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Dass der Dämmwahn keine rein deutsche Erscheinung ist, und dass man sich auch anderswo anders als staatlich verordnet Gedanken darüber macht, zeigen Ihnen die folgenden Beiträge
von Paul Bossert, die mir im April 2002 zur Verfügung gestellt wurden.

Information über Energieeinsparungen
Beiträge von Dipl.-Ing./Arch. Paul Bossert, Dietikon, Schweiz:


DEBATTE
Abschrift aus der SIA-Zeitschrift "tec21" Nr. 37 vom 14. September 2001

Geht die Wärmedämmung in die falsche Richtung?
Mit dem neuen Bundesprogramm "EnergieSchweiz" soll das Schweizer Volk Energie sparen, um den Ausstoss von Kohlendioxyd (CO2) zu senken und letztlich das Klima zu schützen. In der Schweiz liegt das grösste Energieeinsparpotential bei Heizung und Warmwasser, die rund 50% des Energieverbrauchs ausmachen.

Ein Beitrag zur Frage, ob die Normen SIA 180 und SIA 380/1 bereits überholt seien.

Nebst vielen Einzelmassnahmen setzt man auf verbesserte Wärmedämmung bei Gebäuden und Anlagen. Dabei haben sich die Bauplaner an die Normen SIA 180 und SIA 380/1 zu halten, in denen nach wie vor der U-Wert als dominante Grösse vorherrscht. Dieser Umstand hat u.a. auch die Architektur von Hochbauten nachhaltig verändert.

In der Norm SIA 180 (Ausgabe 2000) ist für opake Aussenbauteile ein U-Grenzwert von 0,4 W/m2K vorgeschrieben, welcher jedoch bereits ein Jahr später in der Norm SIA 380/1 (Ausgabe 2001) auf 0,3 W/m2K herabgesetzt wurde. Darin wird auch der anzustrebende Zielwert nach SIA mit 0,2 W/m2K angegeben. Einige Kantone glauben aber, dass mit dem wissenschaftlich nicht erforschten MINERGIE-Standard noch tiefere Energieverbrauchswerte erzielt werden können. Bereits schreiben Stadt und Kanton Zürich und die Kantone Graubünden und Wallis für öffentliche Gebäude den MINERGIE-Standard als zwingende Planungsgrösse vor. Dieser ist nur mit Wärmedämmstärken von über 20 cm und U-Werten von 0,1 W/m2K einzuhalten. Aus behördlicher Sicht können demzufolge in diesen Kantonen die oben erwähnten SIA-Normen als überholt bezeichnet werden.

Es ist zwar richtig, Heizanlagen, Heiz- und Warmwasserleitungen sowie Estrichböden und Kellerdecken mit wirksamen Wärmedämmungen zu versehen. Im Fassadenbereich sind Dämmstoffe jedoch am falschen Ort, weil damit die Solarstrahlung nicht nutzbar ist, was zu hohen Investitions- und Energieschäden führt. Ausserdem kann im Winter die Raumfeuchtigkeit wegen zu dicker und sorptionsunfähiger Dämmstoffe nicht mehr über die Fassaden nach aussen abgeführt werden, was längerfristig zu Gesundheitsschäden führt (Asthma, Allergien usw).

Wegen eines Wissens-Defizits in der offiziellen Lehrmeinung bei der U-Wert- und Entfeuchtungs-Theorie stellen die Bildungs- und Forschungsinstitute der Schweiz den Solarenergie-Nutzen und die notwendige Sorptionsfähigkeit von Aussenwänden in Abrede. Deshalb wurde in der Norm SIA 180 die Sorptionsfähigkeit von Dämmstoffen als nicht mehr erforderlich erachtet und der über 100 Jahre gültige Grenzwert von 50% relativer Luftfeuchte in Wohnräumen auf über 60% angehoben. Dies im Glauben, dass mit Komfortlüftungen (Bedarfslüftung, kontrollierter Lüftung usw) die Entfeuchtung von Wohnräumen machbar sei.

Hierzulande wurde zudem nie wissenschaftlich-experimentell überprüft, ob die allgemeine Berechnungsweise mit dominanten U-Werten mit dem Energieverbrauch beheizter Gebäude in der Realität übereinstimmt. Ausserdem liegen keine experimentellen Nachweise vor, dass im Wohnungsbau die Raumfeuchtigkeit im Winter - mittels heutiger Lüftungstechnik - auf 35% bis 45% relativer Luftfeuchte gesenkt werden kann.

Der nachfolgende Energievergleich öffentlicher Gebäude in Dietikon beweist beispielhaft, dass die offizielle Lehrmeinung und die damit verstrickte U-Wert-Theorie fragwürdig ist. Bauten der Jahre 1850 bis 1950 verbrauchen infolge einer optimalen passiven Sonnenenergienutzung in der Regel weniger Heizenergie als wärmegedämmte Neubauten und Sanierungen der letzten 20 Jahre.

Fallbeispiele aus Dietikon

Trotz Wärmedämmsanierung im Jahr 1995 für über fünf Millionen Franken ist das Schulhaus Luberzen mit neuen Fassaden- und Flachdach-U-Werten von 0,25 W/m2K der grösste "öffentliche Energieverschleuderer" in Dietikon (siehe Tabelle unten: 1. Mittel-Wert). Vergleicht man nur die vergangenen fünf Jahre, so liegt Luberzen immer noch auf dem zweitletzten Rang und verbraucht vergleichsweise rund fünf mal mehr Heizenergie, als es theoretisch sollte (2. MW).

Auch die 1982 erfolgte Energiesanierung beim Schulhaus Wolfsmatt brachte keine Einsparungen. Mindestens eineinhalb Millionen Franken der damaligen Investitionen waren ineffizient, und, weil die Dauerhaftigkeit diverser Sanierungsmassnahmen nicht beachtet wurde, ist das Schulhaus schon wieder sanierungsbedürftig.

Beim neuen Stadthaus beträgt die Fehlinvestition für das energieunwirksame Zweischalenmauerwerk rund drei Millionen Franken. Nach 20 Jahren werden happige Bauschäden den Ersatz der äussern Sichtbackstein-Mauerschale mit einem gegenwärtigen U-Wert von 0,3 W/m2K erfordern. Das Gebäude verbraucht etwa dreimal mehr Energie, als es nach herrschender Theorie sollte.

Am wenigsten Energie verbrauchen das Alte Stadthaus und das Zentral-Schulhaus. Hätte man das Alte Stadthaus nicht mit weisser Dispersionsfarbe angestrichen, wäre der Energieverbrauch noch geringer. Nach den heutigen Energiegesetzen und Bauvorschriften aber darf man Gebäude in dieser "konservativen" Bauart nicht länger herstellen.

Der hohe Energieverbrauch des 1899 erbauten "Bürohauses" bildet vermutlich die Ausnahme zur oben erwähnten Regel. Mittels Energie-Verbrauchs-Analyse könnten jedoch die energetischen Mängel mühelos bestimmt werden.

Nebst den Fehlinvestitionen kosten die Energieschäden infolge des zu hohen Energieverbrauchs die Steuerzahler in Dietikon folgende (geschätzte) Beträge:

Gebäude, Kosten:

Schulhaus Luberzen Fr. 5.00/m2a (= rund Fr. 35’000.- pro Jahr)
Schulhaus Wolfsmatt Fr. 1.50/m2a (= rund Fr. 10’000.- pro Jahr)
Stadthaus Neu Fr. 2.50/m2a (= rund Fr. 15’000.- pro Jahr)

Spezifischer Energieverbrauch in Schulhäusern und Städtischen Liegenschaften

Quelle: Offizielle Geschäftsberichte der Stadt Dietikon von 1993 bis 2000

                     

1. MW

2. MW

Rang

Baujahr Objekte
> 1000 m2

EBF

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

93-00

96-00

96-00

m2

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

MJ/m2a

1970/95* Schulhaus
Luberzen

6934

945

884

913

783

617

525

455

489

701

574

9

1899/77 Bürohaus
Bremg.-Str. 23

1461

665

785

758

620

567

617

566

531

639

580

10

1966 Altersheim
Ruggacker
7412

471

559

591

617

564

572

544

561

560

572

8

1965 Schulhaus
Fondli

5285

582

539

546

518

430

440

453

391

487

446

7

1992 Stadthaus
neu

6453

     

372

339

392

379

347

366

366

6

1956/86* Schulhaus
Steimürli

4249

307

365

359

422

308

350

365

339

352

357

5

1960/82* Schulhaus
Wolfsmatt

6730

313

345

337

356

332

353

365

309

339

343

4

1992 Stadthaus
total

10609

345

324

342

355

316

355

344

314

337

337

3

1908/32 Zentral-
Schulhaus

13106

263

293

297

302

281

315

364

324

305

317

2

1842 Stadthaus
alt

1064

     

324

245

251

244

222

257

257

1

Bezeichnungen: EBF in m2 = Energiebezugsfläche = Bruttogeschossfläche (BGF)
MJ/m2a = Spezifischer Energieverbrauch pro m2 Jahr, bei "Mittel" aufsteigend geordnet
* = Energiesanierung mit Wärmedämmung und neuer Heizung
100 MJ/m2a = ca. 28 kWh Energie/m2a = ca. 2,8 m3 Erdgas/m2a = ca. 2.8 Liter Heizöl pro m2 und Jahr

Fazit: Wäre die gemäss herrschender Lehrmeinung allgemein verwendete Berechnungsweise nach der U-Wert-Theorie richtig, sollte allgemein – ohne Lüftungstechnik und ohne Einbezug erneuerbarer Energien - ein Energieverbrauch von rund der Hälfte der Altbauten, also etwa 100 MJ/m2a beobachtet werden können. Da der Energieverbrauch von hochgedämmten Neubauten in der Regel aber doppelt so hoch ist wie bei nichtgedämmten Altbauten, ist der Energieverbrauch dieser Neubauten drei bis fünfmal höher, als er theoretisch sein sollte.

Da die neu in Kraft gesetzten Normen SIA 180 und SIA 380/1 wegen des behördlich verordneten MINERGIE-Standards offiziell als überholt gelten und zwischen Theorie und Praxis allgemein ein gewaltiger Unterschied feststellbar ist, sollte dies dem SIA Anlass genug sein, die Anwendungstauglichkeit seiner Normen 180 und 380/1 in der Realität erstmals und vergleichsweise zu überprüfen.

Grafik 1

Der in der Grafik 1 dargestellte energetische Misserfolg ist die Folge der SIA Normen 180 und 380/1. Unter Anwendung der herkömmlichen Baukunst wären die Fehler vermeidbar gewesen.

Paul Bossert, Architekt, Bauingenieur und Energiefachmann,
Oetwilerstrasse 4, 8953 Dietikon Tel. 01 740 83 93 Fax 01 742 04 56


PROF. DR.-ING. HABIL. CLAUS MEIER - ARCHITEKT SRL - WISS. DIREKTOR
NEUENDETTELSAUER STRASSE 39 - 90449 NÜRNBERG
TEL. (0911) 68 97 526 - FAX (0911) 68 97 527
e-Mail: prof.dr.c.meier@t-online.de

Prof. Dr. C. Meier - Neuendettelsauerstr. 39 - 90449 Nürnberg

Frau
Inge Beckel
Redakteurin "tec 21"
e-Mail: beckel@tec21.ch

Nürnberg, den 03.10.2001

Paul Bossert: "Geht die Wärmedämmung in die falsche Richtung"

In SIA-Zeitschrift "tec 21" Nr.37 vom 14. September 2001, S.44.

Da das Bauen heutzutage durch die Energiedebatte präjudiziert wird, greift dieser Artikel ein zentrales Thema auf: Die Gültigkeit des U-Wertes. Immerhin werden große Diskrepanzen zwischen Rechnung und Verbrauch festgestellt. Mathematisch gesehen wird der U-Wert aus der allgemeinen Fourierschen Wärmeleitungsgleichung durch Nullsetzung dieser Gleichung abgeleitet. Dies bedeutet: keine Solarstrahlung, keine Speicherung, konstante Wärmestromdichte. Diese Bedingungen treffen in Realität nie zu: die Sonne scheint immer (diffuse Strahlung genügt), schweres Material (Altbauten) kann speichern, die Wärmestromdichten sind in Richtung und Größe unterschiedlich. Diesem U-Wert-Dilemma steht die "akademische Lehrmeinung" hilflos gegenüber. Aus Trotz (wir haben seit jeher so gerechnet) wird betonkopfartig am Dogma des U-Wertes festgehalten – mit katastrophalen Folgen.

Wird die U-Wert-Funktion mathematisch analysiert, so ergibt sich eine Hyperbel. Dies heißt im Klartext: Mit doppeltem Aufwand wird der halbe Effekt erzielt – die Effizienz nimmt mit dem Quadrat des U-Wertes ab (der Unterschied kleiner U-Werte ist kaum meßbar, zumal der Wärmebrückeneffekt den "rechnerischen Gewinn" wieder zunichte macht). Dies ist auch der Grund, weswegen das einfallslose Herunterfahren der U-Werte bis zu 0,1 W/m²K (40 cm Dämmung) unsinnig ist. Man läuft einer Fata Morgana nach, wenn man glaubt, die rigorose Reduzierung der U-Werte erbringe auch praktisch einen energetischen Nutzen.

Mit den kleinen U-Werten werden jedoch Wärmedämmverbundsysteme forciert – die aber haben enorme bautechnische Nachteile:

  1. Trotz der Beschwörungen zur "Solararchitektur" wird die Solarenergie von der speicherfähigen Wand abgekoppelt – dies wird sogar von Prof. Gertis bestätigt; konstruktiv ein energetischer Widersinn.
  2. Durch meist sorptionsdichte und diffusionsbehindernde äußere Schichten des WDV-Systems wird die Entfeuchtung der Konstruktion nach außen stark beeinträchtigt. Durchfeuchtung der Konstruktion ist die zwangsläufige Folge.
  3. Die dann verstärkt nach innen orientierte Entfeuchtung führt an der Innenwand meist zur Schimmelpilzbildung. "Schimmelhäuser" sind viel diskutierte Sanierungsobjekte. Viele "neue" Wohnungen sind durch Umweltgifte und Schimmelpilze belastet.
  4. Wegen fehlender Speicherfähigkeit der äußeren Putzschicht unterkühlt nachts die Oberfläche infolge Abstrahlung derart stark, dass Kondensation der Nachtluft und damit Algenbildung meist nicht zu vermeiden sind. Viele "sanierte" Bauten veralgen. Diese Unterkühlung ist bei Autodächern ja allseits bekannt.
  5. Um die Algenbildung zu vermeiden, wird nun versucht, durch den Einsatz von "umweltverträglichen" Algiziden das Problem zu lösen. Am Sick-Building Syndrom wirkt also strikt festgehalten.

Nur die rigorose Abkehr vom Dämmungswahn mit Polystyrol und Mineralwolle kann die Gebäude noch retten. Nur die monolithische Massivwand kann die Lösung sein, denn Wärmeschutz wird weitgehend von der Speicherung getragen. Die ausschließliche Beachtung der Dämmung und der damit irrtümlich ausgeübte Zwang zum "MINERGIE-Standard" mit seinen Superdämmungen führen auch zu irreparablen Bauschäden. Sowohl theoretische als auch die u. a. von Paul Bossert durchgeführten empirische Untersuchungen zeigen, dass damit der falsche Weg gewiesen wird. Die unheilige Allianz von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Administration allerdings glaubt fest an den U-Wert – und irrt damit gewaltig. Paradoxerweise stellt sich auch noch das Hauptargument dieser hektischen Energieeinsparkampagnen, unbedingt CO2 Emissionen mindern zu müssen, als Flop heraus; für das Klima ist nicht CO2, sondern die Sonne zuständig. Alles ist auf Sand gebaut.

Was Paul Bossert seit Jahrzehnten predigt, wird langsam, aber nur sehr langsam in den Köpfen der Verantwortlichen wahrgenommen, aber nicht durch Einsicht, sondern nur durch die Macht der überall zu registrierenden, unübersehbaren Bauschäden. "Niedrigenergiehäuser" mit Holz z. B. faulen langsam vor sich hin.

Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier
Architekt, Nürnberg


Zuschrift :
p-m.weinspach@web.de vom 05.10.2001 an "tec21" : beckel@tec21.ch

Em. Universitätsprofessor Dr.-Ing. habil. P.-M. Weinspach der Uni Dortmund
ehem. Ordinarius für Thermische Verfahrenstechnik und Wärme- und Stoffaustausch und
Gründer des Fraunhofer Instituts für Umwelt- Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen.

Paul Bossert: "Geht die Wärmedämmung in die falsche Richtung?"
- Aufsatz in Heft 37 vom September 2001 der "tec21"

Sehr geehrte Frau Beckel,

wenn es nicht so traurig wäre, müßte man lachen, wie die gesamte "Fachwelt" bzw. der Kreis, der sich dafür hält, nun schon seit über 25 Jahren nicht zur Kenntnis nehmen will, was die Irreversible Thermodynamik naturgesetzlich vorschreibt. Vor allem die Herren "Kollegen" Gertis (Professor Karl Gertis, Lehrstuhl für Konstruktive Bauphysik an der Universität Stuttgart und Institutsleiter des Fraunhofer-Institut für Bauphysik) und Ehm (Professor H. Ehm, ehemaliger Direktor des Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau - BmBau - in Bonn) machten dabei eine unglückliche Figur, weil gerade sie - wie kein Anderer - die Möglichkeit hatten, Mängel in den Bauvorschriften aufzuarbeiten und zu beseitigen.

Es ist bei allen Fachleuten der Thermodynamik selbstverständlich, dass Wärme- und Stofftransportvorgänge in der praktischen Wirklichkeit niemals unabhängig voneinander ablaufen können. So ist es ganz unvermeidlich, dass Wärmetransportvorgänge in Gebäudewänden immer auch Stofftransport bewirken. Wenn also das Gesamtsystem "Energieeffizienz der Gebäudehülle" betrachtet wird, genügt es demnach nicht, ausschließlich Wärmetransportkoeffizienten zu minimieren, weil dies zwangsläufige, den thermodynamischen Gesetzen folgende Stofftransportvorgänge auslöst.

Dieses naturgesetzliche Basiswissen zeigt sich aber in den geltenden Vorschriften und Normen SIA 180 und 380/1 nicht. Nicht einmal die wesentlichsten Einflußgrößen auf den reinen Wärmetransportvorgang werden dort alle berücksichtigt. So wird bis zum heutigen Tage die Wärmespeicherfähigkeit einer Gebäudeaußenwand im Hinblick auf die Energieeffizienz im Jahresüberblick nicht einbezogen. Die sogenannten "Versuche", die z.B. von Gertis zu diesem Thema unternommen wurden, sind indiskutabel, weil nicht einmal die fundamentalste Grundbedingung eines Vergleichs unterschiedlicher Wandaufbauten - nämlich: die Schaffung thermodynamisch abgeschlossener Systeme beim Versuchsaufbau - eingehalten wurden.

Die vor Jahren von der Schweizer EMPA in Zürich angestellten Versuche: "Energiebilanz von Aussenwänden unter realen Randbedingungen", EMPA Nr. 136'788 vom Juli 1991 bis Dezember 1994 , bei denen ich leider nur als Beirat von Herrn Bossert zugelassen war und daher nicht Einfluß nehmen konnte, waren im Vergleich zu den Versuchen - am Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Aussenstelle Holzkirchen: "Effektiver Wärmeschutz von Ziegelaussenwandkonstruktionen", EB-8 1985 von Prof. Karl Gertis - schon weit besser angelegt. Leider wurden aber auch an der EMPA unverzeihliche Fehler gemacht: Keine exakte geometrische Ähnlichkeit der Versuchsaufbauten, ungeeignete Auswahl der Meßgeräte und Meßbereiche und besonders bedenklich die Versuchsdatenauswertung mit einem nicht validierten Computerprogramm. Absicht war wohl - also kein Fehler! - die Masse der Versuchswände nicht in annähernd ausreichendem Maße zu variieren, denn diesen wichtigsten Parameter kannten (oder fürchteten?) die Herren des EMPA wohl.

