|
|
|
|
ist zweifellos die allgegenwärtige Größe, nicht nur in der Bauphysik. Keine Geschwindigkeit ohne Zeit, denn eine Reisegeschwindigkeit ist der in einer Zeiteinheit zurückgelegte Weg. Beispiel: Sie fahren die 50 km von A nach B in einer halben Stunde, das entspricht einem Durchschnitt von 100 km/h. In der Haustechnik haben wir z.B. noch die Fliessgeschwindigkeit, das heißt: wie viel Liter Wasser fließen in der Minute durch das installierte Rohr. Ein Beispiel für praktische Auswirkungen ist ein Rohrbruch: je höher die Fliessgeschwindigkeit und je länger die Zeit, bis Sie die Bescherung merken, um so mehr Wasser ist ausgelaufen. Die Zeit spielt aber auch eine wichtige Rolle, wenn es um heizen und lüften geht. Das sind solche Fragen: wie lange muss ich lüften und wie oft (Stosslüftung)? oder: Wie lange dauert es, bis ich die Wohnung (wieder) warm habe? Ich behaupte mal ganz kühn: es gibt eigentlich kaum einen physikalischen Prozess, bei dem der Faktor Zeit keine Rolle spielt. In der praktischen Anwendung jedoch ist schon eine gewisse Ignoranz festzustellen, insbesondere wenn es um Wärmedämmung geht. Die qualitative Beurteilung einer Konstruktion nach DIN bzw. EnEV zielt hauptsächlich auf den u-Wert ab. Der aber hat mit der Zeit nicht viel zu tun. Wie schnell ein Wärmestrom durch Stoffe fließt oder wie lange ein Aufwärm- oder Auskühlprozess stattfindet, wird nicht komplex betrachtet. Denn das Modell sieht einen stationären Zustand vor. Angesichts von praktisch häufig auftretenden Temperaturschwankungen ist das ein großes Manko, folglich eine einseitige Betrachtung. Denn in Verbindung mit Stoffkenngrößen sind Speichervorgänge zu betrachten, die viel langsamer ablaufen, als die täglichen Temperaturänderungen. Spätestens seit Einstein wissen wir, dass die Zeit auch eine relative Größe ist.
|
|
ist eine so simple Sache, dass deren Erklärung schwieriger ist als die Sache selbst. Die Verbindung mit der Zeit ist oben schon erklärt: aus der Relation Weg und Zeit ergibt sich die Geschwindigkeit. Im Bauwesen an sich spielt der Weg als Länge eine herausragende Bedeutung. "Schon dreimal abgeschnitten, und immer noch zu kurz" verdeutlicht uns sehr anschaulich die Bedeutung des Planens, Messens und Ausführens nach Längeneinheiten wie m, cm und mm. Ob es sich um Geschosshöhen handelt, Spannweiten von Fensterstürzen oder Decken, die Abmessungen von Fenstern oder einfach um die Dicke von Wänden - wir haben es immerzu mit dieser Größe zu tun, auch wenn es unterschiedliche Bezeichnungen gibt: Weg, Strecke, Entfernung, Länge, Breite, Höhe, Dicke, Stärke, Mächtigkeit. Es geht letztendlich immer um einen Weg von A nach B, der - egal in welcher räumlichen Lage auch immer - geradlinig und eindimensional betrachtet wird. Es gibt aber auch Situationen, da muss man den Weg zweidimensional bzw. sogar dreidimensional betrachten. Eindimensional = Strecke (x), zweidimensional = Fläche (x; y), dreidimensional = Kubus / Volumen / Rauminhalt (x; y; z). Das trifft für die Betrachtung von Wandausschnitten mit den Abmessungen 1 m x 1m zu, die bezogene Fläche ist dann 1 m2 (qm). Für die Betrachtung von Stoffkenngrößen, z.B. der Dichte, ist der m3 (cbm) unverzichtbar. In der Bauphysik wird die Dicke mit s (oder mit d) bezeichnet und in m angegeben. |
|
kennen wir unter den Begriffen heiß und kalt usw. Aber was bedeutet Temperatur physikalisch? Wie wir alle wissen, bestehen Stoffe aus Molekülen und die wiederum aus Atomen. Nimmt man ein "Atommikroskop" und sieht sich die Atome einer Eisenstange an, stellt man fest, dass die ständig in Bewegung sind. Diese Schwingungen der Atome sind aber nun wieder so klein, dass man sich das gar nicht mehr vorstellen kann. Jedoch ist dieses Maß der Schwingung eine Größe für den Energiezustand: je höher die Temperatur, desto schneller die Schwingungen. Dann müssten die aber auch mal aufhören? Ja, das ist so, nämlich wenn der "absolute Nullpunkt" erreicht ist. Das sind ca. -276 °C im All. Kälter geht es nicht. Dann hören die Atome auf zu schwingen. Um mal eine Relation zu sehen: in der Reiseflughöhe eines Jets sind es draußen um die -40 °C, unter 0 °C gefriert das Wasser, 40 °C heißes Wasser empfindet man schon als heiß, ein Feuer entwickelt 900 - 1200 °C und die Sonne hat auf der Oberfläche 1000 - 3000 °C und im Innern einige Millionen °C. Was sagt uns die Alltagserfahrung?: bei Kälte geht alles etwas langsamer, geradezu zäh. Selbst Öle werden dickflüssig und ein guter Schnaps ist wie Öl, wenn er aus dem Tief-Kühler bei -25 °C kommt. Wasser macht sich bei ca. 100 °C "dünne", es verschwindet in Form von Wasserdampf. Das ist alles eine Frage der Temperatur, also eine Frage des Energiezustandes. Die bei uns gebräuchliche Maßeinheit ist das °C, aber Sie kennen auch andere Gradskalen: Reaumur (°R), Fahrenheit (°F). Die für bauphysikalische Betrachtungen wichtige Größe ist die Temperaturdifferenz, welche man in K (Kelvin) angibt. 12 °C - 10 °C = 2 °C = 2 K.
