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Konrad Fischer, Rolf Köneke, Frank Lipfert, Claus Meier, Henryk Parsiegla: Dämmstoff im Vergleich Die neue Energieeinsparverordnung EnEV ist ab Februar 02 in Kraft getreten. Die "Initiative kostengünstig qualitätsbewußt Bauen" des BMBau fordert nun unser aller Unterstützung. Damit kommt es künftig noch mehr darauf an, die richtigen baulichen Maßnahmen zur effektiven Einsparung von Energie zu wählen. Hierfür taugliche Baustoffe einzusetzen, ist die zentrale Frage für Architekten und Ingenieure, für Verarbeiter und Hausbesitzer. Sie tragen für die von ihnen geplanten und durchgeführten Maßnahmen die Hauptverantwortung, Fehler lösen Regreßansprüche aus. Welche Dämmstoffe können den Energieverbrauch und den Verlust von Heizenergie an die Umwelt am besten verringern? Der Wärmeeintrag am Bauwerk in Dach und Wand erfolgt überwiegend durch Strahlung. Die Qualität verschiedener Dämmstoffe wurde anhand ihrer Temperaturveränderungen bei Wärmebestrahlung von der Autorengruppe experimentell ermittelt. Der Versuchsablauf: Ein Wärmestrahler (150 W Infrarotlampe) mit gleich bleibender Entfernung und konstanter Strahlungsdauer von 10 Minuten bewirkt für unterschiedliche Baustoffplatten in 4 cm Tiefe (Unterseite Platte) unterschiedliche Temperaturerhöhungen. Die geringfügig abweichenden Ausgangstemperaturen entstanden aus der meßbedingt leicht ansteigenden Umgebungstemperatur. Der sich nach 10 Minuten Bestrahlung ergebende Temperaturunterschied lässt Rückschlüsse auf die Thermostabilität und Dämmwirkung der Baustoffe zu. Das Ergebnis:
Analyse: Die beste Wirkung gegen Temperaturveränderungen und Wärmeabfluss zeigen Holz und Ziegel, trotz ihrer "schlechten" U-Werte (vormals k-Werte). Polystyrol und Mineralwolle liefern mit "gutem" U-Wert gegenteilige Ergebnisse. Auch deren maximale Oberflächentemperaturen auf der bestrahlten Seite sind mit über 70 (Polystyrol) und 180°C (Mineralwolle) erstaunlich hoch. So entsteht im Sommer - Sonnenstrahlung von außen - Barackenklima, die dann notwendige Kühlung verbraucht Energie. Im Winterfall - Heizung von innen - setzen die Leichtbaustoffe dem Wärmeabfluss wenig entgegen. Auch das spart nicht, sondern vergeudet unnütz Energie. Darüber hinaus stoppt die flach einfallende Solarstrahlung infolge der von außen eingespeicherten Energie und der damit verbundenen Temperaturerhöhung auf der Außenoberfläche den Wärmestrom von innen. Das spart Energie, gerade im Winter. Die Strahlungsintensität der Sonne liegt dann je nach Himmelsrichtung etwa zwischen 10 und 45% der Maximalwerte im Juli. Die im Sommer wegen der Temperaturstabilität der Innenräume notwendigen Materialeigenschaften sparen also auch im Winter wegen der absorbierten Solarenergie und der damit verbundenen Reduzierung der Wärmeverlustströme Energie. Die Praxis am Bau belegt das: Hohe Temperaturamplitudendämpfung und Phasenverschiebung beim "Durchschlagen" einseitiger Temperaturänderungen auf die andere Seite sind als Vorteile der Massivbaukonstruktion seit jeher Stand der Technik. Auch Bosserts und Fehrenbergs langjährig erhobene Messergebnisse des Heizenergieverbrauchs am Altbau beweisen die Wirkungslosigkeit von Leichtbaustoffen und die von der U-Wert-Berechnung stark abweichenden günstigen Energieverbrauchswerte von Massivbauten. Hinzu kommen die Oberflächenschäden auf Leichtbaustoffen infolge ihrer hohen Temperaturbeanspruchung und schnellen Auskühlung. Fazit: Das leicht nachprüfbare Lichtenfelser Experiment bestätigt die altbekannten Vorteile natürlicher Baustoffe wie Holz und Ziegel. Sie sind auch im EnEV-Zeitalter noch erste Wahl. Ihre Beklebung oder Ausfachung mit Schäumen und Gespinsten bringt kaum energetische Vorteile, jedoch Bau- und Feuchteschäden. Der U-Wert erweist sich im Bereich Energiesparen als Fiktion. Er gilt normgemäß sowieso nur im Labor, ohne Sonne und Speicherfähigkeit der Baustoffe. Die "EnEV-Anforderungen" widersprechen dem Wirtschaftlichkeitsgebot in nicht hinnehmbarer Weise. Planer und Handwerk dürfen ihren Auftraggeber nicht zu wirtschaftlich und technisch nachteiligen Konstruktionen raten. Dies gilt sowohl für die Nachrüstung am Altbau wie auch für Neubauten. DIN 4108 und EnEV müssen reformiert werden, wenn tatsächlich Energie eingespart werden soll. |
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Das Material für diesen Beitrag wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Architektur-&
Ing.büro Konrad Fischer |
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Bisherige Veröffentlichungen des Experiments: Erstveröffentlichung: Bautenschutz+Bausanierung Nov./Dez. 8/01, R. Müller Verlag,
Köln,
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Ad hoc-Meldung vom 11.03.2002 (E-Mail): Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, nachdem das Lichtenfelser Experiment zur Dämmstoff-Frage schon auf Oberfranken-TV dreimal mit TOP-Resonanz gesendet wurde, kommt es nun als 6-Minten-Beitrag der ARD am 3.4.02 21.45 Uhr in der Wissenschaftssendung GLOBUS. Prof. Gertis wird voraussichtlich die Gegenposition zu den "Lichtenfelser" Dämmforschern einnehmen. Wir sind gespannt... Mit bestem Gruß |
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Mitschnitt der Fernsehsendung "Globus" am Mittwoch, den 03.04.2002, 21.45 Uhr bis 21.55 Uhr ARD (1. Programm) Hausbesitzer werden seit Februar vom Gesetzgeber in die Pflicht genommen. Wer neu baut oder umbaut, der muss Energie sparen. Die neue Energiesparverordnung verlangt jetzt aktive Wärmedämmung und kurbelt die Nachfrage nach moderner Heizungstechnik, nach Dämmstoffen und nach neuen Trends an. Früher, da waren die Häuser aus massiven Mauersteinen, wie die alten Burgen. Später kamen dann schon die etwas neueren Lochziegel hinzu und heute, da sind ganz moderne Verbundwerkstoffe auf dem Markt. Durch diese unterschiedlichen Materialien, da geht Wärme unterschiedlich schnell durch. Das lässt sich verhindern, indem man das Haus mit Dämmstoffen richtig "einpackt". Aber durch neue Baumethoden und dichtere Fenster wurde auch der Luftaustausch immer schlechter. Was nun wirksame und fürs Wohnklima gute Dämmstoffe sind, da haben die Fachleute sehr unterschiedliche Meinungen und stellen sogar Messmethoden in Frage. Die Leidtragenden sind die Hausbewohner und ihre Gesundheit. Im früheren Kinderzimmer der Familie Tremmel in Starnberg. Heute eine Rumpelkammer. Der Raum ist voller Schimmel. Egmund Bromm will ihn begutachten. Er ist Experte für Hausschwamm und Schimmel. (Frau Tremmel:) "Also, angefangen hat's hier, und zwar ganz leichte schwarze Striche und Punkte." Die Schimmelbelastung in Innenräumen nimmt seit ein paar Jahren drastisch zu. Zu dichte Fenster und Feuchte in den Wohnungen sind häufig die Ursachen. Die Bekämpfung mit handelsüblichen Mitteln ist meist erfolglos. (SV Bromm:) "Das sind eben die kältesten Stellen, und da können Sie obendrauf schmieren und streichen, was Sie wollen - das bringt also so nicht viel. Da müssen wir die Ursache beseitigen und die Ursache kann nicht hier innen beseitigt werden. Sie können bloß immer eine ganz gewisse oberflächige Maßnahme durchführen." Das Gesundheitsamt lässt die Wohnung untersuchen. Sieben verschiedene Schimmelpilze werden gefunden. Einige davon können die Gesundheit schwer schädigen. Vor allem allergieanfällige Menschen sind gefährdet, wie Andreas Tremmel, der Sohn. Er bekommt schweres Asthma, darf deshalb die Wohnung nicht mehr betreten. Auch die Tochter Sabrina muss immer wieder ins Krankenhaus. Auf ihrer Kopfhaut bilden sich offene Stellen, die nur noch mit starken Antibiotika zu bekämpfen sind. Sobald wie möglich wollen die Tremmels nun ausziehen. (Frage:) "Tut das weh?" (Sabrina:) Ja, das tut weh!" (Frau Tremmel:) "Sie bluten, man darf nicht hinkommen. Sie wurden mehrmals behandelt. Der Andreas hat in der Zwischenzeit schon schweres Asthma bekommen, sodass er auch mit dem Notarzt abgeholt worden ist." "Die Wirkstoffe der Schimmelpilze schädigen vor allem die Schleimhäute, greifen das Immunsystem an oder wirken hochgradig neurotoxisch", so der Weißenburger Umweltarzt Frank Bartram. "Das sind gasförmig an die Raumluft abgegebene Substanzen oder an Sporen gebunden, die wir einatmen. Die eine Gruppe nennen wir mikrobielle, also durch Mikroorganismen erzeugte, leicht flüchtige Komponenten und die anderen nennen wir Mykotoxine. Mykotoxine sind z. T. ultragiftige Substanzen, wie sie aus der Lebensmittelchemie bekannt sind, die eine sehr starke toxische Wirkung haben können, und zwar in niedrigsten Dosen. Es gibt mehrere Gründe als Ursache für diese Vermehrung von schimmelbedingten Gesundheitsstörungen: Eine Ursache ist ganz sicherlich, dass wir heutzutage Häuser abdichten in der guten Absicht, Wärme und damit Energie zu sparen. Dass es allerdings bei bestimmten Techniken der Abdichtung auch dazu kommt, dass man Feuchtigkeit zurückhält, wo jeder Mensch weiß, dass Feuchtigkeit eine der wenigen Brutbedingungen ist, dass Schimmelpilze übermäßig und überproportional wachsen können." "Das hat aber nichts mit dichten Mauern zu tun", sagt Prof. Karl Gertis vom Fraunhofer Institut für Bauphysik. Selbst dann nicht, wenn sie zusätzlich gedämmt werden. Feuchtigkeit, die Lebensgrundlage des Schimmels, kann so oder so kaum durch das Mauerwerk nach außen dringen. "Die Dämmung der Wand, also die Dämmung der nicht transparenten Teile, kann niemals Schimmelpilz hervorrufen. Im Gegenteil: Sie vermeidet die Gefahr oder sie reduziert die Gefahr. Wenn aber im Gefolge dieser Umbau- oder Erneuerungsmaßnahmen auch zu dichte Fenster eingebaut worden sind, dann bedarf das schon einer näheren Untersuchung." Bausachverständige wie Edmund Bromm sehen das anders. Vernässte Hauswände seien hauptsächlich Folge von zusätzlicher Dämmung, nach der Devise "Viel hilft viel". Feuchtigkeit, die bei ungenügender Lüftung in jeder Wohnung entsteht, könne dann nicht mehr nach außen dringen. Dafür sickere dann aber meist schon bald Regenwasser durch kleine Risse in die Dämmung ein. Die Folge: Algen und Schimmel wucherten außen und innen und die Dämmwirkung gehe verloren. Bei den gängigen Dämmstoffen aus extrahiertem Hartschaum oder Fasermatten würde der Wärmedurchgangskoeffizient, der so genannte "K-Wert", alles gelten, meinen Kritiker. Sie bezweifeln die Formel "Je geringer der K-Wert, umso besser der Dämmstoff. Und je mehr davon, desto besser die Dämmung". Der Architekt Konrad Fischer aus Hochstadt a. M. und der Nürnberger Professor Claus Meier stellen diese Formel mit dem "Lichtenfelser Experiment" in Frage. Es soll belegen, dass gängige Dämmstoffe weniger wirken als herkömmliche Baustoffe, wie Vollziegel oder Massivholz. Dazu wird unter jedes Material ein Temperaturfühler gelegt und anschließend mit einer Rotlichtquelle erwärmt. Das Dämmmaterial aus Styropor oder aus Mineralfasern sollte wegen seines geringen K-Wertes weniger Wärme durchlassen als die Massivholzplatte, denn die hat einen hohen, also schlechten K-Wert. Nach zehn Minuten steigt die Temperatur unter dem Styropor aber auf fast 37°, unter der Mineralwolle sogar auf gut 63°. Unter der Holzplatte mit dem hohen K-Wert bleibt es nahezu bei 20°. Die Schlussfolgerung: Ein geringer K-Wert besagt gar nichts. (Prof. C. Meier:) "Konzentriert man sich jetzt aber ausschließlich auf die Dämmung, also auf den K-Wert, dann ergibt sich folgendes Dilemma: Wenn man ein Koordinatensystem hat, und hier den K-Wert aufträgt und hier die Dämmstoffdicke, dann ist die Funktion des K-Wertes eine Hyperbel. Die Form der Hyperbel bedeutet, dass eine Verdoppelung des Aufwandes, also der Dämmstoffdicke, zur Halbierung des K-Wertes nur führt, und das bedeutet automatisch eine Effizienzgrenze. Insofern hat es energetisch wenig Sinn, unnötig viel Dämmstoff zu verwenden. Ab 6/8 cm hört der Spaß auf. Alles was drüber ist, ist also energetisch eigentlich unnütz und sinnlos." Konrad Fischer propagiert sogar, auf die Leichtbauweise mit modernen Dämmstoffen ganz zu verzichten und stattdessen Häuser wieder aus Vollziegel oder Massivholz zu bauen. "Es gibt ein sehr schönes Beispiel in Hannover, das mein Kollege Fehrenberg untersucht hat. Da hat man für 1 Mio. DM Dämmstoff aufgetragen auf ein Haus von drei bauartgleichen mit 25 Wohneinheiten. Im Ergebnis hat man überhaupt keine Energie gespart. Das lässt sich bis in die jüngsten Jahre nachweisen. Dämmstoff ist wirkungslos energetisch." Wohlgemerkt - das gilt nur für die leichten Dämmstoffe. Beim Fraunhofer Institut verursachen die Kritiker nur Kopfschütteln. (Prof. Gertis:) "Die Dämmung hat mehrere äußerst positive Folgen: 1) Sie reduziert den Energieverbrauch, führt also zur Energieeinsparung. 2) Sie erhöht die Behaglichkeit in unseren Wohnungen im Komfort ganz entscheidend und 3) Wir müssen Dämmung einsetzen, weil wir sonst unsere ganzen Umweltprobleme nicht lösen können." Andererseits blüht der Schimmel in hunderttausenden gedämmten und abgedichteten Wohnungen. Und das heißt dann: "Umweltschutz auf Kosten der Gesundheit? Klar, Gesundheit geht vor!" |
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01.07.2002 Der so genannte U-Wert (vormals k-Wert) sei ein völlig ungeeignetes Mittel
Reichenau an der Rax (pts, 28. Juni 02/13:34) - Der so genannte U-Wert (vormals k-Wert) sei ein völlig ungeeignetes Mittel zur Erreichung von Energiespareffekten, behaupten die deutschen Baurebellen Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier und der Schimmelpilzsachverständige Rolf Köneke. Anlass war eine Baufachtagung mit über 150 Architekten, Planern und anderen Bauspezialisten, zu der die Mauertrockenlegungsfirma Aquapol GmbH am 27. und 28. Juni nach Reichenau an der Rax geladen hatten. Nach Ansicht von Meier und Köneke sei die gängige Wärmeschutzpraxis eine der größten Irrtümer der Bauphysik. Sie berufen sich auf das so genannte "Lichtenfelser Experiment", das durch eine Darstellung im ARD die deutsche Baubranche aufgerüttelt hatte. Ein Wärmestrahler (150 Watt Infrarotlampe) mit gleich bleibender Entfernung und konstanter Strahlungsdauer von zehn Minuten bewirkt für unterschiedliche Baustoffplatten in vier Zentimeter Tiefe (Unterseite Platte) unterschiedliche Temperaturerhöhungen. Der sich ergebende Temperaturunterschied lässt ihrer Meinung nach Rückschlüsse auf die Thermostabilität und Dämmwirkung der Baustoffe zu. Die beste Wirkung gegen Temperaturveränderung und Wärmeabfluss zeigten beim Lichtenfelser Experiment die Naturbaustoffe Holz und Ziegel trotz ihrer "schlechten" U-Werte. Die Baustoffe mit "guten" U-Werten, Polystyrol und Mineralwolle lieferten hingegen gegenteilige Ergebnisse. Schützenhilfe lieferten sie auch dem heimischen Baurebell, dem niederösterreichischen Erfinder Ing. Wilhelm Mohorn, der nach einer von ihm erfundenen Methode feuchte Mauern ohne Chemie, ohne Strom und ohne aufwändige Bauarbeiten absolut umweltfreundlich trockenlegt. Das Aquapolgerät funktioniert simpel: Es polt Wassermoleküle um und schickt sie zurück ins Erdreich ohne direkt mit dem Mauerwerk in Berührung zu kommen. Sein System wurde europaweit über 27.000 mal erfolgreich eingesetzt, trotzdem erhielt bis heute keine Ö-Norm Zertifizierung. Diese Tatsache war natürlich Öl auf die Mühlen der deutschen Bauphysiker, die das gesamte Zertifizierungssystem seit Jahren heftig kritisieren. Nähere Auskünfte über das Aquapol- Mauertrocknen: Aquapol GesmbH Schneedörflerstr.
23 A-2651 Reichenau/Rax Tel.: 02666/53872-0 FaxDW 20 E-Mail: office@aquapol.at Quelle: Newsletter Juli 2002 von www.ebisbau.com (eurobau.com) |
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Claus Meier Dämmstoff im Vergleich Die Baufachleute Fischer, Köneke, Lipfert, Meier und Parsiegla haben mit dem "Lichtenfelser Experiment" Temperaturveränderungen verschiedener Dämmstoffe ermittelt; der erste Vorbericht erfolgte in [7]. Die Einstrahlung einer 150 W Lampe führte auf der Rückseite einer 4 cm Schicht nach 10 Minuten zu sehr unterschiedlichen Temperaturen:
Bemerkenswert ist, dass Styropor, aber besonders Mineralwolle entgegen der allgemeinen Vorstellungen sehr hohe Oberflächentemperaturen aufwiesen. Diese Ergebnisse lösten Überraschung und Erstaunen, aber auch Proteste der etablierten Bauphysik aus, denn immerhin wird der Fachwelt seit über 20 Jahren gesagt, die Dämmung (sprich U-Wert) sei der entscheidende Part im Wärmeschutz von Gebäuden. Der Tabelle ist jedoch zu entnehmen, dass bei den "Dämmstoffen" die Temperatur im Bauteil sehr schnell hindurcheilt. Hängt dies vielleicht mit dem Speichervermögen zusammen? Immerhin steht in [2]: "Für alle Räume, die unter Sonneneinstrahlung leiden können, sollte ein gewisser Wärmeinhalt der Wände sichergestellt sein". Zunächst müssen zwei Begriffe geklärt werden: Die Temperatur ist das Maß für den Wärmezustand eines Körpers, der sich infolge unterschiedlicher Wärmeeinwirkungen ständig ändert. Demzufolge werden im Bauteil stets auch Temperaturströme in Gang gesetzt. Hierfür sind Temperaturänderungen der umgebenden Luft, aber vor allem die Absorption der externen Solarenergie mit daraus resultierenden hohen äußeren Oberflächentemperaturen verantwortlich. Temperatur ist ein Qualitätsmerkmal. Wärme dagegen ist eine Energieform, die immer vom höheren zum niedrigeren Temperaturniveau fließt und damit einen Wärmestrom hervorruft. Je größer die Temperaturdifferenz, desto größer der Wärmestrom. Wärme ist Bewegungsenergie der Moleküle und ein Quantitätsmerkmal. Somit bestimmen allein die Temperaturverhältnisse in einem Bauteil die Wärmeströme und Energiebewegungen, die deshalb immer die Folge von Temperaturzuständen sind. Der funktionelle Zusammenhang zwischen der Temperaturdifferenz und dem Wärmestrom lautet:
q = Wärmestrom (W/m²) Es wird deutlich, dass der Wärmestrom q durch das Verhältnis der Temperaturdifferenz zur Streckendifferenz, dem Temperaturgradienten, bestimmt wird. Ein sich ständig verändernder Temperaturgradient, gekennzeichnet durch kurvige Isothermen, zeigt instationäre Verhältnisse an. Der Temperaturgradient spielt für die Beschreibung der Wärmeströme also eine wichtige Rolle [14]. Auch die Definition der Wärmeleitfähigkeit l ist bemerkenswert. In [3] steht: "Die Wärmeleitfähigkeit l gibt an, welche Wärmemenge in einer Sekunde (J/s = W) durch einen m² einer 1m dicken Schicht eines Stoffes im stationären Temperaturzustand (Temperaturbeharrungszustand) hindurch geleitet wird, wenn das Temperaturgefälle zwischen den beiden Oberflächen 1 K beträgt". Die Gültigkeit der Wärmeleitfähigkeit l fordert also den Temperaturbeharrungszustand, der jedoch, wie das Experiment zeigt, nie vorliegt und in Realität auch nie vorliegen kann. Deshalb ist in [4] zu lesen: "Die Temperaturbewegungen werden durch periodisch auftretende Strahlungsvorgänge verstärkt, so dass von den Elementen der Bauwerkshülle weniger Wärmedämmleistungen als Wärmebeharrungsvermögen und Wärmespeicherfähigkeit verlangt wird. Damit kommen die Rechengrößen c (spezifische Wärmekapazität), a (Temperaturleitfähigkeit) und b (Wärmeeindringvermögen) ins Spiel". Auch das Wärmespeichervermögen Qs muss bei einer energetischen Beurteilung eines Bauteils beachtet werden, da es immerhin bedeutsam ist, ob ein Bauteil viel oder wenig Energie zu "horten" imstande ist; Energie, die von der Sonne kostenfrei geliefert wird. Wichtige bauphysikalische Daten Die spezifische Wärmekapazität c ist die Wärmemenge, die erforderlich wird, um 1 kg eines Stoffes um 1 K zu erwärmen (Wh/kg K) und ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen (aus DIN 4108, Teil 4, Tabelle 7 - dort in J/kg K). Tabelle : Rechenwerte der spezifischen Wärmekapazität c verschiedener Stoffe.
Holz und Holzwerkstoffe haben eine hervorragende Wärmekapazität, deshalb sind massive Holzhäuser so vorteilhaft. Wasser ist überragend und eignet sich somit als Wärmeträger bei Heizungen. Pflanzliche Fasern und Schaumkunststoffe liegen zwar höher als die anorganischen Bau- und Dämmstoffe, sind jedoch wegen geringer Raumgewichte als Speicher ungeeignet. Die Temperaturleitfähigkeit a ist ein Maß für die Geschwindigkeit, mit der sich unterschiedliche Temperaturen innerhalb des Materials ausgleichen, ist also ein Maß für den Temperaturstrom, der sich bei Temperaturveränderungen im Bauteil einstellt. Deshalb steht auch in [8]: "Eine Temperaturänderung pflanzt sich in einem Stoff umso schneller fort, je größer die Temperaturleitfähigkeit a dieses Stoffes ist". Die Formel lautet:
Es ist besonders darauf hinzuweisen, dass bei der Temperaturleitfähigkeit a nicht allein die Wärmeleitfähigkeit l maßgebend ist, sondern darüber hinaus das Raumgewicht und die spezifische Wärmekapazität des Materials mit einfließen. Der Wärmeeindringkoeffizient b ist ein Maß für die Fähigkeit eines Materials, Wärme aufzunehmen oder wieder abzugeben. Je größer der Wärmeeindringkoeffizient ist, desto mehr wird aufgenommen bzw. abgegeben und desto langsamer erfolgt die Wärmeaufnahme bzw. -abgabe. Die Formel lautet:
Auch der Wärmeeindringkoeffizient b hängt weitgehend vom Raumgewicht und von der spezifischen Wärmekapazität ab [3]. Bei der Wärmeaufnahme bzw. -abgabe spielt das Wärmespeichervermögen eine Rolle. Dies ist die Wärmemenge, die das Material bei einer Temperaturdifferenz von 1 K speichern oder abgeben kann. Das Wärmespeichervermögen Qs bestimmt maßgebend die instationären Verhältnissen einer Konstruktion. Je höher dieses ist, desto träger reagiert die Konstruktion auf Temperatur- und Wärmestromveränderungen. Die Formel lautet:
Die Kurzzeichen in den drei Formeln bedeuten: a = Temperaturleitfähigkeit (m²/h) Fazit Hier schon wird klar, dass die spezifische Wärmekapazität und das Raumgewicht in die energetischen Überlegungen mit einbezogen werden muss, wenn sachgerecht Temperatur- und Wärmetransportvorgänge bewertet werden sollen. Dies aber wird bei der energetischen Bewertung einer Außenwand von der etablierten Bauphysikszene strikt negiert. Messdaten und Erläuterungen Bei dem Versuch wurden unterschiedliche Materialien für 10 Minuten mit einer 150 W Infrarot-Lampe bestrahlt [7]. Dabei handelte es sich um 4 cm dicke Schichten in den Abmessungen 33 x 33 cm. Die Zusammenstellung von Stoffgrößen, umfangreicheren Messdaten und zum Schluss der maßgebenden bauphysikalischen Kenndaten für die gewählten fünf Platten zeigt die folgende Tabelle:
Die gemessenen Temperaturverläufe auf der bestrahlten Seite, also bei 0 cm, werden in nachfolgender Abbildung 1 grafisch dargestellt:
Abb. 1 Temperaturveränderungen auf der direkt bestrahlten Oberfläche einer jeweils 4 cm Schicht Erläuterung: Die Oberflächentemperaturen auf der bestrahlten Seite differieren während der 10minütigen Bestrahlung sehr, hier sei besonders die hohe Temperatur der Mineralwolle erwähnt. Sie klingen dann aber nach weiteren 10 Minuten auf ein Temperaturniveau um die 30°C ab. Bedeutsam für die energetische Bewertung von Baustoffen werden die unterschiedlichen Temperaturen auf der Rückseite der 4 cm Schicht, dies zeigt die Abbildung 2:
Abb. 2 Temperaturveränderungen auf der Rückseite einer jeweils 4 cm Schicht Erläuterung: Hier zeigt sich deutlich, dass nach der Bestrahlungszeit von 10 Minuten die "Dämmstoffe" verheerende Temperaturen aufweisen, während Holz, Holzfaserplatte und der Ziegel, also die Speicherstoffe, kaum nennenswerte Temperaturerhöhungen zulassen. Während der Abklingzeit in den anschließenden 10 Minuten steigen bei den "Dämmstoffen" die Temperaturen zunächst kurz an, um dann wieder abzufallen. Die Temperaturen nach 20 Minuten sind aber immer noch höher als die der Speicherstoffe. Bei diesen erhöht sich nach der Bestrahlung sogar die Oberflächentemperatur, obgleich keine Strahlungsenergie mehr eingebracht wird. Speicherfähige und schwere Baustoffe bewirken also einen Verzögerungseffekt. Die eingestrahlte Energie wird im Baustoff eingelagert und gespeichert und dann später erst weitergegeben das Speichervermögen kommt zum Tragen. "Dämmstoffe" dagegen können keine Wärme speichern und reagieren prompt sie sind sehr empfindlich gegenüber Temperatur- und damit Wärmestromveränderungen. Diese empirisch ermittelten unterschiedlichen Temperaturveränderungen können mit den in der Tabelle ebenfalls angeführten bauphysikalischen Speicherdaten erläutert werden: Mineralwolle und Styropor haben hohe Temperaturleitfähigkeiten a, also schnelle Temperaturbewegungen, aber auch kleine Wärmeeindringkoeffizienten b, also eine geringe und schnelle Energieaufnahme. Dieser Nachteil der Dämmstoffe drückt sich auch im kaum vorhandenen Speichervermögen Qs aus. Die Speicherstoffe dagegen haben geringe Temperaturleitfähigkeiten a, also langsame Temperaturbewegungen, und hohe Wärmeeindringkoeffizienten b, also eine hohe und langsame Energieaufnahme, weil das Speichervermögen Qs wesentlich höher ist. Der Ziegel gleicht hier die etwas höhere Temperaturleitfähigkeit a durch einen sehr hohen Wärmeeindringkoeffizienten b und besonders hohes Speichervermögen Qs aus. Diese bauphysikalischen Speicherkennwerte sind für das Temperaturverhalten einer Außenkonstruktion somit bestimmend und äußerst wichtig. Diese positiven Eigenschaften der Speicherstoffe gegenüber Temperaturveränderungen können den U-Werten keineswegs entnommen werden. Im Gegenteil, die "guten" U-Werte der Dämmstoffe nutzen bei Temperaturveränderungen nichts, wenn keine Speicherfähigkeit vorhanden ist. Die "schlechten" U-Werte von Holz und besonders Ziegel dagegen reagieren auf Temperaturveränderungen hervorragend, weil eine genügende Speicherfähigkeit vorliegt. Fazit Da sich im Tagesrhythmus die Temperaturen in der Außenkonstruktion infolge der Solareinstrahlung ständig ändern, diese Temperaturen jedoch erst den Wärmestrom bestimmen, wird für die Beschreibung von Energieströmen die Temperaturleitfähigkeit in Verbindung mit der Speicherkapazität entscheidend und maßgebend. Holz, die Holzfaserplatte und der massive Ziegel bieten sich deshalb als geeignete Baustoffe an, die üblichen "Dämmstoffe" dagegen sind unbrauchbar. Es muss bei instationären Verhältnissen eigentlich ein "Temperaturdurchgangskoeffizient" und nicht der "Wärmedurchgangskoeffizient", der U-Wert, Verwendung finden; wesentlich ist nicht der Wärmeschutz, sondern der Temperaturschutz. In allen Energiebedarfsberechnungen gilt jedoch nur der U-Wert, der eben nur bei eingependelten, festen Temperaturen (eine Utopie) anwendbar ist. Außerdem wird dieser imaginäre Wärmestrom auch noch durch die Lufttemperaturdifferenz zwischen Innen und Außen bestimmt. Maßgebend für den Wärmedurchlass im Bauteil ist jedoch ausschließlich die Oberflächentemperaturdifferenz zwischen Innen und Außen und diese ist wesentlich geringer als die Lufttemperaturdifferenz. Zur Definition des U-Wertes steht deshalb in [3]: "Der Wärmedurchgangskoeffizient U (k-Wert) bezeichnet die Wärmemenge in Joule, die in einer Sekunde durch 1 m² eines Bauteils im stationären Temperaturzustand hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen den beiderseits angrenzenden Medien (z. B. Luft) 1 Kelvin beträgt". Der U-Wert entpuppt sich damit als Fata Morgana [12], [14]. Analoge Überlegungen zur Temperaturstabilität Nun bestehen Außenkonstruktionen selbstverständlich nicht aus 4 cm Schichten, aber allein schon dieser durchgeführte Test zeigt, wie wichtig das Speichern für das Temperaturverhalten eines Baustoffes ist. Die Speicherfähigkeit ist für die Stabilität des Raumklimas bedeutsam und darf schon aus diesem Grunde nicht vernachlässigt werden. Das Maß hierfür ist das Temperatur-Amplituden-Verhältnis (TAV) oder der Kehrwert, die Temperatur-Amplituden-Dämpfung (TAD). Speicherfähiges Material dämpft die außenseitigen Oberflächentemperaturschwankungen auf der Innenoberseite, deshalb sollte wegen der Behaglichkeit das TAV den Wert 0,15 nicht übersteigen. Für bauübliche Abmessungen zeigt die Abbildung 3 dieses so wichtige Beurteilungskriterium:
Abb. 3 Temperatur-Amplituden-Verhältnis homogener Wände aus verschiedenen Stoffen, abhängig von der Wanddicke [8]. Es werden folgende Baustoffe gewählt: Holz: l = 0,13 W/mK, r = 600 kg/m³; Gasbeton: l = 0,16 W/mK, r = 500 kg/m³; Leichtbeton: l = 0,50 W/mK, r =1200 kg/m³; Beton: l = 2,10 W/mK, ñ = 2400 kg/m³; Wärmedämmstoff: l = 0,04 W/mK, r = 30 kg/m³. Erläuterung: Je nach Baustoff ergeben sich recht unterschiedliche Ergebnisse. Ein TAV von 0,1 (20 K Oberflächentemperaturschwankung außen wird innen mit 2 K Oberflächentemperaturschwankung wirksam) werden etwa durch 20 cm Holz, 36,5 cm Leicht- und Gasbeton (auch durch massive Ziegel) und etwa 50 cm Schwerbeton erzielt. Wärmedämmstoff dagegen muss bei Abmessungen von etwa 12 bis 16 cm (dies sind bereits effizienzlose und damit unwirtschaftliche Dämmstoffdicken) mit Temperatur-Amplituden-Verhältnissen von 0,8 bis 0,9 belegt werden (eine Oberflächentemperaturschwankung außen von 20 K wird innen mit 16 bis 18 K Oberflächentemperaturschwankung wirksam). Reine Leichtkonstruktionen aus Dämmstoff bedingen deshalb ein "Barackenklima". Interessant ist, dass Beton und Wärmedämmstoff im TAV gar nicht allzu weit auseinander liegen. Die beiden Extrembaustoffe für Speicherung (Beton) und Dämmung (Wärmedämmstoff) können also bei ähnlichen Dicken ihre jeweiligen Schwachstellen in etwa kompensieren. Beton erfüllt die TAV-Anforderung schon mit 50 cm, eine durchaus mögliche Konstruktion. Dämmstoff dagegen muss nun noch mehr Dicke aufbringen, um annehmbare TAV-Werte zu erzielen dies aber ist konstruktiv nicht umsetzbar und außerdem wirtschaftlich völlig unakzeptabel [14]. Auch Haferland hat bereits auf die Bedeutung einer Temperatur-Amplituden-Dämpfung hingewiesen und zeigt in [9] die folgende Abbildung 4.