So muß leider festgehalten werden, dass es bis heute keine exakten Versuche über den Gewinn durch Solarwärme-Speicherfähigkeit von Gebäudewänden gibt. Offenbar hält man solche auch nicht für notwendig, da die eingangs genannte "Fachwelt" zu wissen glaubt, dass dieser Anteil nicht ins Gewicht fällt. Diesen Herren fällt aber nicht auf, dass gerade alte Bauten mit dicken und schweren Wänden bei Vergleichen des Energiebedarfs ihren Annahmen widersprechend sehr gut abschneiden. Honi soit qui mal y pense!

So bleibt nur, Herrn Bossert ein langes Leben zu wünschen, damit er die Chance hat, vielleicht doch noch erleben zu dürfen, dass die Gesetze der Thermodynamik auch in der Bauphysik "gültig" werden.

em.Uni-Prof.Dr.-Ing.P.-M. Weinspach


Zum Referentenentwurf der Energieeinsparverordnung EnEV (24.10.1999)
Die kommentierte
"Stellungnahme der deutschen Bundesarchitektenkammer BAK"

Abschrift:
Kommentar
Architekt Konrad Fischer, Hochstadt a. Main, Schreibfehler des Originals korrigiert
Architekt und Bauingenieur Paul Bossert, CH - Dietikon (eingerückt in Kursivschrift)
 
Bauleute aufgepaßt: Hier gibt es auch saftige Polemik zum Aufwachen! 
-Signet der Bundesarchitektenkammer

Stellungnahme der BAK zum Referentenentwurf der Energieeinsparverordnung EnEV (29.6.1999)

 Vorbemerkungen
  1. Die Bundesarchitektenkammer begrüsst grundsätzlich alle Bemühungen, die CO2-Emissionen bei der Errichtung und Bewirtschaftung von Gebäuden zu reduzieren. Der vorliegende Referentenentwurf unterstützt diese Zielsetzung.

    Die BAK begrüsst auch den Ansatz zur ganzheitlichen Betrachtungsweise des Gesamtenergieverbrauchs/bedarfs (Energiebilanzverfahren); dabei muss die ganzheitliche Betrachtungsweise des Architekten als Treuhänder des Bauherren für das gesamte Gebäude im Vordergrund stehen.

    Auch Claus Meier, Konrad Fischer und (ich) Paul Bossert arbeiten an den Grundlagen die den Energieverbrauch von Gebäuden senken. Allerdings ist heute allgemein bekannt, dass "Bemühungen" nur unwirksame Tätigkeiten vortäuschen, denn jeder weiss, wer sich bemüht, der will nichts ändern.

    Interessant ist die obenstehende Vorbemerkung vor allem, wenn man sich vorstellt, wie die BAK den oben erwähnten Herrn "Ansatz" begrüssen will. Wie schafft das mein "alter Freund" Peter Conradi, der ganzheitlichen Betrachtungsweise die Hände zu schütteln? Ist das plötzlich für Peter Conradi opportun? Er hat ja so Recht, dass wir Architekten und Ingenieure als Treuhänder dem Bauherrn gegenüber in der Pflicht stehen.

    Doch hat nicht Peter Conradi selbst, als ehemaliges Mitglied des Bundestages (MdB) und als verflossener "architektonisch angehauchter" Energie-SPD-Mit-Vordenker die heutige Bau- und Energieverluderung mitverursacht? Jetzt ist er Präsident der BAK und heult gegen das an, was er hätte 1985 verhindern können.

    Blenden wir kurz zurück:

    Der heutige Präsident der BundesArchitektenKammer (BAK) beführwortete seinerzeit als "Energie-Fachmann" innerhalb der SPD die am 1. 1. 1984 in Kraft getretene zweite Wärmeschutzverordnung. Anlässlich einer Anhörung am 21. Oktober 1985 in Bonn zu Energiefragen, liess sich Peter Conradi - als Gastgeber - in Anwesenheit von Prof. Ehm, Ministerialdirektor im BMBau heute BMVBW, von den Professoren Gertis und Hauser anlügen. Obwohl Gertis und Hauser schon damals Kenntnis davon hatten, dass die Wärmespeicherung den k-Wert positiv beaufschlagt, stellten diese Beiden die unter ihrer Obhut gemessenen Fakten in Wort und Schrift in Abrede. Dass Ehm den Schwindel von Gertis schluckte verwundert nicht, denn die Beiden vertrauten einander offensichtlich bedingungslos. Sie hatten ja schon 1974 in der "Allgemeinen Bauzeitung" unter dem Titel: "Heizungsenergieverbrauch im Hochbau" zusammen publiziert.

    Nun sind also diese zwei "Wissenschaftler" seit 25 Jahren am Ball und haben scheinbar immer noch nicht bemerkt, dass der Energieverbrauch eines Gebäudes mit der Berechnungsmethode nach der herrschenden Lehrmeinung nicht bestimmt werden kann. Peter Conradi aber, liess damals in Bonn alle übrigen Architekten (auch Prof. Seidlein, München) und auch mich im Regen stehen und unterstützte die unbewiesenen Behauptungen von Ehm, Gertis und Hauser aus politischen Gründen.

    Wenn nun Peter Conradi für die BAK schreibt, dass er das Energiebilanzverfahren gutheisst, kann das nur bedeuten, dass er noch immer nicht weiss, um was es eigentlich geht, oder, dass er versucht die Architekten der Bundesrepublik Deutschland erneut über den Tisch zu ziehen. Das ist ja eigentlich logisch, denn Conradi kann ja kein Interesse daran haben, dass sein damaliges Fehlverhalten durch Offenlegung der tatsächlichen Fakten bekannt wird. Hätte Conradi seinerzeit und auch zwischenzeitlich, in Sachen Wärmespeicherlüge bei Gertis und Hauser nachgehakt, müsste er nicht den in 4. vermuteten Glaubenskrieg herbeibeschwören.

    Merke: Eher würde der Papst das Kondom befürworten, als dass Peter Conradi die k-Wert-Theorie leugnet.

  2. Die verschärften Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz werden von der Bundesarchitektenkammer kritisch beurteilt; die Aussagen in der Begründung "durch Gutachten belegt", können nicht nachvollzogen werden; die Bundesarchitektenkammer fordert, die angeführten Gutachten offenzulegen, damit sie auf ihre Plausibilität überprüft werden können.

    Das ist nun der Fluch der Bösen Tat.

    Als ich und die andern Architekturkollegen bereits 1985 bei der Anhörung in Bonn verlangten, dass die Professoren Gertis und Hauser ihre Behauptungen wissenschaftlich belegen sollen, waren Conradi und Ehm der Meinung, dass das nicht erforderlich sei.

  3. Die Wirtschaftlichkeit, die in weiten Teilen des Referentenentwurfs zur Begründung einzelner Verfahrensweisen angeführt wird, ist nach Meinung der Bundesarchitektenkammer durch vom Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen zu veranlassende Gutachten, gerade auch im Zusammenhang mit § 5 des Energieeinspargesetzes, wissenschaftlich nachzuweisen.

    Hier besteht Peter Conradi als BAK-Vertreter darauf, dass die Energieeinspargesetze wissenschaftlich nachzuweisen seien und merkt nicht, dass er genau das seit Jahrzenten selbst mitverhindert hat.

    Es sei hier an dieser Stelle Peter Conradi versichert, dass die wissenschaftlichen Beweise immer noch nicht vorliegen, doch dürfte es mittlerweile arg spät sein, diese nachzufordern, zumal er selbst in dem Boot hockt, das er vom Untergang bewahren will.

  4. Die Handhabbarkeit der im Referentenentwurf dargestellten Berechnungsverfahren ist bisher nicht gegeben. Die Bundesarchitektenkammer fordert das BMVBW auf, eine wissenschaftliche Untersuchung bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert bzw. alt k-Wert) als Kenngröße für Wärmebedarfsberechnungen in Auftrag zu geben, um damit die Plausibilität der im Refererentenentwurf dargestellten Berechnungsverfahren nachzuweisen und auf diese Weise Klarheit in die mittlerweile an einen Glaubenskrieg erinnernde Diskussion zur Gültigkeit der stationären bzw. instationären Betrachtungsweise hinsichtlich des Wärmedurchgangs zu bekommen. Für diese wissenschaftliche Untersuchung sollten vorhandene Beispielgebäude durchgemessen und diese Messergebnisse anschließend mit den Werten verglichen werden, die anhand statischer und dynamischer EDV-Berechnungsprogramme zur EnEV ermittelt worden sind.

    Hier argumentiert die BAK und/oder Peter Conradi (?) schizoid.

    Genau das, was oben verlangt wird, fordern Professor Claus Meier, Nürnberg, Karl-Wilhelm Ohrendorf aus Hagen und ich seit Jahren von dem im Bundesministerium Bau (BMVBW) Verantwortlichen Prof. H. Ehm sowie von dem Normenverantwortlichen Prof. H. Werner aus dem Hause DIN. Ehm verfasste selbst das X-te und auch unnötigste k-Wert Buch, das bereits vor der Drucklegung Makulatur war und Kollege Werner hat nach über zwei Jahrzehnten noch immer nicht neben einem Ziegelstein geschlafen, um wenigsten aus esoterischer Sicht erleben zu können, was in dem Stein vorgeht, wenn der nass und kalt wird.

    Seit 25 Jahren erstelle ich Energie-Verbrauchs-Analysen (EVA) und weise nach, dass die Berechnungswerte - je nach Bausubstanz und Erstellungsjahr - zwischen 200 und 500 Prozent neben den Verbrauchswerten liegen.

    Seit Jahren verlange ich vom BMBau bzw.vom BMVBW, dass sie die Messergebnisse von Beispielgebäuden mit den Berechnungen vergleichen sollten. Ja denkste Ehm, Boos oder Schettler-Köhler vom BMVBW hätten den Gedanken je nur angedacht? Conradi bläst also stellvertretend in mein schon stark gealtertes Kuhschweizer-Alphorn und glaubt damit die k-Wert-Sekte senkeln zu können, obwohl er eigentlich Einer der Ihrigen ist.

    Doch Conradi bläst wieder mit falschen Tönen ins Horn, indem er einen Glaubenskrieg herbeischwört. Er will einfach nicht wahrhaben, dass Berechnungen falsch sein können und reale Messungen ein anderes Resultat ergeben.

    Im Gegensatz zu Conradi faxte mir Frau Professorin Dipl.-Ing. Monika Ganseforth, aus 31535 Neustadt - auch MdB - am 23. 9. 1996: "Sie wiederholen die nicht bestrittene Tatsache, dass der Wärmeschutz bei um die Jahrhundertwende gebauten Häuser besser ist als bei neuen Gebäuden." O.K. das wärs!

    Doch was ist nun denn so faul am Begehren der BAK?

    Die BAK verlangt, dass Klarheit zwischen der stationären und instationären Betrachtungsweise - hinsichtlich des Wärmedurchgangs - mittels EVA bei Beispielgebäuden geschaffen werden soll, und dass hierzu dynamische EDV-Berechnungsprogramme zur Anwendung gelangen sollen.

    Hier steht die Frage im Vordergrund, ob das heute überhaupt möglich ist?

    Die Antwort heisst NEIN!

    Warum? Bis jetzt existieren im deutschsprachigen Teil Europas lediglich 4 instationäre Messungen "neueren Datums", die sich mit der Wärmespeicherfähigkeit und der Wärmeleitung von Aussenwänden befassen.

          1. Die "Bruchsaler Messung" von Varsek/Wiechmann im Winter 1982 legt primär dar, dass die herrschende Lehrmeinung falsch ist. Prof. Gertis machte die Messung mit irren Behauptungen und falschen Grundlagen in der "Allgemeinen Bauzeitung" Nr. 53/1983 "zur Sau" und wollte, wie es so seine nette Art ist, am Fraunhofer Institut in Holzkirchen mit Messungen beweisen, dass die k-Wert Theorie doch richtig ist.
          2. Doch der Schuss ging hinten hinaus, weil seine Messungen im Winter 1984/85 im Auftrag des Bundesverbandes ZIEGEL ergaben, dass die Strahlungsabsorption und die Wärmespeichermasse den k-Wert bis 40% positiv beaufschlagen können. Dieses Resultat hat Gertis anlässlich der Anhörung im Jahr 1985 in Bonn dem Auditorium in Anwesenheit von Peter Conradi verschwiegen und Prof. Werner hat, nach Aussagen des Ziegelverbandes, hinterher die Messdaten vernichtet bzw. verloren. Man stelle sich einmal vor, dass ein renommiertes physikalisches Institut Messdaten verliert, die der ZIEGEL-Verband bezahlt hat. Übrigens: Der Bericht EB-8/1985 ist bis heute nicht veröffentlicht!
          3. Eine weiterer Messversuch wurde von Prof. Kupke vom FEB-Stuttgart im Winter 1985/86 für den Bundesverband ZIEGEL durchgeführt. Bei einem bis heute nicht abgeklärten Einbruch, wurden die Computer und damit auch die Daten entwendet. Ein Bericht wurde mit Datum vom 16. März 1987 erstellt, doch ob Daten vorhanden sind, die noch ausgewertet werden können, ist mir nicht bekannt.
          4. Die vierte Messung initiierte ich selbst an der Eidgenössischen Materialprüfungs Anstalt (EMPA) in Dübendorf im Jahr 1991/92 als Vorversuchsmessung. Der vollständige Datensatz über 9 Monate ist gesichert. Der offizielle Bericht erschien im Dezember 1994 und ein paar Kollegen und ich arbeiten heute noch immer an der Auswertung..

    Mit den oben beschriebenen Fakten wird dargelegt, dass im deutschsprachigen Europa überhaupt keine Grundlagenmessungen vorhanden sind, die es zur Zeit erlauben würden, mit EDV-Programmen Berechnungen durchzuführen. Die notwendigen Messungen wurden somit nachweislich über 25 Jahre verschlafen.

    Um Grundlagenwerte über Bausysteme und Baustoffe für instationäre Berechnungen zu erhalten, sind mindestens 2 bis 3 Messwinter abzuwarten und 2 Jahre für die Auswertung vorzusehen.

    Falls die U-Wert-Sekte davon überzeugt werden kann, dass es noch etwas anderes geben könnte als ihre abstruse U-Wert-Theorie, so würde das etwa 20 Millionen Mark kosten und insgesamt 5 bis 6 Jahre dauern. Da ich mittlerweile mit meinen Kollegen den physikalischen Grundmechanismus recht gut erforscht habe, kann mich ja das BMVBW, Rentner-Ehm, der DIN-Werner oder die BAK fragen wie das Ganze denn wirklich funktioniert, um die 5 bis 6 Jahre (Oh Schreck und Schande das wird ja 2005!) etwas abzukürzen, doch an den Grundlagen-Messungen kommt niemand vorbei.
     

  5. Die Bundesarchitektenkammer ist der Auffassung, dass die EnEV zukünftig weiterentwickelt werden muss, insbesondere auf den Energieaufwand für Gewinnung, Herstellung, Transport, Einbau, Ersatz und Entsorgung von Baustoffen und Bauteilen. Eine Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes darf diesen Energieaufwand nicht ausser acht lassen.

    Hier irrt die BAK und Conradi erneut: Die vorliegende EnEV muss nicht weiter entwickelt, sondern sie muss drastisch gekürzt oder wegen Unbrauchbarkeit sogar weggeschmissen werden. Wie es richtig gemacht werden sollte, servierte ich den "Rechthabern" im heutigen BMVBW x-mal gratis.

    Es ist richtig, dass sich der Staat dafür einsetzen soll, dass Energie und CO2 eingespart wird. Also muss der Staat unter "Abwägung aller Interessen" (so nennt man das doch in einer westlichen Demokratur) bestimmen, wieviel Energie pro Kubikmeter beheiztem Brutto-Gebäudevolumen verbraucht werden darf.

    Gemessen an der heutigen, angeblich fortschrittlichen Wärmedämmtechnik schlage ich als Qh-Grundwert 10 kWh/m3a vor, das entspricht einer zulässigen Energieverbrauchsmenge von 1 m3 Erdgas oder 1 Liter Heizöl pro m3 Gebäude und Jahr. Dann folgen ein paar Zuschläge wie z.B. für Klimazone, Meereshöhe, Situation der örtlichen Lage (Beschattung).

    Der Warmwasser-Energieverbrauch wird z. B. auf 1500 kWh/Person und Jahr festgeschrieben und der Heizungsanlagen-Wirkungsgrad wird auf einen Minimalwert von 85% begrenzt.

    Nun werden anstatt theoretischer Vorberechnungen die effektiven Energieverbrauchswerte von amtlich vereidigten Bausachverständigten im Nachhinein erfasst und überprüft. Hier ist anzumerken, dass der Ingenieur-Honoraraufwand geringer ausfällt, weil es sich ja nur um eine Kontrolle handelt. Der effektive Energieverbrauch wird darauf durch das beheizte Brutto-Gebäudevolumen geteilt.

    Überschreitet der Verbrauch die 10% Marke, erhält der Gebäudebesitzer eine Zusatzrechnung für zuviel verbrauchte Energie, zu Gunsten des Staates und der Allgemeinheit - eine vernünftige ökologische Steuerreform.

    Nun hat aber diese EnEV nach Bossert, mit Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Verordnung, Strafandrohung infolge Nichteinhaltung etc. und dem Hinweis auf Inkraftsetzung auf maximal 4 DIN-A4 Seiten Platz und das ist eben für germanische Verhältnisse doch sehr wenig. Also fügt doch 5 Leerseiten bei, dann wird die EnEV gewichtiger, doch gehaltvoller wird sie nicht.

    Und nun der Vorteil:

    Erst jetzt kann Wettbewerb im Bau stattfinden, jetzt ist Bau- und Heizungskunst gefragt. Im BMVBW kann man dann 80 % der nutzlos gewordenen Leute entlassen und Kosten sparen. Die Herren Ehm, Boos und Schettler-Köhler können nun mit ihrem k-Wert-Sektenwissen wie Normalsterbliche versuchen, wie weit sie auf der freien Wildbahn mit ihren Ansichten und Meinungen kommen und müssten ihr Geld einmal mit sinnvoller Arbeit verdienen.

    Und die Wärmedämmstoffproduzenten müssten Baustoffe entwickeln die tatsächlich funktionieren.

    Anmerkung: Die Dämmstoffindustrie weiss, dass ich seit 1964 den am besten funktionierenden Dämmstoff für allenfalls erforderliche Perimeterdämmungen herstelle. (Das ist der Grund, warum ich eine grosse Klappe riskieren kann - nicht wahr - Herr Prof. Güldenpfennig und Herr Prof. Liersch!)

    Doch zu der oben beschriebenen Lösung wird es wohl kaum kommen, weil sie für deutsche Verhältnissse viel zu einfach ist, weil zu viele k-Wert-Professoren das Handtuch werfen müssten. So wie bei Galilei keiner der Inquisitoren durch das Fernrohr gucken wollte, um die Jupitermonde nicht sehen zu müssen, wird wohl auch Peter Conradi verhindern, dass genügend Beispielhäuser unterschiedlicher Bauart und Baujahrgänge durchgemessen und verglichen werden.

