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Inhaltsverzeichnis Teil 1

Siehe auch:



Fugen in der Decke

Frage: Guten Tag Herr Bumann, hier die Details: Die Decke besteht aus Querbalken (Abstand voneinander ca. 40 cm). Unter diese Balken wurden die Holzplatten (125 * 250 cm2) angebracht. Die Platten bestehen aus ca. 16 mm Press- Span oder Press- Pappe. Auf den Platten zwischen den Balken liegt die Isolierung. Das Problem ist nun, dass die Fugen zwischen den Platten immer wieder aufplatzen (egal ob mit oder ohne Binde verfugt). Man hat mir nun empfohlen, eine Lage Rigips drunter zu schrauben. Frage: gibt ds dann wirklich keine Fugen mehr ? Vielen dank für die Mühe D. H.

Antwort
: Sehr geehrter Herr H., 40 cm Balkenabstand ist relativ gering, offensichtlich wurden hier geringe Balkendimensionen gewählt. Offensichtlich ist die Durchbiegung der Balken so stark, dass selbst bindenbewehrte Fugen aufreissen. Das ist keine Frage der Tragfähigkeit, sondern ein optisches Problem. Eine Garantie kann Ihnen niemand geben, wenn GK-Platten aufgebracht werden. Man muss zumindest sogenannte Hutprofile (30 mm Unterkonstruktion) verwenden. Wenn man die quer zu den Balken anschraubt und auf diese UK die GK-Platten schraubt, dürfte eigentlich Ruhe sein (Fugen sowieso mit Binde spachteln!). Wenn auch diese Fugen reissen, muss die Durchbiegung über die Massen stark sein. Hat man genug Raumhöhe, kann man sich eine abgehängte Decke einbauen: wie es der Name sagt werden die Profile der Unterkonstruktion mit Drähten an der Decke befestigt. Die hieran montierten GK-Platten sind dann abgekoppelt. Eine sichere (aber teurere Methode): man bringt eine Art Täfelung an und die Fugen werden so mit Profilen abgedeckt, dass diese stets nur auf 1 Seite fest gemacht sind. So kann sich alles frei bewegen und die Fugen sind dennoch überdeckt.

Re
: Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für die Informationen. Ich werde dies berücksichtigen. Im Sommer werden wir es testen. Ich gebe Ihnen dann Nachricht, was wir getan haben und ob es funktioniert. Vielen Dank nochmal Mit den besten Gruessen D.H.



Regenwasseranlage

Frage
: Ich wohne in Rauen bei Fürstenwalde und habe heute mal versucht Informationen über Förderungsmöglichkeiten und evtl. Auflagen hinsichtlich des Einbaus einer Regenwassernutzungsanlage bei verschiedenen Ämtern einzuholen. Unter anderem hatte ich beim Abwasserzweckverband, Umwelt, Bauordnungsamt, Obere- und Untere Wasserbehörde nachgefragt, leider ohne Erfolg. Vielleicht können Sie mir sagen, an wen man sich wenden kann?

Antwort
1: Hallo, für Regenwassernutzung sind mir keine Fördermöglichkeiten bekannt. Soll es eine richtig gute Anlage sein (Sammler, Aufbereiter, Steuerung), kostet das ca. 10.000 DM - man muss also Unmengen Regenwasser nutzen, damit es sich amortisiert. Also mehr was für Idealisten. Aber ich will Ihnen nicht den Optimismus nehmen, wenden Sie sich an unseren Netzwerkpartner PARABEL GmbH und fragen Sie Hr. Will, Tel. 030 - 481 60 10. Zum Thema "Förderung" können Sie sich auf den Seiten der Investitionsbank informieren. Unsere Linksammlung (über Services - Links oder über Sitemap) beinhaltet in den Rubriken "Baufinanzen, -kosten" und "Solar, Energieeinsparung" recht gute Infos zu Fördermöglichkeiten.

Antwort 2
: Sehr geehrte K., wir möchten sie zu Ihrem Thema auf neu eruierte Informationsquellen aufmerksam machen: gehen Sie in unser Linkverzeichnis, das Thema "Solar, Energieeinsparung" wurde zum besseren Verständnis um den Begriff "Regenwasser" erweitert, am Ende finden sie neue Links und zu Fördermöglichkeiten gehen Sie zur Seite der IB Brandenburg.

