dimagb.de

.: Home  .: Inhaltsverzeichnis Bereich: Bauphysik  .: Suchen



.: richtigbauen.de   .: richtigsanieren.de   .: schimmelpilz-sanieren.de

► Das ist eine Archivseite. Achten Sie auf das jeweilige Datum der einzelnen Artikel. ◄

Infotipp:
:: Artikel im Download
bei
richtigbauen.de
:: Bauphysik

:: Energie
:: Gutachten
:: Wärmedämmung
bei richtigsanieren.de
:: Bautechnik

:: Praxisbeispiele
:: Wärmedämmung
bei schimmelpilz-sanieren.de

:: Bautechnik & Bauphysik, Grundsätze und Regeln zur Vermeidung von Schimmelpilz
:: Lösungen, Vorschläge für Prävention und Beseitigung

:: Schimmelpilz Praxis: Beispiele und Fälle

:: Wärmedämmung und Schimmel

 

  


Niedrigenergie- und Passivhäuser im Kreuzfeuer
von Prof. Claus Meier

Wohnungsbaubestand und Wärmeschutz
- Kritisches zur Energieeinsparverordnung

Brennende Fragen, konkrete Antworten
von Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier, Architekt SRL

Das Bauen hat Tradition, Bauen bedeutet auch baukulturelle Entwicklung. Gesichertes Erfahrungswissen und bewährte Baumethoden aus früheren Zeiten gilt es zu bewahren, Verschüttetes ist wieder präsent und nutzbar zu machen, zumal sich "neuere Entwicklungen" zu oft als fehlerhaft erweisen.

Besonders die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) wird heftig diskutiert; die unterschiedlichen Auffassungen prallen hart aufeinander. Im Widerstreit der Meinungen steht der interessierte Laie diesem Hin und Her hilflos gegenüber. 

Was ist nun richtig und worauf kann man sich verlassen? Was muß getan werden und welche Konsequenzen sind zu ziehen?

1. Was heißt Wärmeschutz im Altbau?
Die Grundlage für einen erforderlichen Gebäudewärmeschutz ist immer das Klima. 
 Im mediterranen Raum wird nachhaltig massiv mit speicherfähigen Materialien gebaut. Die Sonnenstrahlung ist derart intensiv, dass man sich davor schützen muß. Auch für die nächtlichen Abkühlungen ist der Massivbau hervorragend geeignet, da er die am Tage aufgenommene Energie dann in der Nacht wieder abgeben kann. Innen herrscht dadurch ein ausgeglichenes, angenehmes Raumklima. 
 Im hohen Norden mit sehr geringer (oder keiner) Sonneneinstrahlung werden mehr die "Leicht"-Konstruktionen mit guter Dämmwirkung erforderlich. Das Iglu (Schnee ist ein schlechter Wärmeleiter) kann hier als ein traditionell bedingtes Beispiel angeführt werden. 
 Wir in Mitteleuropa liegen dazwischen und brauchen beides. Die Speicherwirksamkeit und Dämmfähigkeit einer Außenkonstruktion. Dies hat Sinn und hat sich demzufolge historisch auch so entwickelt. 
Die Speicherung wird günstiger bei schweren, massiven Baustoffen, die Dämmung wird günstiger bei leichten, porösen Baustoffen. Insofern muß eine zwischen Dämmung und Speicherung liegende, gut ausgewogene Konstruktion gewählt werden. Dies ist der traditionsreiche Massivbau, der Ziegelbau. Eine solide Mischung beider Eigenschaften schafft in unseren Breiten gesunde Wohnverhältnisse und spart obendrein noch Energie. 
Auf diese Notwendigkeiten nimmt die Energieeinsparverordnung keine Rücksicht. 

2. Warum hilft Speicherung Energie sparen?
Leben auf der (speicherfähigen) Erde verdanken wir der Sonne. Solarstrahlung erwärmt nur Materie – aber keine Luft. Gäbe es diesen segensreichen Energiespender nicht, der Planet wäre kalt und unbewohnbar. Jeder kennt die wohltuende Wärme der Sonnenstrahlen; hochalpine Skifahrer genießen diese, obgleich Minusgrade herrschen. 

Gerade im Winter bei tiefliegender Sonne werden speicherfähige Wände besonders günstig mit Energie beliefert. Wird dieser kostenlose Energietransfer absorbiert, wird auch die Energiebilanz des Gebäudes günstig beeinflußt. Massivabsorber, Transparente Wärmedämmung, Sonnenkollektoren und Photovoltaik sind bekannte Techniken, um Sonnenenergie nutzbar zu machen. Nur wird diese Art einer technischen Nutzung recht teuer, da sie apparative Zusatzeinrichtungen erfordert. 

Zur Solarenergienutzung gibt es aber auch günstige Alternativen. Die simple und bewährte massive Außenwand leistet als Massivabsorber ohne zusätzliche Investitionen seit Jahrhunderten gute Dienste. Die eingespeicherte Solarenergie stoppt durch einen von außen nach innen fließenden Wärmestrom den Wärmestrom von innen nach außen. Insofern mindert gespeicherte Sonnenenergie die Transmissionswärmeverluste eines Gebäudes. Um kostenlose Solarenergie sinnvoll zu nutzen, wäre hier der goldene Mittelweg zwischen Dämmfähigkeit und Speicherfähigkeit anzustreben. Die Beschränkung allein auf die Dämmung (also den k-Wert) führt deshalb in unseren Breiten nicht zu einer energetisch optimal abgestimmten Außenwand, denn es muß nicht nur für den Winter, sondern auch für den Sommer gebaut werden. Die naturgemäß vorhandene Speicherung von massiven Außenwänden findet in der Energieeinsparverordnung keinerlei Berücksichtigung.

3. Was bedeutet der k-Wert?
Im Gebäudewärmeschutz ist der k-Wert überall präsent. Dieser wird aus der Fourierschen Wärmeleitungsgleichung, auf die man sich immer beruft, abgeleitet. Die Ursprungsgleichung besteht aus fünf Teilen, die folgende Merkmale beschreiben: 

  • a)  die Speicherfähigkeit des Baustoffes,
  • b)  Die Wärmeleitung in den drei Richtungen innen-außen, oben-unten und seitwärts, wobei die beiden letzteren unberücksichtigt bleiben, so dass nur die Richtung innen-außen verbleibt. 
  • c)  Die Solarstrahlung als sonstige Wärmequelle.

Diese allgemeine, für den instationären Zustand zutreffende Gleichung wird nun für den stationären Zustand durch die mathematische Operation einer "Nullsetzung" völlig verwandelt. Einzig aus dieser Verwandlung resultiert der dann nur für den Beharrungszustand geltende k-Wert, der bei allen Energiebedarfsberechnungen die Grundlage bildet; hier beruft man sich seltsamerweise auf „europäische Normen“. 

Diese Nullsetzung der allgemeinen Gleichung hat jedoch für die Energiebilanz einer Außenwand und damit für die tatsächlichen Transmissionswärmeverluste verheerende Folgen:

  • a) Die Speicherfähigkeit wird null; das heißt, der k-Wert berücksichtigt nicht diese in unseren Breiten so wertvolle Eigenschaft einer Außenwand als Energie-Absorber.
  • b) Es wird damit eine konstante Wärmestromdichte, die ja bei jeder Temperaturberechnung die Grundlage bildet, angenommen bzw. vorausgesetzt. Die Realität einer massiven Außenwand zeigt jedoch überall in Größe und Richtung unterschiedliche Wärmestromdichten. 
  • c) Auch die Solarstrahlung wird mit null angenommen. Dies aber kann nur in einer Klimakammer simuliert werden; in der Realität dagegen liegt immer eine Strahlung vor, selbst wenn es nur die diffuse Strahlung ist, die immerhin ca. 40 % der direkten Strahlung ausmacht. Ein Nordfenster liefert ja auch solare Wärmegewinne. 

Insofern ist der k-Wert nur eine rechnerische Fiktion. Energieverbrauchsanalysen zeigen deshalb auch die Diskrepanz zwischen Rechnung und Verbrauch. Massive, speicherfähige Wände verbrauchen weniger Energie als gerechnet, Leichtkonstruktionen jedoch mehr als gerechnet. Das Fehlerhafe einer k-Wert-Berechnung wird damit offenbar, die Unzuverlässigkeit unmißverständlich aufgezeigt. Altbauten werden somit benachteiligt. In der Energieeinsparverordnung wird allerdings nur mit dem k-Wert gerechnet.

4. Wie werden die Transmissionswärmeverluste beschrieben?
Trotz dieser entscheidenden Fehler wird von seiten der Administration und der industriefreundlichen Wissenschaft am nur für den Beharrungszustand geltenden k-Wert dogmatisch festgehalten. Obgleich er logischerweise immer falsche Ergebnisse liefert, wird der k-Wert zum fatalen Symbol des Wärmeschutzes erhoben und in allen Energiebedarfsberechnungen eingesetzt. Der k-Wert gilt nur für den stationären Zustand, für den Beharrungszustand, der im 24stündigen Rhythmus einer Tag/Nachtperiode jedoch nie eintritt. 

Warum aber spielt der k-Wert dann eine derart dominierende Rolle?
In der Heiztechnik wird bei der Wärmebedarfsberechnung seit jeher der k-Wert für die Bemessung der Heizkörper und des Heizkessels verwendet. Bei den bisherigen Massivbauten ergibt sich durch die fehlerhafte Berechnung eine Überdimensionierung der Heizungsanlage. Dies ist tolerierbar, da ein gewisser Wärmepuffer damit geschaffen wird. 

Dagegen wird bei den jetzigen Leichtbauten in Schichtenbauweise mit dem k-Wert unterdimensioniert, da der Wärmebrückeneffekt methodisch fehlerhaft berücksichtigt wird. 

Auch bei den verwendeten dynamischen Simulationsmodellen zur Aufrechterhaltung einer vorgegebenen Raumlufttemperatur wird für die Außenwand immer nur der für den Beharrungszustand gültige k-Wert verwendet. Dabei werden die für den Heizungsingenieur so wichtigen Kühllasten berechnet, damit Überheizungen infolge eindringender Solarenergie über die Fenster vermieden werden. Auch eventuelle Nachtabsenkungen werden dabei angesprochen. All diese theoretischen Untersuchungen verwenden den realitätsfernen k-Wert; sie können somit auch nicht als Begründung für die Richtigkeit herangezogen werden. Der Einsatz des k-Wertes in der Energieeinsparungsverordnung ist und bleibt fehlerhaft.

5. Führt eine k-Wert-Verschärfung zur angestrebten Energieeinsparung?
Die Novellierungen der Wärmeschutzverordnungen zum Zwecke erhöhter Energieeinsparungen bestehen stetig in einer Verschärfung der Anforderungen – sprich der k-Werte. 
Sollte die Gültigkeit des k-Wertes nun trotz der Fehlerhaftigkeit einmal angenommen werden, dann gibt es zwei Gründe, die dieses ständige Verschärfen, auch jetzt wieder besonders bei der Energieeinsparverordnung, ad absurdum führen: Dies sind der Wärmebrückeneinfluß und die Mathematik.

Bei einer Leichtkonstruktion in Schichtbauweise verstärkt sich vehement der Wärmebrückeneinfluß. Der Wärmebrückenanteil am k-Wert ist kein absoluter Wert, wie in der Energieeinsparverordnung berücksichtigt, sondern abhängig von Konstruktion und „Anforderungsniveau“. Was theoretisch durch „kleinere k-Werte“ gewonnen wird, geht durch erhöhte Wärmebrückenverluste teilweise wieder verloren. Bei der Leichtbauweise sind Wärmebrücken ein Problem. Bei einer monolithischen Massivkonstruktion dagegen spielen die Wärmebrückenverluste kaum eine Rolle: Erstens werden sie durch eine günstigere Temperaturverteilung in der Wand minimiert und zweitens werden sie durch die Absorption solarer Energie vorteilhaft überlagert und eliminiert. 

Die Verschärfung des Anforderungsniveaus durch Herunterfahren der k-Werte wird jedoch besonders aus mathematischen Gründen unsinnig. Die Funktion des k-Wertes ist eine Hyperbel, die kleine k-Werte nicht mehr nachhaltig Energie sparen läßt; sie sind nicht mehr effizient; auch die Wirtschaftlichkeit ist dann nicht mehr gegeben.

Dieses fatale Naturgesetz besagt: 

    5 cm Dämmstoff ergibt einen k-Wert von 0,8 W/m²K
  10 cm Dämmstoff ergibt einen k-Wert von 0,4 W/m²K
  20 cm Dämmstoff ergibt einen k-Wert von 0,2 W/m²K
  40 cm Dämmstoff ergibt einen k-Wert von 0,1 W/m²K

Die Verdoppelung der Dämmung führt lediglich zu einer Halbierung des k-Wertes. Welch makabres Spielchen beim "Verschärfen des Anforderungsniveaus". 

Allein dieser energetisch nutzlose Einbau von Superdämmungen ist der Grund, weshalb immer nur von prozentualen Einsparungen gesprochen wird. Bei den einzelnen oben angeführten Schritten wird der k-Wert jeweils um 50% reduziert, was eine "gewaltige" 
Energieeinsparung suggeriert. In Wirklichkeit handelt es sich bei den kleineren k-Werten um vernachlässigbare Größen. Von Umweltentlastung kann deshalb überhaupt keine Rede sein. 

Wenn dann noch bedacht wird, dass die „Verbesserung“ des k-Wertes um 0,1 W/m²K etwa 0,40 DM/m² (Konstruktionsfläche) ergeben, dann wird klar, dass das grenzenlose Herunterfahren der k-Werte unsinnig ist. Die Machbarkeit ist ein falscher, ein betrügerischer Weg für sinnvolle Energieeinsparmaßnahmen.

Das Energieeinsparungsgesetz fordert im § 5 die Wirtschaftlichkeit. Bei Erfüllung der in der Energieeinsparverordnung geforderten k-Werte wird also auch gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot im Energieeinsparungsgesetz verstoßen. 

Es ist unverantwortlich, dass der Verordnungsgeber vom Architekten, vom Planer, vom Investor mit der Energieeinsparverordnung de facto Gesetztesverstöße verlangt. 

6. Welche Nachteile ergeben sich bei der Leichtbauweise?
Infolge der einseitigen, stationären Sichtweise (gute Dämmung durch kleine k-Werte) beeinflußt dieser bautechnische Trend zur Leichtbauweise durch Überheizung das Innenklima ungünstig. Dies führt automatisch zu unbehaglichen Wohnverhältnissen, die nur mit hohem apparativen Aufwand gemildert werden können. Barackenklima ist die natürliche Folge. 

Die Abkehr von der Massivbauweise (Speicherung) und die Hinwendung zur k-Wert-minimierenden Leichtbauweise (Dämmung) bedeutet im Endergebnis einen erhöhten Energieverbrauch durch Kühlung im Sommer und Nichtnutzung solarer Energie im Winter, bedeutet verstärkte Umweltverschmutzung durch Sondermüll und erhöhte Schadensanfälligkeit durch Feuchteschäden. All diese Nachteile werden durch den monolithischen Massivbau vermieden. Mit der Energieeinsparverordnung werden falsche Weichen für das Bauen gestellt.

7. Kann am Altbau mit Wärmedämmung Energie gespart werden?
Gegenwärtig beherrscht das stationäre Denken und Rechnen der etablierten Bauphysik den Gebäudewärmeschutz. Diese Einseitigkeit benachteiligt die Altbauten. Eine Wärmedämmung aus Dämmstoff ist sehr leicht und deshalb nicht speicherfähig. Die große Dämmwirkung wird allein durch die k-Wert-Berechnung erreicht. Für Leichtkonstruktionen und Leichthäuser muß also Dämmstoff eingebaut werden. 

Der traditionelle Altbau mit seiner schweren Bausubstanz besitzt eine hohe Speicherfähigkeit, die die kostenlos zur Verfügung stehende Solarstrahlung nutzbringend verwerten kann. Bei Altbauten kann also die Speicherfähigkeit der Konstruktion mit einbezogen werden, so dass sich aus der Berücksichtigung absorbierter Solarstrahlung "effektive" k-Werte ergeben, die sogar niedriger als stationär gerechnete "Superdämmungen" sein können. Massivbauten sind auch Niedrigenergiehäuser

Insofern würde eine außen angebrachte Wärmedämmung nur den Vorteil einer speicherfähigen Wand beseitigen und diese dadurch energetisch entwerten, abgesehen von anderen Nachteilen wie z. B. die Verhinderung des Feuchtetransportes nach außen und/oder innen infolge sorptionsdichter Schichten. 

Allerdings muß vorausgesetzt werden, dass es sich mindestens um 38 cm starke, ca. 300 kg/m² schwere Massivwände handelt, die selbst schon einen relativ günstigen Dämmanteil enthalten und den fehlenden Anteil zur "energiesparenden Konstruktion" dann durch die Speicherfähigkeit der Außenwand beisteuern. Wenn also instationär gedacht und gerechnet wird, dann ist eine Wärmedämmung beim Massivbau, also auch beim Altbau, fehl am Platz. 

Diese Feststellung hat für den Altbau deshalb besondere Bedeutung, da jetzt die "Notwendigkeit" (?) proklamiert wird, den Altbaubestand infolge "schlechter k-Werte" energetisch "ertüchtigen zu müssen". Dies bedeutet dann erfahrungsgemäß die Verpackung mit Wärmedämmstoff, um niedrige k-Werte gemäß DIN 4108 berechnen zu können. Mit dieser Verpackungsstrategie in der Energieeinsparverordnung wird jedoch zusätzliche Energie kaum gewonnen. 

8. Ist eine dichte Gebäudehülle am Altbau sinnvoll?
Die Luftdichtheit der den Innenraum umgebenden Bauteile (Wand, Decke) wurde schon seit jeher gefordert. Dies war notwendig, um Kondensat infolge Abkühlung der nach außen strömenden warmen Innenraumluft im Außenwandbauteil zu vermeiden. Bei Massivbauten ist die Luftdichtheit immer gewährleistet (verputzte Außenwand und Massivdecke). Bei Skelettbauten jedoch läßt sich eine vollkommene Luftdichtheit konstruktiv-handwerklich nur schwer herstellen. Deshalb war es bei der Leichtbauweise bisher Stand der Technik, hinterlüftete Wand- bzw. belüftete Dachkonstruktionen zu wählen, damit eventuelles Kondensat ab- und weggelüftet werden konnte. 

Mit der Abschaffung der belüfteten Konstruktion durch den "Vollwärmeschutz" entstehen bei Leicht- und Skelettkonstruktionen infolge der konstruktiv nicht immer zu vermeidenden Luftundichtheit Feuchteschäden durch Luftströmung. Die Bauschadensfälle nehmen rapide zu. Dies aber kennzeichnet die unbelüftete Leicht- und Skelettkonstruktion insgesamt als eine recht fragwürdige Konstruktion. 

Anstatt nun bei solchen "windigen" Lösungen zur belüfteten Konstruktion zurückzukehren, wird die "Luftdichtheitsprüfung" geboren (wie immer wird ein Fehler durch einen zweiten Fehler zu beheben versucht). Zur Begründung werden nicht die zu erwartenden Feuchteschäden, sondern die damit zusammenhängenden Energieverluste genannt. Die durch Luftundichtheit entstehenden Energieverluste sind jedoch gegenüber dem notwendigen stündlichen Luftwechsel vernachlässigbar gering. 

Zur Vervollständigung des Durcheinanders werden in der Energieeinsparverordnung nun "alle" Bauten mit der Luftdichtheitsprüfung konfrontiert, obgleich für Massivbauten, also auch für die Altbauten, die Gefahr einer Kondensatbildung im Außenwandgefüge nicht gegeben ist. Insofern bedeutet z. B. der Slogan "Luftdichtheit senkt den Energieverlust", mit dem Büros für die "Blower-Door-Messung" werben, eine Irreführung des Kunden. Allerdings eröffnet sich hier auch  ein vielversprechender Markt, der bei Beachtung der "allgemein anerkannten Regeln der Technik" erst gar nicht entstanden wäre. 

9. Kann eine Wärmedämmung den Altbau schädigen?
Bauschäden durch Kondensat wie Schimmelpilz innen und Algenbildungen außen treten in der Praxis verstärkt auf. Die Therapievorschläge führen immer zu „besseren Dämmungen“. Damit werden jedoch nicht die Ursachen der Bauschäden beseitigt. Kondensat entsteht immer nur dann, wenn Luft auf die Taupunkttemperatur abgekühlt wird. Diese jedoch wird maßgebend von der relativen Feuchte der Luft bestimmt. Dies widerlegt das Argument, die Ursache einer Kondensatbildung sei vor allem eine mangelhafte Wärmedämmung mit zu geringer Wandoberflächentemperatur. Nicht der k-Wert ist schuld, sondern die zu hohe relative Luftfeuchtigkeit. Selbst eine "sehr gute" Dämmung kann bei hoher Luftfeuchtigkeit eine Kondensatbildung nicht verhindern. 

Alte Bausubstanz aus Gründen der Kondensatvermeidung mit Dämmstoff zu verpacken, wäre also der falscheste Weg, da die viel gravierendere Ursache der Kondensatbildung, die hohe relative Feuchte der Raumluft infolge dichter Fenster, damit nicht beseitigt wird. 

Die Nachteile wären:

- Mit einer Außendämmung wird die energiebringende und damit temperaturausgleichende Solarstrahlung von der Bausubstanz ferngehalten. Es wird die dankenswerterweise kostenlose äußere Energieversorgung gekappt. 

- Auch eine Innendämmung zieht Feuchteschäden magisch an, da das Temperaturgefüge nachteilig beeinflußt wird; man muß mit Dampfsperren arbeiten, die wiederum das Sorptionsvermögen der Außenwände stark beeinträchtigen. 

Die Bauschadensträchtigkeit dämmstoffverpackter Fassaden ist hoch. Auf die besonderen Brandgefahren sei extra hingewiesen. 

Mit der Verwendung von Dämmstoff besteht beim Altbau die große Gefahr, durch damit verursachte Bauschäden wertvolles Bausubstanz zu gefährden, wenn nicht sogar zu zerstören. Am Massivbau hat Wärmedämmstoff keine Daseinsberechtigung. 

Noch ein wichtiger Hinweis zur Kondensatbildung:
Da die Raumlufttemperatur bei einer Strahlungsheizung immer niedriger als die Wandtemperatur ist, wird Kondensatbildung konsequent vermieden. Schimmelpilzbildung entsteht also nur bei Konvektionsheizungen. 

10. Gehen von Wärmedämmungen Gesundheitsgefahren aus?
Wenn von Gesundheitsgefahren die Rede ist, dann gehen die Meinungen weit auseinander. Bedeutet Gesundheit das Fehlen einer Krankheit oder kann Gesundheit mit Wohlbefinden gleichgesetzt werden? Führt die Summe vieler Einbußen im Wohlbefinden eventuell zur Krankheit und wie reagieren die Allergiker? Trotz dieser Vielschichtigkeit und schwierigen Begriffsbildung kann festgestellt werden:

Faserige Mineraldämmstoffe stehen im Verdacht, Lungenkrebs zu fördern.

Das Dementi der Industrie kam prompt. 

Die erhöhte Brandgefahr von Wärmedämmverbundsystemen aus Hartschaum und die damit verbundene Gefährdung durch toxische Gase steht außer Zweifel. Die gesteuerten Energiespardiskussionen umgehen jedoch dieses Thema. 

Die nachträgliche energetische Sanierung einer Altbausubstanz durch ein Wärmedämmverbundsystem führt zu Veränderungen im Innenraumklima. Es dominiert das Gefühl der Feuchte - es muß deshalb verstärkt gelüftet werden. Mit dem Aufbringen von Dämmstoffen an alter Bausubstanz wird das Sorptionsverhalten wesentlich verändert, da die notwendigen Sorptionseigenschaften fehlen. Die Transportrichtung von Wärme und Feuchte muß immer gleich sein. Wird die Feuchte infolge sorptionsdichter Außenschichten nach innen abgegeben, dann ist falsch konstruiert worden. 

Gerade die Sorptionseigenschaften einer massiven Außenschale tragen zum Wohlbefinden bei. Das hohe Temperaturniveau infolge absorbierter Solarstrahlung führt zu verstärkten diffusiven und kapillaren Feuchtetransporten nach außen. Die Außenkonstruktion bleibt dann auch bei erhöhten Feuchtebelastungen trocken. 

Bei übermäßiger Feuchteproduktion (Kochen in der Küche, Duschen im Bad, viel Blumen und ein Aquarium im Wohnzimmer) nehmen sorptionsfähige Schichten (z. B. Kalkputz, Holzverkleidungen) die Feuchtespitzen auf und puffern diese ab; es findet ein Ausgleich der relativen Feuchten zwischen Raumluft und Wandoberfläche statt. 

Ähnlich verhält sich eine speicherfähige Innenoberfläche auf thermische Spitzen. Erfolgt eine Überhitzung des Raumes, dann bauen absorptionsfähige Oberflächen die erhöhten Temperaturen ab, es findet ein Temperaturausgleich statt. Fehlen sorptionsfähige Oberflächenmaterialien im Raum, dann muß für die Wohngesundheit mit hohem technischen Aufwand und viel Geld Ersatz für die nicht vorhandenen günstigen Materialeigenschaften geschaffen werden: Überheizung muß mit Kühlung, eine hohe Raumluftfeuchte mit Lüftungs- bzw. Klimaanlage begegnet werden - beides zwar technisch machbar, aber für den Normalfall nicht empfehlenswert. Anschaffung und Betrieb wären zu kostenaufwendig. 

Das Schallverhalten einer Außenwand kann durch eine Wärmedämmverbundsystem ungünstig beeinflußt werden, die Schalldämmung wird verschlechtert. 

Die psychologischen und physiologischen Auswirkungen "neuer Bauweisen" werden nur recht zaghaft zur Diskussion gestellt. In diesem Zusammenhang muß das "Sick-Building-Syndrom" erwähnt werden. Altbausubstanz kennt diese Gefahren nicht. Die Energieeinsparverordnung nimmt auf all diese wichtigen und entscheidenden Dinge keine Rücksicht. 

11. Wie sind DIN-Normen zu werten?
Allgemein verbindlich sind nur die "allgemein anerkannten Regeln der Technik". Dem stehen die DIN-Normen gegenüber. Im Bauvertragsrecht spielen diese erst dann eine Rolle, wenn sie als Vertragsbestandteil besonders vereinbart werden. Sich auf Normen zu stützen, ist nicht immer Verlaß, denn es muß beachtet werden:

  • DIN ist ein Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft und seit über 75 Jahren privatrechtlich organisiert.
  • Im Vorspann von zusammengefaßten DIN-Normen steht in den "Hinweisen für den Anwender":
  • "DIN-Normen sollen sich als "anerkannte Regeln der Technik" einführen. Bei sicherheitstechnischen Festlegungen in DIN-Normen besteht überdies eine tatsächliche Vermutung dafür, dass sie "anerkannte Regeln der Technik" sind. DIN-Normen sind nicht die einzige, sondern eine Erkenntnisquelle für technisch ordnungsgemäßes Verhalten im Regelfall. Durch das Anwenden von Normen entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln. Jeder handelt insofern auf eigene Gefahr". 
  • Deutlicher kann die Unverbindlichkeit von DIN-Normen nicht charakterisiert werden. Trotzdem versucht DIN den Eindruck zu erwecken, eine a. a. R. d. Bt. zu sein, scheut sich aber offensichtlich vor der Verantwortung.
  • In einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts steht unter anderen:
  • "Daneben gehören den Normausschüssen des DIN aber auch Vertreter bestimmter Branchen und Unternehmen an, die deren Interessenstandpunkte einbringen. Die Ergebnisse ihrer Beratungen dürfen deshalb im Streitfall nicht unkritisch als geronnener Sachverstand oder als reine Forschungsergebnisse verstanden werden“. 
  • Und weiter: „Andererseits darf aber nicht verkannt werden, dass es sich dabei zumindest auch um Vereinbarungen interessierter Kreise handelt, die eine bestimmte Einflußnahme auf das Marktgeschehen bezwecken".
  • In BGH-Urteilen wird diese Sachlage bestätigt.

DIN ist also eine denkbar schlechte Basis für den Nachweis wissenschaftlicher Richtigkeit. 

Es stellen sich damit für den Praktiker folgende Fragen:

  • Können Schreibtisch-Normen bewährtes Erfahrungswissen in der Bautechnik ablösen? 
  • Sind die aus der Erfahrung heraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse oder statt dessen Vereinbarungen interessierter Kreise wichtig? 
  • Soll kreatives Ingenieursdenken durch administrative Verordnungstexte ersetzt werden?

Wie "flexibel" DIN-Normen sind, zeigt der Feuchtenachweis in der DIN 4108. Früher war eine trockene Konstruktion Stand der Technik. DIN paßte sich dem an und deshalb hieß es in der DIN 4108, "Wärmeschutz im Hochbau" früherer Jahre: 
"Auch im Innern von unsachgemäß aufgebauten Bauteilen kann Tauwasser auftreten, besonders dann, wenn sie mehrschichtig und die Schichten unzweckmäßig hintereinander angeordnet sind". 

Tauwasser in der Konstruktion war damals also nicht Stand der Technik und galt demzufolge als unsachgemäß! Heute bietet die Industrie Chemieprodukte an, die bei Schichtkonstruktionen wegen der gefährlichen Sorptionsdichtheit und der ungenügenden Diffusionsfähigkeit automatisch zur Tauwasserbildung führen. 

Die DIN mußte deshalb "technisch weiterentwickelt" werden. Die Auffassung von der Notwendigkeit einer kondensatfreien Konstruktion wurde korrigiert. Jetzt darf im Winter Tauwasser bis zu 1 Liter (bzw. ½ Liter) pro Quadratmeter auftreten, wenn dieses im Sommer wieder ausdiffundiert! 

Die dem Nutzer dienende Forderung nach Kondensatfreiheit der Konstruktion wurde umgedeutet in eine jährliche Tauwasserbilanz. Laßt doch die Konstruktion im Winter feucht werden, die Hauptsache ist, dass sie im Sommer wieder austrocknet. Welch ein technischer Fortschritt, wenn man bedenkt, dass trockene Konstruktionen nicht im Sommer, sondern im Winter wichtig werden. 

Die DIN behandelt im Teil 5 nur den Feuchtetransport durch Diffusion. Viel wichtiger und entscheidender ist jedoch der kapillare Transport von Feuchtigkeit, der an die Außenoberfläche treten und dort verdunsten kann. Kapillarer Wassertransport wird jedoch durch Chemieprodukte wie Dämmschichten, Folien und Beschichtungen weitgehend unterbunden. Bei WDV-Systemen besteht deshalb immer die Gefahr, dass Konstruktionen durchfeuchten. Besonders bei der Innendämmung muß damit gerechnet werden. All dies führt zu ungesunden Wohnverhältnissen. 

DIN-Normen (und jetzt Euro-Normen EN) sind industrie- und wirtschaftsorientiert. Demzufolge haben sich "fortentwickelte Normen" oft als fehlerhaft und falsch erwiesen. 

Bei der Unverbindlichkeit der Normen ist auch der Versuch in der Energieeinsparverordnung § 15 bedenklich, Normen nun auf dem Verordnungswege zu a. a. R. d. T. umfunktionieren zu wollen; das rechtliche und fachliche Durcheinander wäre vollkommen. 

Wegen der technischen Fehler in der DIN, übertriebener Kooperation mit der Wirtschaft und des großen lobbyistischen Einflusses der Industrie müssen die DIN-Vorschriften mit großer Zurückhaltung und Vorsicht angewendet werden. Mehr Verlaß ist auf die a. a. R. d. Bt, die sich von der Bindung der Industrie loslösen (sollten). 

Es werden Regelungen in der DIN vorgeschlagen, die teilweise von unzutreffenden Voraussetzungen ausgehen und gegen Naturgesetze verstoßen. DIN fühlt sich demzufolge mehr dem Marktgesetz einer Produkteinführung mit parallel beabsichtigter Gewinnmaximierung verpflichtet als dem Handwerker, dem Ingenieur und dem Kunden. Was dem Verbraucher hier zugemutet wird, entspricht nicht mehr einem vernünftigen Handeln. Bei der Energieeinsparungsverordnung stützt man sich weitgehend auf eingeführte DIN-Normen. 