Abb. 4 Temperatur-Amplituden-Dämpfung und Temperatur-Amplituden-Verhältnis unterschiedlicher Baustoffe. Erläuterung: Auch hier wird "Schaumkunststoff" an unterster Stelle ausgewiesen, noch unterhalb des Betons. Der Porenziegel erreicht annehmbare und gute Werte, doch das Nadelholz zeigt seine ganze Stärke: Vollholzkonstruktionen sind hervorragend. Außerdem werden noch aus [15] die TAV-Werte für Vollholzwände übernommen, die sogar noch günstiger als die Haferland-Angaben sind. Insofern verwundert es dann auch nicht, dass das für ein angenehmes Raumklima so entscheidende Maß des Temperatur-Amplituden-Verhältnisses von den Herstellern von Fertighäuser in Leichtbauweise bagatellisiert und für überflüssig gehalten wird. So steht unter der Überschrift "TAV nicht mehr aktuell" in [18]: "Das Temperatur-Amplituden-Verhältnis der Außenwände wird nicht mehr als wichtigste Größe für den sommerlichen Wärmeschutz angesehen" und weiter heißt es dort: "Im Verlauf der Diskussion entwickelte sich eine Prioritätenfolge, die derzeit folgendermaßen dargestellt werden kann: 1. Energiedurchlässigkeit und Fläche der
transparenten Außenbauteile. Hier zeigt sich das ganze Dilemma "moderner" Bauentwicklungen. Bewährtes Erfahrungswissen wird nicht mehr als solches angesehen, es wird einfach wegdiskutiert. Die Sonne wird nur beim Fenster akzeptiert, die speicherfähige Außenwand wird ignoriert. Der Energieeintrag über die Fenster führt zu Überheizungen hierfür braucht man dann nur "speicherfähige Innenbauteile". Um die Leichtwand zu retten, wird einfach das Temperatur-Amplituden-Verhältnis abgeschafft. Es wird die Parole ausgegeben, das TAV sei nicht mehr wichtig und alle haben willig und gehorsam zu folgen, schließlich würde in der DIN 4108, wie in [3] zu lesen ist, der Nachweis des TAV auch nicht gefordert. So einfach ist das beim globalisierten Geschäft mit dem Kunden. Nur leider ist der Kunde dabei der Dumme. Auch hier zeigt sich klar, dass Holz und massive Baustoffe wie der Ziegel hervorragend geeignet sind, klimatisch stabile Innenraumverhältnisse zu schaffen. Aus diesem Grunde ist die "zukunftsweisende" Bauweise mit viel Dämmstoff sehr kritisch zu sehen. Immerhin werden in [17] für Leichtkonstruktionen recht ungünstige TAV-Werte ausgewiesen. Auf die Problematik des kapillaren Feuchtetransportes bei Schichtkonstruktionen wird besonders hingewiesen [14]. Immerhin wird dieser sehr behindert, wenn nicht sogar unterbrochen, was dann zu Durchfeuchtungen der Wände und damit zu Schimmelpilzbildungen führt. Schimmelpilzseminare haben Hochkonjunktur. Schlussbemerkung Im Interesse bestimmter Industriezweige wird "moderne" Bauphysik je nach Bedarf diskutiert und umformuliert. Nicht Erkenntnisse bestimmen die (deshalb pseudo) wissenschaftlichen Aussagen, sondern Kooperationsbekenntnisse zur Industrie und all dies geht zu Lasten des Kunden. Dem wird dann durch Werbekampagnen klar gemacht, dass dies ja alles letzter Stand der Technik und deshalb erstrebenswert sei außerdem diene es der Umwelt. Aber gerade das Umweltargument ist nur ein Scheinargument, es wird arg missbraucht [13]. Die Medien veranstalten wahre Täuschungsorgien. Als "Behaglichkeits-Ausgleich" beim Barackenklima wird nun empfohlen (oder verordnet), auftretende Missstände beim Raumklima durch eine aufwendige und kostenintensive technische Gebäudeausrüstung zu "bereinigen". Wieder geht alles zu Lasten des Kunden. Es werden, wie immer, nicht die Ursachen beseitigt, sondern lediglich die Symptome bekämpft. Da sich die Speicherfähigkeit einer Außenwand besonders günstig auf die Behaglichkeitskriterien im Innenraum auswirkt, wäre es leichter und billiger, für die Außenkonstruktion eben speicherfähiges Material zur Dämpfung und Pufferung der unliebsamen Temperatureinflüsse im Sommer vorzusehen. Im Winter aber kann durch speicherfähiges Material die kostenlose Sonnenenergie "geerntet" werden, so dass sich dadurch erhebliche Energieeinsparungen ergeben. Auch wenn dagegen polemisiert wird [6], es hat sich gezeigt, dass auf das Speichervermögen einer Außenkonstruktion nicht verzichtet werden kann eben auch in energetischer Hinsicht [12], [14]. Die energetische Beurteilung einer Außenkonstruktion nur auf den U-Wert zu beschränken, ist deshalb völlig unzureichend und irreführend, da die Voraussetzung für die Gültigkeit, nämlich der Beharrungszustand, nie vorliegt. Diese Beschränkung des U-Wertes wird auch in [10] bestätigt. Dort steht: "Folgendes ist vorauszuschicken: der k-Wert (jetzt U-Wert) eines Bauteils beschreibt dessen Wärmeverlust unter stationären, d. h. zeitlich unveränderlichen Randbedingungen. Die Wärmespeicherfähigkeit und somit die Masse des Bauteils geht nicht in den k-Wert ein. Außerdem beschreibt der k-Wert nur die Wärmeverluste infolge einer Temperaturdifferenz zwischen der Raum- und der Außenluft. Die auch während der Heizperiode auf Außenbauteile auftreffende Sonneneinstrahlung bleibt unberücksichtigt". Es ist recht bemerkenswert, dass Hauser, selbst ein Protagonist des U-Wert-Dogmas, einmal etwas derartig Fundamentales festgestellt hat. Wenn Leute nur das, was sie einmal gesagt haben, nicht wieder vergessen würden, wäre im Disput um den Gebäudewärmeschutz und die Behaglichkeit schon vieles gewonnen. Insofern ist es dann schon recht merkwürdig, wenn Hauser drei Jahre später in [11] versucht, die Allgemeingültigkeit des U-Wertes durch eine "Literaturstudie" zu retten, indem er die vielfältige Verwendung des U-Wertes auflistet. Damit aber wird nur dokumentiert, wer alles mit dem U-Wert hantierte und selbst dem Irrtum unterlag, dieser sei zur Bestimmung der Transmissionswärmeverluste brauchbar. Keinesfalls jedoch wird damit die Gültigkeit und Richtigkeit des U-Wertes bewiesen. Die zitierten Literaturstellen in [11] zeigen, wer alles an "Experten" hier irrte und immer noch irrt [14]. Der U-Wert wird somit von offizieller Seite nicht zur Disposition gestellt. Dies aber ist gerade jetzt besonders verantwortungslos, weil mit der EnEV [5] vor allem die speicherfähige Altbausubstanz durch U-Wert-Verbesseung "energetisch saniert" werden soll. Damit aber werden nur die Bauschäden zunehmen die Schwierigkeiten bei Wärmedämmverbundsystemen werden gerade jetzt offenkundig. Mit dem "Lichtenfelser Experiment" werden die bauphysikalischen Zusammenhänge einer erstrebenswerten Außenkonstruktion wieder in Erinnerung gerufen. Dies ist wichtig, denn die etablierte Bauphysikszene ist weit davon entfernt, davon überhaupt Kenntnis zu nehmen. Sie ist in heller Aufregung und polemisiert in Ermangelung stichhaltiger Gegenargumente in gewohnter Weise. Beleidigungen und Diffamierungen ersetzen jedoch keine Argumente. Die Dämmstoff-Industrie hat die Order ausgegeben, das Lichtenfelser Experiment "totzuschweigen". Eine Informationssperre aber löst keine bautechnischen Probleme. Umfassende Aufklärung ist notwendig, um hier die Spreu vom Weizen zu trennen, [16], [19]. Unabhängige Fachleute sind bemüht, hier den Nebel von Fehl- und Falschinformationen zu lichten, unter anderem auch die AGH, der Arbeitskreis Gesundes Haus [1]. Abraham Lincoln hat gesagt: "Man kann einige Leute die ganze Zeit, und alle einige Zeit zum Narren machen, nicht aber alle die ganze Zeit". Allerdings wurde Lincoln 1865 in seiner Theaterloge erschossen, wie so mancher amerikanische Präsident später auch. Literatur [1] AGH: Arbeitskreis Gesundes Haus. Zusammenschluss von unabhängigen Wissenschaftlern, Architekten, Fachingenieuren und Sachverständigen (Böttiger, Eisenschink, Fischer, Gagelmann, Gerlich, Köneke, Kühnel, Meier, Thüne); u. a. Petition zur EnEV an den Bundestag vom März 2001 Aktenzeichen: Pet 1-14-12-232-031592 (siehe auch Internet-Adressen). [2] Cords-Parchim, W.: Technische Bauhygiene. Teubner Verlag Leipzig 1953. [3] Cziesielski, E.; Daniels, K.; Trümper, H.: Ruhrgas Handbuch - Haustechnische Planung. Hrsg. Ruhrgas AG, Karl Krämer Verlag Stuttgart 1985. [4] Eichler, F; Arndt, H.: Bautechnischer Wärme- und Feuchtigkeitsschutz. 2. Auflage, VEB Verlag für Bauwesen Berlin 1989. [5] Energieeinsparverordnung EnEV. "Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden" Februar 2002. [6] Feist, W.: Ist Wärmespeichern wichtiger als Wärmedämmen ? Institut für Wohnen und Umwelt GmbH Darmstadt, Mai 1987. [7] Fischer, K.; Köneke, R.; Lipfert, F.; Meier, C.; Parsiegla, H.: Temperaturmessung Dämmstoffe im Vergleich. Bautenschutz + Bausanierung 2001, H. 8, S. 9. [8] Gösele, K.; Schüle, W.: Schall, Wärme, Feuchte. Bauverlag Wiesbaden Berlin 1985. [9] Haferland, F.: Forschungsbericht aus "Wirtschaftlich Bauen", Sonderheft 9, Bauverlag Wiesbaden; in Hebel Handbuch für den Wohnbau 1986. [10] Hauser, G.: Der k-Wert im Kreuzfeuer - ist der Wärmedurchgangskoeffizient ein Maß für Transmissionswärmeverluste? Bauphysik 1981, H. 1, S. 3. [11] Hauser, G.: Einfluss des Wärmedurchgangskoeffizienten und der Wärmespeicherfähigkeit von Bauteilen auf den Heizenergieverbrauch von Gebäuden. Literaturstudie. Bauphysik 1984, H. 5, S. 180 und H. 6, S. 207. [12] Meier, C.: Praxis-Ratgeber zur Denkmalpflege Nr.7, Januar 1999. Altbau und Wärmeschutz - 13 Fragen und Antworten. Informationsschriften der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Marksburg - 56338 Braubach. [13] Meier, C.: Die Mär von der Klimakatastrophe. Bausubstanz 2001, H. 5, S. 59. [14] Meier, C. Richtig bauen Bauphysik im Widerstreit Probleme und Lösungen. Renningen-Malmsheim: expert verlag 2001, 248 Seiten. [15] Nürnberger, W.: Vollholzbauweise. Informationsdienst Holz e.V. Düsseldorf, November 1985. [16] Postman, N.: Die zweite Aufklärung. Berlin Verlag 1999. [17] Schulze, H.: Außenwände und Dächer. Informationsdienst Holz e.V. Düsseldorf, März. 1977. [18] Spethmann, H. J.: Sommerlicher Wärmeschutz. BMF Rundschau, Bauen mit Fertigteilen Nr. 26, 1976, S.17. [19] Wertheimer, J.; Zima, P. V.: Strategien der Verdummung. Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft. Becksche Reihe 1423, Verlag C. H. Beck, München, 3. Auflage 2001. Weitere Texte sind auch bei folgenden Internet Adressen zu finden: a) Hintergrundinformationen und Veröffentlichungen:
http://ClausMeier.tripod.com |
01.2003 Dabei ging er auch auf die Veröffentlichungen [1] und [2] ein, die in der Fachwelt hohe Wellen schlugen. Die etablierte Bauphysik-Szene war entrüstet, die verarbeitende Dämmindustrie schockiert, man widersprach. Hier die wichtigsten Aussagen aus [1] und [2]:
Durch den Gertis-Beitrag, als Skript auf der Veranstaltung verteilt, wurden diese in [1] und [2] dargelegten Fakten nun eindrucksvoll untermauert. Das in [1] veröffentlichte Diagramm, das die auf der Rückseite einer 4 cm dicken Probe gemessenen Anfangstemperaturen und die nach 10 Minuten erreichten Oberflächentemperaturen geradlinig verbindet, wird zwar einmal beanstandet (die beiden Messpunkte "Start" und "10 Minuten" werden durch eine Gerade verbunden, also Linearität unterstellt - was einen weiteren Fehler darstellt), doch zum anderen auch als richtig angesehen. Hierzu heißt es dann: In diesem winzigen Zeitfenster ergeben sich in der Tat die linearisierten Gradienten. Die Messung selbst dürfte deshalb im Rahmen der sonstigen Messgenauigkeit sogar richtig sein. Es wird also die Richtigkeit der Versuchsergebnisse bestätigt. Anmerkung: Diese gegensätzlichen Aussagen zeugen von Oberflächlichkeit im Denken. Die beste Bestätigung der in [1] und [2] gemachten Aussagen liefert jedoch das im Skript enthaltene Bild 13, das deutlich erkennen lässt: Maßgebend für die unterschiedlichen Temperaturverläufe in den verschiedenen Materialien ist die Zeit. Hier wird dann zwischen stationär (nach langer Zeit) und instationär (unmittelbar nach Einwirken der Temperaturveränderung) unterschieden: a) Stationär: Hierzu heißt es im Text: Erst nach längerer Zeit wird asymptotisch ein horizontaler Endverlauf, d. h. der stationäre Endzustand erreicht. Der stationäre Endwert der Kurven ist von der Wärmeleitfähigkeit, also vom Dämmwert, abhängig. Nun interessiert jedoch nicht der Wärmestrom, der sich nach langer Zeit (im Bild 13 sogar mit der Zeit unendlich angegeben) ergibt, wenn also im Bauteil der Beharrungszustand, d. h. die gleichmäßige Temperaturverteilung mit konstantem Wärmestrom, vorliegt, sondern die bei Temperaturveränderungen unmittelbar auftretenden thermischen Reaktionen. b) Instationär: Für die Zeit vor dem stationären Bereich muss vom instationären Zustand ausgegangen werden. Hierzu heißt es im Text: Der übrige nichtlineare Kurvenverlauf hängt nicht von der Wärmeleitfähigkeit l, sondern von der Temperaturleitfähigkeit a = l/cr ab. Dies ist der entscheidende Satz. Im 24 Stunden-Zeitrahmen wird nie die "Temperaturkonstanz", der stationäre Zustand erreicht. In Realität liegt stets der instationäre Zustand vor und hier gilt dann die Temperaturleitfähigkeit a, wie von Gertis selbst angegeben, aber auch das Speichervermögen Qs und der Wärmeeindringkoeffizient b. Zusammenfassend heißt es dann im Text: Der instationäre Aufheizvorgang ist von der Temperaturleitfähigkeit geprägt, der stationäre Endzustand hingegen von der Wärmeleitfähigkeit. Das bedeutet im Klartext: Alle Berechnungen nur mit der Wärmeleitfähigkeit gelten lediglich für den Endzustand, der aus Zeitgründen aber nie eintritt. Das Ziel des Lichtenfelser Experimentes war es, die unmittelbaren thermischen Reaktionen unterschiedlicher Materialien bei Aufheizvorgängen (Temperaturveränderungen) festzustellen. Dies war wichtig, denn die erzielten Ergebnisse zerstören die weit verbreitete Vorstellung, bei energetischen Fragestellungen sei nur eine gute Dämmung anzustreben. Nein, die Speicherfähigkeit ist wesentlicher Bestandteil eines klimagerechten Hauses, das den großen Temperaturveränderungen Widerstand entgegensetzen muss. Nicht der stationäre Zustand nach langer Zeit, sondern der instationäre Zustand sofort nach Einwirken einer Temperaturveränderung ist entscheidend. Aber gerade dies wird im Text von Gertis moniert, dort heißt es: Wie schon erläutert, stationäre Zustände am Ende von Aufheizvorgängen zu fixieren, war nicht die Aufgabe - das Rechnen im Beharrungszustand ist ein alter Hut. Da es sich in Realität infolge der Sonneneinstrahlung stets um Aufheiz- und dann nachts um Abkühlvorgänge im instationären Bereich handelt, interessiert der stationärer Zustand nicht. Der Fehler war offensichtlich der, diese Fragestellung überhaupt zu bearbeiten, da die ermittelten Ergebnisse die üblichen rechnerischen Verfahrengänge in der Bauphysik ad absurdum führen. Dieser Gertis`sche Beitrag bestätigt in eindrucksvoller Weise die Fragwürdigkeit der Positionen, die die "offizielle Bauphysik" vertritt - Beharrungszustand ist eine Fiktion. Die Formeln in der DIN 4108, die ja den Beharrungszustand voraussetzen, sind demzufolge hinfällig, sie sind nicht brauchbar. Es handelt sich um Phantomrechnungen. Was ist daraus abzuleiten? Ist es nun pure Hilflosigkeit oder bereits das langsame Zurücknehmen fehlerhafter Positionen in der offiziellen Bauphysik? Oder ist es vielleicht die nach außen hin demonstrierte tolerante Haltung in Veranstaltungen, die dem Negativ-Image einer doktrinären Haltung entgegenwirken soll, wobei dann letztendlich doch alles beim Alten bleibt Zugeständnisse werden ja als Niederlage empfunden. Dies würde dann die Grundeinstellung der offiziellen Bauphysik bekräftigen: Wir wissen zwar, dass wir vieles falsch machen aber wir bleiben dabei. Wie dem auch sei, die Auseinandersetzung wird spannend und interessant werden. |
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Die Informationspolitik zum Baugeschehen läßt sehr zu wünschen übrig. Fehldeutungen, Irrtümer, Täuschungen und Verschleierungen - alles wird herangezogen, um die Bauleute stets auf falschem Kurs zu halten - zum Leidwesen der Bauenden, zum Nutzen bestimmter Industriezweige
In den Fachmedien erscheinen im Rahmen der Ein- und Durchführung des EnEV zum Thema Wärmeschutz und Energieeinsparung immer wieder Veröffentlichungen, die weitgehend im Propagandastil Irreführungen und Falschmeldungen zum Inhalt haben. Zur Einstimmung auf die Konsequenzen dieser Praxis wird das Strafgesetzbuch zitiert [61]:
§ 263 Betrug (1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar. § 263a
Computerbetrug (1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorganges durch unrichtige Gestaltung des Programms, durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflußt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) § 263 Absatz 2 bis 5 gilt entsprechend. Als Autoren des Artikels Moderne
Ansätze für das energiesparende Bauen statt alter Behauptungen erschienen im Bundesbaublatt 2001, H. 8, S. 22 zeichnen Prof. Hauser, Kassel und BOR Hegner BMVBW, Berlin. Viele beanstandungswürdigen Passagen in diesem Artikel werden wie folgt kommentiert: 1. Moderne
Ansätze 2. Alte
Behauptungen 3. Der
Anteil der Raumwärme sei 34% des gesamten Endenergieverbrauches der BRD
Die Haushalte lagen damals bei einem Energieverbrauch von
etwa 2.000 PJ. Es wird hier mit gezinkten Karten gespielt, denn durch die auf eine kleine
Basis bezogene Prozentangabe wird der Kunde gewaltig getäuscht. Wird die Raumwärme von
2.000 PJ nicht auf den Endenergieverbrauch, sondern auf den
Gesamtenergieverbrauch bezogen, so werden aus den hier vorliegenden 26% weniger als 11%.