  6. Insgesamt wird der vorliegende Referentenentwurf in der Architektenschaft kritisch gesehen und kontrovers diskutiert. Einzelne Architektenkammern der Länder werden dem BMVRW ihre Stellungnahme einreichen, die in einzelnen Punkten von der Stellungnahme der BAK abweichen können. Um so wichtiger scheint es uns, die von uns geforderte Klarheit durch die klärenden Untersuchungen und Gutachten zu gewinnen.

            Für mich stellt sich hier die Frage: will Peter Conradi und die BAK tatsächlich die oben angesprochene Klarheit? Zweifel sind angebracht. Peter Conradi hätte ja nur in seinem politischen Fundus nachsehen müssen und das BMVBW erneut mit der Tatsache konfrontieren können, dass die EnEV 2000 das Grundgesetz verletzt und verfassungswidrig ist. Fertig! Aus! Ende! Amen!

            Warum tut er das nicht?

            Im BAURECHT 6/1984 wird von Verfassungsrechtler und Rechtsanwalt Johannes Kirchmeier, Saarbrücken, eindeutig und unmissverständlich aus juristischer Sicht dargelegt und bewiesen, dass die damalige Wärmeschutz VO verfassungswidrig war. Die heutige EnEV erhebt grundsätzlich den gleichen Anspruch mit dem Unterschied, dass seither nur die Anforderungswerte erhöht wurden und die ganze EnEV noch komplizierter ausformuliert ist als die vergangenen Wärmeschutzverordnungen. Anstatt der Einzel-k-Werte wird nun eine Systemberechnung mit Namen Energiebilanzverfahren vorgeschlagen, welches natürlich wiederum - wie kann es auch anders sein - auf Einzel-k-Werten beruht.

            Anlässlich der Anhörung am 21. Oktober 1985 in Bonn, ging BMBau bzw. BMVBW-Professor Herbert Ehm kaltschnäuzig über die Vorhaltungen der Verfassungswidrigkeit hinweg und meinte, da keine Klage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hängig sei, sei das Thema nicht behandelbar. SPD-MdB Peter Conradi hat diese Abwiegelung von Ehm widerspruchslos geschluckt, doch damit haben damals Beide bewiesen, dass ihr Demokratieverständnis arg unterentwickelt ist. Eine Verbesserung des Verhaltens von Ehm und Conradi konnte bis heute nicht beobachtet werden.

            Ich hoffe, dass damit auch der von mir geprägte Begriff "ENERGIEFASCHISMUS" besser verstanden werden kann.

            Wer die oberen Argumente begriffen hat, dem müssen die nachfolgenden Einwendungen der BAK zur EnEV bestenfalls als Erbsenzählerei vorkommen, denn da wird ja etwas verhandelt, über das keine Grundlagen und Messungen vorliegen und das in Tat und Wahrheit verfassungswidrig ist und gegen das GRUNDGESTZ verstösst.

    Zu den Paragraphen im einzelnen:

    Zu A7 3 "Gebäude mit normalen Innentemperaturen" Absatz (4) 3. Satz:
    In den hier beschriebenen Bedingungen wird der Einsatz elektrischer Speicherheizungen unter Berücksichtigung des zu reduzierenden Jahresprimärenergiebedarfs zu stark begünstigt: soll doch der CO2- Ausstoß insgesamt reduziert werden.

            Hier sollte die BAK schreiben, wenn schon der Jahresprimärenergiebedarf im Vordergrund stehen soll: Elektrische Heizungen sind bis auf auf folgende Ausnahmen, 1. 2. 3. etc. verboten!

    Zu Absatz (5):
    Das hier angesprochene sogenannte ,.Vereinfachte Verfahren" sollte nochmals überdacht werden, zumal die unter dieses Verfahren zuzuordnenden Reihen- und Doppelhäuser einen Großteil des Neubauvolumens innerhalb des Wohnungsbaus ausmachen. Nicht nur für diese Gebäude, sondern für alle Vorhaben gilt, dass immer komplizierter werdende Berechnungsvorgänge, die mehrere Parallel zu lesende Grundlagen erfordern, Anwendung und Einhaltung dieser Verordnung so erschweren können, dass das eigentliche Ziel der CO2-Einsparung auch durch Ausnahmeregelungen nur bedingt erreicht werden kann.

            Auch hier jammert Conradi zu spät, zumal auch für das vereinfachte Verfahren keine wissenschaftlichen Messungen vorliegen.

    Zu A7 6 (3):
    Der im letzten Satz geforderte Wärmedurchgangskoeffizient der Fenster im Bereich von Heizkörpern von maximal 1,5 W/m2K würde geringere Anforderungen stellen als an sonstige Fenster (1,4 W/m2K). Diese Inkonsistenz ist unlogisch.

            Richtig wäre hier festzuhalten, dass vor Fenster keine Heizkörper gehören.

    Zu A7 7 "Änderung von bestehenden Gebäuden":
    Die in diesem Paragraphen formulierten Anforderungen werden insgesamt kritisch gesehen, da keine strukturierte Zusammenführung der Einzelmassnahmen vorgesehen ist. Auch hier gilt wieder der Vorrang der Gesamtbetrachtung vor den Einzelbetrachtungen, wie sie durch die ganzheitliche Beratungsleistung des Architekten bei Sanierungsmassnahmen im Gebäudebestand gewährleistet wird und bleiben muß.

            Hier wird der EnEV-Schwindel greifbar. In Satz 2 wird erlaubt, dass der Jahresenergiebedarf von Altbauten den von Neubauten um 35% überschreiten darf. In der Regel hat ein normal verputztes Eineinhalbstein-Vollziegelmauerwerk der 40-ziger Jahre bei A/V 0,6 einen effektiven Energieverbrauch von 20 kWh/m3a.

            Es handelt sich also um ein Niedrigenergiehaus. Der U-Wert der Wand liegt bei 1,5 W/m2K, also muss der Hausbesitzer die Wand dämmen, wenn er nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen will. Hier sollte doch Conradi verlangen, dass es heisst: Wer nachweist, dass sein Heizenergieverbrauch den Heizenergiebedarf gemäss Tabelle 1 um weniger als 35% überschreitet, wird von der Dämm-Massnahme entlastet.

            Wer geht denn schon hin und berechnet eine alte Hütte - er schaut doch zuerst was sie effektiv verbraucht und erstellt zuvor eine EVA!

    Zu A7 8 ,,Nachrüstung bei bestehenden Gebäuden und Anlagen":
    Die Bundesarchitektenkammer bezweifelt. ob die hier geforderten Massnahmen bis zum genannten Zeitpunkt durchführbar sind und ob diese organisatorisch mit einem noch zu vertretenden Aufwand kontrolliert werden können. Aus diesen genannten Gründen lehnt die Bundesarchitektenkammer diese Fristsetzung ab. (Insoweit erscheint der Absatz (4) insgesamt unlogisch.)

            Dieser Einwand ist korrekt und macht Sinn.

    Zu den A7 10/11 ,,Inbetriebnahme von Heizkesseln/Verteilungseinrichtungen und Warmwasseranlagen":
    In diesem Paragraphen fehlt die für eine vollständige Energiebilanz notwendige Definition des Energieverbrauchs für Kühllasten.

            Auch dieser Einwand ist ebenfalls korrekt und macht Sinn.

    Zu A7 13 ,,Ausweise über Energie- und Wärmebedarf, Energieverbrauchszahlen":
    Rein theoretisch ist der Versuch nach Gebäudekennwerten zu klassifizieren zu begrüßen. Die Umsetzung erscheint allerdings schwierig und mit vielen Problemen behaftet, da rechnerische Werte und tatsächliche Werte unter Umständen nicht übereinstimmen und somit Haftungsprobleme auftreten können. Diese müssten über entsprechende Formulierungen in der Verordnung ausgeschlossen werden können. Aus diesem Grunde stehen wir der Ausstellung von Energiepässen skeptisch gegenüber. Es ist aber unerlässlich, die Nutzer über die Konsequenzen ihres Verhaltens im Umgang mit Heizung und Lüftung und damit über den von ihnen selbst beeinflussten Energieverbrauch aufzuklären.

            Dieser Einwand ist eigentlich der Wichtigste. Was nützt ein Energiepass (z.B. nach Hauser) wenn ein theoretisch errechneter Bedarf von 15 kWh/m3a hingeblufft wird und die Hütte dann - siehe GEWOS-Bericht (Hauser) das 3 bis 4-fache an Energie verbraucht. Anders herum macht es keinen Sinn bei einem Haus mit Jahrgang 1910 und einem Zweistein-Ziegelvollmauerwerk einen Energiepasswert von 80 kWh/m3a hinzurechnen, wenn das Haus nur 15 kWh/m3a verbraucht.

            Beinahe makaber ist die Tatsache, dass in Deutschland bereits 1925 (!!!) eine Energie-Kenziffer vorhanden war, die als Normwert verwendet wurde. Umgerechnet entspricht die damalige Energie-Kennziffer den heutigen Vorstellungen der EnEV. Das Dumme daran ist lediglich, dass diese Häuser die heute vorgegebenen Werte ohne konfuse Dämmtechnik erreichen und die heutigen Bauten aber immer noch zwei- bis dreimal darüber liegen.

            Wenn also alte Häuser mit Jahrgang 1850 bis 1930 - heute ! - zwischen 15 und 25 kWh/m3a verbrauchen, sollte doch mit der angeblich tollen Wärmedämmerei die Halfte - also rund 10 kWh/m3a möglich sein! Dieser Wert sollte aber dann kein Bedarfs- sondern ein Verbrauchswert sein.

            Ausweise mit Energiebedarfswerten nach A7 13 EnEV sind somit Ettikettenschwindel.

    Zu A7 15 "Regeln der Technik": Das notwendige Normenwerk für das vorgesehene Berechnungsverfahren wird voraussichtlich erst einige Zelt nach der Verabschiedung der Novelle vorliegen. Aus diesem Grunde ist die Frist gem. 20 für das Inkrafttreten der Novelle mit dem Inkrafttreten der heranzuziehenden Normen zu koppeln.

            Warum weist der Architekt Conradi hier nicht auf den Unterschied zwischen "Regel der Technik" und "Anerkannte Regel der Baukunst" hin? Regel der Technik ist doch das was uns Bauschaffenden jeden Tag in Prospekten, Normen und Bauvorschriften verklickert wird. Bis eine Regel der Technik, die für gestern heute und morgen gilt, zur anerkannten Regel der Baukunst mutiert, dauert es doch normalerweise 20 bis 30 Jahre.

            Conradi hat hier darauf hinzuweisen, dass die vorhandenen Regeln der Technik, beispielsweise für Aussendämmungen, hinterlüftete Fassaden, Zweischalenmauerwerke noch lange nicht das Prädikat "anerkannte Regel der Baukunst" zukommt.

            Die obengenannten Systeme verfügen ja nicht über die hineininterpretierte Energiewirksamkeit. Ausserdem gehen die meisten Systeme innerhalb 15 bis 25 Jahren kaputt!

    Zu A7 16 "Ausnahmen" Absatz (2):
    Die Bundesarchitektenkammer begrüsst den hier vorgesehenen Gestaltungsspielraum für den verantwortlich handelnden Architekten und die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten, jede Einzelmaßnahme auf die gesamte Baumaßnahme nach allen zu berücksichtigenden Kriterien abzustimmen.

            Wiederum liegt Peter Conradi daneben. Mehrmals habe ich für deutsche Kollegen das Spiel nach Absatz (2) versucht. Wenn man etwas anderes als eine U-Wert-Berechnung eingibt, hört die Intelligenz der Prüfer bereits auf. Stellt man sich vor, dass eine instationäre thermodynamische Berechnung mit hohen U-Werten und dicken Ziegelwänden die Zustimmung des Bundesrates erfordert, so ist das sicherlich nicht verhältnismässig.

            Und was sagt Conradi zu A7 17 Härtefälle? Wortlos schluckt. er den Passus über den unangemessenen Aufwand. Ist es doch nicht so, dass alle nach der EnEV hergestellten Gebäude unangemessene Härtefälle darstellen, weil sie sich nicht auszahlen bzw. nicht amortisierbar sind.

            Lesen Sie mehr darüber im Bericht von Johannes Kirchmeier, Saarbrücken, BAURECHT 6/1984 "Verfassungswidriges Bundesbauordnungsrecht."

    Zu A7 19 "Übergangsregelungen" 2. Satz:
    Hier wird vorgeschlagen, als Stichtag das Einreichdatum der Bauanträge, bzw. eingereichten Unterlagen für genehmigungsfreie Bauvorhaben, festzulegen.

            O.K.

    Zu Anhang 1 "Anforderungen an zu errichtende Gebäude mit normalen Innentemperaturen"
    Die unter 1.1 und 1.2 dargestellten Berechnungsverfahren sind inkonsistent. Die hier genannten Definitionen von Normgrößen werden bezweifelt und müssen überprüft werden. Es wird kritisiert, dass die unter Tabelle 3 "Heizungsanlagen" definierten Anforderungen für dezentrale elektrische HeizungsanIagen es nicht erlauben, Warmwasserbereitungen durch Solarenergie oder Kraft-Wärme-Kopplung zu integrieren, wenn kein eigenes Warmwassernetz installiert wird.

            Auch Da ist Peter Conradi nicht auf der Höhe des aktuellen Wissens.

            Seit 10 Jahren weist Professor Claus Meier, Nürnberg nach, dass die nach A/V-Werten ermittelten Energiebedarfszahlen in den Bereich des absoluten "Schwachsinns" gehören. Hier liegt ein Versagen der EnEV-Ausarbeiter auf Grundschulniveau vor - und Peter Conradi verliert kein Wort dazu.

            Ich habe bei weit über 1000 klimabezogenen Energie-Verbrauchs-Analysen (EVA) noch nie eine Korrelation zwischen der Gebäudeoberfläche und dem Energieverbrauch desselben Gebäudes beobachtet..

            Fazit: Der Energieverbrauch wird in 99% aller Fälle per Kubikmeter verbraucht!

    Zu Tabelle 4 "Begrenzung des Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen"
    wird bemängelt, dass normal profilierte Holzfensterrahmen die vorgegebenen Werte nicht erreichen können. Die Bundesarchitektenkammer fordert, in diesem Zusammenhang realistische Werte vorzugeben.

            Und wo steht oben der Hinweis von Conradi, dass Isolierverglasungen mit Edelgas und Metalloxydbeschichtungen an den Süd- und Westseiten eines Gebäudes nur 12 bis 15 Jahre halten werden und damit die anerkannten Regeln der Baukunst nicht erfüllen. Warum lässt Conradi zu, dass das Volk mit einem nur vorübergehend tauglichen EnEV-Wert von 1,4 W/m2K zur Kasse gebeten und abgezockt wird?

    Zu Anhang 3 "Anforderungen bei Änderung von Aussenbauteilen bestehender Gebäude":
    Die unter 6 "Gewährleistung der Luftdichtheit der erneuerten Bauteile" vorgeschlagene Regelungen sind in Sachen Praktikabilität und Angemessenheit zu überprüfen. Nicht ausreichend berücksichtigt sehen wir nach wie vor die Problematik der immer dichter werdenden Gebäudekonstruktion hinsichtlich der Kondensatbildung und den damit verbundenen Bauschäden.

            Dieser Einwand ist mehr als berechtigt, denn die Feuchtigkeit bildet eigentlich den Schlüssel zum gesamten Energieunfug der EnEV.

            Zur Schimmel-Pilz-Bildung:/ "SchiPiBi"-Theoretiker Karl Gertis meinte am Bauphysik Kongress 1997 in Berlin, dass man mit tiefen U-Werten Schimmelpilz verhindern kann.

            Das ist nur bedingt richtig, weil doch schon bei normalen Innentemperaturen eine Wand mit einem U-Wert von 1,5 W/m2K frei von Schimmelpilz ist, wenn die Aussenwand eine ausreichende Sorptionsfähigkeit aufweist. ETH-Professor Max Hottinger schrieb am 29. November 1941 im GESUNDHEITS-INGENIEUR sinngemäss, dass die Feuchtigkeit immer im Sinne des Wärmestromes (also in Echtzeit) nach aussen abgeleitet wird. Diese Feststellung wurde dann ja auch von ETH-Professor Paul Haller zwischen 1953-1958 experimentell nachvollzogen.

            Darum schrieb ich Karl Gertis am 17. März 1998:

            Zu Deiner "SchiPiBi"-Untersuchung merke ich an:

            Zuerst terrorisierst Du mit Deinen "Seilschaftskollegen " Ehm und Hauser eine ganze Nation mit schizoiden Wärmeschutzverordnungen, indem Du mit Ehm zusammen unwissende Menschen nötigst ihre Häuser zu verkleben und abzudichten. Weil Du die systemimmanenten Werk-Stoff-Probleme nicht verstehst, noch nie verstanden hast und sie auch nie verstehen wirst, entstehen - basierend auf Deinem propagierten k-Wert-Wahn - Feuchtigkeitsprobleme die folgerichtig im Schjimmelpilz enden. Anstatt Dir über die fragwürdigen Thesen Gedanken zu machen - und zwar bevor die Ganze BRD im Kondensat ersäuft - schreibst Du wörtlich: "Es bedarf auf jeden Fall einer Anhebung des Mindestwärmeschutzes, um zuverlässig Schimmelpilz zu verhindern." Wie willst Du denn das machen, wenn eh keine Werkstoffe vorhanden sind, die das leisten was Du initiierst?

    Zu Anhang 5 ",Begrenzung der Wärmeverluste von Rohrleitungen und Armaturen"
    Die in der Tabelle 1 "Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen" definierten Mindestdicken der Dämmschichten sind für Rohrleitungen innerhalb der Solartechnik unüblich. Die Stärken solcher Dämmschichten betragen sinnvollerweise in der Regel das anderthalbfache des Ouerschnitts der eigentlichen Rohrleitung. Die BAK bittet daher um entsprechende Änderung dieser Regelung in der genannten Tabelle.

            O.K. das ist richtig.

            Zum Schluss noch dies:

            Einen Vorteil habt ihr Bauleute in Germanien: wäret ihr in der Schweiz, so müsstet ihr Euch noch mit einem weit dümmeren Energiegesetz befassen, weil nämlich das dümmste Energiegesetz der Welt - dasjenige des Kantons Zürich - unter dem Codenamen MINERGIE ist.

Copyright © 2001 Paul Bossert, UNIVERSE Architecture and Engineering Ltd.

Link zum Original:
Die kommentierte "Stellungnahme der deutschen Bundesarchitektenkammer BAK"


Die Bruchsaler Messung
Hallo Liebes Langilein
Hier die Antwort auf deine Frage:

"Warum behaupten Sie also, Herr Bossert, der Wand müsse von innen keine Wärme zugefügt werden?"

Weil dieser Effekt von Wiechmann und Varsek beim Justus Knecht Gymnasium (JKG) in Bruchsal, 1982 mit ausreichender Genauigkeit gemessen und nachgewiesen wurde.

Im Jahr 1981 führte ich für das JKG eine klimabezogene Energie-Verbrauchs-Analyse durch. Die Analyse stimmte mit einer Abweichung von rund 10% mit der Messung überein.

Bei einem beheizten Bruttorauminhalt von 36.000 m3, einer Fensterfläche von 1.200 m2 (DV, U-Wert 2,8 W/m2K) und einer Fassadenfläche von 5.300 m2 (U-Wert 1,6 W/m2K) normal verputztem Vollziegelmauerwerk von 36,5 cm Dicke, lag der spezifische Energieverbrauch unter 20 kWh/m3a (inkl. Anlagewirkungsgrad).