12. Liegen weitere Widersprüche in der Energieeinsparverordnung vor?
Durch die normierten Randbedingungen reduziert sich die Energieeinsparverordnung zu einem km-Wert-Verfahren. Genauso, wie der dritte Entwurf der WSchVO 1995, der als "Energiebilanzverfahren mit neuer Methodik" gefeiert wurde, zu einem km-Verfahren mit sieben Varianten mutiert, genauso verwandelt sich die EnEV zu einem km-Verfahren - allerdings mit noch mehr Varianten. Da die Energieeinsparverordnung wiederum wie bisher den Nachweis über die so beliebten k-Werte fordert, führt diese grundsätzliche Fehleinschätzung zu weiteren fehlerhaften Regelungen:

  • 1. Die energetische Gleichmacherei aller Bauten durch einheitliche "Anforderungen" entspricht nicht der klimatischen Vielfalt in der Bundesrepublik. Hier ergeben sich große Diskrepanzen zwischen wärmeren und kälteren Regionen. Frühere Vorschriften haben noch drei Wärmedämmgebiete unterschieden, heute wird überall "gleich gedämmt". Diese Vereinheitlichung des Dämmstoffeinbaues dient deshalb ausschließlich den Vermarktungsinteressen der Fertighaushersteller und Systemanbieter, die ihre Produkte überall verkaufen wollen. Auch dem ausländischen Anbieter werden damit einheitliche Lieferbedingungen eingeräumt. Handwerkliche Erfahrung und regionalspezifische Bauweisen gehen dabei verloren.
  • 2. Man unterscheidet Primärenergie, Heizenergie und Heizwärme. Die Begriffsausweitungen nehmen zu und man hat den Eindruck, dass komplizierte Begriffsdefinitionen Fachlichkeit und Genauigkeit betonen sollen. Ein Gesamtheizenergiebedarf kennzeichnet doch aber nicht den Verbrauch (und auf den kommt es an), denn es wird wiederum nur mit normierten Annahmen gerechnet - und das auch noch bei einer falschen, weil stationären Basis. Die Diskrepanz zwischen (falscher) Beharrungszustands-Rechnung, dem Bedarf, und tatsächlichem Verbrauch wird auch deshalb zunehmen, weil die verwendeten "normierte Daten" radikal vermehrt werden.
  • 3. Der Nutzwärmebedarf für die Warmwasserbereitung wird für Wohngebäude mit dem konstanten Wert von 4 kWh/m³a, für andere Gebäude von 0 kWh/m³a angesetzt. Zunächst einmal ist zu sagen: Konstante Werte können weggelassen werden, sie "bereichern" nur unnötigerweise die Berechnung. Zum anderen ist zu sagen: Gerade der Warmwasserverbrauch ist doch nicht überall konstant - und was geschieht bei den anderen Gebäuden, liegt er dort denn überall bei Null? Die Berücksichtigung des Warmwassers kumuliert jedoch vollends zur Farce, da der zulässige Jahres-Heizwärmebedarf Q der Tab. 1 um diese konstanten Werte "überschritten werden kann". Was soll dann die Einbeziehung des Warmwassers? Dies ist völlig unsinnig. Warum kann hier nur wegen des Warmwasserbedarfs die maximale Begrenzung des Heizenergiebedarfs überschritten werden? Dies widerspricht doch dem Grundgedanken, den Heizenergiebedarf von Gebäuden zu begrenzen. 
  • 4. Die Wärmeverluste des Heizsystems werden als „Verlustgröße“ des Gebäudes behandelt. Hier ist die Frage zu stellen, wo denn diese Verluste bleiben? Es ist doch wohl anzunehmen, dass sie im Gebäude verbleiben und somit nicht als Heizsystem-Verluste, sondern als innere Wärmegewinne zu betrachten sind. 
  • 5. Auch die aus der Umwelt genommene Wärme wird berücksichtigt. Nirgends ist jedoch ein Hinweis zu finden, dass absorbierte Solarstrahlung mittels Speicherung durch Außenwände berücksichtigt wird. Aber eine solche Form der Nutzung "erneuerbarer Energien" wird systematisch ignoriert, der Beharrungszustand vehement verteidigt, damit der k-Wert bleibt und die Superdämmungen ihre Chance bekommen.
  • 6. Es werden wie bisher vom Volumen Ve  und von der Nutzfläche AN abhängige Höchstwerte aufgelistet. Da das Verhältnis Nutzfläche zu Volumen mit 0,32 festgelegt ist und das Verhältnis der beiden Anforderungsniveaus Q' zu Q" ebenfalls 0,32 beträgt, ist es völlig egal, ob über das Volumen oder über die Nutzfläche gerechnet wird; in beiden Fällen kommt das gleiche Ergebnis heraus. Diese völlig unnötige Unterscheidung soll offensichtlich nur eine nicht vorhandene Vielfalt der Bearbeitung vortäuschen. 
  • 7. Auch die Abhängigkeit des Anforderungsniveaus vom A/Ve-Verhältnis ist methodisch widersinnig. Man meint, ein großes A/Ve-Verhältnis beschreibe differenzierte und gestalterisch aufgelockerte Baukörper, ein kleines A/Ve-Verhältnis dagegen einen kompakten, energiesparenden Baukörper. Dies stimmt nur für gleiche Gebäudevolumen, stimmt also nicht generell. Diese Vorstellung wird aber nun unzulässigerweise verallgemeinert und findet deshalb als Maßstab für das Anforderungsniveau im Wärmeschutz Berücksichtigung. Immerhin kann ein Kubus als extrem günstige Form energiesparenden Bauens völlig unterschiedliche A/Ve-Verhältnisse aufweisen. Die Werte reichen von 0,25 (Kantenlänge 24 m) bis 1,2 (Kantenlänge 5 m), sie umfassen also die ganze Bandbreite der unterschiedlichen Anforderungen. Demgegenüber können jedoch völlig unterschiedliche Bauformen gleiche A/Ve-Verhältnisse haben. Ein A/Ve-Verhältnis von z. B. 0,4 liegt bei unendlich vielen Abmessungen vor; diese reichen von 15 x 15 x 15 m als Kubus über die vielfältigen Quaderformen 10 x 15 x 30 m, 10 x 12 x 60 m bis hin zu sogar 10 x 10 x ¥ m. Obgleich die Bauformen energetisch völlig unterschiedlich zu bewerten sind, müssen sie alle die gleiche Anforderung an den Wärmeschutz erfüllen. Die zwangsläufige Folge ist, dass bei der Handhabung der Verordnungen ein großes sachlich/methodisches Durcheinander dominiert. Daraus resultiert dann Willkür im Ergebnis. Dies wird besonders kraß bei Superdämmungen, die schon bei kleinsten k-Wert Veränderungen mit großen Dämmstoffdicken-Veränderungen reagieren.
  • 8. Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Vollgeschossen oder drei Wohnungen "dürfen" nach dem "Vereinfachte Verfahren" bemessen werden, das Anforderungen an die Außenbauteile stellt, die, unabhängig von der Ausführung der Heizungsanlagen, für das Dach bei 0,17 W/m²K und für die Grundflächen (gegen unbeheizte Räume und Erdreich) bei 0,28 W/m²K weit jenseits jeglicher Wirtschaftlichkeit liegen. 
  • 9. Bei den Außenwänden liegen die k-Werte je nach Lage und Bauform zwischen 0,20 und 0,56 W/m²K, je nach Wahl des Heizungssystems. Dies führt automatisch zur Dämmschichtkonstruktion bzw. zum WDV-System. Die bewährte monolithische Wand mit ihren vielen bauhygienischen und bauphysikalischen Vorteilen verschwindet damit vom Markt.
  • 10. Die Luftwechselrate bei freier Lüftung ohne Luftdichtheitsprüfung beträgt 0,7 h-1. Wenn die Luftdichtheit nachgewiesen wird, dann kann ein stündlicher Luftwechsel von 0,6 h-1 angenommen werden. Die letzte Zahl bedeutet gegenüber dem 0,8 fachen Luftwechsel in der WSchVO 95 eine Reduzierung um 25%. Damit wäre die Forderung der Regierung nur allein durch Änderung der Randbedingungen schon fast erfüllt - eine vortreffliche Einsparung! Allerdings ist nicht nachvollziehbar, warum bei dichten Gebäuden auch noch der Luftwechsel reduziert wird? Umgekehrt wäre es logisch. Der Lüftungstest kann nur dann "zum Standard" werden, wenn eine Skelettbauweise mit Schichtkonstruktionen gewählt wird. Da pfeift es an allen Ecken und Enden durch die Ritzen. Die monolithische Bauweise dagegen ist luftdicht und braucht deshalb keinen "Luftdichtheitstest". Die Frage sei erlaubt, welcher stündliche Luftwechsel hierfür dann anzusetzen ist: 0,6facher Luftwechsel, weil das Haus dicht ist oder 0,7facher Luftwechsel, weil kein Test durchgeführt wird. 

11. Bei Änderung von bestehenden Gebäuden sind folgende Regelungen besonders kritisch zu sehen:
a) Außenwände:
Bei Fachwerk sowie bei einer Innendämmung muß ein k-Wert von 0,45 W/m²K eingehalten werden. Fachwerk wird entgegen restaurativer Erfahrungen somit ohne Dämmstoff nicht auskommen. Eine Innendämmung ist aus bauphysikalischen und hygienischen Gründen strikt abzulehnen. Alle anderen Außenwände müssen einen k-Wert von 0,35 W/m²K erhalten. Dämmstoff ist also angesagt, Speicherung dagegen wird negiert. Besonders ist hier zu nennen: Wenn der Außenputz bei einem Bauteil mit einem k-Wert ³0,9 W/m²K, also einer massiven, speicherfähigen Konstruktion, erneuert wird, dann gilt ebenfalls ein k-Wert von 0,35 W/m²K. 

Die Protagonisten dieser EnEV kennen also nur Dämmstoff. Ein Altbau muß also verpackt und damit von der Solarstrahlung abgekoppelt werden - ein bautechnischer Nonsens. Was dies mit "Nutzung der Solarenergie" zu tun hat, wissen nur die "k-Wert-Dogmatiker" mit ihrem Beharrungsdenken.

b) Keller:
Wenn für Wände und Decken gegen unbeheizte Räume und gegen Erdreich k-Werte von 0,4 bzw. 0,5 W/m²K gefordert werden, dann liegen diese Werte jenseits der Wirtschaftlichkeitsschwelle. Infolge der vorliegenden geringeren Temperaturdifferenz zwischen innen und außen sind diese k-Werte weit überzogen.

c) Dächer:
Auch bei Steil- und Flachdächern (k-Werte von 0,30 bzw. 0,25 W/m²K) wird der Wirtschaftlichkeitsnachweis nur schwer zu führen sein. Auch müssen die konstruktiven Schwierigkeiten bedacht werden, die mit der Erfüllung dieser Anforderungen einhergehen. Da kleine k-Werte wegen der zu geringen zusätzlichen Energieeinsparung immer zur Unwirtschaftlichkeit führen, muß im Normalfall davon ausgegangen werden, sich durch die in der EnEV enthaltenen Möglichkeiten von diesem Dämmdiktat befreien zu lassen. 

Welche Konsequenzen sind zu ziehen?
Bei der Brüchigkeit des gesamten EnEV-Gefüges muß die ganze Aufmerksamkeit verstärkt den Möglichkeiten gewidmet werden, sich durch Befreiungen dem Diktat dieser EnEV zu entziehen.

Zu § 16 Ausnahmen
Absatz (1) lautet: "Soweit bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Erfüllung der Anforderungen dieser Verordnung das Erscheinungsbild beeinträchtigen oder zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen würde, lassen die nach Landesrecht zuständigen Stellen Ausnahmen zu". Ein unverhältnismäßiger Aufwand in der Erfüllung der Anforderungen besteht ohne Zweifel darin, wenn dies nur durch unwirtschaftliche Konstruktionen zu erreichen ist. Dann stehen einem die Ausnahmen rechtlich zu. 

Absatz (2) lautet:
"Soweit durch andere als in dieser Verordnung vorgesehene Maßnahmen die Ziele dieser Verordnung im gleichen Umfang erreicht werden, lassen die nach Landesrecht zuständigen Stellen auf Antrag Ausnahmen zu. In einer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung kann mit Zustimmung des Bundesrates bestimmt werden, unter welchen Bedingungen die Voraussetzungen nach Satz 1 als erfüllt gelten".
Dieser Absatz besteht aus zwei Sätzen. Die Anwendung des Satzes 1 bietet u. a. auch die Möglichkeit, durch Berücksichtigung des Speichervermögens einer Außenwand die stationären k-Werte durch einen Bonus-Anteil zu verringern. In der Fachliteratur ist dies als Solargewinnfaktor bekannt. Dieses Vorgehen wird durch Heizenergieverbrauchsanalysen von Altbauten untermauert, ist fachlich-technisch legitim und würde die Erfüllung der Anforderungen nachweisen.

Zu § 17 Härtefälle
Bei der grundsätzlichen Schieflage der gesamten EnEV wird diese selbst zum Härtefall. 
Der Text des § 17 lautet:
"Die nach Landesrecht zuständigen Stellen können auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen." 

Hier wird es deutlich gesagt: ein unangemessener Aufwand ist eine unbillige Härte. Wenn also gemäß der Forderung des EnEG die Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen werden kann, dann muß auf Antrag befreit werden. Diese rechtliche Möglichkeit kommt bei der Umsetzung der Anforderungen fast immer zum Tragen und sollte konsequent im Interesse der Bauherren ausgeschöpft werden. 

Zu § 18 Bußgeldvorschriften
Interessanterweise werden die Bußgeldvorschriften erst nach Fertigstellung des Entwurfes formuliert. Offensichtlich sollen noch nicht alle Karten des vorliegenden bautechnischen Zwanges auf den Tisch gelegt werden. 

Immerhin sind die bisherigen Wärmeschutzverordnungen ohne Zwangsmaßnahmen ausgekommen. Mit dem stetigen Verschärfen des Anforderungsniveaus erreicht man jedoch Dämmbereiche, die gegenüber dem Bauherrn keineswegs mehr zu verantworten sind - Unwillen und Widerstand macht sich allgemein bemerkbar. Insofern ist es schon recht erstaunlich, dass nun Bußgeldvorschriften die Beteiligten gefügig machen sollen. Dabei wären Gespräche mit den kritischen Stimmen viel hilfreicher und von so eminent wichtiger Bedeutung.

Schlußbemerkung
Das Unverständnis beim Anwender, beim Endverbraucher bleibt nicht aus! Irrende Methodik und daraus resultierende Ungereimtheiten verbunden mit verwirrenden Berechnungen werden dazu führen, dass immer mehr immer weniger verstehen werden. 

Es handelt sich bei der EnEV 2000 um ein bürokratisch-administratives Mammutwerk, das nicht mehr praxisgerecht gehandhabt werden kann. 
Eine generelle methodische und inhaltliche Überarbeitung ist vonnöten. 

Wenn man bedenkt, dass die erste Wärmeschutzverordnung von 1977 noch mit ca. 8 Seiten, die Wärmeschutzverordnung von 1982 dann mit 11 Druckseiten auskamen, dann kann man ermessen, dass die jetzige Fassung mit 29 Seiten sowie zitierten Normen mit über 70 Seiten jegliche Praktikabilität sprengt, zumal auch noch auf Normen hingewiesen wird, die erst im Entwurf vorliegen. 

Zusammenfassend muß gesagt werden:
Diese Energieeinsparverordnung muß in der vorgelegten Form aus Gründen der Intention, der Methode, des Inhalts, des Umfangs, der Wirtschaftlichkeit, der Baukonstruktion, der Ökologie (Dämmstoffentsorgung) sowie der Wohnhygiene abgelehnt werden. 





Niedrigenergie- und Passivhäuser im Kreuzfeuer
von Prof. Claus Meier

Beide Haustypen werden in höchsten Tönen gelobt und wie sauer Bier angeboten. “Energie müsse eingespart werden“ lautet der Slogan und eine diesbezügliche Verordnung soll dieses “zukunftsweisende“ Bauen administrativ durchsetzen. In unerträglichen Meinungskampagnen werden äußerst medienwirksam unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt:

1. Außenhüllen müssen bestens wärmegedämmt sein,
2. Fenster müssen erneuert werden,
3. alle Fugen müssen abgedichtet sein,
4. die Heizkessel müssen ausgewechselt werden.

Tradierte Bausubstanz wird mit diesen Parolen generell ausgetauscht und verändert. Ist das, was hier der Baubranche so wärmstens empfohlen wird, überhaupt alles notwendig und richtig? Lohnt sich dieser technische Aufwand oder wird hier mit gezinkten Karten nur das große Geschäft angekurbelt?

Di Trochio beschreibt in seinem Buch “Der große Schwindel – Betrug und Fälschung in der Wissenschaft“ die Möglichkeit eines Wahrheitsbeweises wie folgt:

“Karl Raimund Popper zeigte, dass immer nur der Beweis dafür möglich ist, dass etwas falsch ist, während es sich nie letztgültig beweisen läßt, dass etwas wahr ist.

Dies bedeutet, dass alle wissenschaftlichen Theorien, die wir für wahr halten, nicht deshalb als wahr betrachtet werden können, weil ihre Wahrheit wirklich bewiesen worden ist, sondern nur, weil es den Wissenschaftlern, die sie formuliert haben, gelungen ist, ihren Kollegen und uns glaubhaft zu machen, dass sie wahr seien.

Normalerweise schließt das die Verwendung mehr oder weniger schwerwiegender Fälschungen und Tricks mit ein, die jedoch nicht als solche erkannt werden, oder wenn, dann erst nach langer Zeit".

Abraham Lincoln sagte einmal: “Man kann einige Leute die ganze Zeit und alle einige Zeit zum Narren machen, nicht aber alle die ganze Zeit“.

Konzentrieren wir uns also auf die Dinge, die als wahr verkauft werden und entlarven hier das Fal-sche, die Zeit ist reif dafür. Bei näherer Analyse des Themas wird sich erstaunlich viel als Fälschung oder betrügerischer Trick herausstellen - man lese nur den § 263 Strafgesetzbuch; dort wird Betrug genau definiert:

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Man sollte all die zu registrierenden Fanfarentöne zur “energiesparenden Bauweise“ einmal unter diesem Gesichtspunkt durchleuchten – erstaunliche Ergebnisse sind zu erwarten.

Fakt Nr. 1:

Das Passivhaus wird mit ca. 30 kWh/m²a Heizenergie gehandelt (Spitzenwerte liegen - gerechnet - schon bei ca. 10 kWh/m²a). Sogenannte Referenzhäuser wurden vor zehn Jahren mit 100 kWh/m²a angenommen. Die Wärmeschutzverordnung legt den berechneten Bedarf (das ist nicht der Verbrauch) im Mittel etwa auf 75 kWh/m²a fest.

Die energetischen Verbesserungen betragen somit rein rechnerisch im ersten Fall etwa 70 beziehungsweise im zweiten Fall 45 kWh/m²a; das sind konkret 7 bzw. 4,5 Liter Heizöl oder an Heizkosteneinsparung etwa 3,90 DM/m²a bzw. 2,50 DM/m²a.

Wer die dynamische Investionsrechnung richtig handhabt (auch dies wird sinnigerweise dem Kunden vorenthalten), kommt dann auf maximale Mehrkosten von etwa 47 DM/m² bzw. 30 DM/m².

Bei 100 m² Wohnfläche würden dies maximale Mehrkosten von 4.700 oder 3.000 DM bedeuten.

Die Pioniere der “energiesparenden“ Bauweisen operieren inzwischen mit Mehrkosten, die ja nur bei 15.000 bis 25.000 DM liegen würden ! Wie man sieht, hier wird der Kunde maßlos hinters Licht geführt und betrogen; ihm wird mit den Offerten dieser Wahnsinnsbauweise, ohne nun eine entsprechende Gegenleistung in Form einer ausreichenden Heizenergieeinsparung zu erhalten, nur das Geld aus der Tasche gezogen.

Als Richtschnur kann folgende Faustformel dienen:

Eine Einsparung von 10 kWh/m² Nutzfläche darf bei wohlwollender Beachtung der Wirtschaftlichkeit grob die dafür notwendigen Mehrkosten von 8 DM/m² Nutzfläche nicht überschreiten.

Dieses Limit wird jedoch bei der Niedrigenergiebauweise immer überschritten.

Hier vollzieht sich ein theaterreif inszenierter, modern interpretierter Ablaßhandel, jetzt allerdings im Namen der Umwelt. Dabei sollen Schlagwörter wie “Energieeffizienztechnik, “effizientes Bauen“ und “hocheffiziente Wärmerückgewinnung“ die Gehirne der Anwender und Kunden vernebeln. Die Erfinder dieser Sprechblasen wissen offensichtlich überhaupt nicht, was Effizienz bedeutet; die Hauptsache scheint wohl nur zu sein, dass das Schlagwort beim Kunden gut ankommt.

Effizienz ist per Definition das Abwägen von Aufwand und Nutzen. In all den angepriesenen “neuen“ Techniken ist die Effizienz, hier in Form der Wirtschaftlichkeit, jedoch nie und nimmer gegeben. Mit Effizienz haben all diese baulichen “Trends“ nun wirklich nichts zu tun.

Karl Steinbuch sagt in seinem Buch “Maßlos informiert, die Enteignung unseres Denkens“:
“Wo Begriffe und Strukturen verflüssigt werden, versinkt man im Sumpf“
– und Mangel an Sumpf besteht ja zur Zeit wahrlich nicht. Diese Herren befinden sich durchaus in ehrenwerter Gesellschaft.

Da die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist, weicht man thematisch auf das “Minimum“ aus, das jedoch nur den Nutzen ohne Berücksichtigung des Aufwandes minimiert. “Minimum-Lösungen“ ohne Angabe des Aufwandes sind jedoch wertlos, sind Mogelpackungen. Mehr noch: jenseits des “Minimums“, wenn die Kurve wieder ansteigt, wird mit mehr Aufwand weniger erreicht: Das Minimum kennzeichnet also den Beginn einer technisch-geistigen Verwirrung. Diese unzulässige und falsche Interpretation des Minimums als Maß der Wirtschaftlichkeit bedeutet deshalb “Betrug am Kunden“. In der “Fachliteratur“ zieht sich dieser Irrtum wie ein roter Faden durch die Wirtschaftlichkeitsdiskussion; die Folge sind bezüglich der Wirtschaftlichkeit ständig falsche Aussagen.

Fakt Nr. 2:

Wärmeleitung sowie Wärmeströmung als Teil der Thermodynamik wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Rietschel für die Heiztechnik wissenschaftlich aufbereitet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von Max Planck das Strahlungsgesetz formuliert. Abweichend von der klassischen Wärmelehre führte er dabei die Quantisierung der Energie ein. Der Wärmetransport durch Strahlung (Quantenmechanik) unterscheidet sich somit grundsätzlich von den Wärmevorgängen der Wärmeübertragung durch Leitung oder Konvektion (Thermodynamik).

Während Wärmestrahlung allein durch die “absolute Temperatur“ wirksam wird, benötigen Wärmeleitung und Wärmeströmung eine “Temperaturdifferenz“. Dieser fundamentale Unterschied wird in der Heiztechnik jedoch konsequent ignoriert, man weigert sich, dies überhaupt ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen. So werden weiterhin zwei völlig verschiedenartige Erscheinungsformen des Wärmetransportes methodisch gleichbehandelt; dies jedoch ist ein gravierender physikalischer Fauxpas und führt zu falschen Denk- und Rechenmodellen.

Aus dieser Laxheit, Sturheit oder Fehleinschätzung heraus resultieren dann notgedrungenermaßen ir-reguläre und falsche Berechnungen – und damit fragwürdige Ergebnisse. Dieses chaotische Scheinwissen der Strahlungsphysik wird dann auch noch in DIN-Vorschriften und VDI-Richtlinien festgeschrieben und zementiert.

In der Heiztechnik muß deshalb einiges geändert werden. Eine Strahlungsheizung ist physiologisch dem Menschen angepaßt, seit Jahrtausenden bewährt, ist gesund und spart viel Energie. Eine Konvektionsheizung dagegen widerspricht dem natürlichen Bedürfnis der Menschen, mißbraucht seit über 100 Jahren zum Wärmetransport absurderweise das wichtigste Nahrungsmittel des Menschen – die Luft -, macht krank und vergeudet Energie, Diese vielen Nachteile machen eine Konvektionshei-zung mehr als fragwürdig, sie hat sich nicht bewährt.

Hubert Markl, Präsident der Max Planck Gesellschaft, schreibt in seinem Buch “Wissenschaft zur Rede gestellt“:

“Gegenüber bloßer Meinung oder dem Glauben aus Hörensagen muß sich eine Behauptung von wissenschaftlichem Anspruch dadurch auszeichnen, dass sie sich erstens überprüfen läßt und dass sie zweitens solch kritischen Überprü-fungen standhält, d. h., dass sie sich bewährt“.

Trotzdem wird an der Konvektionsheizung zwanghaft festgehalten. Langjährige Erfahrung lehrt, dass auf falschen Pfaden sich bewegend meist versucht wird, einen gemachten Fehler durch einen zweiten Fehler zu vertuschen, zu korrigieren oder zu bagatellisieren. Es wird an Fehlern nur herumgebastelt, niemals werden Fehler beseitigt – das Prestige, das Image, die Blamage (oder auch das Sendungsbe-wußtsein) lassen offensichtlich nichts anderes zu.

Fakt Nr. 3:

In unseren Breitengraden liegen wegen der 24 stündigen Solarstrahlungs-Periode ständig instationäre Verhältnisse vor. Eine speicherfähige Außenwand vereinnahmt wertvolle Sonnenenergie kostenlos und stoppt den stationären Transmissionswärmeverlust von innen nach außen; Dies ist der bedeutsa-me Vorteil einer massiven Außenwand. Die Heizungsanlage wird dadurch entscheidend entlastet, wesentliche Einsparungen sind die Folge. Damit spielt die Speicherfähigkeit einer Außenkonstruktion bei der Energiebilanz eine wesentliche Rolle – trotz gegenteiliger Behauptungen der unzähligen “Dämmfanatiker“.

Die Transmissionswärmeverluste der Außenhülle werden bei den Berechnungen ausschließlich durch den k-Wert repräsentiert, der jedoch nur für den Beharrungszustand, für stationäre Verhältnisse gilt. Die Realität ist aber immer instationär, nur Klimakammern können stationäre Verhältnisse simulie-ren. Was uns vorgesetzt wird, ist also exzellente, jedoch unzutreffende Klimakammerphysik.

Es ist deshalb immerhin recht bemerkenswert, dass Hauser, selbst ein Protagonist der Superdämmungs-Leichtbauweise, einmal festgestellt hat:

"Folgendes ist vorauszuschicken: der k-Wert eines Bauteils beschreibt dessen Wärmeverlust unter stationären, d. h. zeitlich unveränderlichen Randbedingungen. Die Wärmespeicherfähigkeit und somit die Masse des Bauteils geht nicht in den k-Wert ein. Außerdem beschreibt der k-Wert nur die Wärmeverluste infolge einer Temperaturdifferenz zwischen der Raum- und der Außenluft. Die auch während der Heizperiode auf Außenbauteile auftreffende Sonneneinstrahlung bleibt unberücksichtigt".

Wenn Leute nur das, was sie einmal gesagt haben, nicht ständig wieder vergessen würden, wäre im Disput um den Gebäudewärmeschutz schon vieles gewonnen.

Es gibt ein einfaches Merkmal zur Unterscheidung: Geradlinige Temperaturverteilungen signalisieren stationäres Verhalten, kurvige Temperaturverteilungen beschreiben instationäres Verhalten. Spei-cherfähiges Material und geradlinige Temperaturverteilung sind somit unvereinbar – dies aber ge-schieht in der Bauphysik immer und ständig. Auch die DIN-Normen gehen vom Beharrungszustand, von geradlinigen Temperaturverteilungen aus. Insofern sind in der Bauphysik, wenn speicherfähiges Material verwendet wird, die “Energieberechnungen“ mittels k-Wert schlichtweg falsch.

Es gibt in der Natur nur eine Möglichkeit, ein stationäres Verhalten anzunehmen: Dies ist die spei-cherlose Konstruktion, die es aber auch nicht gibt, denn Leicht- und damit besonders Dämmkonstruktionen sind lediglich sehr speicherarm. Insofern würde in einem solchen Falle der k-Wert hier zwar annähernd stimmen, wenn nicht durch Wärmebrückeneffekte und Solareinstrahlung wiederum alles auf den Kopf gestellt wird.

Trotzdem wird nur die “maximal gedämmte“ Konstruktion propagiert und auch konsequent von Industrie, Wissenschaft und Politik durchgesetzt, mit all ihren nachweisbar entscheidenden Nachteilen.
Heindl schreibt:

“So kann etwa im Hochsommer die Außenlufttemperatur die Behaglichkeitsgrenze längst überschritten haben, die Temperatur in einem Gebäude aber immer noch als angenehm kühl empfunden werden; besonders bei manchen alten Gebäuden mit extrem starken und schweren Mauern ist dieser Effekt deutlich zu beobachten. Umgekehrt kann jedoch bei extrem leichter Bauweise die Innentemperatur weit über die Außentemperatur steigen, besonders bei starker Son-neneinstrahlung“.

Bei leichter Bauweise ist das Temperatur-Amplituden-Verhältnis extrem ungünstig. Eine äußere Temperaturveränderung pflanzt sich nur ungenügend gedämpft sofort nach innen fort und verursacht unangenehme Überheizungen, das allbekannte Barackenklima. Man versucht, dieses unbehagliche Wohnen durch eine kostenaufwendige apparative Gebäudeausrüstung zu mildern und handelt sich dabei weitere Nachteile ein. Auch die hohe Bauschadensanfälligkeit der Leichtbauweise infolge sorptionsverhindernder und diffusionsbehindernder Schichten wird ein Dauerthema bleiben.

Deshalb muß Wärmeschutz bei uns aus Dämmung und Speicherung bestehen. Bei der transparenten Wärmedämmung und auch beim Massiv-Absorber werden die Speichereigenschaften hoch gelobt, warum geschieht dies dann nicht bei der massiven Außenwand? Hier gilt eigenartigerweise nur der k-Wert – zur Freude der Dämmstoffindustrie und ihrer zahlreichen Paladine.

Diese Fehlentwicklung im Mauerwerksbau wird kurioserweise nun auch noch durch eine bewußte Fehlinterpretation der Thermografie scheinbar gestützt. Eine Infrarot-Kamera mißt die Wärmestrah-lung, die maßgebend von der absoluten Temperatur der strahlenden Oberfläche abhängt. Je höher die Temperatur, desto höher die Strahlung. Dieses Naturgesetz wird in der Thermografie jedoch arglistig fehlgedeutet. Infolge absorbierter Solarstrahlung werden Oberflächentemperaturen bis zu 30°C und mehr erreicht, die dann gegenüber den kalten Oberflächen z. B. eines Wärmedämmverbundsystems besonders intensiv strahlen. Und nun wird eilfertig geschlußfolgert:

“Schlechte k-Werte bedeuten große Wärmeverluste“.
Geflissentlich wird verschwiegen, dass die abgestrahlte Energie von der Sonne und nicht vom Heizsystem des Gebäudes stammt. Solche Tricks sind schon fast zum Normalfall geworden.

Fakt Nr. 4:

Soll nun trotzdem ein Beharrungszustand, der in Realität ja nie vorkommen kann, angenommen wer-den, dann erfolgt die nächste bewußte Informationsselektion. Die Hyperbelform der k-Wert-Funktion führt bei kleinen k-Werten zu uneffizienten Lösungen. Die Nachhaltigkeit ist nicht mehr gegeben, weil zusätzliche Energie kaum noch eingespart werden kann - das ist unwiderlegbare Mathematik.
Dieses fatale Naturgesetz sieht konkret so aus:

•    5 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,8 W/m²K
•  10 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,4 W/m²K
•  20 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,2 W/m²K
•  40 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,1 W/m²K

Die Verdoppelung der Dämmung führt zu einer Halbierung des k-Wertes.

dass hierbei eine Effizienzschwelle zu beachten ist, dürfte einleuchtend sein. Da die Wirtschaftlichkeit durch die Neigung der Tangente an die Hyperbel, durch das Verhältnis von Nutzen und Aufwand bestimmt wird, ist die Unwirtschaftlichkeit kleiner k-Werte unausweichlich gegeben. Besonders Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und Nullenergiehäuser, die sich alle durch “Mini-k-Werte“ auszeichnen, sind somit völlig uneffizient und damit unwirtschaftlich. Die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1995 und damit erst recht die der beabsichtigten Energieeinsparverordnung sind mit wirtschaftlichen Konstruktionen nicht zu erfüllen. Der viele Dämmstoff wird energetisch nahezu nutzlos eingebaut.

Um von diesem physikalischen Naturgesetz abzulenken, werden markige Dämmstoff-Parolen ausgegeben und wahre rhetorische Eiertänze aufgeführt.

Der Industrieverband Hartschaum e. V. proklamiert vehement:

“Dämmstoffstärken vielfach zu niedrig – zukunftsweisende Dämmdicken orientieren sich am Niedrigenergiehaus-Standard“.
Bei Kenntnis der Effizienzlosigkeit kleiner k-Werte und der damit verbundenen Nutzlosigkeit für den Umweltschutz kann mit “zukunftsweisend“ nur der Nutzen für die Dämmstoffindustrie gemeint sein, denn Umsatzsteigerungen sind garantiert. Das Hinterhältige ist, dass mit solchen Werbesprüchen jeder glaubt, der Umwelt zuliebe müßten diese finanziellen Opfer erbracht werden – das aber ist der große Trugschluß der Kundschaft.

Feist, der Protagonist des Passivhauses mit Dämmstoffdicken um die 40 cm, schreibt in der Zeitschrift “Energieeffizientes Bauen 1/2000“ (welch eine Verdummung des Lesers):

Auch hier haben die sorgfältig meßtechnisch begleiteten Passivhaus-Projekte den Beweis erbracht: Wärmedämmung entfaltet ihre Wirksamkeit auch bei Dämmstoffstärken zwischen 250 und 500 mm Polystyrol in vollem Umfang“.

Solch eine Aussage ist banal, sophistisch und vollkommen wertlos, denn es muß doch nach dem Maß der Wirksamkeit gefragt werden und dieses Maß ist verheerend uneffizient und äußerst schaden-strächtig. Man bedenke: Auch eine negative Wirksamkeit "entfaltet sich in vollem Umfange". Radio-aktive Geschosse, Allergien auslösende chemische Beimengungen im Waschpulver, krankmachende Zusatzstoffe in Lebensmitteln, selbst Gift oder auch DDT können mit genau dem gleichen Werbespruch angepriesen werden.

Die unangenehmen Kehrseiten dagegen werden bewußt und konsequent vernebelt, verschwiegen oder schöngeredet. Mit solchen wohlfeilen Sprüchen wird der Kunde suggestiv verwirrt und für das große Dämmstoffgeschäft gefügig gemacht – eine knallharte Gehirnwäsche in demokratischem Ge-wande bildet dafür die Voraussetzung. Die Informationsgesellschaft wandelt sich mit dubiosen Motiven immer mehr zur Desinformationsgesellschaft. Neuerdings wird von der Wissensgesellschaft geredet, doch wenn man nicht weiß, was Wissen ist, kommt man damit vom Regen in die Traufe.

Bereits Sokrates brachte durch ruheloses Fragen seine Mitmenschen mit Erfolg zur Erkenntnis und entlarvte Scheinwissen, das besonders durch die Lehren der Sophisten verbreitet wurde. Dem Scheinwissen zu entgehen, ist das Gebot der Stunde. Die semantischen Verwirrspiele der Energie-sparfanatiker im “Netzwerk System Gertis“ sind kaum mehr zu ertragen. Lückenlose Aufklärung des Kunden ist deshalb wichtig, die parallele Täter-Opfer-Diskussion wird allerdings auch nicht ausblei-ben und gehört genauso auf die Tagesordnung.

Fakt Nr. 5:

Durch das Wirtschaftlichkeitsgebot im Energieeinsparungsgesetz (EnEG, § 5) werden Nachhaltigkeit und Effizienz zwingend gefordert. Deshalb wird auch ständig behauptet, die Wirtschaftlichkeit sei gegeben. Derartige Aussagen sind wahrheitswidrig, denn Dämmstoffdicken über 6 bis 8 cm sind effizienzlos (siehe Fakt 4). Die großen Dämmstoffdicken sind nach dem EnEG somit gesetzwidrig, da sie nicht wirtschaftlich zu realisieren sind; wer etwas anderes behauptet oder zu beweisen versucht, präsentiert Mogelpackungen. Die Unwirtschaftlichkeit bezieht sich auch auf andere technische Empfehlungen (z. B. Photovoltaik, Sonnenkollektoren, Wärmerückgewinnung).

Gesetz geht vor Verordnung; somit muß der gesetzestreue Planer vor allem die Superdämmungen ablehnen; dies ist er gemäß Berufsordnung auch seinem Bauherren gegenüber schuldig. Seine Ver-ordnungstreue kann er ja stillen, indem er die Befreiung z. B. nach WSchVO 1995 § 14 "Härtefälle" beantragt. Man muß diesen verordneten Dämmwahn also nicht mitmachen, auch die konstruktiven Schwierigkeiten sind zu beachten. Wenn überall Meinungsmanipulationen und bewußte Fehlinforma-tionen auf vollen Touren laufen, dann kann sich ein vernunftbegabter Intellektueller dem durchaus entziehen.

Fakt Nr. 6:

Wärmeschutzgläser mit kleinen k-Werten, die bei einer “energiesparenden“ Bauweise für unverzichtbar erklärt werden, sind überhaupt nicht erforderlich, wenn als Heizsystem eine Strahlungsheizung gewählt wird.
Sonnenstrahlen kennt jeder, sie wärmt enorm. Die zur Erde gelangte kurzwellige Solarstrahlung liegt etwa im Wellenlängenbereich zwischen 0,3 und 2,5 µm. Der Strahlungsbereich eines 20-30°C Wärmestrahlers liegt etwa zwischen 3 und 40 µm, das Maximum dann bei ca. 10 µm. Sichtbares Licht liegt etwa zwischen 0,4 und 0,8 µm.

Entscheidend ist nun die Tatsache, dass normales Glas für langwellige Wärmestrahlung mit Wellenlängen oberhalb etwa 2,7 µm praktisch undurchlässig ist. Somit durchdringen zwar kurzwellige Sonnenstrahlen, nicht aber langwellige Temperaturstrahlen das Fenster. Die Energie einer Strahlungsheizung (Kaminfeuer, Kachelofen, temperierte Wand, Strahlplatte) verbleibt somit im Raum.

Die “hochkarätigen“, k-Wert-minimierten Wärmeschutzgläser in Doppel- oder Dreifachglasausführung mit Edelgasen und Edelmetallbeschichtungen sowie reduzierten Glasrandverlusten wären also völlig überflüssig, wenn man sich auf die so wohltuende und menschenfreundliche Strahlungsheizung einigen könnte – der ganze technische Popanz energiesparender Gläser könnte entfallen.