Noch eine Erklärung zur Wärmeausdehnung: Die weitaus meisten, also nicht alle, Stoffe dehnen sich mit steigender Temperatur aus. Der lineare Ausdehnungskoeffizient a ist aber in Wirklichkeit keine Konstante, sondern er hängt selbst von der Temperatur ab. Die Längenausdehnung lässt sich nur für Festkörper tatsächlich nutzen (z.B. Bimetall), obwohl sich auch ein Festkörper dreidimensional ausdehnt. Diese Größe heißt Volumenausdehnungskoeffizient g. Er ist für Festkörper ungefähr 3 a.
Beachte: Temperatur = Wärme ? Lösung = Nein. |
|
ist das Verhältnis aus Gewicht zu Volumen. Bei der Rohdichte wird ein homogener Stoff betrachtet. Wasser hat eine Dichte von 1, das sind 1.000 kg bzw. 1 t pro 1 m3. Holz kommt auf 600 - 800 kg/m3, ist somit leichter als Wasser und deshalb schwimmt es auch. Beton bringt es auf ca. 2.400 kg/m3 und Stahl hat um die 7.000 kg/m3. Mineralische Dämmstoffe beginnen bei 5 und sie bringen es auf Werte von max. 500 kg/m3. Die Dichte von gasförmigen und flüssigen Stoffen hat auch was mit der Temperatur zu tun. Wenn die Moleküle mit zunehmender Temperatur stärker schwingen, brauchen sie auch mehr Platz dafür. Der Stoff dehnt sich aus und weil sich dabei bei gleicher Masse mehr Volumen ergibt, nimmt die Dichte ab.
|
|
sagt uns, wie viel Einheiten eines Stoffes in einem anderen enthalten sind. Das können Salzionen im Wasser sein, aber auch Wasserdampf in der Luft. Das ist übrigens ein häufig behandeltes Thema, weil es hier um Diffusion, Kondensation (Tauwasserbildung) und richtiges Lüften geht. Die Begriffe relative Luftfeuchte und Sättigungsdampfgehalt haben auch etwas mit Konzentration zu tun. In der Bauphysik muss man darauf achten, die Masse- und die Volumenkonzentration auseinander zu halten (Sie erkennen es an den Einheiten M% und V%). Die Formel hierfür ist nicht so kompliziert: uv = um * r / 1.000 und umgekehrt: um = uv * 1.000 / r Dabei bedeuten r (rho) die Rohdichte [kg/m3], u ist der Feuchtegehalt [%] mit Fußnote m massebezogen und mit Fußnote v volumenbezogen.
|
|
gibt es nicht nur auf Strassen und Wegen. Ein lustiges Beispiel ist, wenn der Architekt eine Tiefgarageneinfahrt geplant hat und beim Gefälleknick nicht aufgepasst hat. Das bedeutet, dass Herr Meckermann mit seinem BMW Z3 prompt aufsetzt und sich an seinem schönen Auto wertvolle Teile abhobelt (also eine Haftungsfrage, nur mal so am Rande). Es geht um den Unterschied von zwei Höhen, je kürzer die bezogene Strecke ist oder je größer der Höhenunterschied auf ein und derselben Strecke, um so größer ist das Gefälle. Gemessen wird es in Meter je Meter bzw. cm je Meter, wodurch man gleich auf % kommt. Was es sonst noch für Gefälle gibt:
Das betrifft zwar immer unterschiedliche Größen und Erscheinungen, jedoch haben alle eines gemeinsam: ein Ausgleich erfolgt immer vom höheren zum niederen Niveau, so sicher wie Wasser immer bergab fließt. Das bedeutet, Sie können im Winter nicht das Fenster aufmachen und "das eine Grad von draußen reinlassen".
|
|
Das Kapillarverhalten / die Kapillarwirkung ist eine Stoffeigenschaft, die das Vermögen beschreibt, innerhalb dieses Stoffes Wasser zu transportieren. Dieser Transport erfolgt in Poren (z.B. nennt man die Hohlräume zwischen den Steinchen von Sand oder Kies oder Beton Haufwerksporen) oder in anderen Kapillargefässen, die sich aus der Stoffstruktur ergeben. Hier sind wir natürlich im mikroskopischen Bereich und es gehört etwas Vorstellungsvermögen dazu. Die Kapillargefässe ziehen sich wie ein Geflecht feiner Äderchen durch das Stoffgefüge. Der Wassertransport erfolgt durch Oberflächenspannungen innerhalb dieser Äderchen oder Röhrchen. Und: er kann entgegen der Schwerkraft erfolgen. Eine Erklärung für die Kapillarwirkung ist die Adhäsion (das ist die Anziehungskraft zwischen den Molekülen zweier unterschiedlicher Körper bzw. Stoffe). Und man muss noch die Oberflächenspannung berücksichtigen. Die hat nun wieder was mit Kohäsion zu tun (das ist die Anziehungskraft zwischen den Molekülen ein und desselben Körpers bzw. Stoffes).