Der spez. Netto-Energieverbrauch lag also - wohlgemerkt ohne Wärmedämmung im heutigen Sinne - bei ca. 17 kWh/m3a! Das ist eigentlicher NEH-Standard!

Nachzulesen auch in "Sonnenenergie & Wärmepumpe" Heft 6/1981.

Nachzulesen auch in "Rationeller Bauen" Februar/1983

Und auch nachzulesen in "Die Bruchsaler Messung", welche ich anlässlich zur öffentlichen Anhörung im Bundestag in Bonn, vom 21. Oktober 1985, unter dem Titel "Energiesparen im Bauwesen", verfasste und auch vortrug.

(Damals haben die Herren Gertis, Hauser und Ehm, in Kenntnis von anders lautenden realen Messungen in Holzkirchen - 1983/85 - ausgesagt, dass zur Energieeinsparung bei beheizten Gebäuden nur der U-Wert massgeblich sei. Da die Unterlagen dieser Herren noch vorhanden sind, ist beweisbar, dass dieselben - wider besseres Wissen - das Gremium im Bundestag angelogen haben.)

Und wenn du nun die oben genannten Energie-Verbrauchs-Werte (Qh = < 20 kWh/m3a) mit den Untersuchungen: "Therma Wettbewerb", "Projekt Landstuhl", "Heidenheim", "Bochum-Werne" etc. etc. etc. vergleichst, so würdest du unschwer erkennen, dass du dich mit deiner dämlichen Behaupterei und Rechnerei "mit verbundenen Augen auf dem falschen Dampfer befindest", welcher längst abgesoffen ist.

Du kannst ja auch hingehen und mit deiner Rechnerei "nachweisen", dass die Erde eine Scheibe ist - es gelingt dir sicher! Weisst du eigentlich, liebes Langilein, weshalb ich am längeren Hebelarm sitze?

Du kannst Bildlein malen und die kompliziertesten Berechnungen anstellen - so viel du willst - doch letztendlich sollten deine Modelle und Berechnungen mit der Realitä$t übreinstimmen und das tun eben deine Modellbetrachtungen im ALLGEMEINEN Nicht!

Claro!
Herzliche Grüsse vom "Original Ziegelphysiker" Paul Bossert
16.11.2002 im BauherrenForum von DIMaGB.de


Die 8 energierelevanten Faktoren der Aussenwand

- Aufgelistet in absteigender Folge nach ihrer Wichtigkeit - nach Bossert -

Plant ein Architekt eine Aussenwand, so sollte er 24 unterschiedliche Dinge wie Ästhetik, Preis etc. beachten, 8 davon sind energierelevant!

1. Die Wanddicke

Die Wanddicke führt über die Zeitkonstante (Tau) t x 0,5 log n zur Halbwertszeit. Die Halbwertszeit ist ein qualitativer Wert. Sie gibt an, in welcher Zeit der Wärmeinhalt einer Wand bei "freier" Auskühlung abnimmt.
Weil die Wanddicke im Quadrat über der Temperaturleitzahl in die Formel eingeht, bildet sie einer der wichtigsten Energie-Faktoren einer Aussenwand!
(Dr. habil. Georg Hofbauer, Gesundheitsingenieur, 29. März 1941)

Wanddicke d cm
Wärmeleitung ? W/mK
Raumgewicht ? kg/m3
Wärmespeicherzahl c Wh/m3K

Konstante für Halbwertszeit "k" bei 0°C    k = 0,5 x log. n = 0,347

Die Temperaturleitzahl a = ? / ? x c m2/h
Die Zeitkonstante t = d2/a h
Die Halbwertszeit t' = k x d2 / a h

Beispiel:
Zwei Wände mit gleichem Flächengewicht und gleichem U-Wert:
a = ? / ? x c = 0,1 W/mK / 0,03 Wh/kgK x 1500 kg/m3 = 0,002 m2/h (Diese Konstruktionen könnte man sogar "hinbasteln")

Wand W1: d = 25 cm; d2 = 0,0625 m2

Zeitkonstante W1:  t = 0,0625 m2 / 0,002 m2/h = 31,25 h
Halbwertszeit W1:   t'= 0,347 x 31.25 h = 10,8 h

Wand W2: d = 50 cm; d2 = 0,25 m2

Zeitkonstante W2: t = 0,25 m2 / 0,002 m2/h = 125.00 h
Halbwertszeit W2:t' = 0,347 x 125 h = 43,4 h

Fazit: Bei doppelter Wanddicke ist die Halbwertszeit 4 mal höher!!!

2. Die Wärmespeicherfähigkeit

Anhand von Energie-Verbrauchs-Analysen (EVA) ist beobachtbar, dass ein Flächengewicht von 700 (39 cm Vollziegel verputzt) bis 1'000 kg/m2 (54 cm Vollziegel verputzt) energetisch von Vorteil ist.

Gebäude mit derartigen Wänden haben einen Netto-Energieverbrauch von Qh = 20 kWh/m3a (siehe Gesundheits-Ingenieur 1925 bis 1927).

3. Strahlungsaufnahmefähigkeit / Farbe

Strahlungsabsorptionsmessungen sind zur Zeit nur für den sichtbaren Teil des Lichts erhältlich. Wie die Infrarotstrahlung in einem Bauteil ankommt und wie sie ausgenützt werden kann, weiss niemand. Es ist anzunehmen, dass in der gemessenen Globalstrahlung - bestehend aus direkter und diffuser Strahlung - das IR möglicherweise enthalten ist.
Es ist m.E. aber unzulässig, Strahlungsprozente aus gemessenen Anteilen des sichtbaren Lichtes mit der gemessenen Globalstrahlung zu multiplizieren und so eine Strahlungsabsorptionsmenge zu bestimmen.

Zusammenhänge:
Verputze auf Aussendämmungen müssen - damit sie nicht reissen - einen hellen Farbton aufweisen und meistens handelt es sich um einen sogenannten Kunststoffputz mit einer:

Strahlungsabsorptionszahl µ = 0,30 bis 0,40 und einer
Reflektionszahl von µ = 0,60 bis 0,70


Auf massiven Wänden hingegen können durchgefärbte Kalkputze mit dunkler Einfärbung appliziert werden:

Strahlungsabsorptionszahl µ = 0.65 bis 0,80 und einer
Reflektionszahl von µ = 0,35 bis 0,20

4. Die Oberflächenstruktur

Je nach Oberflächenstruktur kann eine Fassadenfläche mehr oder weniger Strahlung aufnehmen. Lisenen, Gewände und Gesimse bilden zwar so genannte geometrische Wärmebrücken. Sie nehmen jedoch auch auf allen Seiten Strahlung auf. Gleiches gilt für Putze. Rohe Putze haben eine grössere Oberfläche als feine Putze und können deshalb mehr Sonnenstrahlung aufnehmen. Bis heute gibt es nur mathematisch ermittelte Wärmebrückenkataloge, beruhend auf stationären Theorien von innen nach aussen. Experimentelle Messungen und instationäre Wärmebrücken-Theorien existieren zur Zeit nicht.

5. Feuchtigkeit / Sorptionsfähigkeit

Die "offizielle" Bauphysik nimmt an, dass im Winter die Raumfeuchtigkeit im innern der Wände kondensiert (Kondensationsperiode) und diese dann im nächsten Sommer wieder austrocknet (Austrocknungsperiode). Aus den experimentellen Untersuchungen von ETH-Prof. und EMPA-Chef Paul Haller aus den Jahren 1953 bis 1958, geht aber eindeutig hervor, dass Aussenwände im Sommer generell nass sind und in den Wintermonaten austrocknen. Die Angaben im Berechnungsprogramm WUFI sind deshalb falsch. Experimente zu WUFI existieren nicht!

Es kann auch aus den Untersuchungen der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt EMPA entnommen werden, dass sich die von Aussenwänden aufgenommene Feuchtigkeit im Herbst und Frühjahr positiv auf den Energiehaushalt auswirkt, weil die eingedrungene Feuchtigkeit die Wärmespeicherfähigkeit im Aussenbereich von Wänden erhöht und somit die solare Zustrahlung bereits auf niederstem Niveau energiewirksam wird.

Eine Aussenwand kann somit aussen kalt und feucht und bei normaler innerer Beheizung auf 20 °C, innen warm und trocken sein!

Hypothese: Die um die Feuchtigkeit erhöhte Wärmespeicherfähigkeit übertrifft in ihrer Wirkung den negativen Aspekt des angeblich grösseren Wärmeverlustes der Wand infolge besserer Wärmeleitung.

Aus den Experimenten von Haller sind keine quantitativen Energieeinsparungen errechenbar.

6. Wärmeleitung > U-Wert (alt k-Wert)

Der U-Wert bildet bei nicht bestrahlten Bauteilen wie: Kellerdecke, Dachdecke und Rohrdämmungen etc. zweifelsfrei die relevante Energiespargrösse, wobei in zweiter Linie wiederum die Materialdicke und anschliessend die Wärmespeicherfähigkeit zum tragen kommt. Bei Aussenwänden aber, fehlt jedoch bis heute jegliche Korrelation in Bezug zum messbaren Energieverbrauch.

Das stellte auch ETH-Professor Max Hottinger in den 40-er Jahren fest. Die nach ihm benannte Hottinger-Formel lautete:

Q = Wirkungsgrad x Fläche x Temperaturdifferenz x k-Wert x Gleichzeitigkeitsfaktor
plus zusätzlich noch ein paar weitere unwichtige Faktoren.

Der Gleichzeitigkeitsfaktor betrug für Bauten mit Wandstärken mit Vollziegeln von 40 bis 50 cm = 0,5 !

Q = µ x F x T x k x 0,5 µ = 0,45 x m2 x K x W/m2K x 0,5

7. Wärmebrücken

Generell gilt die Argumentation von Faktor: 4. "Die Oberflächenstruktur." Im Wesentlichen sind energetisch negative Wärmebrückenwirkungen bei Aussenecken, Wandanschlüssen zu Fassaden, bei Deckenauflagern und auskragenden Bauteilen zu beachten. Das trifft aber nur auf aussengedämmte Konstruktionen mit geringer Innenwandstärke und mit niedrigem Flächengewicht zu. Meistens kommt es bei diesen Schwachstellen zu Kondensatausfall mit Schimmelpilz. Vermutlich spielt auch hier die Wanddicke gemäss Faktor: 1. "Die Wanddicke" die entscheidende Rolle. Unterschreitet die Wanddicke eine bestimmte Grösse, wird die exponentielle Auskühlung beschleunigt.
Bei dicken massiven Wänden von 40 bis 50 cm sind diese Nachteile nicht beobachtbar. Würde man aber bei einem Jugendstil-Haus die Entwärmung nach der aktuellen Wärmebrückentheorie berechnen, so entsteht alleine aus Lisenen, Gewänden und Gesimsen ein derart hoher Energiebedarf, dass mit den Fenster-, Wand-, Boden- und Dachflächen ein um das vielfache höherer Energieverbrauch entsteht, als er in der Wirklichkeit beobachtbar ist. Offizielle, reale Messungen bestehen hierzu nicht.

8. Die Wärmeeindring-Geschwindigkeit

Die Wärmeeindring-Geschwindigkeit leitet sich von der "Eindringzahl" b ab. Wattstunden pro Quadratmeter mal °Celsius mal Wurzel aus der Zeit. Normale Baustoffe haben b-Werte von 700 bis 2000 J/m2 K (Wurzel aus) s

Generell hängt die Wärmeeindring-Geschwindigkeit vom Flächengewicht, der Wanddicke und der Aussenstruktur des Wandbaustoffes ab. Hat die Wand infolge zu hoher Porosität, einem allzu niedrigen Flächengewicht oder zu weit auseinanderliegenden Verbund-Stegen mit geringer Dicke (Schlitzlochsteine) einen zu grossen Wärmeeindring-Widerstand, so lässt sich beispielsweise die eingestrahlte Sonnenenergie nur in geringem Umfang nutzen. Es herrscht eine Wärmedepression! Erstmals wurden diese Zusammenhänge im Februar 1982 bei Messungen am Justus Knecht Gymnasium in Bruchsal beobachtet. Die Ergebnisse wurden in der Folge als "Bruchsaler-Messung" publiziert und baugeschichtlich festgehalten. Grundlagenforschungen dazu bestehen nicht.

Falsch verstandener Reduktionismus führt zum "Schichtendenken"! Die"Trag-, Dämm- und Wetter-Schichten" sind letztendlich wieder ganzheitlich zu betrachten. Vermutlich bildet die einschalige Wand - infolge der besten Temperaturverwaltung - die idealste Wandkonstruktion!

CH-8955 Oetwil a.d. Limmat, 18.06.2003
Arch. & Ing. Paul Bossert   
http://www.universe-architecture.com/
e-mail: paul.bossert@greenmail.ch


Tollenbrink - der Versuch einer Auswertung (EVA)

Hier stelle ich meine EVA Tollenbrink (Hypothese v. 5. 10. 03) zur Diskussion.

Weitere Fragen:
1. Was für Energieträger werden verwendet Gas, Oel, Fernwärme?
2. Allgemeinkosten > ist der Ansatz von ca. 15% richtig?
3. Handelt es sich um Nettowohnfläche > ist die BGF und das HRV richtig?
4. Geschosshöhe > 2.75 O.K.?
5. Ist das Warmwasser inbegriffen?

Bitte um Eure Ergänzungen
Herzliche Grüsse Paul

Prof. Jens Fehrenberg, Hildesheim:
Heizkostenvergleich: Tollenbrink 2A, 4, 6, 30659 Hannover
Haus 2A (9708 EA) Haus 4 (9780 EA) Haus 6 (9780 EA)
Jahr WFl. 3.202,00 m2 WFl. 3.225, 48 m2 WFl. 3.225,00 m2
Heizkosten in DM Heizkosten in DM Heizkosten in DM
1978 23.766 24.380 23.347
1979 34.120 35.332 35.378
1980 38.858 40.986 40.627
1981 40.268 41.101 39.905
1982 39.583 40.475 39.022
1983 39.466 40.467 38.555
1984 42.302 42.352 41.537
1985 42.750 42.927 44.192
1986 30.371 28.671 30.644
1987 25.963 23.927 25.955
1988 20.031 19.020 20.112
Total 1978 - 1988 377.477 379.638 379.274
Mittel 1978 - 1988 34.316 34.513 34.479
(Einbau WDVS mit 3 mm
Kunstst.-Verblender
auf 4 cm Polystyrol)
1989 19.660 19.040 19.990
1990 22.759 21.077 21.577
1991 27.426 24.602 24.936
1992 23.299 21.354 22.391
1993 24.081 22.131 23.672
1994 24.899 21.864 23.844
1995 23.079 20.571 22.981
1996 30.116 26.370 29.346
1997 25.829 23.341 25.626
1998 24.541 21.950 24.084
1999 22.534 20.716 22.875
2000 27.261 24.938 27.626
2001 33.577 32.434 35.998
2002 32.909 31.585 35.768
Total 1989 - 2002 361.970 331.972 360.714
Mittel 1989 - 2002 25.855 23.712 25.765
Mittlerer  Oelpreis von 1991 bis 1999 Pf. / Liter 0,50
Mittlere Heizkosten von 1991 bis 1999 DM / a 24.017
Netto Energiekosten: Abzug von ca. 15% für: (  - Warmwasser ja/nein ? )
Verwaltung, Betriebskosten und HKA -4.017
Total mittlere Energiekosten pro Block und Jahr von 1991 bis 1999 20.000
Total mittlerer Energieverbrauch in Lt. / Block von 1991 bis 1999 40.000
Abzug von ca. 20% für Anlagewirkungsgrad: -8.000
Total Netto-Energieverbrauch pro Block von 1991 bis 1999 32.000
Spezifischer Energieverbrauch
Gebäudedaten: Stockwerkhöhe 2,75m Mauerwerk d = 36,5cm
Heiz-Raum-Volumen HRV  in m3 pro Block 3'225m2 x 1,15 x 2,75 10.000
Spez. Energieverbrauch in Liter Heizoel pro m3 anno 3,20


comment.gif (1022 bytes) Dafür, dass es sich um einen ersten Überschlag handelt - wobei die Ansätze durchaus nachvollziehbar sind - halte ich das Ergebnis für recht interessant.

Die Ausgangsdaten finden Sie hier; Tolle Werte aus Tollenbrink, Hannover


Quellenangabe, Autor:

Arch.- & Ing.- Büro  Paul Bossert, Oetwilerstrasse 4, CH - 8953 Dietikon
Architektur, Baustatik, Bauphysik, Bauchemie, Energietechnik, Expertisen
Wärmedämmtechnik  -  Bauschaden-Analysen  -  Energie-Verbrauchs-Analysen
Tel. 0041 01 740 83 93
Fax 0041 01 742 04 56

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Gesundheitsfalle Energieeinspar-Verordnung 2000

von Dipl.-Ing./Arch. Paul Bossert, 30.08.1998
Präsident des Verwaltungsrat
UNIVERSE Architecture and Engineering Ltd.
Dietikon, Schweiz

Inhalt:

Vorwort
Energieeinsparungen sind bis heute nicht ausgewiesen
Ein Ende der Geldverschleuderung ist nicht in Sicht
Energiebedarfsberechnung ist immer noch graue Theorie
Wohnungsentfeuchtung ist problemarisch
Das Risiko von Dämmstoffen die kein Wasser saugen können
Fördert feuchtes Wohnen Kiemen und Schwimmhäute bei Menschen?
Ist das Feuchtigkeits-Risiko bereits ein alter Hut?
Polystyrol Aussendämmung: Die eierlegende Wollmilchsau!
Professorale Lobhudelei
Volksgesundheit in Gefahr!
Wie ist das erklärbar?
Klare Sache: Falsch gedämmt ist halb gestorben!
Die Mediziner schlagen Alarm!
Hält das BMBau an seiner Doktrin fest?
Was falsch ist wird immer falsch bleiben
Was nun und wie weiter?
Diskussionsforum Energie

 

Gesundheitsfalle Energieeinspar-Verordnung 2000

Egal wer am 27. September 1998 die Bundestagswahl gewinnt, die Energieeinsparverordnung (ESV 2000) wird durchgezogen. Gewinnt “Rotgrün”, ist eher noch mit einer Verschärfung der Auflagen zu rechnen, weil ja Neu der rein rechnerische Energiebedarf von Alt- und Neubauten um weitere 30 Prozent gesenkt werden soll. So wie die Verordnung bis heute gediehen ist, dürfte sie Anfangs 1999 den Bundesrat oppositionslos passieren, um im Jahr 2000 in Kraft gesetzt zu werden.

Die Absicht mit der ESV 2000, Energie zu sparen, den CO2-Ausstoss zu vermindern, nichterneuerbare Energien zu schonen und erneuerbare Energien zu fördern ist zwar unbestritten, doch bestehen bei der Umsetzung der Verordnung schwerwiegende Bedenken dreifacher Art.

Energieeinsparungen sind bis heute nicht ausgewiesen.

Zum Ersten ist es dem Bundesministerium Bau (BMBau) in Bonn bis heute nicht gelungen, eine wissenschaftliche korrekte Beweisführung vorzulegen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Massnahmen hinsichtlich ihrer Energieeinsparung effizient sind. Tatsächlich ist es der Fall, dass vor 1940 erstellte, im gegenwärtigen Sinne ungedämmte Altbauten, vergleichsweise sehr viel weniger Energie verbrauchen als hochgedämmte Neubauten. Die Ursachen dieses Leerlaufs liegen beim BMBau, weil die bisherigen Verordnungen auf rein theoretischen Unterlagen und Vorschriften beruhen. Noch nie wurden vom BMBau mittels Energie-Verbrauchs-Analysen überprüft, ob der theoretisch berechenbare Energiebedarf, allgemein und einigermassen mit dem effektiven Energieverbrauch eines Gebäudes übereinstimmt. Die Verantwortlichen im BMBau müssen sich deshalb vorhalten lassen, dass ihre Bestrebungen Energie zu sparen und den CO2-Ausstoss zu vermindern bis heute erfolglos geblieben sind.