Antwort 3
: Hallo, K., mit Mail vom ... .2001 fragten Sie an: Ich wohne in ... . Aufgrund des regen Interesses an diesem Thema habe ich einen neuen Beitrag im Infobereich aufgelegt. Besuchen Sie www.dimagb.de > Infobereich > "Regenwasseranlage" go!



Unterspannbahn

Frage: Sehr geehrte Damen und Herren, muss man die Stamisol Spannbahn bei 35° Dachneigung an den Stoessen unbedingt verkleben ?? Bitte Kurze Rückinfo  Danke!!

Antwort: Sehr geehrte Frau T., die von Ihnen genannte Dachneigung hat mit 35° den Wert für die Regelneigung der meisten Dachdeckungen. Aber 5° mehr oder weniger sind sicher kein Problem.
Wichtig sind bei Unterspannbahnen folgende Verlegungsregeln (egal, welches Fabrikat):
- Verlegung über die Sparren hinweg stramm gespannt
- Befestigung mit einer Konterlattung
- Mindestlüftungsabstand zur Dämmung: 2 cm
- Verlegung von unten nach oben
- Verlegung mit mind. 10 cm Überlappung
- letzte Bahn endet mit 15 cm Abstand zum First
Also: kleben: nein, auch eine Bitumen-Unterspannbahn wird nicht geklebt, sondern nur überlappt. Aber wichtig: Fugen von wärmeübertragenden Umfassungsflächen müssen dauerhaft und luftdicht angeschlossen werden. Das betrifft die Anschlüsse an angerenzende oder aufgehende Bauteile (Giebelmauer, Dachfenster, Dunstrohr usw). Ebenso sind Überlappungen mit der Dampfsperre (wenn solche Details auftreten) luftdicht zu kleben.
Eine Unterspannbahn ist eine Windsperre und eine Sicherung gegen Wasser, gleichzeitig ist sie aber dampfdiffusionsoffen, wozu also kleben?



Fliesen-Verlegung

Frage
: Ich bin Selbermacher, was benötige ich zum Verlegen von Fliesen?

Antwort: Wandfliesen: Dekore, Bordüren, Fliesenprofile, Revisionsrahmen, Magnetrahmen
Bodenfliesen: Sockelfliesen, Stufenplatten, Fliesenprofile, Anschlagschienen
Material: Grundierung, Abdichtung, Fliesenkleber, Ausgleichsmasse, Silikon, Fugenmörtel
Werkzeug: Fliesenschneider / Fliesenschneidemaschine, Wasserwaage, Fliesenkreuze, Fliesenbrechzange, Fliesenlochzange, Lochbohrset, Fliesenhammer, Gummihammer, Kartuschenpresse, Spachtel, Kelle, Mixer, Waschset, Fugengummi, Fliesenwischer, Eimer, Mörtelkübel, Knieschoner
Alternative: einen Fliesenleger und genug Geld



Estrich und Fliesen

Frage: N´abend zusammen, Hier die Ist-Situation:
Z.Z. liegt bei mir auf den Flur Fliesen. Die Fliesen liegen direkt auf dem Estrich(ca. 7-8cm dick), darunter Dämmung (ca. 7 cm), dazwischen Ölpapier. Der blanke Betonboden ist uneben.
In der Mitte des Flures liegen Vor- und Rücklaufrohre der Heizung. Zur jeweils angrenzenden Zimmern wurde jeweils ein Rohr über das andere als Zuleitung gelegt.
Es sind 2 Haarisse aufgetreten. 1 Haarriß längs zum Gäste WC und 1 quer längs zum Flur in Höhe des Gäste WCs.
Bei anderen öfters/dauernt beheizten Räumen ist beim Flur kein Riß zu erkennen.
Mein Do-It-Yourself Vorschlag:
1. Den Betonboden glätten 05,-1,5 cm
2. 1 Lage Fliesenteppich 0,6/0,8 cm
3. 1 Lage dieser Ytong Steine (Porenbeton) in 5 cm Stärke flach
legen. In dieser Reihe liegen die Heizungsrohe, Zwischenraum mit Sand ausfüllen
4. 2 Lage Ytong Steine mit Fliesenkleber verbunden versetzt legen
5. Wandränder statt mit Folie, mit Sand ausfüllen
6. Fliesenteppich
7. auf Fliesenteppich Fliesen legen