Diese Beispiele sollen genügen, um die Erscheinung der Kapillarwirkung zu erklären. Jetzt wird auch klar, warum der Ziegelstapel auf der Baustelle nass ist, obwohl er gegen Regen abgedeckt wurde und auch, warum das Sockelmauerwerk nass wird, wenn man die untere Abdichtungslage vergisst oder falsch ausführt. Nun wissen wir, wie das Wasser in Stoffe oder Bauteile hineinkommt. Aber: kommt es auch wieder raus? Jain. Im Prinzip schon, aber bedeutend schwerer. Der Stoff, der das Wasser aufgesaugt hat, will es nicht hergeben. Er hält es in seinen Kapillaren fest. Das ist wie eine Falle: rein geht´ s schnell, raus langsam oder gar nicht. Raus kann das Wasser nur, wenn ein Abtrocknen stattfindet. Was bedeutet das? Abtrocknen bedeutet, dass die Luft der Umgebung das Wasser aufnehmen kann. Die Voraussetzung dafür ist ein Gefälle: Temperatur und Feuchte der Luft müssen geeignet sein, das Wasser aufzunehmen. Es muss ein Gefälle bestehen, welches die Feuchte zwingt, sich nach außen zu bewegen.
Ergänzung hierzu: Die Kapillarität ist das Verhalten von Flüssigkeiten in engen Röhren und es kommt darauf an, ob beim Kontakt Energie frei wird oder nicht (Adhäsion). Um die Steighöhe in der Kapillare zu berechnen, muss man das Gleichgewicht zwischen Oberflächenspannung und Schwerkraft auflösen. Der Rand, an dem die Oberflächenkraft angreift, ist der Innen-Umfang des Röhrchens. Man erhält 2 p r * s = r * r2p * h * g. Stellt man die Gleichung nach h um, erkennt man, dass die Steighöhe umgekehrt proportional zum Radius r ist. Wird bei dem Kontakt der Flüssigkeit mit den Kapillaren Energie frei (Adhäsion),
handelt es sich um eine benetzende Flüssigkeit. Von einer vollständigen Benetzung spricht
man, wenn sich der Körper über die Eintauchgrenze hinaus mit einer dünnen Schicht der
Flüssigkeit auch gegen die Schwerkraft überzieht. Steigt die Flüssigkeit in der
Kapillare, macht sie nichts anderes, als dem Prinzip der Oberflächenspannung zu folgen. |
|
ist das Durchdringen gasförmiger Stoffe durch feste Stoffe. Wie dem Wasser stehen den Gasmolekülen auch nur die zuvor beschriebenen Zwischenräume zur Verfügung. Allerdings ist die Wirkungsweise eine andere und nicht unbedingt mit der Kapillarwirkung zu vergleichen. Haben wir es bei der Kapillarwirkung mit der Bewegung von Wasser innerhalb anderer Stoffe zu tun und geht es dabei um einen weitgehend "zusammenhängenden" Stoff (die Wassermoleküle "kleben" aneinander), geht es bei der Diffusion um Gase. Gase sind zwar auch nur Moleküle, aber die sind kleiner als Wassermoleküle und außerdem hängen die nicht so zusammen. Deshalb kann Gas durch noch viel kleinere Öffnungen kommen, wo sich die Wassermoleküle nicht mehr durchquetschen können. Die Luft ist ein solches Gas, aber auch das Wasser, sofern es als Wasserdampf gasförmig geworden ist.