Interessant ist auch die Tatsache, dass die Verluste
der Umformung über das Dreifache der Raumwärme ausmachen. 4. Der CO2-Ausstoß
sei gegenüber 1990 bis 2005 um 25% zu senken 5. Energieeffizientes
Bauen sei auch Daseinsvorsorge 6. Das
Gesetz verpflichte die Bundesregierung, Verordnungen zu erlassen 7. Energieeinsparungsmaßnahmen müssen ausreichend
wirtschaftlich sein 8. Die Wirtschaftlichkeit sei durch Gutachter geprüft 9. Moderate Amortisationszeiten seien gewährleistet 10. Die Berechnungsverfahren
stützen sich auf den U-Wert 11. Komplexe dynamische
Simulationsverfahren bestätigen den U-Wert 12. Seit 25 Jahren gibt es
Kritiker dieses Verfahrens, die aber bisher jeden Beweis schuldig geblieben sind 13. Zur Kritik wurde umfangreich
Stellung bezogen 14. Die Differenz der Raum- und
Außenlufttemperaturen prägen den Energieverbrauch 15. Die Unterschiede zwischen
leichter und schwerer Bauart seien vernachlässigbar gering 16. Die Speichermassen der
Innenbauteile spielen primär eine Rolle 17. Internationale Normung
stützt sich auf den U-Wert 18. Die Berechnungsverfahren sind
in DIN EN ISO 6946 wiedergegeben 19. Es bestehe gute
Übereinstimmung zwischen Meß- und Rechenwerten 20. Auf
Untersuchungen des Instituts Wohnen und Umwelt Darmstadt wird hingewiesen 21. Verbrauchsdifferenzen mit dem
Faktor 2 bis 9 sind festgestellt worden 22. Für die energetische
Bewertung von Gebäuden ist das Nutzerverhalten nicht dominant. 23. Gut gedämmte Gebäude
können schlechtes Nutzerverhalten besser kompensieren 24. Meßergebnisse widerlegen die
Kritik an Wärmedämmverbundsystemen, sie würden absaufen 25. Es würde behauptet werden,
dass gedämmte Konstruktionen den Energieeintrag durch Strahlung behindern 26. Simulationsprogramme würden
langwellige Strahlungsvorgänge gut erfassen 27. Die Globalstrahlung sei an
strahlungsreichen Orten nur 40 W/m² 28. Strahlungseintrag ist nicht
nur bei WDVS, sondern auch bei opaken Bauteilen behindert. 29. DIN V 4108-6 verbietet nicht
die Berechnung von Strahlungsgewinnen 30. Gleiche
Wärmedurchgangskoeffizienten führen zu ähnlichen Energieverbräuchen 31. Bau- und Montagefugen
entstehen durch unzureichend ausgeführte Details 32. Luftwechselrate mit und ohne
Luftdichtheitsnachweis 33. Option für
Luftdichtheitsprüfung und Lüftungsanlage 34. Feuchtigkeitsgeregelte
Außenwand durch Luftdurchlaßelemente 35. Unkenntnis der
Wärmetransportvorgänge wird durch alte Thesen nicht geringer 36. Rechenmethoden basieren auf
Erkenntnissen, die zu harmonisierten Normen führten 37. Dem Planer wird ein
leistungsstarkes Instrumentarium zur Verfügung gestellt 38. Der berechnete
Heizenergiebedarf ermöglicht Energiepässe 39. Der Verbraucher kann sich ein
klares Bild von der energetischen Qualität machen 40. Der Verbraucher fordert eine
genaue Vorhersage des Energieverbrauchs Die gesamte EnEV ist auf Sand gebaut. Zur Verschleierung wird Rabulistik groß geschrieben und ein Feuerwerk von herostratischem Unfug geliefert, der derart umfangreich ist, dass all dieses Durcheinander nur mit einem Programm zu bewältigen ist, ein Programm, das nur ungenaue und falsche Ergebnisse liefert und natürlich gekauft werden kann und muß. Die EnEV steckt voller Fehler, die sich auch in den vielen angeführten DIN-Normen wiederfinden. Sie ist ein Gebilde äußerster Drittklassigkeit auch dies verdeutlicht den Wissensstand der Verfasser. Es ist erstaunlich, wie durch Gleichschaltung des Denkens und geistigen Terror ein solches wirres Konstrukt entstehen kann. Jeder integre Ingenieur kann darüber nur den Kopf schütteln ein prägnantes Beispiel des wieder sehr aktuell werdenden Märchens Des Kaisers neue Kleider! Hubert Markl, Präsident der Max Planck Gesellschaft und ehemals auch Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, stellt für die Wissenschaft Thesen auf [41]: 1. Wissenschaft ist eine Tätigkeit, die nachprüfbare Erkenntnisse über die Wirklichkeit hervorbringt. 2. Gegenüber bloßer Meinung oder dem Glauben aus Hörensagen muß sich eine Behauptung von wissenschaftlichem Anspruch dadurch auszeichnen, dass sie sich erstens überprüfen läßt und dass sie zweitens solch kritischen Überprüfungen standhält. 3. Herzhaft geäußerte Überzeugung, auch Hinweis auf bedeutende Meister, die sie teilen, oder auf überlieferte Lehrtexte (und sei es deren 23. Auflage) mag eine Feststellung bedenkenswert, auch, je nach dem, wer sie macht, vertrauenswürdig machen, mehr aber nicht. Bekenntnis begründet in der Wissenschaft keine Erkenntnis. 4. Die intellektuelle Respektlosigkeit in der Wissenschaft, zu der wir unsere Studenten erziehen müssen, ist der alleinige Garant dafür, dass Fehler ausgemerzt, Betrug durchschaut, Schlampigkeit korrigiert werden können. 5. Die Wissenschaft ist ein durch und durch selbstbezüglich verbundener Gemeinbesitz der ganzen Menschheit und daher auch für jeden einzelnen zu schwierig; zu schwierig auch, sie durch herostratischen Unfug zu gefährden. Diese Thesen scheinen für die angewandte Bauphysik zweitrangig zu sein, denn die verkündeten wissenschaftlichen Grundlagen des Bauens stimmen nicht mehr. Die Bauphysik versteht es, das Rad der Wissenschaft wieder zurück zu drehen. Desinformation und die damit verbundene Desorientierung führen zu falschen Vorstellungen, wie humanes Bauen eigentlich auszusehen hat. Bautechnische Irrungen und Wirrungen, Fehldeutungen und Manipulationen bestimmen die Inhalte. Das Bauen betritt damit Irrwege, die Bauphysik befindet sich in der Sackgasse. Mit der These der Pluralität der Meinungen nistet sich überall Lug und Trug ein. Die Baconsche Aufforderung zur Verwirklichung nützlicher Wissenschaft wird konsequent in eigenem Sinne umgesetzt von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Administration. DIN mischt kräftig mit. Die einen sind naiv und unwissend genug, dass sie das, was sie da von sich geben, selbst glauben, die anderen sind raffiniert und trickreich genug, bei diesem Treiben zur Genüge abzuschöpfen und dabei treuherzig den Biedermann zu mimen [12], [13], [57], [59], [60]. Die reale Welt des Seins wird ersetzt durch die virtuelle Welt des Scheins. Die BauphysikWissenschaft baut eine pseudowissenschaftliche Märchenwelt auf, die gläubig akzeptiert werden soll. Eloquente Rhetorik vernebelt die Wirklichkeit, Gehirnwäsche ist das Zauberwort. Das (manipulierte) Geschäft steht im Vordergrund. Die Tyrannei der Meinungsbildung nimmt immer schlimmere Formen an. Nicht Wissen, sondern ideologisch/pragmatische Bekenntnisse sind gefragt. Es werden Glaubenssätze verbreitet analog der Scholastik im Mittelalter. Mit Wissenschaft hat dies alles nichts zu tun. Werden Aussagen widerlegt, erfährt der Kritisierende Beleidigungen und Schmähungen, zumindest aber ignorante Verachtung. Kritiker und Abweichler werden sondiert, sortiert, selektiert, isoliert. Die Wissenden und Sachkompetenten aber werden eliminiert sie stören nur die Geschäfte. Hubert Markl sagte in einem Vortrag auf der EXPO deshalb nicht ohne Grund [42]: Lügen und Betrug seien integrale Bestandteile des Forschens. Es gilt, sich wieder dem Wissen zuzuwenden und Aufklärung zu betreiben[56] Literatur: [1] AGH: Arbeitskreis
Gesundes Haus. Zusammenschluß von unabhängigen Wissenschaftlern, Architekten,
Fachingenieuren und Sachverständigen (Böttiger, Eisenschink, Fischer, Gagelmann,
Gerlich, Köneke, Kühnel, Meier, Thüne). Petition zur EnEV an den Bundestag vom März
2001 Aktenzeichen: Pet 1-14-12-232-031592). |
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Die Speicherung wird in der offiziellen Bauphysik konsequent negiert. Die Forschungsarbeit IBP-Bericht REB-4/1996 "Einfluß der Absorption von
Sonnenstrahlung auf die Transmissionswärmeverluste von Außenwänden aus
Ziegelmauerwerk" vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik Stuttgart, als Auftraggeber
fungiert die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V. Bonn, enthält insofern Aussagen, die an
Widersinn kaum zu überbieten sind. Kurz zusammengefaßt wird folgendes zentrales Ergebnis
präsentiert:
* gegenüber der Südeinstrahlung von 90 W/m² tritt im Norden nur eine Einstrahlung von 30 W/m² auf. Diesen drei Zeilen können folgende "Forschungs-Erkenntnisse" entnommen werden:
Etwas Absurderes und Abstruseres als dies ist bis jetzt noch nicht verbreitet worden.
Diese Fakten beweisen die Fragwürdigkeit der gesamten Forschungsarbeit in eindrucksvoller
Weise. Ein solches pseudowissenschaftliches Machwerk sollte am besten schleunigst aus dem
Verkehr gezogen werden. Diese Forschungsarbeit wurde mir zugeschickt. Bezeichnend ist jedoch nun der Briefwechsel, der sich aus dieser pseudowissenschaftlich untermauerten Falschinformation ergab. Der Absender erhielt im Oktober 1997 eine Stellungnahme, aus der im folgenden Auszüge wiedergegeben werden: Vielen Dank für die Übersendung der "Gierga-Unterlagen". Die Durchsicht fordert entschiedene Kritik dieser Aktion heraus, denn hier wird "Betrug am Kunden" verübt. Durch die mir von Ihnen zugeschickten Unterlagen ([1]: Stuttgarter Arbeit, [2]: Empa-Arbeit, [3] Gertis-Arbeit 4/1996, [4]: Gertis-Arbeit 5/1996) kann ich etwas über die neueste "Schurkerei" der Gertis-Crew berichten. Hier mein Kurzkommentar dazu: AMz-Bericht 5/97 - "Solarabsorption auf Außenwänden und Reduktion der Transmissionswärmeverluste" Der "Gertis-Mann" Gierga verbreitet Thesen, die zwar das Thema "Solarabsorption" behandeln, dies jedoch in sehr selektiver und sogar manipulativer Art und Weise. Entscheidende und wichtige Teile der "Forschungsarbeiten" werden von Herrn Gierga verschwiegen, weil sie die Absurdität der vorgelegten "Ergebnisse" dokumentieren würden. Mit suggestiven Mitteln versucht er, die Solarabsorption von Außenwänden klein zu halten.
Zu [1]: Die Ergebnisse können aus folgenden Gründen vergessen werden:
Zu [2]:
Durch konstruktive Angleichungen der beiden gewählten Konstruktionen werden dann auch annähernd gleiche Meßdaten erzielt. Folgende Merkmale sind hier zu nennen:
Durch manipulative konstruktive Festlegungen wird also ein "rechnerisches und empirisches" Ergebnis erzielt, das etwa so interpretiert werden kann: "Monolithische Wände haben gegenüber Dämmschichtkonstruktionen infolge Solarstrahlung kaum einen Vorteil. Genau dies aber stimmt nicht, zumal schwere Wände den Unterschied noch vergrößern würden. Zu [3]:
Es ist bedauerlich und zu verurteilen, dass sich die "Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V." vor den Karren spannen läßt (Troja mit dem Trojanischen Pferd läßt grüßen) "Schade". Können Sie einen Protest des Ziegelverbandes organisieren, der diesen "organisierten Betrug" am Kunden, an der Bautechnik und am bewährten Ziegel offenlegt. Diesen Brief können Sie argumentativ verwenden. Wenn Sie meine Mithilfe benötigen, melden Sie sich bitte. Mit freundlichen Grüßen
"Vorab möchte ich Sie darauf hinweisen, die im Zusammenhang mit dem Amz-Bericht 5/97 gemachte Äußerung "Betrug am Kunden zu verüben" zu unterlassen. Diese und weitere im Schreiben ausgesprochene Entgleisungen kann ich nach sorgfältigem Studium Ihrer Analysen nur Ihrer bis ins fortgeschrittene Alter aufgestauten Verbitterung über die von Ihnen attestierte Ignoranz bestimmter Thermodynamiker und Physiker natürlich auch Ihrer Erfolglosigkeit hinsichtlich der Revolutionierung der Physik der solarbeaufschlagten Ziegelwand zuschreiben". "Ein Aufruf zur Meuterei erscheint mir daher unnötig, ja geradezu unredlich, versuchen Sie doch über Jahre hinweg verunsicherte Ziegeler mit bis heute nicht belegten Systemeigenschaften ihrer Produkte zu verwirren. Ich halte Sie daher für einen schlechten Ratgeber, die Art und Weise Ihres Agitierens schadet der Ziegelindustrie" Darauf wurde noch im November 1997ein entsprechendes Schreiben an Herrn Gierga, Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband Ziegelindustrie e. V in Bonn, verfaßt. Sehr geehrter Herr Gierga, Ihre Reaktion auf meine Kurzanalyse der von Ihnen für Ihren AMz-Bericht 5/97 benutzten Forschungsarbeiten ist verständlich, jedoch äußerst unbefriedigend, da Sie keine meiner Aussagen widerlegt haben. Stattdessen wählen Sie den üblichen Ton, der immer dann zu registrieren ist, wenn es gilt, nachgewiesene Ungereimtheiten und Fehler, auf die man aufmerksam gemacht wird, zu bagatellisieren bzw. zu verwischen. Sie glauben dabei, sich mit Ihrer Unlogik hinter Fourier verstecken zu können; auch dies ist einer Ihrer Irrtümer. Bei Ihrer gewollten oder erzwungenen beengten wissenschaftlichen Sichtweise werden Sie sicher kein Verständnis dafür aufbringen, dass ich mich durch Ihren Antwortbrief in meinem Urteil bestätigt fühle, es handle sich hierbei um Betrug am Kunden und es stellt sich dabei automatisch die Frage, wie der Verbraucher vor solchen Manipulationen geschützt werden kann. Zur Erinnerung zitiere ich aus dem StGB den § 263 Betrug: Ihre sophistischen Auslegungen im Brief bezeugen lediglich Ihre selektive und einseitige Denkweise, die sich permanent den gewünschten und gewollten Aussagen anpaßt. Das energetische System Gebäude hört doch nicht an der Tapete, sondern am Außenputz einer Außenwand auf; wenn Sie dies beherzigen würden, könnten Sie vielleicht auch die Frage beantworten, wo die Energie, die vom Innenraum und wo die absorbierte Energie der Solarstrahlung, die von außen in die Außenwand hineingeleitet wird, bleibt. Die Verunsicherung der Ziegler geschieht nicht dadurch, dass man auf jahrelange Erfahrung und früher Erlerntes hinweist, sondern indem man versucht, bisherige Denk- und Handlungsweisen mit pseudowissenschaftlichem Getue aus den Köpfen der Bauleute zu verdrängen. Mein Beitrag besteht darin, dass ich die Fehler, die dabei notgedrungenerweise gemacht werden müssen, benenne. Hier verweise ich auf meinen Brief mit den Analysen der zitierten Forschungsarbeiten; und nach Karl Raimund Popper muß halt widerlegt werden. Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr Professor Dr. Meier! Ich nehme Bezug auf den mit Herrn Dipl.-Ing. Gierga geführten Briefwechsel. Diesen werden weder Herr Gierga noch ein anderer Mitarbeiter unseres mit Ihnen fortsetzen. Aufs Schärfte weise ich Ihren Vorwurf zurück, es werde Betrug am Kunden geübt. Im Wiederholungsfalle sehe ich mich gehalten, gegen solcherlei Anschuldigungen vorzugehen. Hochachtungsvoll gez. Hahn Mein Antwortbrief vom 07. 10. 2001 an Herrn Hahn lautet wie folgt: Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Hahn, da Sie mir in Ihrem Schreiben mitteilen, dass keiner in Ihrem Hause den Briefwechsel fortsetzen werde, kann ich davon ausgehen, dass Sie diesen Brief lesen werden. In Ihrer Eigenschaft als Hauptgeschäftsführer und damit Hauptverantwortlicher des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie sehen Sie offensichtlich nur die Möglichkeit, auf meine Aussagen in der von Ihnen gewählten Form zu reagieren. Die überzeugenden Sachargumente kommen allerdings von meiner Seite, ansonsten hätte Herr Gierga stichhaltige Gegenargumente schon längst vorgebracht. Nach Karl Raimund Popper heißt die allgemeingültige Devise aber "widerlegen" und nicht "widersprechen". Sie als oberster Chef entscheiden sich bedauerlicherweise für den Abbruch des Dialogs - schade. Ein Außenstehender weiß allerdings diese Art einer Reaktion sehr wohl einzuordnen. Wegen der unterschiedlichen inhaltlichen Wertung der von der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel initiierten Aktion verweise ich auf meinen Brief vom 23.11.1997 an Herrn Gierga und auf meine Stellungnahme zu den zitierten Forschungsarbeiten. Als Rechtsanwalt mögen Sie sich vielleicht weniger für die fachliche Seite interessieren, für Sie sind Rechtspositionen wichtiger - das ist verständlich. Nur muß man dabei bedenken, dass Rechtspositionen eben auch aus Fachpositionen resultieren, so dass dieser Aspekt selbst bei der juristischen Würdigung eines Sachverhaltes nicht unbeachtet bleiben kann. Mein bereits in anderer Sache am 18.03.97 an Sie gerichtetes Schreiben verdeutlicht meine Position; damals ist schon angesprochen worden, was heute Gegenstand der Erörterung ist: "Dämmen und/oder Speichern". Meine Reaktion auf den AMz-Rundbrief von Herrn Gierga kommt also nicht unvorbereitet. Auch im Zuge der "Novellierung der Wärmeschutzverordnung" haben wir Mitte 1993 miteinander telefoniert und ich schickte Ihnen per Fax die neuen km-Kurven der WSchVO 1995. Über den fachlichen Inhalt und die damit verbundenen inhaltlichen Konsequenzen waren Sie damals sehr überrascht - und bestürzt. Insofern gehe ich nach wie vor davon aus, dass Fakten die Situation bestimmen sollten. Ich gebe Ihnen zur sachlichen Beurteilung der Ergebnisse "wissenschaftlicher"
Forschungsarbeiten der von Herrn Gierga angeführten Quellen nur drei Zeilen aus einer
Tabelle der einen Arbeit zur Kenntnis:
Diesen drei Zeilen können folgende "Erkenntnisse" entnommen werden:
Diese Fakten, die ebenfalls Bestandteil der von Herrn Gierga zitierten Forschungsarbeiten sind, beweisen die Fragwürdigkeit der gesamten Forschungsarbeit in eindrucksvoller Weise, werden aber in den verschickten Unterlagen nicht erwähnt (Selektion der Information). Es ist Ihr Problem, wie Sie Ihren Mitgliedern, die ja durch Sie vertreten werden und die auch sicher Geldbeträge zu diesen Forschungsarbeiten beigesteuert haben, diesen Unsinn klarmachen und begründen wollen. Ein solches pseudowissenschaftliches Machwerk sollte am besten schleunigst aus dem Verkehr gezogen werden. Generell kann gesagt werden, dass die mit dieser Aktion verbreiteten Solargewinne viel zu gering sind; praktische Erfahrungen bestätigen dies. Es bleibt Ihrem Interpretationsspielraum überlassen, wie Sie diese eindeutigen Fakten bewerten und die dadurch hervorgerufene energetische Benachteiligung einer schweren Wand vielleicht nun sogar als "Sieg für die Ziegelindustrie" umdeuten. Die vor Jahren wegen der Gefahr einer Nichterfüllung der WSchVO 1995 von Ihrem Hause am Problem vorbei (nämlich bei kleinen A/V Verhältnissen) geführten Verhandlungen mit dem Bundesbauministerien zwecks Änderung der wärmetechnischen Anforderungen wurden ja auch in den Fachmedien z.T. als "Rettung des Ziegels" interpretiert. Es ist zu vermuten, dass die betroffene Ziegelindustrie bei Kenntnis dieser Umstände Ihr Tun und Handeln auch nicht gerade gutheißen wird. Trotz Ihres Briefes gehe ich davon aus, dass meine Korrespondenz mit dem Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie im Interesse sachlicher Klärungen weiterhin fortgesetzt wird. Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr Prof Dr. Meier! Für Ihr Schreiben vom 08. Dezember bedanke ich mich. Da auch ich mich wie alle Mitarbeiter in unserem Haus für die fachliche Seite des Themas Energieeinsparung bei Gebäuden interessiere, werden wir Ihr Schreiben selbstverständlich bei unseren Überlegungen zu berücksichtigen wissen. Mit freundlichen Grüßen gez. Hahn Dann geschah wieder nichts allerdings verließ Rechtsanwalt Hahn den Bundesverband und ging, dem Vernehmen nach, zu einer Brauerei. Seinen Posten nahm Herr Martin Roth ein. In seiner Ära gab es dann noch ein Nachspiel. Da Herr Gierga auch Mitglied des Normenausschusses DIN 4108 NABau ist, wird im Erwiderungstext zur Stellungnahme des Ausschusses (siehe "Der Irrtum der DIN 4108 Wärmeschutz") dieser vorliegende Briefwechsel mit Herrn Gierga, dem Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschft Mauerziegel, erwähnt. Der angesprochene "Betrug am Kunden" führte zu einem Brief vom 26. Januar 2000 des inzwischen neu berufenen Hauptgeschäftsführers, Herrn Roth, aus dem auszugsweise zitiert wird: "Mit Verwunderung und Verärgerung haben wir Ihre Aussagen innerhalb Ihrer Erwiderung zur Stellungnahme des NABau-Arbeitsausschusses auf der Internetseite des Herrn Konrad Fischer gelesen". Weiter heißt es da: "Es geht dabei nicht um irgendwelche fachliche Diskussionen im bauphysikalischen Bereich. Dies sind Dinge, die im wissenschaftlichen Disput geklärt werden sollen, wobei es zumindest verwunderlich ist, wenn ein Diskussionsbeteiligter, der offensichtlich eine Mindermeinung vertritt, im Besitz der allein selig machenden Wahrheit zu sein scheint. Festzustellen ist, dass Sie mit Ihren wörtlich getätigten Aussagen: " (es folgen zwei Passagen aus meiner Erwiderung vom 28. 12. 1999)" dem Technischen Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel, Herrn Dipl.-Ing. Michael Gierga, eine strafbare Handlung unterstellen, die offensichtlich und eindeutig nicht vorliegt" und weiter: "Durch diese falsche Beschuldigung haben Sie den Tatbestand des § 186 StGB der üblen Nachrede, möglicherweise sogar den des § 187 StGB (Verleumdung) begangen. Wir werden sollten sie die Vorwürfe nicht in geeigneter Form binnen einer Woche öffentlich zurücknehmen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Sie erheben. Um diese Folge zu vermeiden, müßten Sie bis dahin die Aussage im Internet entfernt haben und eine Gegendarstellung veranlassen. Darüber hinaus müssen wir Sie auffordern, uns gegenüber schriftlich zu erklären, dass Sie es zukünftig unterlassen, Ihre oben wörtlich zitierten Aussagen zu wiederholen. Sollte uns eine entsprechende Erklärung nicht bis spätestens 4. Februar 2000 erreicht haben, werden wir zivilrechtlich gegen Sie vorgehen. Mit freundlichen Grüßen gez. Roth
Sehr geehrter Herr Roth, mit Überraschung entnehme ich Ihrem Brief, es gehe bei dem bautechnischen Disput nicht um irgendwelche fachlichen Diskussionen im bauphysikalischen Bereich. Ja, worum soll es denn dann gehen? In der Praxis kann es sich doch wohl nur um fachliche Diskussionen handeln und vieles wäre einfacher, wenn man hier dem bestehenden und auch notwendigen Handlungsbedarf Rechnung tragen würde. Jeder muß dabei die Gelegenheit haben, seine Argumente zu präsentieren. Meine Arbeitsweise ist die Deduktion also die Mathematik, die keinen Spielraum für Meinungen läßt. Aussagen sind deshalb nicht beliebig austauschbar. Mit der verantwortlichen Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie sind Sie erst nach dem Ausscheiden des Herrn Peter Hahn betraut worden. Insofern werde ich Ihnen zu Ihrer Information einen Briefwechsel zur Kenntnis bringen, den ich in gleicher Sache mit Ihrem Vorgänger bereits vor zwei Jahren geführt habe (drei Briefe). Nach vorangeganger Korrespondenz mit Herrn Gierga (Briefe vom 19. November und 23. 11. 1997) wurde gegenüber Herrn RA Hahn der Sachverhalt in meinem Brief vom 8. 12. 1997 verdeutlicht. Die Fakten liegen also unmißverständlich auf dem Tisch. Es sei in diesem Zusammenhang vielleicht hilfreich, dass am Rande der Einspruchsverhandlung zur DIN 4108, Teil 3, am 14. Januar 2000 in Köln Herr Prof. Kießl sich sehr verwundert zeigte über ein wissenschaftliches Ergebnis, das die unbesonnte Nordwand energetisch günstiger ausweist als eine besonnte Südwand. Auf Grund langjähriger Erfahrungen im Bausektor stehe ich aus Überzeugung dem Material "Ziegel" positiv gegenüber. Somit ergaben sich aus der Einsicht für ein sinnvolles und behagliches Bauen schon seit Anfang der 80er Jahre mit der Ziegelindustrie vielseitige Briefkontakte und auch eine Reihe von Vorträgen. Mit den Herren Schmitt, Peters und Krahl vom Bundesverband korrespondierte ich häufig und war dabei immer ein konstruktiver Dialogpartner. So ist es allzu natürlich, dass ich mit Verwunderung und großem Entsetzen die in den letzten Jahren forcierte Entwicklung des schweren Ziegels zu einem Dämmstoff verfolgen konnte. Diese Fragwürdigkeiten in der Entwicklung eines Baustoffes werden sehr markant durch die immer häufiger auftretenden Bauschäden von "porosierten Ziegeln" charakterisiert und damit negativ belastet. Dieser Trend zur Leichtbauweise entspricht auch nicht unserem Klima. Dieser Komplex und die daraus zu ziehenden Konsequenzen wurden in dem neuen "Jahrbuch für Architekten und Ingenieure 2000, Mauerwerksbau aktuell" im Werner Verlag unter dem Titel "Speicherung im Massivbau" behandelt. Es würde sich wirklich lohnen, wenn Sie sich zu einem klärenden Gespräch, das ich hiermit vorschlage, bereit finden würden. Viele Mißverständnisse könnten im Interesse des Ziegels, aber auch im Interesse der Bewohner, beseitigt werden. Als Architekt, der die dämm- und speicherfähige Außenwand aus vielen Gründen für notwendig erachtet, würde ich es sehr bedauern, wenn bei dem so wichtigen Thema der Behausung nun über sachbezogene Themen des Gebäudewärmeschutzes kein Konsens mit dem Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie hergestellt werden könnte. Mit freundlichen Grüßen Anlagen: Brief vom 2. Dezember 1997, Auf mein Antwortschreiben vom 29. 01. 2000 erfolgte bis jetzt keine Reaktion. Kommentar überflüssig. Geändert hat sich nichts. Die Ziegelindustrie marschiert unbeirrt in Richtung "Dämmstoffhaus", indem versucht wird, aus dem speicherfähigen Massivziegel durch Porosierung ein Dämmstoff zu machen. Das "Ober-Management" der Ziegelindustrie verfolgt konsequent das Ziel, die Schichtkonstruktion auch beim Ziegel durchzusetzen verständlich wird dies nur dadurch, dass dort etablierte Dämmfanatiker den Sirenenklängen der "Gertis-Crew" offenbar Glauben schenken und damit einen recht großen Einfluß ausüben. Dem Kunden allerdings wird mit den "Dämmstoffbuden" nicht geholfen. Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier |
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Am 18. und 19.03.1999 fand in Loccum die XXVI.
Fortbildungstagung unter dem Motto Die Wahrheiten,
die wir am wenigsten gern hören, Mit diesen paar Hinweisen wird bereits die dialektische Polarität unterschiedlichen Denkens und Handelns deutlich: Auf der einen Seite das Ideal als vorgegebenes, hehres Ziel und dem gegenüber die reale, harte Wirklichkeit, in der allzu oft der Mißbrauch dominiert. Sachlichkeit wird nur vorgetäuscht, auch hier sei Karl Steinbuch zitiert: "Aber mancher Sprachgebrauch der letzten Jahre ist nur als Mittel gewollter babylonischer Sprachverwirrung zu verstehen - wobei diese Verwirrung häufig zur Tarnung sehr bewußter Zwecke dient". Mißbrauch scheint auf Handelnde in der Tat eine faszinierende Macht auszuüben. Mißbrauch versinnbildlicht ja auf der einen Seite die narzißhaft wirkende Kraft der Verführung und Verblendung als Ausdruck eigener überquellender Geistestaten; auf der anderen Seite versinnbildlicht Mißbrauch aber auch die erfolgversprechende Genugtuung über die suggestiv wirkende Kraft der Täuschung und Verdummung von Zielgruppen durch Verschleierung der Sachzusammenhänge. Beide Aspekte werden offensichtlich als Geistesleistung hoch geschätzt und genießen deshalb eine magische Anziehung. Erfolgsorientierte Motive scheinen entscheidender Motor für derartige Aktivitäten zu sein. Beides operiert mit mißgedeuteten Begriffen, mit fehlerhaften Argumenten, beides ist verwerflich. Die Logik ist als Regelsystem für das Denken entwickelt worden, genauer, die Formen
und Methoden des richtigen Denkens werden geklärt. Nicht was gedacht werden soll,
sondern wie gedacht werden soll ist Gegenstand der Logik. Wie muß man denkend
fortschreiten, um zu richtigen Ergebnissen zu gelangen? Die Bestandteile der klassischen
logischen Elementarlehre sind seit Aristoteles der Begriff, das Urteil und der
Schluß. Unser verstandesmäßiges Denken vollzieht sich in Begriffen. Wie gewinnen wir
klare, für das wissenschaftliche Denken brauchbare Begriffe? Nur durch Definition.