Ein Ende der Geldverschleuderung ist nicht in Sicht

Zum Zweiten haben die vorgeschriebenen Massnahmen viel Geld gekostet. Einfache Hochrechnungen ergeben, dass die falschen Energiegesetze bis heute kumulierte Bauschäden und Energieschäden im Betrag von rund 950 Milliarden Mark ausgelöst haben. Seither steigt der Fehlbetrag jährlich um weitere 50 Milliarden, was etwa 8 bis 10 Prozent der Jahresbaukosten für sanierte und neu erstellte Hochbauten entspricht, die somit in den Sand gesetzt werden. Trifft die ESV 2000 in Kraft, ist ein Ende der Geldverschleuderung nicht mehr absehbar.

Energiebedarfsberechnung ist immer noch graue Theorie

Im Entwurf des BMBau vom 6. Januar 1998 zur ESV 2000 ist ersichtlich, dass die neuen Vorschriften immer noch k-Wert- bzw. neuerdings U-Wert orientiert sind. Die Energiewirksamkeit dieser k-Wert-Theorie ist aber bis heute nicht bewiesen. Dieser k-Wert beschreibt nämlich nur den Beharrungszustand von Wärme in Bauteilen. In Wirklichkeit herrschen aber dynamische Zustände vor, wobei der k-Wert nur eine von acht relevanten Energiegrössen darstellt.

Wohnungsentfeuchtung ist problematisch

Zum Dritten ist die Volksgesundheit in Gefahr! Einen der oben erwähnten acht Energiegrössen bildet beispielsweise die Sorption, welche die Eigenschaft besitzt, Wasser in Kapillaren von Baustoffen zu transportieren. Die Raumwärme und der sich dadurch einstellende Wasserdampf-Teildruck (Partialdruck), dient als Motor für diesen Prozess. Der Partialdruck treibt die Feuchtigkeit durch die Wand nach aussen. Beheizte Wohn- und Arbeitsräume von Altbauten werden heute noch auf diese Weise entfeuchtet.

Diese Tatsachen stimmen mit den Untersuchungen von Professor Paul Haller recht gut überein, die er als Chef der Eidgenössischen Materialprüfungs Anstalt (EMPA) in den Jahren 1953 bis 1958 durchführen liess.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchungen wurde unter dem Titel: “Wärmehaushalt und Mauerwerk” in der Deutschen Bauzeitung 9/82 vom Verfasser publiziert.

Das Risiko von Dämmstoffen die kein Wasser saugen können

Nur die Wärmedämmstoffe dampfgepresster Kork und Hartschaum-Leichtbeton weisen - nebst einer relativ hohen Wärmespeicherfähigkeit und einer Wärmeleitzahl von rund 0,04 Watt pro Meter und Grad Temperaturdifferenz - eine ausreichende Sorptionsfähigkeit auf. Der marktbeherrschende Wärmedämmstoff Polystyrol ist sorptionsunfähig. Glas- und Mineralfaserdämmstoffe haben nur eine geringe Sorptionsfähigkeit.

Fördert feuchtes Wohnen Kiemen und Schwimmhäute bei Menschen?

Sorptionsunfähige Aussenwände und dichte Fenster bewirken aber ein Ansteigen der Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen! Tatsächlich ist seit Beginn der Wärmeschutz-Verordnungen die Feuchtigkeit der Raumluft im allgemeinen von 40 auf 65 Prozent relativer Feuchte angestiegen. Das weiss man im BMBau sehr wohl, weshalb man von Gesetzes wegen mechanische Luftwechselanlagen vorschreiben möchte. Raumlufttechnische Anlagen bilden aber Herde für Bakterien, Legionellen und Schimmelpilze, die Allergien fördern und die Atemwege der Menschen belasten. Ausserdem bestehen ernstzunehmende Zweifel, ob mechanische Lüftungen Wohnungen richtig entfeuchten können.

Ist das Feuchtigkeits-Risiko bereits ein alter Hut?

Dass sorptionsunfähige Wärmedämmungen die Raumfeuchtigkeit erhöht, ist seit der Publikation: “Drei Häuser im Dauertest” in “test” 3/87 den deutschen Energiefachleuten und Bauphysikern allgemein bekannt. Dipl. Ing. Helmut Pokern ist als “Vater der Heizkostenabrechnung” in die Energie-Geschichte Deutschlands eingegangen. Er veröffentlichte 1987 die Resultate einer bauüblichen Polystyrol-Wärmedämmsanierung. Da Wärmedämmungen nie wirkungslos sind, sank der mittlere Energieverbrauch um rund 20 Prozent auf 4,2 Liter Heizöl pro beheiztem Gebäudekubikmeter und Jahr. Der bescheidenen Einsparung von 1 Liter Heizöl pro Kubikmeter zu DM 0.35 stehen Sanierungskosten von DM 47.- pro Kubikmeter gegenüber. Bedenkt man, dass Gebäude der Jahrhundertwende - notabene ohne die heutigen Dämmstoffe - heute im Mittel nur 2.0 bis 3.0 Liter Heizöl pro Kubikmeter und Jahr benötigen, ist die ESV 2000 unwirtschaftlich und somit fragwürdig. Noch wichtiger ist, dass eine Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit von 30 auf 50 Prozent gemessen wurde. Erhöhte Luftfeuchtigkeit führt aber zur Vermehrung von Schimmelpilz, Bakterien und Milben etc. Momentan ist die Zunahme von Asthma bei Kindern als Folge erhöhter Raumluftfeuchtigkeit noch nicht beweisbar, doch gewisse Indizien sprechen dafür.

Polystyrol Aussendämmung: Die eierlegende Wollmilchsau!

Eine weitere Recherche ergab, dass auch in den “Passivhäusern” des Physikers Wolfgang Feist Luftfeuchtigkeiten von über 60% relativer Feuchte herrschen. Das geht jedenfalls aus seinen eigenen Publikationen des “Passiv-Haus-Instituts” in Darmstadt hervor. Seine supergedämmten Passivhäuser lassen sich, trotz seinem Wahlspruch: “Erst Dämmen und dann Mauern”, mit 30 cm Polystyrol-Perimeterdämmung, auch mit besten Ventilationsanlagen kaum entfeuchten.

Professorale Lobhudelei

Ungeprüft stellt Ernst Ulrich von Weizsäcker die “Passivhäuser” von Wolfgang Feist in seinem neuen Bericht “Faktor Vier” an den “Club of Rome" als vorbildlich dar. Gerade von Biologen währe zu erwarten, dass sie die komplexen Zusammenhänge im Bereich Bauen und Energie mit grosser Sorgfalt auf ihre Nachhaltigkeit hin untersuchen. Wenn wegen falschem Bauen das Volk erkrankt, ist niemandem gedient.

Volksgesundheit in Gefahr!

Aus der Studie: “Ost-West-Vergleich München-Leipzig” von Professor H. E. Wichmann, vom GSF-Institut für Epidemiologie in München, kann entnommen werden, dass die Zunahme von Asthmafällen in den Städten nicht nur an der Umweltverschmutzung liegen kann. Trotz erheblicher Umweltbelastungen waren die DDR-Kinder viel weniger von Asthma betroffen als ihre Altersgenossen aus dem Westen. Dafür litten sie häufiger an Bronchitis.

Wie ist das erklärbar?

In den neuen Bundesländern leben noch sehr viele Kinder in sorptionsfähigen, trockenen Altbauten, die allerdings vorwiegend mit Kohle beheizt werden. Da bekannt ist, dass der hohe Schwefelanteil in der Kohle Bronchitis fördert, erscheint dieser Zusammenhang plausibel. Im Westen aber, leben die Kinder in mehrheitlich “modernen”, wärmegedämmten und somit sorptionsunfähigen Bauten mit hoher Luftfeuchtigkeit die Asthma fördert. Da die Wohnbauten mit Strom und vorwiegend schwefelarmem Heizöl und Gas beheizt werden, ist Bronchitis im Westen Deutschlands kein Thema.

Klare Sache: Falsch gedämmt ist halb gestorben!

Die Zusammenhänge leuchten ein. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist die erhöhte Raumluftfeuchtigkeit, infolge sorptionsunfähiger Wärmedämmungen, Mitursache für die ansteigenden Atemwegerkrankungen bei Kindern. Dieser Umstand wird noch überlagert durch die Forderung nach immer luftdichteren Wohnungen und Fenstern und damit einhergehender erhöhter Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbildungen an Fensterrahmen und anderen Wärmebrücken.

Die Mediziner schlagen Alarm!

Ähnliches publizierte der Direktor der Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Prof. Dr. med. H.B. Hadorn im “Follow up der Münchner Asthma- und Allergiestudie”:“Als exogener Faktor konnte gezeigt werden, dass Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung das Risiko, eine bronchiale Hyperreaktivität bis in die Pubertät zu behalten, um das etwa 11-fache erhöhen.”

Hält das BMBau an seiner Doktrin fest?

Das BMBau ist sicher anderer Auffassung und wird mehr Wärmedämmung zur Schimmelpilzreduzierung fordern, zumal der langjährige Berater des BMBau, Professor Karl Gertis, am Bauphysik-Kongress im Herbst 1997 in Berlin sagte: “Es bedarf auf jeden Fall einer Anhebung des Mindestwärmeschutzes, um zuverlässig Schimmelpilzbildung zu verhindern.”

Was falsch ist wird immer falsch bleiben.

Schimmelpilze mit noch mehr Wärmedämmung zu bekämpfen ist falsch! Wahr ist aber, dass erst infolge sorptionsunfähiger Wärmedämmungen und falscher Wärmedämmvorschriften des BMBau die gegenwärtig herrschende Schimmelpilz-Seuche entstanden ist. Da die Energiewirksamkeit der ESV 2000 mit Sicherheit nie zum tragen kommen wird, ist der beabsichtigte, rein virtuelle Ersatz von nichterneuerbaren Energieen zur angeblichen Eindämmung des CO2-Ausstosses auf Kosten der Volksgesundheit unverantwortlich.

Was nun und wie weiter?
Bauherrschaften und Baufachleute können sich Wissensvorteile sichern:

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Diskussionsforum zum Thema Energieeinsparungen

Link zum Original:
Gesundheitsfalle Energieeinspar-Verordnung 2000

Die Fehlentwicklung der Bauhaus-Idee
(DIE WELT, 12.12.1996)

von Dipl.-Ing./Arch. Paul Bossert
Präsident des Verwaltungsrat
UNIVERSE Architecture and Engineering Ltd.
Dietikon, Schweiz

Vorbei sind die Zeiten, wo Baumeister unabhängig von Baustil und Baumode Gebäude mit langer Haltbarkeit konstruierten, die mit geringem Unterhalt und wenig Heizenergie ihren Zweck erfüllten. Der Umbruch geschah in den Jahren 1910 bis 1930. Damals verzweigte sich das Bauwesen in Architektur-Design und industrielles Bauen. Der Architekt als Baumeister hatte ausgedient. Eine sich weltweit elitär gebärdende Architektensekte gibt seitdem den Kurs an. Der Geburtsort dieser Bewegung war Dessau, und das umjubelte Kind hieß Bauhaus.

Die Kehrseite dieser Baurevolution wird jedoch bis heute verkannt. Während die Architekten dem freien Grundriß huldigten, sich vom Ornament befreiten und die flächige Auflösung des Raums kaprizierten, verluderte die bautechnische Kompetenz zusehends. Das neue Bauen bescherte uns energieverschwendende Häuser mit Bauschäden und Schimmelpilz wie Beton-Großstaffelbauten.

Jedermann kann feststellen, dass gute Altbauten bis Jahrgang 1925/30 heute nur zwischen zwei und drei Liter Heizöl pro Kubikmeter beheiztem Gebäudevolumen und Jahr benötigen. Gebäude der Jahrgänge bis 1965/70 verbrauchen dagegen fünf bis acht Liter. Noch grotesker ist der Verbrauch "superwärmegedämmter Gebäude" aus den Jahren 1975/1980: Sie verbrauchen oft zehn bis 15 Liter pro Kubikmeter und Jahr.

Wie ist diese Entwicklung zu erklären? Altbauten, die keine Wärmedämmung im heutigen Sinne aufweisen, haben schwere Wände von 40 bis 80 Zentimeter Dicke mit hoher Wärmespeicherung. Große Wandstärken verzögern auch überproportional den Wärmeabfluß von innen nach außen. Ob konventionell verputzt oder mit Naturstein verkleidet, ihre Materialschichtungen wirken als Soptionskette. Dieser "Sorptionsmotor" garantiert eine anteilsmäßige Entfeuchtung der Wohnräume. Neue Gebäude jedoch haben leichtere und dünnere Wände mit feuchtesperrenden Super-Wärmedämmungen. In der effektiven Wärmebilanz sind sie massiven Altbauwänden weit unterlegen - ganz abgesehen davon, dass "moderne" Gebäudehüllen vielfach schon nach zehn bis 15 Jahren restlos versagen. Altbaufassaden funktionieren aber meistens noch nach 100 Jahren einwandfrei. Die Bauhaus-Ästhetik hat hohen Anteil an dieser Fehlentwicklung. Zeilen- und Punktbauweise, falsch konstruierte Flachdächer und glatte Fassaden entlarven sich als immense Energieverschleuderer. Auch das ästhetisch geforderte, doch strahlungsreflektierende Weiß der Fassaden ist aus energetischer Sicht nicht nachvollziehbar.

Demgegenüber erweist sich die Plastizität von Gründerzeitfassaden als äußerst vorteilhaft für den Energiehaushalt. Tief strukturierte Fensternischen ergeben energetisch wirksame Luftstaupolster vor Abkühlflächen aus Glas. Gesimse funktionieren nicht nur als Wind- und Schallbrecher, sondern sie dienen auch als Fassadenentwässerungen und vermindern ein Auskühlen der Wand durch abfließendes Regenwasser über mehrere Geschosse. An- und Vorbauten, Erker und Balkone verändern im aerodynamischen Bereich laminare Luftströmungen in turbulente, was den Energieverbrauch eines Gebäudes zusätzlich reduziert.

Aus alldem ergibt sich: Wir haben ein Bauproblem und kein Energieproblem am Bau. Deshalb sind die auf falsche Berechnungsgrundlagen gestützten und k-Wert-orientierten Wärmeschutzverordnungen ein Irrweg. Zwischen den gesetzlich vorgeschriebenen "k-Werten" und dem realen Energieverbrauch eines Gebäudes sind keine signifikanten Korrelationen beobachtbar.

Der k-Wert beschreibt die Energiemenge in Watt pro Quadratmeter und Grad Temperaturdifferenz (W/m²k), die durch eine Baukonstruktion unter Laborbedingungen zur Kaltseite abfließt. Baufachleute warnen seit Jahrzehnten vor einer Favorisierung dieses Wertes. Nur in Ausnahmefällen ist eine Übereinstimmung zwischen k-Wert-bezogenen Energiebedarfswerten und dem tatsächlichen Energieverbrauch eines Gebäudes festzustellen. Dennoch wird an diesem unbewiesenen k-Wert-Modell dogmatisch festgehalten. Auch bei der anstehenden Debatte zur Energiesparverordnung 99 (ESV 99) im Januar 1997 wird es so sein.

In der Konsequenz führte und führt die heutige Dämmhysterie zu dem Paradox, dass Gebäude in traditioneller Mauertechnik nicht mehr errichtet werden dürfen, weil sie den theoretisch geforderten k-Werten nicht genügen. Doch es ist umgekehrt: Die Baufachleute vor dem Beton-, Blech- und Glasfassadenzeitalter und selbst die alten Römer haben gescheiter und qualitativ besser gebaut - auch ohne Wärmeschutzverordnung.

Link zum Original:
Die Fehlentwicklung der Bauhaus-Idee ("DIE WELT", 12.12.1996)


MINERGIE-Standard bedeutet:
Energie verschleudern, Geld vergeuden und Gesundheit ruinieren!

von Dipl.-Ing./Arch. Paul Bossert
Präsident des Verwaltungsrat
UNIVERSE Architecture and Engineering Ltd.
Dietikon, Schweiz

Der MINERGIE-Standard soll nach Meinung einiger "Energiefachexperten", Wärmedämmstoff-Fabrikanten und Hersteller von Klima- und Lüftungsgeräten auch in Deutschland zum Standard erhoben werden. Siehe http://www.minergie.ch 

Der MINERGIE-Standard wurde ursprünglich vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich in die Welt gesetzt. Dieser Standard basiert hauptsächlich auf rein theoretischen Annahmen, die bis heute wissenschaftlich nicht gesichert sind. Der MINERGIE-Standard orientiert sich an der fiktiven und fixen Behauptung, dass massgebliche Energieeinsparungen im Wesentlichen nur durch die Verminderung der Wärmeleitung - sogenannter U-Wert (früher k-Wert) - bei der Gebüdehülle erzielbar seien.

Das schweizerische Bundesamt für Energie (BfE) übernimmt diesen Standard ungeprüft als Nachfolgeprogramm für zu Ende gehende Energieeinsparprogramm Energie 2000, dem in der Vergangenheit betreffend Energieeffizienz kein Erfolg beschieden war. Das BfE setzt sich dafür ein, dass der MINERGIE-Standard gesamtschweizerisch zur Anwendung gelangt, in die eidgenössischen und kantonalen Energiegesetze einfliesst und schlussendlich dem Volk aufgezwungen wird.

Die heutige Lehrmeinung, in der Schweiz vornehmlich repräsentiert durch die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich und Lausanne behauptet federführend, dass nur der U-Wert die dominante Wärmeenergie-Einspargrösse darstellt. Dass die U-Wert-Theorie mit der Realität nicht übereinstimmt, wird von den hehren Physik-Professoren an der ETH - die noch nie in ihrem Leben neben einem Backstein geschlafen haben - seit Jahrzehnten verdrängt.

Nebst der Tatsache, dass die behaupteten Energieeinsparungen bei der Anwendung des MINERGIE-Standards im allgemeinen nicht erzielt werden können, führt das Bauen nach dem MINERGIE-Standard zu einer totalen Verluderung der anerkannten Regeln der Baukunst. Baumaterialien und Konstruktionen werden favorisiert, welche für Bauzwecke absolut ungeeignet sind. Dadurch wird die Gebrauchstauglichkeit und die Zeitstandsfestigkeit der Gebäudehülle von Hochbauten drastisch vermindert und das Geld in den Sand gesetzt. Gleichzeitig wird unbedarft auch ein erhöhtes Brandrisiko und Schallrisiko in Neubauten wie auch bei Sanierungen in Kauf genommen.

Da auch die materialtechnischen Probleme der Wärmedämmstoffe beim MINERGIE-Standard nicht gelöst sind, weil die Wände nicht mehr "Atmen" können und deshalb die Wohnungen zu feucht werden, wird mittels kontrollierter Lüftung versucht, diesen Mangel auszugleichen. Für dieses Szenario fehlen aber die wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen flächendeckenden Einsatz dieser Ventilatoren-Methode zulassen würden. Zu hohe Raumfeuchtigkeit und kontrollierte Lüftung bilden Krankheitsherde und deshalb ein unverantwortliches Gesundheitsrisiko.