Darüber hinaus werden bei einer Strahlungsheizung durch den Strahlungsausgleich die Umfassungs-flächen gleichmäßig erwärmt. Wenn Wandflächen strahlen, kann die Raumlufttemperatur wesentlich gesenkt werden, was zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung und zu einer wesentlichen Energie-einsparung führt. Man beachte hierbei den genialen Synergie-Effekt von Strahlungsheizung und Normalglas.

All der “energieminimierte“ Fensterzauber mit “wärmegedämmten Rahmen und hochkomplizierten Gläsern, der sowieso nicht allzu viel an Energieeinsparung erbringt, gilt also grundsätzlich nur bei ei-ner Konvektionsheizung, die darüber hinaus auch noch infolge höherer Raumlufttemperaturen durch einen höheren Energieverbrauch glänzt. Eine “schnelle“ Heizung, die ja schnell “heizen und kühlen“ kann und muß, benötigt viel Energie, das weiß jeder. Alle empfohlenen “Energiesparmaßnahmen“ sind also teuer und, das ist der große Widerspruch bei der Energiespardiskussion, energieverschwen-dend. Eigentlich steht nicht die Energie, sondern die Einsatz- und Verdienstmöglichkeiten durch technische “Neuerungen“ im Mittelpunkt; die Energie dient hierbei nur als Alibi.

Äußerst verdächtig und dubios werden diese quirligen Aktivitäten für ein Energiesparhaus auch durch die “Zertifizierung“ dieser fragwürdigen Konstruktionen (dafür ist eine hohe Gebühr zu zah-len) gerade durch die Instanz, die dies alles pseudowissenschaftlich inszeniert. Eigenartigerweise sind die einschlägigen Industrien ganz erpicht darauf, sich ihre Produkte, diesen technischen Zauber, nun auch endlich “zertifizieren“ zu lassen, damit man nur nicht zu spät kommt – man will ja schließlich nicht vom Leben bestraft werden. Dieses vollmundige Energiegehabe scheint das große Geschäft der Abkassierer zu sein.

Fakt Nr. 7:

Ein weiteres Kapitel ist das Gezeter um die Luftdichtheit des Gebäudes. Die Luftdichtheit der den Innenraum umgebenden Bauteile (Wand, Decke) wurde schon seit jeher gefordert. Dies war not-wendig, um Zugerscheinungen im Innenraum und Kondensat im Außenwandbauteil infolge Abküh-lung der nach außen strömenden warmen Innenraumluft zu vermeiden.

Bei Massivbauten ist die Luftdichtheit immer gegeben, da eine verputzte Außenwand und die Massivdecke dies gewährleisten. Bei Skelettbauten jedoch läßt sich eine vollkommene Luftdichtheit konstruktiv-handwerklich nur schwer herstellen. Deshalb war es bei der Leichtbauweise bisher immer Stand der Technik, hinterlüftete Wand- bzw. belüftete Dachkonstruktionen zu wählen, damit even-tuelles Kondensat ab- und weggelüftet werden konnte.

Mit der widersinnigen Abschaffung der belüfteten Konstruktion durch den "Vollwärmeschutz" entstehen bei Leicht- und Skelettkonstruktionen infolge der konstruktiv kaum zu vermeidenden Luf-tundichtheit automatisch Feuchteschäden durch Luftströmung. Die Bauschadensfälle nehmen rapide zu, die Bauherren sind sprachlos, die Planer ratlos. Dies aber kennzeichnet die unbelüftete Leicht- und Skelettkonstruktion insgesamt als eine sehr fragwürdige Konstruktion. Da helfen auch keine DIN-Details als akademisches Schreibtisch-Surrogat.

Anstatt nun bei solchen "windigen" Lösungen schleunigst zur belüfteten Konstruktion zurückzukeh-ren, wird die "Luftdichtheitsprüfung" geboren, denn man war als Maschinenbauer oder Physiker nicht in der Lage und auch nicht gewillt, vom einmal verfügten Vollwärmeschutz-Dogma abzuwei-chen. Zur Begründung werden aber nun nicht die zu erwartenden Feuchteschäden, sondern die „beklagenswerten“ Energieverluste genannt.

Die durch Luftundichtheit entstehenden Energieverluste sind jedoch gegenüber dem notwendigen stündlichen Luftwechsel vernachlässigbar gering. Man beachte nur den in der Wärmeschutzverord-nung 1995 verfügten 0,8fachen Luftwechsel pro Stunde (dies wäre ein über 19facher Luftwechsel pro Tagesperiode), was einem Lüftungsbedarf von 2 m³/m² Nutzfläche entspricht. Man bedenke: 2 m³ Luft wird sowieso pro m² Nutzfläche und Stunde per Verordnung ausgetauscht, da spielen ein paar Undichtheiten energetisch wahrlich keine Rolle – aber die Feuchteschäden sind beängstigend und darüber wird überall geklagt. Die Lösung haben Maschinenbauer, Physiker und theoretisierende Akademiker sogleich zur Hand: Dichtheit – was bei Leichtkonstruktionen dauerhaft einfach nicht zu verwirklichen ist.

Hier also wird der Kunde wiederum unvollständig und falsch informiert. Ihm wird dabei vorgegau-kelt, wenn die Dichtheit eines Gebäudes nicht gewährleistet sei, könne man jeglichen Wärmeschutz vergessen. Insofern bedeutet z. B. der Slogan "Luftdichtheit senkt den Energieverlust", mit dem Büros für die "Blower-Door-Messung" werben, eine Irreführung des Kunden. Allerdings eröffnet sich hier auch ein vielversprechender Markt, der bei Beachtung der "allgemein anerkannten Regeln der Technik" erst gar nicht entstanden wäre. Die “Dienstleister“ stehen jedoch schon Gewehr bei Fuß.

Zur vollendeten Farce wird das “Dichtheitsproblem“, wenn nun alle Bauten, auch die Massivbauten, mit der Luftdichtheitsprüfung konfrontiert werden, obgleich für Massivbauten (Altbauten) die Gefahr einer Kondensatbildung im Außenwandgefüge nicht gegeben ist. Es ist deshalb widersinnig, wenn die Höhe des stündlichen Luftwechsels von der Luftdichtheitsprüfung abgängig gemacht wird und in der Energieeinsparverordnung einen Bonus erhält. Umgekehrt wäre es richtig, denn der notwendige Luftaustausch richtet sich nach hygienischen Erfordernissen und nicht nach den technischen Gegebenheiten.

Logik aber war noch nie Stärke der theoretisierenden Bauphysik!

Fakt Nr. 8:

Auch das grundsätzliche Auswechseln des Heizkessels wird als notwendig erachtet. Damit allerdings wird lediglich der Heizkesselbranche die Möglichkeit eröffnet, überall neue Heizkessel einbauen zu können – Geschäfte müssen auch hier durch novellierte Verordnungen forciert werden. Die beiden großen Zauberworte für diese Verkaufskampagne lauten: Abgasverlust und Wirkungsgrad. Was damit energetisch überhaupt erreicht wird und welche technischen Schwierigkeiten damit eingehandelt werden, davon ist nicht die Rede.

Je besser die Verbrennung ist (niedrige O2-Anteile und dadurch jedoch hohe CO2 Anteile), desto ge-ringer sind die Abgasverluste; kurioserweise würde damit eine schlechte Verbrennung (!) den CO2-Ausstoß mindern – wäre das nicht ein hübscher CO2-Minderungsansatz?. Aber auch geringere Ab-gastemperaturen führen zu geringeren Abgasverlusten, so dass hohe CO2- Anteile und niedrige Ab-gastemperaturen die Abgasverluste mindern. Damit erreicht man auch höhere Wirkungsgrade.

Diese berechneten Werte beziehen sich auf einen Betriebszustand der Beharrung. Dieser Zustand wird in der Regel nach einer Brennzeit von einer halben bis zu einer Stunde erreicht, auf jeden Fall dann, wenn sich weder Temperatur noch der CO2-Gehalt der Abgase mehr verändern. Diese voraussetzende Randbedingung sollte ins Gedächtnis gerufen werden, wenn durch einen geringen Wärmebedarf der Brenner kleine Intervalle fährt.

Dieses Denkschema eines “guten“ Wirkungsgrades wird ohne Rücksicht auf die Bewohnbarkeit und die damit verbundenen Schäden durchgesetzt. Bei niedrigen Abgastemperaturen versotten die Schornsteine durch anfallendes Kondensat aus den schwefelhaltigen Rauchgasen. Der Zwang zu gla-sierten Tonrohren, Glasschornsteinen und zu nichtrostenden Stahlkaminen ist damit gegeben.

dass sich hohe Abgastemperaturen sich langsam im gemauerten Schornstein abkühlen und damit eben auch Wärme ins Haus liefern, daran hat man genau so wenig gedacht wie bei der Formulierung in der Energieeinsparverordnung, in der die abgegebene Wärme des Verteilungsnetzes nicht als “innere Wärmequelle“ des Gebäudes, sondern als “Verteilungsverluste“ in die Bilanz mit eingehen. Jede Glühbirne wird als Energiequelle berücksichtigt, bei der Heizung jedoch wird anders entschieden – ein größeres Durcheinander gibt es kaum.

Da immer vom “Gesamtsystem Haus“ gesprochen wird, wäre es bei der Heizung deshalb auch richti-ger, die Heizenergiebilanz nicht am Kesselende, sondern am Ende des Schornsteins durchzuführen; aber wie gesagt, durchdachte Lösungen und einsichtige Verfahren waren selten Bestandteil von Verordnungen, zumal meist mit heißer Nadel gestrickt wird, um schnell die ach so begehrten Umsatz-steigerungen zu ermöglichen und zu gewährleisten.

Zur Verbesserung des Wirkungsgrades wird nun der Brennwertkessel offeriert, der nun auch den Wasserdampf der Abgase durch Kondensatbildung noch energetisch ausnutzen soll. Dies funktioniert, wie oben schon erwähnt, besser auf dem Prüfstand als in der Praxis. Dadurch werden (theoretische) Wirkungsgrade von über 1 erzielt, da die “genutzte Wärme“ auf den unteren Heizwert bezogen wird.

Was kommt eigentlich bei Einsatz eines Brennwertkessels an Energiegewinn und Heizkosteneinsparung heraus?

Bei einem sogenannten „Passivhaus“ mit 100 m² Nutzfläche, einem „gerechneten“ Bedarf von 30 kWh/m²a und einem Jahreswirkungsgrad eines konventionellen Kessels von ca. 0,85 würde der Heizwärmebedarf insgesamt 3530 kWh/a ausmachen.

Wird nun der Wirkungsgrad durch Wahl eines Brennwertkessels auf etwa 1,04 gesteigert (in der Praxis wird dieser Wert kaum erreicht), dann reduziert sich der Heizwärmebedarf auf 2885 kWh/a. Die Differenz beträgt dann 645 kWh/a; dies entspricht einer Heizölmenge von rund 65 Litern und einer Heizkosteneinsparung von ca. 36 DM/a – für „Passivhaus-Fanatiker“ sicher ein gewaltiger Vorteil. Bei einem für technische Geräte anzusetzenden Mehrkostennutzenverhältnis von 10 würden dies maximale Mehrkosten des Heizkessels von 360 DM bedeuten. Dies ist eine technische Utopie. Die Kunden werden mit dem Schlagwort „Brennwertkessel“ wiederum permanent zum Narren gemacht, aber nicht nur die, auch Politiker haben keine Ahnung.

Mit dem Wirkungsgrad-Dogma und der Abgasverlust-Parole werden auf dem Heiztechniksektor auch wieder nur die Zahlenden in ein finanzielles und bautechnisches Risiko gedrängt. Auch Steuer-gelder werden dabei vergeudet; der Staat wird ausgeplündert.

Fakt Nr. 9:

Um den gegenwärtig auftretenden bautechnischen Widersinn nun irgendwie untermauern zu können, wird pseudowissenschaftlich und suggestiv mit Argumenten operiert, die allesamt versuchen, diese mit kriminellem Beigeschmack garnierten baukulturellen Fehlentwicklungen zu rechtfertigen.

1. Damit die nominell nur sehr gering vorhandenen Energieeinsparungen gewaltig erscheinen, werden diese “in Prozenten“ angegeben. Die “k-Wert-Verbesserungen“ beim Fakt Nr. 4 z. B. betragen ja pro Schritt jeweils 50 % - ein “gewaltiger Erfolg“, doch die nominellen Gewinne und damit CO2 -Reduzierungen werden immer kleiner und schrumpfen am Ende zu einem

Nichts!  Dies ist das Verwerfliche bei diesen Prozentangaben.

Hier dann von einer maßgebenden CO2 -Entlastung der Umwelt zu sprechen, ist ein baupolitischer Skandal. Der Kunde wird in Sachen Energieeinsparung permanent falsch und irreführend informiert. Diese “Prozenthudelei“ wird sogar offiziell gefördert. Was mit diesen leeren Worthülsen und Sprechblasen real herauskommt, sind geistige Verwirrspiele. Ehm spricht in seinen Beiträgen nur von prozentualen Größen – werden die Absolutzahlen genannt, würde die Absurdität und Nutzlosigkeit offenkundig werden.

2. Ein besonders hinterhältiger Trick in der “empirischen Forschung“ ist die Messung der inneren Wärmestromdichte (an der Innenoberfläche der Außenwand).

a) Bei geradliniger Temperaturverteilung (stationärer Betrachtung) ist es völlig egal, an welcher Stelle die Wärmestromdichte gemessen wird, sie ist ja über den ganzen Querschnitt konstant gleich groß. Somit kann durchaus davon ausgegangen werden, dass das, was innen an Energie hineingeht, auch außen wieder herausgeht. Dieses stationäre Verhalten einer speicherlosen Wand wird nun fälschlicherweise verallgemeinert.

b) Bei speicherfähigem Material jedoch liegen in Größe und Richtung unterschiedliche Wärmestromdichten vor (instationäre Betrachtung). Was hier innen an Energie hineingeht, geht keineswegs außen wieder heraus – im Gegenteil: durch absorbierte Solarenergie liegt ein Wärmestrom von außen nach innen vor, so dass die speicherfähige Außenwand von innen und von außen mit Energie beschickt wird, die dann, wo soll sie auch bleiben, in der Wand eingespeichert wird.

Wenn hier die “innere Wärmestromdichte“ gemessen wird, so bedeutet dies in keinem Falle, dass damit der Transmissionswärmeverlust der Außenwand beschrieben wird. Diese betrügerische Forschungsmethodik wird jedoch nun vielfach bei empirischen Untersuchungen eingesetzt – ständig werden “innere Wärmestromdichten“ gemessen, die, geradlinig extrapoliert, dann zu “gemessenen Transmissionswärmeverlusten“ erklärt werden. Dieser “gemessene“ Heizenergieverbrauch entspricht bei speicherfähigem Material (instationäre Verhältnisse) – also auch bei Altbauten – keinesfalls dem tatsächlichen Heizenergieverbrauch.

Hier wird dem Leser und Zuhörer nur “experimenteller blauer Dunst“ vorgemacht und ein völlig falsches Bild vorgegaukelt. Es gehört schon eine Portion Unverschämtheit dazu, so etwas den Bauleuten zu unterbreiten.

3. Frappierend wirken bei solchen Präsentationen dann immer die übereinstimmenden Kurven von “Rechnung“ und “Messung“, oder wie es dann auch oft heißt, von “Theorie“ und “Praxis“. Dies jedoch ist keineswegs ein Beweis für die Richtigkeit einer Transmissionswärmeverlustberechnung, denn das ist etwas ganz anderes (siehe Punkt 2b).

Was hier mit der “Übereinstimmung“ dokumentiert wird, ist lediglich die Fähigkeit, eine periodisch auftretende Datenfolge gemessener “innerer“ Wärmestromdichten durch eine Regressionskurve zu approximieren, das heißt, durch eine mathematische Funktion gut zu beschreiben. Dies geschieht re-lativ einfach durch eine Überlagerung von verschiedenen Sinus- und Cosinusschwingungen mit un-terschiedlichen Amplituden und Phasen. Der “Gleichklang“ ist somit lediglich der Nachweis einer ausreichend guten Approximation gemessener Daten.

Da innere Wärmestromdichten jedoch nach 2b) die tatsächlichen Energieverluste nicht beschreiben, handelt es sich hier um perfekte dolose Machenschaften. Dem Leser wird ein Theaterspiel von Gauklern und Schaustellern vorgesetzt, das nur suggerieren soll, man hätte die gelebte Praxis theo-retisch-rechnerisch voll im Griff – mitnichten. Mit der Approximation wird der tatsächliche Heizwärmeverbrauch überhaupt nicht berührt.

4. Der temporäre Wärmeschutz von Fenstern, der im Entwurf zur Wärmeschutzverordnung 1995 enthalten war, wird flugs wieder entfernt, weil damit die “Notwendigkeit von Wärmeschutzgläsern“ – selbst bei Akzeptanz der kF-Werte (siehe Fakt 6) – hinfällig werden würde.

Der Energieeinspareffekt durch einen temporären Wärmeschutz ist viel größer als der durch “Wärmeschutzgläser“. Hier ist erwähnenswert, dass beim definierten Deckelfaktor nach Hauser auch noch methodisch falsch gedacht wird. Die überproportionale Wichtung des ja immer nachts eingesetzten temporären Wärmeschutzes infolge der größeren Temperaturdifferenzen wird einfach übersehen und damit der temporäre Wärmeschutz unterbewertet.

Denkfehler über Denkfehler begleiten diese armselige Bauphysik.

Um Überheizungen zu mindern, werden nun auch noch “Sonnenschutzgläser“ entwickelt, die die fehlenden Jalousien und Fensterladen ersetzen sollen – allerdings mit kärglichen Resultaten – ständig geringe Lichtausbeute und geminderte Solargewinne, keine temporäre Verschattung.

Was aber geschieht?

Trotz dieser klaren Fakten soll nach dem Willen der Bundesregierung der einmal begonnene bau-technische Wahnsinn durchgezogen werden, bar jeder Vernunft. Ehm rührt hierfür schon seit vielen Legislaturperioden die Trommel und beruft sich dabei auf die Konferenz in Rio de Janeiro 1992 und auf die Enquete-Kommission “Schutz der Erdatmosphäre“. Welch ein doloses Argumentieren, denn gerade die Superdämmungen sind nicht in der Lage, die Umwelt nachhaltig zu entlasten.

Und wer entsorgt eigentlich in Zukunft diesen massenhaften Sondermüll? Die Dämmstoffeinbauer haben schon zu erkennen gegeben, dass sie sich auch als Dämmstoffabbauer empfehlen werden – das nächste, noch viel größere Recycling-Geschäft zeigt sich bereits verheißungsvoll am Horizont und wird konsequent angegangen.
Oft wird zur Durchsetzung dieser unwirtschaftlichen und unwirtlichen "Dämmstoffhäuser" als Druckmittel auch die Finanzierung mißbraucht; bei Unterschreitung der Anforderungen gibt es För-dermittel. Damit werden jedoch Steuergelder nutzlos verschwendet – zumindest nutzlos im Sinne ei-ner Umweltentlastung.
Auch Bußgelder (EnEV § 18) sind vorgesehen, um eine “Nichterfüllung“ in den Bereich einer Ord-nungswidrigkeit zu rücken.

Es wird alles unternommen, um diesen bautechnischen k-Wert-Unfug durchzusetzen. Wissenschaft bemüht sich dabei weniger um Erkenntnisse, sondern liefert lieber Bekenntnisse zu bisherigen Feh-lern und konzentriert sich dabei besonders auf die Produktion Verwirrung stiftender Meinungen – und Legislative und Exekutive forcieren dieses Trauerspiel.

Weil all diese Energiesparaktivitäten, die voller sachlicher Widersprüche stecken, rational nicht zu begründen sind, werden in der Bevölkerung Ängste geschürt. Die Klimakatastrophe, der sorglose Lebensabend, das Ozonloch, die Überschwemmung weiter Landstriche, all dies muß herhalten, damit Geschäfte blühen, die, und das ist das Widersinnige und Betrügerische, auf diese “Bedrohungen“ der Umwelt kaum einen Einfluß haben. Auch ein erhöhter Wohlstand wird versprochen.

Wenn Naturgesetze, Mathematik und formale Logik ernst genommen werden, zeigt sich der ange-ordnete Wärmeschutz als ein mühsam errichtetes und krampfhaft abgestütztes Kartenhaus, das bei rationalem Denken und Handeln der Verantwortlichen längst zusammengebrochen wäre; so aber wird es mit Steuergeldern krampfhaft gehegt und gepflegt.

Dieses dubiose Treiben zwischen Prophetie, Geschäft und Rechtfertigung charakterisiert Karl Stein-buch (Maßlos Informiert – die Enteignung unseres Denkens) recht plastisch:

“In unserer Zeit kommt erstaunlicherweise wieder die archaische Methode auf: die Behauptung, man sehe die Zukunft voraus und wisse, welches Verhalten für sie notwendig ist. Wenn man dieses oder jenes nicht tue - so beschwören uns manche Futurologen - träten katastrophale Folgen ein. Um dieses jedoch abzuwenden, müsse man einfach das tun, was sie vorgeben, es ginge ja um das Überleben schlechthin“.

dass Anspruch und Wirklichkeit immer weiter auseinanderdriften, ist evident. Allerdings können nur aus einem fundierten Wissen heraus Fälschungen und Tricks erkannt werden. Insofern hat der New Yorker Medienprofessor Neil Postman schon recht, wenn er in seinem Buch “Die zweite Aufklärung“ schreibt: "Man sollte aus dem Geschäft mit der Information aussteigen und sich im Geschäft mit dem Wissen engagieren. Wer über Wissen verfügt, weiß, wie er Informationen einzuschätzen hat, ... und vor allem weiß er, wenn Informationen irrelevant sind". Er spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Informationsschwemme und vom Informationsmüll.

Fürwahr, was sich heute in den Zeitschriften und Vorschriften, in den DIN-Normen und Richtlinien wiederfindet, ist ausgesprochener Informationsmüll – quantitativ und qualitativ.

Es werden beim Energiesparen fundamentale Fehler gemacht, die derart gravierend sind, dass sie schon wieder vielen als “wahr“ erscheinen, denn soviel Unfug hält man ja nicht für möglich.

Der große Trugschluß dabei ist der Glaube, Meinung sei Wissen. Die totale Informationsgesellschaft beschreibt Karl Steinbuch (Maßlos informiert, die Enteignung unseres Denken) wie folgt: “Die Pluralität der Meinungen in den Massenmedien schafft Rechtfertigung für fast alle Verrücktheiten unserer Zeit und vernachlässigt das “Normale“, auf dessen Existenz unser Zusammenleben beruht“ und weiter stellt er fest: “Es ergibt sich zwangsläufig aus dem gegenwärtigen Umgang mit der Information, der - ähnlich dem Umgang der Alchimisten mit ihren Elixieren - mit Verstand und Verantwortung wenig, mit Unverstand, Täuschung und Betrug aber viel zu tun hat. Wir werden zugleich informiert, verwirrt und betrogen, wir sehen kaum mehr die Wirklichkeit, fast nur noch Kulissen und Spiegelbilder“.

Der Kontrast zwischen vorgegebenem Anspruch und erlebter Realität wird immer größer. Angekurbelte Trends, Posen und politische Schlagworte sind nicht maßgebend, sie sind nur Reklame, entworfen, um Menschen für vorgegebene hehre, jedoch, wie sich leider herausstellt, inhumane Zwecke zu begeistern, auszunutzen und auszuplündern.

Es ist erschütternd und frappierend zugleich, wohin gnadenlose Geldgier den Menschen treibt. Kriminelle Energie und nie zu stillende Habsucht schieben so manches Geschäft an – und viele machen mit in der Hoffnung, vom großen Kuchen auch einen Happen zu erwischen. Falsche Propheten ziehen durchs Land und verdummen das Volk. Es ist beschämend, was alles in einer “Demokratie“, in unserer Gesellschaft, möglich ist.

Es dominiert die virtuelle Welt des Scheins. Diese Realitäts-Krise ist eine moralische Krise. Sie ist auf allen Gebieten anzutreffen. Entmoralisierte Kräfte kassieren ab.


Bayerische Wohnungswirtschaft
Vortrag von Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier,
TU Berlin, Stadt Nürnberg

Energieeinsparung im Bestand - Grenzen und Möglichkeiten
am 19.10.2000 in Reit im Winkl

Inhaltsverzeichnis:
1   Einleitung S. 1
2   Die Wand - instationär S. 1
3   Die Wand - stationär S. 5
4   DIN Gültigkeit S. 6
5   Das Fenster S. 7
6   Strahlungsphysik S. 9
7   Feuchte S. 10
8   Lüftung und Luftdichtheit S. 11
9   Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen S. 12
10  Schlußbemerkung S. 13
11  Literatur S. 14
 

1 Einleitung
Energie soll eingespart werden. Die fortdauernde Reduzierung der k-Werte in den Wärmeschutzverordnungen erbringt nicht die vorausgesagten Einsparungen. Nun hat man den Althausbestand als Übeltäter entdeckt. Der Slogan „Im Altbau steckt das große Einsparungspotential“ wird überall verbreitet. Auch diese These ist falsch. Um Grenzen und Möglichkeiten der Energieeinsparung richtig einschätzen zu können, müssen die bauphysikalischen Grundlagen dargelegt werden.

2 Die Wand – instationär
Von offizieller Seite wird die Wand energetisch ausschließlich durch den k-Wert repräsentiert. Dies ist eine irrige und falsche Annahme. 
Ein sehr interessantes Ergebnis zur Energieverbrauchsanalyse von Massivbauten steuert Prof. Fehrenbach aus Hildesheim bei. Die Abbildung 1 zeigt das Ergebnis. 



Abb. 1: Energetisch nutzlose WDV-Systeme und der „Erfolgsnachweis“


Die Heizkoten dreier gleichartiger und großer Wohngebäude wurden miteinander verglichen, wobei das Gebäude 6 im Jahre 1988 ein WDV-System erhielt (4 cm + 1 cm Verblender). Die Heizkosten der drei Gebäude verliefen trotz energetischer „Ertüchtigung“ weiterhin synchron. Die energetische Sanierung mit Dämmstoff war also zwecklos. Der Grund ist einleuchtend. 
Ein Wärmedämmverbundsystem verhindert die kostenlose Solarenergie-Nutzung einer Massivwand; dies zeigt die Abbildung 2. 
 
 

Abb. 2: Temperaturverteilung und Energiegewinn eines Wärmedämmverbundsystems


Einer Forschungsarbeit des IBP [16] ist zu entnehmen: Die besondere Temperaturverteilung der 13:00 Uhr Kurve eines WDV-Systems mit äußeren Oberflächentemperaturen von ca. 60 °C läßt hier für die Massivwand lediglich die Speicherung von knapp 100 Wh/m²d zu; die Dämmung schafft gerade 30 Wh/m²d. Den Hauptanteil übernimmt mit ca. 720 Wh/m²d die 2 cm Putzschicht. Die Massivwand wird also durch das WDV-System an der energiebringenden Speicherung der kostenlosen Solarstrahlung gehindert. Die „vermeintlichen Energiegewinne“ durch verbesserte Dämmung gehen durch Abschotten von der Solarenergie wieder verloren. 

Ein WDV-System bringt sogar energetische Nachteile infolge überproportionaler Wärmebrückeneinflüsse. Dies zeigt die Abbildung 3. 



Abb. 3: Wärmebrückeneffekte im Wandbereich bei unterschiedlichen Außenwänden


Die Zuordnung der infolge der Wärmebrückeneffekte spezifischen Transmissionswärmeverluste zu den herkömmlich-rechnerischen k-Werten für einzelne Konstruktionsarten ist recht unterschiedlich [15]. Deutlich ist erkennbar, dass die absoluten Abweichungen bei großen k-Werten (Massiv-Konstruktionen) klein, jedoch bei kleinen k-Werten (Dämmschichtkonstruktionen) recht groß sind. Die prozentualen Verschlechterungen verhalten sich dann sogar exponential [23].

Es ist demzufolge methodisch falsch, in der EnEV als Wärmebrückenzuschlag konstante Erhöhungen (0,05 bzw. 0,1 W/m²K) vorzusehen. Einmal sind die vorgesehenen Werte völlig unzureichend, zum anderen aber eine exzellente Benachteilung der monolithischen Konstruktionen, Altbauten werden unseriös behandelt. 

Die Diskrepanz zwischen Rechnung und Verbrauch zeigt auch eine andere Untersuchung. Es wurden für die Stadt Wedel neben den errechneten Energiebedarfswerten auch die Energieverbrauchsdaten der Stadtwerke statistisch ausgewertet. Abgesehen von den zum Teil großen Streuungen einzelner Daten werden bedeutsame Trends in Form von Regressionsgeraden ermittelt [1], [35]. 

Die Ergebnisse für zwei typische Bauweisen (Massivbauweise vor 1945 und Gebäude von 1977 bis 1988, die in die Periode der Wärmeschutzverordnungen fallen) sind ernüchternd. 

Bei den vor 1945 errichteten Massivbauten signalisiert die Rechnung einen höheren Bedarf als der tatsächlich anfallende Verbrauch. Es wird in Realität also weniger verbraucht, als die Rechnung ermittelt. Bei den von 1977 bis 1988 errichteten Gebäuden, die somit der Wärmeschutzverordnung unterliegen, signalisiert die Rechnung einen niedrigeren Bedarf als der tatsächlich anfallende Verbrauch. Es wird in Realität also mehr verbraucht, als die Rechnung ermittelt. Es kann also mit dem k-Wert etwas nicht stimmen. Ist es vielleicht doch die Absorption von Solarenergie? 

Die Absorption direkter und diffuser Solarstrahlung durch monolithische Außenwände wird durch eine Forschungsarbeit des Instituts für Bauphysik bestätigt [16]. In der Abbildung 4 wird der Energiegewinn verdeutlicht.



Abb.4: Temperaturverteilung und Energiegewinn einer monolithischen Wand


Die 15:00 Uhr Temperaturkurve zeigt gegenüber dem Beharrungszustand hier deutliche Temperaturunterschiede, die in der Tag/Nacht-Periode immerhin zu einem eingespeicherten "Energiepolster" von rund 2.190 Wh/m² führen; dies ist ein recht ansehnlicher Betrag. 

Gegenrechnung: Bei einem k-Wert von 0,46 W/m²K und einer Temperaturdifferenz von 34 K würde sich in 24 Stunden ein stationärer Wärmeverlust von rund 375 Wh/m² ergeben. Gegenüber dem Energiepolster von 2.190 Wh/m² ist dies ein „Mini – Betrag“, es wird immerhin die über fünffache Menge absorbiert. 

Fazit:
Bei diesem Beispiel würde das instationäre Einspeichern von Solarstrahlungsenergie durch die Außenwand den stationären Transmissionswärmestrom bei weitem überwiegen, es ergibt sich energetisch ein bedeutender energetischer Gewinn. Solarstrahlung kann also sehr wohl nutzbringend durch die Außenwand im Tag/Nacht-Rhythmus gespeichert werden. Die Notwendigkeit der Speicherung von Solarstrahlung im Sommer/Winter-Rhythmus durch Langzeitspeicher (z. B. beim „Nullenergiehaus“) besteht also überhaupt nicht. 

Durch die absorbierte Solarstrahlung ergeben sich instationäre Verhältnisse und gegenüber dem Beharrungszustand eine zusätzlich eingespeicherte Energie. Dies zeigt auch die Abbildung 5. 



Abb. 5: Instationäre Temperaturverteilung einer monolithischen Konstruktion


In einem Manuskript, das allerdings die (falsche) Auffassung zu verbreiten versucht, die Speicherfähigkeit der Außenwand spiele in der Praxis keine Rolle [8], wird die 13:00 Uhr Temperaturkurve gezeigt. Gegenüber dem Beharrungszustand ergeben sich Temperaturunterschiede, die in der 24stündigen Tag/Nacht-Periode zu einem eingespeicherten "Energiepolster" führen, das auch hier größer als der stationär berechnete Transmissionswärmeverlust ist [32], [35]. 

Woran ist nun ein instationärer Zustand zu erkennen? Nur an den unterschiedlichen Temperaturgradienten. Diese bedeuten eine Temperaturdifferenz Dt, bezogen auf eine Streckendifferenz Ds, zeigen die Richtung der thermischen Wärmeströme eines Bauteils an und verdeutlichen durch die Neigung der Temperaturgradienten die Größe der Wärmeströme. Allein schon optisch ermöglicht somit die Temperaturkurve eine qualitative Aussage über Richtung und Größe (proportional zur Neigung) eines Wärmestromes. 

Es werden vier Wärmeflußzustände mit unterschiedlichen Richtungen und Größen gezeigt: 

  • (1) Der über den gesamten Querschnitt gleichmäßig verteilte, konstante Wärmestrom (Beharrungszustand – sprich k-Wert) von innen nach außen beträgt ca. 33 W/m² und bedeutet einen stationären Transmissionswärmeverlust, wie er in jeder einschlägigen und gängigen Energiebilanz mit dem k-Wert berechnet wird. 

  • (2) Der Wärmestrom in der Nähe der Innenwand von innen nach außen ist geringer (flachere Neigung) und beträgt etwa 22 W/m². Diese „innere Wärmestromdichte“ wird in repräsentativen Forschungsarbeiten extrapoliert und dann fälschlicherweise als „Solargewinn“ verkauft. Diese fehlerhafte Interpretation führt ebenso zu irregulären Ergebnissen, denn

  • (3) Der in der Nähe der Außenwand vorliegende entgegengesetzte Wärmestrom von etwa 31 W/m² bedeutet solaren Energiegewinn, da ein Temperaturgefälle zur Mitte der Wand vorliegt. Dieser Wärmestrom ist größer, als der an der inneren Wandseite (steilere Neigung). 

  • (4) Ein waagerechter Temperaturgradient bedeutet bei einer Senke, dass kein Wärmestrom fließt, weder nach außen, noch nach innen. Dies bedeutet den Zufluß von Energie von beiden Seiten (Aufladungsphase). Die Wand wird sozusagen mit Energie aufgetankt. 

  • Die 13:00 Uhr Temperaturkurve führt also einmal zu einem Wärmefluß von innen zur Mitte der Wand, aber auch von außen zur Mitte der Wand, der jedoch den von innen kommenden stoppt. Die Außenwand wird von zwei Seiten mit Energie aufgeladen; die eingespeicherte Energie kann während der Aufladungsphase am Tage nicht nach außen abfließen, wird "gestapelt" und steht als Energiereserve für die Entladungsphase in der Nacht zur Verfügung. 

Quintessenz:
Eine speicherfähige, massive Außenwand vereinnahmt kostenlos wertvolle Sonnenenergie und stoppt dadurch den stationären Transmissionswärmestrom von innen nach außen. Dies ist der bedeutsame Vorteil einer speicherfähigen, massiven Außenwand, da die Heizungsanlage dadurch entscheidend entlastet wird [31], [32], [35]. Um realitätsnahe Ergebnisse zu erhalten, muß die energetische Systemgrenze deshalb zur Außenoberfläche der Außenhülle verlegt werden. Alles andere bedeutet Manipulation. Der Gebäudewärmeschutz besteht also aus Dämmung und Speicherung, immerhin wird in [3] bereits von der „gleichdämmenden“ und „gleichspeichernden“ Ziegelstärke gesprochen.
Der k-Wert beschreibt nur den Wärmestrom im Beharrungszustand, der jedoch infolge der ständig vorhandenen direkten und diffusen Solarstrahlung nie vorliegt. Dies wird auch von Hauser in [13] bestätigt. Dort steht: 

"Folgendes ist vorauszuschicken: der k-Wert eines Bauteils beschreibt dessen Wärmeverlust unter stationären, d. h. zeitlich unveränderlichen Randbedingungen. Die Wärmespeicherfähigkeit und somit die Masse des Bauteils geht nicht in den k-Wert ein. Außerdem beschreibt der k-Wert nur die Wärmeverluste infolge einer Temperaturdifferenz zwischen der Raum- und der Außenluft. Die auch während der Heizperiode auf Außenbauteile auftreffende Sonneneinstrahlung bleibt unberücksichtigt". 