Logisches Denken fordert also eine klare Definition der Begriffe. Karl Steinbuch
sagt hierzu: "Das rationale Wissen von unserer Welt kann man sich als ein
zusammenhängendes Erklärungsgitter aus Begriffen und ihren Relationen vorstellen, das
sich der Erfahrung immer besser anpaßt". Ökologie, die Umwelt und die Nachhaltigkeit prägen heutiges Denken und Handeln in starkem Maße. Diese Begriffe jedoch werden in zunehmendem Maße, bewußt oder unbewußt, mißverstanden und damit auch mißbräuchlich benutzt. Wenn es gilt, Aktivitäten, auch dubiose, durchzusetzen, werden immer Argumente des Umweltschutzes und der Ökologie als Begründung und Rechtfertigung mit herangezogen, wobei oft nachgewiesen werden kann, dass gerade diese vorgebrachten Argumente einer Entlastung, Schonung und Bewahrung der Umwelt nicht zutreffen. Auch koordinierte Aktionen von Wirtschaft, Wissenschaft und Administration, die in einträchtiger Symbiose bestimmte Vorstellungen zu realisieren versuchen, entpuppen sich bei eingehender Analyse oft als mißbräuchliche Verwendung von zwar gutgemeinten, aber mißverstandenen Argumenten; die Folge einer Begriffsverwirrung. Die Behauptung triumphiert, der Beweis bleibt aus, Richtigkeit wird nur vorgetäuscht. Ein typisches Beispiel für solch ein unlauteres Geflecht ist der Gebäudewärmeschutz, der das Bauen zu dominieren scheint. Karl Steinbuch weist auf folgendes hin: "Die meisten politischen Entscheidungen - besonders demokratisch legitimierte Entscheidungen - beruhen auf intuitiven Urteilen und sind deshalb häufig falsch". Es kann hier verallgemeinernd festgestellt werden, dass fast jede offizielle Aussage auf diesem Gebiet unzutreffend ist - natürlich nur aus der Sicht des Verbrauchers, des Kunden und vielleicht sogar der Umwelt. Für die Geschäftsentwicklung von Wirtschaft und Industrie läuft dagegen alles vortrefflich. Die Bemühungen und finanziellen Aufwendungen für Werbung und Marketing sind enorm, um diesen beabsichtigten Wachstumsschub auch vollziehen zu können, natürlich auch, wie man nicht zu erwähnen vergißt, aus Gründen der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Dabei schreckt man nicht zurück, auch Halbwahrheiten und selbst Unwahrheiten medienwirksam und höchst wirkungsvoll zu verbreiten. Wichtig für die Beurteilung von Argumenten wird also immer die Position sein, aus der man Begriffe zu sehen bereit ist. Nachhaltigkeit z.B. ist für den einen gegeben, für den anderen aber nicht; maßgebend sind also immer der Zweck und die definierten Ziele, die verfolgt werden. Der Mißbrauch feiert Triumphe. Es gibt genügend Beispiele, die für den interessierten Laien und selbst für Fachleute nur deshalb vielleicht überraschend erscheinen, weil Massensuggestion und Meinungsterror in Medien und Fachzeitschriften gezielte, jedoch falsche Vorstellungen über die naturgesetzlichen und logisch nachvollziehbaren Sachzusammenhänge verbreiten. Karl Steinbuch sieht folgende Gefahr: "Man übersieht aber leicht die viel schlimmere Entfremdung des Menschen von "seiner" Meinung, die tatsächlich nicht mehr seine Meinung ist, sondern von anderen professionell produziert wird". Hier sei an ein Wort von Bertrand Russell erinnert: Meinung ist eben nicht Wissen und im Gegensatz zum Wissen interpretationsfähig und vielseitig produzierbar, ganz abgesehen vom Glauben. Was wird nicht heute, auch in der rational orientierten Technik, alles geglaubt. Hier muß Kant erwähnt werden, der Wissen zur Grundlage vernünftigen Handelns macht. Dies sollten wir beherzigen. Es folgen einige Beispiele, die Meinung und sogar den Glauben als Wissen interpretieren. Dabei spielt oft mystisches Gedankengut, das zwar das Geheimnisvolle liebevoll verehrt, aber nicht rational durchleuchtet, eine bedeutende Rolle. Karl Steinbuch stellt dazu fest: "In unserer Zeit kommt erstaunlicherweise wieder die archaische Methode auf: die Behauptung, man sehe die Zukunft voraus und wisse, welches Verhalten für sie notwendig ist. Wenn man dieses oder jenes nicht tue - so beschwören uns manche Futurologen - träten katastrophale Folgen ein. Um dieses jedoch abzuwenden, müsse man einfach das tun, was sie vorgeben, es ginge ja um das Überleben schlechthin". Der Mißbrauch wird offenkundig.
Die große Bandbreite möglichen Mißbrauchs wird verdeutlicht. Heute dient alles den Vermarktungsinteressen. Diesem Zwecke dienend scheut man sich nicht, fehlerhafte Aussagen und falsche Schlußfolgerungen mißbräuchlich sogar als "neueste, wissenschaftliche Erkenntnisse" unters Fachvolk zu streuen. Von vertrauensvoller Wissenschaft kann dann kaum mehr die Rede sein, denn viele Wissenschaftler machen mit - und füllen ihr Konto. Begriffe wie Redlichkeit, Wahrhaftigkeit, Lauterkeit und Integrität scheinen aus dem Wortschatz vieler verschwunden zu sein. Vom Humboldtschen Bildungsideal kann man heute nur noch träumen. Das bedeutet doch aber nicht, dass es nicht erstrebenswert bleibt. Insofern gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen und Wahres von Unwahrem zu unterscheiden, Richtiges und Falsches zu erkennen. Eine rationale Analyse, Naturgesetze, die Logik und die Mathematik bilden die Grundlage. Aber dafür sind klare Begriffsdefinitionen vonnöten. Verallgemeinernd kann festgestellt werden, dass heutiges technisches Handeln oft mit recht zweifelhaften Begriffsauslegungen gerechtfertigt und demzufolge rational schwer nachvollziehbar wird. Mißbrauch wird als Rechtsmißbrauch auch strafrechtlich gewürdigt. Hier seien als Gedankenstütze aus dem BGB die Begriffe arglistige Täuschung (§ 123), Sittenwidrigkeit (§ 138), Treu und Glauben (§§ 157 und 242), Mißbrauchs- oder Schikaneverbot (§ 226) und Schadenersatz (§ 463) erwähnt. Das Strafgesetz kennt unter anderem die Üble Nachrede (§ 186), die Verleumdung (§ 187), den Betrug (§ 263) und den Computerbetrug (§ 263a). Dies alles sind Rechtsbegriffe, die immer dann zur Anwendung kommen sollten, wenn Mißbrauch vorliegt. Es heißt "kommen sollten", denn die meisten Delikte werden nicht geahndet. Dies läßt Rückschlüsse auf die Interpretationsbreite von Rechtsstaatlichkeit zu. Als Hilfestellung und Orientierung könnten die erwähnten Rechtsbegriffe durchaus mit herangezogen werden, vieles wäre dann klarer zu umgrenzen. Es ist immerhin erstaunlich, wie viele seriös erscheinende Leute doch strafwürdigen Geschäften nachgehen. So manche honorige Person sollte sich diese Paragraphen einmal verinnerlichen, um sein Denken und Handeln entsprechend einordnen zu können. Viele bewegen sich in multikriminellen Grauzonen, die Zeitungen sind voll davon. Natürlich besteht auch in einem solchen Falle immer die Gefahr, dass diese Rechtsbegriffe verwässert, neu interpretiert und damit ebenfalls mißbraucht werden. Heute im Übergang zum 21. Jh. gilt, leider muß dies festgestellt werden, die
Philosophie des Pragmatismus, eine Lehre, die in Amerika von James Ende des vorigen
Jahrhunderts begründet wurde. Seine pragmatische Handlungsanweisung heißt schlicht und
einfach: Mit einer solchen Auslegung kann ja so ziemlich alles behauptet und vollzogen, des Erfolges willen gerechtfertigt oder auch widerlegt werden, je nach Wunsch - und dies geschieht im Überfluß. Dabei genügt allein die Vorstellung, etwas Nützliches zu tun, was darunter auch zu verstehen ist. Die empirische "Drittmittelforschung" kann durchaus mit abstrusen und absurden Aussagen glänzen, zum Vorteil der Auftraggeber, zum Nachteil meist vieler anderer. Dies ist dann ein typischer Mißbrauch des forschenden Wissenschaftsbetriebes, der ohne Ethik zu verkommen droht. Karl Steinbuch stellt lapidar fest:" Die Pluralität der Meinungen in den Massenmedien schafft Rechtfertigung für fast alle Verrücktheiten unserer Zeit und vernachlässigt das "Normale", auf dessen Existenz unser Zusammenleben beruht". Die Situation ist verworren, es besteht jedoch jederzeit die Möglichkeit, dass vieles durchleuchtet und aufgeklärt werden kann. Was wir brauchen ist in der Tat wieder eine Neuauflage einer allumfassenden Aufklärung. Abraham Lincoln hat einmal gesagt: Es besteht also Hoffnung. Allerdings muß auch bedacht werden, dass Lincoln 1865
als Zu viele scheinen eben doch Machiavelli und, nicht zu vergessen, Münchhausen gelesen zu haben, denn Karl Steinbuch stellt unmißverständlich fest: Es ergibt sich zwangsläufig aus dem gegenwärtigen Umgang mit der Information, der - ähnlich dem Umgang der Alchimisten mit ihren Elixieren - mit Verstand und Verantwortung wenig, mit Unverstand, Täuschung und Betrug aber viel zu tun hat. Wir werden zugleich informiert, verwirrt und betrogen, wir sehen kaum mehr die Wirklichkeit, fast nur noch Kulissen und Spiegelbilder. Diese Kulissen und Spiegelbilder als mißbräuchliche Interpretation der Wirklichkeit infolge fehlender Begriffsklärungen gilt es zu enttarnen. Empfehlenswerte Literatur:
Das Grundgesetz enthält den Art. 5 [Meinungsfreiheit], der sträflich ignoriert und mißachtet wird. Folgende Publikationen, die sich auf deduktivem Wege der Wahrheit verpflichtet fühlten und dabei notgedrungen viele in der Praxis auftretende Fragwürdigkeiten behandelten, sind aus dem Verkehr gezogen worden:
1.2 Auszüge aus dem Strafgesetzbuch
1.3 DIN - Normen
Deutlicher kann DIN nicht beschrieben werden. DIN ist als ein Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft privatrechtlich organisiert - dies ist immer zu bedenken. In Hinweisen für den Anwender von DIN-Normen schreibt DIN selbst:
Was bedeutet dies? 1.4 Urteile des Bundesgerichtshofes BGH, Urteil vom 17.12.1996 BGB § 472 (Minderung), § 633 (Mangelbeseitigung), § 634 (Wandelung und Minderung nach Fristablauf). [IBR 1997, Privates Baurecht, S. 368] Ein Werk ist unabhängig davon, ob die anerkannten Regeln der Technik eingehalten sind,
fehlerhaft, wenn es nicht den Anforderungen des vertraglich vorausgesetzten Gebrauchs
entspricht.
BGH, Urteil vom 22.01.1998 BGB § 634 (Wandelung und Minderung nach Fristablauf), § 635 (Schadensersatz). Ein Mangel des Architektenwerks kann vorliegen, wenn übermäßiger Aufwand getrieben
wird. Sofern die Nutzflächen und Geschoßhöhen nicht den Vorgaben entsprächen, könne
die Planung mangelhaft sein. Das gleiche gelte, wenn bei der Wärmedämmung oder
der Dachkonstruktion überflüssiger Aufwand betrieben worden sei. Eine unwirtschaftliche
Planung könne auch dann mangelhaft sein, wenn sie sich im Rahmen der vorgegebenen Kosten
halte.
BGH, Urteil vom 14.05.1998 BGB § 633 (Mangelbeseitigung). [IBR 1998, Privates Baurecht, S. 376] Der BGH wendet sich gegen die DIN-Gläubigkeit vieler Baubeteiligten. Es kommt in erster Linie nicht auf die Einhaltung der DIN-Normen an; wichtig ist: (1) Welches Schalldämm-Maß haben die Parteien vereinbart? (2) Aus der bloßen Beachtung der DIN-Normen folgt noch nicht, dass damit auch die
anerkannten Regeln der Technik genügt ist.
BGH, Urteil vom 14.05 1998 BGB § 633 (Mangelbeseitigung). [IBR 1998, Privates Baurecht, S. 377]
Hier sei besonders auf die Beiträge "Der Irrtum der DIN 4108
Wärmeschutz" und "Der Skandal der DIN 4108 Feuchteschutz"
hingewiesen. Wenn in dieser Form über die Inhalte von DIN-Normen entschieden wird, dann
kann man nur davor warnen, DIN-Normen ernst zu nehmen. |
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Kehrt man von den geistigen Höhenflügen kulturphilosophischer Erörterungen zurück auf den harten Boden der Realität, dann ist beim Bauen von diesen hehren Zielen wenig zu spüren. Wissenschaft und Technik werden als die Leitwölfe des Fortschritts gesehen. Diese Parts des Bauens übernimmt zunehmend die Bauphysik. Werden bei diesen Aktivitäten aber nun auch die richtigen Weichen gestellt? Hubert Markl, Präsident der Max Planck Gesellschaft und ehemals auch Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, stellt hierfür Thesen auf:
Diese Thesen scheinen für die angewandte Bauphysik zweitrangig zu sein, denn die verkündeten wissenschaftlichen Grundlagen des Bauens stimmen nicht mehr. Die Bauphysik versteht es, das Rad der Wissenschaft wieder zurück zu drehen. Desinformation und die damit verbundene Desorientierung führen zu falschen Vorstellungen, wie humanes Bauen, wie Baukultur in situ eigentlich auszusehen hat. Bautechnische Irrungen und Wirrungen, Fehldeutungen und Manipulationen bestimmen die Inhalte. Klimakatastrophe Umweltschutz Humane Strahlung Thermografie Wärmeschutz Feuchteschutz Schallschutz Wirtschaftlichkeit DIN-Vorschriften Wärmeschutzverordnung Energieeinsparverordnung Juristische Würdigung Folgerungen Die reale Welt des Seins wird ersetzt durch die virtuelle Welt des Scheins. Wissenschaft baut eine pseudowissenschaftliche Märchenwelt auf, die gläubig akzeptiert werden soll. Eloquente Rhetorik vernebelt die Wirklichkeit. Das (manipulierte) Geschäft steht im Vordergrund. Die Tyrannei der Meinungsbildung nimmt immer schlimmere Formen an. Nicht Wissen, sondern ideologische Bekenntnisse sind gefragt. Werden Aussagen widerlegt, erfährt der Kritisierende Beleidigungen und Schmähungen, zumindest aber ignorante Verachtung. Kritiker und Abweichler werden sondiert, sortiert, selektiert, isoliert. Ausspruch eines Di-plomanden: Ich entschuldige mich für meine naive (Wahn-) Vorstellung, ich könne meine Professoren überzeugen. Für meine Diplomarbeit werde ich wohl oder übel entweder total umdisponieren oder lügen müssen. Dies bezeugt fehlende Einsicht. Es werden Glaubenssätze verbreitet analog der Scholastik im Mittelalter. Mit Wissenschaft hat dies alles nichts zu tun. Hubert Markl sagte in einem Vortrag auf der EXPO in Hannover: Lügen und Betrug seien integrale Bestandteile des Forschens. Wenn im Spiegel vom 23. Febr. 2001 zu lesen steht: Der akademische Anstand steht an vielen deutschen Unis nicht mehr sehr hoch im Kurs. Republikweit wird gelogen, betrogen, geschludert und getrickst, dann ist dies reale Wirklichkeit. Nicht umsonst sagt di Trochio in seinem Buch Der große Schwindel, Betrug und Fälschung in der Wissenschaft: ..., dass die enorme Ausdehnung der Wissenschaft zur Vorherrschaft mittelmäßiger Wissenschaftler über ihre hochgradig kreativen Kollegen führte". Dies hat natürlich Folgen. Auf Eliten ist kein Verlaß mehr. So heißt es bei Hubert Markl: Da Eliten gesellschaftliche Vorrechtsrollen sind, ziehen sie nicht nur Leistungsträger, sondern auch Schmarotzer an. Daher tut jede Gesellschaft gut daran, ständig zu überprüfen, ob die, die in bevorzugte Stellungen gekommen sind, dort wirklich und immer noch hingehören. In dieser Frage besteht wohlbegründeter Handlungsbedarf. Schlußbemerkung Dieses Durcheinander beim Bauen kann nur durch eine umfassende und rückhaltlose Aufklärung der technisch/wissenschaftlichen Zusammenhänge überwunden werden. Dabei ist jedoch ein Phänomen erkennbar: Offizielle Information wird zur Informationsschwemme, ja sogar zum Informationsmüll; dies klärt weniger auf, sondern verwirrt (beabsichtigt?). Postman zieht in seinem Buch: Die zweite Aufklärung den Schluß: Man sollte aus dem Geschäft mit der Information aussteigen und sich im Geschäft mit dem Wissen engagieren. Wer über Wissen verfügt, weiß, wie er Informationen einzuschätzen hat, ... und vor allem weiß er, wenn Informationen irrelevant sind". Naturgesetze und die Logik bilden für diese Beurteilung die Grundlagen. Das Internet kann hier helfen und ist eine dankbare Waffe. Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wann endlich kann sich das Bauen auf bewährte Grundlagen, auf schon lange herauskristallisiertes Erfahrungswissen stützen? Wann endlich wird die bautechnische Vergeßlichkeit überwunden? Gerade im praktischen Gebrauch zeigt sich, inwieweit die viel diskutierte Baukultur
gepflegt und praktiziert wird. Die bautechnische Entwicklung der letzten Jahrzehnte
allerdings läßt sich mit Kultur nicht vereinbaren. Der praktizierende Architekt steht
dem staunend und kopfschüttelnd gegenüber. Dieses Manuskript wurde am 10. Sept. 2001 an das Deutsche Architektenblatt geschickt. |
Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier Niedrigenergie- und Passivhäuser stehen im Kreuzfeuer. Beide Haustypen werden in höchsten Tönen gelobt und wie sauer Bier angeboten. Energie müsse eingespart werden lautet der Slogan und eine diesbezügliche Verordnung soll dieses zukunftsweisende Bauen administrativ durchsetzen. In unerträglichen Meinungskampagnen werden äußerst medienwirksam unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt:
Tradierte Bausubstanz wird mit diesen Parolen ausgetauscht und verändert. Ist das, was hier der Baubranche so wärmstens empfohlen wird, überhaupt alles notwendig und richtig? Lohnt sich dieser technische Aufwand oder wird hier mit gezinkten Karten nur das große Geschäft angekurbelt? [14], [16], [17]. Zustandsanalyse Das Bauen wird verbürokratisiert, parallel dazu schwillt das Richtlinien- und Verordnungswesen zu einer Informationsflut an, die quantitativ und damit auch qualitativ zum Informationsmüll degeneriert. Dubiose Entwicklungen sind zu verzeichnen, Bauphysik wird immer abwegiger, Bautechnik zur Farce. Diese Aussagen scheinen unglaubwürdig zu sein, doch bei näherer Analyse werden sie voll bestätigt. Der große Trugschluß besteht doch im Glauben, Meinung sei bereits Wissen. Weit gefehlt. Was die Medienlandschaft zu leisten imstande ist, beweist die teilweise sogar zum Meinungsterror ausufernde geistige Berieselung. All dies führt zu einem bautechnischen Trend, der mit Baukultur und Baugewissen nichts mehr gemein hat. Es sind Kräfte am Werk, die traditionelles Wissen zu unterminieren versuchen. Wie kann man sich diesem (auch moralischen) Strudel entziehen? Es muß ein gemeinsamer Nenner gefunden werden, der, wissenschaftlich abgesichert, die Basis für sachbezogene bautechnische Empfehlungen abgeben kann. Naturgesetze, die Mathematik und die Logik sind unverzichtbare Werkzeuge, um hier zügig voranzukommen. Welche Aussagen sind nun nachweisbar unbestritten?
Wahr oder falsch Grundsätzlich wäre aus wissenschaftstheoretischer Sicht folgendes zu sagen: Um der Wahrheit zu dienen, können nach Karl Raimund Popper nur die falschen Aussagen widerlegt werden, denn Di Trochio schreibt in [2]: "Karl Popper widerlegte die Überzeugung, es sei immer möglich, den Beweis zu erbringen, dass etwas wahr oder falsch ist. Popper zeigte, dass immer nur der Beweis dafür möglich ist, dass etwas falsch ist, während es sich nie letztgültig beweisen läßt, dass etwas wahr ist. Dies bedeutet, dass alle wissenschaftlichen Theorien, die wir für wahr halten, nicht deshalb als wahr betrachtet werden können, weil ihre Wahrheit wirklich bewiesen worden ist, sondern nur, weil es den Wissenschaftlern, die sie formuliert haben, gelungen ist, ihren Kollegen und uns glaubhaft zu machen, dass sie wahr seien. Normalerweise schließt das die Verwendung mehr oder weniger schwerwiegender Fälschungen und Tricks mit ein, die jedoch nicht als solche erkannt werden, oder wenn, dann erst nach langer Zeit". Die Zeit ist reif. Wenn es gelingt, kursierende Aussagen wissenschaftlich exakt zu widerlegen, so muß dieses Vorgehen im Interesse einer notwendigen Wahrheitsfindung akzeptiert werden. Alles andere führt am Thema vorbei. Meist liegen von offizieller Seite Argumentationsschwächen und -schwierigkeiten vor, so dass auf allgemeine, unverbindliche und nichtssagende Erklärungen und Erläuterungen ausgewichen wird, um den Sachverhalt eher zu vernebeln und zu verschleiern, als ihn zu klären. Die semantischen Verwerfungen nehmen in erheblichem Maße zu. Auch muß die Interessenlage des Argumentierenden berücksichtigt werden, die sich nicht immer mit den Interessen der Kunden, die die ganze Wahrheit erfahren wollen, decken muß. Eine solche Form der Information ist deshalb im Interesse der Seriosität wissenschaftlicher Aktivitäten abzulehnen. Wissenschaft ist kein Marktplatz. Gültigkeit des k-Wertes Abb. 1: Instationäre Temperaturverteilung von Feist (siehe [8], Abb. 3) Abb. 1: Instationäres Verhalten. Typisches Merkmal sind die in Richtung und Größe unterschiedlichen Wärmestromdichten (2), (3), (4). Die Wand wird von innen (2) und von außen (3) mit Energie aufgefüllt. In der Senke erfolgt keine Wärmebewegung (4). Stationäres Verhalten (Beharrungszustand) wird dagegen gekennzeichnet durch eine konstante Wärmestromdichte (1); dies ist dann der k-Wert. Quelle: [3] ergänzt. Die Fouriersche Wärmeleitungsgleichung gilt für instationäres Verhalten einer Außenwand (siehe Abbildung 1) und bildet den Ausgangspunkt bei der Ableitung des k-Wertes, der ja ständig und stetig für die Beschreibung der Transmissionswärmeverluste herangezogen wird [11]. Den stationären Zustand erhält man durch Nullsetzung der Fourierschen Gleichung; damit ist die Laplace-Gleichung (Potentialgleichung) geboren. Die einzelnen Summanden werden dadurch auch zu Null. Dies wären die Differenzen der Wärmestromdichten, die sonstigen Wärmequellen (wie z. B. die Solarstrahlung) und die Speicherfähigkeit der Konstruktion, die ja dann überflüssig wird. Stationäre Verhältnisse sind also mit überall konstanten Wärmestromdichten verknüpft, die ja auch die voraussetzende Annahme bei der Berechnung der Temperaturverteilung innerhalb einer Konstruktion bilden mit blamablen Auswirkungen auf den Tauwassernachweis nach DIN 4108. Hier ist also die Frage zu beantworten: Entspricht die Nullsetzung den realistischen Randbedingungen in der Natur? Da die Sonne existiert, lautet die klare Antwort: Nein. Damit aber gilt auch nicht der k-Wert. Die absorbierte Solarstrahlung gehört mit in die Bilanzierung der Transmissionswärmeverluste (siehe Abbildung 2). Dies ist die logische Konsequenz, sofern man in der etablierten Bauphysik überhaupt bereit ist, Logik als wissenschaftliches Argument zu akzeptieren [6], [8], [9], [13], [14]. Abb. 2: Instationäres Verhalten. (Bild 6 aus [19]) Abb. 2: Temperaturverteilung und Energiegewinn durch Solarstrahlung. Die absorbierte Solarenergie beträgt gegenüber dem Beharrungszustand 2188 Wh/m²d. Der Wärmeverlust über den k-Wert liegt bei 375 Wh/m²d. Fast die sechsfache Energie des stationären Wärmedurchgangs wird also kostenlos gewonnen. Quelle: [20] ergänzt. Es ist insofern immerhin recht bemerkenswert, dass Hauser, selbst ein Demagoge der k-Wert-Ideologie und Protagonist der stationären Superdämmungs-Leichtbauweise, einmal festgestellt hat [4]: "Folgendes ist vorauszuschicken: der k-Wert eines Bauteils beschreibt dessen Wärmeverlust unter stationären, d. h. zeitlich unveränderlichen Randbedingungen. Die Wärmespeicherfähigkeit und somit die Masse des Bauteils geht nicht in den k-Wert ein. Außerdem beschreibt der k-Wert nur die Wärmeverluste infolge einer Temperaturdifferenz zwischen der Raum- und der Außenluft. Die auch während der Heizperiode auf Außenbauteile auftreffende Sonneneinstrahlung bleibt unberücksichtigt". Eine bessere Bestätigung kann man sich nicht wünschen. Wenn Leute das einmal Gesagte aus opportunen Gründen nicht ständig wieder vergessen würden, wäre im Disput um den Gebäudewärmeschutz schon vieles gewonnen. Es ergibt sich die Frage: Müssen wir uns diese Scharlatanerie mit dem k-Wert noch länger gefallen lassen? Die Antwort heißt: Nein. Technik der Strahlung Das Plancksche Strahlungsgesetz und das daraus abgeleitete Gesetz von Stefan und Boltzmann verlangt zur Bestimmung der Strahlungsenergie allein nur die absolute Temperatur. Die Strahlungsgesetze zur Beschreibung der elektromagnetischen Strahlung sind ausschließlich Bestandteil der Quantenmechanik. Im Gegensatz dazu muß die Thermodynamik gesehen werden, die allein nur durch Temperaturdifferenzen funktioniert. Insoweit dürfen methodisch die Wärmeleitung und die Konvektion nicht mit der Wärmestrahlung vermischt werden. Dies aber geschieht in der Heiztechnik und auch in den DIN-Vorschriften. Somit sind die gemeinsamen Berechnungsgrundlagen eine Krücke, die einfach zu irregulären Ergebnissen führen muß. Zu viele Widersprüche treten nachweisbar auf [7]. Hier lautet die Frage: Muß nicht grundsätzlich das rechnerische Vorgehen bei der Behandlung einer Strahlungsheizung (Temperaturstrahler) im Interesse der Nutzer (physiologische Vorteile) und der großen Energieeinsparung (niedrige Raumlufttemperaturen) neu durchdacht werden? Die klare Antwort ist:: Ja. Die Energieeinsparungen durch reduzierte Raumlufttemperaturen und Luftwechselraten zeigt die Tabelle.
