.
Der Vergleich zeigt, dass seit Anfang der 90er Jahre von den Demografen
deutliche Veränderungen vollzogen wurden: Unter dem Eindruck des Ausmaßes
der Zuwanderung zu Beginn der 90er Jahre, die auch die weiteren Prognosen
beeinflusste, wurde bereits die 8. koordinierte Vorausberechnung der
statistischen Ämter 1994 deutlich nach oben verändert. Dies haben die
Prognosen in der 9. Berechnung teilweise wieder korrigiert. Deshalb war
das Ergebnis für 2030 nur geringfügig höher. Erst nach dem
Jahrtausendwechsel haben sich die Demografen endgültig von negativen
Prognosen verabschiedet.
Wie LBS Research ergänzend mitteilt, liegt das DIW selbst bei
zurückhaltenden Annahmen für 2030 über dem aktuellen Stand von 82,5
Millionen Einwohnern zur Jahreswende 2004/2005. Bei höheren Annahmen über
die Nettozuwanderung sowie bei einem unterstellten konstanten Anstieg der
Lebenserwartung wird für 2030 sogar eine Bevölkerung von 85,2 Millionen
prognostiziert. Unter diesen Voraussetzungen nimmt laut DIW die
Bevölkerung bis 2050 mit 83,1 Millionen zwar wieder etwas ab, liegt damit
aber auch bis zur Mitte des Jahrhunderts noch über dem heutigen Stand.

Nach Auffassung der LBS-Experten erweisen sich vor diesem Hintergrund
manche wohnungs- und städtebaupolitischen Debatten als völlig falsch.
Zumindest für Deutschland insgesamt stehe ein Bevölkerungsrückgang
keineswegs unmittelbar bevor. Besonders fraglich sei es, wenn die aktuelle
Schwäche der Wohnungsbaukonjunktur von der Politik bereits auf
demografische Faktoren zurückgeführt wird. Hinzu komme für die
Perspektiven des Wohnungsmarktes, dass wegen des anhaltenden Trends zu
kleineren Haushalten deren Zahl noch über längere Zeit weiter wachsen
werde. Allein in den letzten acht Jahren sind im Schnitt über 200.000
Haushalte pro Jahr hinzugekommen. Nach den Prognosen wird ihre Zahl noch
mindestens bis 2020 weiter ansteigen, und zwar insgesamt um fast 2
Millionen.
Selbstverständlich ist laut LBS Research bei den Bevölkerungsprognosen
regional zu differenzieren. Angesicht unterschiedlicher
Entwicklungstendenzen in verschiedenen Räumen Deutschlands komme es für
Bau- und Investitionsentscheidungen mehr denn je auf die Standorte an.
Klar sei aber auf jeden Fall, dass manchen Regionen mit
Bevölkerungsrückgängen auf der anderen Seite auch zumindest in gleichem
Umfang Wachstumsregionen gegenüberstünden. Denn sonst sei per saldo ein
Bevölkerungszuwachs mathematisch unmöglich. Diese unterschiedliche
Situation führe aber sogar eher zu höherem Wohnungsbaubedarf. Denn
Arbeits- und Wohnungssuchende in Wachstumsregionen könnten schwerlich
darauf verwiesen werden, dass in anderen Gegenden der Republik immer mehr
Wohnungen leer stehen.
Nach Einschätzung der LBS-Experten ist die hier dokumentierte Entwicklung
der Bevölkerungsprognosen für 2030 im Prinzip nichts Neues. Denn im
Rückblick zeige sich, dass die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung stets
oberhalb der Prognosen gelegen habe. Diese wichtige Botschaft dürfe daher
nie vergessen werden, weder von der Politik noch von den Akteuren auf dem
Markt. Sonst würden Fehlentwicklungen mit Angebotsengpässen sträflich spät
wahrgenommen.
Quelle: LBS Research, 04.04.2005
Querverweis: Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung
 |
Experten befürchten Wohnungsknappheit
LBS-Umfrage ergibt: Angebot bleibt bis 2010 hinter der Nachfrage zurück –
Diskussion über verschlechterte Förderbedingungen belastet Bautätigkeit –
Wohneigentum hat Schlüsselfunktion für Wohnungsmärkte
BERLIN – Der Wohnungsbau in Deutschland hat weitere schwierige Jahre vor
sich: wenn die steuerlichen Rahmenbedingungen tatsächlich weiter
verschlechtert werden, hat dies zwangsläufig zur Folge, dass der Neubau
vorübergehend deutlich hinter dem Bedarf zurückbleibt. Die
Expertenmehrheit prognostiziert daher für 2010 in deutlich mehr Regionen
als heute zunehmende Engpässe im Wohnungsangebot. Das ist das Ergebnis
einer aktuellen Umfrage der Landesbausparkassen (LBS), an der sich mehr
als zehn unabhängige Institute aus Wissenschaft und Beratungspraxis –
darunter GEWOS, empirica, InWIS, Pestel und Prognos – beteiligt haben.
Die Diskussion um den so genannten Subventionsabbau bei der
Eigenheimzulage, aber auch bei der degressiven AfA im Mietwohnungsbau
verunsichert nicht nur Anbieter und Nachfrager auf den Wohnungsmärkten.
Sie macht auch die Experten in ihren Wohnungsbaueinschätzungen für die
Zukunft unsicher. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob und wann die
Bautätigkeit sich noch vor 2010 von ihrem gegenwärtigen Abwärtstrend
erholen und wieder auf einen bedarfsgerechten Wachstumspfad einschwenken
kann.
Wie LBS Research zu den Umfrageergebnissen mitteilt, gehen die befragten
Institute nahezu einhellig von einem Wirtschaftswachstum in der
Größenordnung von real 1 bis 2 Prozent aus. Auch in ihrer pessimistischen
Einschätzung der Zukunft der Förderbedingungen sind sich die unabhängigen
Experten einig. An eine völlige Abschaffung glauben sie auch bis 2010
nicht, wohl aber rechnen sie mit deutlichen Verschlechterungen. Einige
befürchten deshalb auch mittelfristig ein Neubauniveau in Deutschland von
unter 250.000 Wohneinheiten im Jahr, einzelne sogar von unter 200.000
Einheiten. Überwiegend erwarten die Institute einen Durchschnitt von
270.000 bis 300.000 Wohnungen, der aber kurzfristig nicht erreichbar ist.
Die
aktuelle Neubautätigkeit, die im nächsten Jahr nach Einschätzung von LBS
Research auf einen Wert von unter 250.000 Wohneinheiten zusteuert, bleibt
deutlich hinter dem vorhandenen mittelfristigen Wohnungsbedarf zurück.
Diesen sieht das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), eine
nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und
Wohnungswesen, für den Zeitraum bis 2010 im Bau von über 350.000 neuen
Wohneinheiten pro Jahr in ganz Deutschland. Das Forschungsinstitut
empirica beziffert den durchschnittlichen jährlichen Zusatzbedarf sogar in
der Größenordnung von 385.000 Einheiten. Beide gehen von einem – wenn auch
bescheidenen – realen Anstieg der verfügbaren Einkommen und vor allem von
einer deutlichen Zunahme der Zahl der Haushalte aus. Diese Faktoren
treiben die Wohnungsnachfrage auf absehbare Zeit in die Höhe.