Präziser kann die einschränkende Gültigkeit des k-Wertes nicht beschrieben werden. Der k-Wert bleibt ein Laborwert. Trotz dieser klaren Aussage bleibt Hauser nach wie vor einer der führenden „k-Wert-Dogmatiker“. 

Nicht ohne Grund steht deshalb auch in [12]: "Beim Anheizen oder Auskühlen von Räumen oder bei Sonnenzustrahlung liegen jedoch instationäre Verhältnisse vor, so dass diese durch die Werte 1/L (oder R in m²K/W) und k (oder U in W/m²K) nicht erfaßt werden". 

Speicherfähiges Material bedeutet auch Wärmeträgheit, die segensreich für die Stabilität besonders des sommerlichen Raumklimas wirkt. Dies zeigt die Abbildung 6. 



Abb. 6: Wärmestandsverlauf einer monolithischen Wand bei einer Lufttemperaturveränderung (nach Cammerer)


Bei Lufttemperaturveränderungen wie z. B. beim Anheizen eines Raumes stellt sich der Beharrungszustand, also der stationäre Zustand mit konstanter Wärmestromdichte, erst recht langsam ein und liegt bei weit über 24 Stunden [3]. 

Das heißt im Klartext: Bei gut speicherfähigem Material würde sich im 24-Stunden-Rhythmus einer Tag/Nacht-Periode der Beharrungszustand nie erreichen lassen. Allein aus diesem Grunde kann bei instationären Verhältnissen die k-Wert-Berechnung nach DIN 4108 zu keinem brauchbaren Ergebnis führen. Deshalb sind die nur für den Beharrungszustand gültigen k-Wert Berechnungen, die in der Wärmeschutzverordnung, der EN 832 und auch der EnEV vorgesehen und vorgeschrieben sind, falsch. 

Fragt man nach dem Grund für die konsequente Ignoranz all dieser gesicherten Aussagen (wie z. B. in [12], [32] und [35]) und den in der etablierten Bauphysik vorherrschenden k-Wert-Dogmatismus, so ist dieser in [10] zu finden, dort steht: 
 

"Diese Diskussionen (um den k-Wert) erscheinen in Kreisen echter Fachexperten überflüssig, weil der k-Wert bzw. der Wärmedurchlaßwiderstand seit Jahrzehnten in der Wärmetechnik und in der Heizungstechnik unumstritten und mit Erfolg verwendet worden war".

Genau diese Analogie ist der große Trugschluß. In der Heiztechnik werden fehlerhafte Berechnungen (bei Massivbauten Überdimensionierungen) ausgeglichen durch größere Stillstandszeiten; auch werden für extreme Klimaverhältnisse damit Wärmepuffer geschaffen. Insofern ist gegen die Verwendung des k-Wertes in der Heiztechnik nichts einzuwenden. Bei den jetzigen Leichtbauten jedoch treten durch die Unterdimensionierungen bedenkliche Diskrepanzen in der Heizenergieversorgung auf - und die sind schon jetzt zu registrieren. 

Der begangene Fehler ist zu glauben, den k-Wert nun auch für eine exakte quantitative Bestimmung des Heizenergiebedarfs heranziehen zu können. Dies aber muß aus den angegebenen Gründen zu fehlerhaften Ergebnissen führen. Skandalös wird es allerdings, wenn auf der Grundlage dieser falschen Berechnungen damit auch noch Bußgelder verbunden sind, wie sie im § 18 der EnEV vorgesehen sind [6]. 

Instationäre Verhältnisse wirken sich auch günstig auf die Behaglichkeitskriterien im Innenraum aus. Das Temperatur-Amplituden-Verhältnis (TAV) dämpft außenseitige Temperaturschwankungen, während die Phasenverschiebung die gedämpften Temperaturschwankungen zeitlich nach hinten versetzt [12]. 

Je nach Baustoff ergeben sich recht unterschiedliche Ergebnisse. Ein TAV von 0,1 z. B. (20 K Außentemperaturschwankung wird innen mit 2 K Temperaturschwankung wirksam) werden etwa durch 20 cm Holz, 36,5 cm Leicht- und Gasbeton (in etwa auch durch massive Ziegel) und etwa 50 cm Schwerbeton erzielt. 

Wärmedämmstoff dagegen muß bei Abmessungen von etwa 12 bis 16 cm (dies sind bereits effizienzlose und damit unwirtschaftliche Dämmstoffstärken) mit Temperatur-Amplituden-Verhältnissen von 0,8 bis 0,9 belegt werden (eine Außentemperaturschwankung von 20 K wird innen mit 16 bis 18 K Temperaturschwankung wirksam). Reine Leichtkonstruktionen aus Dämmstoff führen somit zu einem ausgesprochenen "Barackenklima". 

In solchen Fällen wird nun versucht, durch eine aufwendige und kostenintensive technische Gebäudeausrüstung diese Mißstände zu "bereinigen". Leichter (und billiger) wäre es, für die Außenkonstruktion zur Dämpfung und Pufferung speicherfähiges Material vorzusehen. Gerade im Bestand sind alle quantitativen Aussagen über Energieeinsparungen falsch, da der Beharrungszustand nie vroliegt. 

3 Die Wand – stationär
Die k-Wert-Berechnung nach DIN 4108 gilt ausschließlich für den Beharrungszustand, also nur für stationäre Verhältnisse. Wird nun trotz dieser Fehlerhaftigkeit der k-Wert einmal näher untersucht, so ist festzustellen: Die dafür geltende Formel beschreibt mathematisch gesehen eine Hyperbel [27], [31], dies zeigt die Abbildung 7. 



Abb. 7: Die k-Wert-Funktion ist eine Hyperbel


Das Typische einer Hyperbel ist: 4 bis 6 cm Dämmstoff erbringen eine große k-Wert-Verbesserung, dagegen bedeutet eine Dämmung ab 8 bis 10 cm eine nur noch sehr geringe zusätzliche Verbesserung, also kaum noch eine zusätzliche Energieeinsparung. Bei kleinen Dämmstoffdicken liegt noch eine hohe Effizienz vor (mit kleinem Aufwand wird ein großer Nutzen erzielt). Bei großen Dämmstoffdicken jedoch liegt nur eine geringe Effizienz vor (mit großem Aufwand wird nur ein sehr kleiner Nutzen erzielt). Die Tangente an die Hyperbel gibt den Grenzwert der Effizienz an [22]. 

Merksatz:
Der k-Wert verhält sich umgekehrt proportional zur Dämmstoffdicke, der Dämmstoffumsatz jedoch proportional zur Dämmstoffdicke – zur Freude der Dämm-Industrie. 

Mit den Vorgaben der Wärmeschutzverordnung 1995 bedeutet dieser Effizienzverfall für eine Leichtkonstruktion in Mark und Pfennig (bei Heizölkosten von 0,65 DM/l): 

  • 05 cm Dämmstoff (10 DM/m²) bedeuten Heizkosten von 4,00 DM/m²a (Konstruktionsfläche),
  • 10 cm Dämmstoff (20 DM/m²) bedeuten Heizkosten von 2,00 DM/m²a (Konstruktionsfläche),
  • 20 cm Dämmstoff (40 DM/m²) bedeuten Heizkosten von 1,00 DM/m²a (Konstruktionsfläche),
  • 40 cm Dämmstoff (80 DM/m²) bedeuten Heizkosten von 0,50 DM/m²a (Konstruktionsfläche),

Fazit:
Eine Verdoppelung des Aufwandes bewirkt die Halbierung des Nutzens. Werden die Differenzbeträge betrachtet, so ist festzustellen: 

  • Zeile 2:  10 DM/m² Mehrkosten reduzieren die Heizkosten um 2,00 DM/m²a,
  • Zeile 3:  20 DM/m² Mehrkosten reduzieren die Heizkosten um 1,00 DM/m²a, 
  • Zeile 4:  40 DM/m² Mehrkosten reduzieren die Heizkosten um 0,50 DM/m²a. 

Man muß also für Dämmstoff immer mehr Geld ausgeben, um dafür immer weniger an Heizkosten einzusparen. Die Unwirtschaftlichkeit wird beim „heutigen Anforderungsniveau“ deshalb zum Normalfall. Trotzdem werden für Niedrigenergie- und Passivhäuser 40 bis 60 cm Dämmstoff empfohlen. Da eine Dämmstoff-Massierung energetisch nichts bewirken kann, also auch keine zusätzliche Energie eingespart wird, können natürlich bei dieser Nutzlosigkeit dann auch keine zusätzlichen CO2- Minderungen erzielt werden. Das vorgegebene Ziel einer Umweltentlastung ist nur eine Mär. Es mutet dann wie Hohn an, diese unsinnigen Konstruktionen als ”Energie-Effizientes-Bauen” zu bezeichnen. 

Um jedoch den Bauschaffenden die nicht vorhandenen Energieeinsparungen glaubhaft zu machen, wird auf diesem Gebiet unvorstellbar viel geflunkert, Mogelpackungen beherrschen die Szene. Große prozentuale Gewinne werden präsentiert, die jedoch bei Kenntnis der absoluten Zahlen zu einem Nichts zusammenschrumpfen. Die obige letzte Zeile 4 erbringt ja auf dem Papier immerhin 50 % Energie- und Heizkosteneinsparung! 

Die Nutzlosigkeit kleiner k-Werte (also von Superdämmungen) wird auch deutlich, wenn das „Minimum angesteuert wird. Die Primärenergieverbrauchskurve in [14] für Herstellung und Beheizung bei einer Lebensdauer von 50 Jahren weist den Minimumpunkt bei 45 cm aus. 

Wie ist das hier offerierte "Minimum" zu beschreiben? 
Die Kurve setzt sich zusammen aus einer Hyperbel (Energiebedarf), einer Geraden (Herstellungsenergie für Dämmstoff) und einem konstanten Wert, der allerdings auf die Lage des Minimums keinerlei Einfluß hat. Allein dieser konstante Wert scheidet das Minimum als Maß für Effizienz, für Wirtschaftlichkeit, aus – immerhin kann er astronomische Größen annehmen, ohne am Ergebnis etwas zu ändern. 

Nur durch die Überlagerung der Hyperbel mit der Geraden entsteht ein Minimum. Es ist mathematisch bedingt, dass eine Dämmung über 6 bis 8 cm kaum mehr einen zusätzlichen Nutzen erbringt – die Kurve verläuft fast waagerecht. Viel Dämmstoff einzubauen ist im höchsten Grade uneffizient. Im Knickpunkt der Hyperbel (ca. 5 bis 6 cm) geht das energiesparende Bauen in das kostenverteuernde Bauen über. 

Der Begriff „Minimum“ ist ein typischer Fall fehlerhaften Denkens. Das Minimum kennzeichnet sogar den Punkt, an dem der bautechnische Widersinn beginnt, denn jenseits vom Minimum wird mit mehr Aufwand weniger erreicht – Schizophrenie des Handelns. Es ist deshalb ein kapitaler Irrtum, wenn es dann in [9] heißt: „Dieser Minimumpunkt repräsentiert den wirtschaftlich optimalen Wärmedurchlaßwiderstand“. 

Diese Fehleinschätzung geistert allerdings durch alle „Wirtschaftlichkeitsüberlegungen“, immer wird das Minimum angesteuert. Dies aber bedeutet Irreführung des Kunden. Das „energieeffiziente Bauen“ mit Superdämmungen bedeutet kaum Energieeinsparungen, jedoch gewaltige Kostenverteuerungen.  

4 DIN –Gültigkeit
Zur Rechtfertigung der eingeleiteten Energieeinsparbemühungen wird ständig auf die DIN (EN)-Normen verwiesen. Sachlich ist auf DIN-Normen jedoch kein Verlaß, denn es heißt in den Hinweisen für den Anwender: "Durch das Anwenden von Normen entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln. Jeder handelt insoweit auf eigene Gefahr". Auch BGH-Urteile verdeutlichen die Unverbindlichkeit von DIN-Normen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Meersburg-Urteil [18] festgestellt, dass DIN durch "Vereinbarungen interessierter Kreise eine bestimmte Einflußnahme auf den Markt bezweckt. Den Anforderungen an Neutralität und Unvoreingenommenheit genügen sie deswegen nicht". 

Es kann nachgewiesen werden: Bei der festzustellenden Verordnungs- und Normenschwemme handelt es sich meist um "Vereinbarungen", jedoch keineswegs um Erkenntnisse, die ja die Grundlage von Wissenschaft sein sollten. Durch den quantitativ und qualitativ produzierten Normungsmüll häufen sich die "genormten" Baufehler. Nachweisbar sind sogar methodische Fehler in den DIN-Normen enthalten. Bei der Anwendung von DIN ist deshalb Vorsicht geboten. DIN-Normen sollten wegen der Fragwürdigkeit ihrer Entstehung einen möglichst geringen Stellenwert bekommen [34], [36], [41]. 

Ein besonders eklatanter Fall ist in der DIN EN 832 enthalten, die ja die Grundlage für die EnEV bildet. Wie „präzise“ hier gerechnet wird, zeigt das Rechenbeispiel für ein kleines eingeschossiges Haus mit knapp 100 m² Grundfläche im Anhang L der DIN EN 832. Der Heizwärmebedarf liegt mit einer Streuung von ±43,3% zwischen 52,8 und 133,5 kWh/m²a. Ein solches Ergebnis ist in den Ingenieurwissenschaften ein technischer Skandal. Energiesparendes Bauen mit DIN-Normen begründen zu wollen, zeigt die argumentative Hilflosigkeit der k-Wert-Ideologen.  

5 Das Fenster
Das Fenster wird immer als „Wärmeloch“ dargestellt. Dies stimmt nicht. Wenn von einen „Loch“ in der Fassade gesprochen werden kann, dann ist es der Schall, der aus mechanischen Schwingungen und Wellen im Frequenzbereich menschlichen Hörens zwischen 16 und 20.000 Hz besteht. Für das Lautstärkeempfinden wird der Frequenzbereich zwischen 100 und 3.200 Hz wichtig und deshalb bautechnisch berücksichtigt. 

Resonanzeinbrüche in diesem Bereich vermindern den Schallschutz und können auf zweierlei Art auftreten: die Resonanz der Einzelscheibe (Grenzfrequenz) - biegeweiche Scheiben von 4 mm oder darunter sind günstig - und die Resonanz der Fensterkonstruktion (Eigenfrequenz) als Masse-Feder-Masse-System – biegeweiche Konstruktionen werden durch einen großen Abstand der Scheiben erreicht. Die Nichtbeachtung dieser beiden schalltechnischen Gesetze führt bei den von der Industrie angebotenen normalen Fenstern zu einem Mangel bei der Schalldämmung. Die Schalldämm-Maße liegen wegen der Resonanzeinbrüche bei 30 bis 32 dB. 

Das Schalldämm-Maß einer Fensterkonstruktion als Einzahlangabe wird in der Abbildung 8 angegeben.



Abb. 8: Bewertetes Schalldämm-Maß bei unterschiedlichen Scheibenabständen


Deutlich ist der verbesserte Schallschutz zu erkennen, der aus der Vergrößerung der Scheibenabstände resultiert. Durch die parallele Skala der Resonanzfrequenz von zwei 4 mm Scheiben wird auch der physikalische Grund sichtbar. Der große Abfall der Schalldämmung bei geringen Scheibenabständen kommt durch Resonanzfrequenzen zustande, die noch in den Bewertungsbereich zwischen 100 und 3.200 Hz fallen [29], [30], [44].

Quintessenz:
Das altbewährte Kastenfenster mit den großen Scheibenabständen hat gegenüber den Isolierglasscheiben nicht nur energetische, sondern vor allem schalltechnische Vorteile. Was ein Kastenfenster schalltechnisch leistet, muß heute ein "Schallschutzfenster" übernehmen, das derart teuer ist, dass die öffentliche Hand hierfür sogar Zuschüsse gewährt. 

Diese Erkenntnisse sind seit langem bekannt, nur kümmert sich keiner darum, da Industrie und Wirtschaft den Ton angeben – und da geht es weniger um Qualität für den Kunden, sondern mehr um Geschäfte mit dem Kunden. 

Eine wesentliche Bedeutung für die Energieeinsparung erhält der temporäre Wärmeschutz, da hier in den kühleren und dunklen Nächten durch Rolläden, Klappläden oder Jalousien der Wärmeschutz verbessert wird. Bedeutsam ist dabei die für die Energieeinsparung so wichtige überproportionale Wichtung der nächtlichen Temperaturdifferenzen, die allerdings beim „Deckelfaktor“ von Hauser negiert wird – ein typischer Denkfehler [24], [30]. Der energetisch vorteilhafte temporäre Wärmeschutz, im Entwurf zur WSchVO 95 noch enthalten, ist allerdings zum Schluß vom Bundesrat gestrichen worden. Hier hat sich der lobbyistische Einfluß der Glasindustrie mit ihren „Wärme- und Sonnenschutzgläsern“ voll durchgesetzt. 

Werden nun der temporäre Wärmeschutz (es wird ein Wärmedurchlaßwiderstand von 0,38 m²K/W angenommen) und die gemäß WSchVO 1995 möglichen Solargewinne berücksichtigt, so werden effektive k-Werte erreicht, die die Tabelle 4 zeigt. 
  

       

kF eff (W/m2k)

   

   k

   g 

   S 

   O/W 

   N 

       

   2,4 

   1,65 

   0,95 

   1 

Einfachverglasung

   5,2 

   0,9 

    1,22 

   1,89 

   2,52 

   2 

Iso 6 - 8 mm LZR

   2,9 

   0,8 

   0,18 

   0,78 

   1,34 

   3 

Iso 8 - 10 mm LZR

   2,8 

   0,8 

   0,12 

   0,72 

   1,28 

   4 

VK 30 - 50 mm SA

   2,5 

   0,8 

  -0,06 

   0,54 

   1,10 

   5 

KF 80 - 100 mm SA

   2,5 

   0,8 

  -0,06 

   0,54 

   1,10 

   6 

Wä 12 mm SZR.

   1,8 

   0,58 

   0,02 

   0,46 

   0,86 

   7 

Wä 12 mm SZR.

  1,3 

   0,58 

  -0,32 

   0,12 

   0,52 

   8 

So 15 (16) mm

   1,5 

   0,36 

   0,35 

   0,62 

   0,87 

   9 

So 15 (16) mm

   1,4 

   0,36 

   0,35 

   0,62 

   0,87 

Tabelle 4
Effektive k-Werte durch temporären Wärmeschutz und Solargewinne

Die unbillige kF-Wert-Betonung und der fehlende temporäre Wärmeschutz verschleiern die energetische Wirkung von Normalfenstern. Die zusammenfassende Energiebilanz liefert für Normalgläser ein durchaus ansehnliches Ergebnis, das mit dem von „Wärmeschutz- und Sonnenschutzgläsern“ vergleichbar ist.

Die Notwendigkeit, aus energetischen Gründen „Sondergläser“ zu wählen, besteht also nicht, kleine kF-Werte sind nicht erforderlich. Außerdem schmälern die kleinen g-Werte die Lichtausbeute – Pflanzen gehen sogar zugrunde (und der Mensch?). Die Markteinführung dieser Gläser wird also nur durch „gesteuertes Rechnen“ ermöglicht, indem günstige Eigenschaften bewährter Fensterkonstruktionen unbeachtet bleiben. 

Diese Ergebnisse gelten für Konvektionsheizungen, da hier thermodynamisch vorgegangen und gerechnet wird. Wechselt man zur Strahlungsheizung, also zu einer elektromagnetischen Strahlung, dann muß auf folgendes aufmerksam gemacht werden: Ein Naturgesetz der elektromagnetischen Strahlung besagt, dass normales Fensterglas für Wellenlängen unterhalb 0,3 µm (ultraviolette Strahlung) und oberhalb etwa 2,7 µm (langwellige Temperaturstrahlung) praktisch völlig undurchlässig ist. Deshalb erfolgt kein Bräunen hinter einer Glasscheibe und die Wärmestrahlung einer temperierten Wand wird nicht hinausgelassen. Das normale Fenster erzeugt somit einen ”Treibhauseffekt”, denn die Solarstrahlung mit dem Sonnenlicht dringt zwar ein, die absorbierte Energie verbleibt jedoch als Wärmestrahlung im Raum [4]. Dies zeigt die Abbildung 9.



Abb. 9: Elektromagnetische Strahlung und die spektrale Durchlässigkeit von Fensterglas


Die elektromagnetische Strahlung besteht unter anderem aus der kurzwelligen Solarstrahlung (L = 0,2 bis 2,3 µm), aber auch aus der langwelligen Temperaturstrahlung (L = 2 bis 40 µm). Das Spektrum des sichtbaren Lichtes von 0,38 bis 0,78 µm ist eingezeichnet. 

Die rechte Skala zeigt die numerische Größe der Strahlungsintensität für einen Hohlraumstrahler, wie sie in einem geschlossenen Raum vorliegt, die linke Skala dagegen für einen Halbraumstrahler, wie er in der Heiztechnik allgemein berücksichtigt wird. Die halbe Größe resultiert aus der nicht gerechtfertigten Halbierung der von Max Planck experimentell in einem Hohlraum festgestellten Strahlungsintensität [39]. Infolge dieser besonderen Fähigkeit des Glases kommt es bei großen Fensterflächen im Sommer zu Überheizungen. Nur ein speicherfähiges Haus kann dies verhindern. 

Das k-Wert-Denken muß also auch beim Fenster neu durchdacht werden. Doppel- und Dreifachscheiben, Edelgasfüllungen und metallische Beschichtungen zur ”Reduzierung der Transmissionswärmeverluste”, wie sie allerorts gefordert werden, sind überhaupt nicht notwendig, wenn als Raumheizung ein Temperaturstrahler verwendet wird. Hier sind z. B. zu nennen: ein Kaminfeuer, ein Kachelofen, eine temperierte Wand oder eine Strahlplatte. Die k-Wert minimierenden Bemühungen gelten also nur für die teure und physiologisch abzulehnende reine Konvektionsheizung mit ihren Staub aufwirbelnden Luftströmungen.

Energiesparende Fenster sind vielschichtiger zu beurteilen, als es das einfältige k-Wert-Denken vermag.  

6 Strahlungsphysik
In der Physik werden Wärmeströmung und Wärmeleitung (Thermodynamik) sowie Wärmestrahlung (Quantenmechanik) unterschieden. Das Stefan-Boltzmannsche Strahlungsgesetz gibt die Strahlleistung in W/m² an. Es werden hervorragende Strahlungsleistungen erreicht, da es sich hier um eine elektromagnetische Strahlung im Infrarotbereich handelt, die allein von der "absoluten Temperatur" abhängt; damit fallen Unterschiede von z. B. 10 oder 15 K nicht groß ins Gewicht. Eine Strahlungsheizung kann deshalb auch nicht mit einer üblichen Konvektionsheizung, die nur bei vorliegenden Temperaturdifferenzen zwischen Heizkörper und Luft funktioniert, verglichen werden. 

Eine Strahlung erwärmt auch keine Luft, sondern nur Materie, also Körper und feste Bauteile – z. B. die Innenoberflächen eines Raumes. Wärmeleitung und Wärmestrahlung können deshalb methodisch nicht einheitlich behandelt werden; beides sind physikalisch zwei völlig unterschiedliche Bereiche [28], [44]. DIN-Normen (z. B. DIN EN ISO 6946 und VDI-Richtlinien (z. B. VDI 6030) beachten dies allerdings nicht und vermengen beides – bei der Berechnung einer Strahlungsheizung (Strahlplatten) und bei der Strahlung von Wänden und Decken führt dies zu fehlerhaften und sogar zu abstrusen Ergebnissen. Die markanten Unterschiede zeigt die Abbildung 10. 



Abb. 10: Konvektions- und Strahlungsheizung bei stationärer und instationärer Betrachtung


Nur bei einer Konvektionsheizung sind Feuchteschäden und damit Schimmelpilzbildung durch Kondensat möglich, da die Temperatur der Wand immer niedriger als die der Raumluft ist (linke Seite). Dagegen schließt eine Strahlungsheizung Kondensatbildung innen an den Wandoberflächen aus, da ihre Temperatur immer höher als die der Luft ist (rechte Seite). Auch der grundsätzliche Unterschied der Temperaturkurven im Bauteil zwischen falscher stationärer Betrachtung mit konstanten Wärmeströmen (geradlinig) und richtiger instationärer Betrachtung mit in Größe und Richtung unterschiedlichen Wärmeströmen (kurvenförmig) wird deutlich. 

Von diesen vier möglichen empirischen Modellen zur Beschreibung der Wirklichkeit wird in der DIN 4108 für die Berechnung von Energieströmen (u. a. in der WSchVO und der EnEV) leider gerade das praxisfremdeste und für den Menschen physiologisch schädlichste gewählt: "Stationär mit Konvektion". 

Die Behaglichkeitstemperatur setzt sich aus der Raumlufttemperatur und der Wandtemperatur zusammen und liegt etwa in der Mitte beider Einzeltemperaturen [42]. Dabei ist zu unterscheiden: Bei der Konvektionsheizung ist die Raumlufttemperatur höher als die Wandtemperatur, bei der Strahlungsheizung dagegen niedriger – dies schließt Schimmelpilzbildung aus. Dieser funktionelle Zusammenhang ist in der Abbildung 11 dargestellt.



Abb. 11: Behaglichkeitsprofil aus Wand- und Raumlufttemperatur (nach Bedford und Liese)


Durch eine Strahlungsheizung ergeben sich insbesondere auch energetische Vorteile, da infolge der höheren Strahlungstemperatur der Wände die Lufttemperatur niedrig gehalten werden kann. Da nach der Wärmeschutzverordnung (0,8 facher Luftwechsel) die „verbrauchte“ warme Innenraumluft innerhalb von 24 Stunden über 19 mal gegen kältere ausgetauscht wird, liefert die Strahlungsheizung einen großen energetischen Gewinn. 

Eine kleinere Luftwechselrate würde weitere Energieeinsparungen nach sich ziehen. Da bei einer Strahlungsheizung sowohl Raumlufttemperatur als auch die Luftwechselrate reduziert werden können, ist diese Heizungsart unbedingt vorzuziehen.

Die Strahlungsheizung muß deshalb aus grundsätzlichen physiologischen und ökologischen Überlegungen gegenüber der Konvektionsheizung favorisiert werden. Die in der Heiztechnik fast ausschließliche Beschränkung auf Konvektionsheizungen ist, auch aus energetischen Gründen, deshalb nicht zu verantworten [28]. 

Es gilt deshalb, zur Energieeinsparung Strahlungsheizungen zu bevorzugen.  

7 Feuchte
Der Feuchteschutz hängt weitgehend vom Sorptionsverhalten der umschließenden Konstruktionen und der Innenoberflächen eines Raumes ab; die Sorption ist sowohl für die Thermo- als auch für die Feuchtestabilität wichtig. Schimmelpilz ist weit verbreitet, verstärkt wird darüber geklagt und gestritten. Verantwortlich dafür ist die Kondensatbildung auf der Innenoberfläche der Außenwände. Was sind die Ursachen hierfür? Die Abbildung 12 gibt darüber Auskunft. 



Abb. 12: Luftfeuchtigkeit und Taupunkttemperatur


Die Aufnahmefähigkeit von Wasserdampf hängt von der Lufttemperatur ab. Warme Luft kann mehr aufnehmen als kalte Luft. Kondensat entsteht also immer nur dann, wenn Raumluft abgekühlt wird – also nur bei Konvektionsheizungen. 

Eine 20 °C warme Luft mit 60% rel. Feuchte z. B. enthält 10,5 g/m³ Wasserdampf. Wird diese Luft auf 11,5 °C abgekühlt, entsteht eine rel. Feuchte von 100%, die Luft ist gesättigt. Bei weiterer Abkühlung würde der überschüssige Wasserdampf kondensieren. Hier schon wird erkennbar, dass normale Raumluft bis 60% rel. Feuchte immerhin um rund 8 K abgekühlt werden muß, um Kondensat zu bilden. Dies widerlegt das Argument, bei Kondensatbildung sei vor allem der schlechte k-Wert und eine unzureichende Wärmedämmung mit zu geringer Oberflächentemperatur die Ursache. Dies ist eine Mär der unverbesserlichen Dämmstoffmaximierer. Zur Kondensatvermeidung sind keineswegs kleine k-Werte erforderlich, dies bestätigt auch die Tabelle 1 in der DIN 4108, Teil 2 [19], [20], [21]. 

Kühle oder kalte Luft, selbst von 80%, enthält wenig Wasserdampf (3 bis 5 g/m³). Wird diese auf 20 °C erwärmt, dann wird daraus eine rel. Feuchte von rund 20 bis 30%. Diese Luft saugt wie ein Schwamm aus den "feuchten" Innenoberflächen die Feuchtigkeit wieder heraus, eine normale Ausgleichsfeuchte pendelt sich ein. Flächen, die als Feuchtepuffer dienten, werden somit durch Feuchteausgleich wieder langsam entfeuchtet. Im Bedarfsfalle muß mehrmals bzw. dauernd gelüftet werden. Dies ist auch der Grund, weswegen zur Entfeuchtung durchfeuchteter Wände immer im Winter gelüftet werden muß - und nicht im Sommer. 

Bei übermäßiger Feuchteproduktion (z. B. Kochen in der Küche, Duschen im Bad, viele Blumen und ein Aquarium im Wohnzimmer) müssen sorptionsfähige Schichten (z. B. Kalkputz, Holzverkleidungen) die Feuchtespitzen aufnehmen und abpuffern können. Ähnlich verhält sich eine speicherfähige Innenoberfläche auf thermische Spitzen. Erfolgt z. B. bei Sonneneinstrahlung durch die Fenster eine Überheizung des Raumes, dann puffern absorptions- und speicherfähige Oberflächen die erhöhten Temperaturen ab, es findet ein Temperaturausgleich zwischen Raumluft und Wand statt. 

Fehlen sorptionsfähige Oberflächenmaterialien im Raum, dann muß mit hohem technischen Aufwand und viel Geld Ersatz für die nicht vorhandenen günstigen Materialeigenschaften geschaffen werden: Überheizung muß mit Kühlung, eine hohe Raumluftfeuchte mit einer Lüftungs- oder Klimaanlage begegnet werden - beides zwar technisch machbar, aber für den Normalfall nicht empfehlenswert. Anschaffung und Betrieb wären zu kostenaufwendig. Bewährte massive Baustoffe (Vollziegel) wären die zu empfehlende Alternative. 

Bei einer Außenwand sollte Feuchte- und Wärmestrom immer gleichgerichtet sein, damit Feuchte nach außen entweichen und verdunsten kann. Die Sorptionsfähigkeit muß dabei für den gesamten Querschnitt gewährleistet sein, damit die Kapillarbewegung der Feuchtigkeit nicht gestört wird. Bei Schichtkonstruktionen ist dies meist nicht gegeben. Fassadenkeramik, diffusionsdichtere Außenputze oder sorptionsdichte Folien und Außenschichten be- oder verhindern diesen natürlichen Weg nach außen; es muß dann zwangsläufig nach innen entfeuchtet werden! Hier aber liegen die Dampfsperren. Fehlende Sorptionsfähigkeit mindert das Wohlbefinden und die Behaglichkeit für die Bewohner, sie kann sogar krank machen. 

Konstruktionsschema Nr. 1 bei einer Wand ist deshalb eine abnehmende Festigkeit von innen nach außen ohne sorptionsverhindernde Schichten. Eine solche Konstruktion ist derart robust, dass fast jedes Innenraumklima verkraftet wird. Für die Dampfdiffusion wird die „Festigkeit“ durch den µ-Wert charakterisiert, jedoch nicht durch den sd-Wert, was fälschlicherweise geschieht. Wird das bewährte Konstruktionsprinzip der Festigkeitsabnahme von innen nach außen verlassen, muß mit Feuchteschäden gerechnet werden [5].

Anmerkung:
Die Konstruktionshinweise gelten für eine bestimmte Diffusionsrichtung (vom hohen zum niedrigen Wasserdampfdruck in Pa), von warm nach kalt. Im Winter gilt damit die Richtung von innen nach außen, im Sommer dagegen von außen nach innen. Ein im Winter richtiger Schichtenaufbau ist, streng genommen, im Sommer falsch. 

Eine universelle, für das ganze Jahr geltende und richtige Konstruktion wäre die monolithische Konstruktion. Hier ist dann nur darauf zu achten, dass die drei Schichten Putz - Mauerteil - Putz einschließlich der Anstriche sich bauphysikalisch vertragen. Die praktizierten "Energiesparkonstruktionen" führen jedoch weitgehend zu Feuchteschäden.   

8 Lüftung und Luftdichtheit
Die Luftdichtheit der den Innenraum umgebenden Bauteile (Wand, Decke) wurde schon seit jeher gefordert. Neben den eventuellen Zugerscheinungen war dies notwendig, um Kondensat in der Konstruktion infolge Abkühlung der nach außen strömenden warmen Innenraumluft zu vermeiden. Bei Massivbauten ist die Luftdichtheit gewährleistet (verputzte Außenwand und Massivdecke). Bei Skelettbauten jedoch läßt sich eine vollkommene Luftdichtheit konstruktiv/technisch nur schwer herstellen. Deshalb war es bei der Leichtbauweise bisher Stand der Technik, belüftete Konstruktionen zu wählen, damit eventuelles Kondensat ab- und weggelüftet werden konnte (hinterlüftete Wand- bzw. belüftete Dachkonstruktionen). 

Mit der "Abschaffung" der belüfteten Konstruktion durch praxisfremde Bauphysiker entstehen bei Leicht- und Skelettkonstruktionen infolge der konstruktiv nicht zu vermeidenden Luftundichtheit Feuchteschäden durch Luftströmung. Dies macht die unbelüftete Leicht- und Skelettkonstruktion insgesamt mehr als fragwürdig. 

Anstatt nun bei solchen "windigen" Konstruktionen zur belüfteten Konstruktion zurückzukehren, wird in alter Manier (ein Fehler wird durch einen zweiten Fehler zu beheben versucht) die "Luftdichtheitsprüfung", die Messung der Luftdichtheit mit Blower Door (die blasende Tür), geboren. Zur Begründung werden die damit zusammenhängenden Energieverluste, nicht aber die zu erwartenden Feuchteschäden genannt. Hier geschieht Verschleierung der tatsächlichen Gründe durch Informationsselektion, denn die durch Luftundichtheit entstehenden Energieverluste sind vernachlässigbar klein. 

Die Wärmeschutzverordnung 95 berücksichtigt einen 0,8 fachen Luftwechsel, dies entspricht einem stündlichen Luftvolumenstrom von 2 m³/m² Wohnfläche (VL = 0,8 V und AN = 0,32 V). Diese 2 m³ lassen eine eventuelle Luftundichtheit der Außenhülle energetisch wirklich kümmerlich erscheinen. Eine Luftundichtheit, die z. B. einen Luftvolumenstrom von 15 m³/h nach sich zieht [40], entspricht nach der Wärmeschutzverordnung genau dem vorgesehenen Luftvolumenstrom für 7,5 m² Wohnfläche; energetisch gesehen also überhaupt kein Thema. Wenn keine Feuchteschäden entstünden, würde damit sogar eine Grundlüftung gewährleistet werden, wie dies in früheren Jahren bei den undichten Fenstern der Fall war und was energetisch sogar anzustreben wäre. In [40] jedoch wird eine Undichtheit als „energetische Katastrophe“ dargestellt („der Wärmeschutz könne dann vergessen werden“).