Tabelle: Absolute (DqL in kWh/m²a) und relative (%) Minderungen des Lüftungswärmebedarfs bei Reduzierung der Lufttemperatur und der Luftwechselrate. Durch eine Strahlungsheizung kann die Lufttemperatur wesentlich gesenkt werden. In Verbindung mit einer reduzierten Luftwechselrate ergeben sich damit ansehnliche Energieeinsparungen, sowohl absolut als auch relativ. Glas und die elektromagnetische Strahlung Abb. 3: Neu gezeichnete Abbildung Abb. 3: Elektromagnetische Strahlung und die spektrale Durchlässigkeit von Fensterglas. Die Zuordnung der Wellenlänge l wird erkennbar: Die kurzwellige Solarstrahlung zwischen 0,2 und 2 µm, das Licht zwischen 0,38 und 0,78 µm und die Wärmestrahlung eines Temperaturstrahlers (0 bis 150 °C) zwischen ca. 2,5 und 40 µm. Eine Strahlungsheizung in einem Zimmer wirkt als Hohlraumstrahler (rechte Skala), entspricht also der Versuchsanordnung bei Max Planck, als er die Strahlungsgesetze formulierte. Ein Naturgesetz der elektromagnetischen Strahlung besagt, dass ein Temperaturstrahler normales Fensterglas nicht durchdringt (siehe Abbildung 3). In [1] steht folgender Satz: Wichtig ist die Tatsache, dass Glas für Wellenlängen unterhalb 0,3 µm und oberhalb etwa 2,7 µm praktisch völlig undurchlässig ist. Ultraviolette Strahlung wird nicht hineingelassen (kein Bräunen hinter einer Glasscheibe) und langwelliges Infrarot (Temperaturstrahlung) nicht herausgelassen. Das Fenster erzeugt den Treibhauseffekt: Wenn Sonnenstrahlung in einen Raum eindringt und von den Raumflächen absorbiert wird, kann die daraus resultierende Wärmestrahlung nicht mehr hinaus. Dies bedeutet, dass das k-Wert-Denken auch beim Fenster neu durchdacht werden muß. Doppel- und Dreifachscheiben, Edelgasfüllungen und metallische Beschichtungen zur Reduzierung der Transmissionswärmeverluste (Thermodynamik) sind überhaupt nicht notwendig, wenn als Gebäudeheizung Temperaturstrahler verwendet werden, da die Energie (Kaminfeuer, Kachelofen, temperierte Wand, Strahlplatte) im Raum verbleibt (Quantenmechanik). Außerdem kann die Raumlufttemperatur wesentlich gesenkt werden die Energieeinsparung ist demzufolge eine gewaltige (siehe Tabelle). Die Konzentration auf die Minimierung der kF-Werte ist insofern ein völlig einseitiges Vorgehen. Hier drängt sich folgende Frage auf: Muß nicht die Strahlungsheizung aus grundsätzlichen physiologischen und ökologischen Erwägungen heraus gegenüber der Konvektionsheizung favorisiert werden? Die klare Antwort heißt: Ja. Weitreichende Konsequenzen Gehört das bisher Gesagte erst einmal zum festen Repertoire der Wissenschafts-, Industrie- und Politikergemeinde (wann wird das geschehen?), dann ergeben sich daraus weitreichende Konsequenzen, die schleunigst eingeleitet werden müssen:
Was also bleibt von der ganzen Rechnerei übrig? Nur Schrott. Aufgrund des bisher Gesagten wird, um sich realistischen Verhältnissen wieder zu nähern, ein durchaus umfangreiches Umdenken notwendig. Grundlagenarbeit ist gefragt, sie wird aber nicht geleistet die tonangebende Industrie ist nicht daran interessiert. Sie erwartet vielmehr von der Wissenschaft im Rahmen der Drittmittelforschung die Bestätigung ihrer auf Gewinnmaximierung abgestimmten Aktivitäten. Deshalb müssen endlich von integren und seriösen Forschungseinrichtungen die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden, der Kunde, der Verbraucher hat ein Recht darauf. Weitere Informationen zum Thema Gebäudewärmeschutz sind in [5] und zum strahlungsstarken Heizen in [19] zu erhalten. |
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Literatur: [1] Cziesielski, E.; Daniels, K.; Trümper, H.: Ruhrgas Handbuch - Haustechnische Planung. Hrsg. Ruhrgas AG, Karl Krämer Verlag Stuttgart 1985. [2] Di Trocchio, F.: Der große Schwindel, Betrug und Fälschung in der Wissenschaft. Campus Verlag Frankfurt/Main New York, 1995. [3] Feist, W.: Ist Wärmespeichern wichtiger als Wärmedämmen ? Institut für Wohnen und Umwelt GmbH, Darmstadt, Mai 1987. [4] Hauser, G.: Der k-Wert im Kreuzfeuer - Ist der Wärmedurchgangskoeffizient ein Maß für Transmissionswärmeverluste? Bauphysik 1981, H. 1, S. 3. [5] Internet bei "Aktuelles": http://www.konrad-fischer-info.de [6] Meier, C.: Dämmen oder Speichern? Ist eine nachträgliche Wärmedämmung von Außenwänden erforderlich? k-Wert Berechnung ist falsch. bausubstanz 1999, H. 1, S. 40. [7] Meier, C.: Humane Wärme. Strahlungswärme als energiesparende Heiztechnik. [8] Meier, C.: Gut gespeichert ist auch gedämmt. deutsche bauzeitung 1999, H. 5, S. 138. [9] Meier, C.: Entwickelt der Wärmeschutz sich zum Phantom. Deutsches Ingenieurblatt 1999, H. 5, S. 16. [10] Meier, C.: Wirtschaftlichkeit von Energiesparkonstruktionen. DBZ 1999, H. 6. S. 99. [11] Meier, C.: Richtig oder falsch. Ist der k-Wert als Maß für den Energieverbrauch gültig? bausubstanz 1999, H. 7-8, S. 46. [12] Meier, C.: Ein Anschlag auf die Baukultur. Kritik am Entwurf der DIN 4108, Teil 2. bausubstanz 1999, H. 9, S. 42. [13] Meier, C.: Speicherung im Massivbau. Mauerwerksbau aktuell 2000, Jahrbuch für Architekten und Ingenieure. Beuth Verlag Berlin/Wien/Zürich, Werner Verlag Düsseldorf. [14] Meier, C.: Praxis-Ratgeber zur Denkmalpflege Nr.7, Januar 1999. Altbau und Wärmeschutz - 13 Fragen und Antworten. Informationsschriften der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Marksburg - 56338 Braubach. [15] Meier, C.: Alles was recht ist. Rechtliche Randbedingungen des Gebäudewärmeschutzes. bausubstanz 2000, H. 2, S. 45. [16] Meier, C.: Wohnungsbestand und Wärmeschutz, Kritisches zur Energieeinsparverordnung. Wohnen 2000, H. 2, S. 64. [17] Meier, C.: Widersprüche im Wärmeschutz Die allgegenwärtige k-Wert-Euphorie. Power Management + Intec, 2000, H. 2 (April), S. 24. [18] Meier, C.: Contra EnEV 2000. Leonardo 2000, H. 3, S. 13. [19] sancal Heiztechnik unter: www.sancal.de [20] Werner, H.: IBP-Bericht EB-8/1985: Auswirkungen der Strahlungsabsorption von Außenwandoberflächen und Nachtabsenkung der Raumlufttemperaturen auf den Transmissionswärmeverlust und den Heizenergieverbrauch. Fraunhofer-Institut für Bauphysik Stuttgart. Auftraggeber: Ziegelforum München. |
PROF. DR.-ING. HABIL. CLAUS MEIER - ARCHITEKT SRL - WISS. DIREKTOR
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Im Zuge des Verbraucherschutzes anläßlich der BSE-Krise ist es angebracht, endlich auch beim Wärmeschutz der Gebäude und beim Erlaß der Energieeinsparverordnung an den Verbraucherschutz zu denken. Hier geschehen ungeheure Falschinformationen und sollte es eines Tages der Verbraucher merken, werden alle wieder nichts davon gewußt haben. Man sei nicht eindringlich genug informiert worden, wird man sagen siehe BSE; hier gab es frühzeitig genug warnende Stimmen, sie wurden nur verdrängt. Sie sagten, wir seien alle zu gutgläubig gewesen, zu lange sei Informationen vertraut worden, dass Deutschland BSE-frei sei. Man vertraute also den falschen Leuten des Kaisers neue Kleider. Unter der Überschrift Die Briten in die Irre geführt steht in den Nürnberger Nachrichten vom 27. 10. 2000: Mit Lug und Trug hat die damalige konservative Regierung die Gefahren des Rinderwahnsinns jahrelang vertuscht und weiter Schonungslos entlarvt die Studie der Kommission die Geheimnistuerei und Bunkermentalität der Ministerien Es seien dabei sogar wissenschaftliche Studien bewußt frisiert worden. Man konnte also wissen, was hier geschah. In der FAZ vom 2. 12. 2000 steht unter der Überschrift Wie die Erforschung von BSE behindert wurde und Wie Politik die Wissenschaft unterdrückte der folgenschwere Satz: Erkenntnis wird kriminalisiert und Es ist die längst abgetan geglaubte Geschichte des Wissenschaftlers: die Wahrheit zu wissen und nicht gehört zu werden. Von dem britischen Mikrobiologen Stephen Dealler wurde die Politik also schwer belastet. In diesem Sinne wird der nächste technische und moralische Reinfall nicht zu vermeiden sein. Das angepriesene energiesparende Bauen ist wissenschaftlich nicht haltbar und deshalb unsinnig; es treten zu viele Widersprüche auf. 1. Eine Dämmung über 6 bis 8 cm verliert ihre Effizienz. Dies ist Mathematik. Trotzdem wird bei einer 40 cm Dämmung von einem effizienten Bauen gesprochen eine Lüge. 2. Insofern ist das Neue Bauen unwirtschaftlich, es wird ständig gegen das Energieeinsparungsgesetz verstoßen. Dies ist Finanzmathematik. Allerdings wird das Gegenteil behauptet. 3. Beim Energieverbrauch wird falsch gerechnet. Der überall verwendete k-Wert gilt nur für den Beharrungszustand, der die Wirkung der Sonne ausschließt. Das ist Physik. Trotzdem wird der k-Wert zum Maß aller Dinge erklärt. 4. Strahlung wird falsch gerechnet. Hier gilt nicht die Thermodynamik, sondern die Quantenmechanik. Auch das ist Physik. Falsche Ergebnisse sind die Folge. 5. Die technologische Entwicklung der Wärmeschutzgläser wäre überflüssig, wenn die physiologisch hervorragende Strahlungsheizung wieder eingesetzt werden würde. Dies ist Werkstoffkunde. Der Einbau wird jedoch vorgeschrieben. 6. Diese Fehlentwicklungen im Bauwesen führen zu Bau- und Feuchteschäden. Dies sind bautechnische Erfahrungen - leider. 7. Es werden luftdichte Häuser und Wärmedämmverbundsysteme gefordert. Schimmelpilz- und Algenbildungen sind die Folge. Allergien und Asthma nehmen zu. Dies sind medizinische Erkenntnisse. Trotzdem wird auf dieser Schiene weitergefahren. Bauen gerät immer mehr in das Fahrwasser gewinnsüchtiger Industrien. Zur Meinungsbildung dürfen nicht die industriegenehmen und willfährigen Wissenschaftler, sondern es müssen gerade die Stimmen, die sich dem Kunden, den Verbrauchern, den Häuslebauern verpflichtet fühlen, gehört werden. Aber der Kunde hat ja keine Lobby. Der Verbraucherschutz gilt generell. Insofern muß die Vorstellung von Wirtschaftsminister Müller, das Energiesparen müsse notfalls auch mit dirigistischen Mitteln durchgesetzt werden, entschieden zurückgewiesen werden. Es geht nicht an, dass bei fehlenden Sachargumenten und sich häufenden Widersprüchen der Zwang einsetzt. Ich denke, ein solches Staatshandeln hat bei uns der Vergangenheit anzugehören. Hubert Markl, der Präsident der Max Planck Gesellschaft, hat in einem Vortrag auf der EXPO 2000 u. a. gesagt: Lügen und Betrug seien integrale Bestandteile des Forschens. Dies ist nicht aus der Luft gegriffen. Das Forschungsergebnis eines renommierten Institutes, das die unbeschienene Nordwand energetisch günstiger ausweist als eine beschienene Südwand, bedeutet Scharlatanerie. Diese Forscher aber bestimmen seit Jahren das Bauen. Die viel gerühmte Informationsgesellschaft darf nicht zur Desinformationsgesellschaft, die Wissensgesellschaft nicht zur Meinungsgesellschaft degenerieren. Aber Wissen allein genügt nicht; Hubert Markl hat auch gesagt: Die Wissensgesellschaft muß zur Gewissensgesellschaft werden. Noch ist sie es nicht auch nicht in der Wissenschaft. Die vorgebrachte Begründung bei der Aufhebung des Werbeverbots für Tabak durch den Europäischen Gerichtshof, es gehe nicht um die Gesundheit, sondern um den Wettbewerb, ist blamabel. Im Klartext heißt dies: Es geht um Geschäfte. Solange jedoch diese globalisierte Marschroute Vorrang vor den Interessen der Verbraucher hat, wird es sehr schwer werden, verloren gegangenes Vertrauen, um das Sie ja besonders bitten und das nicht erst seit BSE immer mehr um sich greift, wieder zurück zu gewinnen. Mit Schwachstellenanalysen ist diesem Problem nicht beizukommen. Man redet zwar gerade jetzt wieder - viel über Ethik, aber was nutzt das Reden, wenn nicht danach gehandelt wird. Politiker sollten nicht diejenigen fragen, die die Fehlentwicklungen wohlfeil verschleiern - auch im eigenen Hause, sondern diejenigen, die Kritisches dazu zu sagen haben. Täuschung verdient keine Toleranz; Kompromißbereitschaft hört beim Betrug auf. Ein Dialog zwischen konträren Aussagen wird jedoch konsequent vermieden und verhindert auch bei uns. Es erscheint zu brisant zu sein. Die Redaktionen von Fachzeitschriften und Veranstalter von alternativen Baufachseminaren werden unter Druck gesetzt. Hier erinnere ich an Worte unseres Bundespräsidenten Rau, der mahnt, Andersdenkende nicht als Nörgler anzusehen. Als Sozialdemokrat sollten Sie Ihre Positionen eigentlich kennen. Generell werden mathematische und physikalische Zusammenhänge ignoriert und negiert, wissende Personen diffamiert. Hier aufklärend zu wirken, schlage ich einen Dialog in Ihrem Hause unter Fachleuten vor, um, wie es in Ihrem Eid so schön heißt, Schaden vom Volk abzuwenden. Mit freundlichen Grüßen |
Im expert verlag GmbH, Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier Das Bauen muß als konstruktive Einheit ganzheitlich gesehen und vollzogen werden und dabei die Belange der Bewohner in den Mittelpunkt stellen andere Optionen sind zweitrangig. Wie können negative Begleiterscheinungen der bautechnischen Entwicklungen im Interesse der Gesundheit der Bewohner verhindert werden? Das Buch zeigt auf der Grundlage bauphysikalisch-funktionalen Zusammenhänge und naturgesetzlicher Prämissen, was zu beachten und wie zu entscheiden ist. Es bietet fachgerechte und effiziente Lösungen für die wohnhygienische, wärmetechnische und schadensfreie Konzeption eines Gebäudes und setzt der Desinformation die Aufklärung entgegen. Inhalt: Die Interessenten: Bestellungen sind zu richten an: |
Kontroverse Beiträge zum Energiesparen Contra EnEV 2000 (Veröffentlicht mit einem "Pro" von Prof. Hauser in leonardo-online 2/99) Irrtum Nr. 1: Dies fängt bereits an, wenn Wärmeleitung sowie Wärmeströmung (Teil der Thermodynamik) und Wärmestrahlung (Teil der Quantenmechanik) methodisch gleichbehandelt werden. Bei zwei völlig verschiedenartigen physikalischen Erscheinungen ist dieses Vermengen ein gravierender Fauxpas. Daraus resultieren falsche Ergebnisse. Irrtum Nr. 2: Der Gebäudewärmeschutz wird ausschließlich durch den k-Wert der Außenhülle qualifiziert, der jedoch nur für den Beharrungszustand, für stationäre Verhältnisse gilt - das steht in jedem Bauphysik-Buch. In unseren Breitengraden liegen wegen der 24stündigen Solarstrahlungs-Periode jedoch ständig instationäre Verhältnisse vor. Mit dem k-Wert wird also schlicht und ergreifend falsch gerechnet. Dies kann aus der Fourierschen Wärmeleitungsgleichung, auf die immer wieder stolz hingewiesen wird, abgeleitet werden. Diese fehlerhafte Berechnung trifft vor allem den Massivbau. Aber nach wie vor wird am k-Wert dogmatisch festgehalten. So einfach geht das in einer gleichgeschalteten und industriekonformen Wissenschaft! Die Folge ist: Alle Wämebedarfsberechnungen liefern Phantasieergebnisse. Energie-Verbrauchs-Analysen aus der gelebten Praxis können dies empirisch untermauern. Irrtum Nr. 3: Soll nun trotzdem ein Beharrungszustand fälschlicherweise angenommen werden, dann
kommt das nächste Dilemma. Die Hyperbelform der k-Wert-Funktion katapultiert die in der
EnEV 2000 geforderten kleinen k-Werte in uneffiziente Bereiche. Die Nachhaltigkeit ist
nicht mehr gegeben, weil zusätzliche Energie kaum eingespart werden kann - das ist
unwiderlegbare Mathematik.
Die Verdoppelung der Dämmung führt zu einer Halbierung des k-Wertes. Irrtum Nr. 4: Durch das Wirtschaftlichkeitsgebot im Energieeinsparungsgesetz (§ 5) werden
Nachhaltigkeit und Effizienz zwingend gefordert. Deshalb wird ständig behauptet, die
Wirtschaftlichkeit sei gegeben. Dies ist eine Falschaussage. Konsequenz: Der Planer muß sich gesetzestreu verhalten und Superdämmungen ablehnen; dies ist er seinem Bauherren gegenüber schuldig. Seine Verordnungstreue kann er durch Anwendung unter anderem des § 17 "Härtefälle" untermauern. Irrtum Nr. 5: Es ist zu beachten, dass bei kleinen k-Werten die Wärmebrückeneffekte die (theoretischen) Gewinne zum Teil wieder zunichte machen. Die Wärmebrückenverluste werden in der EnEV 2000 für alle Konstruktionsarten durch konstante Werte berücksichtigt. Dies ist falsch, denn je nach Konstruktionsart und "k-Wert-Niveau" sind die Wärmebrückenverluste recht unterschiedlich bei kleinen k-Werten eben sehr hoch. Weitere Irrtümer: Was aber geschieht? Trotz dieser klaren Fakten sollen nach dem Willen der Bundesregierung wahre Dämmstoffhalden eingebaut werden - und wer entsorgt eigentlich diesen Sondermüll? Die Anbieter hocken schon in Lauerstellung das nächste Geschäft lockt. Dieser bautechnische Widersinn wird nun auch noch nachhaltig propagiert. Für "Passivhäuser" werden 40 cm Dämmstoff als Zielwert genannt; energetisch zwar völlig nutzlos, aber sicher sehr zur Freude der Dämmstoffindustrie. Um die nicht vorhandenen nominellen Energieeinsparungen (Hyperbel-Tragik) nun trotzdem gewaltig erscheinen zu lassen, werden diese "in Prozenten" angegeben und gehandelt. Die "k-Wert-Verbesserungen beim "Irrtum Nr. 3" betragen ja jeweils 50 % - eine "gewaltiger Erfolg", doch die nominellen "Gewinne" werden immer kleiner und schrumpfen am Ende zum Nichts. Weiter: Es heißt, durch die EnEV 2000 würden doch immerhin 25 - 30% Energie eingespart werden ! Allerorts meint man, damit sei die Heizkostenrechnung gemeint. Mitnichten! Die Basis ist das Anforderungsniveau der WschVO 1995 ! Damit aber schrumpft die "Einsparung" auf einen Minibetrag zusammen. Unwirtschaftlichkeit wird damit zum Normalfall. Oft wird zur Durchsetzung dieser unwirtschaftlichen "Dämmstoffhäuser" als Druckmittel auch die Finanzierung mißbraucht. Die rechtliche Konfusion dank ministerieller Dekrete ist vollkommen. Auch Bußgelder (§ 18) sind vorgesehen, um eine "Nichterfüllung" in den Bereich einer Ordnungswidrigkeit zu rücken. Die Seitenzahl der EnEV 2000 nimmt derartig zu, dass die Praktikabilität nicht mehr gegeben ist. Die Verweise auf unrealistische DIN-Normen wirken dabei verschlimmernd. Veränderte und zusätzliche Begriffsbestimmungen dienen eher der Verwirrung als der Klärung. Weil all diese Gebäudedämmaktivitäten, die voller Widersprüche stecken, rational nicht zu begründen sind, werden in der Bevölkerung Ängste geschürt. Die Klimakatastrophe, der sorglose Lebensabend, das Ozonloch, die Überschwemmung weiter Landstriche, all dies muß herhalten, damit Geschäfte blühen, die, und das ist das Widersinnige und Betrügerische, auf diese "Bedrohungen" kaum einen Einfluß haben. Wenn Mathematik, Logik und Naturgesetze ernst genommen werden, zeigt sich der praktizierte Wärmeschutz als ein mühsam errichteten und krampfhaft abgestütztes Kartenhaus. In der Informationspolitik geschehen schon recht wundersame Dinge. Resümee Das Unverständnis beim Anwender, beim Endverbraucher bleibt nicht aus! Irrende Methodik und daraus resultierende Ungereimtheiten verbunden mit verwirrenden und wahrheitswidrigen Berechnungen werden dazu führen, dass immer mehr immer weniger verstehen werden vielleicht auch sollen. Es handelt sich um ein bürokratisch-administratives Mammutwerk, das nicht mehr praxisgerecht gehandhabt werden kann. Mit jeder Novellierung werden die Absurditäten verfeinert. Gebäudewärmeschutz quo vadis? Eine generelle methodische und inhaltliche Überarbeitung ist vonnöten. Karl Steinbuch stellt in seinem Buch "Maßlos informiert - die Enteignung unseres Denkens" unmißverständlich fest:
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Hohe Investitionen bei geringer Wirtschaftlichkeit wohnperspektiven sprach mit Prof. Claus Meier über die geplante Energieeinspar-Verordnung (EnEV), die 2001 in Kraft treten soll. Herr Professor Meier, die Bundesregierung legt in ihrer Verordnung für Neubauten einen Energiebedarf fest, der dem momentanen Standard bei Niedrigenergiehäusern entspricht. Was bedeutet das für Wohnungsunternehmen und ihre Mieter? Die Festlegung des Energiebedarfs in Anlehnung an ein Niedrigenergiehaus ist willkürlich, orientiert sich an der Machbarkeit, ist aber keineswegs effizient. Nicht umsonst heißt es 25 bis 30 Prozent Reduzierung; absolute Zahlen dagegen schrumpfen zum Nichts. Setzen die Wohnungsunternehmen die EnEV um, müssen sie gewaltig investieren die auf die Mieter umgelegten Kosten werden Verärgerung auslösen. Wie beurteilen Sie die Erwartung, dass sich Einsparungen und zu erwartende Mehrausgaben bei Neubau und Modernisierung die Waage halten werden? Diese Erwartung ist illusorisch. Die Mehrausgaben sind sehr hoch, Einsparungen jedoch kaum meßbar. Aufwand und Nutzen stehen im krassen Mißverhältnis. Das im Energieeinsparungsgesetz geforderte Wirtschaftlichkeitsgebot wird mißachtet. Die Mieter werden durch Heizkosteneinsparungen kaum entlastet, Enttäuschung und Verbitterung sind die Folgen. In der Verordnung soll die Grundlage für einen Gebäude-Energieausweis gelegt werden. Wie schätzen Sie den Anspruch ein, damit mehr Transparenz für Verbraucher zu schaffen? Da der Energiepaß einen, besonders bei Altbauten, falsch berechneten Energiebedarf ausweist, werden Bedarf und Verbrauch nicht übereinstimmen. Er dient nicht der Transparenz, sondern schafft falsche Vorstellungen und Erwartungen. Für die falsche Theorie ist bereits der Schuldige ausgemacht: der Mieter ! ein infamer Ausweg. Die geplante Änderung soll mehr Spielraum für die Architektur bringen, da die Anforderungen an die Energiewerte nicht mehr auf einzelne Gebäudeteile, sondern auf das Gebäude als Ganzes bezogen werden. Wie stehen Sie dazu? Mit mehr Spielraum in der Architektur hat dies nichts zu tun. Diese Begründung ist absurd, sie soll nur ablenken, beschwichtigen. Warum? Kleine k-Werte, das NEH-Typische, sind unwirtschaftlich, müssen deshalb unsichtbar werden - das Vereinfachte Verfahren entfällt. Auch könnten k-Werte einer Tabelle entnommen werden. Damit würde die wegen der bewußt komplizierten Rechnungen notwendig werdende Software entbehrlich werden ein Geschäft wäre geplatzt. Die EnEV sieht, insbesondere bei Wärmedämmungs-Maßnahmen erstmals direkte Eingriffe in den Wohnungsbestand vor. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Vermieter bzw. Wohnungsunternehmen? Für den Wohnungsbestand gelten die Rechenmethoden der EnEV nicht. Es werden stationäre Berechnungen für Dämmstoffkonstruktionen (k-Wert) auf instationär sich verhaltende Massivkonstruktionen übertragen. Alle energetischen Aussagen sind deshalb unzutreffend auch die im Energiepaß. Wohnungsunternehmen sollten dies ernsthaft zur Kenntnis nehmen, auch die Mieter. Welches Resümee ziehen Sie ? Wenn Industrie-Lobbyismus technische Erkenntnisse und administrative Entscheidungen prägen, dann muß das Fehlerhafte zum Wohle des Kunden, des Mieters erkannt werden. Die Logik - wird sie als wissenschaftliches Argument überhaupt akzeptiert? - hilft dabei. Umfangreiche Informationen zum Thema Bauphysik werden im Internet angeboten unter: |
Prof. Dr. Ing. Habil. Claus Meier* zum Thema: Auch das grundsätzliche Auswechseln des Heizkessels wird als notwendig erachtet. Damit allerdings wird lediglich der Heizkesselbranche die Möglichkeit eröffnet, überall neue Heizkessel einbauen zu können Geschäfte müssen auch hier durch novellierte Verordnungen forciert werden. Die beiden großen Zauberworte für diese Verkaufskampagne lauten: Abgasverlust und Wirkungsgrad. Was damit energetisch überhaupt erreicht wird und welche technischen Schwierigkeiten damit eingehandelt werden, davon ist nicht die Rede. Je besser die Verbrennung ist (niedrige O2-Anteile und dadurch jedoch hohe CO2 Anteile), desto geringer sind die Abgasverluste; kurioserweise würde damit eine schlechte Verbrennung (!) den CO2-Ausstoß mindern wäre das nicht ein hübscher CO2-Minderungsansatz?. Aber auch geringere Abgastemperaturen führen zu geringeren Abgasverlusten, so dass hohe CO2- Anteile und niedrige Abgastemperaturen die Abgasverluste mindern. Damit erreicht man auch höhere Wirkungsgrade. Diese berechneten Werte beziehen sich auf einen Betriebszustand der Beharrung. Dieser Zustand wird in der Regel nach einer Brennzeit von einer halben bis zu einer Stunde erreicht, auf jeden Fall dann, wenn sich weder Temperatur noch der CO2-Gehalt der Abgase mehr verändern. Diese voraussetzende Randbedingung sollte ins Gedächtnis gerufen werden, wenn durch einen geringen Wärmebedarf der Brenner kleine Intervalle fährt. Dieses Denkschema eines guten Wirkungsgrades wird ohne Rücksicht auf die Bewohnbarkeit und die damit verbundenen Schäden durchgesetzt. Bei niedrigen Abgastemperaturen versotten die Schornsteine durch anfallendes Kondensat aus den schwefelhaltigen Rauchgasen. Der Zwang zu glasierten Tonrohren, Glasschornsteinen und zu nichtrostenden Stahlkaminen ist damit gegeben. dass sich hohe Abgastemperaturen langsam im gemauerten Schornstein abkühlen und damit eben auch Wärme ins Haus liefern, daran hat man genau so wenig gedacht wie bei der Formulierung in der Energieeinsparverordnung, in der die abgegebene Wärme des Verteilungsnetzes nicht als innere Wärmequelle des Gebäudes, sondern als Verteilungsverluste in die Bilanz mit eingehen. Jede Glühbirne wird als Energiequelle berücksichtigt, bei der Heizung jedoch wird anders entschieden ein größeres Durcheinander gibt es kaum. Da immer vom Gesamtsystem Haus gesprochen wird, wäre es bei der Heizung deshalb auch richtiger, die Heizenergiebilanz nicht am Kesselende, sondern am Ende des Schornsteins durchzuführen; aber wie gesagt, durchdachte Lösungen und einsichtige Verfahren waren selten Bestandteil von Verordnungen, zumal meist mit heißer Nadel gestrickt wird, um schnell die ach so begehrten Umsatzsteigerungen zu ermöglichen und zu gewährleisten. Zur Verbesserung des Wirkungsgrades wird nun der Brennwertkessel offeriert, der nun auch den Wasserdampf der Abgase durch Kondensatbildung noch energetisch ausnutzen soll. Dies funktioniert, wie oben schon erwähnt, besser auf dem Prüfstand als in der Praxis. Dadurch werden (theoretische) Wirkungsgrade von über 1 erzielt, da die genutzte Wärme auf den unteren Heizwert bezogen wird. Was kommt eigentlich bei Einsatz eines Brennwertkessels an Energiegewinn und Heizkosteneinsparung heraus? Bei einem sogenannten Passivhaus mit 100 m² Nutzfläche, einem gerechneten Bedarf von 30 kWh/m²a und einem Jahreswirkungsgrad eines konventionellen Kessels von ca. 0,85 würde der Heizwärmebedarf insgesamt 3530 kWh/a ausmachen. Wird nun der Wirkungsgrad durch Wahl eines Brennwertkessels auf etwa 1,04 gesteigert (in der Praxis wird dieser Wert kaum erreicht), dann reduziert sich der Heizwärmebedarf auf 2885 kWh/a. Die Differenz beträgt dann 645 kWh/a; dies entspricht einer Heizölmenge von rund 65 Litern und einer Heizkosteneinsparung von ca. 36 DM/a für Passivhaus-Fanatiker sicher ein gewaltiger Vorteil. Bei einem für technische Geräte anzusetzenden Mehrkostennutzenverhältnis von 10 würden dies maximale Mehrkosten des Heizkessels von 360 DM bedeuten. Dies ist eine technische Utopie. Die Kunden werden mit dem Schlagwort Brennwertkessel wiederum permanent zum Narren gemacht, aber nicht nur die, auch Politiker haben keine Ahnung. Mit dem Wirkungsgrad-Dogma und der Abgasverlust-Parole werden auf dem Heiztechniksektor auch wieder nur die Zahlenden in ein finanzielles und bautechnisches Risiko gedrängt. Auch Steuergelder werden dabei vergeudet; der Staat wird ausgeplündert. * Prof. Claus Meier, ehemaliger Stadtbaudirektor der Stadt Nürnberg ist der fundierteste Kenner und auch Kritiker einer inzwischen sehr fragwürdig gewordenen Bauphysik |
Rechtliche Randbedingungen des Gebäudewärmeschutzes Bei einer baurechtlichen Würdigung des Baugeschehens erhalten unterschiedliche Rechts-Komponenten auch unterschiedliche Bedeutungen. Neben den allgemein anerkannten Regeln der Technik werden DIN-Normen, Gesetze und Verordnungen mit herangezogen, um das Baugeschehen formal-administrativ zu erfassen. Da Lobbyismus und Industrieinteressen sich immer deutlicher artikulieren, bestimmen oft auch technisch fragwürdige Sachverhalte die Inhalte, die dann trotz kritischer Hinweise auch durchgesetzt werden. An Beispielen mangelt es nicht [5], [6], [12]. Diese Geschehnisse werden oft von unschönen Debatten begleitet. Insofern sei darauf hingewiesen, auch daraus resultierende mögliche strafrechtliche Konsequenzen einmal zu überdenken. Strafgesetzbuch Um sich der strafrechtlichen Bedeutung von Aussagen und Handlungen der administrativen und wissen-schaftlichen Ebene bewußt zu werden, seien einige Paragraphen erwähnt: § 186 Üble Nachrede Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache er-weislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. § 187 Verleumdung Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreitung von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. § 263 Betrug (1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil
zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch
Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen
Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit
Geldstrafe bestraft. Kommentar: Manche Energieaktivisten sollten sich über die Folgen einer üblen Nachrede oder einer
Verleumdung informieren. Oft wird in Ermangelung sachlicher Argumente gern darauf
zurückgegriffen; Spott, Verunglimpfungen und Diffamierungen bestimmen dann den Dialog;
man beachte Art. 1 (1) GG. Allgemein anerkannte Regeln der Technik Diese Regeln bilden die Grundlage bautechnischen Schaffens, sind bewährte Methoden und
dienen der Planung und Herstellung von Bauwerken. Sie sind Bestandteil des Werkvertrages.