Überwiegend skeptisch sind die Experten laut Umfrage inwieweit der Markt
tatsächlich auch mit einer entsprechenden Angebotsausweitung reagiert.
Nahezu zwangsläufige Konsequenz ist daher die Einschätzung der
Expertenmehrheit, dass der Wohnungsmarkt im Jahre 2010 mangels
ausreichender Neubautätigkeit in deutlich mehr Regionen als heute Zeichen
von Wohnungsknappheiten oder gar Engpässen ausweist.
In einem Punkt sind sich alle befragten Institute einig: Niemand sieht
künftig im Mietwohnungsbau noch einen wesentlichen Eckpfeiler der
Wohnungsbautätigkeit. Alle rechnen vielmehr damit, dass der Neubau im
wesentlichen von selbstnutzenden Wohneigentümern getragen wird. Auf sie
entfallen bereits heute rund 70 Prozent des Neubaus, und ihr Anteil wird
nach Einschätzung der Experten in den nächsten Jahren sogar noch weiter
steigen.
Quelle: LBS Research, 21.03.2005
 |
Modernisierungsschub durch Gebrauchtkäufer
Bestandserwerb überflügelt Neubau von Wohneigentum – Breite Palette von
Verbesserungsmaßnahmen – Bei freistehenden Eigenheimen sind
Investitionsspielräume am größten – Bundesregierung bestätigt: trägt zu
Aufwertung der Städte bei
BERLIN – Der Erwerb von Wohneigentum im vorhandenen Gebäudebestand ist
nicht nur ein Motor für die Vermögensbildung breiter Bevölkerungsschichten
und für mehr Sicherheit im Rentenalter. Er gibt zugleich wichtige Impulse
für die Modernisierung der Bausubstanz in den Städten. In Westdeutschland
geben nach Auskunft von LBS Research 71 Prozent der Gebrauchtkäufer neben
dem Kaufpreis im Durchschnitt 18.000 Euro für den Ausbau, die
Modernisierung, Instandsetzung oder Schönheitsreparaturen aus. In den
neuen Ländern investieren sogar 83 Prozent aller Altimmobilienerwerber in
ihr Objekt, und zwar mit 36.000 Euro im Schnitt glatt das Doppelte. Dies
ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von TNS Infratest bei
Wohneigentumserwerbern der Jahre 2001 bis 2003. (vgl. Grafik)
Wie die Infratest-Wohneigentumsstudie gezeigt hat (vgl. LBS-Infodienst
Wohnungsmarkt 13/1104), haben Bestandskäufer bei der Schaffung von
Wohneigentum in den letzten Jahren erstmals den Neubau überflügelt. Immer
mehr zieht es Erwerber dabei in die Stadt. Lagevorteile und ein
gewachsenes Umfeld mit guter Infrastruktur spielen hier eine Rolle. Für
die meisten Gebrauchterwerber ist daneben aber auch der günstigere Preis
ein ausschlaggebendes Argument. Bei allen Wohneigentumskäufern der Jahre
2001 bis 2003 waren Neubauten in Westdeutschland mit 224.000 Euro im
Schnitt rund anderthalb mal so teuer wie Gebrauchtimmobilien (150.000
Euro). In Ostdeutschland sind neue Einfamilienhäuser und
Eigentumswohnungen mit 183.000 Euro sogar doppelt so teuer gewesen wie
Objekte aus dem Bestand (91.000 Euro).
Dass die Gebäudequalität der Gebrauchtobjekte in vielen Fällen nicht mit
dem aktuellen Neubaustandard vergleichbar ist und Anlass für eine „Frischzellenkur“
besteht, zeigt laut LBS Research die Größenordnung der Bauinvestitionen in
den Bestand, die von den Käufern vorgenommen werden. Dabei reicht das
Spektrum in Westdeutschland von der wohnwertverbessernden oder
energiesparenden Modernisierung (bei 36 Prozent aller Gebrauchtkäufe) über
reine Instandhaltungsmaßnahmen (28 Prozent) und Schönheitsreparaturen (23
Prozent) bis zu An-, Um- und Ausbauten (16 Prozent). Lediglich 29 Prozent
der Befragten haben – zumindest zunächst – keine entsprechenden Maßnahmen
durchgeführt.
Der vielfach größere Anpassungsbedarf im Häuser- und Wohnungsbestand der
neuen Länder kommt nach Angaben von LBS Research darin zum Ausdruck, dass
hier neben Modernisierungen (64 Prozent) und Instandhaltungsmaßnahmen (45
Prozent) auch An-, Um- und Ausbauten mit 45 Prozent eindeutig größeres
Gewicht haben. Demgegenüber entfallen auf reine Schönheitsreparaturen 10
Prozent, und nur 17 Prozent verzichteten ganz auf Bestandsverbesserungen.
Die
unterschiedlichen Entscheidungsspielräume der Erwerber kommen bei einer
getrennten Betrachtung von Eigentumswohnungen und Eigenheimen klar heraus:
In West- und Ostdeutschland haben die neuen Wohneigentümer „auf der Etage“
lediglich in rund 60 Prozent der Fälle den Erwerb mit
Bestandsinvestitionen verbunden, wobei die Schönheitsreparaturen einen
deutlich größeren Anteil haben. Erwerber von gebrauchten
Eigentumswohnungen haben denn auch „nur“ 9.000 Euro (West) bzw. 12.000
Euro (Ost) in ihr Objekt investiert. Bei freistehenden Eigenheimen liegen
die Investitionssummen demgegenüber zwei- bis dreimal so hoch, nämlich bei
rund 23.000 Euro (West) bzw. 34.000 Euro (Ost). Dabei darf – so der
Hinweis der LBS-Experten – die durchschnittlich deutlich größere
Wohnfläche dieser Objekte nicht übersehen werden. Doch die geringeren
Investitionssummen der Reihenhauskäufer zeigten gleichfalls, dass die
Modernisierungsfreiheit und -bereitschaft in freistehenden Eigenheimen
objektiv offenbar am größten sei.
Dies gilt nach dem Ergebnis der Studie im übrigen auch für die Planungen
für die nächsten Jahre. So gaben lediglich rund 12 Prozent aller Käufer
von gebrauchten Eigentumswohnungen an, in den nächsten zwei bis drei
Jahren eine Modernisierung oder einen Ausbau ihrer Wohnung zu planen. Eine
entsprechende feste Investitionsabsicht gibt es bei immerhin rund 30
Prozent der Reihenhauskäufer, aber bei fast der Hälfte aller Erwerber von
freistehenden Eigenheimen aus dem Bestand.
Der nicht zuletzt politisch bedeutsame Zusammenhang von Eigentumserwerb
und Verbesserung des Wohnungsbestandes wird auch im jüngsten
städtebaulichen Bericht der Bundesregierung deutlich, wo es im Kontext mit
den Bestandsinvestitionen von Gebrauchtkäufern wörtlich heißt: „Indirekt
leistet die Eigenheimzulage damit einen Beitrag zur städtebaulichen
Aufwertung in den Kommunen.“ Die LBS-Experten erinnern daran, dass dieser
Sachverhalt im Grunde schon eine über 25-jährige Tradition hat. Denn im
Jahre 1977 wurde erstmals die Wohneigentumsförderung nach § 7 b des
Einkommenssteuergesetzes auch auf den Erwerb aus dem Wohnungsbestand
ausgedehnt, flankierend zur Einführung einer bundesweiten
Städtebauförderung in den 70er Jahren. In der Folgezeit hat dies damals
zur Rückkehr vieler Wohneigentumsinteressen in die Städte geführt – und
damit zu einer Renaissance vieler gewachsener Quartiere beigetragen.