Der MINERGIE-Standard verursacht auch viel zu hohe Baukosten, die sich nicht auszahlen bzw. niemals amortisieren lassen, er treibt den Energieverbrauch in die Höhe und bewirkt infolge ungesunder Wohnungen permanent steigende Gesundheitskosten.

Im Artikel über Energiesparen im schweizerischen Limmattaler Tagblatt vom 15. 10. 1999 wird ein theoretischer zulässiger MINERGIE-Verbrauchswert von 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudefläche und Jahr (45 kWh/m2a) genannt. Dieser Wert entspricht einem Energieverbrauch von 16 Kilowattstunden Energie bzw. 1.6 Liter Heizöl pro beheiztem Gebäude-Kubikmeter im Jahr (kWh/m3a). Bei MINERGIE-Bauten liegt der effektive Verbrauch zwischen 30 und 40 kWh/m3a, wobei er für nichtwärmegedämmte Altbauten der Jahrgänge 1900 bis 1940 - die dem heutigen Dämmstandard nicht entsprechen 96 im Mittel lediglich 20 kWh/m3a beträgt!

Fazit: Architekten und Ingenieure sollten anstatt dem MINERGIE-Standard zu huldigen, das richtige Bauen wiedererlernen!

Link Zum Original:
Der "MINERGIE"-Standard


ENERGIE-FASCHISMUS

Wie das Bundesministerium für Verkehr- Bau- und Wohnungswesen (BM-VBW)
die Empfehlungen des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages missachtet.

von Dipl.-Ing./Arch. Paul Bossert
Präsident des Verwaltungsrat
UNIVERSE Architecture and Engineering Ltd.
Dietikon, Schweiz

"DIE WELT", Forum vom 25. Juni 1997
"Wenn Milliarden verschwendet werden "

Allgemein suggeriert eine Meinung das Fürwahrhalten eines Sachverhalts, ohne dass dieser begründet oder bewiesen ist. Wer meint, der glaubt, denn die Meinung befindet sich immer im Niemandsland zwischen Wissen und Nichtwissen.

Meinungen werden heute gesammelt wie früher Rabattmarken. Fatal wird die Situation, wenn Glauben und Meinung ihre angestammten Gebiete wie Religion und Politik verlassen und beginnen, naturwissenschaftliche Bereiche zu dominieren. Schlimmer ist es, wenn gesammelte Meinungen für Gesetze missbraucht werden und die darauf folgenden Durchführungs- und Vollzugs-Verordnungen den demokratischen Regeln des Grundgesetzes entzogen werden. Trifft dies zu, spricht man von Meinungs-Demokratur! Manchmal geschieht es jedoch, dass sich Meinungs-Strukturen von selbst auflösen. So geschehen im Deutschen Bundestag.

Das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau), will bekanntlich die kürzlich in Kraft gesetzte Dritte Wärmeschutzverordnung durch eine künftige Energieeinsparverordnung (EnEV 2000) ersetzen. Die zugehörigen Massnahmen sind zwar seit Jahrzehnten umstritten, weil nicht bewiesen, doch das BMBau hält unerschütterlich an seiner Meinung fest.

Der Petitionsausschuss des Bundestags liess sich aber von beweisbaren Fakten überzeugen, dass die auf Meinungen beruhenden und vom Bundesbauministerium initiierten Gesetze und Verordnungen hinsichtlich ihrer Effizienz hinterfragt werden sollten. Nebst den Beweisen in der Petitionschrift mit der Nummer 5-13-25-751-027886 wurde vom Petitionsausschuss folgende Vorbemerkung der Petenten geschluckt: "Wider den Energie-Faschismus im BMBau. Unter dem Begriff Energiefaschismus verstehen wir das diktatorische, undemokratische und rechtsmissachtende Verhalten des BMBau, welches durch das Negieren wissenschaftlicher Fakten und herkömmlicher Bauregeln die Gesundheit und das Vermögen des Bürgers gefährdet."

Es sind gutmeinende Exponenten einer Energie-Sekte im Bauministerium, die mit Hilfe von Chemiemultis, der Dämmstoffindustrie und der Klima- und Lüftungsbranche die Gesundheit und das Vermögen der Menschen in grobfahrlässiger Weise aufs Spiel setzen. Seit Jahren wird von besonnenen Baufachleuten vor der gesetzesursächlichen und k-Wert-dominanten Entwicklung - wie sie bereits heute Standard ist - eindrücklich gewarnt. Doch im BMBau werden diese Warnungen nicht zur Kenntnis genommen. In der Beschlussempfehlung vom 11. März 1997 wurde die Petition dem BMBau überwiesen, um sie auf die Anliegen der Petenten aufmerksam zu machen.

Was stimmt denn nicht? Gegenwärtig steht in Baufachkreisen die Analyse des Heizenergieverbrauchs von Mehrfamilienhäusern auf der Basis einer Erhebung des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional und Wohnforschung GEWOS im Kreuzfeuer. Die Untersuchung war gut gemeint, doch das, was von der GEWOS bezweckt wurde, ist auf die vorgesehene Art nicht zu beweisen.

Nun geht aber ein Bauphysikprofessor der Fachhochschule Kassel hin und publiziert bundesweit die im GEWOS-Bericht enthaltenen Fehler. Mit seiner veröffentlichten Meinung zeigt er jedoch nur die Untauglichkeit der vom Bundesbauministerium erlassenen Wärmeschutzverordnungen auf. Er merkt nicht, dass die untersuchten 47 Mehrfamilienhäuser im Mittel nur den Zielwert der Ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 ereichen. Mit einem mittleren gemessenen Heizenergieverbrauch von 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (kWh/m2a) erreichen sie den vom Gesetzgeber in der Zweiten Wärmeschutzverordnung von 1982 angestrebten Wert von 110 kWh/m2a bei weitem nicht. Es ist aber hinlänglich bekannt, dass gute Altbauten bis Jahrgang 1930/40 heute im Mittel nur 60 kWh/m2a verbrauchen. Da aber Bauten nach der Zweiten Wärmeschutzverordnung doppelt bis dreimal so gut gedämmt sind als Altbauten, sollten sie - vorausgesetzt die vom Bundesbauministerium favorisierte Berechnungs-Theorie stimmt - auch nur die Hälfte, also 30 kWh/m2a, benötigen. Die im GEWOS-Bericht beschriebenen Gebäude verbrauchen aber nicht 30 sondern 150 kWh/m2a!

Nach meiner Einschätzung verursachen die Meinungen des Bundesbauministeriums in Deutschland seit 1977 Kosten an Bau- und Energieschäden von mehr als 900 Milliarden Mark. Dies ist ein ungeheurer Skandal angesichts der leeren Staatskasse.


DEUTSCHER BUNDESTAG

Petitionsausschuss: Die Vorsitzende Christa Nickels

53113 Bonn, 11. März 1997

Der Deutsche Bundestag hat in seiner 157. Sitzung am 20. 02. 1997 nach einer Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses 96 Sammelübersicht 13/176 (Drucksache 13/6840) 96 folgendes beschlossen:

Die Petition der Bundesregierung 96 dem Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau) 96 zu überweisen.

Begründung:

Der Petent, ein Architekt (K.W. Ohrendorf und P. Bossert), beanstandet die von der Bundesregierung aufgrund der Energieeinsparungsgesetze erlassene Wärmeschutzverordnung vom 16. 08. 1994 (BGBI. I Seite 2121).

Er führt im einzelnen aus, dass die einzelnen Regelungen dieser Rechtsverordnung zu überaus hohen Baukosten führten, ohne dass ein angemessener Energieeinsparungseffekt erzielt werde. Die berechneten Werte und die tatsächlichen Werte würden bei weitem nicht übereinstimmen. In der Verordnung werde ausschliesslich auf den Wärmedurchgangsfaktor (k-Wert) abgestellt, sodass die Bauwirtschaft gezwungen sei, in grossem Ausmasse teure Dämmstoffe vorzusehen. Sachgerechter wäre es, auch die Speicherfaktoren von Mauerwerk für Wärme und andere Faktoren zu berücksichtigen. Die früher errichteten Gebäude mit dicken Wänden, aber ohne Dämmstoffe, hätten teilweise bessere Isoliereigenschaften, als sie bei moderner Bauweise erzielbar seien. Der Petent schlägt vor, in der Rechtsverordnung lediglich einen Wärmeschutzwert festzulegen und es den Bauherren zu überlassen, auf welchem technischen Wege diese Ziele erreicht werden können.

Das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Stadtebau stellt demgegenüber fest, dass die geltende Wärmeschutzverordnung auf der Grundlage international genormter Berechnungsmethoden erarbeitet worden sei. Die getroffenen Regelungen würden einheitlich im gesamten europäischen Binnenmarkt gelten. Die Überlegungen und Vorschläge des Petenten würden von keiner andern Seite unterstützt.

Der Petitionsausschuss sieht sich ausserstande, die Vorschläge und Überlegungen des Petenten im Rahmen des Petitionsverfahrens im einzelnen zu bewerten. Der Petent hat schwierige bautechnische Fragen aufgeworfen, die nicht von vornherein abwegig erscheinen, die aber letztlich nur von Fachleuten in entsprechend ausgestatteten Instituten geprüft werden können.

Die Berufung des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau auf international anerkannte Normen allein ist nicht ausreichend.

Das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau sollte sich im Rahmen einer künftigen Überarbeitung der geltenden Wärmeschutzverordnung den Überlegungen des Petenten nicht völlig verschliessen.

Der Petitionsausschuss schlägt daher vor, die Petition der Bundesregierung - dem Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau 96 zu überweisen, um sie auf die Anliegen des Petenten aufmerksam zu machen.


Erwartungsgemäss schlug das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, unter Leitung von Ministerialdirektor Professor Herbert Ehm den Vorschlag des Petitionsausschusses in den Wind und bastelte die "dümmste Energieeinsparverordnung" aller Zeiten zusammen.


Nachtrag:

Am 9. März 1998 fragte ich in meinem Brief Frau Christa Nickels, Vorsitzende des Petitionsausschuss im Deutschen Bundestag, wie man mit demokratischen Mitteln Herrn Professor Ehm dazu bringen könnte, wenigstens das Grundgesetz der BRD einzuhalten und zu achten. Immerhin beträgt der von ihm mitzuverantwortende Vermögensschaden für die Bundesrepublik Deutschland im Bereich Bauen + Energie jährlich etwa 50 Milliarden Mark!


Der Petitionsausschuss beantwortete meine Frage am 09. 04. 1998 wie folgt:

Zu Ihren Ausführungen bemerke ich folgendes:

Mit der Überweisung einer Petition an die Bundesregierung, hier: dem Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau will der Deutsche Bundestag sie auf das Anliegen eines Petenten besonders aufmerksam machen.

Die Bundesregierung ist jedoch nicht verpflichtet, einer Empfehlung des Deutschen Bundestages in einer Petitionsangelegenheit zu entsprechen.

Anspruch auf eine erneute sachliche Prüfung und Bescheidung desselben Anliegens besteht nicht. Es ist auch in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes anerkannt, dass ein Petent nach Artikel 17 Grundgesetz nur einen Anspruch auf eine einmalige Behandlung ein und desselben Anliegens hat.

Dem Deutschen Bundestag ist es auch nicht gestattet, rechtliche Ratschläge zu erteilen.

Ich bitte um Verständnis, Ihnen keine günstigere Nachricht geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen


Fazit: Die BRD tritt das nächste Jahrtausend mit einer in 20 Jahren erzeugten Schuld an kumulierten Bauschäden- und Energieschäden in der Höhe von einer Billion D-Mark an, Dank des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau!

Wenn das kein Energie-Faschismus ist, heisse ich..........?

Link zum Original:
Wenn Milliarden verschwendet werden. ("DIE WELT", Forum vom 25.6.1997)


"Polystyrol ist für die Hausisolation nicht geeignet"

CH – 8021 Zürich "Tages-Anzeiger", FORUM vom 30. März 2000

von Dipl.-Ing./Arch. Paul Bossert
Präsident des Verwaltungsrat
UNIVERSE Architecture and Engineering Ltd.
Dietikon, Schweiz

Die Fachtagung in der EMPA-Akademie in Dübendorf vom 22. März rankte sich im Wesentlichen um bekannte Bauschäden, verursacht durch Schimmelpilze im Gebäudeinnern, und um Algenbildungen auf Fassaden. Über die eigentlichen Ursachen erfuhr der Tagungsteilnehmer nichts. Mitverursacher dieser Schäden ist nämlich die EMPA selbst, weil sie durch die einseitige Favorisierung von reinen Wärmedämmstoffen zur angeblichen Energieeinsparung beheizter Bauten die anerkannten Regeln der Baukunst missachtet. Die EMPA, als Forschungsabteilung der ETH, hat die baufachlich notwendigen Untersuchungen in diesem Bereich seit Jahren vernachlässigt. Bildungen von Schimmelpilzen und Algen an Aussenwänden sind die direkte Folge des Einsatzes untauglicher Werkstoffe, die zur Senkung des Energieverbrauchs auf Fassaden aufgebracht werden.

Mehrheitlich werden für Aussendämmungen Polystyrol und Mineralfasern verwendet. Bereits in den Sechzigerjahren war unter Baufachleuten bekannt, dass Polystyrol wohl ein gutes Verpackungsmaterial ist und sich für bestimmte Anwendungen auf der Baustelle eignet, doch auf Fassaden ist das Material aus baufachlicher Sicht ungeeignet.

Die Haltbarkeit des aufgebrachten Kunststoffverputzes ist gering, weil organische Bindemittel nicht wetterbeständig sind. Zur Vermeidung von Spannungsrissen werden in der Regel nur helle bzw. weisse Verputze verwendet, die das Sonnenlicht weitgehend reflektieren, was eine schlechte Nutzung der passiven Sonnenenergie zur Folge hat.

Polystyrol stellt als Fassaden-Dämmstoff, wie bereits verschiedene Brandfälle bezeugen, ein unakzeptables Brandrisiko dar und Resonanzbildungen führen zu störenden Baumängeln im Schallbereich. Weil Polystyrol wasserdicht ist und deshalb in Aussenwänden kein Wassertransport stattfinden kann, steigt die Raumluftfeuchtigkeit in Wohnungen im Winter auf über 60 Prozent relativer Feuchte an, was die Bildung von Milben begünstigt.

Energie-Verbrauchs-Analysen belegen, dass Bauten mit Aussendämmungen aus Polystyrol und Mineralfasern im allgemeinen das Zwei- und Mehrfache an Heizenergie benötigen als Altbauten mit Baujahr von 1850 bis 1950, welche keine Wärmedämmungen im heutigen Sinne aufweisen.

Tatsache ist, dass die EMPA bis heute keine Untersuchungen über die Energie-Effizienz moderner Wandkonstruktionen im Vergleich zu herkömmlichen Systemen durchführen liess, obwohl sie seit 25 Jahren darauf hingewiesen wird, dass gravierende Energieverbrauchs-Differenzen zu beobachten sind (Ausnahme: EMPA-Untersuchung Nr. 136788).

Weil heute der Einsatz von Bioziden und anderen Giften in Fassadenverputzen verboten ist, stellen sich nun aber landesweit Algenverschmutzungen auf Fassaden ein, die jedoch nur einen rein ästhetischen Mangel darstellen. Obwohl die Mängel hinsichtlich Haltbarkeit, Gesundheitsgefährdung und Energieeffizienz seit Jahrzehnten bekannt sind, thematisiert die EMPA erst heute diese Problematik, wo es nur um rein ästhetische Bauschäden geht. Eine Übernahme der Verantwortung für die Gesundheitsrisiken und deren Kosten sowie den materiell angerichteten Schaden am Volksvermögen in der Höhe von etwa 100 Milliarden Franken im Zeitraum der letzten 20 Jahre liegt wohl noch in weiter Ferne.

Am 22. März wurde nun aber bekannt, dass im Rahmen eines Projektes des Bundes vier Abteilungen der EMPA (Bauphysik, Biologie, Bauschäden und Korrosion) für 820'000 Franken herausfinden wollen, wie man die Algenflut auf schweizerischen Fassaden bekämpfen und vermeiden kann. Die EMPA verwendet somit Steuergelder, um die Probleme der Zulieferindustrie im Bereich Kunststoffe zu lösen, die sich notabene seit Jahrzehnten an eigentlich untauglichen Fassaden-Dämmstoffen "dumm und dämlich" verdient haben. Das darf nicht sein.

PAUL BOSSERT, CH – 8953 DIETIKON, ARCHITEKT UND BAUINGENIEUR

Link zum Original:
Polystyrol ist für die Hausisolation nicht geeignet. ("Tages-Anzeiger Zürich", 30.03.2000) 


WIRTSCHAFT

Bauschäden wegen Energiepolitik
EMPA-Projekt Fassadenschutz:

Werden Forschungsgelder des Bundes vergeudet?
Aargauer Zeitung, Limmattaler Zeitung, Dienstag, 11. April 2000

von Dipl.-Ing./Arch. Paul Bossert
Präsident des Verwaltungsrat
UNIVERSE Architecture and Engineering Ltd.
Dietikon, Schweiz

Schimmelpilze im Innern und Algenbildungen auf den Hausfassaden – Ursache von Bauschäden. Ein Projekt der ETH-Annexanstalt EMPA soll Mittel und Wege finden, wie das im Rahmen der geltenden Energiepolitik zu verhindern ist. Der Autor Paul Bossert, Architekt und Bauingenieur in Dietikon, kritisiert den seiner Ansicht nach falschen Ansatz der gängigen Wärmedämmungsphilosophie.

Im neuerstellten Gebäude der EMPA-Akademie in Dübendorf fanden zwei Bau-Fachtagungen über die Gebäudehülle statt. Das Tagungsthema rankte sich im Wesentlichen um bekannte Bauschäden, verursacht durch Schimmelpilze im Gebäudeinnern und um Algenbildungen auf Fassaden. Über die eigentlichen Schadenursachen erfuhr der Tagungsteilnehmer nichts, weil die EMPA gleichzeitig und weitgehend die Mitverursacherin dieser Schäden selbst ist. Die EMPA propagiert nämlich seit Jahren einseitig die Favorisierung von Wärmedämmstoffen auf Fassaden zur Energieeinsparung beheizter Bauten, und löst damit eben diese Bauschäden aus, obwohl die Energieeffizienz derartiger Konstruktionen im Vergleich nicht nachgewiesen ist. Tatsache ist, dass die EMPA, als Forschungsabteilung der ETH, die baufachlich notwendigen Untersuchungen in diesem Bereich seit Jahren vernachlässigt hat.

Vorgreifend sei erwähnt, dass am Schluss der Tagung bekanntgegeben wurde, dass im Rahmen eines Projektes des Bundes vier Abteilungen der EMPA (Bauphysik, Biologie, Bauschäden und Korrosion) für 820'000 Franken herausfinden wollen, wie man die Algenflut auf schweizerischen Fassaden bekämpfen und vermeiden kann. Die EMPA will somit Steuergelder für die Problemlösung der Zulieferindustrie im Bereich Kunststoffe verwenden. Das darf nicht sein.