Insofern bedeutet z. B. der Slogan "Luftdichtheit senkt den Energieverlust", mit dem Büros für die "Blower-Door-Messung" werben, eine bewußte (oder aus Unwissenheit unbewußte) Irreführung des Kunden. Allerdings eröffnet sich hier ein vielversprechender Markt, der bei Beachtung der "allgemein anerkannten Regeln der Technik" erst gar nicht entstehen würde. Dieser Markt wird nun auch noch vom Verordnungsgeber in der EnEV unterstützt und gefördert, indem bei einer Blower Door Messung reduzierte Luftwechselraten und höhere k-Werte „zulässig“ sind [6]. Die Manipulationen nehmen kein Ende.

Eine stetig wirksame Grundlüftung ist sogar energiesparend. Wichtig wird dabei der Umstand, dass feuchte Luft als wesentliche Voraussetzung für Kondensatschäden besonders viel Energie besitzt. Das Molliersche Diagramm, das in jedem Heizungslehrbuch enthalten ist, zeigt dies sehr deutlich. Beispielhaft kann gesagt werden: 

Eine Raumluft mit 20° C und 50 % rel. Feuchte enthält 10,8 Wh/kg tr. L. (trockene Luft). 

Wird nun diese Luft durch frische Außenluft ausgetauscht (5 °C und 80 % rel. Feuchte mit einem Wärmeinhalt von 4,4 Wh/kg tr. L.), so muß für die Erwärmung eine zusätzliche Energie von (10,8 - 4,4) = 6,4 Wh/kg tr. L. aufgebracht werden. 

Wird dagegen nicht gelüftet und die rel. Feuchte der 20 °C warmen Raumluft steigt dadurch auf z. B. 90 % an (Wärmeinhalt 14,9 Wh/kg tr. L.), so wird dafür eine Energie von (14,9 - 10,8) = 4,1 Wh/kg tr. L. erforderlich. Dies sind immerhin 64 % der für frische, kalte Außenluft notwendigen Energie. Wenn nun diese sehr feuchte und damit energiereiche Raumluft hinausgelüftet wird, dann bedeutet dies Energieverschwendung; dies geschieht z. B. bei einer Stoßlüftung. Um ein Ansteigen der Feuchte zu vermeiden, muß permanent, muß stetig gelüftet werden – das „undichte Fenster“ war damit energetisch die einzige kostengünstig richtige Lösung. Nicht lüften spart also keine Energie, sondern verbraucht sie. 

„Energiesparen“ bei der Lüftung ist nur ein herbeigeredetes Problem und soll lediglich den Einbau von Lüftungsanlagen vorbereiten helfen – zum Nachteil der Kunden, zum Vorteil der Firmen.   

9 Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen
Im Energieeinsparungsgesetz, der Ermächtigungsgrundlage zum Erlaß der Wärmeschutzverordnungen, wird die Wirtschaftlichkeit im § 5 „Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsverordnungen“ gefordert [11]. Der § 5(1) lautet: 

  • (1) "Die in den Rechtsverordnungen ... aufgestellten Anforderungen müssen ... wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können." 

Fazit:
Damit kann das Fazit gezogen werden, dass unwirtschaftliche Energiesparmaßnahmen gesetzwidrig sind; sie können - und müssen - unterbleiben. Die Auslegung des § 5 (1) läßt keine andere Schlußfolgerung zu [26], [27], [33, [36]. 

Hinweis:
Die nicht vorhandene Wirtschaftlichkeit liegt an der Effizienzlosigkeit kleiner k-Werte und diese wiederum am zu geringen Nutzen, nicht aber am zu hohen Aufwand, wie oft gemeint und behauptet wird. Dieser geringe Nutzen ist bekanntermaßen und unwiderlegbar funktionell-mathematisch bedingt [22], [25]. 

Die Unwirtschaftlichkeit nimmt groteske Formen an. Gerade beim Altbau wird jetzt entsprechend der ausgegebenen Parole „Energiefresser Altbau“ mit Macht „energetisch“ saniert. Einer Zeitungsnotiz sind folgende Informationen zu entnehmen [7]: 

Drei Wohnhäuser mit jeweils 6 Dreizimmer-Wohnungen á 71 m² Wohnfläche werden von der „Gesellschaft für Wohnungsbau und Hausverwaltung im Stadtgebiet Aschaffenburg“ saniert. Als „energiesparende Maßnahmen“ wurden durchgeführt:

- Wärmedämmverbundsystem mit 8 cm Mineralfaser und Silikonputz, 
- wärmedämmende Kunststoffenster mit Wärmedämmverglasung, 
- Decke zum Dach mit 12 cm Polystyrol, 
- Einbau eines Brennwertkessels 
- Regelung der Raumtemperaturen. 

Im Text heißt es dann: „Der Energiebedarf zum Heizen der Häuser wird nach den Erwartungen der Baugesellschaft um rund 35 Prozent sinken. Pro Jahr und Wohnung würde das eine Einsparung von etwa 180 Mark ergeben“. 

35 % suggeriert viel, 180 DM pro Jahr bedeutet aber ein „Nichts“. Bei 6 Wohnungen pro Haus wird damit eine Einsparung von 1.080 DM/a erzielt. Wird für die Wirtschaftlichkeitsberechnung ein Mehrkostennutzenverhältnis von 15 (sehr gewagt) angenommen, dann beträgt das  Investitionskostenlimit pro Haus: 15 x 1.080 = 16.200 DM. 

Jeder Architekt oder Bauleiter weiß, dass die Realisierung der oben genannten fünf Maßnahmen für dieses Geld eine Utopie sind – wie eben alles im Gebäudewärmeschutz. Mit solchen Baumaßnahmen werden die Wohnungsbaugesellschaften nur aufs Glatteis geführt. Man sollte deshalb auf derartige dubiose Energieeinsparmaßnahmen verzichten. Gesteuert wird dieser bautechnische Unfug auch noch zusätzlich durch eine Broschüre „Das NiedrigEnergieHaus“, die von der ASEW herausgegeben wurde und offensichtlich viel Unheil anrichtet [2]. Die „wissenschaftliche“ Beratung hat Dr. Feist übernommen!. Das sagt alles.

Beabsichtigte „energiesparende“ Baumaßnahmen müssen ernsthaft auf ihre Nachhaltigkeit überprüft werden.  

10 Schlußbemerkung
Wer all die „Empfehlungen zur Energieeinsparung“ verwirklichen will, der kann dies ja tun, nur sollte er nicht meinen, damit etwas für den Umweltschutz getan zu haben, das Gegenteil ist der Fall, hier unterliegt er infolge selektiver Informationspolitik einem Irrtum. Statt dessen wird er nur zur Kasse gebeten und verteuert unnötigerweise das Bauen - und sorgt für Umsatzsteigerungen in den einschlägigen Industriezweigen. 

Begünstigt werden diese Fragwürdigkeiten durch das stationäre Rechnen nach DIN 4108, das zu falschen Ergebnissen führt: Dies geschieht in der WSchVO 95, in der EnEV und bei jeder Heizwärmebilanzberechnung wie in der DIN EN 832. Die konstruktiven Veränderungen und Entwicklungen in Richtung "Energiesparhaus" sind einseitig, unwirtschaftlich und beruhen meist auf Denkfehlern – sie sind schlichtweg falsch. Die Folge ist die Verunsicherung der Baufachwelt, begleitet mit der Zunahme von Bau- und Feuchteschäden. Suggestiv angesetze und eloquent vorgetragene Argumente versuchen, diesen Bauunfug zu verschleiern; sie vervollständigen jedoch nur die Irritationen. 

Wenn Mathematik, Logik und Naturgesetze zum Tragen kommen, entlarvt sich der praktizierte Wärmeschutz zum mühsam errichteten Phantomgebilde. Im Bauen muß endlich wieder eine solide Bautechnik mit soliden Grundlagen die Oberhand gewinnen. Es gilt, Baukultur zu bewahren [34], [37], [38]. 

Insofern gilt nach wie vor, was Steinbuch bereits in den 70er Jahren geschrieben hat [43]:
„Es ergibt sich zwangsläufig aus dem gegenwärtigen Umgang mit der Information, der – ähnlich dem Umgang der Alchimisten mit ihren Elixieren – mit Verstand und Verantwortung wenig, mit Unverstand, Täuschung und Betrug aber viel zu tun hat. Wir werden zugleich informiert, verwirrt und betrogen, wir sehen kaum mehr die Wirklichkeit, fast nur noch Kulissen und Spiegelbilder“. 

Weitere Informationen können unter [17] abgerufen werden.
Literatur:
[1] Arge UTEC-IFEU, Bremen/Heidelberg: Energiekonzept für Wedel, Nov. 1988.

[2] ASEW, Das NiedrigEnergieHaus, Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft kommunaler Versorgungsunternehmen zur Förderung rationeller, sparsamer und umweltschonender Energieverwendung und rationeller Wasserverwendung im VKU, 1998.

[3] Cords-Parchim, W.: Technische Bauhygiene. Teubner Verlag Leipzig, 1953.

[4] Cziesielski, E.; Daniels, K.; Trümper, H.: Ruhrgas Handbuch - Haustechnische Planung. Hrsg. Ruhrgas AG, Karl Krämer Verlag Stuttgart 1985. 

[5] Eichler, F; Arndt, H.: Bautechnischer Wärme- und Feuchtigkeitsschutz. 2. Auflage, VEB Verlag für Bauwesen Berlin 1989. 

[6] Entwurf der "Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden" (Energieeinsparverordnung - EnEV) – Juni 99: § 15 "Regeln der Technik". 

[7] FAZ vom 5.09.2000, S. 73; Energieeinsparung und mehr Komfort, Pilotprojekt der Aschaffenburger Wohnungsbaugesellschaft. 

[8] Feist, W.: Ist Wärmespeichern wichtiger als Wärmedämmen? Institut für Wohnen und Umwelt GmbH, Darmstadt, Mai 1987. 

[9] Gertis, K.: Das hochgedämmte massive Haus. Bundesbaublatt 1983, H. 3, S. 149 und H. 4, S. 203. 

[10] Gertis, K.: Wärmedämmung innen oder außen? Deutsche Bauzeitschrift 1987, H. 5, S. 63. 

[11] Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (Energieeinsparungsgesetz – EnEG) vom 22.07.1976. 

[12] Gösele, K.; Schüle, W.: Schall, Wärme, Feuchte. Bauverlag Wiesbaden Berlin 1985, S. 167/168. 

[13] Hauser, G.: Der k-Wert im Kreuzfeuer - Ist der Wärmedurchgangskoeffizient ein Maß für Transmissionswärmeverluste? Bauphysik 1981, H. 1, S. 3.
[14] Hauser, G.: Umweltbewußtes, energiesparendes Bauen. Baugewerbe 1991, H. 18 + 19. 

[15] IBP-Bericht  B HO 8/83 - II: Untersuchungen über den effektiven Wärmeschutz verschiedener Ziegelaußenwandkonstruktionen. Fraunhofer-Institut für Bauphysik Stuttgart. Auftraggeber: Ziegelforum e.V. München. 

[16] IBP-Bericht  EB-8/1985: Auswirkungen der Strahlungsabsorption von Außenwandoberflächen und Nachtabsenkung der Raumlufttemperaturen auf den Transmissionswärmeverlust und den Heizenergieverbrauch. Fraunhofer-Institut für Bauphysik Stuttgart. Auftraggeber:Ziegelforum München.

[17] Internet bei: „Altbau und Denkmalpflege Informationen“ http://www.konrad-fischer-info.de

[18] Meersburg Urteil. Bundesverwaltungsgericht Aktenzeichen 4 C 33-35/83, Urteil vom 22.05.1987. 

[19] Meier, C.: Wärmedämmung und Luftfeuchtigkeit. RG-Bau Merkblatt Nr.81, RKW-Eschborn, Best. Nr. 932, 1987. 

[20] Meier, C.: Feuchteschäden an Außenbauteilen - zum Problem der Schimmelpilzbildung an Außenwänden von Räumen. Berliner Bauwirtschaft, Sondernummer Okt. 1987, S. 21. 

[21] Meier, C.: Der kleine Irrtum beim Tauwasserschutz. Klima-Kälte-Heizung 1989, H. 9, S. 404. 

[22] Meier, C.: Das Dilemma der Dämmstoff-Maximierer. Berlin-Brandenburgische Bauwirtschaft 1992, H. 5, S. 160. 

[23] Meier, C.: Der Wärmebrückeneinfluß von Außenkonstruktionen. Berlin-Brandenburgische Bauwirtschaft 1992, H. 18, S. 518. 

[24] Meier, C. Das Fenster als energetischer Aktivposten. Berlin-Brandenburgische Bauwirtschaft 1992, H. 19, S. 554. 

[25] Meier, C.: Ökologisch-ökonomische Aspekte der Energieeinsparung. das bauzentrum, 1994, H. 5, S. 26.

[26] Meier, C.: Wärmeschutzverordnung 1995 - null und nichtig. Berlin-Brandenburgische Bauwirtschaft 1995, Heft 19, S. 12 bis 14; 
das bauzentrum 1995, Heft 6, S. 132 bis 134. 

[27] Meier, C.: Investitions- und Folgekosten bei Bauvorhaben. Bedeutung und Planungskonsequenzen. Renningen-Malmsheim, expert verlag 1996, 2. Auflage, Band 246, 162 Seiten. 

[28] Meier, C.: Humane Wärme. Strahlungswärme als energiesparende Heiztechnik. bausubstanz 1999, H. 3, S. 40. 

[29] Meier, C.: Auf Abstand. Zur Effizienz von Schallschutzfenstern im Vergleich zu Kastenfenstern. deutsche bauzeitung 1999, H. 3, S. 132. 

[30] Meier, C.: Das Fenster und die Wärmeschutzverordnung. Fenster im Baudenkmal 1998, Tagungsbeiträge Kapitel 4, Herausgeber: PaX Holzfenster GmbH. Lukas Verlag, Berlin 1999. 

[31] Meier, C.: Praxis-Ratgeber zur Denkmalpflege Nr. 7, Januar 1999. Altbau und Wärmeschutz - 13 Fragen und Antworten. Informationsschriften der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Marksburg - 56338 Braubach. 

[32] Meier, C.: Gut gespeichert ist auch gedämmt. deutsche bauzeitung 1999, H. 5, S. 138. 

[33] Meier, C.: Wirtschaftlichkeit von Energiesparkonstruktionen. DBZ 1999, H. 6. S. 99. 

[34] Meier, C.: Ein Anschlag auf die Baukultur. Kritik am Entwurf der DIN 4108, Teil 2; bausubstanz 1999, H. 9, S. 42. 

[35] Meier, C.: Speicherung im Massivbau. Mauerwerksbau aktuell 2000, Jahrbuch für Architekten und Ingenieure. Beuth Verlag Berlin/Wien/Zürich, Werner Verlag Düsseldorf. 

[36] Meier, C.: Alles was recht ist. Rechtliche Randbedingungen des Gebäudewärmeschutzes. bausubstanz 2000, H. 2, S. 45. 

[37] Meier, C.: Wohnungsbestand und Wärmeschutz, Kritisches zur Energieeinsparverordnung. Wohnen 2000, H. 2, S. 64. 

[38] Meier, C.: Widersprüche im Wärmeschutz – Die allgegenwärtige k-Wert-Euphorie. Power Management + Intec, 2000, H. 2 (April), S. 24. 

[39] Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Bibliographisches Institut Mannheim, Wien, Zürich , Band 18, 1978, S. 747. 

[40] Pohl, W.H.: Wärmeschutzverordnung 1995 - Konsequenzen für die Konstruktion von Anschlußpunkten. Baumeister-Sonderheft Oktober 1995, S. 12. 

[41] Probst, M.: Offener Brief an das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Bausubstanz 1999, H. 7/8, S. 51. 

[42] Reeker, J.; Kraneburg, P.: Haustechnik - Heizung, Raumlufttechnik, Werner Verlag Düsseldorf 1994. 

[43] Steinbuch, K.: Maßlos informiert. Die Enteignung unseres Denkens. Goldmann Sachbuch 11 248, 11/1979. Eine Materialiensammlung, die die Zusammenhänge im Wärmeschutz aufzeigte, wurde im Mai 1998 vertragswidrig vom Markt genommen. 

[44] Meier, C. (Hrsg): Wärmeschutzplanung für Architekten und Ingenieure, Rudolf Müller Verlag, Köln 1995,  2 Bände mit insgesamt ca. 1.800 Seiten. 

FAZ vom 05. September 2000, Seite 73
Pilotprojekt der Aschaffenburger Wohnungsbaugesellschaft.
Drei Wohnhäuser mit jeweils 6 Dreizimmer-Wohnungen a 71 m² Wohnfläche werden von der „Gesellschaft für Wohnungsbau und Hausverwaltung im Stadtgebiet Aschaffenburg“ saniert. 
Als „energiesparende Maßnahmen“ wurden durchgeführt:

- Wärmedämmverbundsystem mit 8 cm Mineralfaser und Silikonputz, 
- wärmedämmende Kunststoffenster mit Wärmedämmverglasung, 
- Decke zum Dach mit 12 cm Polystyrol, 
- Einbau eines Brennwertkessels 
- Regelung der Raumtemperaturen. 

Im Text heißt es: „Der Energiebedarf zum Heizen der Häuser wird nach den Erwartungen der Baugesellschaft um rund 35 Prozent sinken. Pro Jahr und Wohnung würde das eine Einsparung von etwa 180 Mark ergeben“. 

35 % suggeriert viel, 180 DM pro Jahr bedeutet aber ein „Nichts“. Bei 6 Wohnungen pro Haus wird damit eine Einsparung von 1.080 DM/a erzielt. 
Wird für die Wirtschaftlichkeitsberechnung ein Mehrkostennutzenverhältnis von 15 (sehr gewagt) angenommen, dann beträgt das Investitionskostenlimit pro Haus: 15 x 1080 = 16.200 DM. 

Jeder Architekt oder Bauleiter weiß, dass die Realisierung der oben genannten fünf Maß-nahmen für dieses Geld eine Utopie sind – wie eben alles im Gebäudewärmeschutz. Mit solchen Baumaßnahmen werden die Wohnungsbaugesellschaften nur aufs Glatteis ge-führt. Man sollte deshalb auf derartige dubiose Energieeinsparmaßnahmen verzichten. Gesteuert wird dieser bautechnische Unfug auch noch zusätzlich durch eine Broschüre 
„Das NiedrigEnergieHaus“, die von der ASEW herausgegeben wurde und offensichtlich viel Unheil anrichtet. Die „wissenschaftliche“ Beratung hat Dr. W. Feist vom Öko-Institut übernommen! Das sagt alles.

Fazit:
Beabsichtigte „energiesparende“ Baumaßnahmen müssen ernsthaft auf ihre Nachhaltigkeit überprüft werden.

 

Manche Menschen würden eher
sterben als nachdenken.
Bertrand Russell

Die U-Wert Ideologie
 – Reaktionen der Fanatiker-Riege

Das Trauerspiel der EnEV
von Prof. C. Meier

Da die wissenschaftlichen Grundlagen der EnEV falsch sind und außerdem mit großen Bauschäden zu rechnen ist, entschloß sich der Arbeitskreis Gesundes Haus, eine Petition an den Bundestag zu schicken.

Kontaktadresse:
Rolf Köneke
sick-building-center
Buschrosenweg 31
22 177   Hamburg

Tel.: (040) 616897
Fax: (040) 613091
e-Mail: sick-building-center@t-online.de

An den
Petitionsauschuß des
Deutschen Bundestages
11011 Berlin

AGH-Petition zur EnEV.

Es wird Beschwerde gegen die an der EnEV beteiligten Ministerien eingelegt.

  1. Gesetzwidriges Verhalten.
  2. Unzumutbarkeit der vorgeschlagenen Rechenmethoden.
  3. Mißbrauch technisch-wissenschaftlicher Verfahren.
  4. Auswirkungen der EnEV

Der Referentenentwurf vom 29. 11. 2000 liegt vor. Auf Grund des Energieeinsparungsgesetzes vom 22. Juli 1976 soll dieser Referentenentwurf von der Bundesregierung verordnet werden. Hierzu wird festgestellt:

Zu 1)       Gesetzwidriges Verhalten

Im Energieeinsparungsgesetz, der Ermächtigungsgrundlage zum Erlaß der Wärmeschutzverordnungen, wird die Wirtschaftlichkeit im § 5 ”Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsverordnungen” gefordert. Der § 5(1) lautet verkürzt:

(1) "Die in den Rechtsverordnungen ... aufgestellten Anforderungen müssen ... wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können."

Diese Aussage ist eindeutig. Unwirtschaftliche Energiesparmaßnahmen sind damit gesetzwidrig.

Die technische Umsetzung der Anforderungen der EnEV erfordert einen Aufwand, der durch die damit erzielten Einsparungen wirtschaftlich nicht gedeckt werden kann. Es gibt kein Beispiel, bei dem die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden konnte. Eine Verordnung, deren Anforderungen grundsätzlich zu unwirtschaftlichen Energiesparmaßnahmen führen, ist deshalb null und nichtig.

Auch die Wohnungswirtschaft leidet unter dem Diktat der überzogenen Anforderungen, die Wohnungsbau- Gesellschaften werden in ein finanzielles Fiasko gestürzt. Die Umlegung der investiven Maßnahmen auf den Mieter wird für sozialen Zündstoff sorgen. Die Differenz der Heizkostenrechnungen können die Differenz zur steigenden Miete nicht kompensieren.

Beispielhaft sei eine Notiz aus der FAZ vom 05. 09. 2000 erwähnt:

Drei Wohnhäuser mit jeweils 6 Dreizimmer-Wohnungen a 71 m² Wohnfläche werden von der ”Gesellschaft für Wohnungsbau und Hausverwaltung im Stadtgebiet Aschaffenburg” saniert. Als ”energiesparende Maßnahmen” wurden durchgeführt:
-      Wärmedämmverbundsystem mit 8 cm Mineralfaser und Silikonputz,
-      wärmedämmende Kunststoffenster mit Wärmedämmverglasung,
-      Decke zum Dach mit 12 cm Polystyrol,
-      Einbau eines Brennwertkessels
-      Regelung der Raumtemperaturen.

Im Text heißt es dann: ”Der Energiebedarf zum Heizen der Häuser wird nach den Erwartungen der Baugesellschaft um rund 35 Prozent sinken. Pro Jahr und Wohnung würde das eine Einsparung von etwa 180 Mark ergeben”.

35 % suggeriert viel, 180 DM pro Jahr bedeutet aber ein ”Nichts”. Bei 6 Wohnungen pro Haus wird damit eine Einsparung von 1080 DM/a erzielt.

Wird für die Wirtschaftlichkeitsberechnung ein Mehrkostennutzenverhältnis von 15 (sehr gewagt) angenommen, dann beträgt das  Investitionskostenlimit pro Haus:    15 x 1080 = 16200 DM.

(Das Mehrkostennutzenverhältnis ist das Maß für die Wirtschaftlichkeit;
siehe:

Ehm, H.: Maßnahmen zum baulichen Wärmeschutz und zur Energieeinsparung in bestehenden Gebäuden; Kosten-Nutzen-Betrachtung. wksb 1979, H. 8, S. 1 und
Werner, H.; Gertis, K.: Zur Wahl von Kalkulationsmethoden bei der Ermittlung der Wirtschaftlichkeit von Energiesparmaßnahmen. Baumaschine + Bautechnik 1979, H.2, S. 65).

 

Jeder Architekt oder Bauleiter weiß, dass die Realisierung der oben genannten fünf ”energiesparenden” Maßnahmen für 16.200 DM pro Haus eine Utopie ist – wie eben alles im jetzt geforderten Gebäudewärmeschutz.

Die beteiligten Ministerien verstoßen somit eklatant gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinsparungsgesetzes – sie handeln gesetzwidrig. Das soziale Gewissen soll jetzt nicht Gegenstand der Petition sein.

Gegenstand einer Gegenäußerung muß die nachvollziehbare und mit realistischen Daten versehende Wirtschaftlichkeitsberechnung sein; eine solche ist bis jetzt noch nicht vorgelegt worden. Die der Bundesregierung vorliegenden Gutachten zur Wirtschaftlichkeit sind, wenn darauf zurückgegriffen wird, vollständig zu präsentieren, die Gutachter zu benennen.

Zu 2)       Unzumutbarkeit der vorgeschlagenen Rechenmethoden

Es heißt in der Begründung zur EnEV: ”Die Energieeinsparverordnung soll nicht mit umfänglichen technischen Regelungen befrachtet werden”. Es wird statt dessen auf umfangreiche Normen verwiesen. Diese sind:

  1. DIN V 4108-6 mit 46 Seiten
  2. Entwurf DIN 4701-10 mit 30 Seiten
  3. DIN EN 832 mit 30 Seiten

Werden die ebenfalls zu beachtenden Entwürfe zur DIN 4108-2 mit 21 Seiten und zur DIN 4108-3 mit 43 Seiten hinzugezählt, dann ergeben sich allein für diesen schmalen bauphysikalischen Sektor insgesamt 170 Seiten. Diese Informationsfülle ist für ein ordnungsgemäßes Planen und Entwerfen unzumutbar. Werden die inhaltlichen und methodischen Fehler noch mit einbezogen, dann mutiert diese Informationsschwemme zum Informationsmüll. Die Anwendung verbietet sich somit von selbst.

Zu 3)       Mißbrauch technisch-wissenschaftlicher Verfahren

Es heißt in der Begründung zur EnEV: ”Durch Verweis auf die EN 832 ist nunmehr die Möglichkeit gegeben, auf die Darstellung von Nachweisregeln in der Verordnung weitgehend zu verzichten”. Die DIN EN 832 wird damit beim Nachweis zum zentralen Mittelpunkt der EnEV.

Dieses Nachweisverfahren wird an einem Beispiel im Anhang L der DIN EN 832 erläutert.

Die Tabelle L9 listet die Heizwärmebedarfswerte eines ca. 90 m² großen Hauses auf und enthält auch das Ergebnis für die Heizperiode:

30 000 MJ± 13 000 MJ
oder in kWh:
8333 kWh ± 3611 kWh

Mit einer solchen Abweichung werden alle ernst zu nehmenden Berechnungen in den Ingenieurwissenschaften verhöhnt. Eine Abweichung von ± 43,3 % ist ein Skandal. Immerhin liegen mögliche Ergebnisse dann zwischen

4722 kWh und 11944 kWh
bzw. zwischen
52,8 kWh/m²a und 133,5 kWh/m²a

und das ist immerhin das 2,53 fache. Eine derartige Streuung entbehrt jeder soliden wissenschaftlichen Arbeit. Ein solches Ergebnis kann nicht ernst genommen werden und beweist die Unzuverlässigkeit der Rechenmethoden. Mit dieser Streuung werden die methodischen und inhaltlichen Fehler der DIN-Normen inkognito eingestanden. Die gesamte DIN-EN 832 muß deshalb aus dem Verkehr gezogen werden.

Weiter heißt es in der Begründung zur EnEV: ”Ziel sei die Erhöhung der Transparenz für Bauherren und Nutzer durch aussagekräftige Energieausweise”.

Bei solchen haarsträubenden Ergebnissen mit Streuungen von ± 43,3 % kann nicht von aussagekräftigen Dokumenten gesprochen werden. Damit aber werden auch die in der EnEV §13 geforderten ”Ausweise über Energie- und Wärmebedarf, Energieverbrauchskennwerte” hinfällig. Die Juristen finden jedenfalls hier ein reichhaltiges Betätigungsfeld vor, wenn der Kunde, wenn der Verbraucher, wie ihm ja immer erzählt wird, die dort angegebenen ”Bedarfswerte” einmal juristisch einfordern, einmal einklagen sollte. Immerhin muß vom Verordnungsgeber die Frage klar beantwortet werden, ob ein Recht auf die Einhaltung der in den Energieausweisen falsch berechneten Werte besteht.

Zu 4)       Auswirkungen der EnEV

Im Vollzug der EnEV, aber auch der bisherigen Wärmeschutzverordnungen werden für die Außenhülle ausschließlich Dämm-Maßnahnen vorgesehen, die sich hauptsächlich in Wärmedämmverbundsystemen niederschlagen. Die Nachteile sind gewaltig, sie dürfen nicht bagatellisiert werden.

Gesundheitlicher Aspekt

Seit Jahren werden unsere Wohnhäuser gemäß WSchVO mit ”Verpackungs-Material” eingepackt. Das führt zu einem hermetischen Verschluß. In etwa Einhunderttausend Groß-Wohnhäusern gibt es 1 Million Wohnungen mit Schimmel. Die Folge ist:

  • Vernichtung des Wohnklimas, Übersättigung mit Schimmel,
  • schwere Allergien, asthmatische Erkrankungen.

Energierelevanter Aspekt

Der Einbau neuer Fenster und die Verkleidung mit Dämm-Material sollte zu einer wesentlichen Energieeinsparung führen. Dies hat sich nicht bewahrheitet (man meint deshalb, nun noch mehr dämmen zu müssen, um endlich etwas zu erreichen). Nur heiztechnische Verbesserungen können Heizkosten senken.

Bauphysikalischer Aspekt

Das seit Jahrhunderten wohnbiologisch vorbildliche Massiv-Haus mit einer Wohnqualität, die ”Niedrigenergiehäuser” nie erreichen können, darf nicht hermetisch abgedichtet werden.
Dagegen wird jedoch verstoßen: Von außen durch das sorptionsdichte und diffusionsbehindernde Wärmedämmverbundsystem, von innen durch die mit Kunststoffdispersion gestrichene Rauhfasertapete und die dichten Fenster. Die Folge ist:

  • Schimmel verursachende hohe Feuchte im Innenraum,
  • Feuchteansammlung in der Außenwand – die Dämmung wird unwirksam.

Lüftungsrelevanter Aspekt

In einem dichten Raum, der allein schon durch das Bewohnen eine hohe Feuchte aufweist, wird es niemals gesundes Leben geben. Alles wird feucht und schimmelig. Die eingebauten Wohngifte erhöhen die Krankheitshäufigkeit.

Umweltrelevanter Aspekt

Bei den WDV-Systemen kommt zu 90% EPS zum Einsatz; es enthält hochbrennbares Styrol. Im Brandfall werden hochgiftige Gase freigesetzt (Flughafen Düsseldorf). WDV-Systeme lassen sich nicht recyceln, es sitzt fest verbunden am Wohnhaus. Fachleute – auch das Umweltamt Hamburg – sagen: ”Dieses Material dürfte gar nicht erst produziert werden”. Trotzdem wird es überall eingesetzt – auch im Innenbereich. Gesundheitsverstöße sind deshalb an der Tagesordnung.

Volkswirtschaftlicher Aspekt

Das Anbringen eines WDV-Systems kostet 150,-DM/m². Auf diese Weise wurden bisher 40 Milliarden DM ausgegeben – ohne eine wesentliche Energieeinsparung zu erzielen, die dann auch zu einer merkbaren CO2-Minderung führen würde. Allerdings wurde damit erreicht, dass bereits 400 000 Bürger erkrankt sind. Das Entfernen der WDV-Verkleidung kostet noch einmal 20 Milliarden DM. Der Wertverlust der Häuser muß auch beachtet werden.

Quintessenz

Die angeführten Fakten müssen beachtet werden, soll das Staatswesen durch solche unverständlichen und deshalb wohl auch zwangsläufig administrativen Aktivitäten nicht weiterhin in Mißkredit geraten und Schaden erleiden. Die Vergangenheit zeigt genügend Beispiele unverantwortlichen Handelns.

Der Arbeitskreis stellt fest:

  1. 1 Werden die Unzulänglichkeiten der ”Energieeinsparkampagnen” offengelegt, wird mit Bußgeldbescheiden ab 250 000 DM operiert.
  2. Werden Ministerien auf die Widersprüche und Gefahren aufmerksam gemacht, so werden diese Warnungen ignoriert – sie interessieren sich nicht dafür.
  3. Werden einzeln Gesundheits-, Jugend-, Sozial- und andere Ministerien mit klaren Fragen angeschrieben, so setzt das Geschiebe der Zuständigkeiten ein. So werden klare Antworten vermieden.
  4. Auf Fragen im Zusammenhang mit der Gesundheit der Bürger an den ”Umwelt-Sachverständigen-Rat”, der die Bundesregierung berät, wird überhaupt nicht geantwortet. Die Verdrängung von unangenehm empfundenen Fragen scheint Schule zu machen – siehe BSE-Krise.
  5. Auch industrieabhängige ”Wissenschaftler”, die die Bundesregierung richtig beraten sollten, tun dies nicht. Die Interessen der Industrie haben Vorrang vor den Interessen der Verbraucher. Auch beim Gebäudewärmeschutz muß der Vebraucherschutz eingefordert werden.
  6. Es geht nicht an, dass in dieser bisherigen Form weitergearbeitet wird.
    Es geht nicht an, dass die Gebäudesubstanz eingepackt werden soll.
    Es geht nicht an, dass unsere Häuser zerstört werden.
    Es geht nicht an, dass die Gesundheit der Bürger gefährdet wird.
    Es geht nicht an, dass unsere schon kranken Kinder im Umwelt-Dämm-Müll ersticken.
  7. Deshalb ist eine öffentliche Diskussion unausweichlich. Die Verantwortung gegenüber dem Bürger gebietet dies.

Im Februar 2001

Arbeitskreis Gesundes Haus AGH
Dr. phil. Helmut Böttiger, Wiesbaden; Dipl.-Ing. Alfred Eisenschink, Murnau; Dipl.-Ing. Architekt Konrad Fischer, Hochstadt a. Main; Dr. rer. nat. habil. Michael Gagelmann, Wiss. Beirat der Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin IGUMED e.V., Schriesheim; Prof. Dr. Gerhard Gerlich, Institut für Mathematische Physik der TU Braunschweig, Braunschweig; Rolf Köneke, Bausachverständiger, Hamburg; Dipl.-Ing. Architekt Kai Kühnel, Stadtrat , AGH, Dachau; Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier, wiss. Direktor und Leiter Hochbauamt Stadt Nürnberg a. D., Nürnberg; Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne, ZDF-Meteorologe a. D., AGH, Oppenheim


Antwortschreiben

Darauf erhielt der Arbeitskreis Gesundes Haus vom Ausschußdienst des Petitionsausschusses ein Schreiben, in dem u. a. folgendes steht:

”Nach Prüfung aller Gesichtspunkte kommt der Ausschußdienst zu dem Ergebnis, dass Ihre Petition erfolglos bleiben wird. Diese Auffassung stützt sich insbesondere auf die detaillierten Ausführungen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau – und Wohnungswesen vom 17. 04. 2001.

Einwendungen gegen diese Bewertung können Sie innerhalb von sechs Wochen mitteilen. Nach Ablauf dieser Zeit wird den Abgeordneten des Petitionsausschusses vorgeschlagen, das Petitionsverfahren abzuschließen, weil Ihrem Anliegen nicht entsprochen werden kann. Folgen der Ausschuß und das Plenum des Deutschen Bundestages diesem Vorschlag, erhalten Sie keinen weiteren Bescheid”.

Kommentar: In dieser doktrinären Form wird praktizierende Demokratie von den “gewählten Vertretern” des Volkes und der Ministerialbürokratie verstanden. Konstruktive Einwendungen werden abgelehnt und damit basta !!!