Die Entwicklung in den 80er und 90er Jahren zeigt jedoch zugleich, dass es
riskant wäre, bei der Wohneigentumsbildung allzu einseitig auf die
Bestände zu setzen. Nachdem Mitte der 80er Jahre – ähnlich wie heute –
viele Städtebauer und Wirtschaftsforscher dem Wohnungsneubau ein zu
geringes Gewicht beimaßen, kam es schon nach kürzester Zeit wieder zu
ausgeprägten Anspannungen auf den Wohnungsmärkten bis hin zu akutem
Wohnungsmangel in vielen Städten. Ähnliches droht nach Auskunft von LBS
Research auch jetzt wieder. Denn der Neubau in Deutschland rutscht immer
klarer unter die Marke von 300.000 Wohneinheiten ab, die auch vom
Bundesbauministerium als mittelfristig notwendiges Mindestbauniveau für
die Bautätigkeit angesehen wird.
Quelle: LBS Research, 07.03.2005
 |
Städtische Wohnungsbestände werden von
Neueigentümern bevorzugt
Realisierung von Eigentumswünschen vor allem in hoch verdichteten Räumen –
Gebrauchterwerb in den letzten Jahren bereits auf dem Vormarsch –
Zersiedelungs-Vorwurf durch Fakten widerlegt
BERLIN – Wohneigentum gleich Neubau auf der grünen Wiese? Die aktuelle
Datenlage zeigt, dass dieses Vorurteil so falsch ist wie nie zuvor. Denn:
mehr als die Hälfte der neuen Eigentümer (52 Prozent) haben von 2001 bis
2003 in Westdeutschland gebrauchte Einfamilienhäuser oder
Eigentumswohnungen erworben. Bestandskäufe haben damit erstmals den Neubau
überflügelt. Der Anteil der Neubauten fiel nämlich gleichzeitig auf 48
Prozent zurück (nach 57 Prozent von 1998 bis 2000). Mittlerweile werden
zwei von drei Wohneigentümern zudem in den hoch verdichteten Räumen
fündig, darunter überwiegend sogar in den Ballungskernen (vgl. Grafik).
Dies sind wichtige Ergebnisse der aktuellen Wohneigentumsstudie von TNS
Infratest im Auftrag des Bundesbauministeriums und verschiedener
Finanzdienstleistungsinstitute.
Vor allem der Trend in der räumlichen Verteilung ist nach Auskunft von LBS
Research eindeutig: Entfielen Mitte der 90er Jahre in Westdeutschland noch
genauso viele Wohneigentums-Erwerbe auf hochverdichtete Räume einerseits
sowie ländliche Regionen und Regionen mit Verdichtungsansätzen
andererseits, verlagerte sich die Nachfrage bereits Ende der 90er Jahre
klar in die Ballungsräume: Von 1998 bis 2000 fanden dort bereits 61
Prozent der Käufe statt, in den letzten drei Jahren sogar 64 Prozent. Das
zeigt, so LBS Research, dass Wohneigentum dort erworben wird, wo
entsprechender Bedarf in der Bevölkerung spürbar ist. Die These der
Zersiedelung durch Wohneigentumsbildung wird damit erneut eindrucksvoll
widerlegt.
Besonders bemerkenswert ist nach Auffassung der LBS-Immobilienexperten
auch der Wandel in den Präferenzen der Wohneigentümer, was die Frage
„Neubau oder Bestand“ angeht. Obwohl bis Ende 2003 die Eigenheimzulage für
Neubauobjekte noch höher war, hat die gebrauchte Immobilie die
Führungsrolle bei der Wohneigentumsbildung übernommen. „Dieser Trend wird
sich jetzt noch verstärken, denn der Abbau der Neubauförderung sowie der
Rückgang in der Neubautätigkeit lenken die Nachfrage zwangsläufig noch
stärker auf Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Bestand“,
prognostiziert LBS Research. Mittlerweile müsse man sich bereits wieder
Sorgen um steigende Kaufpreise (und natürlich auch Mieten) machen, wenn in
den Zentren der Wohnungsnachfrage nicht genügend Neubauobjekte auf den
Markt kämen.
Der in den Zahlen für Westdeutschland zum Ausdruck kommende Trend wird
nach den Infratest-Zahlen zunehmend auch in den neuen Ländern erkennbar –
wenn auch von einer anderen Ausgangssituation aus. Hier entfällt aufgrund
des Nachholbedarfs bei Einfamilienhäusern in attraktiven Lagen immer noch
mehr als die Hälfte der Eigentumsnachfrage auf Neubauten (56 Prozent),
aber der Anteil ist seit dem Zeitraum von 1998 bis 2000 (damals lag der
Neubauanteil bei fast 70 Prozent) bereits deutlich gefallen. Auch bei der
räumlichen Verteilung im insgesamt dünner besiedelten Ostdeutschland
spielen die verdichteten Regionen mit 39 Prozent zwar noch nicht die
Führungsrolle, aber auch hier ist der Trend nach zuvor 35 Prozent aufwärts
gerichtet.
Das Fazit von LBS Research lautet daher: Die manchmal verbreitete These,
die staatliche Förderung würde die Wohneigentumsnachfrage aus den Städten
aufs flache Land verlagern, lässt sich nach diesen Daten weniger denn je
halten. Man braucht sich in der Politik keine Sorgen darum zu machen, dass
Wohneigentum nicht dort entstünde, wo die Leute dies wünschen. Vielmehr
richtet sich auch hier die Nachfrage immer stärker auf die verdichteten
Regionen; wo irgend möglich, auch auf Bestandsobjekte. Ein weiteres
Infratest-Ergebnis bestätigt, dass die Eigenheimzulage tatsächlich dort
hilft, wo der politische Bedarf vorhanden ist: Seit der Absenkung der
Einkommensgrenzen im Jahre 2000 ist das Durchschnittseinkommen der
Neu-Eigentümer deutlich gesunken, nämlich um 13 Prozent auf 2.870 Euro pro
Monat in den alten Ländern (neue Länder: 2.590 Euro). „Das zeigt, dass die
Eigenheimzulage gezielt den Schwellenhaushalten familiengerechtes Wohnen
und erfolgreiche Alterssicherung ermöglicht“, so LBS Research
abschließend.

Dass die Gleichung „Wohneigentum ist Neubau auf der grünen Wiese“ falsch
ist wie nie zuvor, zeigt die Datenlage der aktuellen Wohneigentumsstudie
von TNS Infratest im Auftrag des Bundesministeriums und verschiedener
Finanzdienstleistungsinstitute, denn: Mittlerweile werden zwei von drei
Wohneigentümern in den hoch verdichteten Räumen fündig, darunter
überwiegend sogar in den Ballungskernen.