Für meine Sicht bedeutet das eine Einsparung von Wasser/Feuchte beim Bauen selbst, Einsparung von Chemie (Dämmung, Umrandungsband), weiter wären die Fliesen nicht direkt mehr mit der Schicht verbunden, die sich erwärmt. Für spätere Umbauten braucht man die Fliesen nicht mehr vom Estrich abschlagen, sondern wird einfach mit dem Teppich entsorgt. Bei dem Schallschutz und Wärmedämmung weis ich nicht ob das so hinhaut, aber wenn bleibts ja in der Familie.
Schönen Abend noch, C.S.

Antwort: Hallo, Herr S., So, wie Sie den Ist-Aufbau beschreiben, musste die Sache reissen.

Oft werden Rohre wild verlegt, so dass für konstruktiv erforderliche Stärken einfach kein Platz mehr bleibt. Wird schon halten, ist dann die Devise. 2 Rohre übereinander schwächen die Dämmung so weit, dass hier eine Sollbruchstelle entsteht. Es fehlt das vollflächige Auflager für den Estrich. Gleichwohl sich jeder Dämmstoff etwas durchbiegt bzw. setzt, wirkt sich das bei vollflächig fugenfreier verlegung nicht nachteilig aus (siehe MiWo-Dämmmatte 22/20: 22 mm stark, nach Einbau auf 20 mm zusammenegdrückt).

Zumindest müsste man den für die Rohre ausgeschnittenen "Kanal" dicht auffüllen mit Schüttung, z.B. Perlite, wobei man die Rohre nie übereinander kreuzend verlegt. Da muss man halt vorher dran denken. Wenn die Dämmstoffschicht durch die Auffüllung weitgehend homogen ist, kann sich der Estrich flächig drauflegen und die Auflast verteilt sich gleichmässig.

Der 2. Fehler ist die Unebenheit des Betons, die hätte man mit Ausgleich (wie beim Bodenleger) beseitigen sollen. Wenn die Dämmstoffplatten (ich gehe von Styropor aus, bei MiWo ist es nicht ganz so wichtig) nicht vollflächig aufliegen, kippeln sie und sie werden unterscheidlich zusammengedrückt. Durch diese verformung fehlt dem estrich wiederum das vollflächige gleichmässige Auflager.

Ihr Konstruktionsvorschlag ist ganz in Ordnung, wenn ich auch nicht weiss, was der Fliesenteppich sein soll. 0,8/0,6 bedeutet, er wird zusammengedrückt, deshalb vermute ich eine Matte. Es gibt da ja auch feuchteresistente, die faulen nichtgleich weg, wenn doch mal Wasser reinkommt.

Ob Sie mit Porenbeton mehr erreichen, glaube ich nicht. Wichtig ist das Konstruktionsprinzip:
1. ebene waagerechte Flächen
2. aufgefüllte Hohlräume

Natürlich dämmt Porenbeton nicht so gut wie Styropor, aber auf wärmed#ämmung kommts ja vielleicht gar nicht an (entweder ist es in der Wohnung warm oder kalt). Ausserdem muss Ihr "Fliesenteppich" den Trittschall wegdämmen. Beim Aufbau sollten Sie ggf. an eine Dampfbremse denken, die Folie wird dann am rand hochgezogen. Wichtig ist ein randdämmstreifen. Die Variante mit Sand kenne ich nicht (ich gehe immer von diesen hellblauen oder weissen Streifen auf ner Rolle aus), aber Sand dämmt allemal besser, als wenn man nichts dazwischen legt.
Sind Sie mit dieser Antwort zufrieden?
ich wünsche gutes Gelingen.



Vertäfelung mit Profilhölzern / Paneelen

Frage: Ich bin Selbermacher, was benötige ich zum Vertäfeln?