Dieses Maß, das den Unterscheid ausmacht, ist die Diffusionswiderstandszahl m, ebenfalls ein wärmetechnischer Kennwert nach DIN 4108 T.4. Der Rechenwert der Diffusionswiderstandszahl mR wird ohne Einheit angegeben. Je nach Produkt (die genauen Daten hat der Hersteller mit den "Technischen Blättern" anzugeben) weiß man dann, womit man zu rechnen hat: Mineralwolle: 1, Polystyrol 20 -100, Normalbeton 70 -150, PVC-Folie bis 50.000, Bitumendachbahn bis 80.000. Aluminium-Folie mit d > 0,05 mm ist praktisch dampfdicht. Auch bei PE-Folien gibt es Unterschiede, man muss zwischen Dampfsperre und Dampfbremse unterscheiden. |
|
Die Wärmeleistung wird in W (Watt) gemessen (1.000 Watt = 1 Kilowatt = 1 kW). Der Name der Einheit kommt vom Engländer James Watt, also aus Zeiten der ersten Dampfmaschinen. Ihre Entsprechung findet sie in den physikalischen Größen Arbeit und Leistung. Bei der Wärmemenge - am häufigsten angegeben in kWh - geht es ganz banal um die Frage: wie viel Energie muss ich aufwenden, um z.B. 10 l Wasser von 16 °C auf 100 °C aufzuheizen? Anders gesagt: wie viel Energie muss ich in einen gewissen Stoff "hineinpumpen", um ihn auf ein höheres Energieniveau zubringen? Oder anders rum: wie viel Energie gibt eine gewisse Menge eines Stoffes ab, wenn er am auskühlen ist? Die Wärmemenge Q ist ein Maß für die in einem Körper enthaltene Wärme (Energie), ihre Einheit ist das Joule (J). Um ein Liter Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C zu erwärmen, muss man 4.186,8 J einsetzen. Diese Fragen werden noch mal interessant, wenn es um Dämmung und Speichervermögen geht. |
|
ist an Stoffe gebunden. Sie beschreibt eine Form des Energietransportes. Lassen Sie uns den wesentlichen Vergleich rekapitulieren: Temperatur kennzeichnet den Energiezustand (wie stark schwingen die Moleküle des betrachteten Stoffes?) und Wärme ist etwas mehr als Temperatur, weil hier weitere Kenngrößen einfließen, siehe oben bei Wärmemenge. Wärmeleitung ist die direkte Wärmeleitung in einem Stoff bzw. Körper. Sie kommt durch die Molekülstöße zustande, ohne dass ein Materialtransport stattfindet (was jedoch bei der Konvektion der Fall ist). Während die Wärmeleitzahl die Stärke des Wärmestroms bei einem vorgegebenen Temperaturunterschied beschreibt, charakterisiert die Temperaturleitzahl die Geschwindigkeit, mit der sich die Temperaturänderung in einem Körper ausbreitet. Der Wärmetransport tritt fast immer in der Einheit von Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung auf. Man kann sagen, diese 3 Formen des Wärmetransportes sind untrennbar miteinander verbunden und sie treten (fast) immer gleichzeitig auf. Sobald man anfängt, eins davon auszuklammern, entfernt man sich mit seiner modellhaften Betrachtung von der Realität. Wärmestrahlung wird heutzutage leider zu oft unter den Tisch gekehrt, sie wird weiter unten erklärt: Die Strahlungswärme / Wärmestrahlung. Sir Isaac Newton hat als "Abkühlungsgesetz" formuliert: jeder Körper kühlt in einer kälteren Umgebung ab. Umgekehrt erwärmt er sich, wenn ihm aus der Umgebung mehr Energie zugestrahlt wird, als er selbst abstrahlt.
|
|
ist eine energetische Stoffkenngröße. Der Wärmeleitfähigkeitswert lR wird in W/(mK) gemessen (Watt je Meter und Kelvin). Die Bedeutung der einzelnen Größen ist wie folgt zu verstehen: K als Einheit für die Temperaturdifferenz, z.B. drinnen +22°C und draußen -15°C ergeben 37 K. m steht für Meter, also die Strecke, die "die Wärme" aufgrund des Temperaturgefälles von innen nach außen, z.B. durch die Außenwand, zurücklegt. Das sind dann eben 36,5 cm für eine 36,5er Wand bzw. 0,365 m. W steht für Watt und es kennzeichnet die Wärmemenge. Der Wärmeleitfähigkeitswert lR ist eine idealisierte Größe, das Modell wird so gebildet: 1 Watt Wärmemenge auf 1 m zu durch fließenden Stoff bei einem Temperaturgefälle von 1 K. Das bedeutet: je kleiner der l-Wert ist, desto höher kann die Temperaturdifferenz sein oder desto dünner kann z.B. die Außenwand sein. Aber: je nach Anwendungsgebiet des Stoffes soll die Wärmeleitfähigkeit klein oder groß sein. l ist das kleine griechische l und heißt Lambda. Definition nach DIN 4108: Die Wärmeleitfähigkeit l gibt die Wärmemenge an, die im stationären Zustand durch eine Fläche von 1 m2 fließt, wenn senkrecht dazu ein Temperaturgefälle von 1 K/m herrscht. lR ist der Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit. Angegeben wird die Wärmeleitfähigkeit eines trockenen Baustoffes.
|
|
Wärmedurchlasskoeffizient und -widerstand Der Wärmedurchlasskoeffizient L ist nichts weiter, als die Wärmeleitfähigkeit bezogen auf eine praktische Dicke eines Stoffes. Also kommt ganz einfach unter den Bruchstrich ein m dazu und aus Meter wird m2, weil man 1/(s/lR) rechnet. Besteht eine Wand aus mehreren Schichten, sind mehrere Einzelwerte auszurechnen und einzubeziehen, dazu benötigt man von jeder einzelnen Schicht die Dicke s in m und den Wärmeleitfähigkeitswert lR in W/(mK). Man rechnet für jede Schicht den Wert s/lR aus (das ist der jeweilige Wärmedurchlasswiderstand 1/L in m2K/W). Neu ist: aus L mach R. (L ist das große L im Griechischen, Lambda ausgesprochen) |
|||||||||||||||||||||
|
Wärmeübergangskoeffizient und -widerstand Der Wärmeübergangskoeffizient a bezieht sich auf den Wärmemengenübergang zwischen dem festen Stoff (z.B. die Außenwand) und einem Wärmeträger (flüssig oder gasförmig, in der Regel natürlich gasförmig, nämlich die Raumluft und die Außenluft). Der Wärmeübergangskoeffizient a wird in W/m2K angegeben. Der Wärmeübergangswiderstand ist 1/a und somit der reziproke Wert des Wärmeübergangskoeffizienten a (man dreht einfach den Bruch um, das griechische a heißt Alpha).
|
|||||||||||||||||||||
|
Wärmedurchgangskoeffizient und -widerstand Die einzelnen Wärmedurchlasswiderstände werden addiert und man rechnet 1/ai + 1/aa hinzu. Nun rechnet man 1 durch diesen Summenwert und erhält den k-Wert in W/m2K. Der Wärmedurchgangswiderstand ist nichts weiter als der reziproke Wert des Wärmedurchgangskoeffizienten, also 1/k (man dreht einfach den Bruch um).