Quelle: LBS Research, 22.11.2004
 |
Wohneigentum auf der Etage: die
städtische Alternative
In Ballungszentren bereits 40 bis 60 Prozent der Selbstnutzer in
Eigentumswohnungen – Stockwerkseigentum steigert Wohneigentumsquote in den
Städten – Bremen größte Eigenheim-Hochburg
BERLIN – Eigentum gleich Eigenheim? Vor allem in den Städten gilt diese
scheinbar selbstverständliche Gleichung in den letzten Jahren immer
weniger. Wo das verfügbare Baulandangebot dies zulässt, realisieren die
meisten Eigentumsinteressenten zwar immer noch ihren Wunsch in Form des
Ein- oder Zweifamilienhauses. Doch in den Schwerpunkten der
Wohnungsnachfrage, den nord-, west- und süddeutschen Zentren, wird häufig
die Eigentumswohnung zur Alternative. Wie eine Analyse von LBS Research
auf der Basis der aktuellsten statistischen Daten aus dem Jahre 2002
zeigt, leben die Selbstnutzer bereits in einer Reihe von Großstädten
mindestens genauso oft in der Eigentumswohnung wie im Ein- oder
Zweifamilienhaus. An der Spitze steht München mit 60 Prozent Wohneigentum
„auf der Etage“, aber auch in Stuttgart, Hannover, Düsseldorf und Nürnberg
liegt der Anteil der selbstgenutzten Eigentumswohnungen an allen
Eigentumsobjekten um oder über 50 Prozent (vgl. Grafik).
Die
relativ große Marktbedeutung von Eigentumswohnungen ist nach Auskunft der
Experten von LBS Research umso bemerkenswerter, als in Deutschland erst
seit gut 50 Jahren Wohneigentum auf der Etage begründet werden kann, sei
es durch Neubau, sei es durch nachträgliche Umwandlung von Mietwohnungen.
Mittlerweile gibt es nach der jüngsten Mikrozensus-Zusatzerhebung des
Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2002 über 5,4 Millionen
Eigentumswohnungen in Deutschland. Im früheren Bundesgebiet entfallen 17
Prozent des gesamten Wohnungsbestandes auf diese Rechtsform. In den neuen
Ländern, in denen die gesetzlichen Grundlagen dafür erst seit 1990
existieren, liegt der Anteil immerhin bereits bei 8 Prozent.
Während in früheren Wohnungsmarkt-Zyklen der Schwerpunkt auch schon einmal
bei vermieteten Eigentumswohnungen von Kapitalanlegern lag, übernimmt auch
in diesem Marktsegment immer mehr der Selbstnutzer die Hauptrolle. So
liegt in Westdeutschland deren Anteil an allen Eigentumswohnungen jetzt
bei 53 Prozent, in den neuen Ländern bereits bei 49 Prozent. Die Tendenz
zu eigenen vier Wänden auf der Etage wird nach Einschätzung von LBS
Research eher noch zunehmen, da der Mietwohnungsmarkt sich noch nicht
durchgreifend erholt und gerade in den wirtschaftsstarken Ballungsräumen
mit ihrem traditionell begrenzten Angebot an familiengerechten Wohnformen
die Nachfrage nach Wohneigentum zunimmt.
Auch diese neuen Zahlen bestätigen nach Ansicht von LBS Research, dass die
Wohneigentumsbildung in den Städten auf dem Vormarsch ist und von der
wachsenden Bedeutung der Eigentumswohnungen profitiert. Insgesamt ist der
Anteil dieser Objekte an allen selbstgenutzten Wohneinheiten in
Deutschland bis 2002 auf 19 Prozent gestiegen. Und gerade durch das so
genannte Stockwerkseigentum ist die Wohneigentumsquote in den größten
Städten auf Werte zwischen 20 und 30 Prozent angewachsen. Ausnahmen sind
lediglich Berlin (13 Prozent) und Frankfurt (16 Prozent) am unteren Ende
sowie Bremen (mit 36 Prozent) als „leuchtendes Vorbild“ für urbanes
Wohneigentum. Gerade diese Stadt weist eine lange erfolgreiche Tradition
auf, und zwar bemerkenswerterweise gerade auch durch erfolgreiche
städtische Einfamilienhaus-Bauformen. Deshalb bleibt die Bedeutung der
Eigentumswohnungen an der Weser begrenzt.
Durch die haushaltsbezogenen Wohneigentumsquoten wird die Bedeutung der
eigenen vier Wände für die Bevölkerung in den Städten eher noch
unterschätzt. Da Eigentümer-Haushalte in der Regel größer sind als
Mieter-Haushalte, liegt die bundesdeutsche Wohneigentumsquote nach der
jüngsten statistischen Analyse von empirica im Auftrag der LBS, auf die
Kopfzahl bezogen, sogar bei 52 Prozent. Da es auch in den Städten vor
allem die Familien mit Kindern sind, die in den eigenen vier Wänden leben,
liegen auch hier die personenbezogenen Eigentumsquoten deutlich über den
in der Grafik genannten Werten, so LBS Research abschließend.
Quelle: LBS Research, 02.08.2004
 |
|
LBS-Umfrage ergibt wachsenden Wohnungsbedarf
bis 2010
Institute gehen überwiegend von 300.000 und mehr neuen Wohneinheiten aus –
Bauimpulse durch zunehmende Haushaltszahlen und Verbesserung der
Wirtschaftslage
BERLIN – Nach siebenjähriger Talfahrt im deutschen Wohnungsbau steht das
Urteil der Wohnungsmarktexperten nahezu einhellig fest: In der zweiten
Hälfte des Jahrzehnts wird der jährliche Neubaubedarf in der
Bundesrepublik insgesamt nicht weiter sinken. Eher wird er sogar wieder
über die Marke von 300.000 Wohneinheiten wachsen. Das ist das Ergebnis
einer aktuellen Umfrage der Landesbausparkassen (LBS), an der sich elf
unabhängige Institute aus Wissenschaft und Beratungspraxis – darunter DIW,
Prognos und die „Immobilienweisen“ Bulwien und empirica – beteiligt haben.
Die Umfrage-Resultate im Detail: Vier Institute prognostizieren für den
Zeitraum 2005 bis 2010 einen Neubaubedarf, der um mehr als zehn Prozent
über dem Fertigstellungsergebnis des Jahres 2002 liegt. Damals wurden in
ganz Deutschland 290.000 neue Wohneinheiten registriert, 2003 dürfte das
Resultat in der gleichen Größenordnung gelegen haben. Fünf weitere
befragte Experten sehen den erforderlichen Neubau für den Rest des
Jahrzehnts in etwa auf dem aktuellen Niveau. Nur zwei Institute weichen
mit einer pessimistischeren Prognose vom generellen Experten-Trend ab.
Hinter den globalen Zahlen verbergen sich durchaus differenzierte
Prognosen für die unterschiedlichen Regionen der Republik, mit Wachstums-
wie Stagnationstendenzen. Das wird auch an den unterschiedlichen
Einschätzungen für die alten und neuen Bundesländer deutlich. Während sich
die von den Experten erwarteten Bedarfszahlen für Westdeutschland zwischen
knapp 200.000 und annähernd 300.000 Wohneinheiten bewegen, schwanken die
Vorhersagen für Ostdeutschland deutlich stärker, nämlich zwischen
lediglich 25.000 und über 60.000.