Sowohl das BGB als auch die VOB/B (als Ergänzung zum BGB) stützen sich auf die a. a. R.
d. Bt. Auch das Strafgesetzbuch kennt nur den Begriff der allgemein anerkannten Regel der
Technik (§ 323). Diese Regeln entwickeln sich im Zusammenspiel von theoretischer
Überlegung und praktischer Erfahrung langsam und stetig, müssen sich bewähren und
können z. T. auf eine lange Tradition zurückblicken. DIN-Normen Im Bauvertragsrecht spielen die DIN-Normen erst dann eine Rolle, wenn sie als
Vertragsbestandteil besonders vereinbart werden. Allerdings muß bei der technischen
Umsetzung von DIN-Normen damit gerechnet werden, dass die Beachtung der DIN-Normen zu
fehlerhaften, aber auch die Nichtbeachtung von DIN-Normen zu fehlerfreien Lösungen
führen können. Diese Aussage mag überraschen, wird aber durch folgende Feststellungen
verständlich: Luftschallschutz: Wann liegt Mangel vor? BGB § 633 (Mangelbeseitigung). [IBR 1998, Privates Baurecht, S. 376] Der BGH wendet sich gegen die DIN-Gläubigkeit vieler Baubeteiligter. Es kommt in
erster Linie nicht auf die Einhal-tung der DIN-Normen an; wichtig ist: Gibt es keine Vereinbarung, so kommt es auf die anerkannten Regeln der Technik an. Welche Bedeutung haben DIN-Normen? BGB § 633 (Mangelbeseitigung). [IBR 1998, Privates Baurecht, S. 377] Die DIN-Normen sind keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter. Sie können die anerkannten Regeln der Technik wiedergeben oder hinter diesen zurückbleiben. Nach BGH kommt es auf die Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik an. Diese dürfen keineswegs mit den DIN-Normen identisch gesetzt werden. Die Mangelfreiheit kann nicht ohne weiteres einer DIN-Norm entnommen werden. Maßgebend ist nicht, welche DIN-Norm gilt, sondern ob die Bauausführung zur Zeit der Abnahme den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Fazit: Selbst bei Einhaltung der gültigen Norm besteht ein Mangel, wenn die anerkannten Regeln der Technik nicht eingehalten werden. Vorsicht also bei der Anwendung von DIN-Normen. Energieeinsparungsgesetz Die Ermächtigungsgrundlage zum Erlaß der Wärmeschutzverordnungen, das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), enthält im §5 (1) das Wirtschaftlichkeitsgebot, im §5 (2) das Härtefallgebot: (1) "Die in den Rechtsverordnungen ... aufgestellten Anforderungen müssen ...
wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn
generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die
eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können." (2) "In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen". Dieser Absatz (2) findet sich deshalb im § 14 der Wärmeschutzverordnung 95 und auch im Entwurf der EnEV § 17 "Härtefälle" wieder und ermöglicht eine Befreiung [8]. Voraussetzung hierfür ist der Nachweis der Unwirtschaftlichkeit. Da in der Mehrzahl die k-Wert-Anforderungen an den Wärmeschutz unwirtschaftlich sind, kann fast von einem generellen Zwang zur Befreiung nach § 14 WSchVO 1995 ausgegangen werden. Die Anforderungen in der WSchVO 1995 und dann besonders die der EnEV 2000 sind gemäß EnEG schlicht und einfach gesetzwidrig. Der Grund liegt in der mathematisch bedingten Hyperbeltragik des k-Wertes. Die Effizienz nimmt bei kleinen k-Werten quadratisch ab, Superdämmungen sind somit hinausgeworfenes Geld, das ist Mathematik [9]. Auch hierzu gibt es ein BGH-Urteil: Ein Mangel des Architektenwerks kann vorliegen, wenn übermäßiger Aufwand getrieben wird. Sofern die Nutz-flächen und Geschoßhöhen nicht den Vorgaben entsprächen, könne die Planung mangelhaft sein. Das gleiche gelte, wenn bei der Wärmedämmung oder der Dachkonstruktion überflüssiger Aufwand betrieben worden sei. Eine unwirtschaftliche Planung könne auch dann mangelhaft sein, wenn sie sich im Rahmen der vorgegebenen Kosten halte. Fazit: Entscheidend ist also die Wirtschaftlichkeit einer Baukonstruktion (Vermeidung übermäßigen Aufwandes). Ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben, kann die Planung mangelhaft sein - mit allen Konsequenzen (Minderung des Werklohnes). Wärmeschutzverordnung Die Wärmeschutzverordnung 95 ist seit dem 01.01.1995 in Kraft. Der methodische Aufbau unterscheidet sich nicht vom Aufbau früherer Verordnungen, trotz gegenteiliger Behauptungen. Der Lüftungswärmebedarf (51,4 kWh/m²a) und die internen Wärmegewinne (25 kWh/m²a) sind konstante Werte. Insofern reduziert sich das "Energiebilanzverfahren" zu einem km-Verfahren (Solargewinne über die Fenster können über kFeq -Werte berücksichtigt werden). Zur Erfüllung der verschärften Anforderungen müssen nur entsprechend kleine k-Werte gewählt werden [7]. Dies ändert sich auch nicht bei der vorgesehenen EnEV 2000. Methodisch bedeutet die WSchVO 95 wegen fehlerhafter Schlußfolgerungen und der bürokratisch / technokratischen Grundstruktur eine einzige Konfusion, ist voller Widersprüche und Ungereimtheiten; dies wird bei der EnEV 2000 lediglich weiter verfeinert. Maßgebend für die Erfüllung der Anforderungen bleiben nach wie vor allein die k-Werte, die allerdings beim Vereinfachten Verfahren "variiert" eingesetzt werden können - je nach "Heiztechnik- Standard". Wie aber ist die Gülltigkeit des k-Wertes einzuschätzen? Hier muß folgender Tatbestand erwähnt werden, der ein bedrückendes Schlaglicht auf den Einsatz und die Aufgabe von Normen und Verordnungen wirft: Jeder beruft sich beim Wärmeschutz auf die Fouriersche Wärmeleitungsgleichung, die ja bereits seit 1822 bekannt sei, und suggeriert damit, der k-Wert beschreibe die Transmissionswärmeverluste einer Wand in zutreffender Weise. Mitnichten! In [10] ist darüber berichtet worden, wobei dort die Solarstrahlung noch nicht einmal berücksichtigt wurde. Zusammenfassend kann festgestellt werden: Die für instationäre Zustände allgemeingültige, aus fünf Komponenten bestehende
Fouriersche Wärmeleitungsgleichung geht durch Nullsetzung in die Laplace-Gleichung
(Potentialgleichung) über: Jeder der ursprünglich fünf Summanden wird zu Null. Dies bedeutet: 1. Die Speicherkomponente mit dem charakteristischen Speicherwert c , wird zu Null. Speicherfähigkeit wird somit völlig ignoriert. 2. Die Differenz der Wärmestromdichten wird auch zu Null. Wenn jedoch die Differenz an einer Stelle im Bauteil zu Null wird, dann muß überall die gleiche Wärmestromdichte vorliegen. Charakteristikum des Beharrungszustandes, des stationären Zustandes, ist also die konstante Wärmestromdichte mit geradlinigen Temperaturverteilungen. 3. Auch die sonstige Wärmequelle, wie z. B. die Solarstrahlung, wird zu Null. Durch Nullsetzung der Fourierschen Wärmeleitungsgleichung werden somit die Speicherfähigkeit der Außenbauteile negiert, die konstante Wärmestromdichte im Bauteil erzwungen und die Solarstrahlung ignoriert. Mit diesen "Randbedingungen" wird der Beharrungszustand, der stationäre Zustand erreicht. Erst diese rigorose Vorgehensweise führt zum konstanten Wärmestrom q, der nun in der
DIN 4108 manifestiert ist und durch den k-Wert beschrieben wird. "Beim Anheizen oder Auskühlen von Räumen oder bei Sonnenzustrahlung liegen jedoch instationäre Verhältnisse vor, so dass diese durch die Werte 1/L (oder R in m²K/W) und k (oder U in W/m²K) nicht erfaßt werden". In alten Fachbüchern wird die Speicherung nicht negiert. Nach Cammerer benötigt eine massive Ziegelwand konstante Lufttemperaturen über einen Zeitraum von etwa zwei Tagen, um den Beharrungszustand zu erreichen [1]. Auch in [3] steht geschrieben: Da jedoch konstante Lufttemperaturen über einen derart langen Zeitraum in Realität nicht vorliegen, bedeutet der "Beharrungszustand" nur eine Fiktion. Die DIN 4108 "Wärmeschutz im Hochbau", die DIN V 4108-6 "Berechnung des Jahresheizwärmebedarfes von Gebäuden", die DIN EN 832 "Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden; Berechnung des Heizenergiebedarfes", die geltende Wärmeschutzverordnung (WSchV 1995) und auch die beabsichtigte Energieeinsparverordnung (EnEV 2000), alle rechnen jedoch stationär, alle gehen vom Beharrungszustand aus, der jedoch nie vorliegen kann. Alle Berechnungen mit dem k-Wert entsprechen somit nicht der Wirklichkeit, sind Phantomrechnungen. Das Dilemma begann mit dem grundsätzlichen Fehler, den k-Wert nun auch zur quantitativen Bestimmung von Energieverbräuchen verwenden zu wollen. Zur Rechtfertigung dieses Fehlverhaltens wird nun gesagt, auch der stationäre k-Wert beschreibe in zutreffender Weise instationäre Verhältnisse, wenn konstante Lufttemperaturen mindestens drei Wochen vorliegen. Tatsächlich können bei konstanten Randbedingungen von drei Wochen die Einpendelungszeiten zum Beharrungszustand keine allzu großen Fehler hervorrufen, doch liegen in Realität durch den 24stündigen Rhythmus einer Tag-Nacht-Periode keine konstanten Randbedingungen für einen so langen Zeitraum vor. Nun glaubt man allen Ernstes, durch Verwendung von Monatsmitteldaten diesen langen Zeitraum erreichen und damit das stationäre Rechnen legitimieren zu können - oh, welche fehlerhafte Schlußfolgerung [13]. Man sieht, all die Überlegungen zur Rechtfertigung fehlerhaften Rechnens sind ein einziger, kapitaler Irrtum und erinnern mehr an Quacksalberei. Schlußbemerkung Die Basis zum Berechnen von Energiebedarfszahlen im Rahmen des Gebäudewärmeschutzes nach DIN oder Verordnung ist falsch. Damit aber geraten diese administrativen Krücken des falsch berechneten Wärmeschutzes ins Zwielicht. Bei dieser konkreten und nicht zu widerlegenden Sachlage sind rechtliche Konsequenzen zu ziehen. Es darf doch in einer Demokratie nicht möglich sein, per Dekret, Verordnung oder Gesetz etwas vorzuschreiben, das nachgewiesenermaßen fehlerhaft ist - auch wenn darüber in entsprechenden einschlägigen Kreisen ein Konsens erzielt wurde. Folgende Fehlentwicklungen sind ohne Zweifel festzustellen:
Literatur: [1] Cords-Parchim, W.: Technische Bauhygiene. Teubner Verlag Leipzig, 1953 [2] Entwurf der "Verordnung über einen energiesparenden Wärmeschutz und eine energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden" (EnergiesparV) - April 99, § 15, Regeln der Technik. [3] Gösele,K.; Schüle, W.: Schall, Wärme, Feuchte. Bauverlag Wiesbaden Berlin 1985, S. 167/168. [4] "Meersburg-Urteil": Bundesverwaltungsgericht Aktenzeichen 4 C 33 - 35/83, Urteil vom 22.05.87. Fundstelle: Neue Juristische Wochenschrift 1987, H. 45, S. 2888 (Quelle: Raimund Probst-Frankfurt). [5] Meier, C.: Berichterstattung wegen eines methodischen Fehlers in der DIN 4108, Teil 5, "Diffusionsberechnungen" am 28. 04. und 08. 11. 1989 im Koordinierungsausschuß NA-Bau. [6] Meier, C.: Einspruch zur DIN EN 832 am 29. 01. 1993. [7] Meier, C.: Die Wärmeschutzverordnung 1995. Methodische und inhaltliche Ungereimtheiten. Berlin-Brandenburgische Bauwirtschaft 1994, H. 19 (1.Oktober), S. 408. [8] Meier, C.: Praxis-Ratgeber zur Denkmalpflege Nr. 7, Januar 1999. Altbau und Wärmeschutz - 13 Fragen und Antworten. Informationsschriften der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Marksburg - 56338 Braubach. [9] Meier, C.: Wirtschaftlichkeit von Energiesparkonstruktionen. DBZ 1999, H. 6. S. 99. [10] Meier, C.: Richtig oder falsch. Ist der k-Wert als Maß für den Energieverbrauch gültig? bausubstanz 1999, H. 7-8, S. 46. [11] Meier, C.: Ein Anschlag auf die Baukultur. Kritik am Entwurf der DIN 4108, Teil 2. bausubstanz 1999, H. 9, S. 42. [12] Probst, M.: Offener Brief an das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. bausubstanz 1999, H. 7-8, S. 51. [13] Werner, H.: Leserbrief in db 8/99, S. 30 zum Artikel "Gut gespeichert ist auch gedämmt" (db 5/99, S. 138). |
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Inhaltsverzeichnis |
Prof. Dr. Wolfgang Wild hielt auf dem 5. Bildungspolitischen Forum
des BFW (Bund Freiheit der Wissenschaft e. V.) einen Vortrag über das Thema Bei der Behandlung der Themen:
kommt Wild unter anderem zu folgenden, für die Beurteilung der jetzigen Situation in den Wissenschaften so wichtigen Aussagen (Zitate):
Der Mann auf der Straße ist heute davon überzeugt, dass man bei jedem Problem für jede Auffassung einen Wissenschaftler gewinnen kann, der sich die gewünschte Auffassung zu eigen macht und sie mit Verve und im Brustton der Überzeugung vertritt. Noch schlimmer als dieser Prestigeverlust der Wissenschaft aber ist die allgemeine Unsicherheit, die sich ausgebreitet hat. Der Laie und auch fast alle Politiker sind in diesem Sinne Laien weiß, wenn zwei Experten entgegengesetzte Meinungen vertreten, im allgemeinen nicht, wem er glauben soll. Er wird sich oft für die Ansicht entscheiden, die rhetorisch überzeugender vorgetragen wird, oder die seinen Überzeugungen näher steht; noch häufiger wird er eine anstehende Entscheidung hinausschieben mit dem Argument, die Wissenschaft sei sich in der betreffenden Angelegenheit noch nicht entscheidungsreif. In Wirklichkeit aber ist in vielen Fällen die Sachlage völlig klar und durch unzweideutige Fakten belegbar; der Dissens kommt nur dadurch zustande, dass der sogenannte Experte der einen Partei von der Sache nichts versteht oder vor sich selbst legitimiert durch sein Engagement für ein vermeintlich höheres Ziel bewußt die Wahrheit verschleiert. Ich meine, dass diese Situation unerträglich geworden ist und dass die Wissenschaftler in ihrem ureigensten Interesse handeln, wenn sie von der Konfrontationsstrategie abrücken. Wo der Wissenschaftler als Wissenschaftler gefordert ist, muß er sich an das Ethos der Wissenschaft binden und alle anderen Rücksichten und Bindungen demgegenüber zurückstellen. Wenn ein Wissenschaftler befürchtet, dass eine Sachaussage politische Wirkungen haben kann, die er nicht wünscht oder die er sogar für verderblich oder moralisch inakzeptabel hält, dann kann er die Aussage verweigern, aber er darf objektiv unstreitige Sachverhalte nicht verfälschen oder manipulieren. Denn das Ethos der Wissenschaft fordert, dass das Bekenntnis zur Wahrheit allen, aber auch wirklich allen anderen Rücksichten überzuordnen ist. Weiter sagt Wild: Ich meine, dass wir Wissenschaftler uns auf diese ethische Grundlage unseres Handelns wieder stärker besinnen müssen. Man fordert heute mit Recht eine Ethik der Technik, die uns die Grenzen aufzeigt, die dem Machbaren zu ziehen sind. Wir werden aber schwerlich eine Ethik verantwortlichen Handelns entwickeln können, wenn wir uns nicht auf die Wahrheit verpflichten und wenn wir der Forderung wissenschaftlicher Redlichkeit zuwiderhandeln. Der Zweck hat noch nie die Mittel geheiligt und das Mittel der Manipulation der Wahrheit am allerwenigsten. Bemühen wir uns also um Sachlichkeit, Aufrichtigkeit, Redlichkeit und prüfen wir uns selbstkritisch, ob unsere Aussagen wirklich durch Fakten fundiert sind und nicht aus Vorurteilen entspringen. Wenn wir so handeln, dann wird es zwar noch immer richtige und falsche Aussagen geben, aber die Beeinträchtigung der Glaubwürdigkeit durch eine willentliche Verschleierung, Verstümmelung oder gar Verfälschung der Wahrheit, dieses Problems, das heute die Atmosphäre vergiftet und das Ansehen der Wissenschaft zu ruinieren droht, wird seine Brisanz einbüßen und hoffentlich sogar gänzlich verschwinden.
Schlußbemerkung
Das Bauen betritt Irrwege, die Bauphysik befindet sich in der Sackgasse. Mit der These der Pluralität der Meinungen nistet sich Lug und Trug überall ein. Die Baconsche Aufforderung zur Verwirklichung nützlicher Wissenschaft wird konsequent in eigenem Sinne umgesetzt von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Administration. DIN mischt kräftig mit. Die einen sind naiv und unwissend genug, dass sie das, was sie da von sich geben, selbst alles glauben, die anderen sind raffiniert und trickreich genug, bei diesem Treiben genügend abzuschöpfen und dabei treuherzig den Biedermann zu mimen. Die Wissenden und Sachkompetenten jedoch werden eliminiert sie stören nur. Die reale Welt des Seins wird ersetzt durch die virtuelle Welt des Scheins. Wissenschaft baut eine pseudowissenschaftliche Märchenwelt auf, die gläubig akzeptiert werden soll. Eloquente Rhetorik vernebelt die Wirklichkeit. Das (manipulierte) Geschäft steht im Vordergrund. Die Tyrannei der Meinungsbildung nimmt immer schlimmere Formen an. Nicht Wissen, sondern ideologische Bekenntnisse sind gefragt. Werden Aussagen widerlegt, erfährt der Kritisierende Beleidigungen und Schmähungen, zumindest aber ignorante Verachtung. Kritiker und Abweichler werden sondiert, sortiert, selektiert, isoliert. Ausspruch eines Diplomanden: Ich entschuldige mich für meine naive (Wahn-)Vorstellung, ich könne meine Professoren überzeugen. Für meine Diplomarbeit werde ich wohl oder übel entweder total umdisponieren oder lügen müssen. Dies bezeugt fehlende Einsicht. Es werden Glaubenssätze verbreitet analog der Scholastik im Mittelalter. Mit Wissenschaft hat dies alles nichts zu tun. Hubert Markl sagte in einem Vortrag auf der EXPO in Hannover: Lügen und Betrug seien integrale Bestandteile des Forschens. Wenn im Spiegel vom 23. Febr. 2001 zu lesen steht: Der akademische Anstand steht an vielen deutschen Unis nicht mehr sehr hoch im Kurs. Republikweit wird gelogen, betrogen, geschludert und getrickst, dann ist dies reale Wirklichkeit. Nicht umsonst sagt di Trochio in seinem Buch Der große Schwindel, Betrug und Fälschung in der Wissenschaft: ..., dass die enorme Ausdehnung der Wissenschaft zur Vorherrschaft mittelmäßiger Wissenschaftler über ihre hochgradig kreativen Kollegen führte". Dies hat natürlich Folgen. Auf Eliten ist kein Verlaß mehr. So heißt es bei Hubert Markl: Da Eliten gesellschaftliche Vorrechtsrollen sind, ziehen sie nicht nur Leistungsträger, sondern auch Schmarotzer an. Daher tut jede Gesellschaft gut daran, ständig zu überprüfen, ob die, die in bevorzugte Stellungen gekommen sind, dort wirklich und immer noch hingehören. In dieser Frage besteht wohlbegründeter Handlungsbedarf. Prof. Dr.-Ing. Claus Meier |
In der FAZ vom 26. Juli 2000 wird auf der Seite N1 Natur
und Wissenschaft eine interessante Meldung gebracht. Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Hubert Markl, hat in einem wenig beachteten Vortrag auf der Expo unlängst eine interessante These zum Ethos des Wissenschaftlers aufgestellt. Lüge und Betrug, sagte er, seien integraler Bestandteil des Forschens, ja des menschlichen Handelns überhaupt. Denn nicht für den Erwerb von lexikalischem Wissen habe sich das menschliche Gehirn so hoch entwickelt, sondern zum möglichst geschickten Täuschen. Ob diese niederträchtige zweite Natur des Forschers auch bei jenen fränzösischen Biologen zum Tragen gekommen ist, die in einer der Zeitschrift Nature eingereichten Arbeit vorgaben, schon vor fünf Jahren einen Quastenflosser in Indonesien gefunden und fotografiert zu haben? Sie wären damit jedenfalls wesentlich schneller gewesen als ein amerikanischer Kollege, der seinen Fund 1998 in Nature dokumentierte. Mit der abenteuerlichen Behauptung, ihr jetzt eingesandtes Foto vom indonesischen Quastenflosser sei zwischenzeitlich bei dem Umzug eines Wissenschaftlers verloren gegangen, wollten die Franzosen ihre Verspätung entschuldigen. Wie die Analyse des Fotos jedoch zeigte, handelt es sich bei dem fränzösischen Fund offensichtlich um das gleiche Exemplar wie auf dem Bild des amerikanischen Biologen. Dessen Foto war vermutlich kopiert und mit Computerhilfe auf einen vermeintlich authentischen Marktstand montiert worden. Die Gutachter verhinderten die Veröffentlichung. Damit ist scheinbar auch Markls zweite, auf der Expo präsentierte These bestätigt, wonach die Wissenschaft zwar betrügerische Motive kenne, zugleich auch das beste System darstelle, die schwarzen Schafe zu überführen. Ein Fragezeichen bleibt trotzdem. Denn über die vielen gelungenen Täuschungsmanöver, die durch voreiliges Handauflegen der Gutachter gedeckt werden, dringt natürlich selten etwas an die Öffentlichkeit. Jom Immerhin wird konstatiert, dass es viele gelungene Täuschungen gibt, die gutachterlich gedeckt werden und die selten an die Öffentlichkeit dringen. Es gilt also, in der Wissenschaft Lug und Trug aufzudecken und die schwarze Schafe zu überführen, die, unterstützt und gedeckt durch Claqueure, mit krimineller Energie ihr Dasein ausfüllen und Einkommen maximieren. Es handelt sich dabei in der Mehrzahl um empirische Forschungen, die besonders mit Datenmanipulationen und daraus abgeleiteten verwegenen Behauptungen operieren; hier das Falsche nachzuweisen, erfordert akribisches Arbeiten und dauert seine Zeit. Wenn dagegen Naturgesetze, die Mathematik und die Logik herangezogen werden können, dann ist es sehr einfach, Betrüger zu entlarven. Damit man weiß, worüber geredet wird, muß zunächst geklärt werden, was nun unter Betrug zu verstehen ist; das Strafgesetzbuch gibt darüber Auskunft: § 263 Betrug Wichtig für den Betrug ist also: Vorspiegelung falscher sowie die Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen, die zu einem Irrtum führen. Dies sind eindeutige Kriterien. Die offizielle Bauphysik und der offizielle Gebäudewärmeschutz wimmelt nur so von derartigen Delikten. An dieser Stelle sei an das Buch, ebenfalls von Hubert Markl, erinnert: Wissenschaft: zur Rede gestellt. Über die Verantwortung der Forschung, R. Pieper Verlag, München 1989, Serie Pieper Aktuell, in dem u. a. folgende Aussagen gemacht werden: (A) Die Förderung der Wissenschaft erfolgt aus einen völlig anderem Grunde, als die leider seit Francis Bacon nur allzu naheliegende, aber fatal in die Irre führende Folgerung, es gelte vor allem, nützliche Wissenschaft zu fördern. (B) ..., wie auch die Wirtschaft Forschung und Entwicklung in noch erheblicherem Umfange fördert: im wohlverstandenen eigenen Interesse. (C) Die Freiheitsgarantie des Art. 5 Absatz 3 GG ist die Anerkennung der Tatsache, dass es ein unveräußerliches Recht des Menschen ist, nach Erkenntnis zu streben. (D) Wissenschaftsfreiheit bedeutet, dass niemand, nicht einmal die Staatsmacht, anordnen kann, was als wahr zu gelten hat. (E) Ethische Normen muß man nicht neu entdecken, man muß sie nur immer wieder aufs neue anzuwenden bereit sein. (F) Auch die Aufbewahrung und getreue Wiedergabe der bisher bewährten Methoden und Ergebnisse gehören zu den Aufgaben der Wissenschaft. (G) Um die Wirklichkeit der Welt, in der wir uns befinden, aufzuklären, ist diese kritischrationale oder hypothetico-deduktive Methode offenkundig unschlagbar. (H) Gegenüber bloßer Meinung oder dem Glauben aus Hörensagen muß sich eine Behauptung von wissenschaftlichem Anspruch dadurch auszeichnen, dass sie sich erstens überprüfen läßt und dass sie zweitens solch kritischen Überprüfungen standhält, d. h., dass sie sich bewährt. (I) Bekenntnis begründet in der Wissenschaft keine Erkenntnis. Wenn derartige Mahnungen ausgesprochen werden, dann geschieht dies nicht ohne Grund. Der z. Zt. praktizierte Wissenschaftsbetrieb entfernt sich immer mehr von seiner eigentlichen Aufgabe der Wissensmehrung und Erkenntniserweiterung. Dies wird auch in Di Trocchio, F.: Der große Schwindel, Betrug und Fälschung in der Wissenschaft. Campus Verlag Frankfurt/ Main New York, 2. Auflage 1995, sehr deutlich; hier einige Auszüge: [A] Karl Popper widerlegte die Überzeugung, es sei immer möglich, den Beweis zu erbringen, dass etwas wahr oder falsch ist. Popper zeigte, dass immer nur der Beweis dafür möglich ist, dass etwas falsch ist, während es sich nie letztgültig beweisen läßt, dass etwas wahr ist. Dies bedeutet, dass alle wissenschaftlichen Theorien, die wir für wahr halten, nicht deshalb als wahr betrachtet werden können, weil ihre Wahrheit wirklich bewiesen worden ist, sondern nur, weil es den Wissenschaftlern, die sie formuliert haben, gelungen ist, ihren Kollegen und uns glaubhaft zu machen, dass sie wahr seien. Normalerweise schließt das die Verwendung mehr oder weniger schwerwiegender Fälschungen und Tricks mit ein, die jedoch nicht als solche erkannt werden, oder wenn, dann erst nach langer Zeit. [B] Nach allgemeiner Auffassung hingen die großen Erfolge der modernen Wissenschaft mit der seit Galilei angewandten deduktiven Methode zusammen. Sie bestand in dem 3 kombinierten und umsichtigen Einsatz von Beobachtung, Logik, Mathematik und Experiment. [C] ..., dass die Forschung nach den Kriterien der pragmatischen Effizienz- und Managerlogik organisiert wurde, wie sie für die amerikanische Gesellschaft typisch ist. Dies sind deutliche Worte, die für die heutige Wissenschaft ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Die jetzigen Ziele decken sich nicht mehr mit den früheren; sie unterliegen den Kriterien einer pragmatischen Gewinnmaximierungs-Ideologie und haben mit Lauterkeit, Wahrhaftigkeit und Integrität kaum mehr etwas zu tun. Effizienz- und Managerlogik gehorcht weniger ethischen, sondern mehr gewinnträchtigen Vorstellungen. Auch in einem anderen Buch charakterisiert Di Trocchio unmißverständlich die Situation in der Wissenschaft: Newtons Koffer, Geniale Außenseiter, die die Wissenschaft blamierten. Campus Verlag Frankfurt/Main New York, 1998. Auch hier einige Aussagen: [a] Wissenschaftler mit abweichender Meinung riskieren heute, die Finanzmittel und die für ihre Arbeit erforderlichen Instrumente zu verlieren, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, ihre