Bemerkenswert ist die im Brief erwähnte Stellungnahme des Ministeriums (mit Tippfehlern):

"BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU- UND WOHNUNGSWESEN

MD Prof. Dr. Michael Krautzberger
Abteilungsleiter Bauwesen und Städtebau

17. April 2001 / Gesch.-Z.: BS 34 - R 14

Deutscher Bundestag
Petitionsausschuß
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Eingabe des Herrn Rolf Köneke, 22177 Hamburg, Buschrosenweg 31,
vom 10. Februar 2001

Ihr Schreiben vom 6.3.2001, Pet 1-14-12-232-031592, hier eingegangen
am 8. März 2001

Der nachhaltige Umgang mit Umweltressourcen, insbesondere mit fossilen Energieträgern, ist ein besonderes Anliegen der Bundesregierung. Sie ist gewillt, den Energieverbrauch und die CO2 Emissionen im Gebäudebereich deutlich zu reduzieren und hat dazu im Rahmen des nationalen Klimaschutzprogramms entsprechende Beschlüsse gefasst. Da der Heizenergieverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland ca. ein Drittel des Gesamtenergieverbrauches ausmacht, ist es notwendig, gerade im Gebäudebereich weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu ergreifen. Damit wird nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die Betriebskosten der Bürger gesenkt.

Die wärmeschutztechnische Optimierung von Gebäuden einschließlich der Verminderung der Transmissionswärmeverluste durch Verbesserung der Dämmeigenschaften der Gebäudehülle ist eine wichtige Maßnahme der Energieeinsparung. Nicht nur theoretisch errechnete, sondern auch in der Praxis gemessene Werte zeigen, dass eine zusätzliche Dämmung den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich verringert. Dies zeigt auch die statistische Auswertung der Heizkostenerfassung. Über entsprechende wissenschaftlich begleitet Felsuntersuchungen können Sie sich z. B. beim Institut für Wohnen und Umwelt Darmstadt, beim Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Stuttgart oder beim Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken in Berlin informieren.

Feuchteschäden und die damit verbundene Schimmelpilzbildung sind nicht das Resultat einer ordnungsgemäßen Wärmedämmung. Ursache für Schimmelbildung ist eine hohe relative Luftfeuchtigkeit in Kombination mit niedrigen Raumluft- bzw. Oberflächentemperaturen der Bauteile. Untersuchungen an Bauwerken zeigen, dass z. B. die Dämmung der Außenwände bei älteren Gebäuden die innere Oberflächentemperatur der Außenwände im Durchschnitt um 3 bis 4°C erhöht. Bei Vermeidung von Wärmebrücken verringert die zusätzliche Dämmung die Gefahr von Tauwasserniederschlag.

Darüber hinaus ist eine sachgerechte Beheizung und Belüftung notwendig. Eine gezielte Lüftung ist im Übrigen nur durch den Nutzer ider durch eine Lüftungsanlage jedoch nicht über ”atmende Bauteile” möglich. Auch diese Tatsache ist in der Bauphysik durch Theorie und Praxis zweifelsfrei belegt worden.

Zu der Kritik, dass durch die zusätzliche Dämmung von Gebäuden hochbrennbare Stoffe im Gebäude eingebaut werden, verweise ich auf die Landesbauordnungen, in denen die Verwendung von Bauprodukten imn Bauwesen geregelt wird. Danach müssen Dämmstoffe wie alle gebäuchlichen Baustoffe mindestens schwer- oder normalentflammbar sowie umweltverträglich sein. Nachfragen können Sie an das zuständige Deutsche Institut für Bautechnik, Berlin, richten.

Moderne zusätzlich gedämmte Konstruktionen können ebenso wie monolithische Massivbauweisen bei richtiger Auslegung und Optimierung zur Energieeinsparung beitragen. Die ist und bleibt ein wichtiges volkswirtschaftliches Erfordernis.

Mit freundlichen Grüßen
"Im Auftrag"




Darauf erfolgte die Erwiderung des Arbeitskreises Gesundes Haus:

Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier
Architekt SRL, BYAK
Neuendettelsauer Straße 39
90449 Nürnberg

An den
Petitionsauschuß des
Deutschen Bundestages
11011 Berlin

AGH-Petition zur EnEV vom März 2001
Pet 1-14-12-232-031592

hier: Brief des Petitionsausschusses vom 09.05.01
Stellungnahme des BMBau vom 17.04.01

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu den og Schreiben ist folgendes zu erwidern:

Wenn die Stellungnahme des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen bei der Prüfung der Petition mit einbezogen wird, so ist dies üblich, doch das Anliegen des ”Arbeitskreises Gesundes Haus” ist dabei keineswegs sachgerecht gewürdigt worden. Wenn der ”Ausschußdienst” zu dem Ergebnis kommt, dass nach ”Prüfung aller Argumente” die Petition der AGH erfolglos bleiben wird, so ist es in einem demokratischen Staat durchaus legitim, die ”Ausschußmitglieder” zu benennen, die zu dieser Schlußfolgerung kamen. Der Ausschußdienst sollte darauf achten, nicht als ”Ausschlußdienst” zu fungieren. Für diese Art von Arbeit dürften sich viele Abgeordnete interessieren.

Die Erfahrung lehrt, dass kritische Äußerungen nicht beachtet werden, weil sie nicht zu widerlegen sind,. Dies aber ist nach Karl Raimund Popper notwendig, denn nach seinen Aussagen kann nicht das Wahre bewiesen, sondern nur das Falsche widerlegt werden. Es muß also widerlegt werden; nur widersprechen ist unnötig und dient nicht der Sache. Insofern ist es dann schon recht aufschlußreich, dass auf die Argumente der AGH überhaupt nicht eingegangen wird; statt dessen werden die üblichen Floskeln zum Thema wiederholt.

Die Erwiderung besteht deshalb aus zwei Teilen:

A)    Wie ist auf die Argumente der AGH eingegangen worden?
B)    Wie ist die Stellungnahme des Ministeriums zu werten?

Zu A):

Punkt 1) der AGH: Gesetzwidriges Verhalten.
Die Gesetzwidrigkeit besteht in der grundsätzlichen Unwirtschaftlichkeit des geforderten Anforderungsniveaus. Ein Beispiel ist in der Petition genannt. Darauf wird nicht eingegangen. Da nicht widerlegt wird, gilt die Aussage der AGH.

Punkt 2) der AGH: Unzumutbarkeit der vorgeschlagenen Rechenmethoden.
Auch diese Feststellung wird ignoriert. Wer keine nachvollziehbaren Gegenargumente vorbringen kann, der akzeptiert somit die in der Petition enthaltenen Äußerungen.

Punkt 3) der AGH: Mißbrauch technisch-wissenschaftlicher Verfahren.
Es geht immerhin um die von der Bundesregierung beabsichtigte Einführung der EnEV. Die ”Berechnungen” stützen sich auf die DIN EN 832. Dieses ”Rechenwerk” wird von den Schöpfern selbst in Methode und Inhalt als unzureichend und widersprüchlich angesehen, sonst würden die Rechenergebnisse nicht mit einer Streuung von ± 43,3% belegt werden. Jeder verantwortungsvolle Fachmann lehnt einen solchen ”Rechenunsinn” ab. Das Ministerium erwähnt mit keiner Silbe diesen ingenieursmäßigen Skandal. Auch die Konsequenzen bezüglich der Energie- und Wärmebedarfsausweise werden verdrängt.

Punkt 4) der AGH: Auswirkungen der EnEV.
Auf die sechs Aspekte der Auswirkungen ist nicht eingegangen worden.

Quintessenz der AGH: Feststellungen des Arbeitskreises.
Die Feststellungen bewahrheiten sich in erstaunlicher Weise durch die Sachbehandlung dieser Petition selbst.

Fazit: Es ist der falsche Weg, in doktrinärer und absolutistischer Art zu reagieren und die ernst gemeinten Hinweise der AGH zu übergehen. Mit solchem Verhalten entfernen sich Politik und Administration von der Realität; sie haben keinen Bezug mehr zum Bürger. Sich dann über Politikverdrossenheit zu beklagen, ist Heuchelei. Auf meinen Brief an den Herrn Bundeskanzler vom 03.01.01 wird in diesem Zusammenhang hingewiesen.

Zu B):

Aus dem Brief des Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen werden wesentliche Passagen aus der Sicht des Kunden und Verbrauchers kommentiert:

1. ”Sie (die Bundesregierung) ist gewillt, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen ... deutlich zu reduzieren”.

Was heißt hier ”ist gewillt”?. Entweder sie macht es oder sie macht es nicht. Diese Floskel ist das verborgene Eingeständnis, mit den gefaßten Beschlüssen kaum etwas erreichen zu können – dies ist nämlich nachweisbar unwiderlegbare Realität. Sie hat es mit dieser Formulierung also weder versprochen, noch steht sie dafür gerade.

2. ”Der Heizenergieverbrauch in der BRD macht ca. ein Drittel des Gesamtenergieverbrauches aus”.

Dies ist eine der großen Unwahrheiten, die überall verbreitet werden. Das Drittel bezieht sich auf den Energieverbrauch der fünf ”Endenergieverbrauchssektoren” und dieser Wert wird zum ”Gesamtenergieverbrauch” umgemünzt. Der Gesamtenergieverbrauch beläuft sich jedoch bei Berücksichtigung der Umwandlungsenergie und der Umwandlungsverluste auf etwa das Zweieinhalbfache, so dass für den Heizenergieverbrauch ca. 10% herauskommt. Zu entnehmen dem ”Vierten Immissionsschutzbericht der Bundesregierung vom 28. 07. 88 (Drucksache 11/2714 – Deutscher Bundestag) S. 14 und 15.

3. ”Es ist notwendig, weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz zu ergreifen”.

Effizienz bedeutet auch und vor allem Wirtschaftlichkeit. Diese zu gewährleisten ist die eindeutige Auflage des Energieeinsparungsgesetzes, das im § 5 die Wirtschaftlichkeit dieser ”Maßnahmen” fordert. Die aber ist nicht gegeben. Gegenteiliges muß nachgewiesen werden,  kann jedoch wegen der Hyperbeltragik grundsätzlich nicht nachgewiesen werden. Insofern wird auf diesem Feld nur palavert und gekalauert.

4. ”Damit wird nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die Betriebskosten der Bürger gesenkt”.

Mit dem Anforderungsniveau eines Niedrigenergiehauses gegenüber einem Normalhaus (Referenzhaus) wird kaum eine nennenswerte Einsparung erzielt, also auch die Umwelt nicht nennenswert entlastet. Deshalb wird dann immer nur von prozentualen Einsparungen gesprochen. Wegen der sehr geringen absoluten Energieeinsparungen ist alles unwirtschaftlich. Aus diesem Grunde wird hier auch nur von den ”gesenkten Betriebskosten” gesprochen. Einmal wird über die Höhe dieser Betriebskosten nichts ausgesagt, zum anderen müssen den ersparten Betriebskosten die hierfür erforderlichen Investitionskosten gegenüber gestellt werden – und da sieht es mit der Wirtschaftlichkeit sehr schlecht aus [siehe Beispiel in 1) der Petition vom März 2001]. Aber auch andere Veröffentlichungen zeigen die Unwirtschaftlichkeit der Niedrigenergiebauweise. Für Energiekosteneinsparungen von 1,30 DM/m²a müssen 50 bis 150 DM/m² an Mehrkosten aufgebracht werden. Auch hier ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben. [Erhorn, H.: Nullheizenergiehäuser marktreif – auch marktgängig? Bauphysik 1998, H. 3, S. 69].

5. ”Verminderung der Transmissionswärmeverluste durch Verbesserung der Dämmeigenschaften ... ist eine wichtige Maßnahme ...”

Die Verbesserung der Dämmeigenschaften (k-Wert-Verbesserung) hat eine Effizienzgrenze, die durch die EnEV nicht eingehalten wird. Der Aufwand wird zu groß und entspricht damit nicht mehr dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinsparungsgesetzes. Man handelt gegen das EnEG. [siehe auch 4. und 6.].

Außerdem ist zu beachten: Der k-Wert gilt nur für den Beharrungszustand, dies steht in jedem Bauphysik-Lehrbuch. Das bedeutet aber: Keine Sonne, keine Speicherfähigkeit, konstante Wärmestromdichte. Alle drei Bedingungen treffen in Realität wegen der ständig vorhandenen Solarstrahlung nicht zu – besonders beim Altbau. Hier glauben Politiker und Administration kritiklos der Dämmstoffindustrie – und die will nur Dämmstoff verkaufen. Ebenfalls Bestandteil eines umfassenden Wärmeschutzes ist jedoch auch die Speicherung mit unterschiedlichen Wärmestromdichten. [Forschungsbericht des Institutes für Bauphysik  EB-8/1985]. Insofern führt die k-Wert-Minimierung in die Sackgasse. Aber Speicherung der Außenwand wird konsequent ignoriert.

6. ”Statistische Auswertungen von in der Praxis gemessenen Heizkostenerfassungen, wie z. B. vom Institut für Wohnen und Umwelt Darmstadt, zeigen, dass eine zusätzliche Dämmung den Energieverbrauch ... deutlich verringert”.

Die Frage lautet hier nur, um welchen Betrag wird verringert? Meist werden nur prozentuale Angaben gemacht und die sind allein irreführend, weil die absoluten Werte unbedeutend sind. Die Auswertungen der vom IWU-Darmstadt betreuten Niedrigenergiehaus-Programme in Schleswig-Holstein und Hessen zeigen die Unwirtschaftlichkeit der durchgeführten Maßnahmen und damit verstoßen sie gegen das EnEG. Zusätzliche Investitionskosten für Niedrigenergiehäuser i. M. von 46,5 DM/m² stehen Einsparungen i. M. von 1,35 DM/m²a gegenüber, so dass diese Maßnahmen sogar divergent sind; sie amortisieren sich also nie. Die finanzmathematische Analyse der von den Niedrigenergiehauserbauern selbst vorgelegten Daten beweisen also schon den Gesetzesverstoß gegen das EnEG. Es ist ein Hohn, wenn dann sogar vom ”EnergieEffizientenBauen” gesprochen wird; der Kunde wird damit maßlos getäuscht.

7. ”Über entsprechende wissenschaftlich begleitete Feldversuche kann man sich u.a. auch beim Fraunhofer-Institut für Bauphysik informieren”.

Von der Qualität von Feldversuchen des IBP-Stuttgart kann sich sogar jeder Laie eine Vorstellung machen, wenn folgendes Forschungsergebnis erwähnt wird [IBP-Bericht REB-4/1996]: ”Infolge der Absorption von Solarenergie ist eine Nordwand ohne Solareinstrahlung energetisch günstiger einzustufen als eine Südwand mit Solareinstrahlung”. Etwas Widersinnigeres gibt es nicht. Dies zeigt recht eindrucksvoll den desolaten Zustand des Fraunhofer-Institutes unter Prof. Gertis in Fragen der Wissenschaftsmethodik.

8 "Ursache für Schimmelpilzbildung ist eine hohe relative Luftfeuchtigkeit in Kombination mit niedrigen Raumluft- bzw. Oberflächentemperaturen der Bauteile”.

Allein entscheidend für die Schimmelpilzbildung ist die zu hohe relative Luftfeuchte. Die aber entsteht durch die geforderten dichten Fenster, wodurch sich automatisch ein feuchtes Raumklima einstellt. Die ”niedrigen Raumluft- bzw. Oberflächentemperaturen der Bauteile” spielen nur eine untergeordnete Rolle, denn bei 20°C Lufttemperatur und normaler relativer Feuchte von 50% (Randbedingung in der DIN 4108, Teil 5) kann die Raumluft bis auf 9,3°C abgekühlt werden, ehe sie kondensiert (DIN 4108, Teil 5, Tabelle 1). Es ist also eine irreführende Aussage, hier von einer Kombination von Feuchte und Raumluft- bzw. Oberflächentemperatur zu sprechen. Niedrige Temperaturen, auch bei Wärmebrücken, sind bei normalen Raumluftfeuchten völlig ungefährlich.

9. Eine gezielte Lüftung ist ... nicht über ”atmende Wände” möglich”.

Mit ”atmenden Wänden” ist die Sorptionsfähigkeit der Außenkonstruktion gemeint, die bei Schichtkonstruktionen wie Wärmedämmverbundsystemen infolge der Folien, Sperren und dichten Schichten nicht mehr gegeben ist. Der kapillare Feuchtetransport, die Entfeuchtung (nach außen) ist damit unterbrochen. Sorptionfähigkeit einer Außenkonstruktion ist sehr wichtig, wird aber in der DIN 4108 nicht behandelt. Beim ”Atmen” des Menschen wird neben der Sauerstoffaufnahme und CO2-Abgabe zusätzlich Feuchte transportiert, die ausgeatmete Luft ist hoch feuchtebeladen. Insofern ist das ”Gleichnis vom Atmen” nicht ganz von der Hand zu weisen.

10. ”..., dass durch die zusätzliche Dämmung ... hochbrennbare Stoffe ... eingebaut werden, verweise ich auf die Landesbauordnungen”.

Mit diesem Hinweis wird die Brandgefährlichkeit von Dämmungen nicht in Abrede gestellt, es wird lediglich die Verantwortung verlagert. Genügen nicht die Toten von Kaprun – das Feuer konnte sich dort durch die Styropor-Füllung in den Wagenwänden sehr schnell ausbreiten. Auch andere Brandfälle sind bekannt.

11. ”Moderne, zusätzlich gedämmte Konstruktionen können ebenso wie monolithische Massivbauweisen ... zur Energieeinsparung beitragen”.

Die monolithische Massivbauweise mit einzubeziehen ist allein nur deswegen möglich, weil durch eine fragwürdige ”technisch-energetische Entwicklung” aus der bewährten speicherfähigen Ziegelmassivbaukonstruktion eine porosierte Ziegeldämmstoffkonstruktion gemacht wurde. Dieser durch die Wärmeschutzverordnungen erzwungene, jedoch energetisch nicht notwendige ”Ziegelleichtbau” führt zu gravierenden Schadensbildern der Konstruktion. Gerade die schwere monolithische Massivkonstruktion ist wichtig, da sie die kostenlose Sonnenenergie als Massivabsorber vorteilhaft nutzen kann und deshalb als energiesparend anzusehen ist. Die EnEV jedoch grenzt diese Schwerkonstruktion aus; die geforderten, für den Massivbau nicht anwendbaren k-Werte bewirken dies.

Nur allein das ”Dämmen” und damit das Wärmedämmverbundsystem wird als Energiesparkonstruktion gesehen, obwohl es die Solarstrahlung aussperrt.

Dies wird sogar von Prof. Gertis bestätigt:

”Tages- und jahreszeitliche Schwankungen der Lufttemperaturen und der Sonneneinstrahlung haben große Temperaturänderungen auf der Außenseite von Gebäudehüllen zur Folge” und weiter ”Das Mauerwerk wird durch die vorgelagerte Thermohaut von der außenseitigen Temperaturbeanspruchung praktisch abgekoppelt”. [Gertis, K.: Wärmespannungen in Thermohautsystemen. Die Bautechnik 1983, H. 5, S. 155].

Wenn überall nach der Sonnenenergienutzung gerufen wird, dann ist es ein Unding, überhaupt Wärmedämmverbundsystemen zu empfehlen, zumal es auch eine Untersuchung von Prof. Fehrenberg (Hildesheim) gibt, die die energetische Nutzlosigkeit eines WDV-Systems anhand der Heizkostenabrechnungen nachweist.

Diese Tatsachen werden verdrängt, statt dessen verharrt die etablierte Bauphysikszene und damit auch die Administration im Konsens mit der Dämmstoffindustrie im Beharrungszustand. Es ist blamabel, dass ein Ministerium in Form des MD Prof. Dr. Michael Krautzberger mit derart oberflächlichen und fehlerhaften Aussagen versucht, sachliche Argumente vom Tisch zu wischen und in Selbstüberschätzung des eigenen Wissens den mündigen Bürger nicht ernst nimmt. Dies wird, auch oder gerade in einer Demokratie, Konsequenzen haben. Es offenbaren sich Lücken im bauphysikalisches Grundwissen und gewaltige Fehleinschätzungen und Irrtümer in der Beurteilung der Notwendigkeit, die EnEV einführen zu müssen.

Politiker und Administration müssen sich entscheiden, ob sie den Sirenenklängen der Wirtschaft und ihrer Eleven folgen (Hinweis Schreiber-Affäre), oder sich den Bürgern und ihren Belangen verpflichtet fühlen. Der ”Umweltgedanke” wird hier industrieell arg mißbraucht.

Nochmals wird die Bitte vorgetragen, im Interesse der betroffenen Bevölkerung eine angemessene Sachbehandlung zu gewährleisten.

Im Mai 2001

Claus Meier

Arbeitskreis Gesundes Haus (AGH)


Auf diese stichhaltigen Argumente, die die Stellungnahme des Ministeriums vom 17. April 2001 ad absurdum führt, ist bis heute nicht geantwortet worden, man hüllt sich in Schweigen, es fehlen einfach die Gegenargumente. Man geht lieber in autoritärer und selbstüberschätzender Machtausübung zur Tagesordnung über – dies ist ja auch angekündigt worden.





Hier noch der Vollständigkeit halber der Brief an den Herrn Bundeskanzler vom 03. 01. 01.:
PROF: DR.-ING. HABIL. CLAUS MEIER - ARCHITEKT SRL - WISS: DIREKTOR
NEUENDETTELSAUER STRASSE 39 - 90449 NÜRNBERG
TEL. (0911) 68 97 526 - FAX (0911) 68 97 527

Prof. Claus Meier - Neuendettelsauerstr, 39 - 90449 Nürnberg

Kanzler der Bundesrepublik Deutschland
Herrn Gerhard Schröder
Bundeskanzleramt
Schloßplatz 1
10 178  Berlin

Nürnberg, den 03. 01. 2001

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

Im Zuge des Verbraucherschutzes anläßlich der BSE-Krise ist es angebracht, endlich auch beim Wärmeschutz der Gebäude und beim Erlaß der Energieeinsparverordnung an den Verbraucherschutz zu denken. Hier geschehen ungeheure Falschinformationen und sollte es eines Tages der Verbraucher merken, werden alle wieder nichts davon gewußt haben. Man sei nicht eindringlich genug informiert worden, wird man sagen – siehe BSE; hier gab es frühzeitig genug warnende Stimmen, sie wurden nur verdrängt.

Sie sagten, wir seien alle zu gutgläubig gewesen, zu lange sei Informationen vertraut worden, dass Deutschland BSE-frei sei. Man vertraute also den falschen Leuten – des Kaisers neue Kleider. Unter der Überschrift ”Die Briten in die Irre geführt” steht in den Nürnberger Nachrichten vom 27. 10. 2000: ”Mit Lug und Trug hat die damalige konservative Regierung die Gefahren des Rinderwahnsinns jahrelang vertuscht” und weiter ”Schonungslos entlarvt die Studie der Kommission die Geheimnistuerei und Bunkermentalität der Ministerien” Es seien dabei sogar wissenschaftliche Studien bewußt frisiert worden. Man konnte also wissen, was hier geschah.

In der FAZ vom 2. 12. 2000 steht unter der Überschrift ”Wie die Erforschung von BSE behindert wurde” und ”Wie Politik die Wissenschaft unterdrückte” der folgenschwere Satz: ”Erkenntnis wird kriminalisiert” und ”Es ist die längst abgetan geglaubte Geschichte des Wissenschaftlers: die Wahrheit zu wissen und nicht gehört zu werden”. Von dem britischen Mikrobiologen Stephen Dealler wurde die Politik also schwer belastet.

In diesem Sinne wird der nächste technische – und moralische – Reinfall nicht zu vermeiden sein. Das angepriesene ”energiesparende” Bauen ist wissenschaftlich nicht haltbar und deshalb unsinnig; es treten zu viele Widersprüche auf.

1. Eine Dämmung über 6 bis 8 cm verliert ihre Effizienz. Dies ist Mathematik. Trotzdem wird bei einer 40 cm Dämmung von einem effizienten Bauen gesprochen – eine Lüge.

2. Insofern ist das ”Neue Bauen” unwirtschaftlich, es wird ständig gegen das Energieeinsparungsgesetz verstoßen. Dies ist Finanzmathematik. Allerdings wird das Gegenteil behauptet.

3. Beim Energieverbrauch wird falsch gerechnet. Der überall verwendete k-Wert gilt nur für den Beharrungszustand, der die Wirkung der Sonne ausschließt. Das ist Physik. Trotzdem wird der k-Wert zum Maß aller Dinge erklärt.

4. Strahlung wird falsch gerechnet. Hier gilt nicht die Thermodynamik, sondern die Quantenmechanik. Auch das ist Physik. Falsche Ergebnisse sind die Folge.

5. Die technologische Entwicklung der Wärmeschutzgläser wäre überflüssig, wenn die physiologisch hervorragende Strahlungsheizung wieder eingesetzt werden würde. Dies ist Werkstoffkunde. Der Einbau wird jedoch vorgeschrieben.

6. Diese Fehlentwicklungen im Bauwesen führen zu Bau- und Feuchteschäden. Dies sind bautechnische Erfahrungen - leider.

7. Es werden luftdichte Häuser und Wärmedämmverbundsysteme gefordert. Schimmelpilz- und Algenbildungen sind die Folge. Allergien und Asthma nehmen zu. Dies sind medizinische Erkenntnisse. Trotzdem wird auf dieser Schiene weitergefahren.

Bauen gerät immer mehr in das Fahrwasser gewinnsüchtiger Industrien. Zur Meinungsbildung dürfen nicht die industriegenehmen und willfährigen Wissenschaftler, sondern es müssen gerade die Stimmen, die sich dem Kunden, den Verbrauchern, den Häuslebauern verpflichtet fühlen, gehört werden. Aber der Kunde hat ja keine Lobby.

Der Verbraucherschutz gilt generell. Insofern muß die Vorstellung von Wirtschaftsminister Müller, das ”Energiesparen” müsse notfalls auch mit dirigistischen Mitteln durchgesetzt werden, entschieden zurückgewiesen werden. Es geht nicht an, dass bei fehlenden Sachargumenten und sich häufenden Widersprüchen der Zwang einsetzt. Ich denke, ein solches Staatshandeln hat bei uns der Vergangenheit anzugehören.

Hubert Markl, der Präsident der Max Planck Gesellschaft, hat in einem Vortrag auf der EXPO 2000 u. a. gesagt: ”Lügen und Betrug seien integrale Bestandteile des Forschens”. Dies ist nicht aus der Luft gegriffen. Das Forschungsergebnis eines renommierten Institutes, das die unbeschienene Nordwand energetisch günstiger ausweist als eine beschienene Südwand, bedeutet Scharlatanerie. Diese Forscher aber bestimmen seit Jahren das Bauen.

Die viel gerühmte Informationsgesellschaft darf nicht zur Desinformationsgesellschaft, die Wissensgesellschaft nicht zur Meinungsgesellschaft degenerieren. Aber Wissen allein genügt nicht; Hubert Markl hat auch gesagt: ”Die Wissensgesellschaft muß zur Gewissensgesellschaft werden”. Noch ist sie es nicht – auch nicht in der Wissenschaft.

Die vorgebrachte Begründung bei der Aufhebung des Werbeverbots für Tabak durch den Europäischen Gerichtshof, es gehe nicht um die Gesundheit, sondern um den Wettbewerb, ist blamabel. Im Klartext heißt dies: Es geht um Geschäfte.

Solange jedoch diese globalisierte Marschroute Vorrang vor den Interessen der Verbraucher hat, wird es sehr schwer werden, verloren gegangenes Vertrauen, um das Sie ja besonders bitten und das nicht erst seit BSE immer mehr um sich greift, wieder zurück zu gewinnen. Mit ”Schwachstellenanalysen” ist diesem Problem nicht beizukommen. Man redet zwar – gerade jetzt wieder - viel über Ethik, aber was nutzt das Reden, wenn nicht danach gehandelt wird. Politiker sollten nicht diejenigen fragen, die die Fehlentwicklungen wohlfeil verschleiern - auch im eigenen Hause, sondern diejenigen, die Kritisches dazu zu sagen haben. Täuschung verdient keine Toleranz; Kompromißbereitschaft hört beim Betrug auf. Ein Dialog zwischen konträren Aussagen wird jedoch konsequent vermieden und verhindert – auch bei uns. Es erscheint zu brisant zu sein. Die Redaktionen von Fachzeitschriften und Veranstalter von alternativen Baufachseminaren werden unter Druck gesetzt. Hier erinnere ich an Worte unseres Bundespräsidenten Rau, der mahnt, Andersdenkende nicht als Nörgler anzusehen.

Als Sozialdemokrat sollten Sie Ihre Positionen eigentlich kennen.

Generell werden mathematische und physikalische Zusammenhänge ignoriert und negiert, wissende Personen diffamiert. Hier aufklärend zu wirken, schlage ich einen Dialog in Ihrem Hause unter Fachleuten vor, um, wie es in Ihrem Eid so schön heißt, Schaden vom Volk abzuwenden.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Claus Meier



Die Mär von der Klimakatastrophe

Zwischenzeitlich wurde nun auch in dem von offizieller Seite veröffentlichten Buch von Berner, U. und Streif H.: Klimafakten – Der Rückblick, ein Schlüssel für die Zukunft”. Hrsg. von: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover; Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben Hannover; Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung Hannover in der E. Schweizerbart´schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart 2000 festgestellt, dass es keine “Klimakatastrophe” gibt. Immerhin heißt es dort:

“Hervorzuheben ist, dass nicht das oft zitierte Kohlendioxid bestimmender Faktor des Klimageschehens ist. Vielmehr treibt die Sonne wie ein Motor die klimawirksamen Prozesse in der Atmosphäre, den Ozeanen und in der Biosphäre an” und weiter: ”Zahlreiche Belege aus der Natur sprechen für eine wahre Achterbahnfahrt des Klimas durch die Erdgeschichte. Wir bewegen uns auf eine neue Eiszeit zu und zwar unabhängig davon, ob die Menschheit heute die Konzentration des Kohlendioxids in der Atmosphäre durch die Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle erhöht oder durch Einsparungen beim Energieverbrauch mindert”.

Insofern gehört das ”Klimaschutzprogramm” der Bundesregierung in das Reich der Fabeln.

Trotzdem wird, um die ”klimaschädlichen Treibhausgase” zu vermindern, von der Bundesregierung die EnEV, die der Umsetzung der Richtlinie 93/76/EWG des Rates vom 13. September 1993 zur Begrenzung der Kohlendioxidemissionen dienen soll, verordnet. In der Begründung zur EnEV heißt es: ” ... bildet die Energieeinsparverordnung auch ein wesentliches Element des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung”.

Die Grundlage der Energieeinsparbemühungen entpuppt sich als CO2-Scharatanerie, als Fata Morgana.

Quintessenz der “Energiespar-Kampagne EnEV”:

Die reale Welt des Seins wird ersetzt durch die virtuelle Welt des Scheins. Wissenschaft baut eine pseudowissenschaftliche Märchenwelt auf, die gläubig akzeptiert werden soll. Eloquente Rhetorik vernebelt die Wirklichkeit. Das manipulierte Geschäft steht im Vordergrund. Die Tyrannei der Meinungsbildung nimmt immer schlimmere Formen an. Nicht Wissen, sondern ideologische Bekenntnisse sind gefragt. Werden Aussagen widerlegt, feiert die Ignoranz Triumphe. Das Bauen betritt Irrwege, die Bauphysik befindet sich in der Sackgasse. Mit der These der ”Pluralität der Meinungen” nistet sich Lug und Trug überall ein. Die Baconsche Aufforderung zur Verwirklichung ”nützlicher” Wissenschaft wird konsequent in eigenem Sinne umgesetzt – von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Administration. DIN mischt kräftig mit. Es werden Glaubenssätze verbreitet – analog der Scholastik im Mittelalter. Mit Wissenschaft hat dies alles nichts zu tun.

Hubert Markl, Präsident der Max Planck Gesellschaft und ehemals auch Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, stellt hierfür Thesen auf:

1. Wissenschaft ist eine Tätigkeit, die nachprüfbare Erkenntnisse über die Wirklichkeit hervorbringt.

2. Gegenüber bloßer Meinung oder dem Glauben aus Hörensagen muß sich eine Behauptung von wissenschaftlichem Anspruch dadurch auszeichnen, dass sie sich erstens überprüfen läßt und dass sie zweitens solch kritischen Überprüfungen standhält.

3. Herzhaft geäußerte Überzeugung, auch Hinweis auf bedeutende Meister, die sie teilen, oder auf überlieferte Lehrtexte (und sei es deren 23. Auflage) mag eine Feststellung bedenkenswert, auch, je nach dem, wer sie macht, vertrauenswürdig machen, mehr aber nicht. Bekenntnis begründet in der Wissenschaft keine Erkenntnis.

4. Die intellektuelle Respektlosigkeit in der Wissenschaft, zu der wir unsere Studenten erziehen müssen, ist der alleinige Garant dafür, dass Fehler ausgemerzt, Betrug durchschaut, Schlampigkeit korrigiert werden können.

5. Die Wissenschaft ist ein durch und durch selbstbezüglich verbundener Gemeinbesitz der ganzen Menschheit und daher auch für jeden einzelnen zu schwierig; zu schwierig auch, sie durch herostratischen Unfug zu gefährden.

Diese Thesen scheinen für die angewandte Bauphysik zweitrangig zu sein. Wenn Erkenntnisse der Vergangenheit vergessen und stattdessen dubiose Richtlinien und Vorschriften offeriert werden, dann führt dies zu einem produzierten bautechnischen Chaos. Gerade der “herostratische Unfug” dominiert. Das Märchen ”Des Kaisers neue Kleider” wird zur traurigen Wirklichkeit. Es wird mehr falsch als richtig gemacht; die Bauten sind die Leidtragenden, die tagtägliche Praxis des Bauens beweist es – überall treten Fehler und Schäden auf.

Dieses Durcheinander beim Bauen kann nur durch eine umfassende und rückhaltlose Aufklärung der technisch/wissenschaftlichen Zusammenhänge überwunden werden. Das Internet kann hier helfen und ist eine dankbare Waffe. Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wann endlich kann sich das Bauen auf bewährte Grundlagen, auf schon lange herauskristallisiertes Erfahrungswissen stützen? Wann endlich wird die bautechnische Vergeßlichkeit überwunden?

Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier
Architekt SRL, BYAK


 
Reaktionen der Fanatiker-Riege. Doch der U-Wert hat ausgedient. dass das so ist, zeigen auch die Bemühungen einer fanatischen U-Wert-Verteidiger-Riege, deren Argumente jedoch lächerlich sind. Selbst Prof. Gertis, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, kann als Kronzeuge dafür zitiert werden, dass der U-Wert im täglichen Energiebilanzgeschäft mit der Sonne versagt. Die Argumente sind auf unserer Seite, die Gegenseite kann nur verunglimpfen. Insofern darf man mit der kritischen Durchsicht der Bauphysik nicht aufhören.
Prof. C. Meier, 11.09.2003


Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier, Architekt SRL
Neuendettelsauer Straße 39
90449 Nürnberg

Die U-Wert Ideologie – Reaktionen der Fanatiker-Riege

Die Erkenntnis nach Karl Raimund Popper, nicht das Richtige könne bewiesen, sondern nur das Falsche widerlegt werden, führt – und zwar zu allen Zeiten - zu psychologisch zwar verständlichen, doch der Sache nicht dienenden Reaktionen. In [16] heißt es:
Wird eine These widerlegt, erfolgt sofort eine gemeinschaftlich organisierte Diffamierungskampagne, die auch vor Beleidigungen nicht zurückschreckt. Zu viele sind mit dem Irrtum verstrickt.
Eilfertig werden Argumente zusammengetragen, die mit dem Gegenstand der Kritik wenig gemein haben. Man weicht auf Nebenkriegsschauplätze aus, um mit viel Getöse abzulenken.
Allgemeine, unverbindliche und nichts sagende Erklärungen und Erläuterungen deuten auf Argumentationsschwächen und Begründungsschwierigkeiten hin. Es wird oft argumentativ ausgewichen, um den Sachverhalt mehr zu vernebeln und zu verschleiern als zu klären.
Es wird nur "deklariert", "entschieden zurückgewiesen" und "widersprochen", nicht aber im wissenschaftlichen Sinne widerlegt. Dieses Lamentieren aber ist Zeichen der argumentativen Schwäche, man steht auf tönernen Füßen.
Man beruft sich auf "allgemein anerkannte" Gesetze, Normen und Verordnungen, die die "Richtigkeit" beweisen sollen. Diese "Ersatzbeweise" kommen jedoch meist erst durch Initiativen dieser Thesenverkünder zustande, sind also gezielte Machwerke, um all die technischen Fragwürdigkeiten zu zementieren. Falsches wird jedoch nicht richtig, wenn es in Gesetzen, Normen und Verordnungen verankert wird.
Auch muß die Interessenlage der "falschen Propheten" beachtet und berücksichtigt werden, die sich nicht immer mit den Interessen der Kunden, die die ganze Wahrheit erfahren wollen, decken muß. Meist spielen monetäre Vorteile ein Rolle; auch Prestigeverlust und Blamage sind Triebfedern permanenter Aufgeregtheit und wilden Gestikulierens.
Äußerst fatal wirkt der Versuch, Heerscharen von "Experten" als Kronzeugen zu benennen. Eine Mehrheitsmeinung beweist jedoch noch lange nicht die Richtigkeit, sondern entweder nur die Einfalt oder die Käuflichkeit der "Experten". Gleichgeschaltete Meinungen bilden heute doch den Grundstock allgemeiner Verdummung. Hier gilt der Satz von Bertrand Russel: "Selbst wenn alle Fachleute einer Meinung sind, können sie sehr wohl im Irrtum sein".
Gotthold Ephraim Lessing sagt: "Der die Wahrheit sucht, darf nicht die Stimmen zählen" und Karl Steinbuch stellt sehr richtig fest [26]: "Unfähigkeit und Intoleranz sind Schwestern".
Somit steht der ehrlich Bemühte schon vor einer scheinbar unüberwindlichen Phalanx des Machtmißbrauches. Die Riege der fanatischen U-Wert-Ideologen (gilt auch für Aktionisten in anderen Bereichen) kann grob in drei Gruppen eingeteilt werden:

a) Handlanger der Wirtschaft,
b) Gauner und Scharlatane,
c) einfältige Besserwisser.

Auch eine Kombination von a) – b) sowie a) – c) kommt vor.

Auf diesem Sektor agiert auch Dipl.-Phys. E. aus B. in Brandenburg. In der Medienlandschaft tummelt er sich offensichtlich recht gern, auch zum aktuellen Bauen äußert er sich. Allerdings bedient er sich in altbewährter Manier "bewährter" Techniken: Er verwirrt mehr, als er klärt. Dabei wird diskreditiert, beleidigt und verleumdet. Er hält es sogar für angebracht, bisher unwiderlegte bautechnische Aussagen anzuzweifeln. Somit gehört er mehr zur Kategorie c).

Von seinen voraussetzenden Irrtümern rückt er nicht ab, in unterschiedlichen Abhandlungen macht er Aussagen, die durchweg sich den allgemeinen Irrtümern der etablierten Bauphysik anschließen. Auch seine Schlußfolgerungen lassen zu wünschen übrig, seine "Entgegnungen" sind oft erheiternd.

Es werden einige Beispiele aufgegriffen und kommentiert (Aussagen in" ", die auch durchaus von "anderer" Seite immer wieder vorgebracht werden – man hört stets dieselben “Gegenargumente". Beispiele hierzu gibt es zur Genüge. Deshalb wird es notwendig, diese verzweifelten Argumentationsversuche hier einmal generell zu widerlegen:

Auf meine Veröffentlichung [17] hat er an die Redaktion geschrieben und dabei neben einigen fehlerhaften Begriffsbezeichnungen folgendes gesagt:
1. "Der U-Wert wird erst dann unsinnig, wenn die linearen Verhältnisse verlassen werden: feuchte Mauern mit Phasenübergang Wasser – Eis, starke Erwärmung (Sommer), dass die Heizung negative Wärme (Kühlung) abgeben muß oder bei sehr langen strengen Kälteperioden den Anforderungen nicht mehr genügt".
Die linearen Verhältnisse werden bei einer speicherfähigen Wand immer verlassen – die Temperaturverteilung verläuft kurvenförmig. Entscheidend hierfür ist vor allem die Erwärmung der Außenoberfläche durch die Sonne, aber nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter. Dagegen sind Phasenübergang Wasser, Kühlung durch Heizung oder eine unzureichende Dimensionierung der Heizungsanlage abwegig und/oder bedeutungslos. Insofern ist und bleibt der U-Wert, wie Herr E. sehr richtig schreibt, unsinnig.

2. "Die Frage der Kosten ... ist nicht mit Naturgesetzen zu behandeln".
Zunächst einmal ist die Wirtschaftlichkeit einer "Energieeinsparmaßnahme" nach dem Energieeinsparungsgesetz unbedingt zwingend (EnEG § 5 (1) muß beachtet werden). Kann also die Unwirtschaftklichkeit nachgewiesen werden, dann wird gesetzwidrig gehandelt. Zum anderen folgt der U-Wert einer Hyperbelfunktion (Mathematik) und damit verhält sich die Effizienz proportional zum Quadrat des U-Wertes. Ein hohes Anforderungsniveau ist damit immer unwirtschaftlich. Geht man demgegenüber nun "naturgesetzlich" vor (instationäres Verhalten der Baustoffe), dann müssen effektive U-Werte, die die Masse und die Wärmekapazität mit berücksichtigen, verwendet werden. Damit reduzieren sich jedoch die "energetischen Verbesserungen" gegenüber der stationären Berechnung weiter und die Unwirtschaftlichkeit nimmt zu.

In diesem Zusammenhang wurde mir von Herrn E. die zehn Seiten lange mathematische Ableitung, die seine Auffassung vom U-Wert stützen sollte, ebenfalls zugefaxt. Dort heißt es unter anderem:

3. "Der Heizenergiebedarf hat einen großen Anteil an der schädlichen CO2-Emission".
Herr E. geht also ebenfalls von der falschen These einer menschgemachten Klimakatastrophe aus, die soviel Unheil anrichtet. dass dies falsch ist, kann mehrfach nachgelesen werden, u. a. in [1] und [18]. Er unterstützt damit den üblichen CO2-Meinungsterror.

4. "Bei konstanter Außentemperatur stellt sich nach genügend langer Zeit der stationäre Wärmestrom ein (30 cm Wand knapp 2 Tage), bei einer dickeren Wand werden die Zeiten länger".
Dies stimmt, aber gerade dies ist der Grund, weswegen bei Temperatur- und Strahlungsveränderungen innerhalb einer 24stündigen Periode nie eine konstante Außentemperatur vorliegt, also nie der stationäre Zustand im Bauteil erreicht wird. Allerdings geht Herr E. fälschlicherweise davon aus, dass das "Monatsbilanzverfahren" in der EnEV diese "Einpendelungszeiten" weit übertrifft. Statistische Monatsmitteldaten der Randbedingungen und die instationären Zustände im Bauteil infolge der Tagesschwankungen von Temperatur und Solarstrahlung, die ja unmittelbar auf die speicherfähigen Wände einwirken und dort Energie abladen, haben miteinander absolut nichts zu tun. Dies ist der große Trugschluß, der jedoch ständig kolportiert wird (siehe auch Punkt 34). Logik scheint nicht besonders verbreitet zu sein, Sophistik dagegen ist Trumpf.

5. "Meßdaten werden (bei seiner mathematischen Behandlung) im 24-h-Intervall registriert, es werden also hauptsächlich 24 h-Intervalle betrachtet". "Dies führt zu einer linearen Gleichung".
Gerade bei einem 24 Stunden-Intervall umgeht man die innerhalb einer Tagesperiode auftretenden Temperatur- und Strahlungsschwankungen und die damit zusammenhängenden Solarenergiegewinne. Insofern sind diese "mathematischen Überlegungen" fehlerhaft und unnütz. Der Hinweis auf eine "lineare Gleichung" zeigt die unzulässige stationäre Vereinfachung des gesamten Gleichungssystems – da hilft auch nicht der Hinweis, ein "Legendresches Polynom" verwendet zu haben.

Zwischenzeitlich schrieb Herr E. zu der Veröffentlichung [19] in der Bauzeitung einen Leserbrief in Heft 7-8, S. 7. Daraus werden nur einige Passagen erwähnt:

6. "Die einzelnen Aussagen sind weitgehend richtig, aber da oft wesentliche weitere Fakten fehlen, wird die Gesamtaussage fraglich".
Dieser Schluß ist unsinnig. Wenn die einzelnen Aussagen "weitgehend richtig" sind, dann ist doch alles im Lot. Welche "weiteren Fakten" meint der Herr E. eigentlich? – er soll sie benennen. Eher ist hier zu vermuten, dass er in notorischer Nörglertour stets an allem etwas auszusetzen hat (sollte er vielleicht am typischen Walter-Mitty-Komplex leiden).

7. "Der k-Wert wird zwar im stationären Zustand definiert, gilt aber auch nichtstationär langzeitig".
Das "nichtstationär" bezieht sich allein auf die Randbedingungen, also meist auf die beidseitigen Lufttemperaturen, die jedoch das instationäre Verhalten des Baustoffes überhaupt nicht berühren (siehe auch Punkt 34). Und was ist unter langzeitig zu verstehen? Hier liefert Prof. Gertis in [10] die Antwort, welche Zeitdauer hierfür infrage kommt. In [10] veröffentlicht er das Bild.13, das folgendes sehr deutlich zeigt:
a) Erst bei der Zeit "unendlich" wird der stationäre Zustand erreicht und erst dann gilt die Wärmeleitfähigkeit
b) Für die Zeit davor muß vom instationären Zustand ausgegangen werden und hier gilt die Temperaturleitfähigkeit a. Diese enthält die Werte (Raumgewicht) und c (spezifische Wärmekapazität).

Insofern schreibt Gertis in [10] auch sehr richtig: "Der instationäre Aufheizvorgang ist von der Temperaturleitfähigkeit geprägt, der stationäre Endzustand hingegen von der Wärmeleitfähigkeit". Da in Realität infolge des externen Solarenergieeintrages ständig Aufheiz- und Abkühlungsvorgänge vorliegen und wir uns im periodischen Zeitrahmen von 24 Stunden bewegen, muß deshalb stets der instationäre Zustand berücksichtigt werden. Dann aber gilt die Temperaturleitfähigkeit a, aber auch das Speichervermögen Qs und der Wärmeeindringkoeffizient b. [20]. Damit aber hat bei speicherfähigem Material der U-Wert ausgedient; die Wärmekapazität c sucht man bei U-Wert ja vergebens.

8. "Um das thermische Ungleichgewicht (Lufttemperatur kleiner als Wandtemperatur) aufrecht zu erhalten, muß immer Wärme abgeführt werden – z. B. durch Lüften".
Diese Temperatur-Konstellation (Wand wärmer als Luft) tritt nur bei einer Strahlungsheizung ein – und zwar ohne Abführen von Wärme durch Lüften – weil eben Strahlung keine Luft erwärmt. Aber dies ist offensichtlich dem Physiker E. unbekannt, er denkt statt dessen weiterhin in konvektiven Heizungskategorien.

9. "Wie die Scheibenerwärmung geschieht (Strahlungsheizung, Lüftungsheizung usw.) ist nicht sehr wesentlich".
dass eine elektromagnetische Strahlung kein normales Glas durchdringt, scheint jedenfalls dem Physiker E. unbequem zu sein, sonst würde er diesen sehr entscheidenden Vorteil bei der Strahlungsheizung nicht in dieser Form versuchen zu bagatellisieren.

10. "Prof. Meier macht keinen Vorschlag , wie er bei einer belüfteten Konstruktion Wärmeverluste verhindern will. Bei einer undichten Konstruktion liegt der Luftwechseltausch über dem hygienisch erforderlichen Luftwechsel".
Jetzt setzt er schon in völliger Unwissenheit die "belüftete" Konstruktion mit einer "undichten" Konstruktion gleich – Herr E. hat eben von Bautechnik keine Ahnung und sollte deshalb diesbezügliche Kommentare unterlassen. Schuster, bleib bei deinem Leisten.

11. "Wirtschaftlichkeit: Die Verringerung von Treibhausgasen ist auch mit in die Betrachtungen einzubeziehen".
Das ist typisch: Da Wirtschaftlichkeit nicht nachzuweisen ist (siehe 2.), schwingt man den Umwelt-Knüppel. Dabei ist dies ein stumpfes Schwert (siehe 3.).

Viele Telefonate wurden geführt und e-Mails ausgetauscht – aber immer wieder mußte festgestellt werden, dass stichhaltige Argumente von Herrn E. nicht akzeptiert wurden. So habe ich Herrn E. am 06. 11. 2001 in Borkheide besucht, um vielleicht im direkten Gespräch die Sachlage zu klären. An diesem Tag schickte er mir früh um 8:30 Uhr dann noch ein Fax, zu dem folgendes zu sagen wäre:

12. "dass die Aufsätze von Prof. Meier noch im Internet stehen (und deswegen Anlaß zur Diskussion geben) ist ein Skandal."
Ein Skandal ist es, dass ein Physiker, der bautechnisches Gebiet nicht zu beurteilen vermag, sich erdreistet, hier mitreden zu wollen. Aber Physiker scheinen eine besondere "Klasse" zu sein, denn auch der Physiker Feist glaubt, das Bauen befruchten zu können, indem er sich auf das stationäre Rechnen mit dem U-Wert sowie die DIN-Normen und Verordnungen stützt. Diese Art von "Beweisführung" jedoch klärt keine bautechnischen Sachverhalte.

13. "1999 hat Prof. Meier in der Bauzeitung 55 (2001), H. 5, S. 52-55 wieder seinen Unsinn geschrieben, meine Erwiderung steht in der Bauzeitung 55 (2001, H. 7-8, S. 7. Wenn er noch Fragen hat stehe ich zur Verfügung".
Hier verweise ich auf die Punkte 6 -11. Allerdings lege ich keinen Wert darauf, ihm Fragen zu stellen. Nur eine einzige Frage wäre zu beantworten: "Woher nimmt er die Unverfrorenheit, mit einem derartigen Kauderwelsch von "Diskussionsbeiträgen" aufzuwarten?"

14. "Prof. Meier interpretiert in seiner Form der Wärmeleitungsgleichung seinen Term E vollkommen falsch. Dieser Term beschreibt Vorgänge im Innern des Bauteils, wie z. B. die innere Erwärmung von Fleisch in der Mikrowelle. Im Zusammenhang mit der Solarstrahlung ist dieser Term 0 (dass eine Außenwand mit Mikrowelle erwärmt wird geschieht höchstens bei Untersuchungen oder Mauerwerkstrockenlegung)".
Mit diesem Term E wird einzig und allein die Solarenergie beschrieben, die ja nun wirklich nicht im Innern des Bauteils angesiedelt ist – allerdings bewirkt sie Temperaturveränderungen im Innern des Bauteils. Außerdem ist analog zum Term E in [3] von "Ergiebigkeit von Wärmequellen" und in [15] von "inneren Wärmequellen" die Rede. Darunter sind nach DIN EN 832 Wärmeabgabe durch Bewohner, Wärmeabgabe von Geräten und Beleuchtungseinrichtungen und die Nettowärmegewinne durch die Brauchwasserverteilung und Abwassersysteme zu verstehen – also Wärmequellen, die außerhalb der Konstruktion auftreten – wie eben auch die Sonne von außen. Es ist einfach absurd, hier eine "innere" Erwärmung" analog des Fleisches in der Mikrowelle zu vermuten. Außerdem: Die Sonne ist keine Mikrowelle; die Wellenlänge der Mikrowelle liegt etwa im Dezimeterbereich ( ca. 105 µm), dagegen die Solarstrahlung bei ca. 0,12 bis 6 µm und die Temperaturstrahlung bei ca. 3 bis 50 µm. Wärmestrahlung erwärmt nur feste und flüssige Körper, aber keine Luft, also auch nicht die Außenluft. Sie erwärmt direkt die Außenwand. Anerkennung allerdings verdient die Aussage, dass der Term der Solarstrahlung Null ist. Gerade dies wird in [16] ja ausgesagt: beim U-Wert wird die Sonne nicht berücksichtigt.

15. "Die Sonne kann nicht berücksichtigt werden, denn auch an einem kalten Tag ist es möglich, dass die Sonne nicht scheint".
Eine solch alberne Begründung ist schon typisch für Herrn E. - ist es Naivität oder Dreistigkeit? Die Sonne muß nicht unbedingt scheinen, um energetisch genutzt zu werden, denn die Wärmeleistung einer diffusen Strahlung erreicht etwa 40% der direkten Strahlung. Die in den Verordnungen zugestandenen Solargewinne eines Nordfensters sind Herrn E. offensichtlich unbekannt.

16. "In die Berechnung der Gesamtkosten gehen natürlich die unbekannten zukünftigen Energiepreise und Zinskonditionen ein, damit wird eine Orientierung auf das Kostenmi-nimum zum Vabanquespiel".
Hier unterliegt er ebenfalls dem allgemein verbreiteten Irrtum zu glauben, dass das "Kostenminimum" etwas mit Wirtschaftlichkeit zu tun hat. Dem aber ist nicht so. Bei der Kostenminimierung kann der stets vorhandene "konstante" Teil unendlich groß sein und damit die Unwirtschaftlichkeit begründen, die Lage des Kostenminimums jedoch wird dadurch nicht verändert [16]. Aber Begriffsverwirrungen scheinen in der Bauphysikszene üblich zu sein.

Eine Veranstaltung bei der Firma Olfry, bei der mit Prof. Fehrenberg zusammen über das Thema "Dämmen wir uns in die Sackgasse?" referiert wurde, nimmt Herr E. wiederum zum Anlaß, an die Firma eine e-Mail zu schicken. Hierzu einige Erläuterungen:

17. "Prof. Meiers Engagement für die Beseitigung der Schimmelphänomene ist ja prinzipiell sehr lobenswert, aber da seine Diagnosen größtenteils falsch sind, trifft das auch auf fast alle Therapievorschläge zu".
Dies ist das typische Gerede, das immer dann erfolgt, wenn keine Gegenargumente gefunden werden. Soll er doch eine einzige Fehldiagnose oder einen einzigen falschen Therapievorschlag aufzeigen - doch das geschieht nicht. Hier wird nur verleumdet, diffamiert und verunglimpft – offensichtlich das übliche Mittel, kritische Stimmen mundtot machen zu wollen, er befindet sich da in guter Gesellschaft.

18. "Da die Thesen von Prof. Meier und seiner Gruppe (fast nur noch Konrad Fischer und Paul Bossert) praktisch nur in Publikationen der Ziegelindustrie veröffentlicht werden, hat diese Gruppe die Bezeichnung Ziegelphysiker erhalten".
An diesem Satz stimmt wirklich nichts. Die "Gruppe" umfaßt alle mitdenkenden Fachleute, die diesen Meinungsterror der Bauphysik ablehnen – und sie werden immer mehr. Langsam reift die Vorstellung, dass hier viel manipuliert wird. Auch der "Kunde" hat mittlerweile begriffen, dass er desinformiert wird. Der Begriff "Ziegelphysik" stammt von Güldenpfennig, der den Versuch unternahm, mit diesem Begriff damalige Bemühungen der Ziegelindustrie, wegen der Speicherfähigkeit des Ziegels sich dem U-Wert-Denken zu entziehen, ins Lächerliche zu ziehen. Der Herr E. hört davon - und greift dies, naiv und unwissend wie er ist, sofort auf. Heute allerdings gebärdet sich die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel in der Person des Herrn Gierga (ein Gertis-Mann) als Hauptkritiker dieser "Ziegelphysiker". Insofern sind meine Kontakte zum Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie, die früher bestanden, heute nicht mehr möglich. Dabei will die "Ziegelphysik" nichts anderes, als dass nun endlich nicht mehr falsch gerechnet wird. Aber wir leben in einer Zeit, in der sich jeder dem U-Wert-Dogma zu unterwerfen hat. Die Unfolgsamen werden dann entsprechend abgestraft – und verleumdet. Ist das die grundgesetzlich verankerte Demokratie?

19. "Der Begriff Hohlraumstrahlung betrifft nicht die Strahlung im Hohlraum, sondern die Strahlung, die aus einem Hohlraum heraustritt (1. Fehler)".
Dies ist der Versuch, mit Sophismen beeindrucken zu wollen. Strahlung, die durch ein Loch aus dem Hohlraum heraustritt, um gemessen zu werden, wird doch von der Wandung im Hohlraum abgestrahlt, liegt also im Hohlraum vor. Dies zeigt recht deutlich das verwirrte Denken des Herrn E.. Heizungstechnisch ist anzumerken, dass eine Strahlungsheizung in einem Zimmer wie eine Hohlraumstrahlung zu behandeln ist – also analog ganz dem Experiment von Max Planck im Hohlraumzylinder.

20. "Prof. Meier nimmt den ersten Fehler, um zu beweisen, dass der Druckfehler in Meyers Lexikon kein Druckfehler wäre (2. Fehler)".
Was hat die Hohlraumstrahlung im oder aus dem Hohlraum zu tun mit der Planckschen Strahlungsformel in Meyers Lexikon, die den Faktor 2 zeigt? dass es sich um keinen Druckfehler handelt, zeigt die Wiensche Strahlungsformel in Meyers Lexikon, die ebenfalls den Faktor 2 enthält. Die Parole eines "Druckfehlers" ist deshalb reines Wunschdenken, läßt sich aber offensichtlich leicht verkaufen. Aber was wird nicht alles versucht, um Faktenwissen in Mißkredit zu bringen (siehe auch Punkt 39).

Ein Artikel zur Wärmedämmung [8] vom Haufe-Verlag wurde ebenfalls von Herrn E. in einer Abhandlung "Dämmung und Politik" kommentiert.

21. "Das Lichtenfelser Experiment und Prof. Fehrenbergs Tabelle beweisen entgegen den Behauptungen die Richtigkeit der Wärmedämmung".
Wer die Ergebnisse und Daten kennt, schüttelt darüber nur ungläubig den Kopf. Diese Schlußfolgerung ist schizophren. Aussagen ins Gegenteil zu verkehren, das bedeutet den Abgesang einer technisch / wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Ist in unserer globalisierten Welt wirklich alles möglich? Der Verdacht liegt nahe, dass fundierte Aussagen, wenn sie nicht ins allgemeine Konzept passen, rigoros und brutal verbogen werden, um Geschäfte nicht zu gefährden.

22. "Algenbewuchs kann unschön aussehen – aber ein Schaden ist es nicht. Die Algen können mit algiziden Wirkstoffen verhindert werden".
Hier wird der Standpunkt des Fachverbandes Wärmedämmverbundsysteme voll geteilt. Der Kunde bekommt Algen oder Algizide ans Haus geliefert – er hat bei einem Wärmedämmverbundsystem also die freie Wahl zwischen "Pest oder Cholera".

23. "Beim Lichtenfelser Experiment ist es eine Frechheit aus einer 10 min-Messung ohne weitere Begründung auf eine ganze Heizperiode zu schließen".
An keiner Stelle ist dies gemacht worden. Die Aufgabe bestand allein darin nachzuweisen, dass bei Temperaturveränderungen Dämmstoffe hilflos sind, sie lassen die Temperaturerhöhungen durcheilen, während speicherfähige Stoffe temperaturstabilisierend wirken und auftretende Wärmeströme abspeichern können. Diese Fähigkeit ist als Temperatur-Amplituden-Verhältnis bekannt. Mit dem Lichtenfelser Experiment wurde an diese unterschiedlichen Fähigkeiten von Baustoffen erinnert, da bei der jetzigen Energiepsychose die materialbedingte Temperaturstabilität eines Raumes völlig vernachlässigt wird – man rennt ausschließlich dem U-Wert-Dogma hinterher.

24. "Wenn 2 Wände mit gleichem U-Wert verglichen werden (z. B. eine dünne Dämmstoffwand mit einer dicken Betonwand), so haben beide den gleichen Transmissionswärmeverlust und die gleichen solaren Gewinne und belasten damit den Geldbeutel des Nutzers gleich".
Genau das stimmt nicht. Infolge der Speicherfähigkeit des Betons wird die absorbierte Sonnenenergie insgesamt vereinnahmt, verbleibt im Beton und kann in die "Energiebilanz" mit einbezogen werden – der Transmissionswärmeverlust ist demzufolge sehr gering. Die Dämmstoffwand dagegen kann von der absorbierten Sonnenenergie nur einen sehr geringen Teil abspeichern, demzufolge sieht die "Energiebilanz" ungünstiger aus. Wo bleibt der nicht eingespeicherte Rest der Sonnenenergie? Er eilt durch die Konstruktion und führt zum Barackenklima. Die obige Aussage von Herrn E. zeigt, dass er ganz im stationären U-Wert-Denken verhaftet ist. Stationäres Rechnen verschleiert bei Wahl gleicher U-Werte für unterschiedliche Materialien die unterschiedlichen Energiebilanzen, da Wärmespeicherkapazität und Masse nicht berücksichtigt werden.

25. "In Deutschland ist aber in der Heizperiode der solare Energiegewinn immer kleiner als der Transmissionswärmeverlust – sonst brauchten wir nicht zu heizen. Und damit spielt für die Heizkosten nur der U-Wert eine Rolle und nicht die Zeit, die die Wärme braucht um nach einer Temperaturänderung auf die andere Seite zu kommen".
Der erste Satz stimmt; die Frage lautet nur: Wieviel kleiner ist der Energiegewinn gegenüber dem Transmissionswärmeverlust gemäß U-Wert. Und hier werden dann die effektiven U-Werte wirksam. Der zweite Satz ist deshalb konfus und absurd, wenn ausschließlich wieder der U-Wert ins Spiel gebracht wird (siehe Punkt 1). Außerdem: die Wärme, die auf die andere Seite kommt, das ist ja das Verheerende – es führt zum Barackenklima. Zusätzliche Kühlung und damit zusätzlicher Energieaufwand sind notwendig.

26. "nicht ein schimmelfreies Haus schimmelt, wenn es gedämmt wird, sondern ein verschimmeltes Haus wird schimmelfrei, wenn es gedämmt wird".
Dieser Slogan ist überall zu hören, ist jedoch irreführend. Schimmel tritt stets nur dann auf, wenn die relative Feuchte im Innenraum zu hoch ist. Frühere Anforderungen lagen, um Schimmel zu vermeiden, bei U-Werten von 1,39 W/m²K. Eine U-Wert Verbesserung zur Vermeidung von Schimmel ist also nicht notwendig, die Ursache liegt bei der zu hohen Luftfeuchte. Außerdem: Bei einem Wärmedämmverbundsystem vermindert sich nicht, sondern erhöht sich die Schimmelgefahr infolge Verschärfung der Feuchteproblematik in der Außenwand. Die Sorptions- und Diffusionseigenschaften werden ungünstig beeinflußt.

27. "Die Energieeinsparungspolitik ist eine Politik zum Nutzen der Allgemeinheit (wie die Steuer), die leider auch für den einzelnen zur Belastung werden kann".
Der "Nutzen für die Allgemeinheit" (worin liegt der?) lenkt nur vom Thema ab, denn die Kostenbelastung des einzelnen wird derart hoch, dass sie gegen das im EnEG geforderte Wirtschaftlichkeitsgebot verstößt. Die proklamierten Energieeinsparungsmaßnahmen nutzen nur den beteiligten Industrien, die damit ihre Umsätze auf Kosten der Verbraucher immens steigern können.

Zu Altbau-Praxis-Seminaren, die zusammen mit Herrn Fischer durchgeführt wurden, bot sich der Herr E. nach Bekanntwerden ebenfalls als Referent an, damit "die Seminarteilnehmer nicht falsch informiert werden". Er gehe davon aus, dass der Veranstalter "daran interessiert ist, Wissen und kein Scheinwissen zu verbreiten". Er könne zwar am Seminar teilnehmen und sich im Diskussionsforum äußern, aber dafür seien ihm die Teilnahmegebühren zu schade. Zur Bekräftigung informierte Herr E. den Veranstalter über eine e-Mail folgenden Inhaltes:

"Ich habe vom Verband der Dämmstoffindustrie eine Dank-eMail erhalten. Zitat daraus: "Es geht um Ihr Script an den Haufe-Verlag, mit welchen Sie zu den Veröffentlichungen von Meier/Fischer Stellung nehmen. Endlich mal ein unabhängiger Wissenschaftler, der Klartext redet!" (die Punkte 21-27 behandeln dieses Skript).
Bezeichnend ist, dass Herr E. gerade vom Dämmstoff-Verband gelobt wird und auf diese sehr fragwürdige Zustimmung offensichtlich auch noch sehr stolz ist. Deprimierend ist jedoch, dass der Dämmstoffverband auf Leute wie Herrn E. zurückgreift. In der Not frißt halt der Teufel Fliegen (armer Verband).

Die penetrante Vorgehensweise von Herrn E. führte dazu, dass er vom Veranstalter Hausverbot erhielt. Nun meldete er sich zu der Veranstaltung am 18. 10. 2002 in Berlin unter falschem Namen an – und erschien treuherzig in der Gewißheit, den Veranstalter übertölpelt zu haben. In der Veranstaltung selbst gab er sich dann als der Herr E. aus. Wir haben ihn trotz dieser betrügerischen Vorgehensweise teilnehmen lassen.

Mittlerweile hat Herr E. zu [21] einen Artikel geschrieben [6]. Zu den darin enthaltenen Aussagen kann unter anderem folgendes festgestellt werden:

28. "Mit solchen Vorwürfen kann man zwar das Verständnis erschweren – aber nicht die Wahrheit widerlegen".
Das Verständnis wird einzig und allein durch zusammenhangloses und nichtssagendes Gerede erschwert; die Wahrheit dagegen kann es sich leisten, sich kurz, klar und verständlich auszudrücken. Außerdem kann nach Karl Raimund Popper nur eine Falschaussage widerlegt werden – die Wahrheit kann nur verunglimpft werden.

29. "Der U-Wert ist nur für "Fachleute" ominös, die Meß-Probleme haben. Das zeigt sich auch beim Lichtenfelser Experiment".
Beim sehr erfolgreichen Lichtenfelser Experiment [20] traten keine Meßprobleme auf. Sogar Prof. Gertis bestätigt dies in [10]: "Die Messung selbst dürfte deshalb im Rahmen der sonstigen Meßgenauigkeit sogar richtig sein".

30. "- denn die Solarstrahlung endet auf (Rand – bestenfalls in einer wenige mm dicken Randschicht) und nicht in der Mauer". Deswegen darf sie in der eigentlichen Wärmeleitungsgleichung nicht auftauchen".
Diese Auffassung ist schlichtweg falsch und entspricht genau dem oft verwendeten, jedoch falschen Modell "Stationär mit Absorption", das die absorbierte Solarenergie ausschließlich der Außenlufterwärmung zuordnet, eine Wärmeleitung in die Mauer hinein jedoch ignoriert. Weil Solarstrahlung aber auch das Innere eines Ziegelsteins erwärmt, ist dies ein falscher Ansatz. Diese fehlerhafte Handhabung führt dann auch zum Ausschluß der Solarstrahlung in der Wärmeleitungsgleichung und damit zur fehlerhaften "mathematische Behandlung", die den Sachverhalt auf stationäre Verhältnisse zurückschraubt. Insofern sind die damit erzielten Ergebnisse unzutreffend.

31. "Die Richtigkeit der DIN-Formel ist auch bei schwankender Intensität für den Mittelwert anschaulich zu machen. Mathematisch bewiesen ist es sowieso schon".
Die Verwendung der Summe der Einzelwerte oder die der Mittelwerte, beides führt beim stationären Rechnen immer zum gleichen Ergebnis – das ist simple Mathematik und schon längst bewiesen – das begreift jeder Oberschüler. Wenn Mittelwerte (z. B. die der Lufttemperaturen) verwendet werden, dann wird damit jedoch keinesfalls das instationäre Verhalten eines massiven Baustoffes mit seinem Speichervermögen berührt. Diese Analogie ist deshalb ein kapitaler Trugschluß. (siehe auch Punkt 4).

32. " – erst nach einem gewissen Zeitraum tp ist der Unterschied zum Endwert gering".
Die Zeiträume tp kennzeichnen die Zeit, die ein Material benötigt, um zumindest annähernd den Beharrungszustand zu erreichen. Wie groß ist nun dieser gewisse Zeitraum? Hier wird auf Punkt 7 verwiesen.

33. "Wird die Zeitdauer tp unterschritten, so kann eine formale U-Wert-Rechnung große Abweichungen liefern, die das Ergebnis unbrauchbar macht".
Das ist richtig. Da die Zeitdauer tp infolge des ständig wechselnden Solarenergieeintrages jedoch immer unterschritten wird, ergeben sich beim U-Wert auch immer unbrauchbare Ergebnisse. Wenn in den Rechenformeln weder die spezifische Wärmekapazität, noch das Raumgewicht des Materials enthalten sind, dann handelt es sich eben um Phantomrechnungen [17].

34. "Wärmestrom als Funktion der Zeit – wobei tp (für ca. 20 cm dicke Wände): Ziegel 3 Tage, Beton 2,5 Tage, Polystyrol 1 bis 3,6 Tage, also klein gegenüber einem Monat (Monatsbilanz)".
Es ist irreführend, das mit Monatsmitteldaten gefütterte Monatsbilanzverfahren anzuführen und dann treuherzig zu konstatieren, ein Monat würde die Zeiträume tp weit übertreffen. Temperaturveränderungen infolge Solarstrahlung auf der Außenoberfläche erfolgen stets im Tages-Rhythmus, insofern liegen die Zeiträume tp immer im instationären Bereich. Dies wird von Gertis in [10] durch Bild 13 auch eindrucksvoll untermauert (siehe Punkt 7).

35. "Den mittleren gemessenen solaren Bonus an Außenwänden beziffert ein Bericht der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel auf 4-6% für helle und 9-14% für dunkle Oberflächen".
Die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel stützt sich, und das ist viel entscheidender als die angegebenen Prozentzahlen, die sowieso zu gering sind, auf Forschungsergebnisse, die bei der Solarabsorption die unbeschienene Nordwand günstiger ausweist (mit U = 0,55 W/m²K) als eine beschienene Südwand (mit U = 0,59 W/m²K) [13]. Hier müßte einmal die Forschungsmethodik untersucht werden, denn derart abstruse Ergebnisse sind recht wunderlich. Aber derartiger wissenschaftlicher Unfug wird nun von Herrn E. verteidigt.

36. "Vereinfachte Berechnungsverfahren (siehe DIN/EnEV) erweisen sich dagegen als richtig".
Inwieweit ein Rechenverfahren als richtig anzusehen ist, wenn in der DIN EN 832 (Rechenanweisung für die EnEV) ein Beispiel im Anhang L präsentiert wird, das mit einer Streuung von ± 43,3% abschließt, mag der Leser entscheiden. Für einen verantwortungsvollen Ingenieur sind dies jedenfalls nicht zu akzeptierende Rechenergebnisse, als "richtig" können sie keineswegs angesehen werden.

Stellungnahme zur Rezension des Buches "Richtig bauen" [16] von Jochen E.. Hier fungiert der Herr E. als selbsternannter Rezensent, vom Verlag wurde er nicht autorisiert. Es ist schon eigenartig, dass er seine Buchkritik als "Rezension" bezeichnet (typisch egozentrische Selbstüberschätzung). Es kann sich höchstens um eine Meinungsäußerung handeln.