Folgewirkung untauglicher Werkstoffe

Um was geht es im Speziellen? Bildungen von Schimmelpilzen und Algen an Aussenwänden sind die direkte Folge des Einsatzes untauglicher Werkstoffe, die angeblichen zur Senkung des Energieverbrauchs auf Fassaden aufgebracht werden. Mehrheitlich werden für Aussendämmungen Polystyrol und Mineralfasern verwendet. Bereits in den sechziger Jahren war unter Baufachleuten bekannt, dass Polystyrol wohl ein gutes Verpackungsmaterial ist und sich auch für bestimmte Anwendungen auf der Baustelle eignet, doch auf Fassaden ist das Material aus baufachlicher Sicht ungeeignet. Vor allem sind im Falle der Anwendung von Polystyrol folgende Punkte zu reklamieren:

Die Haltbarkeit des aufgebrachten Kunststoffverputzes ist gering, weil organische Bindemittel nicht wetterbeständig sind. Zur Vermeidung von Spannungsrissen werden in der Regel nur helle bzw. weisse Verputze verwendet, die das Sonnenlicht weitgehend reflektieren, was eine schlechte Nutzung der passiven Sonnenenergie zur Folge hat. Polystyrol stellt als Fassaden-Dämmstoff, wie bereits verschiedene Brandfälle bezeugen, ein inakzeptables Brandrisiko dar, und Resonanzbildungen führen zu störenden Baumängeln im Schallbereich.

Weil Polystyrol wasserdicht ist und deshalb in Aussenwänden kein Wassertransport stattfinden kann, steigt die Raumluftfeuchtigkeit in Wohnungen im Winter auf über 60 Prozent relativer Feuchte an, was die Bildung von Milben begünstigt. Bei Wärmebrücken - vor allem im Fensterbereich - sind oft Schimmelpilzbildungen zu beobachten. Sporen von Schimmelpilzen sind Mitverursacher von Asthmaerkrankungen.

Milben hingegen belasten das menschliche Immunsystem indem sie Allergien fördern. Ausserdem belegen Energie-Verbrauchs-Analysen, dass Bauten mit Aussendämmungen aus Polystyrol und Mineralfasern im allgemeinen das Zwei- und Mehrfache an Heizenergie benötigen, als Altbauten der Baujahrgänge 1850 bis 1950, welche keine Wärmedämmungen im heutigen Sinne aufweisen

Herkömmliche Systeme vernachlässigt.

Tatsache ist, dass die EMPA bis heute keine Untersuchungen über die Energie-Effizienz moderner Wandkonstruktionen im Vergleich zu herkömmlichen Systemen durchführen liess, obwohl sie seit vielen Jahren darauf hingewiesen wird, dass gravierende Energieverbrauchs-Differenzen bestehen.

Weil heute der Einsatz von Bioziden und anderen Giften in Fassadenverputzen verboten ist, stellen sich nun aber landesweit Algenverschmutzungen auf Fassaden ein, die jedoch nur einen rein ästhetischen Mangel darstellen. Obwohl die Mängel hinsichtlich Haltbarkeit, Gesundheitsgefährdung und Energieeffizienz seit Jahrzehnten bekannt sind, thematisiert die EMPA erst heute diese Problematik, wo es nur um rein ästhetische Bauschäden geht.

Doch nun wird die EMPA von ihrer Vergangenheit eingeholt. Im Jahre 1978 beschlossen Angestellte der EMPA, dass zur Energieeinsparung nur die alleinige Verbesserung der Wärmedämmung ausreichend sei und deshalb Polystyrol und auch andere, rein auf Wärmedämmung ausgerichtete Dämmstoffe, genügen würden. Bessere, damals noch erhältliche Werkstoffe, die den restlichen baufachlichen Anforderungen korrekt genügten, hatten dadurch keine Absatzchancen mehr. Die Fabrikationen wurden eingestellt.

Diese Sicht der Dinge, dass nur die Wärmedämmung allein selig machend zur Energieeinsparung sei, gilt heute als doktrinär herrschende Lehrmeinung. Die erforderlichen wissenschaftlichen Experimente, die beweisen würden, dass die Massnahmen richtig seien, wurden bis dato nicht durchgeführt. Generell glauben Politiker und auch das Bundesamt für Energie (BFE) in Bern sowie die Vertreter der kantonalen Energiefachstellen an die alleinige Wirksamkeit dieser Wärmedämm-Doktrin.

Weil alles irgendwie immer mit allem zusammenhängt, führte diese Doktrin in der Schweiz zu generell falschen Energiegesetzen und logischerweise zu einem permanenten Ansteigen des Energieverbrauchs, der Asthmaerkrankungen und Allergien. Auch der programmierte Misserfolg der Bundesaktion "ENERGIE 2000" wird dadurch erklärbar. Der in Bälde eidgenössisch empfohlene "MINERGIE-Standard" jedenfalls wird den künftigen Energieverbrauch von beheizten Hochbauten in ungeahnte Höhen steigern. Doch es scheint, dass die Verantwortlichen an den Hochschulen und im BFE ihren Weg unbeirrt weitergehen werden.

Sollte der Bund und die EMPA dieses Algenprojekt durchziehen, kann dies als Legalisierung falscher Theorien und Energiegesetze sowie untauglicher Bausysteme zu Lasten des Volkes ausgelegt werden. Die nichtvorhandene Energieeffizienz der ungeprüften Systeme wäre als ein Vergehen gegen die Eidgenössische Energiegesetzgebung zu verstehen.

Um das Algenproblem auf Fassaden zu lösen, braucht man nur die anerkannten Regeln der Baukunst zu beachten und nicht vier EMPA-Abteilungen die 820'000 Franken Steuergelder in den Sand setzen. Wie man Algenbildung auf Fassaden vermeidet, hat ein Baufachmann zu wissen, zumahl die Methode seit 2000 Jahren bekannt ist. Wie dies auf Dämmstoffen zu geschehen habe, weiss man EMPA-intern seit über 50 Jahren.

Fazit: Für 340.- Franken Tagungsgeld (inkl. Fachbuch und Mittagessen) erfuhren die Teilnehmer an der EMPA-Akademie, welche Bauschäden die Einhaltung der ETH- EMPA- und somit auch SIA-Empfehlungen und SIA-Normen zur Folge haben. Die Erwartungen der Tagungsteilnehmer bezüglich Problemlösungen hinsichtlich Schimmelpilzbildung und Algenbefall wurden weitestgehend nicht erfüllt.

PAUL BOSSERT, CH – 8953 DIETIKON, ARCHITEKT UND BAUINGENIEUR

Link zum Original:
Bauschäden wegen Energiepolitik ("Aargauer Zeitung, Limmattaler Zeitung", 11.04.2000) 


Pfingstbrief an Herrn Ralf Schumacher von der VBN-Redaktion

Sehr geehrter Herr Schumacher

Einleitend halte ich fest, dass sich RA Johannes Kirchmeier beim VBN dafür eingesetzt hat, dass ich an der vergangenen VBN-Tagung 2002 in Hannover mit einem Vortrag hätte teilnehmen sollen.

Warum nicht? Hätte Karl Gertis wieder abgesagt, wenn ich mit von der Partie gewesen wäre? Karl Gertis hat ja schon mehrmals ähnlich reagiert. Diese Fragen können Sie beantworten oder auch nicht.

Ihr einleitender Bericht "Entwicklung des Wärmeschutzes" im VBN-Info Sonderheft WärmeEnergie 2003, bedarf folgender Ergänzungen. Folgende Belege wurden von Ihnen oder Ihren Redaktionskollegen vergessen.

Sie zitieren Literatur und merken an, dass früher der Wärmeschutz kein Thema war, was nicht zutrifft - siehe was folgt:

1. Allgemeine Baukonstruktionslehre von Prof. G. U. Breymann
Die Konstruktionen in Stein von Prof. Otto Warth, 7. Auflage 1903, 6. Auflage 1896, 1. Auflage wann?

Zitat: Mauern mit Hohlräumen, .... vornehmlich aber zur Warm- und zur Trockenhaltung der Aussenmauern der Gebäude ausgeführt, haben sich z.B. in den Küstengegenden Norddeutschlands seit Jahrzehnten (!!!) gut bewährt, wenn die Ausführung sorgfältig und mit besten Materialien erfolgt.
Die Warmhaltung, d.h. der Schutz gegen Temperaturausgleich zwischen Aussen- und Innenluft verlangt eine abgeschlossene, völlig ruhende Luftschicht ....
Dann folgen 5 Seiten mit weiteren Wärmedämmkonstruktionen.

In der Fachliteratur - vor allem im "Gesundheits-Ingenieur" - beginnt sich bereits der Siegeszug des U-Wertes (k-Wert) ab 1915 abzuzeichnen. Allerdings sorgten kompetente Baufachleute - damals noch gute Professoren - dafür, dass die U-Wert-Sekte nicht zu fest Fuss fassen konnte. Dieses Regulativ dauerte in der Schweiz bis Mitte der 50-er Jahre, wo das 1 1/2 Stein Vollziegelmauerwerk mit einem U-Wert von 1,6 W/m2K als Standard galt (Prof. Max Hottinger ETHZ - siehe auch Hottinger-Formel 1935). Entsprechendes galt auch für Deutschland.

Sie merken weiter an, dass sich zuvor niemand mit dem Wärmeschutz wissenschaftlich auseinandersetzte - was nicht stimmt:

Ing. Albert Pilz, Wien 1920, Berechnung der Anheizwärme unterschiedlicher Wandkonstruktionen in Theorie und Messung (Experiment)

Ab 1935 beschäftigten sich einige Professoren und Wissenschaftler mit: Wärmespeicherung, Halbwertzeit und gleichspeichernde Ziegeldicke etc. und zwar in Theorie und Messung (Experiment).

Die Namen heissen: Georg Hofbauer, Friedrich Bruckmayer, J.S. Cammerer, E. Raisch, E. Meyer, J.E.R. Constable und viele andere. Haben Sie diese Namen je gehört oder schon vergessen?

Man erkannte damals schon, dass nebst einem hohen Flächengewicht und einem vertretbaren U-Wert, der Wand-Dicke ein hoher Stellenwert zukommt. Die Zeitkonstante Tau und die hieraus ableitbare Halbwertzeit zum ermitteln des Wärmeabflusses aus einer Wand, wird bekanntlich gebildet durch die Wanddicke im Quadrat über der Temperaturleitzahl. Tau hat man offenbar längst vergessen und favorisiert in der EnEV nur noch den U-Wert. Auch über Sonnenenergiegewinne opaker Gebäudeteile wurden Theorien und Experimente à gogo publiziert!

Ich stelle deshalb fest, dass früher lebende Baufachleute weit mehr in Sachen Bauphysik und Wärmeschutz verstanden, als dies heutzutage der Fall ist.
Heute geben nur Maschinenbauer und Physiker mit pernamentem Misserfolg Erfolg den Ton an.

In der Vergangenheit war deshalb - entgegen Ihrer Meinung - der Wärmeschutz wissenschaftlich: d.h. physikalisch / mathematisch und experimentell begründet!

Sie postulieren aber Zitat: " Weder die drei Wärmedämmgebiete noch die Mindestanforderungen an den Wärmedämmwert der Aussenwände waren wissenschaftlich begründet"

Sie haben, sehr geehrter Herr Schumacher, bis jetzt noch nicht verstanden, dass die quantitative Anforderung der DIN 4110 von 1938 (mein Geburtsjahr) bis heute immer noch nicht wissenschaftlich experimentell erforscht wurde.

Ja wenn geschieht denn das? Wann werden denn die Vergleichszahlen der unterschiedlichen Baukonstruktionen endlich ermittelt und offengelegt. Die Deutschen Ziegler machen das nicht mehr - wer dann (siehe Beilage)? Die Dämmstoffindustrie oder etwa das Bundesministerium Bau mit Projektleiter Karl Gertis?

Wissen Sie und Ihre Redaktionskollegen denn überhaupt, ob die ganze U-Wert-Theorie in der Geschichte jemals überprüft wurde? Ich denke hier nicht an die Überprüfung in einer k-Wert-Kammer, nein, hier sind flächendeckende Messungen mittels klimabezogener Energie-Verbrauchs-Analysen (EVA) gefragt. Wo sind sie wo?
(Meines wissens bin ich der einige "Fachidiot", der solche EVA's seit 28 Jahren professionell durchführt)

Dann merken Sie an, Zitat: "Zielgrösse war die Hygiene und die Behaglichkeit der Räume. Energie spielte keine grosse Rolle, da sie in ausreichender Menge günstig zur Verfügung stand." Diese Aussage ist falsch!

Die 1. grosse Energiekrise fand Mitte der 20-er Jahre im vergangenen Jahrhundert statt. Jedes Holzbrett war gefragt. Um genug Holz zu Heizzwecken zu haben, wurde damals bei Bestattungen in Deutschland der "Klappsarg" (Pestsarg) wieder eingeführt!

"Die Kennziffer jeder Heizung"
Erstmals wurde der spezifische Energieverbrauch von zentral auf 20° Celsius beheizten Wohnhäusern als "Kennziffer jeder Heizung" europaweit festgeschrieben (siehe Beilage). Im Jahr 1925 konnte diese "Kennziffer" deshalb ermittelt werden, weil die Warmwasser-Pumpenheizung 1895 erfunden wurde und mann deshalb 30 Jahre Heiz-Praxis vorweisen konnte. Die Umrechnung darf jeder im Verteiler angeschriebene selber vornehmen, doch damit keine Grössenordnungs-Fehler entstehen, liefere ich allen das Resultat: Kennziffer Qh 1925 = 20 kWh/m3a, welche etwa der Vorgabe in der WärmeschutzVO 95 entspricht.

Merke:
Der "Energiepass" von Professor Gerd Hauser ist demzufolge längst Geschichte!
Eigentlich möchte der Konsument wissen wieviel Energie sein Haus verbraucht und nicht wissen wie hoch ein mutmasslicher Bedarf ist, welcher nach rein theoretischen Gesichtspunkten ermittelt wurde.

Ja und seit damals im Jahr hat ausser Paul Bossert niemand mehr die Effizienz der Gebäude auf den Energieverbrauch hin untersucht. Pech für Euch und die Hochschulen in Europa!

Nur in Ausnahmefällen erreichen heute Niedrig-Energie- oder Passiv-Häuser sowie Häuser nach dem schweizerischen MINERGIE-Standard die Energie-Verbrauchs-Werte der vor 100 Jahren erstellten und nicht im heutigen Sinne gedämmten Gebäude mit einem Qh von 20 kWh/m32. Wohlverstanden, die heutigen Gebäude sollten, gemessen an der Theorie, zwischen 5 und 10 kWh/m3a verbrauchen. Weil sie aber in der Regel zwischen 25 und 45 kWh/m3a verschleudern, verbrauchen sie 4 bis 6 mal mehr an Energie, als sie eigentlich sollten!

Also halte ich für die Nachwelt ab 2049 fest:
Paul Bossert entwickelte ab 1964 den besten Perimeter-Dämmstoff (Hartschaum-Leichtbeton) aller Zeiten.
Bei der Überprüfung der Wärme-Effizienz stellte er aber im Jahr 1975 fest, dass das was er im Studium gelernt hatte, mit der Realität nicht übereinstimmt. Seither ist Paul Bossert in der Lage, zu jeder Tages- und Nachtzeit, ja sogar im Schlaf, physikalisch, mathematisch, vom Experiment und auch von der Realität her, schlüssig zu beweisen, dass die ganze U-Wert-Theorie mit der herrschenden Wärmetechnik bei sonnenbestrahlten Bauteilen ein abgefackter Schwindel ist!

Fazit: Die heutige "Bauphysik" hat gepatzt, geschwindelt was das Zeug hält und die Kunsumenten angelogen!
Ich rechne fest damit, dass ich nach meinem 51. Todesjahr, im Jahr 2100, posthum weltweit geehrt werde!

Na schön, das wärs dann.
Herzliche Pfingst-Grüsse aus der sonnigen Schweiz - Euer Paul Bossert


Arch.- & Ing.- Büro Paul Bossert, Rainstrasse 23, CH - 8955 Oetwil a.d. Limmat
Architektur, Baustatik, Bauphysik, Bauchemie, Energietechnik, Expertisen
Wärmedämmtechnik - Bauschaden-Analysen - Energie-Verbrauchs-Analysen
Tel. ++41 (0)1 740 83 93 Fax ++41 (0)1 742 04 56

Facility Management - http://www.universe-architecture.com
Ratgeber - http://www.energieforum.net
Publikationen - http://www.universe-architecture.com/Publik.html

aus: Gesundheits-Ingenieur, 11. Heft, 12. März 1927, 50. Jahrgang

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Energieverbrauchswerte und VBN-Sonderheft

... herzlichen Dank für das VBN-Info Sonderheft. Habe festgestellt, dass m.E. ausser Konrad Fischer kein "Baufachmann" mitgeschrieben hat. Weitestgehend habe ich die Beiträge als "Lachnummer" amüsiert zur Kenntnis genommen. ... kann als einzige, einigermassen verwertbare Information diejenige von Jens Fehrenberg verwendet werden. Siehe Beilage: Hannover.xls

Allerdings gelten zur Erläuterungen folgende Hinweise:

Ermittlung des Heiz-Raum-Volumens (HRV) bzw. des beheizten Bruttovolumens = Bruttogeschossfläche mal Gebäudehöhe: UK-Kellerdecke bis OK-Dachdecke in m3.

Unter der Annahme, dass eine gut gewartete Heizungsanlage vorhanden sei, ist mit einem Wirkungsgradabzug von 15% zu rechnen.

Laut Angaben wird das WarmWasser individuell und nicht mit der Heizungsanlage erzeugt.

Ob das Treppenhaus beheizt ist und ob es in der nutzbaren Wohnfläche anteilsmässig berücksichtigt ist, weiss ich nicht. Das sind eben diese Übel, wenn man Energieberechnungen auf die Netto-Wohnfläche bezieht und nicht auf das HRV - siehe Gertis-Schelte weiter unten.

Also z.B.: 5'066, 9 m2 WFL x 1.15 = 5'827 m2 Bruttogeschossfläche (BGF) x 2.8 m Geschosshöhe = 16'315,5 m3 HRV

Es wurde der spezifische Energieverbrauch in kWh/m3a bestimmt.

Ausserdem wurde das Verhältnis: spez. E-Verbrauch (kWh) durch die Heizzeit (Kh - Gradstunde) gebildet.
Je nach Sonneneinstrahlung werden mehr oder weniger kWh zur Deckung einer Gradstunde benötigt.

Kommentar zu: "Trockener Kamp", Lambda Wand, unsaniert = 1,06 W/m2K - saniert = 0,4 W/m2K

1. Für Energie-Verbrauchs-Analysen (EVA) sind Betrachtungszeiträume unter 6 Jahren unzulässig. Bessere Resultate gibt es mit Betrachtungszeiträumen von 10 Jahren und mehr.
2. Bei nichtgedämmten Gebäuden wird in kälteren Wintern (95/96) oft weniger Energie verbraucht als in wärmeren Wintern (89/90). Dieser Effekt wird von mir seit dem THERMA-Bericht reklamiert.
3. Bei EVA's sind nebst der Temperatur die 3 weiteren Klima-Parameter: Sonneneinstrahlung, Wind und Feuchtigkeit (Regen, Nebel) unbedingt zu berücksichtigen.

Fazit:

Das Gebäude entspricht einem 4-Liter Haus = ca. 4 Liter Heizöl pro m3 Jahr bzw. 40 kWh/m3a.
Eine signifikante Energieeinsparung infolge WDVS ist nicht erkennbar!

Kommentar zu: "Blauer Kamp", Lambda Wand, unsaniert = 1,03 W/m2K - saniert = 0,45 W/m2K

4. Trotz gleichem U-Wert verbraucht das Gebäude mit bautechnisch schlechterem Kalksandsteinmauerwerk im unsanierten Zustand etwas mehr Energie als das Gebäude "Trockener Kamp"
5. Nach der WDVS-Sanierung wird etwas mehr an Heizenergie verbraucht als zuvor.

Fazit:
Die Dämmerei hat nix gebracht. Ich weiss warum, schreiben tu ich's nicht mehr, findet es selber raus.