Wie rechnet man?
Diese Berechnung wird uns durch die DIN 4108 vorgegeben. Neu ist: aus k mach u. Wie ist das zu werten? Würde ich Geld dafür bekommen, würde ich Ihnen jetzt sagen: je besser bzw. kleiner der Wärmeleitfähigkeitswert lR desto besser bzw. kleiner der Wärmedurchgangskoeffizient k, den wir nun u nennen. Also müssen wir dämmen auf Teufel komm raus, um der Umwelt zuliebe Energie einzusparen. Parallel müssen wir die Gebäude hermetisch machen und zum Ausgleich moderne Lüftungsanlagen einbauen. Damit reduzieren wir den immensen Beitrag der Gebäudebeheizung an der Umweltverschmutzung und retten das Weltklima. Weiterhin würde ich Ihnen erzählen, dass das alles zwar ein bisschen mehr kostet (natürlich ohne konkrete Werte zu nennen) und dass sich trotzdem "alles rechnet". Da ich nicht gesponsert werde, sage ich Ihnen: Wenn man das Verhalten von Stoffen und Bauteilen so einseitig betrachtet, wie es im Rahmen der EnEV geschieht, entsteht ein Wettkampf um immer bessere l- oder k- oder u-Werte und man lässt solche Größen wie Zeit und Speichervermögen einfach weg (als wenn es diese Größen plötzlich nicht mehr gäbe). Es wird ja in den Definitionen der oben genannten Größen nach DIN 4108 kein Hehl daraus gemacht, dass es sich um eine Betrachtung im stationären Zustand handelt. Die Formulierungen " ... gibt die Wärmemenge an, die in einer Stunde ... " dürfen nicht hinwegtäuschen, dass dennoch der Faktor Zeit weitgehend ignoriert wird. Das ist genauso ein Humbug, wie die Leistungsangaben bei elektrischen Haushaltsgeräten in W/h. Wenn Ihnen z.B. in der Werbung gesagt wird, die Waschmaschine hat eine Leistung von 750 W/h, dann ist das ausgemachter Blödsinn. Unterstellen wir eine kontinuierliche Leistungsaufnahme, dann haben wir diese 750 Watt in dieser einen Stunde, in einer Woche, im nächsten Monat und immer wenn die Waschmaschine läuft. 750 Watt bedeuten 750 W elektrische Leistungsaufnahme, das sind bei 250 Volt 3 Ampere Stromstärke (weswegen ein separater Stromkreis sinnvoll ist, wenngleich auf 10A bzw. 16A abgesichert ist). Läuft diese Waschmaschine im Jahr 1.000 Betriebsstunden kommen Sie auf einen Stromverbrauch von 750 W x 1.000 h = 750 kWh - und nur das ist ein Wert, mit dem Sie was anfangen können (x30 Pf./kWh = 225 DM). Merke: der Faktor Zeit ist berücksichtigt, wenn man das auch an den Einheiten erkennen
kann. Auch wenn man für 1 W = 1 N x m/s schreiben kann, ist das nur die halbe Wahrheit.
Solange Strahlungsvorgänge und Speicherwirkungen ignoriert werden, ist das nur die halbe
Wahrheit. |
|||||||||||||||||||||
|
|
Lüften, relative Luftfeuchte, Sättigungswasserdampfgehalt Wozu lüftet man? Eine Luftwechselrate ist sicherzustellen, ggf. muss die Heizungsanlage Frischluft für die Verbrennung erhalten. Dieses Problem muss auch ohne raumlufttechnische Anlage (RLT) zu lösen sein. Bereits vor 130 Jahren wurde der CO2-Gehalt in der Luft als Maßstab der Raumluftqualität erkannt. Die maximale Konzentration von 0,1 % ist ein in Deutschland und anderen europäischen Staaten anerkannter Grenzwert. Die erforderliche Luftwechselrate ergibt sich aus der Anzahl der Personen und deren Tätigkeit: Schlafen/Ruhe erfordert 17 - 21 m3/h Frischluft, Lesen/Fernsehen 20 - 26, Schreibtischarbeit 32 - 42, Hausarbeit 55 - 72, Handwerken 90 - 130. Je nach Aktivität liegt die Frischluftrate bei erwachsenen zwischen 10 und 75 Liter pro Stunde. In einem 4-Personen-Haushalt wird demnach eine Frischluftmenge von 2.000 - 3.000 m3 benötigt. Hat das Gebäude ein zu beheizendes Luftvolumen von beispielsweise 310 m3, folgt daraus ein erforderlicher Luftwechsel von 6,5- bis 10-fach am Tag, also alle 4 bis 2,5 Stunden einmal komplett die Luft ausgewechselt. Ein weiterer Grund für das Lüften ist die erforderliche Entfeuchtung. Der Mensch gibt im Schlaf 40-50 g/h Feuchtigkeit ab, bei Haushaltsarbeit ca. 90 g/h und bis 175 g/h bei anstrengenden Tätigkeiten. 