Die befragten Wohnungsmarktexperten haben bei ihrer Prognose die seit dem
1. Januar 2004 geltenden neuen Förderbedingungen für den Wohnungsbau
bereits berücksichtigt. Wichtiger für die mittelfristige Nachfrage ist
nach Einschätzung der Experten von LBS Research aber, dass die Bevölkerung
– allen Unkenrufen zum Trotz – nach der Statistik Jahr für Jahr noch
weiter zunimmt. Außerdem werden die Haushalte im Schnitt immer kleiner,
sowohl durch jüngere Singles als auch durch allein stehende Senioren.
Unstreitig steigt deshalb die Zahl der Haushalte weiter an, in
Ostdeutschland noch rund ein Jahrzehnt, im Westen der Republik sogar noch
bis weit nach dem Jahr 2020.
Mindestens genauso entscheidend für die mittelfristige Nachfrage ist nach
Auffassung der Experten, dass die Wohnungsnachfrage erfahrungsgemäß mit
anspringender Konjunktur und Verbesserung der Beschäftigungslage stabiler
wird bzw. wieder spürbar zunimmt. Dabei gehen die befragten Experten in
punkto Bruttoinlandsprodukt (BIP) fast einhellig von einer Rückkehr zum
Wachstumspfad aus, wenn auch in einem moderaten Bereich von ein bis zwei
Prozent real.
Insgesamt tragen die Experten-Prognosen nach Einschätzung von LBS Research
damit den absehbaren demographischen Rahmenbedingungen wie auch der
Wirtschaftsentwicklung Rechnung. Zu berücksichtigen sei darüber hinaus der
reine Ersatzbedarf für Abrisse, Umwidmungen und Zusammenlegungen, der nach
den langfristigen Erfahrungen mindestens 0,3 bis 0,5 Prozent des
Wohnungsbestandes ausmacht, also 100.000 bis 180.000 Einheiten pro Jahr.
Nicht ohne Grund habe deshalb das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
in seiner Prognose aus dem Jahre 2001 die gesamte Wohnungsbaunachfrage für
den Zeitraum 2006 bis 2010 auf 350.000 bis 400.000 Einheiten pro Jahr
beziffert.
Unterschiedliche Einschätzungen gibt es schließlich aktuell bei den
Experten zu der Frage, ob der künftige Schwerpunkt der Neubautätigkeit bei
selbstgenutztem Wohneigentum oder beim Mietwohnungsbau liegt. Ein Drittel
der Institute hält nach dem drastischen Niedergang des Mietwohnungsbaus
der letzten Jahre hier eine bescheidene Erholung für plausibel. Die klare
Mehrheit geht jedoch davon aus, dass der Wohnungsbaubedarf in Zukunft noch
stärker als bisher von Wohneigentumsinteressenten getragen wird, auf die
heute bereits über 70 Prozent des Neubaus entfallen.
Die Umfrage-Ergebnisse dürfen nach Auffassung der Experten von LBS
Research weder von den Verantwortlichen in der Bau- und Wohnungswirtschaft
noch von der Politik auf die leichte Schulter genommen werden. Vielmehr
müsse vor einer wachsenden Schere zwischen steigender Nachfrage in den
nächsten Jahren bei gleichzeitig zunächst weiter sinkendem Neubauangebot
gewarnt werden. Im laufenden Jahr werde der Wohnungsbau noch auf dem
Niveau der letzten Jahre mit etwas weniger als 300.000 Einheiten
verharren, denn eine nicht unbeträchtliche Zahl von Interessenten habe
angesichts der seit Beginn dieses Jahres geltenden Kürzung der
Neubauförderung die Neubauabsicht vorgezogen.
Schon bald werde es aber zu einem umso schärferen Rückgang kommen, da die
Nachfrage sich bei gleicher Förderung verstärkt auf Bestandsimmobilien
verlagern werde. Ab 2005 dürfte daher der Neubau schon um rund 20 Prozent
sinken und 2006 auf die Marke von 200.000 fertiggestellten Wohnungen
zusteuern. „Akute Knappheiten mit steigenden Preisen und Mieten sowie
Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche sind dann nur eine Frage der Zeit,
weil Bauentwickler und Grundstücksanbieter erfahrungsgemäß nicht schnell
genug reagieren“, kommentiert LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm das
drohende Auseinanderklaffen von Bedarf und tatsächlicher Bautätigkeit in
den nächsten Jahren.
Quelle: LBS Research, 15.03.2004

|
Aberglaube im Bauwesen
Hier geht es weniger um solche interessanten Sprüche wie "Wer glaubt dass ein
Bauleiter den Bau leitet, der glaubt auch dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet",
sondern um Auffassungen - auch in der Fachwelt - die sich hartnäckig halten. Oft lässt
sich nicht nachvollziehen, warum. |
Der U-Wert ist die energetische Kenngröße Denkste. Ich
möchte es natürlich auch (kurz) begründen. Das Rezept á la EnEV und formelverliebter
Diplom- Experten: man nehme einen "Rechenwert der Leitfähigkeit", den man im
Labor unter definierten Bedingungen bestimmt. Dass man diese Bedingungen in der Realität
nicht hat, halte einen nur nicht davon ab, damit zu rechnen - auch wenn 1% Feuchtegehalt
ca. 10% Dämmverlust mit sich bringen. Dann nehme man noch die sensationell verlässlichen
Größen Innen- und Außentemperatur und gebe Übergangswiderstände hinzu, linear
umrühren - fertig.
Geht man von der Machbarkeit einer langfristigen Mittelwertbetrachtung aus, fällt es
einem nicht schwer, das Speichervermögen zu vernachlässigen. Konsequenterweise klammert
man dann noch solche Begriffe wie TAV, Phasenverschiebung, Wärmeeindringzahl,
Auskühlzeit und Temperaturträgheit aus. In die Betrachtung darf auf keinen Fall
aufgenommen werden: die Strahlungslufttemperatur, Luftfeuchte innen und aussen, dazu
Absorption und Adsorption, die Ausgleichsfeuchte ist dann auch ein Tabuthema.
Hat man den großen Sprung gemacht, die Feuchteverhältnisse zu ignorieren, fällt es
gar nicht mehr schwer, Tauwasserbildung in Außenwandkonstruktionen zu akzeptieren und per
DIN zuzulassen. Wichtig bei alledem: Strahlungsvorgänge als nebensächlich betrachten -
dann kommt man guten Mutes dazu, solare Gewinne herunter zu spielen bzw. 3% Bilanzbeitrag
als gnädig attestiertes Maximum zu gewähren.
Kleine Hilfestellung: selbst laienhaft überlegende Hausbewohner haben schon
konstatiert, dass eine dicke Dämmung im DG nicht vor sommerlicher Hitze schützt - trotz
prima U-Wert. Manch einer mag sich schon gewundert haben, dass dicke Gemäuer im Sommer
angenehme Kühle spenden - trotz schlechtem U-Wert. Und wie interpretiert man den Umstand,
dass alte Ziegelbuden weniger Heizenergie verbrauchen, als berechnet?
Wunderwelt der Bauphysik! S´ heilige U-Wertle jedenfalls richtet´ s nicht. Je weniger
man jedoch zu komplexer Betrachtung bereit ist, desto leichter fällt einem der Glaube
an´ s heilige U-Wertle. Und um so leichter bereitet es einem Mühe, mit der Formel
nachzuweisen, dass die Formel stimmt. Pfeift auf die Praxis, es lebe die EnEV- linientreue
Diplom-Bauphysik. Rechnen ist besser als messen, der wohnende Mensch hat sich dem
unterzuordnen!