Anmerkung: Es muss angenommen werden, dass möglicherweise im Gesamtenergieverbrauch der Monat April noch einzuschliessen ist. Vielleicht meldet sich Jens gelegentlich zu diesem Faktum.

Die im Sonderheft erwähnte Gertis-Bezeichnungen - 3 Liter Haus = 3 Liter pro m2 Jahr - halte ich nach der WschVO 95 für überholt, nachdem dort der spezifische Nettoenergieverbrauch Qh auf die beheizte Brutto-Gebäudekubatur bezogen wird. (Nach 20 Jahren Kommunikation mit Prof. Ehm, war dies das einzige Argument, welches Ehm von mir angenommen hat - immerhin!)

Ausserdem wäre es wünschenswert, wenn auch "Deutschlands Meisterbauphysiker Gertis" davon Kenntnis nehmen würde, dass Gebäude kubisch und Menschen dreidimensionale Wesen sind. Kraft seiner Ausbildung bei den Benediktinern wird er aber wohl noch immer davon ausgehen, dass die Erde eine Scheibe ist.

Die Gertis-Verarschung in der VBN-Info beginnt ja damit, dass er erneut behauptet, dass Altbauten 30 bis 40 Liter Heizöl pro m2 und Jahr verbrauchen. Dies betrifft aber nur U-Wert-Schimmelbuden, welche nach dem Krieg bis in die 70-er Jahre erstellt wurden. Für gut gebaute Häuser der Jahrgänge 1850 bis 1940 gilt nach wie vor die in den Jahren 1925 bis 1927 erhobene "Kennziffer der Heizung" für zentral auf 20°C beheizte Wohnbauten von umgerechnet 20 kWh/m3a. Die Häuser verbrauchen heute - falls sie nicht in den beiden vergangenen Kriegen zerbombt wurden - in der Regel etwas weniger Energie als damals, weil es heute etwas wärmer ist und mittlerweile bessere Fenster eingebaut wurden. Die Werte liegen heute von Bern - Zürich - Basel - München - Stuttgart - Bonn - Mainz - Hannover - Hamburg - Bremen bei einem Qh von 15 bis 25 kWh/m3a!

Dass das so ist beweise ich jetzt seit mittlerweile 28 Jahren!

Auf meinen Bericht zu Handen des Schweizerischen Bundesrates: "Energie-Verbrauchs-Analyse von Hochbauten" und "Instationärer Wärmedurchgang von Wandkonstruktionen", erstellt zur Besprechnung vom 29. Januar 1980 in Bern, hat der "liebe Schipibi-Karle Gertis bis heute nicht geantwortet obwohl er schon damals seinen hahnebüchenen Unfug über Dinge die er nicht versteht daselbst einbringen wollte.
Warum auch - er begreift die Zusammenhänge im Bau ohnehin nicht!

Sein damals eingereichter Bericht ist heute noch ein guter Witz!

Betrachtet man die Grössenordnung der Qh-Werte von 38,5 bis 44.0 kWh/m3a bei den nichtsanierten und sanierten Zuständen der beiden "Kamp's", so kann man eine eindeutige Energieverbrauchssteigerung sprich Bauqualitätsverschlechterung im Vergleich zu den guten Altbauten vergangener Zeiten feststellen. Seit Beginn der Wärmeschutzverordnungen wäre ein Verbrauchsziel von 10 kWh/m3a anzustreben gewesen, doch Gertis hat mit seiner sektiererhaften, dummen U-Wert-Rechthaberei dieses Ziel mit bestem Erfolg vereitelt. Zum Lohn bekommt er dafür noch Rente!

Anzumerken wäre noch, dass Gertis bis heute ausserstande ist, eine Bausubstanz zu beurteilen, sie mathematisch zu berechnen, sie physikalisch zu bewerten und mit andern Gebäuden zu vergleichen.

Er hat es auch bis heute nicht geschafft zu erkennen, dass Schimmelpilzbildungen nur bedingt etwas mit seinem dogmatisch induzierten U-Wert-Unfug etwas gemein haben. Obwohl ich ihn mehrmals auf ausreichende wissenschaftliche Messungen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) hingewiesen habe, welche das Gegenteil seiner Aussagen beweisen, behauptet er noch immer, dass ein verbesserter Wärmeschutz die Schimmelpilzbildung vermeiden helfe. Aus all seinen Unterlagen lässt sich erkennen, dass er die Feuchte im Bau noch nie begriffen hat - und so was hat Studenten ausgebildet!

In Sachen Wärme ging Gertis sogar soweit, die eigenen Auftraggeber zu sabotieren. Das habe ich doch schon damals im Jahr 1984, den anwesenden Vertretern des FhG-Holzkirchen vorgeworfen und die Fakten dazu aufgezeigt. Zur Info noch einmal die Messung von 1983 von der FhG-Aussenstelle Holzkirchen.

Doch lassen wir Gertis mit "seiner Scheibe" - der Mann ist emeritiert und somit weg vom Fenster!

Bin gespannt, wie und wann der ganze Schwindel auffliegt!
Paul Bossert
06.06.2003

Tabelle: von Arch. & Ing. Paul Bossert, CH 8955  Oetwil a. d. Limmat
Werte: von Prof. Fehrenberg


Trockener Kamp
  m2 WFL 5066,9 1,15 2,8 16315,4 m3 HRV   spez. EV l WS = 0.40 W/m2K  
  WG 85% Mittel   Mittel
Jahr T aussen T innen T - Diff. h Okt-März Kh Okt.-März m3 Gas kWh kWh/m3a kWh/
m3a
kWh / Kh kWh/Kh
 
1988/89 6,0 20,0 14,0 4368,0 61152,0 80119,0 801190,0 41,7   13,1  
1989/90 6,3 20,0 13,7 4368,0 59841,6 72248,0 722480,0 37,6   12,1  
1990/91 4,6 20,0 15,4 4368,0 67267,2 82509,0 825090,0 43,0   12,3  
1991/92 4,7 20,0 15,3 4368,0 66830,4 81459,0 814590,0 42,4   12,2  
1992/93 3,9 20,0 16,1 4368,0 70324,8 82671,0 826710,0 43,1   11,8  
1993/94 4,0 20,0 16,0 4368,0 69888,0 75268,0 752680,0 39,2   10,8  
1994/95 5,2 20,0 14,8 4368,0 64646,4 75814,0 758140,0 39,5   11,7  
1995/96 1,8 20,0 18,2 4368,0 79497,6 89844,0 898440,0 46,8 41,7 11,3 11,9
WDVS  
1996/97 4,0 20,0 16,0 4368,0 69888,0 74903,0 749030,0 39,0   10,7  
1997/98 5,5 20,0 14,5 4368,0 63336,0 70320,0 703200,0 36,6   11,1  
1998/99 4,5 20,0 15,5 4368,0 67704,0 69341,0 693410,0 36,1   10,2  
1999/00 5,6 20,0 14,4 4368,0 62899,2 61237,0 612370,0 31,9 38,5 9,7 10,4
2000/01   67384,0  
Blauer Kamp
  m2 WFL 6623,6 1,15 2,8 21328,0 m3 HRV   spez. EV l WS = 0.45 W/m2K  
      WG 85% Mittel   Mittel
Jahr T aussen T innen T - Diff. h Okt-März Kh Okt.-März m3 Gas kWh kWh/m3a kWh/
m3a
kWh/Kh kWh/Kh
     
1988/89 6,0 20,0 14,0 4368,0 61152,0 77287,0 772870,0 40,3   12,6  
1989/90 6,3 20,0 13,7 4368,0 59841,6 74236,0 742360,0 38,7   12,4  
1990/91 4,6 20,0 15,4 4368,0 67267,2 86272,0 862720,0 44,9   12,8  
1991/92 4,7 20,0 15,3 4368,0 66830,4 84548,0 845480,0 44,0   12,7  
1992/93 3,9 20,0 16,1 4368,0 70324,8 90479,0 904790,0 47,1   12,9  
1993/94 4,0 20,0 16,0 4368,0 69888,0 81985,0 819850,0 42,7 43,0 11,7 12,5
WDVS    
1994/95 5,2 20,0 14,8 4368,0 64646,4 90172,0 901720,0 47,0   13,9  
1995/96 1,8 20,0 18,2 4368,0 79497,6 109035,0 1090350,0 56,8   13,7  
1996/97 4,0 20,0 16,0 4368,0 69888,0 83575,0 835750,0 43,5   12,0  
1997/98 5,5 20,0 14,5 4368,0 63336,0 83294,0 832940,0 43,4   13,2  
1998/99 4,5 20,0 15,5 4368,0 67704,0 72806,0 728060,0 37,9   10,8  
1999/00 5,6 20,0 14,4 4368,0 62899,2 67519,0 675190,0 35,2 44,0 10,7 12,4
2000/01   80109,0  



DONNERSTAG, 4. DEZEMBER 2003 - LIMMATTALER TAGBLATT

DIE MINERGIE-Doktrin
„Energieeffizientes Bauen bald Standard?“ LT vom 29. 11. 2003

Seit die drei vom Bundesamt für Energie herausgegebenen Kataloge über Energieberechnungen von Bauteilen und Wärmebrücken für beheizte Gebäude erhältlich sind, ist die Verwendung des MINERGIE-Standards in der Schweiz de facto gesetzliche Pflicht. Das hat Bundesrat Moritz Leuenberger im Rahmen der Gebäudekampagne 2004 an der „MINERGIE-Messe“ in Bern bestätigt. Leuenberger will aber nicht wahrhaben, dass es sich beim MINERGIE-Standard, um den größten Bau- und Energieschwindel aller Zeiten handelt. Sein Sekretär richtete mir vor Jahresfrist aus, dass es undenkbar sei, Bundesrat Leuenberger auf seine diesbezüglichen Fehl-einschätzungen hinzuweisen. Mit dieser Weigerung aber, verletzt Bundesrat Leuenberger seine Aufsichtspflicht.

Der MINERGIE-Standard wurde ursprünglich vom Maschinenbauer Rudolf Kriesi, ehemaliger Abteilungsleiter Energie im Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich in die Welt gesetzt. Dieser Standard basiert hauptsächlich auf der rein theoretischen Annahme, dass maßgebliche Energieeinsparungen im Wesentlichen nur durch die Verminderung der Wärmeleitung bei der Gebäudehülle erzielbar sind. Dass dem nicht so sein kann, ist schon mit einfachen Rechnungen und dem bisherigen baufachlichen Grundwissen beweisbar.

Das Bundesamt für Energie hat nun den MINERGIE-Standard in das Programm „Energie-Schweiz“ übernommen. „Energie-Schweiz“ ist das Nachfolgeprogramm von „Energie2000“, welches das Schweizer Volk in den Neunzigerjahren schon über eine halbe Milliarde Franken gekostet hat. Die jährlich permanent ansteigenden Energieverbrauchszahlen beweisen zwar, dass die Energieeffizienz aller eingeführten Maßnahmen nicht zum Erfolg führt, doch BFE-Direktor Walter Steinmann und sein Vizedirektor Luzius Schmid kümmert das nicht. Ohne Rücksicht auf Verluste werden Steuergelder in Millionenhöhe vergeudet, obwohl sie haargenau wissen, dass für den MINERGIE-Standard keine einzige Vergleichsprüfung vorhanden ist. Da sich das Bundesamt für Energie (BFE) seit 1975 bis heute weigert, Nachprüfungen vorzunehmen, verletzen Steinmann und Schmid ihre Amtspflicht erheblich.
Die heutige Lehrmeinung wird in der Schweiz an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) in Zürich und Lausanne gemacht. Auch da wird behauptet, dass nur die Verminderung der Wärmeleitung die dominante Wärmeenergie-Einspargrösse darstellt. Dass diese Theorie mit der Realität nicht übereinstimmt, wird von den ETH-Professoren seit Jahrzehnten verdrängt. Die MINERGIE-Irrlehre erfährt selbstverständlich auch ihre „Würdigung“ durch die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt (EMPA), obwohl in diesem Institut genügend Hinweise existieren, welche darauf hinweisen, dass der MINERGIE-Standard lediglich eine Chimäre darstellt. Da die Vertreter von ETH und EMPA gleichzeitig in den Normenkommissionen des Schweizerischen Ingenieur und Architektenvereins (SIA) Einsitz haben, ist das Chaos perfekt. Nun bilden falsche SIA-Normen die Grundlage für die Eidgenössischen und Kantonalen Energiegesetze.

Nebst der Tatsache, dass die behaupteten Energieeinsparungen bei der Anwendung des MINERGIE-Standards vergleichsweise und im allgemeinen nicht erzielt werden können, führt das Bauen nach dem MINERGIE-Standard zu einer totalen Verluderung der elementaren Regeln der Baukunst. Baumaterialien und Konstruktionen werden favorisiert, welche für Bauzwecke absolut ungeeignet sind. Mit diesem fragwürdigen Standard wird außerdem die Gebrauchstauglichkeit und die Zeitstandsfestigkeit der Gebäudehülle von Hochbauten drastisch vermindert und somit Geld vergeudet. Gleichzeitig wird unbedarft auch ein erhöhtes Brandrisiko und Schallrisiko in Neubauten wie auch bei Sanierungen in Kauf genommen.

Da auch die materialtechnischen Probleme der Wärmedämmstoffe beim MINERGIE-Standard nicht gelöst sind, weil die Wände nicht mehr "atmen" können und deshalb die Wohnungen zu feucht werden, wird mittels kontrol-lierter Lüftung versucht, diesen Mangel auszugleichen. Auch für dieses Szenario fehlen die wissenschaftlichen Untersuchungen. Ein flächendeckender Einsatz dieses Ventilatorenkonzeptes ist deshalb nicht zulässig. Zu hohe Raumfeuchtigkeit und kontrollierte Lüftung sind Krankheitsverursacher. Sie bilden ein unverantwortliches Gesundheitsrisiko.

Der MINERGIE-Standard verursacht auch zu hohe Baukosten, die sich nicht auszahlen bzw. niemals amortisieren lassen, er treibt den Energieverbrauch und infolge ungesunder Wohnungen die Gesundheitskosten in die Höhe. Außerdem ist der MINERGIE-Standard im Falle des Misserfolges, wegen der Vermischung von individuellen und technischen Energie-verbrauchswerten juristisch nicht einklagbar.

Oetwil a. d. Limmat, 30. Nov. 2003, Paul Bossert, Architekt & Bauingenieur

Die Datei im Download (PDF, 22 kB).


Oster-Briefe 2004: an VBD und an Hr. Stolpe

Sehr geehrter Herr Schumacher,
Sehr geehrte Damen und Herren Bausachverständige

Sie haben Ihre
Hauptversammlung 2004 am 8. Mai 2004 im CongressCentrum in Hannover !

Mit dem unten angefügten Schreiben, habe ich Ihren Bauminister Herrn Stolpe auf die immer noch aktuellen Mängel im Bau- und Energiebereich im Zusammenhang mit dem kommenden Energiepass nach EnEV hingewiesen.

Sie können nun weiterhin den Kopf in den Sand stecken und Leuten wie dem VBD-Mitglied Professor Dr. Michael Müller oder auch Karl Gertis oder Gerd Hauser oder Hans-Dieter Hegner vom BMVBW oder etc. etc., blind vertrauen und glauben. Sie können sich aber auch dafür entscheiden, nach rund 80 Jahren U-Wert-Irreführung endlich vom Kelch der Erkenntnis zu trinken.

Ob Sie für oder gegen mich sind, ist für mich persönlich nicht wichtig, doch es wäre für Deutschland enorm wichtig, wenn Sie zu einer gemeinsamen Strategie zusammenfinden würden. Ihr habt die Wahl am 8. Mai in Hannover! Auf alle Fälle kann hinterher niemand mehr kommen mit der Ausrede, er hätte es nicht gewusst.

Nachdem ich mich - nebst Anderem - seit 40 Jahren technisch erfolgreich mit Wärmedämmtechnik befasse und seit 29 Jahren beweisbar bekannt mache, dass die herrschende Lehrmeinung mit der Realität nicht im Entferntesten korreliert, bin ich über die im Internet beobachtbare Flut von katechismusartigen U-Wert-Anbetern "krass" erstaunt.

Suchen Sie Verbündete, um das Schlimmste abzuwenden!
Wenn Ihr Hilfe braucht so helfe ich Euch. Wenn Ihr es besser wisst, so hilf Euch Gott!
Auch für Sie alle gilt: Sie haben nicht mehr viel Zeit bis zum 1. Januar 2006!

Herzliche Oster-Grüsse von Paul Bossert

***

Herrn Dr. Manfred Stolpe - Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
zu Händen Herrn Manfred Stolpe persönlich

Einführung des Energiepasses in der BRD ab 1. 1. 06

Sehr geehrter Herr Minister Stolpe

möchte Sie als schweizer Baufachmann darauf hinweisen, dass ein Energiepass für beheizte Gebäude generell sinnvoll ist. Doch da gibt es ein paar Probleme:

Schon im Jahr 1925 kannte man in Deutschland eine "Energiekennziffer" für beheizte Gebäude, welche damals für ganz Europa bindend war.

Allerdings werden mit den heutigen Bauweisen und energiegesetzlichen Vorschriften der EnEV die damaligen Werte kaum oder nur selten erreicht.

Die Ursache dafür sind: Verlust der Regeln elementarer Baukunst und falsche thermodynamische Ansätze in der Bauphysik. Ausserdem bezieht sich der Energiepass im Wesentlichen auf die EN 832. Diese Europäische Grund-Norm wurde an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) ausgearbeitet. Der zulässige Energiebedarfswert in dieser Norm ist 50% höher als der spezifische Energieverbrauch von Gebäuden der Bau-Jahrgänge von 1850 bis 1950. Ausserdem beträgt die Streuung plus/minus 43%.
Das bedeutet, dass man mit Würfeln genauer wäre als mit dem Energiepass nach EnEV.

Schon 1997 hat der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages den Petenten Ohrendorf / Bossert zugestimmt und das damalige BMBau darauf hingewiesen die Einwändungen von Bossert und Ohrendorf zu beachten. Für kompetente Mitglieder des Bundestages war das kein Problem, doch die Beamten im damaligen BMBau und auch die im heutigen BMVBW (Hans-Dieter Hegner) sind noch keinen Schritt weiter. Ihr Mitarbeiter Hegner ist ein wenig intelligenter "Abwiegler" und hat im Prinzip noch nichts vom Bauen begriffen. Er umgibt sich mit Kalksandstein-Heinis und m.E. inkompetenten Professoren - wie Gerd Hauser von der UNI-Kassel. In seinem Brief vom 27. 11. 2002 an den Veranstalter Haus und Grund, meint er vor allem mich und meine Interventionen zu dem herrschenden Unfug im Bauwesen. (siehe Beilagen)

Doch die "Geschichte" über Paul Bossert ist längst geschrieben!
Das können Sie daran erkennen, dass sich 4 kompetente Deutsche Professoren für mich und meine Anliegen in der gleichen Sache in der Schweiz einsetzen! (siehe Beilage)

Im Anschluss an das 6. Deichmanns-Auer-Gespräch vom 26. Juni 1997 setzte ich einen Ihrer Vorgänger, Herrn Prof. Dr. Klaus Töpfer, MdB, über die oben aufgeführten Zusammenhänge ins Bild. Wie Sie wissen, blieb er darauf nur noch wenige Wochen im Amt. Er ist dann einfach abgehauen!

Frage: Wollen Sie, sehr geehrter Herr Stolpe nun etwas beim Energiepass ändern?
Viel Zeit bleibt nicht!

Stehe Ihnen für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.
Mit herzlichen Ostergrüssen
Ihr Paul Bossert

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