400-600 g/h gehen beim Kochen und Braten in die Raumluft, die Waschmaschine gibt 200-350 g je Waschgang ab. Beim Wannenbad entstehen ca. 1100 g und beim Duschen ca. 1700 g. Eine Topfpflanze gibt um die 15 g/h ab. Anhand dieser Streuungen erkennt man, dass eine genaue Berechnung des Lüftungsbedarfs gar nicht möglich ist. Die Berechnungsvorschriften der RLT nehmen Erfahrungswerte, die aber allemal neben dem tatsächlichen Bedarf liegen. Zumal ist das Weglüften von Feuchte jahreszeitlich unterschiedlich. Insofern darf das Lüften nach Bedarf auch noch im Hightech-Zeitalter Bestand haben. Oft noch sind die einfachen Methoden die wirksamen und für kaum jemanden dürfte es verwunderlich erscheinen, nach dem Baden das Fenster vorübergehend zu öffnen. Bekanntermaßen ist die Dauerlüftung mittels Kippstellung der Fenster von Mai bis September sinnvoll und weit verbreitet. Der Sättigungswasserdampfgehalt ist nichts weiter als der Wassergehalt in g von 1 cbm Luft bei 100 % rel. Luftfeuchte. 100 % rel. Luftfeuchte bedeutet, mehr vermag die Luft bei einer bestimmten Temperatur nicht an Wasser aufzunehmen (d.h. an Wasserdampf zu binden). Das geht von 9,39 g/m3 bei 10 °C Lufttemperatur bis 30,35 g/m3 bei 30 °C Lufttemperatur. |
|
Kondensation: Tauwasserbildung Bei Temperaturen über 0°C beginnt Eis und Schnee zu tauen. Tauwasser aber entsteht auch bei höheren Temperaturen. Man benötigt einen luftgefüllten Raum mit einer Lufttemperatur und einer relativen Luftfeuchte. Dazu nimmt man einen Stoff oder Körper mit der Taupunkttemperatur, die natürlich unter der Raumtemperatur liegt. Diese Taupunkttemperatur ist in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchte und der Lufttemperatur unterschiedlich hoch. Wird sie erreicht und unterschritten, kommt es zur Tauwasserbildung.
Das sind allesamt halbwegs praxisnahe Beispiele, aber keine komplizierte Berechnung steckt dahinter. Die Werte liest man aus der Taupunkttabelle ab. Die enthält die Taupunkttemperaturen und die Werte für den Sättigungsdampfgehalt - in Abhängigkeit von Lufttemperatur und rel. Luftfeuchte. |
![]()
|
|
ist das Vermögen eines Stoffes, Energie zu speichern. In der praktischen Anwendung bedeutet das, dass Prozesse des Auskühlens (also Wärmeabgang vom höheren zum niederen Niveau) unterschiedlich schnell, besser: langsam, ablaufen.
Weitere Kenngrößen: |
|
Die Strahlungswärme / Wärmestrahlung ist etwas anderes als die Konvektion, auch wenn es etwas mit der Bewegung von Wärmemengen vom höheren zum niederen Niveau zu tun. Auch hierbei werden Stoffe aufgewärmt, denn es geht ja darum, dass Temperaturen in der Umgebung des Menschen geschaffen werden, die ihm angenehm sind. Man spricht von Behaglichkeit. Die Idee ist alt wie die Menschheitsgeschichte, die Römer waren die Erfinder der Heizung mittels Strahlung. Die haben heiße Luft aus dem Ofen durch Kanäle im Fußboden geführt, dort hat die Luft die Wärme abgegeben und der Fußboden hat die Wärme dann an den Raum abgestrahlt. Diese Strahlung kann man mit der der Sonne vergleichen, wenngleich die Intensität sich wesentlich unterscheidet (die Sonne: Millionen bzw. tausende °C - die Raumtemperatur: 20-24 °C). Sie benötigt auch nicht die Luft, um die Wäre weiterzugeben. Die Strahlen breiten sich von der abstrahlenden Fläche überallhin aus, und der Stoff oder Gegenstand, der sich gerade im Weg befindet, wird angestrahlt, das heißt er bekommt die Wärme ab. Die Luftmoleküle werden angestrahlt, der Schrank, der Tisch, die Wand, aber auch die Menschen. Mit Ausnahme des Menschen, der ja selbst Wärme produziert (im Durchschnitt 80 Watt; also gibt der Mensch soviel Wärme ab, wie eine ständig brennende Glühlampe) haben daher alle Gegenstände und Stoffe, die mittels Strahlung erwärmt werden, eine einheitliche Temperatur. Diese Ausgewogenheit ist der Grund dafür, dass sich die Behaglichkeit eher einstellt, es werden schon 20 °C als warm empfunden. In diesem Zusammenhang muss ich noch einen Begriff nennen: die Solarkonstante. Die Sonnenstrahlung hat in Erdentfernung noch eine Intensität von 1,353 kW/m2. Diese Größe wird als Solarkonstante bezeichnet.