Antwort: Material: Hölzer oder Paneele, Abschlussleisten, Keile (zum Nivellieren, Ausgleichen), Dübel (für die Unterkonstruktion), Schrauben, Latten (für die Unterkonstruktion)
Werkzeug: Gehrungssäge, Akku-Schrauber, Bohrmschine, Handkreissäge / Stichsäge, Profilholzzange / Paneelzange, Wasserwaage, Messband, Bleistift



Schalldämpfung mit angehängter Decke - aber kein Platz

Erläuterung zur Frage: Sehr geehrter Herr Bumann,
vielen Dank für die prompten Informationen. Zu den Wohnungsbesonderheiten möchte ich noch folgendes erklären: Es handelt sich um ein 12 Parteienhaus vor knapp 20 Jahren erbaut, alle Wohnungen sind Eigentumswohnungen und werden von den Eigentümern selbst bewohnt.

Vorher wohnte über uns seit 18 Jahren ein älteres Ehepaar die auch den Parkettboden verlegen liessen, diese Leute waren sehr leise und man hörte unten so gut wie gar nichts. Als diese Herrschaften verstarben, erwarb eine junges Pärchen die ETW und die sind sehr laut, der junge Mann ist hobbymässig bei einer Rockband tätig und schleift tag und nachts diverse Verstärkerboxen, Kabeltrommeln usw. in der Wohnung herum, spielt laut Elektrogitarre, vor allem stört auch das laute Trampeln und Türenschlagen.

Sämtliche Gespräche mit den Leuten und auch mit der Hausverwaltung führten zu keinem befriedigendem Ergebnis es wurde zwar etwas leiser aber immer noch ist ein ziemlicher Lärmpegel vorhanden. Darum meine Idee mit der Holzdecke in unserer ganzen Wohnung einziehen zu lassen und diese dazwischen schallisolieren dabei möchte ich natürlich dass dies richtig gemacht wird und wir am Ende nicht eine noch höhere Lärmbelastung erhalten.
Mit freundlichen Grüssen
G.S. / M.

Antwort: Sehr geehrter Herr S.,

offensichtlich gehen sie den Weg des geringsten Widerstandes, weil alle anderen Bemühungen mit Streit verbunden wären. Ganz falsch ist diese Entscheidung aber auch nicht, denn wer weiss, wie ein Rechtsstreit ausgeht und vor allem: wie wollen Sie beweisen, wie oft es laut ist und wie laut es ist.

Beachten Sie: es muss eine abgehängte Decke sein und man muss die Verarbeitungsvorschriften genau einhalten. Sonst kann Schall übertragen werden und man hat mit relativ viel Geld relativ wenig erreicht.
mfg
M. Bumann

Noch mal Frage:
Sehr geehrter Herr Bumann,
recht herzlichen Dank für Ihre guten Tipps, aber eine Frage hätte ich noch. Da wir in der Wohnung sehr viele festinstallierte und auch an der Wand befestigte Einbaumöbel haben, diese auch so behalten möchten, haben wir einen Spielraum von der Zimmerdecke bis zu den Einbauten von ca. 5 cm.

Ist eine abgehängte Decke mit diesem Abstandsmass möglich ? Wir hatten uns vorgestellt an der Decke Dachlatten ca. 3 cm und darauf Holzpaneele ca. 1 cm anzubringen und den Zwischenraum mit etwa 2 - 3 cm starken Schallisoliermatten auszufüllen.

Ist diese Massnahme auch geeignet um wenigstens eine erträgliche Linderung der Lärmbelästigung zu erreichen ? Vielen Dank im voraus für Ihre Bemühungen.
Mit freundlichen Grüssen
G.S. / M.

Antwort: Sehr geehrter Herr S., wennn das Masz von 5 cm so zwingend ist, sehe ich keine Möglichkeit, eine Konstruktion mit Schallschutzwirkung einzubauen.

Abgehängte Decke bedeutet im wörtlichen Sinne, dass die Unterdecke an der - in diesem Falle - Holzbalkendecke hängt. Gehen sie mal in den nächstgelegenen Baumarkt und sehen Sie sich mal die Drahtabhänger oder Noniusabhänger an.

Wenn Sie noch die Lattungsstärken dazu rechnen, merken sie, dass bei nur 5 cm nicht viel geht. Das Problem: eine starr befestigte Unterdecke, das heisst angeschraubt, überträgt sowohl Tritt- als auch Luftschall. Durch die Abhänger erreicht man eine Entkopplung. Wenn man dagegen eine Paneelkonstruktion anbringt, kann sogar das Gegenteil erreicht werden: die starre Deckenscheibe wirkt wie eine Membran und das kann u.U. sogar verstärkend wirken.