Fazit:
Der U-Wert ist nur eine von mehreren Kenngrößen. Eine vernünftige energetische
Betrachtung
kann man nur anstellen, wenn man die Verhältnisse komplex betrachtet. Der U-Wert
ist dafür untauglich.
Ergänzung:
Es würde nichts gegen die Anwendung des U-Werts sprechen, wenn dieser sich durch Feuchte
verschlechtert oder wenn die Kelvintageszahlen und der Luftübergang und der Solarbonus
Fehler behaftet sind. Dann muss man das eben berücksichtigen - oder ggf. die Fehler in ±%
entsprechend angeben. Das Verwerfliche ist jedoch, dass man dies ganz einfach nicht
befolgt. Insofern kann man der EnEV mitsamt DIN 4108 keine Legitimation zusprechen.
Man sollte auch darauf achten, dass nicht Dämmung und Dämpfung verwechselt werden.
Dass es in einem DG (ohne nennenswerte Wärmespeicherfähigkeit) trotz guten U-Werts bei
Sonne schnell heiß wird, schließt jedoch nicht aus, dass man hier im Winter tatsächlich
entsprechend Heizenergie einspart. Mehr dazu auf meiner Seite zum Dachgeschossausbau.
Die schnelle "Durchreichung" der Temperatur bei Styropor ist auf dessen
geringe Speicherfähigkeit zurückzuführen. TAV, Phasenverschiebung, Wärmeeindringzahl,
Auskühlzeit und Temperaturträgheit sind als Dynamik-Kennwerte, die sich proportional zum
Speichervermögen verbessern, für den Wohnkomfort sehr wichtig.
Allerdings muss man auch sehen, dass eine monolithische Außenwand mit einem
(rechnerisch) "schlechten" U-Wert bessere Energieverbrauchswerte beschert, als
eine gedämmte mit "gutem" U-Wert. Wozu sind dann aufwändige
Berechnungsverfahren gut, die die tatsächlichen Gegebenheiten nicht wieder spiegeln?
Der U-Wert ist lediglich für die DÄMMUNG (Transmissionsverluste) zuständig. In der
Physik hat jeder Parameter eine Aufgabe und offenbar wird die Bedeutung verschiedener
Parameter nirgends so durcheinander gebracht wie im Baufach. Und am wenigsten hilft
einseitige Betrachtung, wo es doch so komplex zugeht. Schade, dass dies nicht so in der
EnEV umgesetzt ist.
Meine Intentionen zum Wand-Baustoff sind die, dass er folgende Eigenschaften in
sinnvoller Kombination haben soll (wobei klar wird, dass dem U-Wert eine untergeordnete
Rolle zukommt):
- Wärmedämmung
- Speicherung
- Sorption
- Solarabsorption
- Wirtschaftlichkeit
Ich bitte zu beachten, dass ich insbesondere dem
Thema
Wirtschaftlichkeit eine eigene Seite gewidmet
habe.
Schluss:
Am Ende sollte man sich doch die sinnhafte Frage stellen: Wenn man mit der U-Wert-Theorie
die Energieverwaltung des Gebäudes, insbesondere der Außenwände, nicht richtig
berechnen kann - warum tut man es dennoch? Sind 40% offiziell tolerierte Abweichung nicht
reine bauphysikalische Kabbalistik? Wie viele Schimmelkranke brauchen wir denn noch in
Deutschland? Sind zigtausende m² mit patentiertem Verfahren sanierte WDVS nicht Beleg
genug für Untauglichkeit brachialer Anwendung unvernünftiger Theorien in der Praxis? |
| » mehr Info |
| Blower Door - eine sichere Aussage zur Gebäudedichtigkeit Zu den
"verschärften Anforderungen" der EnEV gehört auch die zur Gebäudedichtigkeit.
Natürlich ist das auch eine wichtige Sache, wenn man an die Feuchteempfindlichkeit von
Wärmedämmung im ausgebauten Dach oder im Leichtbau denkt. Bei einem vernünftig
errichteten Mauerwerksbau halte ich das Thema für unangebracht, jedoch sollten Messungen
bei Leichtbauweisen zur Sicherheit durchgeführt werden.
Denn bei den "verschärften Anforderungen" hat man nicht bedacht, dass noch
keine Nano-Roboter im Bauwesen zum Einsatz kommen. Mithin ist es aufgrund kniffliger
Details nahezu unmöglich, eine völlig dichte Dampfsperre einzubauen. Das Ergebnis einer
Blower-Door-Messung soll eine Aussage über etwaige Leckagen liefern.
In der Regel wird diese Messung im fertig beplankten Raum durchgeführt. Da liegt der
Knackpunkt. Stellen Sie sich einen fertig ausgebauten Dachraum vor, beplankt mit
GK-Platten und mit einem Latexanstrich versehen, der sogar noch gem. Theorie mit Vor-,
Zwischen und Schlussbeschichtung ausgeführt. Alternativ können Sie sich eine satt
aufgerollerte Dispersionsfarbe vorstellen.
Nun wird gemessen, es gibt einen guten Wert, z.B. n50 =
2,1 [1/h]. Ein traumhafter Wert, da der empfohlene Grenzwert bei 3 liegt (Räume mit
Fensterlüftung, nach DIN V 4708 - 7). Kann man davon ausgehen, dass die Dampfsperre mit
Sicherheit dicht ist? Vorsichtshalber nicht - denn die Dampfsperre kann wer weiß wie
perforiert sein, ohne dass man es mittels der BD-Messung mitbekommt. Denn: die
Farbbeschichtung kann solch eine luftdichte Haut zum Zeitpunkt der Messung bilden, dass es
ein verfälschtes Ergebnis gibt.
Mit der Zeit entstehen, z.B. in den Xeln, kleine feine Risse, zumal die
Acrylversiegelung auch nicht ewig hält. Den Rest können Sie sich vorstellen.
Andererseits kann man auch schlechtere Werte messen, wenn die Abklebung z.B. von
Spülenanschlüssen nicht exakt erfolgte usw. Also: nicht nur ergeben auf die Zahl
schauen, sondern beobachten, wie es zur Messung kam. |
| » mehr Info |
| Die Abnahme vom "Bau-TÜV" bringt Sicherheit Alles nur
Zinnober. Es geht lediglich darum, wenig Leistung für viel Geld zu verkaufen, ohne
jegliche Haftung und Gewähr. Wie die Rechtsabteilung in einem Schreiben vom 19. Dezember
2000 mitteilt, übernehme der TÜV BB entgegen der Erwartung vieler Laien "keine
Erfolgs bezogenen Verpflichtungen und keinerlei Leitungs- und Koordinierungsaufgaben" ... |
| » mehr Info |
| Die atmende Fassade "Massive Wände schaffen ein gesundes
Raumklima": das ist nicht ganz falsch, aber wenn Ihnen erzählt wird, dass eine
Fassade "atmet", sollten Sie sich diese Theorie näher erläutern lassen. Oft
muss diese Theorie dafür herhalten, sich für eine Bauweise zu entscheiden. Tatsächlich
"atmen" Wände nicht, durch normale Mauern gehen nur 1-2 % der
Innenraum-Feuchte, im Extremfall sind es 4-5 %. Nur mit Lüften erreichen Sie den
erforderlichen Luftwechsel. Wichtig ist die Berücksichtigung von Diffusions- und
Sorptionsvorgängen. Im übrigen ist dieses Thema so neu nicht. Zitat: "Ein
Atmen der Wände im Sinne einer Lufterneuerung der Innenräume findet nicht
statt. Dagegen ist aus hygienischen und bautechnischen Gründen auf der
Innenseite der Wände eine gewisse Aufnahmefähigkeit für Wasserdampf
erwünscht;..." Quelle: DIN 4108, Wärmeschutz im Hochbau, Ausgabe Mai 1990.