Um Doppelungen zu vermeiden, verweise ich auf folgende Diagramme zu Bestrahlungsstärken, Strahlungssummen, Globalstrahlung und Wärmefluss. Hier geht es um gemessene Werte und Sie erfahren etwas über direkte Einstrahlung und Globalstrahlung. Beispiel Str1: In den Berechnungen gem. EnEV sind auch solare Gewinne zu berücksichtigen. Nach EnEV gibt es solare Gewinne nur durch die Fenster. Um die zu berechnen, wurden folgende Werte für die solare Einstrahlung verordnet:
Die Fläche der Fenster Ai mit der Orientierung j (Süd, West, Ost, Nord und horizontal) ist nach den lichten Fassadenöffnungsmaßen zu ermitteln (das heißt: Fläche = Glas + Rahmen).
Es geht um elektromagnetische Strahlung, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Frequenz f und Wellenlänge l, weil f * l = c (c = Lichtgeschwindigkeit). Außerdem besteht noch der Zusammenhang Welle-Teilchen-Energie. Deshalb kann man das Spektrum der elektromagnetischen Strahlung in Frequenz [ 1/s ], in Photonen-Energie [ eV ] und in Wellenlänge [ m ] angeben. Die zeichnerische Darstellung ist eine Wellenlinie (Sinuskurve) entlang eines Strahls.
|
|
ist eine Form der Materialvermischung. Der Wärmetransport ist also gleichzeitig mit einem Stofftransport verbunden (was bei der Wärmeleitung nicht der Fall ist).
|
3 Arten der Wärmeübertragung |
|||
| Kürzel | S | K | W |
| Bezeichnung | Strahlung | Konvektion | Wärmeleitung |
| Symbolskizze | ![]() |
![]() |
![]() |
| Was bedeutet das? | elektromagnetische Strahlung | Durchmischung als Materialvermischung | durch Molekülstöße, ohne dass Stofftransport stattfindet; Weitergabe der kinetischen Energie |
| Welche Stoffe betrifft das? | Gase, Flüssigkeiten | Gase, Flüssigkeiten | Gase, Flüssigkeiten, Festkörper |
| Beispiele | die gesamte Energie, die unsere Erde von der Sonne erhält, Kachelofen | Ozeane, Atmosphäre, die Luft im Wohnzimmer, Luftzug der Heizkörper | Ziegelwand, Metallrohr |
| Welche Gesetze wirken? | - Plancksches Str.Gesetz - Wiensches Verschiebungsgesetz - Stefan-Boltzmann- Gesetz - Kirchhoffsche Strah- lungsgesetze (A + R = 1) |
die thermische Bewegung ist der Motor, Ziel ist gleiche
Teilchenzahldichte im gesamten Volumen (1. Ficksches Gesetz) |
Transportgleichung (Wärmekapazität, Temperaturleitwert) |
| Wie verhindern? | A soll = 0 und R soll = 1 (Spiegel = idealer weisser Körper) | das warme vom kalten Gebiet materiell trennen | materiefreien Raum schaffen (Vakuum) |
| Wie bei Luft verhindern? | nur durch vollständige Absorption, Verhinderung der Abstrahlung | unbewegliche Luft lässt nur Wärmeleitung zu (Luft ist schlechter W.leiter) | geht nicht, wobei aber Luft ein schlechter Wärmeleiter ist |
| Welche weiteren Begriffe gibt es? | IR-, UV-Strahlung (Sonnen-) Licht |
Diffusion | Wärmeausdehnung Wärmekapazität |
Denkansätze zum Wärmetransport Warum der Begriff Wärmeleitung (und davon abgeleitet: Wärmeleitfähigkeit) nicht das Alleinseligmachende sein kann, soll zunächst die kleine Übersicht verdeutlichen. Hier werden die gebräuchlichsten Baumaterialien hinsichtlich ihrer Eigenschaften verglichen, wobei die Quantifizierung nur tendenziell verdeutlicht sei.
Die hier dargestellten "Weisheiten" sind keine, das ist Grundwissen und jeder kann etwas damit anfangen. Auch was die Anteile von Wärmeleitung und -strahlung betrifft, mag vorstellbar sein. Um etwas tiefer einzusteigen, lassen Sie uns 2 Materialien genauer betrachten. Dazu legen wir sie unters Mikroskop. Maßstäbliche Verzerrungen in den Skizzen seien mir verziehen, ich habe leider keine mikroskopischen Aufnahmen zur Hand.
(S), (W) und (K) sollen die 3 Arten des Wärmetransportes kennzeichnen. Der Anteil jeder Transportart wird allerdings nicht dargestellt. Die Konvektion der eingeschlossenen Luft dürfte eher zu vernachlässigen sein. Jedoch ist es undenkbar, den Strahlungsanteil bei hoher Porigkeit zu vernachlässigen. Die Wärmeleitung erfolgt innerhalb der festen Partikel und zwischen diesen natürlich nur an den Grenz- oder Berührungsflächen. Da aber jeder Körper strahlt, muss auch im Inneren jedes feste Partikelchen abstrahlen. Die Wärmestrahlung geht durch die in den Poren eingeschlossene Luft und trifft auf das gegenüber liegende feste Partikelchen. Dort geht sie in das Partikelchen hinein - und weiter geht es infolge Wärmeleitung. Die auftreffende Strahlung regt die getroffenen Moleküle des Partikelchens an, so dass deren Energieniveau steigt. Im Partikelchen selbst ist Strahlung nicht möglich, wohl aber Wärmeleitung, weil sich die Atome gegenseitig anstoßen und somit die Energie weiterleiten. Am anderen Ende geht die weitergegebene Energie als Strahlung wieder raus usw. Interessant wäre es, das Verhältnis von Strahlung und Wärmeleitung bestimmen zu können. Auf jeden Fall hängt es vom Porenanteil und der mikroskopischen Struktur ab. Auf jeden Fall wird aber auch deutlich, dass man nicht nur von Wärmeleitung reden kann und dass demzufolge der Begriff Wärmeleitfähigkeit für die Betrachtung der Wärmetransportvorgänge allein nicht genügt.