Ideen bekannt zu machen und zu verbreiten. Aber wenn nonkonformistische Wissenschaftler ihre Karriere riskieren, riskiert die westliche Gesellschaft Stagnation, oder, schlimmer noch, technologischen Rückschritt. [b] Viele vorgebliche Wissenschaftler halten es für gerechtfertigt, eine totale Kontrolle über das Wissenschaftssystem auszuüben. Diese Anmaßung, die heute allgemein für legitim gehalten wird, droht die Wissenschaft ihrer besten Köpfe zu berauben. Allzu häufig gründet sich das Verdikt gegen innovative, die "Kompetenz" der Experten übersteigende Ideen, sie seien unmöglich oder nicht schlüssig, allein auf diese Anmaßung und nicht auf reale und streng wissenschaftlich Argumente. [c] Dabei bilden Wissenschaftler (häufig unsichtbare) Tribunale, die ebenso, wenn nicht sogar grausamer als die Inquisition sind. Es bleibt nur der Schluß, dass heute die Intoleranz der Religion durch die Intoleranz der Wissenschaft ersetzt worden ist. Dies sind nun keine Vermutungen mehr, sondern leider knallharte Realität. Dabei entpuppt sich die Informationsgesellschaft immer mehr zu einer Desinformationsgesellschaft. Dies beschreibt Karl Steinbuch in: Maßlos informiert. Die Enteignung unseres Denkens, Goldmann Sachbuch 11 248, 11/79: (1) Uns werden ständig Fortschritte eingeredet, die sich in der Wirklichkeit als schwerwiegende Rückschritte erweisen. (2) Wo Begriffe und Strukturen verflüssigt werden, versinkt man im Sumpf. (3) Die wichtigste Voraussetzung des Informationstrainings ist eine solide sprachliche, logische und erfahrungswissenschaftliche Schulung. Mit ihr durchschaut man leichter die semantischen Betrügereien. (4) Kants Aufforderung, sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen, war ein Appell zur geistigen Freiheit. Aber in unserer Zeit wurde die Massenkommunikation zum Instrument der Steuerung des eigenen Verstandes und behindert dessen autonomen Gebrauch. (5) Die meisten politischen Entscheidungen - besonders demokratisch legitimierte Entscheidungen - beruhen auf intuitiven Urteilen und sind deshalb häufig falsch. (6) In unserer Zeit kommt erstaunlicherweise wieder die archaische Methode auf: die Behauptung, man sehe die Zukunft voraus und wisse, welches Verhalten für sie notwendig ist. Wenn man dieses oder jenes nicht tue - so beschwören uns manche Futurologen - träten katastrophale Folgen ein. Um dieses jedoch abzuwenden, müsse man einfach das tun, was sie vorgeben, es ginge ja um das Überleben schlechthin. (7) Unsere Freiheit hängt davon ab, ob die politische Organisation anstrebt, dem einzelnen möglichst viel Entscheidungsspielraum zu belassen oder ob sie anstrebt, möglichst viel durch Bürokratie zu erzwingen. (8) Es ergibt sich zwangsläufig aus dem gegenwärtigen Umgang mit der Information, der - ähnlich dem Umgang der Alchimisten mit ihren Elixieren - mit Verstand und Verantwortung wenig, mit Unverstand, Täuschung und Betrug aber viel zu tun hat. Wir werden zugleich informiert, verwirrt und betrogen, wir sehen kaum mehr die Wirklichkeit, fast nur noch Kulissen und Spiegelbilder. (9) Wir nähern uns .... der Situation, in der die Massenmedien zur Dressur der Massen mißbraucht werden. (10) Aber Information kann auch das Bewußtsein verwirren und die Menschen gegeneinander aufhetzen. (11) Und sollte mal einer wagen, diesen Skandal der gegenwärtigen Informationsproduktion, dieses Mißverhältnis von Macht und Moral zur Sprache zu bringen, dann zeigen sie ihm, was eine Harke ist. (12) War früher die geistige Entwicklung durch immer bessere Unterscheidungen bestimmt, so dominiert in unserer Zeit eine gigantische Simplifikationsmaschine. (13) So bilden sich Clans gegenseitiger Zustimmung, Bestätigung, Hochlobung und Prämierung - und gemeinsames Abblocken gegenüber Kritikern dieses Privilegs. (14) ....dass am Ende der Demokratisierung regelmäßig die Herrschaft der Demagogen und Funktionäre steht. (15) Aber mancher Sprachgebrauch der letzten Jahre ist nur als Mittel gewollter babylonischer Sprachverwirrung zu verstehen - wobei diese Verwirrung häufig zur Tarnung sehr bewußter Zwecke dient. (16) ....wir leiden auch unter informellen Übeln, beispielsweise unter stumpfsinniger Arbeit, Irreführung und Lüge, Mißtrauen, Einschränkung der geistigen Freiheit, fehlender menschlicher Kommunikation und moralischer Ausbeutung. (17) Es entsteht eine Massenkommunikation, der es in erster Linie darum geht, mit Information Geld und Macht zu gewinnen. (18) Die Ablösung der öffentlichen Meinung von der veröffentlichten Meinung. (19) Man übersieht aber leicht die viel schlimmere Entfremdung des Menschen von seiner Meinung, die tatsächlich nicht mehr seine Meinung ist, sondern von anderen professionell produziert wird. (20) Hier wird Bewußtsein enteignet. (21) Die Pluralität der Meinungen in den Massenmedien schafft Rechtfertigung für fast alle Verrücktheiten unserer Zeit und vernachlässigt das Normale, auf dessen Existenz unser Zusammenleben beruht. Wenn Neoliberalismus alle tradierten Dämme bricht, dann ist Umdenken der einzige Weg. Deshalb wird es immer zwingender, letztendlich wieder zu einer Phase der Aufklärung zu kommen. Diese Notwendigkeit beschreibt Neal Postman in seinem Buch: Die zweite Aufklärung, vom 18. ins 21. Jahrhundert. Berlin Verlag 1999. Hier einige fundamentale Aussagen: 5 (a) Der Schlüssel zum 21. Jahrhundert könnte in den Erkenntnissen des 18. Jahrhunderts liegen. (b) Vor zweitausenddreihundet Jahren dachten sich Pädagogen ein Unterrichtsmodell aus, das den Zweck verfolgte, Studenten dazu zu bringen, sich sowohl gegen die Verführungskunst der Eloquenz wie gegen den Reiz des Unsinns zur Wehr zu setzen. Im Mittelalter wurde dieses Modell formalisiert und unter dem Namen "Trivium" bekannt. Es bestand aus Logik, Rhetorik und Grammatik. (c) Die intellektuelle Kraft, Ehrlichkeit, Klarheit, Courage und selbstlose Wahrheitsliebe der begabtesten Denker des achtzehnten Jahrhunderts sind bis heute ohne Parallele. (d) Aussagen (die Welt der Wörter) können die Realität (die Welt der Nicht-Wörter) beschreiben, wenn dies mit Klarheit, Logik und geistiger Strenge geschieht und es ist möglich, die Struktur der Realität mit ausreichender Genauigkeit aufzudecken und zu verstehen, wie sie funktioniert. (e) Ist eine repräsentative Demokratie noch voll funktionsfähig, wenn das Denken ihrer Bürger nicht der Disziplinierung durch das gedruckte Wort ausgesetzt ist? Die Einpeitscher digitaler Verfahren scheren sich um diese Frage nicht. In ihrem unbesonnenen und aggressiven Optimismus schauen sie nur nach vorn in Richtung einer Welt, in der man leicht und schnell an Informationen herankommt. Das reicht ihnen schon. dass die für den Druck charakteristischen langsameren, linearen, nachdenklichen Formen der Informationsverarbeitung für eine Erkenntnisphilosophie, eine Geisteshaltung, eine bestimmte Art der Einordnung von Wissen stehen, ist ihnen nicht geläufig. (f) Wie kann man mehr Informationen schneller und in verschiedenartigeren Formen zu mehr Menschen bringen. Mit der Lösung wurde ein anderes, bisher noch nie dagewesenes Problem geschaffen: die Informationsschwemme, den Informationsmüll, die zweck- und sogar sinnlose Information. (g) Schließlich sind Unternehmen geblendet von den Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung neuer Technologien ergeben, und ganz mit Strategien beschäftigt, um ihre Profite zu maximieren. (h) Man sollte aus dem Geschäft mit der Information aussteigen und sich im Geschäft mit dem Wissen engagieren. Wer über Wissen verfügt, weiß, wie er Informationen einzuschätzen hat, ... und vor allem weiß er, wenn Informationen irrelevant sind. (i) Die Medien sagen uns nur, was wir denken sollen. Wichtig ist jedoch, das wir erfahren, was wir wissen müssen, um zu denken. Das ist der Unterschied zwischen bloßer Meinung und Erkenntnis. Es ist auch der Unterschied zwischen Dogmatismus und Bildung. Eine Meinung kann jeder Dummkopf haben; zu wissen, was man wissen muß, um sich eine Meinung zu bilden, ist Erkenntnis. (j) Wissen allein genügt nicht, Erkenntnis gehört dazu. Man kann über eine Menge Wissen über die Welt verfügen und dabei doch gänzlich ohne Erkenntnis sein. Bei Naturwissenschaftlern, Politikern, Unternehmern, Universitätsleuten und sogar bei Theologen ist das oft der Fall. Wissen muß mit Hilfe des Rückgriffs auf anderes Wissen beurteilt werden, und darin liegt der Kern der Erkenntnis. Wie man sieht, es gibt genügend Beispiele, die die intellektuelle Welt von heute nicht gerade als lobenswert charakterisieren. Als Fazit kommt nichts Gutes heraus. Es muß deshalb wieder ein Weg beschritten werden, der verantwortungsvoll in die Zukunft blickt und das gegenwärtige geistige Gezerre, mit Lug und Trug überzogen, überwindet. |
Widersprüche im Wärmeschutz In der Zeitschrift für integratives Gebäudemanagement, USV-Technik, Energie- und Facility- Management erschien in Ausgabe 2, April 2000 der folgende Artikel (Abbildungen hier nicht dargestellt): Die allgegenwärtige k-Wert Euphorie Die Umsetzung des Wärmeschutzes mit seinen erhöhten Anforderungen an die
Gebäudedämmung wird immer aufwendiger und schwieriger. Eine bauphysikalische und
wirtschaftliche Ausgewogenheit darf durch vermehrtes Auftreten methodischer Widersprüche
bezweifelt werden. Gültigkeit des k-Wertes Die Transmissionswärmeverluste der Außenhülle eines Gebäudes werden in den
vorgeschriebenen Berechnungen ausschließlich durch den k-Wert quantifiziert, der jedoch
nur für den Beharrungszustand, für stationäre Verhältnisse gilt, also nur die
Dämmeigenschaft einer Konstruktion beschreibt. In unseren Breitengraden liegen jedoch
wegen der 24 stündigen Solarstrahlungs-Periode ständig instationäre Verhältnisse vor,
so dass die Speichereigenschaft der Außenwand ebenfalls zum Tragen kommt. Speichern und Dämmen Die Absorption direkter und diffuser Solarstrahlung durch Außenwände wird sogar durch
Feist mit der Abbildung 2 in seinem Beitrag Dämmen oder Speichern
bekräftigt. Allerdings ist seine darin gemachte Aussage: Die Speicherfähigkeit der
Wand spielt in der Praxis keine Rolle", absolut falsch, denn Richtung und Größe
eines Wärmestromes werden durch die Nei-gung der Temperaturkurve, dem
Temperaturgradienten, gekennzeichnet. Somit führt die gezeigte Temperaturkurve zu einem
Wärmefluß von außen zur Mitte der Wand. Die höhere Temperatur auf der Innenseite
führt ebenfalls zu einem Wärmefluß in Richtung Mitte, der jedoch von dem von außen
entgegenkommenden Wärmestrom gestoppt wird. Die Außenwand wird von zwei Seiten mit
Energie aufgeladen, die eingespeicherte Energie kann während der Aufladungsphase am Tage
nicht nach außen abfließen und wird "gestapelt"; sie steht als Energiereserve
für die Entladungsphase in der Nacht zur Verfügung. Fehlinterpretation Diese Fehlentwicklung im Mauerwerksbau wird kurioserweise nun auch noch durch eine Fehlinterpretation der Thermografie scheinbar gestützt. Eine Infrarot-Kamera z. B. mißt die Wärmestrahlung, die maßgebend von der absoluten Temperatur der strahlenden Oberfläche abhängt. Je höher die Temperatur, desto höher die Strahlung. Dieses Naturgesetz wird in der Thermografie jedoch arg und listig fehlgedeutet. Infolge absorbierter Solarstrahlung werden Oberflächentemperaturen bis zu 30°C erreicht, die dann gegenüber den kalten Oberflächen z. B. eines Wärmedämmverbundsystems besonders intensiv strahlen. Und nun wird eilfertig ge-schlußfolgert: Schlechte k-Werte bedeuten große Wärmeverluste. Geflissentlich wird ver-schwiegen, dass die abgestrahlte Energie von der Sonne und nicht vom Heizsystem des Ge-bäudes stammt (siehe Abbildung 2). Selbst Greenpeace unterliegt diesem simplen Trick - und startet eine bundesweite Thermografie-Tour, um Wärmelecks aufzuspüren arme, bedauernswerte Aktivisten, die einer Mär auf den Leim gehen. Wirtschaftlichkeitsgebot Soll nun fälschlicherweise trotzdem ein Beharrungszustand angenommen werden, dann erfolgt die nächste Informationsselektion. Die Hyperbelform der k-Wert-Funktion (siehe Abbildung 3) katapultiert die im Wärmeschutz geforderten kleinen k-Werte in uneffiziente Bereiche. Die Nachhaltigkeit ist nicht mehr gegeben, weil zusätzliche Energie kaum noch eingespart werden kann - das ist unwiderlegbare Mathematik. Es ergeben sich bei unterschiedlichen Dämmstoffdicken folgende Wärmedurchgangskoeffizienten:
Im Energieeinsparungsgesetz als Ermächtigungsgrundlage zum Erlaß der
Wärmeschutzver-ordnung werden Nachhaltigkeit und Effizienz zwingend gefordert (EnEG, §
5). Deshalb wird auch ständig behauptet, die Wirtschaftlichkeit sei gegeben. Rechnerische
k-Werte von 0,5 bis 0,6 sind noch leicht und mit geringem Aufwand wirtschaftlich zu
realisieren, dagegen bedeutet die konstruktive Umsetzung von kleineren k-Werten einen
unverhältnismäßig hohen Aufwand, welcher zur Unwirtschaftlichkeit führt. Die großen
Dämmstoffdicken sind nach dem EnEG somit gesetzwidrig, da sie nicht wirtschaftlich zu
realisieren sind; wer etwas anderes zu beweisen versucht, präsentiert Mogelpackungen.
Diese entsprechen etwa einem Drittel der Gesamtenergie (einschließlich der
Umwandlungsverluste). Damit schrumpfen die 30 % zu etwa 10 % zusammen (siehe Abbildung 4;
Daten für die alten Bundesländer). Mit Statistik läßt sich trefflich manipulieren. Bei der Einführung der Wärmeschutzverordnung 1995 hieß es: Damit werden bei nur 2 bis 4 % Mehrkosten etwa 30 % Energie eingespart. Man bedenke:
Die absoluten Zahlen allerdings sind ernüchternd. Der durchschnittliche
Heizenergiebedarf der WSchVO 1982 lag bei 150 kWh/m²a. Davon 30 % bedeuten 45 kWh/m²a
bzw. 4,5 Liter Heizöl und damit etwa 2,70 DM/m²a Heizkosteneinsparung. Bei angenommenen
2000 DM/m² Baukosten (sehr niedrig angesetzt) würden 3 % dann 60 DM/m² Mehrkosten
ausmachen. Das Mehrkostennutzenverhältnis (MNV) beträgt damit 60 : 2,70 = 22 und dies
bedeutet das wirtschaftliche Fiasko.
Fazit Trotz dieser klaren Fakten sollen nach dem Willen der Bundesregierung wahre
Dämmstoffhalden eingebaut werden, bar jeder bautechnischen Vernunft - und wer entsorgt
eigentlich in Zukunft diesen Sondermüll? |
Wenn, wie beim Gebäudewärmeschutz, gegensätzliche Aussagen vorliegen, dann müssen nach Karl Raimund Popper die Argumente entweder widerlegt - oder akzeptiert werden. Naturgesetze und die Logik sind hierfür die richtigen Arbeitsmittel. Die immer wieder festzustellende übliche Art des Widersprechens hilft hier nicht weiter; sie deckt nur die Hilflosigkeit und/oder die mafiaähnliche Vernetzung der offiziellen Bauphysik auf, die, durch Drittmittel bedingt, industrieorientiert arbeitet. Fehlen bei vorgebrachter Kritik die Sachargumente, dann werden diese meist durch Beleidigungen und Verleumdungen ersetzt - untrügliche Zeichen berechtigter Kritik. Die überall vorgebrachten und zu lesenden Argumente offizieller Organe für die jetzige bautechnische Entwicklung bis hin zum sogenannten Energiesparhaus mit dem Superdämmwahnsinn können alle ausnahmslos widerlegt werden. Sie beruhen auf falschen Annahmen. Denkfehlern und Irrtümern. Manipulationen der Baufachwelt stehen dann notgedrungen im Vordergrund. Fachzeitschriften reproduzieren all dies und DIN mischt dabei fleißig mit. Grundsätzlich muß zum Thema Gebäudewärmeschutz folgendes vorausgeschickt werden: 1) Bautechnisch-konstruktive Lösungen müssen sich immer nach dem Klima richten. Im mediterranem Raum wird nachhaltig massiv mit speicherfähigen Materialien gebaut. Die Sonnenstrahlung ist derart intensiv, dass man sich davor schützen muß. Auch für die nächtlichen Abkühlungen ist der Massivbau hervorragend geeignet, da er die am Tage aufgenommene Energie dann in der Nacht wieder abgeben kann. Innen herrscht ein ausgeglichenes, angenehmes Raumklima. Im hohen Norden mit sehr geringer (oder keiner) Sonneneinstrahlung werden mehr die "Leicht"-Konstruktionen mit guter Dämmwirkung erforderlich. Das Iglu (Schnee ist ein schlechter Wärmeleiter) kann hier als ein traditionell bedingtes Beispiel angeführt werden. Wir in Mitteleuropa liegen dazwischen und brauchen beides. Die Speicherwirksamkeit und Dämmfähigkeit einer Außenkonstruktion. Dies hat Sinn und hat sich demzufolge bauhistorisch auch so entwickelt. 2) Der Wärmeschutz eines Gebäudes in unseren Breiten setzt sich also aus der Speicherung und der Dämmung zusammen. Dies wurde in früheren Zeiten auch dadurch berücksichtigt, dass für die bauphysikalische Bewertung neuer Konstruktionen zwei Merkmale angegeben wurden: die "gleichspeichernde Ziegeldicke" und die "gleichdämmende Ziegeldikke". Die Speicherfähigkeit einer Außenkonstruktion war ein bedeutender Aspekt und grundsätzlicher Bestandteil einer Außenkonstruktion. Die Speicherung wird günstiger bei schweren, massiven Baustoffen, die Dämmung wird günstiger bei leichten, porösen Baustoffen. Eine solide Mischung beider Eigenschaften schafft in unseren Breiten gesunde Wohnverhältnisse und spart Energie. Warum? 3) Irrigerweise beschränkt sich der heutige Wärmeschutz eines Gebäudes nur auf die Dämmung der Außenwand, die durch den allgegenwärtigen k-Wert manifestiert wird. Die segensreiche Speicherung der Außenwand wird dabei völlig negiert. Auch die Solarstrahlung, die wesentliche Energieeinsparungen, sogar kostenlos, erzielt, wird beim k-Wert unberücksichtigt gelassen. Und dies kommt so: Die Fouriersche Wärmeleitungsgleichung, auf die man sich bei der Berechnung der Transmissionswärmeverluste einer Außenwand immer beruft, besteht aus fünf Teilen, die folgende Merkmale beschreiben: a) die Speicherfähigkeit des Baustoffes, Diese allgemeine, für den instationären Zustand zutreffende Gleichung wird nun für den stationären Zustand durch die mathematische Operation einer "Nullsetzung" völlig verwandelt. Einzig aus dieser Verwandlung resultiert dann der nur für den Beharrungszustand geltende k-Wert, der bei allen Energiebedarfsberechnungen die Grundlage bildet. Diese Nullsetzung der allgemeinen Gleichung hat jedoch für die Energiebilanz einer Außenwand und damit für die tatsächlichen Transmissionswärmeverluste verheerende Folgen: a) Die Speicherfähigkeit wird null; d. h., der k-Wert berücksichtigt nicht diese in
unseren Breiten so wertvolle Eigenschaft einer Außenwand als Energie-Absorber. Trotz dieser entscheidenden Fehler wird von seiten der Administration und der industriefreundlichen Wissenschaft am nur für den Baharrungszustand geltenden k-Wert dogmatisch festgehalten. Obgleich er logischerweise in der Realität immer falsche Ergebnisse liefert - wegen der Nullsetzung einfach liefern muß, wird der k-Wert fälschlicherweise zum fatalen Symbol des Wärmeschutzes erhoben. 4) Selbst wenn eine Richtigkeit des k-Wertes, was ja nicht stimmt, angenommen werden soll, liefert der k-Wert aus mathematischen Gründen eine Effizienzgrenze, die weit über den jetzt angestrebten und empfohlenen k-Werten liegt. Bei den eingebauten Superdämmungen fehlt generell die Nachhaltigkeit einer merkbaren Energieeinsparung. Woran liegt das? Der k-Wert folgt einem fatalen Naturgesetz: Die Verdoppelung der Dämmung führt zu einer Halbierung des k-Wertes. Es ist also festzustellen: Es muß also doppelt soviel Dämmstoff eingebaut werden, um damit einen halb so großen k-Wert zu erreichen! Welch ein makabres Spiel beim "Verschärfen des Anforderungsniveaus": Allein dieses energetisch nutzlose Einbauen von Superdämmungen ist der Grund, weshalb immer nur von prozentualen Einsparungen gesprochen wird. Bei den einzelnen oben angeführten Schritten wird immerhin der k-Wert jeweils um 50% reduziert, was ja eine "gewaltige" Energieeinsparung suggeriert. In Wirklichkeit handelt es sich bei den kleineren k-Werten um vernachlässigbare und unscheinbare nominelle Werte. Von Umweltentlastung kann überhaupt keine Rede mehr sein. Hier sei nun ein Gedankenexperiment eingeschoben, das zum Verständnis der Wirksamkeit von Speicherung und Dämmung beitragen soll: Zwei Würfel von 10x10x10 cm und einer Wandung von jeweils 3 cm, bestehend einmal aus Stahl und einmal aus Polystyrol, werden im Kühlschrank durch und durch auf 0°C temperiert. Nun werden beide Würfel herausgenommen und von außen durch warme Luft und Sonneneinstrahlung erwärmt. Bei welchem Würfel ist eine Erhöhung der Innenlufttemperatur eher feststellbar? Beim Stahlwürfel oder beim Styroporwürfel? Auch der umgekehrte Weg kann einmal nachgefragt werden: Zwei Würfel von 10x10x10 cm und einer Wandung von jeweils 3 cm, bestehend einmal aus Stahl und einmal aus Polystyrol, werden durch und durch auf 20°C temperiert. Nun werden beide Würfel im Winter bei 0°C draußen deponiert. Bei welchem Würfel ist ein Absinken der Innenlufttemperatur eher feststellbar? Beim Stahlwürfel oder beim Styroporwürfel? Die Antworten werden am Ende des Beitrages gegeben. Wenn die oben angeführten vier Grundpositionen verlassen werden, und sie werden kontinuierlich mißachtet, ergeben sich infolge der dann grundsätzlich falschen Annahmen und der damit verbundenen Irrtümer fatale bautechnische Entwicklungen, die unisono zu Widersprüchen beim Gebäudewärmeschutz führen müssen. Wie sieht nun der Katalog der Widersprüche aus? 1. Immer wird als Grund für bautechnisch/konstruktive Veränderungen mittels Verschärfung des Anforderungsniveaus die notwendige Energieeinsparung genannt. Bei den Superdämmungen geht es wegen der Hyperbeltragik jedoch nicht um Energieeinsparungen und damit CO2 -Einsparungen, sondern nur um den Einbau von Dämmstoff und damit bei der Gebäudeerstellung auch um die Produktion von Sondermüll. Diejenigen, die heute den Dämmstoff einbauen, werden ihn dann später für teueres Geld wieder entsorgen. Damit winkt das nächste Geschäft. 2. Die energetische Gleichmacherei aller Bauten durch einheitliche "Anforderungen" entspricht nicht der klimatischen Vielfalt in der Bundesrepublik. Hier ergeben sich große Diskrepanzen zwischen wärmeren und kälteren Regionen. Frühere Vorschriften haben noch drei Wärmedämmgebiete unterschieden, heute wird überall "gleich gedämmt". Diese Vereinheitlichung des Dämmstoffeinbaues dient deshalb ausschließlich den Vermarktungsinteressen der Fertighaushersteller und Systemanbieter, die ihre Produkte quer durch die Republik karren wollen. Auch dem ausländischen Anbieter werden damit einheitliche Lieferbedingungen eingeräumt. Handwerkliche Erfahrung und regionalspezifische Bauweisen kommen damit nicht zum Tragen. 3. Dieser Dämmstoffeinbauwahn wird auch von DIN forciert und getragen. Sich jedoch nun auf Normen zu stützen, ist kein Verlaß, denn DIN sagt selbst, durch das Anwenden entziehe sich niemand der eigenen Verantwortung und demzufolge handle jeder auf eigene Gefahr. Das Bundesverwaltungsgericht sagt, DIN-Normen seien keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter. DIN ist also eine denkbar schlechte Basis für den Nachweis wissenschaftlicher Richtigkeit. Es stellen sich damit folgende Fragen: Können Schreibtisch-Normen das Erfahrungswissen und die Nachhaltigkeit von Bautechnik ablösen? Sind nun die aus der Erfahrung heraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse oder demgegenüber Vereinbarungen interessierter Kreise wichtig? Soll kreatives Ingenieursdenken durch administrative Verordnungstexte ersetzt werden? 4. Wie "flexibel" DIN-Normen sind, zeigt der Feuchtenachweis in der DIN 4108. Früher war eine trockene Konstruktion Stand der Technik. DIN paßte sich dem an und deshalb hieß es in der DIN 4108, "Wärmeschutz im Hochbau" früherer Jahre: "Auch im Innern von unsachgemäß aufgebauten Bauteilen kann Tauwasser auftreten, besonders dann, wenn sie mehrschichtig und die Schichten unzweckmäßig hintereinander angeordnet sind". Tauwasser in der Konstruktion war damals also nicht Stand der Technik und galt demzufolge als unsachgemäß! Heute bietet die Industrie Chemieprodukte an, die bei Schichtkonstruktionen wegen der ungenügenden Sorptionsfähigkeit und der gefährlichen Diffusionsdichtigkeit automatisch zu Tauwasserbildungen führen. Die DIN mußte deshalb "technisch weiterentwickelt" werden. Die Auffassung von der Notwendigkeit einer trockenen Konstruktion wurde korrigiert. Jetzt darf im Winter Tauwasser bis zu 1 Liter (bzw. ½ Liter) pro Quadratmeter auftreten, wenn dieses im Sommer wieder ausdiffundiert ! Die dem Nutzer dienende Forderung nach einer absoluten Trockenheit der Konstruktion wurde umgedeutet in eine relative Trockenheit in Form einer jährlichen Bilanz. Laßt doch die Konstruktion im Winter feucht werden, Hauptsache ist, dass sie im Sommer wieder austrocknet. Welch ein technischer Fortschritt, wenn man bedenkt, dass trockene Konstruktionen im Winter und nicht im Sommer wichtig werden. Was ist daraus abzuleiten? Fortschreibungen von DIN-Normen entsprechen meist den Wünschen der Industrie und nicht den berechtigten Bedürfnissen der Bewohner. Vorsicht also bei Schichtkonstruktionen, die v. a. in der Außenhaut besondere Zusätze enthalten, die die Diffusionsfähigkeit der Gesamtkonstruktion mindert. Wichtig für die innere Kondensatfreiheit wird die richtige Schichtung, wobei auf eine Abnahme der µ- Werte (nicht der sd-Werte) in Diffusionsrichtung geachtet werden muß. Neuerdings wird wegen Mißachtung dieser Regel der Feuchtetransport nach innen mittels "intelligenter Dampfbremse" favorisiert. Feuchte gehört jedoch nach außen und nicht nach innen. 