Mithin geht es um die Sorptionsprozesse |
| » mehr Info |
| WU-Beton = wasserdicht "WU-Beton lässt kein
Wasser durch" stimmt nur zum Teil. Hinsichtlich der Abdichtwirkung kann man davon
ausgehen, dass er auch gegen drückendes Wasser (wie es im Berliner Raum auch in relativ
geringen Tiefen durch Schichtenwasser anstehen kann) wirkt und kein Wasser in den Keller
läuft. Jedoch erfolgt eine Diffusion von Wasserdampf ab der Eindringtiefe durch den Rest
des Materials nach innen. Das ist besonders bei der Planung und Ausführung der Fußböden
im Keller zu berücksichtigen (Dampfsperre!). |
| » mehr Info |
| Keine Bange - der Unternehmer gibt Gewährleistung Das mag zwar
vertraglich regelbar sein, oft ist jedoch die praktische Umsetzung das Problem. Zunächst
müssen alle Fristen über 2 Jahre extra vereinbart werden, sonst gelten nur die 2 Jahre
nach § 13 Nr. 4 (1) VOB/B. Außerdem gelten kürzere Fristen für bewegliche bzw. sich
drehende Teile (z.B. eine Pumpe).
Der Unternehmer ist verpflichtet, alle auftretenden Mängel zu beseitigen, die auf
vertragswidrige Leistung zurückzuführen sind. Aber das erledigt er i.d.R. nur als
seriöses Unternehmen, bei Bagatellfällen bzw. für Grossauftraggeber. Was nämlich nicht
in der VOB - geschweige denn im Bauvertrag - steht, ist die Tatsache, dass sich nach der
Abnahme die Beweislast umkehrt.
Das bedeutet, dass Sie dem Unternehmer die Vertragswidrigkeit ggf. nachweisen müssen.
Interessant wird das, wenn sich an einem Bauwerksteil die Leistungen mehrerer Unternehmer
überschneiden, z.B. Wasserflecken an der Decke eines Flachdaches: Undichtigkeit der
Dachabdichtung oder mangelhafte Dampfsperre und daraus resultierendes Schwitzwasser?
Am Ende kann es erforderlich werden, zu klagen und einen Gutachter einzuschalten. Das
nützt aber nur etwas, wenn der Unternehmer Bestands orientiert handelt (und nicht Konkurs
anmeldet).
Das Problem besteht u.a. darin, dass sich die Leistung eines Unternehmens nicht versichern
lässt, d.h. weder auf Erfüllung noch auf Mangelfreiheit.
Drum prüfe, wer sich vertraglich bindet. |
| » mehr Info |
| "Nach DIN" garantiert Qualität Oft findet man in
fragmentarischen Baubeschreibungen z.B. von GU-Verträgen Formulierungen wie: "Bad
gefliest nach DIN" o.ä. Das ist natürlich völlig ungenügend, um qualitative
Ansprüche zu sichern. Nach DIN 18352 beträgt die Fugenbreite für "trocken gepresste
keramische Fliesen und Platten mit einer Seitenlänge über 10 cm" immerhin 2 bis 8
mm. Stellen Sie sich Fliesen mit 15 cm Kantenlänge vor, bei denen die Fugenbreite 8 mm
beträgt. Außerdem ist keinerlei Aussage zu Rutschfestigkeit und Abriebfestigkeit
getroffen. Ob, wo und wie abgedichtet wird, geht daraus auch nicht hervor. Im übrigen
gibt es 10 Normen für keramische Fliesen und Platten nach DIN 18352. Man kann also eine
hohe Qualität vereinbaren oder eine als "minderwertig" aufgefasste Leistung
erhalten - und dennoch wurde "nach DIN" ausgeführt. usw. usf. |
| » mehr Info |
| Rekordbauzeiten beim Fertighaus sind nur beeindruckend, wenn man
die Vorfertigungszeit außer Berücksichtigung lässt. Zwar lassen sich Fertighäuser in
wenigen Tagen (auf der fertigen Bodenplatte aus Ortbeton) errichten, aber kennen Sie einen
Anbieter, der Ihnen das bestellte Haus nach 7 Tagen nach abgeschlossener Planung und
eingeholter Baugenehmigung bzw. eingereichter Bauanzeige hinstellt? |
| » mehr Info |
| Der Einheitsarchitektenvertrag auch Standardvertrag genannt,
schaffe Rechtssicherheit. So einen Vertrag gibt es nicht, auch wenn Verlage diesen als
Formblatt anbieten. Das kann dann allenfalls ein Mustervertrag sein. Der Vertrag ist
individuell festzulegen, wobei es nicht allein genügt, auf die beauftragten LPh aus der
HOAI hinzuweisen. Dazu gibt es höchstrichterliche Entscheidungen, die allerdings wiederum
so weit gehen, dass man die LPh dem Inhalte nach noch einmal abschreiben könnte. |
| » mehr Info |
| Niedrigenergiehaus-Standard als Formulierung in der Baubeschreibung
garantiert niedrigen Energieverbrauch. Warum eigentlich? Ganz einfach, weil der Errichter
allemal nachweist, dass Ihr Energieverbrauch niedriger ist als bei anderen Gebäuden. Mehr
gibt nämlich der begriff nicht her, er ist nämlich nicht definiert und daher genauso
sinnlos wie die Formulierung vom "gehobenen Standard", mit dem
Sie vertragsrechtlich ebenfalls nichts anfangen können. Mit nicht definierten
wohlklingenden Begriffen ist gut werben.