Sie müssen also unbedingt abhängen. Da nun noch die eingebauten Möbel eine Rolle spielen, muss man alles genau ausmessen und dann die Decke abgestuft ausbilden. Das haben Sie bestimmt schon mal gesehen, egal ob Stuck- oder Leichtbaudecke. In Ihrem Fall beginnt die Decke am Rand so tief wie möglich an den Einbauten und - soweit es die Türhöhen (Dreh- oder Kipp?) hergeben, senken Sie die Decke zur Raummitte hin soweit ab, dass Sie ein Regeldetail ausbilden können:

  • Abhänger an den Holzbalken (CD-Schnellabhänger)
  • Grundprofil CD 27 mm oder Holz 30 mm
  • Tragprofil CD 27 mm oder Holz 30 mm
  • Beplankung am besten doppelt 2 x 1,25 mm Gipsplatte oder Paneel auf Gipsplatte
  • über die Tragprofile Faserdämmstoff legen und kein Polystyrol! oder andere Schaumdämmer, der Dämmstoff möglichst schwer, also besser Platte als Matte, 4 bis 6 cm (Fusseln dämmen nicht viel)
  • die Deckenränder nicht direkt anschliessen, es ist eine elastische Fuge auszubilden (behelfsweise an den Einbaumöbeln, da man nicht an die Wand rankommt)

Wenn Sie diese Konstruktionsprinzipien berücksichtigen, erreichen Sie wenigstens eine Dämmung, ohne dass man aufgrund der Kompromisslösung eine Bewertung nach DIN erreichen könnte.
Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann

Noch mal Frage: Sehr geehrter Herr Bumann, ich möcht mich vielmals für Ihre sehr kompetenten Antworten bedanken. Eigentlich traue ich mich schon fast nicht mehr zu schreiben, aber auf die Gefahr hin Sie völlig zu nerven, hätte ich dennoch eine letzte Frage an Sie.

Wie Sie ja inzwischen wissen ist meine gewünschte Deckenschall-Isolierung doch sehr problematisch. Beim Durchblättern des OBI-Baumarkt Kataloges fand ich auf Seite 182 unter der Art.Nr. 4 Wärme und Schall isolierende Deckenkassetten aus Polystyrolschaum mit Kunststoffoberfläche die man direkt auf die Decke klebt.

Nun meine allerletzte Frage an Sie: Ist das Aufkleben solcher Kassetten geeignet, eine leichte bis mittlere Schalldämpfung zu erreichen, oder besteht auch hier die Gefahr wie bei der Holzlatten-Paneel-Montage dass der Lärmpegel noch lauter werden könnte?

Nochmals vielen Dank für Ihre zeitaufwendigen Bemühungen, mit freundlichen Grüssen. G.S. / M.

Antwort: ... Eine Schalldämpfung erreichen Sie auch, wenn Sie Tapete draufkleben, die Frage ist nur: wie stark? Bei Tapete kann es sich vielleicht um 1-2 dB handeln, also gar nicht sprübar. Wenn kein Schalldämmwert in dB angegegeben ist, handelt es sich um eine ideelle Sache. Nicht etwa, dass aus verkaufsstrategischer Sicht gelogen wurde (denn etwas gedämpft wird ja), aber wieviel Schalldämmung man für sein Geld bekommt, sollte schon angegeben werden.

Die beste Schalldämmung hat man immer durch Masse (z.B. Massivdecke oder eine dicke gemauerte Wand) und durch Entkopplung. Bei den "dünnen" Konstruktionen geht es mehr darum, Frequenzgänge wegzunehmen. Dadurch empfindet man es auch als leiser. Diese Styroporplatten können also mit der beschriebenen Konstruktion nicht mithalten.

Noch was zum Verständnis der Werte: 50 dB ist eine normale Unterhaltung, 80 dB ist Strassenlärm, 100 dB ein startender Jet. Fliessgeräusche in Wasserrohren oder beim Wassereinlassen in die Badewanne sollen nicht über 30 dB liegen. Sie brauchen werte von 40 dB, um spürbar was zu erreichen. Alternativ hilft vielleicht der Placebo-Effekt: man bildet sich was ein.