5. Die DIN behandelt im Teil 5 nur den Feuchtetransport durch Diffusion. Viel wichtiger und entscheidender ist jedoch der kapillare Transport von Feuchtigkeit, der an die Außenoberfläche treten soll und dann dort verdunsten kann. Kapillarer Wassertransport wird jedoch durch Chemieprodukte wie Dämmschichten, Folien und Beschichtungen weitgehend unterbunden. Bei WDV-Systemen besteht die Gefahr, dass Konstruktionen durchfeuchten. Besonders bei der Innendämmung muß mit Durchfeuchtungen gerechnet werden. All dies führt zu ungesunden Wohnverhältnissen. 6. Die DIN 4108 enthält bei den Diffusionsberechnungen auch einen methodischen Fehler. DIN weist jedes unbelüftete Dach, und sei es als Schichtkonstruktion bauphysikalisch noch so falsch aufgebaut, als eine "im Sinne von DIN unschädliche Konstruktion" aus. Selbst bei Akzeptanz der eben erläuterten Mißstände werden fehlerhafte Konstruktionen somit nicht mehr erkannt. Im Gegenteil: falsche Konstruktionen werden durch DIN legitimiert; dem Kunden wird Richtigkeit vorgegaukelt, obwohl Feuchteschäden eintreten werden. All dies geschieht durch Mißbrauch der Richtlinienkompetenz zusammengerufener "Experten", die alle die Fehlerhaftigkeit dieses Sachverhaltes nicht erkannt haben. Die Beispiele mögen zeigen, dass eine Fortschreibung von DIN-Vorschriften oft auch zweifelhaften Motiven entspringt. 7. Die Fehlerhaftigkeit einer k-Wert-Berechnung wird besonders durch Energieverbrauchsanalysen dokumentiert, die unmißverständlich die Unzuverlässigkeit der gewählten Berechnungsansätze zeigen. Altbauten verbrauchen weniger, die "neuen Bauweisen" aber mehr Energie als berechnet. Um nun den k-Wert zu retten, werden in sophistischer Manier "Forschungsergebnisse" präsentiert, die u. a. sogar unbesonnte Nordwände energe- 5 tisch günstiger einstufen als besonnte Südwände - ein recht dubioses und nur manipulativ zu erzielendes Ergebnis, erarbeitet am Institut für Bauphysik. Dies offenbart die Unglaubwürdigkeit so mancher empirischer Forschung. Selbst auf die Forschung ist somit nicht immer Verlaß. 8. Zur Rechtfertigung einer "k-Wert-Verwendung" wird die Aussage verbreitet, dass der stationäre k-Wert den Transmissionswärmeverlust auch instationärer Zustände beschreibe, wenn infolge zeitlich abhängiger Temperaturschwankungen im eingeschwungenen Zustand der Mittelwert verwendet wird. Voraussetzung für diese Annahme ist es, dass die Zeit der Mittelwertbetrachtung groß genug sei und bis zu drei Wochen betrage. Aber gerade diese Bedingung wird doch nicht eingehalten, da die Temperaturschwankungen im Tagesrhythmus auftreten und demzufolge ständig energetische Auswirkungen auf die speicherfähige Wand haben. Neben den Außentemperaturschwankungen geht es jedoch hauptsächlich um die direkte Absorption von Solarstrahlung; erst diese erbringt die wesentlichen Energieeinsparungen durch Nutzung kostenlos zur Verfügung gestellter Sonnenenergie. Bei der transparenten Wärmedämmung und auch beim Massiv-Absorber wird die Speicherfähigkeit hoch gelobt, warum geschieht dies dann nicht bei der massiven Außenwand? 9. Durch die "neuen Bauweisen" treten verstärkt Feuchteschäden mit Schimmelpilzbildung auf. Getreu der Dämmstoffdoktrin wurde nun ständig als Ursache eine mangelhafte Dämmung diagnostiziert. Dies trifft nicht den Kern des Problems und führt zu fragwürdigen Therapievorschlägen. Die Gründe sind: a) Kondensat kann nur auftreten, wenn feuchte Luft abgekühlt wird. Dies geschieht bei einer Konvektionsheizung (Zentralheizung mit Radiatoren), da hier die Lufttemperatur immer höher als die Wandoberflächentemperatur ist. Bei einer Strahlungsheizung dagegen (z. B. Kachelofenheizung, Wandstrahler) kann Kondensat nicht entstehen, da die Lufttemperatur immer niedriger als die Wandoberflächentemperatur ist. Wärmestrahlung als elektromagnetische Erscheinung wie der Strom, das Licht oder die Röntgenstrahlen erwärmt keine Luft, sondern nur Materie. b) Die alte DIN 4108 "Wärmeschutz im Hochbau" diente als Hygienenorm der Vermeidung von Kondensat an der Innenoberfläche. Die gebräuchlichen k-Werte lagen etwa bei 1,0 W/m²K. Bei der früheren Bausubstanz traten jedoch kaum Kondensatschäden auf. Bei den heute üblichen kleineren k-Werten wird der Schimmel an den Wänden jedoch zur Dauerplage. Am "zu schlechten k-Wert" kann es also nicht liegen. Aber jeder Energieberater empfiehlt einen "besseren" Wärmeschutz! Falsch ! c) Einen viel größeren Einfluß auf die Schimmelpilzbildung hat die rel. Feuchte der Innenraumluft. Bei hohen rel. Feuchten kann selbst ein "guter" k-Wert die Kondensatbildung nicht vermeiden. In jeder Tabelle über Taupunkttemperaturen kann dies abgelesen werden. Wichtig wird es also dafür zu sorgen, dass es zu keinen zu hohen rel. Feuchten der Innenraumluft kommt. 10. Mitverantwortlich an diesem Schimmelpilz-Dilemma sind die jesuitenhaft vorgetragenen Beschwörungen zur (mißverstandenen) Energieeinsparung. a) Der hygienisch notwendige Luftaustausch, der automatisch die hohen rel. Feuchten vermeidet, wurde als Lüftungswärmeverlust diskredidiert. Dabei handelt es sich hier um einen immerhin hygienisch notwendigen Lüftungswärmebedarf. b) Um die "Lüftungswärmeverluste" zu minimieren, wurden dichte Fenster verordnet. Damit entfiel der Grundaustausch der Raumluft durch undichte Fenster, die immerhin die Feuchtespitzen abzubauen in der Lage waren. In welcher Form der notwendige Luftaustausch erfolgt, ist dabei zweitrangig; die Hauptsache ist doch, dass der Lüftungsstrom durch Abkühlung zu keinen Feuchteschäden führt. c) Mit dem Einbau neuer Fenster kamen Einrahmenfenster zum Einsatz, die besonders wärmebrückenempfindlich sind, da der lange Wärmeleitungsweg eines Kastenfenster wegfiel. Der Schimmel in den Laibungen war kaum zu vermeiden. Mit den Einrahmenfenstern und den Isolierglasscheiben wurde aber auch der Schallschutz wesentlich verschlechtert. d) Mit dem Abriß des alten Kachelofens (Strahlungsheizung) und dem Einbau einer Zentralheizung (Konvektionsheizung) wurde die Schimmelpilzanfälligkeit erst heraufbeschworen. e) Mit dem Heizen eines Kachelofens wurde automatisch auch morgens gelüftet. 11. Der durch "verschärfte Anforderungen" zu erzielende "Energiegewinn" durch Superdämmungen liegt volkswirtschaftlich gesehen unter 1 %. Anderslautende Meldungen können leicht widerlegt werden. Auch betriebswirtschaftlich kann die im Energieeinsparungsgesetzt geforderte Wirtschaftlichkeit infolge der Hyperbeltragik nicht nachgewiesen werden. Alle Beteuerungen, die Wirtschaftlichkeit sei eingehalten, beruhen auf Mogelpackungen. Dieses betrügerische Verhalten tangiert den § 263 StGB (Betrug) und ist ein typischer Fall manipulierender Rhetorik. 12. Durch die normierten Randbedingungen reduziert sich sehr wohl die Energieeinsparverordnung zu einem km-Wert Verfahren. Genauso, wie der dritte Entwurf der WSchVO 1995, der als "Energiebilanzverfahren mit neuer Methodik" gefeiert wurde, zu einem km-Verfahren mit sieben Varianten mutiert, genauso verwandelt sich die EnVO 2000 zu einem km-Verfahren - allerdings mit noch mehr Varianten. Das Gedankenexperiment hat folgende Lösung: In beiden Fällen schneidet der Stahlwürfel besser ab, weil er, bevor die Temperaturveränderung nach innen dringt, mehr von der aufgenommenen Energie einspeichert als der Styroporwürfel. Die Phasenverschiebung ist beim Stahlwürfel größer. |
Interview in den Nürnberger Nachrichten vom 15. Sept. 2000 mit Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier Bei uns ein glattes Tabuthema Wie muß ein Haus beschaffen sein, damit es möglichst wenig (teure) Heizenergie verbraucht, wie können bestehende Gebäude energetisch saniert werden? Wer sich mit diesen Fragen beschäftigt, stößt schnell auf das Thema Wärmeschutz ein Gebiet, bei dem nach Überzeugung von Claus Meier ziemlich viel falsch läuft. Was genau, das erläuterte uns der promovierte Ingenieur und Architekt, der sich seit Jahren dem Thema Wärmeschutz widmet, bei einem Redaktionsgespräch. Besserer Wärmeschutz = geringerer Heizenergieverbrauch und damit weniger Kosten für den Hausbewohner diese Rechnung wird oft und gern aufgemacht. Geht sie auf? Meier: Im Grundsatz ist diese Rechnung schon richtig. Zunächst aber gilt es zu klären, was den Wärmeschutz ausmacht. Dies ist zum einen die Dämmung, zum anderen aber auch die Wärmespeicherfähigkeit von Material, zum Beispiel Mauerziegeln. Bei uns allerdings wird der Begriff Wärmeschutz immer mit Dämmung gleichgesetzt die Fähigkeit von Außenwänden und flächen, Sonnenwärme zu speichern, bleibt unberücksichtigt. Sie ist in unseren Breiten aber ein entscheidender Faktor. Bei massiven Außenwänden ist die Nutzung der Sonnenenergie, sonst in aller Munde, ein glattes Tabuthema. Frage nach der Wirtschaftlichkeit Wenn es um das Thema Wärmeschutz geht, gilt der k-Wert, der so genannte Wärmedurchgangskoeffizient, als Maß aller Dinge. Zu Recht? Meier: Nein. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Der k-Wert berücksichtigt nicht die oben erwähnte Wärmespeicherfähigkeit von massiven Wänden und damit die solaren Energiegewinne. Zudem geht er von konstanten Wärmeströmen aus. Die aber liegen bei massiven Außenwänden infolge der absorbierten Solarenergie nie vor. Mit dem k-Wert wird also schlicht falsch gerechnet. Wird der k-Wert (fälschlicherweise) trotzdem akzeptiert, dann kommt das zweite Problem: Man glaubt, k-Werte von Bauteilen mit Hilfe von Dämmstoffen immer weiter minimieren zu müssen. Ab einem gewissen Punkt stellt sich hier dann die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von Dämmmaßnahmen. Mit den kleinen k-Werten, wie sie in der geplanten neuen Energieeinsparverordnung, aber auch bereits in der jetzigen Wärmeschutzverordnung gefordert werden, bewegt man sich in ineffizienten Bereichen. Inwieweit ineffizient? Meier: Je kleiner der k-Wert ist, desto aufwendiger ist es, ihn noch weiter zu reduzieren. Denn eine Halbierung des k-Wertes erfordert die Verdopplung der Dämmung. Lassen Sie es mich an einem Beispiel erklären: Fünf Zentimeter Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,8, zehn Zentimeter drücken ihn auf 0,4. Um den k-Wert auf 0,2 zu reduzieren, braucht es eine 20 Zentimeter Dämmschicht; soll er aber 0,1 betragen, muß die Dämmung sogar 40 Zentimeter dick sein. dass hier die Grenze der Wirtschaftlichkeit schnell erreicht ist, liegt auf der Hand. Welche k-Werte sind denn aus Ihrer Sicht mit Blick auf die Kosten-/Nutzenrelation sinnvoll? Meier: Für Dach und Wand sind k-Werte von 0,35 bis 0,4 rentabel. Superdämmungen, die den Wert weiter drücken, rechnen sich nicht: Die dadurch - rechnerisch auf dem Papier - erzielte minimale Energieeinsparung steht in keinem Verhältnis zu dem Kostenaufwand, den die Dämmung verursacht. Nun heißt es ja allenthalben, dass Altbauten in Sachen Wärmeschutz regelrechte Energiefresser sind und deshalb dringend nachgerüstet werden müssen. Was raten Sie denn Besitzern von Häusern? Meier: Altbauten sind nicht generell Energiefresser; dies wird nur infolge unzutreffender Berechnungen mit dem k-Wert- ständig behauptet. Bei Berücksichtigung der Speicherfähigkeit massiver Wände werden Resultate erzielt, die sogar günstiger als die oben erwähnten rentablen k-Werte sind. Wenn das Haus aus 36,5 Zentimeter dicken Vollziegelwänden besteht, würde ich gar nichts machen, denn Dämmung und Speicherung sind gut ausgewogen. Der Ziegel verfügt über eine hohe Wärmespeicherfähigkeit. Zusammen mit einem mineralischen Innen- und Außenputz ist diese Wandkonstruktion ideal, auch bezüglich des Feuchteschutzes. Solarenergie ausgesperrt Was halten Sie von einem Wärmedämmverbundsystem? Meier: Prinzipiell gilt, dass die Dicke des Dämmschutzes und die daraus resultierenden Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zu der damit - rechnerisch - zu erzielenden Energieeinsparung stehen muß. Für Kalksandstein bedeutet das: mit einer 24 Zentimeter dicken Wand, auf der ein höchstens sechs Zentimeter starkes Dämmsystem aufgebracht ist, kann man leben. Allerdings wird dadurch die segensreiche Solarenergie ausgesperrt sie kann in diesem Fall nicht gespeichert werden. Auch sind Abstriche im Feuchteschutz zu machen: Denn die Sorptionsfähigkeit, also die Fähigkeit der Mauer, Feuchtigkeit aufzunehmen und zu transportieren, wird behindert. Ihre Aussagen stehen im Widerspruch zu den gängigen Meinungen. Geraten Sie nicht in den Verdacht, gegen einen verbesserten Wärmeschutz zu sein? Meier: Um es ganz klar zu sagen: Ich bin nicht gegen Wärmeschutzmaßnahmen ich bin nur gegen den Unfug, aufgrund falscher Rechnungen und Vorstellungen Superdämmungen zu propagieren, die mehr die Interessen der Industrie berücksichtigen als die der Kunden. Es gibt Alternativen, die vorzuziehen sind. Viele Mitstreiter Sehen sie sich in Ihrem Kampf gegen k-Wert-Gläubigkeit und Superdämmungen als einsamer Rufer in der Wüste? Meier: Nicht mehr. Ich habe inzwischen viele Mitstreiter. Auch die Wohnungswirtschaft hat erkannt, dass vorgelegte Energiesparprognosen nicht stimmen; im Interesse der Mieter wird hier umgedacht. Die falschen Rechnungen, die derzeit aufgemacht werden, kann man einfach nicht akzeptieren. Interview: VERENA LITZ Info zum Thema im Internet unter http://www.konrad-fischer-info.de |
Verbundsysteme für die Fassade: kritisch betrachtet Energiesparen tut not das weiß jedes Kind. Ob man dazu allerdings die Außenwände der Häuser mit Dämmung vollpacken soll, darüber streiten sich die Gelehrten. Eine kritische Position bezieht Professor Dr.-Ing. Claus Meier, wissenschaftlicher Direktor und ehemaliger Leiter des Hochbauamts der Stadt Nürnberg. Wenn, wie beim Gebäudewärmeschutz offensichtlich, gegensätzliche Aussagen vorliegen, dann müssen die Argumente entweder widerlegt oder akzeptiert werden. Naturgesetze und die Logik sind hierfür die richtigen Arbeitsmittel. Grundsätzlich ist zum Thema Gebäudewärmeschutz folgendes vorauszuschicken: Bautechnische Lösungen müssen sich immer nach dem vorliegenden Klima richten. Im mediterranen Raum zum Beispiel wird nachhaltig massiv mit speicherfähigen Materialien gebaut. Die Sonneneinstrahlung ist sehr intensiv; man muß sich davor schützen. Auch für die nächtlichen Abkühlungen ist der Massivbau hervorragend geeignet, da er die am Tage aufgenommene Energie dann in der Nacht wieder abgeben kann. Innen herrscht ein ausgeglichenes, angenehmes Raumklima. Im hohen Norden dagegen mit sehr geringer (oder keiner) Sonneneinstrahlung entsprechen mehr die "Leicht"-Konstruktionen mit guter Dämmwirkung den Erfordernissen. Das Schnee-Iglu kann hier als ein Beispiel angeführt werden. Wir in Mitteleuropa liegen dazwischen und brauchen beides. Die Speicherwirksamkeit und die Dämmfähigkeit einer Außenkonstruktion. Dies macht Sinn und hat sich demzufolge bauhistorisch über die Jahrhunderte auch so entwickelt. Der Wärmeschutz eines Gebäudes in unseren Breiten besteht somit aus der Speicherung und der Dämmung. Dies wurde früher auch praktiziert. Die bauphysikalische Bewertung neuer Konstruktionen erforderte zwei Merkmale: die "gleichspeichernde Ziegeldicke" und die "gleichdämmende Ziegeldicke". Heute dagegen wird die Speicherung einer Außenkonstruktion konsequent negiert. Irrigerweise beschränken viele Entscheidungsträger bei ihren Vorgaben den heutigen Wärmeschutz eines Gebäudes nur auf den so genannten k-Wert, also auf die Dämmung der Außenwand. Die segensreiche Speicherung wird völlig vernachlässigt. Auch die Solarstrahlung, die wesentliche kostenlose Energieeinsparungen erzielt, wird beim k-Wert unberücksichtigt gelassen. Diese in unseren Breiten so wertvolle Eigenschaft einer Außenwand als Energie-Absorber bleibt also außen vor. Es wird demnach eine konstante Wärmestromdichte, die bei jeder Temperaturberechnung
die Grundlage bildet, angenommen beziehungsweise. vorausgesetzt. Die Realität einer
massiven Außenwand zeigt jedoch überall in Größe und Richtung unterschiedliche
Wärmestromdichten. Trotz dieser entscheidenden Fehler wird von seiten der Administration und der einen, sehr industriefreundlichen Seite der Wissenschaft am nur für den Beharrungszustand geltenden k-Wert geradezu dogmatisch festgehalten. Obgleich der k-Wert in der Realität immer falsche Ergebnisse liefert, immer nur eine
rechnerische Fiktion bedeutet, wird er somit fälschlicherweise zum Symbol des
Wärmeschutzes erhoben. Superdämmung: eine Fehlentwicklung? Der k-Wert folgt einem fatalen Naturgesetz: Die Verdoppelung der Dämmung führt zu einer Halbierung des k-Wertes. Das bedeutet im Klartext:
Die Dämmstoffdicke muß also verdoppelt werden, um eine Halbierung des k-Wertes zu erreichen. Das heißt: Der durch verschärfte Anforderungen in der WSchVO zu erzielende Energiegewinn durch Superdämmungen liegt volkswirtschaftlich gesehen unter 1 Prozent. Anderslautende Meldungen können durch einfache Rechnung leicht widerlegt werden. Auch betriebswirtschaftlich kann die im Energieeinsparungsgesetzt geforderte Wirtschaftlichkeit keinesfalls nachgewiesen werden. Alle Beteuerungen, die Wirtschaftlichkeit sei eingehalten, beruhen auf Mogelpackungen - ein typischer Fall manipulierender Rhetorik. Welch ein makabres Spiel beim ständigen "Verschärfen des Anforderungsniveaus": Dem Dämmstoffverkäufer werden überproportionale Umsatzsteigerungen garantiert, dem Bauherrn werden überproportionale Baukostenverteuerungen aufgezwungen. Der Umwelt nutzt dies alles nichts, denn die Energieeinsparung wird nominell immer kleiner und nähert sich dem Wert null. Allein das Phänomen, dass man eine Verdoppelung der Dämmschichtdicke benötigt, um den Wärmedurchgangskoeffizienten (k-Wert) zu halbieren, ist auch der Grund, weshalb immer nur von prozentualen Einsparungen gesprochen wird. So ergeben sich erst die "gewaltigen" Energieeinsparungen. Wie sieht nun der Katalog der Widersprüche aus? Immer wird bei den Wärmeschutzverordnungen als Grund für eine Verschärfung des Anforderungsniveaus die notwendige Energieeinsparung genannt. Bei den jetzt geforderten Superdämmungen kann es wegen des oben angesprochenen Phänomens nicht um Energie und damit um weitere CO2 -Einsparungen gehen, sondern einzig und allein nur um den Einbau von viel Dämmstoff. Damit aber wird dann auch viel Sondermüll produziert. Diejenigen, die heute den Dämmstoff einbauen, haben schon signalisiert, ihn später auch wieder zu entsorgen - für teueres Geld. Damit winkt das nächste Geschäft. Die energetische Gleichmacherei aller Bauten durch einheitliche "Anforderungen" entspricht nicht der klimatischen Vielfalt in der Bundesrepublik. Hier ergeben sich große Diskrepanzen zwischen wärmeren und kälteren Regionen. Frühere Vorschriften enthielten noch drei Wärmedämmgebiete, heute wird überall "gleich viel gedämmt". Diese Vereinheitlichung des Dämmstoffeinbaues dient hauptsächlich Vermarktungsinteressen. Handwerkliche Erfahrung und regionalspezifische Besonderheiten gehören damit ein für allemal der Vergangenheit an - Globalisierung des Marktes nennt man das. Dieser Dämmstoffeinbauwahn wird auch von DIN forciert und getragen. Auf Normen ist jedoch kein Verlaß, denn DIN sagt selbst, durch das Anwenden entziehe sich niemand der eigenen Verantwortung und demzufolge handle jeder auf eigene Gefahr. Das Bundesverwaltungsgericht sagt, DIN-Normen seien keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter. DIN ist also eine denkbar schlechte Basis für den Nachweis wissenschaftlicher Richtigkeit - und Redlichkeit. Folgende Fragen sind zu stellen: Können Schreibtisch-Normen das Erfahrungswissen und die Nachhaltigkeit von Bautechnik ablösen? Sind die aus der Erfahrung heraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse wichtig oder statt dessen Vereinbarungen interessierter Kreise? Soll kreatives Ingenieursdenken durch administrative Verordnungstexte ersetzt werden? Vieles geschieht durch den Missbrauch der Richtlinienkompetenz zusammengerufener "Experten", die alle die Fehlerhaftigkeit wichtiger Sachverhalte nicht erkennen. Beispiel: Die DIN 4108 behandelt im Teil 5 nur den Feuchtetransport durch Diffusion. Viel wichtiger und entscheidender ist jedoch der kapillare Transport von Feuchtigkeit zur Außenoberfläche, um dort zu verdunsten. Kapillarer Wassertransport wird jedoch durch Dämmschichten, Folien und Beschichtungen weitgehend unterbunden. Bei WDV-Systemen besteht die Gefahr durchfeuchteter Konstruktionen; Pilz- und Algenbefall sind die Folge. Bei einer Innendämmung muß fast immer mit Durchfeuchtungen gerechnet werden. All dies führt zu ungesunden Wohnverhältnissen mit Krankheitsbildern wie z. B. Asthma. Die Fehlerhaftigkeit einer k-Wert-Berechnung wird auch durch Energieverbrauchsanalysen untermauert. Altbauten verbrauchen weniger, die "neuen Bauweisen" dagegen mehr Energie als berechnet. Um den k-Wert zu retten, werden die Absorptionsgewinne als unbedeutend bezeichnet und zu diesem Zweck sogar auch "Forschungsergebnisse" vorgelegt, die unter anderm unbesonnte Nordwände energetisch günstiger einstufen als besonnte Südwände - ein recht dubioses Ergebnis, erarbeitet an einem Institut für Bauphysik. Dies offenbart fehlende Glaubwürdigkeit und Seriosität so mancher empirischer Forschung. Entscheidend ist die direkte Absorption von Solarstrahlung. Erst diese erbringt die wesentlichen Energieeinsparungen durch Nutzung kostenlos zur Verfügung gestellter Solarenergie. Bei der transparenten Wärmedämmung und auch beim Massiv-Absorber wird die Speicherfähigkeit hoch gelobt, warum geschieht dies dann eigentlich nicht bei der massiven Außenwand? Tatsache ist: Durch die "neuen Bauweisen" treten verstärkt Feuchteschäden
mit Schimmelpilzbildung auf. Getreu der Dämmstoffdoktrin wurde als Ursache ständig eine
mangelhafte Dämmung diagnostiziert. Dies trifft nicht den Kern des Problems. Die Gründe
liegen woanders: Ein Raum mit einer Strahlungsheizung dagegen (Kachelofenheizung, Wandheizflächen)
bleibt kondensatfrei, da die Lufttemperatur immer niedriger als die
Wandoberflächentemperatur ist. Die alte DIN 4108 "Wärmeschutz im Hochbau" war eine richtige Hygienenorm. Bei Beachtung wurde Kondensat an der Innenoberfläche vermieden. Die hierfür notwendigen k-Werte lagen bei 1,0 W/m²K und darüber. Wenn bei der früheren Bausubstanz kaum Kondensatschäden auftraten, bei den heute üblichen kleineren k-Werten jedoch der Schimmel an den Wänden zur Dauerplage wird, dann kann es also nicht am "zu schlechten k-Wert" liegen. Trotzdem empfehlen Energieberater einen "besseren" Wärmeschutz! Das ist absolut falsch! Einen viel größeren Einfluß auf die Schimmelpilzbildung hat die relative Feuchte der Innenraumluft. Denn bei hohen relativen Feuchten kann selbst ein "guter" k-Wert die Kondensatbildung nicht vermeiden. In jeder Tabelle über Taupunkttemperaturen kann dies abgelesen werden. Entscheidend ist, dafür zu sorgen, dass es zu keinen zu hohen relativen Feuchten der Innenraumluft kommt. Mitverantwortlich an diesem Schimmelpilz-Dilemma sind die missionarisch vorgetragenen Beschwörungen zur (mißverstandenen) Energieeinsparung. Der hygienisch notwendige Luftaustausch, der sozusagen automatisch die hohen relativen Feuchten vermeidet, wurde als Lüftungswärmeverlust diskredidiert. Dabei handelt es sich hier um einen immerhin hygienisch notwendigen Lüftungswärmebedarf. Um die "Lüftungswärmeverluste" zu minimieren, wurden dichte Fenster verordnet. Damit entfiel der Grundaustausch der Raumluft durch undichte Fenster, denn diese bauten die Feuchtespitzen ab. Es ist zweitrangig, in welcher Form der notwendige Luftaustausch erfolgt, wichtig dabei ist nur: Ein abgekühlter Lüftungsstrom darf zu keinen Feuchteschäden führen. Mit dem Einbau von neuen Fenstern kamen Einrahmenfenster zum Einsatz, die besonders wärmebrückenempfindlich sind, da der lange Wärmeleitungsweg des bisherigenKastenfenster wegfiel. Der Schimmel in den Laibungen war kaum zu vermeiden. Wer glaubt, durch die Wärmeschutzverordnungen sei man "per Gesetz" dazu verpflichtet, die gestellten Anforderungen zu erfüllen, unterliegt einer gezielten Meinungskampagne. Die Wärmeschutzverordnung 1995 enthält die Möglichkeit, sich diesem Dämmungsdiktat zu entziehen. Der Paragraph 14 kann sogar als eine Art Generalbefreiung angesehen werden. Und warum wurde dieser ganze Zirkus inszeniert? Nur aus dem einen Grunde, um von den unwirtschaftlichen und barbarischen k-Werten abzulenken, die sich bei der Umsetzung ergeben. Der Anwender wird mit solchen Verwirrspielen zum Narren gehalten. Zusammenfassend kann gesagt werden: Die Entwicklung des Gebäudewärmeschutzes nimmt groteske Formen an. Fast alle offiziellen Aussagen, die durch gezielte Medienpolitik sogleich breit gestreut werden, sind fragwürdig, dubios und zwiespältig und verfolgen einseitige Interessen der Industrie, die sich mit den Interessen der Nutzer kaum decken. Es überwiegen die falschen Vorstellungen von einem ausgewogenen und gesunden Gebäudewärmeschutz. Da in der heutigen Zeit fast an jedem Tag eine "unglaubliche Geschichte" serviert wird, die normalerweise für unmöglich gehalten wurde, kann auch auf dem Gebiet des Bauens und speziell des Gebäudewärmeschutzes sicher auf so manche Überraschung gewartet werden.
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