Unser Tipp: lassen Sie sich einen berechneten und nachgewiesenen Jahresheizwärmebedarf
als vertraglich zugesicherte Eigenschaft garantieren. Nehmen Sie als Richtwert 70
kWh/m2·a, der nicht überschritten werden sollte. Alles andere ist Hokuspokus. Gerade ab
Januar 2002 wird das wegen der EnEV ein Problem für viele GU und Bauträger, da diese
Ihnen diese Werte nachweisen müssen. |
| » mehr Info |
| Vollsaniert ist ebenfalls ein interessantes Unwort. Man verwendet
es in Kaufverträgen für Immobilien. Der Käufer denkt, dass das gesamte Gebäude gemäß
den allgemein anerkannten Regeln der Technik und der Baukunst umfassend instand gesetzt
und/oder modernisiert wurde. Aber Sanierung ist kein genormter, rechtsverbindlicher
Begriff. Vollsanierung daher genauso wenig. Auch hier kommt es darauf an, anstatt
wohlklingender Worte sich Eigenschaften vertraglich zusichern zu lassen. Das heißt, dass
alle ausgeführten Arbeiten gewerke- bzw. bauteilweise aufzuführen sind und der
Verkäufer muss Ihnen die ordnungsgemäße Ausführung zusichern. |
| » mehr Info |
| Malerfertig als Bezeichnung für Untergründe bzw. Oberflächen
suggeriert, dass der Maler sofort loslegen kann. Das kann er allerdings in jedem Fall, es
sei denn Ihr ästhetisches Empfinden spricht dagegen. Spätestens wenn Sie die Firma des
Vorgewerks darauf hinweist, dass die Leistung gemäß Vertrag erbracht ist und das
Folgegewerk (Maler) ja nur beginnen braucht, werden Sie merken, dass bei dem begriff
"malerfertig" die Vorstellungen bei Auftraggeber und Auftragnehmer auseinander
gehen, sofern nicht eine klare Leistungsabgrenzung erfolgt ist. |
| » mehr Info |
| Wasserbehandlung mit Magneten Wir sind im Baumarkt fündig
geworden. Da wird der Kundschaft ein Stück Wasserrohr mit "9 hochwertigen"
Permanentmagneten zum Zwischenschrauben angeboten. Die Wirkungsweise soll darauf basieren,
dass durch das Durchfliesen des Wassers durch die Magnetfelder die Kalkionen neutralisiert
werden, wodurch sie sich nicht mehr festsetzen und somit zu Verkalkung führen. Dazu gibt
es ein Bildchen vom "Erfinder" auf dem Faltblättchen und 5 Jahre Garantie. Es
wird jedoch nicht verraten, worauf es die Garantie gibt (wahrscheinlich darauf, dass die
Permanentmagneten permanent magnetisch sind). Fazit: die Zeiten magnetischen Bettzeugs und
ähnlicher Wünschelrutenerzeugnisse sind nicht vorbei. Aber wer glaubt, dass man mit
solchem Hokuspokus "bessere und frühere Ernten (Salat, Tomaten etc)." erzielt,
nur zu. Der Glaube hilft Berge versetzen. |
| » mehr Info |
| DIN EN ISO 9000 sichert Qualität Es gibt ein europaweites
Qualitätssicherungssystem, welches über die o.g. DIN eingeführt wurde.
Qualitätssicherung bedeutet jedoch nur: es wird die Qualität der Organisationsstruktur
des Unternehmens gesichert (zumindest theoretisch). Wie läuft das? Man löhnt als
Unternehmen einen 5-stelligen Betrag an eine Zertifizierungsstelle und die kontrolliert
anhand der 9000er DIN-Reihe. Wenn alle Aktenordner ordentlich etikettiert sind, bekommt
das Unternehmen ein Siegel, es ist dann DIN ISO-zertifiziert. was nutzt das dem
Auftraggeber dieses Unternehmens? Gar nix. Denn mit dem Prüfstempel kann Ihnen niemand
die Qualität von Gebäuden sichern. Im ungünstigen Fall kann das bedeuten: auf der
Baustelle das blanke Chaos, aber im Büro alles hübsch ordentlich. |
| » mehr Info |
| Nachtabsenkung der Heizung führt zu Energieeinsparung Das
widerspricht dem gesetzmäßigen Abfluss von Energie von innen nach außen. Wenn ich
weniger Wärme zuführe, sinkt die Temperatur. Will ich es wieder wärmer haben, muss ich
die Differenz ausgleichen. das bedeutet, man muss sowohl die Raumluft als auch die Wände
erneut "auf Temperatur bringen". Eine entscheidende Kenngröße hierbei ist die
thermische Behaglichkeit. Insofern entspricht eine Temperatur- Absenkung eher dem
üblichen Nutzerverhalten in Schlafräumen. Das kann man aber auch am Thermostaten regeln. |
| » mehr Info |
| Hohe Zahl am Thermostaten - hoher Verbrauch Die Idee, Heizkosten
einzusparen, mag ja löblich sein. Aber das kann man nicht allein an der abgelesenen Zahl
am Stellgriff festmachen. Die Erzielung der gewünschten Raumtemperatur hängt nicht nur
davon ab, ob der Themostat auf 2 oder auf 4 steht. Entscheidend sind die
Heizkörpergröße, die Wetterlage und die baulichen Gegebenheiten (Ausrichtung,
Gebäudegeometrie, Bauteileigenschaften usw.). Eine Beurteilung ermöglicht lediglich
häufiges Ablesen am Verbrauchszähler (Röhrchen, Display, Wärmemengenzähler). Noch ein
Tipp: am meisten spart der, der sich einzureden vermag, dass ihm bei 16°C mollig warm
ist. Unter dem Link rechts erfahren Sie, wie ein Thermostat (-Ventil) funktioniert. |
| » mehr Info |
Facility Management = eine neudeutsche Bezeichnung für Hausmeisterdienste
| Zur Historie |
| 1978 |
Hermann Miller Corporation; Konferenz Facilities Impact on Productivity |
| 1978 |
Gründung einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dave Armstrong |
| 1979 |
Gründung des Facility Management Institute (FMI) in Ann Arbor, Michigan, durch Dave
Armstrong (Finanzexperten, Designer, Architekten) |
| 1980 |
erste Ausbildungsprogramme im Fachbereich Facility Management am FMI |
| 1980 |
Gründung der National Facility Management Association (NFMA) |
| 1983 |
Umwandlung der NFMA in die International Facility Management Association (IFMA)
mit Sitz in Houston, Texas: Definition des Begriffes FM |
| 1985 |
Gründung der Association of Facility Management (AFM) in Großbritannien |
| 1989 |
Gründung der German Facility Management Association GEFMA |
| 1996 |
Gründung der IFMA Deutschland e.V. (deutscher Ableger der IFMA) |
|
|
Definition in den USA
(United States Library of Congress, 1988)
"FM ist die Praxis, den physischen Arbeitsplatz mit dem Menschen und mit der Arbeit
zu koordinieren. FM integriert dabei die Grundlage der wirtschaftlichen Betriebsführung,
der Architektur und der Verhaltens- und IngenieursWissenschaften2'
Deutsche Definition
(GEFMA Definition Richtlinie 100, Bonn 1996)
"FM ist ein unternehmerischer Prozess, der durch die Integration von Planung,
Kontrolle und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen und unter
Berücksichtigung von Arbeitsplatz und -umfeld eine verbesserte Nutzungsflexibilität,
Arbeitsproduktivität Lind Kapitalrentabilität zum Ziel hat, "Facilities"
werden als strategische Ressource in den unternehmerischen Gesamtprozess integriert.
Europäische Definition
(Euro-FIVI Definition, Glasgow 1990)
"Facility Management ist der ganzheitliche strategische Rahmen für koordinierte
Programme, um Gebäude, ihre Systeme und Inhalte kontinuierlich bereitzustellen,
funktionsfähig zu halten und an die wechselnden organisatorischen Bedürfnisse
anzupassen." |
| » mehr Info |
| nach oben Die Seiten:
:: Baubeschreibung Einfamilienhaus
:: Das ideale Haus
:: Bauen & Wohnen: Gesundes Wohnen
:: Bauen und Wohnen: Zahlen und Fakten
:: Massivhaus EFH Neubau / Wie man ein
Haus baut
:: Dachdecker-Murks
:: Bau-Murks
:: Schimmel, richtig heizen und lüften
|