... oder besteht auch hier die Gefahr wie bei der Holzlatten-Paneel-Montage dass der Lärmpegel noch lauter werden könnte?

Die Gefahr besteht nicht. Schall bedeutet Schwingung. Eine falsch angebaute "harte" Decke kann wie die Membran des Lautsprechers funktionieren. Das ist bei Styropor nicht der Fall, das ist "weiches" Material. Ich befürchte aber, dass es keine Werte für den von Ihnen beschriebenen Einbauzustand gibt.

Man muss aber auch wissen: eine "weiche" haut auf den Wänden und an der Decke schluckt den Schall, so wird es in Tonstudios gemacht. Aber - diese "weiche Haut" ist auf der Seite, wo der Schall entsteht. Sie verhindert, dass er erst mal in die Bauteile reingeht.

Ist er aber erst mal drin, geben ihn die Bauteile an die umgebenden Räume ab. Wie stark, das hängt von der Eigenmasse (Dämpfung) und den Steifigkeiten (Höhen, Flächen, Eigenfrequenz, Oberfläche) ab.
Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann

Für beobachtende Kollegen: das ist keine kostenlose Planungsleistung. Für solche "Ferndiagnosen" übernehme ich ja auch keine Haftung. Für Bauherren und Selbermacher: gerade wenn es kein Neubau ist, wird die Sache oft etwas komplizierter.

Die Blödsinnigkeit von DIN-Fanatismus erkennt man hieran, weil man nach DIN keine Lösung fände. Wenn man jedoch konstruktive Grundsätze kennt und anwendet, lässt sich eine Lösung finden - und wenn es eine Kompromisslösung ist.

Eine Fachfirma (Trockenbau & Schallschutz) würde Sie darauf hinweisen, ein Abzocker würde Ihnen erzählen, wie kompliziert alles ist, sein Geld kassieren und sich für einen ausbleibenden Erfolg nicht in die Verantwortung nehmen lassen.

Wenn Sie es selber machen, kostet es die Materialkosten. Die Arbeit fällt unter Freizeitbeschäftigung und Erfahrungen sammeln. Wenn der Erfolg deutlich spürbar ist, freuen Sie sich. Ist das Ergebnis nicht ganz so dolle - freuen Sie sich auch, nämlich weil Sie keinem Abzocker Geld in den Rachen geworfen haben.



Wie ist das mit dem Schallschutz?

Eine fundierte Schallschutzplanung setzt voraus, dass folgende Frage beantwortet wird: "Welche Grenzwerte gelten im Hochbau für den Schallschutz ?"

Über die Antwort wird schon seit geraumer Zeit leidenschaftlich und kostenträchtig gestritten.
Streitgegenstand ist regelmäßig die DIN 4109, Schallschutz im Hochbau. Kontroverse Diskussionen
werden geführt über die in der DIN 4109 festgelegten Mindestanforderungen an den Luftschallschutz.
Zahlreiche Gerichtsurteile über den geschuldeten Schallschutz tragen ebenfalls nicht zur Klarheit bei.
Eine Folge der Gerichtsurteile ist, dass die gültige DIN 4109 nicht in allen ihren Punkten als anerkannte Regel der Technik gilt.

Kein verbindlicher Grenzwert für den Schallschutz, eine unglückliche Situation für den Architekten, den
Fachplaner und den Handwerker ! Eine Lösung der Frage kann darin liegen, dass das Bauwerk wieder als individuelles Werk verstanden wird und unterschiedliche differenzierte Nutzungsansprüche
anerkannt werden.

Normgemäß zu bauen ist heute im Schallschutz zu wenig. Ziel muß sein erstens ein baurechtlich einwandfreier und zweitens einen angemessener und nutzungsgerechter Schallschutz. Bauordnungsrecht: Die DIN 4109 ist bauaufsichtlich eingeführtes Regelwerk.
Der in der DIN vorgesehene Mindestschallschutz zwischen Aufenthaltsräumen und

  • Geräuschen aus fremden Räumen z.B. Sprache, Musik, Gehen, Stühlerücken, Betrieb
    von Haushaltsgeräten ...
  • Geräuschen aus haustechnischen Anlagen und aus Betrieben im selben Gebäude oder in
    baulich damit verbundenen Gebäuden ...
  • Außenlärm darf nicht unterschritten werden und bedarf keiner zusätzlichen Vereinbarung.