Wenn dieses Buch nicht nur Überraschung und Erstaunen, sondern bei vielen auch Entsetzen und Protest auslöste, so ist dies durchaus verständlich, denn es geht immerhin um die Kernfrage: "Wie beeinflußt die etablierte Bauphysik das gesamte Baugeschehen und wird dabei nicht auch mit gezinkten Karten gespielt?" Dies ist das Grundthema des Buches. Nun hält sich der Herr E. für berufen, diese Frage letztendlich im Sinne der etablierten Bauphysik zu beantworten und versucht deshalb, die Thesen des Buches auszuhebeln. Die Absicht, die Aussagen des Buches zu widerlegen, erinnert fatal an die Vorgehensweise in der Scholastik des Mittelalters; dort fand man besonders Gefallen an logischen Tüfteleien und Spitzfindigkeiten und an etymologischen Spielereien. Eine derartige Vorgehensweise ist heute jedoch nicht mehr angebracht. Oder muß etwa mangels stichhaltiger Argumente wieder in scholastischer Manier vorgegangen werden?

37. In der Ableitung zur Definition des U-Wertes wird der zeitabhängige Teil der Fourierschen Wärmeleitungsgleichung tatsächlich zu 0 gesetzt, in der allgemeinen instationären Betrachtung zur Gültigkeit des U-Wertes wird das nicht !!! gemacht".
Es geht hier nur um die Definition des U-Wertes und wenn dabei die Gleichung Null gesetzt wird, so wird damit das bestätigt, was bereits im Buch steht. Um exakt bei der Mathematik zu bleiben: Aus der Laplace´schen Wärmeleitungsgleichung (Potentialgleichung), die durch Nullsetzung der allgemeinen Fourierschen Wärmeleitungsgleichung entsteht, wird der stationäre U-Wert abgeleitet. Folgende Termen in der allgemeinen Gleichung werden zu Null:

a) die Differenz der Wärmestromdichten; man erhält damit im Bauteil eine konstante Wärmestromdichte,
b) die externen Wärmequellen; man ignoriert somit die Solarenergie,
c) die Speicherfähigkeit; die allerdings braucht man dann auch nicht mehr – es liegt ja bei konstanten Wärmestromdichten bereits der Beharrungszustand vor.

Der U-Wert ist per Definition und mathematischer Ableitung für Speicherfähigkeit und Solarstrahlung nicht zuständig – siehe auch die Zitate aus [11] und [12], die am Ende dieser Stellungnahme nochmals genannt werden.

Wenn es nun um die allgemeine instationäre Betrachtung zur Gültigkeit des U-Wertes geht, dann wurde bereits in [9] und nun auch in [10] das Bild 5 gezeigt. Es enthält die für den Dämmwert formulierte "2. Definition: instationär", die aus der Fourier-Gleichung abgeleitet sein soll und die nun erst diese U-Wert-Irritationen einer generellen Gültigkeit in die Welt gesetzt hat.

Sie lautet: in m²K/W

Diese "2. Definition instationär" ist jedoch reines Wunschdenken und ein kapitaler Selbstbetrug der etablierten Bauphysikszene. Warum ist dies so? [22].

Die simple Gleichung = kann niemals den Beweis erbringen, dass der Wärmedurchlaßwiderstand auch für instationäre Verhältnisse im Bauteil gilt - und doch ist diese Gleichung der Ausgangspunkt der "2. Definition instationär".

Zähler und Nenner der rechten Seite können mit beliebigen, jedoch gleichen Faktoren belegt werden, ohne den Aussagewert zu ändern. Man wählte die Differenz mittlerer Innen- und Außentemperaturen und somit wird: .

Gemäß stationärer Definition ist die mittlere Wärmestromdichte .
Damit wird dann: (eigentlich gelten hier die Oberflächentemperaturen).

Dies ist die obige "2. Definition instationär", wie sie mit Bild 5 in [10] und nun auch wieder in [9] der Fachwelt vorgestellt wird. Was allerdings hier "aus der Fourier-Gleichung abgeleitet" sein soll, bleibt das große Geheimnis des Verfassers. Diese "2. Definition" ist eine kapitale semantische Täuschung. Elementare Mathematik und Logik entlarven diesen Schwindel auf recht einfache Art und Weise. Man jongliert mit stationären Definitionen und erklärt dann zum Schluß die allgemeine instationäre Gültigkeit des U-Wertes. Mit Wissenschaft hat dies nun wirklich nichts zu tun, denn für instationäre Verhältnisse im Bauteil müssen die Werte und c berücksichtigt werden; das hat Gertis in [10] ja bekräftigt (siehe Punkt 7). Beide Werte jedoch fehlen sowohl bei dieser "Ableitung nach Fourier", als auch beim U-Wert. Damit aber gilt der U-Wert definitiv nicht für instationäre Verhältnisse im Bauteil.

38. ", denn ein geringfügiger Mehraufwand zum Nutzen der Allgemeinheit ist zumutbar". Hier wird auf die Punkte 11 und 27 verwiesen.

39. "Im Kapitel 5 (S. 67ff) verwendet der Autor immer noch den (vom Verlag eingestande-nen) Druckfehler in Meyers Lexikon. Der Fehler ist eine 2 zuviel in allen Strahlungsformeln".
Der Fehler wurde vom Verlag nicht eingestanden, sondern es wurde per Brief beim Verlag angefragt, ob es sich vielleicht um einen Druckfehler handle. Dies konnte vom Verlag nicht eindeutig bestritten werden, keineswegs aber wurde der "Druckfehler" vom Verlag eingestanden. Immerhin wurde Meyers von Brockhaus übernommen und im Brockhaus fehlt bereits der Faktor 2. Soll hier eine späte "Anpassung" an bereits früher erfolgte "Manipulationen" erfolgen, denn in den einschlägigen "Fachbüchern" fehlt ebenfalls der Faktor 2. Es ist nicht auszuschließen, dass die Strahlungsformel mit dem Faktor 2 später korrigiert wurde und da in der Wissenschaft viel abgeschrieben wird, hat sich der fehlende Faktor 2 langsam etabliert. Im übrigen werden in den Grafiken immer die zwei Alternativen angeboten: die "Hohlraumstrahlung" (rechte Skala) mit dem Faktor 2 und die "Halbraumstrahlung" (linke Skala) ohne den Faktor 2. In der Praxis wird bei der Leistungsdimensionierung einer Strahlungsheizung die "Hohlraumstrahlung" angenommen, also mit dem Faktor 2 gerechnet. Die Praxis bestätigt also die Theorie – es funktioniert. (siehe auch Punkt 20).

40. "Aber es sind noch mehr Fehler. S. 68 oben. Ohne Solarstrahlung würde die Erdbodentemperatur nicht nur 30 K niedriger ..."
Das Diskutieren um "wahre Temperaturwerte" ist im Rahmen des Buches überflüssig. Außerdem werden die Quellen dieser Zahlen angegeben. Es geht hier doch nicht um exakte Temperaturangaben, sondern nur um den gewaltigen energetischen Einfluß der Sonne auf die Energiebilanzen der Erde.

41. "Die Erklärung der Entstehung der Quantenphysik ist nicht richtig".
Die Quellen dieser Erläuterungen auf den Seiten 69/70 des Buches werden genannt. Diese rabulistische Besserwisserei und Nörgelei des Herrn E. entspricht keineswegs einem seriösen Gedankenaustausch. Man spürt die Verbissenheit, mit der hier Fehler gesucht werden.

42. "Beim Strahlungsaustausch (S 77 ff) ist bei Temperaturgleichheit der Nettostrom 0 und dann wird trotzdem polemisiert".
Der Herr E. sollte genau lesen, was im Buch steht: "Bei der Leistungsberechnung einer Strahlfläche ... ". Wenn also bei Temperaturgleichheit der Strahlungsausgleich zu Null wird, dann wird in der praktizierenden Heiztechnik damit auch die Leistungsabgabe der Strahlfläche zu Null – und dies ist der große Irrtum in der Strahlungsheizungsbranche. Prüfberichte von Strahlungsheizungen geben die Leistung – wie bei der Konvektionsheizung – stets proportional zur Übertemperatur an, obgleich sich die Leistung nach Stefan/Boltzmann proportional zur vierten Potenz der absoluten Temperatur verhält. Dieser grandiose technisch-wissenschaftliche Fehler kursiert immer noch – und eine notwendige Korrektur dieses Fehlers ist nicht absehbar – die Branche wehrt sich vehement, diesen Denk-Fehler einzugestehen.

43. "Die bezweifelte Formel (5.4) (Seite 79) ist auch richtig unter der Annahme, dass ...".
Die Formel für den Strahlungsausgleich ist nur richtig unter den Randbedingungen, die im Buch genannt werden – und diese treffen in Realität nicht zu. Die Formel ist deshalb für die Leistungsangabe einer Strahlungsheizung nicht anwendbar, für diesen Zweck ist sie sogar falsch (siehe Punkt 42). Die "Binom-Darstellung" lenkt nur ab und ist überflüssig.

44. "In Kapitel 5.2.2 (S. 84) ist sowohl die Schimmelgefahr bei Reduzierung der Luftwechselrate als auch der höhere Transmissionswärmeverlust durch höhere Wandtemperatu-ren unerwähnt geblieben".
Herr E. denkt immer nur in den alten Konstruktionskategorien stationär und konvektiv. Bei einer Strahlungsheizung kann kein Schimmel auftreten, da die Wand wärmer als die Luft ist. Die "höhere" Innenoberflächentemperatur wird durch die höhere Außenoberflächentemperatur infolge der Solarenergieabsorption überkompensiert. Ein höherer Wärmestrom entsteht dadurch nicht, im Gegenteil, der "stationäre" Wärmestrom wird durch die höhere Außenoberflächentemperatur gestoppt.

45. "Glas läßt zwar die Wärmestrahlung nicht durch, absorbiert sie aber, so dass sich das Glas aufheizt. Und damit kommt wieder der U-Wert ins Spiel (S. 85ff)".
Neben der Absorption erfolgt auch Reflektion und ein geringer Teil Transmission. Infolge der Absorption stellen sich Temperaturen von ca. 19 °C ein. Die Glasfläche strahlt dann fast wie die 20 - 21°C warme Wand. Die Folge ist ein phantastisches Raumklima. Der U-Wert ist in diesem Falle zweitrangig, denn es handelt sich bei einer Strahlungsheizung verstärkt um Strahlungsvorgänge, die der Luftkonvektion physiologisch weit überlegen sind.

46. "Im Kapitel 5.4 (Thermografie, S. 87f) wird die Erwähnung des äußeren Wärmeübergangswiderstandes vergessen".
Bei einer elektromagnetischen Strahlung ist die Einbeziehung eines Wärmeübergangswiderstandes zur Luft Unfug, denn eine Strahlung erwärmt keine Gase, Luft ist diatherm. Herr E. lebt in Denkkategorien einer Konvektionsheizung und zieht dann notgedrungen die falschen Schlüsse. Auch DIN-Normen enthalten diesen methodischen Fehler.

47. "Als Beispiel für den wesentlichen Einfluß der Speicherung beim Heizenergieverbrauch werden Energieverbrauchsmessungen herangezogen, ohne diese zu hinterfragen (S. 90ff)".
Was soll nun dies wieder bedeuten. Wenn in der Literatur dafür Beispiele zu finden sind, dann können diese doch auch mit ihren Ergebnissen präsentiert werden. Und die Beispiele auf den Seiten 91 bis 95 in [16] sind überzeugend. Nun gibt es dagegen keine Argumente, also wird beanstandet, dass diese nicht "hinterfragt wurden" – einfach lächerlich. Dies ist bei unbequemen empirischen Aussagen typisch, man fragt mit allerlei Schnickschnack nach Hintergründen des Zustandekommens, um damit zu versuchen, überzeugende Fakten der Fragwürdigkeit zu überantworten.

48. "Der U-Wert gilt nach übereinstimmenden Aussagen in der Fachliteratur nur für den Beharrungszustand. Wenn man nur die Literatur als Fachliteratur zur Kenntnis nimmt, von der man glaubt, dass sie die eigene Ansicht bestätigt und andere Fachliteratur als Machwerk der Dämmstoffindustrie absichtlich übersieht, dann ist das Zitat für den Autor selbst richtig, aber für Fachleute falsch (S. 94)".
Diese Feststellung ist völlig konfus und absurd. Fängt man bereits an, von selbsternannten "Experten" die Bauphysik neu schreiben zu lassen, weil bisherige richtige Erkenntnisse und Erfahrungen nicht in so manches Geschäftskonzept passen? dass der U-Wert nur für den Beharrungszustand, also für stationäre Verhältnisse im Bauteil gilt, steht immerhin unter anderem in [2], [3], [4], [7], [11], [23], [24], [25] und [28]. All diese Bücher müßten umgeschrieben werden – allerdings fängt man damit bereits an, in der neuen DIN 4108 fehlt bereits der Hinweis auf den Beharrungszustand. Nur um nicht von den alten Vorurteilen abweichen zu müssen, ist man offensichtlich gewillt, alles auf den Kopf zu stellen und das große Chaos zu schaffen. Dank der Logik ist ein Fachmann jedoch in der Lage, richtige und falsche Aussagen zu unterscheiden – allerdings gehört dazu fundiertes Wissen.

49. " , ist die Identifikation von E mit der Solarstrahlung absolut falsch (S. 96)".
Hier wird auf Punkt 14 verwiesen. Der Versuch von Herrn E., mit den richtigen Termen und dem unzulässigen Vergleich mit der Tabelle 6.5 auf Seite 116 mit dem Ausdruck "ungenügendes Verständnis für die Mathematik" zu konstatieren, ist schon sehr merkwürdig und in einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung durchaus fehl am Platz. Er vergleicht Äpfel mit Birnen, nämlich . Mit dem Term E wird einzig und allein der Einfluß der Solarenergie dokumentiert, der ja wohl unmißverständlich und für alle normalen Menschen erfahrbar vorliegt.

50. "Wie er aber zu seinem Punkt 3 kommt ist das Geheimnis des Autors (Seite 96ff)".
Dies ist keineswegs ein Geheimnis: Dies geschieht schlicht und einfach ebenfalls durch Nullsetzung, wie bei den anderen Termen auch.

51. "Das Zitat am Ende von Seite 97 ist überholt, man zitiert ja auch höchstens alte Kirchenväter, wenn man beweisen will, dass die Erde eine Scheibe ist".
Über diese Klassifizierung eines Zitats von Hauser wird dieser wahrscheinlich sehr erfreut sein (das Zitat aus [12] wird am Ende dieser Stellungnahme aufgeführt).

52. "Von der richtigen Beschreibung für den Tagesverlauf wird fälschlich auf die Heizperiode geschlossen (S. 9).
Diese Schlußfolgerung ist absurd. Die Summe der richtigen Tagesverläufe ergibt doch die Heizperiode und der Solareinfluß liegt an jedem Tag, also auch in der gesamten Heizperiode vor – was soll daran falsch sein?

53. "Wenn der Tageswert der tatsächlichen Wärmemenge relativ zur stationär berechneten Wärmemenge (mit dem U-Wert) bestimmt wird, kann schon eine Unsicherheit von sagen wir 200% eintreten (eher erheblich kleiner), aber bei z. B. 180 Heiztagen wird die relative Unsicherheit nur 200% / 180 = 1,1 % - und das ist zu vernachlässigen (S. 9).
Solche Taschenspielertricks bedeuten Täuschung des Kunden und Betrug an der Sache. Diese 200%ige Abweichung des Tageswertes kann während der Heizperiode doch an jedem Tage auftreten, deshalb ist diese Rechnung eine Milchmädchenrechung, ist reinste Spiegelfechterei. Immerhin bestätigt Herr E. mit dieser Feststellung erfreulicherweise die Unzulänglichkeit des U-Wertes im "Tagesgeschäft" – und das ist sehr gut, denn die Summe der Tagesgeschäfte ist die Heizperiode. Ein ähnlicher Rechentrick erfolgt auch bei der Bestimmung von Energieeinsparungen. Wenn diese pro Jahr z. B. lediglich 0,3 % betragen – also ein unbedeutender Betrag – dann wird gesagt: In 100 Jahren sind das 30% - und das ist doch eine ganze Menge an Energieeinsparung. Mit prozentualen Angaben wird meist nur der Betrug kaschiert, entscheidend sind deshalb absolute Zahlen.

54. "Ein Rückgriff auf die gute alte Zeit ist genau so sinnlos wie eine Forderung, die Autos wieder durch Pferde zu ersetzen, weil die keine Abgase haben (S.150ff)".
Ein Rückgriff auf "die gute alte Zeit" wäre schon allein deshalb vonnöten, weil früher das Bauen nicht mit völlig konfusen Thesen der Bauphysik drangsaliert wurde. Als Folge müssen sich die Kunden mit Bauschäden herumplagen. Und Pferde – von wegen keine Abgase! Diese wieder einzusetzen verbietet sich nach "heutiger Vorstellung" schon allein deshalb, weil Tiere wegen der Produktion des "Treibhausgases Methan" mit einer "Klimaschutz-Steuer" belegt werden sollen, Dänemark und Australien sind hier Vorreiter – wie man sieht, der Schwachsinn der "Klimakillerbekämpfer" bewegt sich auf höchstem Niveau.

55. "Es gibt auch Urteile, die lauten: unabhängig von der Vereinbarung müsse mindestens die DIN erfüllt sein (S.162ff)".
Es gibt viele Urteile, die aufgrund fehlerhafter Gutachten von Sachverständigen Fehlurteile sind – dies kommt immer wieder vor, gerade bei den vielen "Schimmelpilzurteilen". Viel entscheidender ist jedoch zu wissen, dass nicht die DIN-Normen eingehalten werden müssen, sondern die allgemein anerkannten Regeln der Technik. Dies sind zwei Paar Stiefel, denn DIN-Normen sind nur Empfehlungen, sind Vereinbarungen interessierter Kreise und haben an sich keine rechtliche Verbindlichkeit. Sie können richtig, sie können aber auch falsch sein. Insofern sind sie nicht mit den anerkannten Regeln der Technik zu verwechseln (siehe auch Punkt 59).

56. "In der DIN EN 832 habe ich nirgends die Annahme eines stationären Zustandes gefunden (S. 166ff)".
Dies mag stimmen, denn neuerdings fehlt in den Neuauflagen meist der Hinweis auf den Beharrungszustand – in der neuen DIN 4108 jedenfalls ist dies der Fall. Die Hinweise auf die einschränkende Gültigkeit der U-Werte werden nicht mehr gegeben, um den Eindruck einer generellen Gültigkeit zu erwecken. Dies ist nach § 263 StGB Betrug – also ein Straftatbestand.

57. "Wenn man die solaren Gewinne richtig! berücksichtigt, wird man feststellen, dass die Gewinne tatsächlich gering sind".
Die Frage lautet hier: "Was ist richtig, was ist falsch". Herr E. benutzt in [6] das Modell "Stationär mit Absorption", das nun eindeutig fehlerhaft ist (im Buch [16] S. 111), jedoch von Herrn E. als richtig angesehen wird (siehe Punkt 30). Aber selbst mit dieser fehlerhaften Rechnung wird in [6] ein Gewinn von 25 % ausgewiesen – und das bezeichnet Herr E. nun als gering.

58. "Die Kritik an der großen Toleranz zeugt ebenfalls von wenig Mathematikverständnis, denn sie folgt daraus, dass an die verwendeten Ausgangsdaten keine unrealistisch hohen Anforderungen gestellt werden (und werden können)".
Das Gaußsche Fehlerfortpflanzungsgesetz ist bekannt, es behandelt Meßfehler, aber keine Denkfehler [22]. Wenn am Ende ein Ergebnis mit einer Streuung von ±43,3% herauskommt, dann ist das für einen ernsthaften Ingenieur blamabel – die Rechenmethode gehört in den Papierkorb. Mit der Einbeziehung von Gauß soll nur die Fragwürdigkeit des U-Wertes übertüncht werden. Es ist doch ein Witz, wenn mit falschen Formeln errechnete falsche Ergebnisse mit der Ungenauigkeit der Daten begründet werden. Diese Argumentation ist blamabel.

59. "Aus dem Vorstehenden folgt, dass auch 9.4 (Konsequenzen, S. 171) falsch sein muß".
In 9.4 werden zusammenfassend DIN-Normen beurteilt und Ihre Bedeutung beschrieben. Ob das im Buch Gesagte realistisch ist, kann jeder selbst beurteilen. Hilfreich hierfür mögen zusätzlich noch folgende Aussagen in Veröffentlichungen des DIN sein:

"Durch das Anwenden von Normen entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln. Jeder handelt insoweit auf eigene Gefahr".
"Die DIN-Normen haben kraft Entstehung, Trägerschaft, Inhalt und Anwendungsbereich den Charakter von Empfehlungen".
"DIN-Normen an sich haben keine rechtliche Verbindlichkeit".
"DIN-Normen dienen der Ausfüllung unbestimmter Rechtsbegriffe, z. B. des Begriffes Stand der Technik".
"Die Mitgliedschaft im DIN sichert einen Einfluß auf die normungspolitischen Entscheidungen des DIN".
"Die Förder- und Kostenbeiträge der Wirtschaft ... sind ein praxisnahes Steuerungsinstrument für die Normungsarbeit".
"DIN ist auf Kostenbeiträge der Wirtschaft angewiesen, mit denen die Arbeit der Normenausschüsse gefördert wird. Die Förderbeiträge sind ein Gradmesser für die Notwendigkeit von Normungsvorhaben und ein praxisnahes Steuerungsinstrument für die Normungsprogramme".
"An der Normungsarbeit interessierte Firmen, Institutionen und Verbände können Förderbeiträge zentral abführen".
"Wer die Normungsarbeit weder durch einen Förderbeitrag noch durch einen Kostenbeitrag finanziell unterstützt, kann von der Mitarbeit ausgeschlossen werden".
60. "Der Fall des konstanten Volumens ist der verbreiteste Fall (S. 172ff)."
Diese Aussage ist absoluter Nonsens. Die fehlerhafte Interpretation des A/V Verhältnisses entstand durch ein "Klötzchenspiel" mit konstantem Volumen – man variierte formmäßig dieses konstante Volumen und bekam dabei unterschiedliche A/V Verhältnisse und interpretierte danach das A/V Verhältnis. Da jedoch dieses gewählte "konstante Volumen" (vielleicht 1000 m³) im Bauwesen nicht stets verwirklicht wird – man baut schließlich große und kleine Häuser – ist der A/V Ansatz methodisch fehlerhaft
61. "Einerseits werden genauere Rechenmethoden verlangt, andererseits der schon jetzt bestehende Umfang kritisiert (S. 182)".
Damit wird gesagt: Das fehlerhafte Rechnen mit dem U-Wert muß aufgegeben werden, es sollte genauer gerechnet werden (vielleicht mit dem einfach zu handhabenden Ueff-Wert) und das jetzt praktizierte falsche Rechnen wird durch einen gewaltigen Rechenaufwand und Normenumfang sehr verwirrend gestaltet – kein Mensch findet sich da noch durch. Zur Bewältigung werden deshalb jetzt fehlerhafte Programme verkauft (§ 263a StGB Computerbetrug), – das nächste große Geschäft kann anlaufen.

62. "Die falschen Vorstellungen des Autors führen zu den falschen Behauptungen des Autors, die EnEV würde den Beharrungszustand voraussetzen (S.182)".
Fakten sind doch keine Behauptungen. Die EnEV rechnet stationär, die Rechengänge für den Transmissionswärmeverlust entsprechen denen der WSchVO 95. Die verwendeten Formeln sind Formeln der DIN 4108 für den Beharrungszustand und es werden U-Werte verwendet. Die Sachlage ist somit eindeutig (siehe auch Punkt 4).

63. "Kapitel 11.1.4 (Energieausweis – Täuschung des Kunden, S. 183). Eine Täuschung liegt nicht vor".
Wenn im Energieausweis der angegebene Energiebedarf eine Streuung von ±43,3% aufweisen kann, dann ist dies durchaus interpretationsfähig. Ob man dazu nun Täuschung, Betrug, Falschaussage oder Fehlinformation sagt, das ist belanglos – seriös ist dies auf keinen Fall. Aber bei der heutigen Begriffsverwirrung neigt man vielleicht dazu, dies als ein hervorragendes Ergebnis intensivster Forschung zu bezeichnen (seien wir doch froh, nicht ein Rechenverfahren anwenden zu müssen, das eine Streuung von 200% aufweist – siehe Punkt 53).

64. "Es wird behauptet, dass die Dämmung die Veranlassung für Schimmel in Gebäuden ist. Die wirklichen Ursachen werden nicht gesucht (S. 183f)".
Der Herr E. hat insbesondere die Seiten 136 bis 139 nicht gelesen, sonst würde er nicht derart polemisieren. Dämmkonstruktionen behindern die Diffusion und unterbinden die Sorption – damit aber wird die Feuchtebelastung des Innenraumes verstärkt und die Gefahr einer Schimmelpilzbildung begünstigt. Ursache ist die zu hohe relative Feuchte der Innenraumluft (siehe auch Punkt 26).

65. "Kapitel 11.1.6 (Die Mär von der Klimakatastrophe, S. 164 – richtig 184). Der Autor glaubt anderen Autoren, die auch nicht den Treibhauseffekt verstehen".
Es werden im Buch 10 Gründe genannt, die das "Märchen von der anthropogenen Klimakatastrophe" begründen. Herr E. widerlegt kein einziges Argument, erdreistet sich aber zu schreiben, man verstehe den Treibhauseffekt nicht. Woher nimmt Herr E. diese Überheblichkeit?

66. "Kapitel 11.2, S. 188ff); Punkt 2: der Autor hat den Satz "Die Sätze 1 und 2 sind nicht !! anzuwenden, wenn ..." in § 9(1) der EnEV überlesen".
Gerade dieser Satz charakterisiert die Willkür der EnEV. Wenn es sich um "Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel handelt, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, entfällt die Forderung, diese bis zum 31. Dezember 2006 außer Betrieb nehmen zu müssen. Diese "alte Schinken" werden also akzeptiert, Normalkessel dagegen müssen ausgetauscht werden. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen – die Absicht ist ideologieverdächtig.

67. "Kapitel 11.2, Punkt 15.: die Wärmebrückenverluste können exakt berücksichtigt werden, nur wenn man es sich einfach machen will, sind pauschalierte Werte zu benutzen".
Die enttäuschenden Messergebnisse der Transmissionswärmeverluste bei hochgedämmten Konstruktionen (die Konstruktionen AD 23 und AD 10 im Bild 11.1 auf Seite 191 von [16]) werden nun fälschlicherweise den "Wärmebrücken" zugeordnet. Demzufolge werden Wärmebrücken maßlos überbewertet und deshalb wie die Pest gefürchtet, obgleich die Wirkung der Wärmebrücken vernachlässigbar klein ist. Wer die pauschalierten Werte verwendet, wird betrogen – und nur darum geht es. Dämmkonstruktionen werden bevorteilt, Massivkonstruktionen demgegenüber benachteiligt, Bild 11.1 ist eindeutig.

68. "Kapitel 12, (S. 195f). Den falschen Inhalt sollte sich keiner zu eigen machen".
Falsche Inhalte sollte sich generell keiner zu eigen machen, doch grundsätzlich muß geklärt werden, was nun falsch ist? Hier hat Raimund Popper ja den Weg gewiesen: Wenn eine Aussage widerlegt ist, dann ist sie falsch. Es muß also widerlegt werden. Widersprechen, Meinungsmehrheit und Polemik sind deshalb in der Wissenschaft nicht zu akzeptieren – dies wird aber bei Ermangelung von Argumenten stets angewandt.

69. "Kapitel 13 (S. 197ff), Die Rechenmethoden der Thermodynamik sind auf die Strahlung nicht übertragbar".
Falsch: Ein großer Teil der Strahlungsberechnung ist Thermodynamik bzw. widerspricht dieser nicht". Aber gerade dies ist der Fehler der Heiztechnik, sie denkt thermodynamisch. Die Wärmeleistung einer Strahlungsheizung wird – wie bei einer Konvektionsheizung – nach thermodynamischen Gesichtspunkten proportional zur Übertemperatur angegeben – und dies ist ein physikalischer Fauxpas. Die Wärmeleistung einer Strahlungsheizung verhält sich einzig und allein proportional zu vierten Potenz der absoluten Temperatur. Insofern wird hier systematisch gemogelt (siehe auch Punkt 42).

70. "Die aufgeführten Fehler sind nicht vollständig, aber ich glaube es reicht schon".
Herr E. glaubt dies von seiner “Rezension", ich aber kann über seine “Rezension" das gleiche sagen – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: ich weiß es, dass es reicht.

Es kann zusammengefaßt werden: Die gängigen Rechenregeln sind auf Sand gebaut.
Wenn der Herr E. die Fachliteratur in Vergangenheit und Gegenwart mit Sachverstand lesen würde, könnte er selbst viele Widersprüche und Fehler entdecken. So aber entspricht seine Sichtweise weitgehend die der offiziellen Bauphysik. Er hält krampfhaft am U-Wert fest. Am schlimmsten gebärden sich halt die Hilfstruppen dieser fehlerhaften Bauphysik.

Das U-Wert-Dilemma begann bereits mit der Falschaussage, dass der U-Wert (früher k-Wert) auch für instationäre Verhältnisse gilt. In [9] ist zu lesen:
"Der Dämmwert (und damit der k-Wert) beschreibt die Transmissionswärmeverluste durch ebene Außenbauteile nicht nur im stationären Temperaturzustand, sondern auch bei beliebig periodisch-instationären Randbedingungen im Periodenmittel in zutreffender Weise",
und weiter: "Der k-Wert stellt somit auch eine instationäre Kenngröße dar, welche den stationären Sonderfall mit einschließt".

Dies ist ein kapitaler Trugschluß, Punkt 37 begründet diese Schlußfolgerung. Wie man das Blatt auch dreht und wendet: Der U-Wert ist ein virtuelles Konstrukt, das beim Thema Heizenergie in den Köpfen von Bauleuten nur Unheil anrichtet. Der gerechnete Bedarf hat wirklich nichts mit dem Verbrauch zu tun – hier liegen große Diskrepanzen vor.

Immerhin steht in [11] zum U-Wert (k-Wert):
"Wärmedurchlaßwiderstand 1/L und Wärmedurchgangskoeffizient k genügen zur wärme-schutztechnischen Kennzeichnung eines Bauteils unter stationären Verhältnissen, also bei gleichbleibenden Temperaturen zu beiden Seiten nach Erreichen des Dauerzustandes des Wärmestroms durch den Bauteil", und weiter: "Beim Aufheizen und Auskühlen von Räumen, bei Sonnenzustrahlung zu einem Bauteil, schnellen Änderungen der Lufttemperaturen zu beiden Seiten von Bauteilen ... treten Temperaturänderungen und Änderungen von Wärme-strömen auf, die durch die Werte 1/L (oder R in m²K/W) und k (oder U in W/m²K) nicht erfaßt werden können. In diesen Fällen spielt das Wärmespeichervermögen der Stoffe und Bauteile im Zusammenhang mit der Zeit die entscheidende Rolle".

Auch hat Hauser in [12] sehr treffend den U-Wert (k-Wert) beschrieben:
"Folgendes ist vorauszuschicken: der k-Wert eines Bauteils beschreibt dessen Wärmeverlust unter stationären, d. h. zeitlich unveränderlichen Randbedingungen. Die Wärmespeicherfähigkeit und somit die Masse des Bauteils geht nicht in den k-Wert ein. Außerdem beschreibt der k-Wert nur die Wärmeverluste infolge einer Temperaturdifferenz zwischen der Raum- und der Außenluft. Die auch während der Heizperiode auf Außenbauteile auftreffende Sonneneinstrahlung bleibt unberücksichtigt".

Was soll also das Gerangel um den U-Wert? Diese zwei Zitate sind eindeutige Aussagen. Der U-Wert gilt nur für den Beharrungszustand – und der ist stationär, nicht aber instationär. Alle Bemühungen können deshalb niemals die Allgemeingültigkeit des U-Wertes begründen.

Ergänzend sei noch gesagt:
Die Verwendung der Wärmeleitfähigkeit nach DIN ist nur dann richtig, wenn Temperaturangleichungen im Bauteil bereits abgeschlossen sind, also bei Vorliegen eines stationären, somit konstanten Wärmestromes. In dieser Form werden auch die Wärmeleitfähigkeiten im Labor gemessen (DIN 52611). Deshalb steht auch in [3]:
"Die Wärmeleitfähigkeit gibt an, welche Wärmemenge ... durch ein Stoff ... im stationären Temperaturzustand (Temperaturbeharrungszustand) hindurchgeleitet wird (W/mK)". Dieser stationäre Zustand stellt sich, wie vielfach dokumentiert, erst nach Tagen ein.

Ähnliche Verhältnisse liegen auch bei der Wasserdampfdiffusion vor. Zur Messung der Diffusionswiderstandszahlen µ einer 5 cm Zementmörtelprobe steht in [14]: "Der Wassergehalt und die Diffusionswiderstandszahl der Mörtelprobe wurden im stationären Zustand gemessen, der sich nach der schrittweisen Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit des warmen Klimas jeweils im Laufe von mehreren Tagen einstellte".

Quintessenz: Sowohl Wärmeleitfähigkeit als auch Diffusionswiderstandszahl µ werden im stationären Zustand gemessen, der sich erst nach Tagen einstellt. Dies läßt Rückschlüsse auf die Verläßlichkeit von Rechenergebnissen zu, sowohl bei den Energiebedarfsberechnungen nach EnEV (Verwendung von ) als auch beim Glaser-Verfahren nach DIN 4108 (Verwendung von µ). In beiden Fällen wird mit konstanten und µ-Werten gerechnet. Aber auch die Temperaturverteilung im Bauteil geschieht beim Glaser-Verfahren stationär (Voraussetzung ist immer die konstante Wärmestromdichte) und damit wird wiederum die Realität nicht abgebildet.

Am 17. 04. 03 schickte mir Herr E. eine e-Mail; u. a. schrieb er: "Ich wiederhole noch mal mein Angebot, dass ich Ihnen bei Mathematik und Physik helfe. Ich hatte Ihnen schon damals, als Sie bei mir zu Besuch waren, angeboten Sie fachlich richtig bei Ihrem Engagement zur Schimmelbekämpfung zu unterstützen und Ihnen vorausgesagt, dass es Probleme geben wird, wenn Sie sich weiter in Ihre Irrtümer verrennen".

Meine Antwort: "Sie können soviel schreiben wie Sie wollen, deshalb wird es nicht richtig. Da Sie aus unumstößlichen Fakten nicht die richtigen Schlüsse ziehen können oder wollen, hat es keinen Zweck, mich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Bitte verschonen Sie mich mit Ihren fragwürdigen Aussagen".

Mittlerweile wurde mir auch telefonisch mitgeteilt, dass Herr E. in Foren, in denen er sich umfangreich vertreten ist, Zweifel an meiner Habilitation geäußert hat. Er läßt doch wirklich nichts aus, um sich verunglimpfend, verleumdend und beleidigend zu betätigen. Art. 1 GG scheint er nicht zu kennen.

Die Seiten:

:: Geht die Wärmedämmung in die falsche Richtung?

:: Bereich Bauphysik: Das Lichtenfelser Experiment.
:: Bauphysik für jedermann
:: Vom Dämmen und Speichern
:: Der Irrtum der DIN 4108 - Wärmeschutz, Feuchteschutz
:: Wohnungsbaubestand und Wärmeschutz - Kritisches zur EnEV
:: Wärmestrahlung, Strahlungswärme