Reden wir vom Wärmeleitvermögen, wird deutlich, dass die Fusseln des Dämmstoffs natürlich nicht viel leiten können. Die "eingeschlossene" Luft überwiegt anteilig. Daher ist die Wärmeleitfähigkeit gering (ein toller U-Wert). Mineralwolle wird aus aufgeschmolzenem und versponnenem Gestein hergestellt, es sind ganz feine Fasern. Zum einen ergeben sich daraus relativ wenige bzw. kleine Grenz- oder Berührungsflächen der Fusseln untereinander. Zum besseren Verständnis sei noch erklärt, dass keine Porigkeit entsteht, weil die Fasern ungeordnet vorhanden sind. Daher kann auch kein Wasser kapillar weitergeleitet werden - Tauwasser wird zurückgehalten. Ähnlich verhält es sich bei extrudiertem Schaum (z.B. Styropor). Stellen Sie sich einen großen Raum vor, den jemand mit aufgeblasenen Luftballons voll gestopft hat. Die Luftballons entsprechen den Dämmstoffkugeln, jeweils ist Luft eingeschlossen, die sich nicht bewegen kann (daher Konvektion fast = 0). Auch hier geringe Materialstärken und kleine Übertragungsflächen - aber viel Raum für Strahlungsvorgänge. Andererseits wird aber auch deutlich, dass einer eindringenden Wärmestrahlung wenig entgegengesetzt wird. Und selbst wenn dem Wärmestrahl so eine Fussel im Weg steht und angeregt wird, gibt sie die Strahlung ja doch weiter. Im Prinzip saust die Wärmestrahlung nur so durch, sehr viel langsamer erfolgt das hingegen bei unserem Ziegelstück oben. Diese Erscheinung erklärt das gehasste Barackenklima, z.B. bei ausgebauten Dachgeschossen. Steht die Sonne auf diesem super gedämmten Dach (mit supertollem U-Wert infolge 20 cm MiWo 035), brauchen Sie nicht lange warten, und im Inneren ist es auch brütend heiß. Was sagt uns das? Uns nützt ein Baustoff mit geringer Wärmeleitfähigkeit allein nichts. Kommen gute speichernde Eigenschaften dazu, kann man ein gutes Temperatur-Amplituden-Verhältnis ( TAV ) erzielen: außen Temperaturunterschiede von 50 °C und innen gerade mal 2 °C. Wenn man geneigt ist, diese Überlegungen fortzusetzen, kommt man darauf, dass gemessene Werte sich offensichtlich nicht viel aus all den wunderschönen Formeln machen. Grosse Abweichungen zwischen Theorie und Praxis, zwischen errechnet und gemessen, zeigen uns auf, dass an der U-Wert-Theorie etwas nicht ganz stimmen kann. Mehr dazu erfahren Sie im weiterführenden Beitrag: |
|
|
|
Kommen Sie mit den Formeln klar? Ein bisschen sollen die hier aufgeführten Buchstaben helfen, die 1x in deutsch und 1x in griechisch aufgeführt sind. Da hat man wenigstens annähernd eine Ahnung, wie die Formelwerte auszusprechen sind.
|
|
Rezension
Leider wird etwas übertrieben, denn eine Wärmeabgabe an den Raum kann es nur geben, wenn der Wärmestrom von aussen nach innen verläuft. Das ist jedoch in der kalten Jahreszeit nicht zu erwarten. Selbst solare Erträge bewirken nur, dass der Nettoabfluss an Wärme verringert wird - nämlich indem sich entgegengesetzte Wirkungen aufheben. Die entscheidende Kenngrösse für die thermische Behaglichkeit ist die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und Wandoberfläche. Wasserleitungen sind übrigens grundsätzlich nicht in der Aussenwand zu verlegen.
Gerade wenn mit WDVS gebaut wird, ist die Aussenwand nur so dick, wie statisch unbedingt
nötig. Dann verbietet sich ein Schlitzen zum Verlegen der Leitungen von vornherein. Und
sollte einmal die Innenseite der Aussenwand unter 0°C abgekühlt sein, müssen Sie sich
über Frostschutz keine Gedanken mehr machen, dann ist eh alles zu spät (einzig
sinnvolles Fallbeispiel: Ausfall der Heizung bei Abwesenheit). Zwar schliessen die
Vorschriften eine Verlegung in der Aussenwand nicht aus, jedoch wird das ohne Not nicht
praktiziert.
DIMaGB, 09.03.2002 |
Wasser |
|
Die Seiten: |