Zivilrecht : Die Vertragsparteien können einen höheren Schallschutz als die DIN 4109 vertraglich vereinbaren. Ein erhöhter Schallschutz steht einem Käufer auch ohne explizite Vereinbarung aufgrund von zahlreichen Urteilen zu. Für Käufer entspricht der nach DIN 4109 vorgegebene Mindestschallschutz nicht den anerkannten Regeln der Technik.

Dieser Schallschutz unterschreitet die geschuldete Qualität "mittlerer Art und Güte". Auch ohne vertragliche Vereinbarung wird der erhöhte Schallschutz geschuldet; bei Bauteilen, die aufgrund ihrer konstruktiven Merkmale einen höheren Schallschutz ermöglichen, jedoch aufgrund von Mängeln nur den Mindestschallschutz nach DIN erreichen.

Weisen Gebäude oder die Wohnung in anderen Ausstattungsmerkmalen oder Details (Wärmeschutz,
Wohnkomfort, Kaufpreis, Mietzins) ein überdurchschnittliches Niveau aus, wird auch ohne vertragliche Vereinbarung der erhöhte Schallschutz geschuldet.

Lösungsansatz = Zivilrechtliche Vereinbarung
Es empfiehlt sich, den herzustellenden Schallschutz vertraglich differenziert zu vereinbaren. Ein erheblicher Interpretationsspielraum besteht zwischen den Vertragspartnern, welcher Schallschutz geschuldet oder erwartet wird. Einer Vereinbarung sollte eine eingehende Diskussion über Schallschutzmaßnahmen hinsichtlich ihrer Einordnung in der Skala der allgemein anerkannten Regeln der Technik, ihrer Schallschutzwirkung und des damit einhergehenden baukonstruktiven Aufwandes vorausgehen.

Auch der Mindestschallschutz der DIN 4109 sollte ausdrücklich vereinbart werden, wenn er als ausreichend erachtet wird. Vorhandene Erwartungen auf ein höheres Niveau im Schallschutz können somit begrenzt werden, denn Schallschutz nach DIN 4109 entspricht nicht einer mittleren Art und Güte.

Mindestanforderungen an den Schallschutz gemäß DIN 4109
Die bauaufsichtlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen an den Schallschutz sind in der DIN 4109 festgeschrieben. Sie sind grundsätzlich einzuhalten. Die Anforderungen sind im Bereich des Geschoßwohnungsbaues so festgelegt, dass bei üblicher Wohnnutzung in der Nachbarwohnung eine
nicht zumutbare Störung vermieden wird. Die Erfüllung dieser Mindestanforderung bedeutet, dass Nachbargeräusche durchaus wahrzunehmen sind und gegenseitige Rücksichtnahme erforderlich ist.

Die Mindestanforderungen von Reihenhaus- und Doppelhaustrennwänden liegen nicht wesentlich über den Anforderungen im Geschoßwohnungsbau. Derzeitigen Nutzeransprüchen wird dieser Schallschutz nicht mehr gerecht, geschuldet wird ein höherer Schutz.

Erhöhter Schallschutz gemäß DIN 4109 Beiblatt 2 DIN 4109, Beiblatt 2, enthält Empfehlungen für einen erhöhten Schallschutz zwischen fremden Nutzungsbereichen. Das Beiblatt 2 ist nicht Bestandteil des Bauordnungsrechts, denn es ist nicht bauaufsichtlich eingeführt. Diese Empfehlungen können bei Bedarf vereinbart werden.

Der erhöhte Schallschutz von Reihenhaustrennwänden ist eine nennenswerte Verbesserung und stellt eine mittlere Qualität dar.

Kennwerte für den Schallschutz im Wohnungsbau gemäß VDI 4100
Die VDI 4100 ist ebenfalls nicht bauaufsichtlich eingeführt und ersetzt somit nicht die DIN 4109. Die VDI 4100 legt drei unterschiedliche Schallschutzstufen fest. Schallschutzstufe I entspricht den Mindestanforderungen der DIN 4109, Schallschutzstufe II (SSt II) im wesentlichen den Vorschlägen für
einen erhöhten Schallschutz gemäß 4109 Blatt 2. SSt III kann bei Wohnungstrennwänden als guter, im Bereich der Haustrennwände als mittlerer Schallschutz eingestuft werden.

Quelle : BBG News Januar 2002



Schallschutz bei Aufstockung

Frage: unser sohn will unser einfamilienhaus aufstocken und dort eine wohnung mit gipskartonzwischenwänden (mit ständerwänden) sein nest bauen. der sache stehen wir grundsätzlich sehr positiv gegenüber, es gibt gar ein eigenes stiegenhaus von außen.

ein starkes bedenken haben wir,gelingt die schalldämmung über uns wirklich so, sodass wir friedlich "unter- übereinander" leben können; ich denke da an trittschall, türgeräusche, geräusche von wc, abwasser und kanal-fallrohre, dusche, badewanne .. die naßzellen jedoch liegen leider nicht übereinander.

"es wir die installation und der auf- ausbau ausgeführt nach dem stand der technik - diese aussage ist schön und gut aber ich will optimalen schallschutz im geschoß darunter. wo kann ich mich verständlich (bin kein jurist und bautechniker)informieren (auch argumentationshilfen..) - im internet, literatur etc. - wer weiß rat und hat erfahrungenn
danke für ihre bemühungen, w. Danke für ihre information

Antwort: das problem reduzieren sie auf ein minimum, indem sie von vornherein eine starke massivdecke einziehen bzw. die vorhandene verstärken. leider kann ich nicht sagen, ob das geht, ich kenne ja das haus nicht.

grundsatz bei schalldämmung: je mehr masse, desto mehr dämmung (sowohl pegel als auch frequenzen). haben sie eine ordentliche betondecke zwischen den geschossen und oben einen schwimmenden estrich, müssen die leute schon vom schrank hopsen, damit sie was mitbekommmen.

der rest ist konstruktiver krümelkram, z.b. die gk-wände auf die rohdecke und dann ordentlich dämmstreifen zum estrich. zur abwasserleitung gibt es schallgedämmte rohre, die sind zwar teurer, aber dafür wirksam. ansonsten gibt es jede menge konstruktive grundsätze bei den einzelnen gewerken zu beachten, rohre kann man mit einer einfachen schelle anbringen, aber es gibt auch welche mit gummibezug.

der zweite grundsatz lautet: alles schön entkoppeln, also übertragung vermeiden. viel erfahren sie im baumarkt, das kostet erst mal nichts und schlaue faltheftchen gibts da gratis. ansonsten können sie gern recherchieren, auch im internet. ihr suchwort sollte "din 4109" heissen. sie können ja mal in meinen linklisten bau reinschauen, in der rubrik rohbau werden sie fündig. ebenso bei ausbau. noch ein tipp: versuchen sie nicht ohne statik zu bauen, da würden sie am falschen ende sparen.



Schallschutz bei Sanitärinstallationen

Frage: Hallo Dimagb, Ich bin begeistert von der Vielfalt der hier zusammengetragenen Fakten zu allen möglichen Problemen bezüglich Bau und Nebensachen. Manche Erfahrung sehe ich jetzt unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. Leider finde ich gerade zu meinem brennendsten Problem keine konkreten Hinweise: Überschreitung von Grenzwerten für Sanitärschall, vor allem mal so etwas wie eine in Worte gefasste Ausführung der allgegenwärtigen Anerkannten Regeln der Technik. Wo kann ich hierzu Hilfe finden (Immission von Installationsschall > 40dB durch neu installiertes Bad/WC in ehemaligem Ruheraum neben schutzbedürftigem Raum). Über einen kleinen Hinweis würden sich nicht nur ich, sondern auch meine 2 Kinder und meine Frau riesig freuen. Mit freundlichen Grüßen   T.I.

Antwort: Sehr geehrter Herr I., Schallschutz im Hochbau regelt die DIN 4109. Der Schallschutz ist durch eine körperschall- entkoppelnde Bauweise sicherzustellen.  

Die Frage muss sein: erfüllen die Installationen die Anforderungen der geänderten DIN 4109 mit nur noch maximal 30 db (A) zulässigem Geräuschpegel.  

Der Grenzwert von 30dB war jedoch im Bereich Mietrecht schon relevant, bevor die Anforde- rungen in der 4109 nach oben angepasst wurden.  



Flachdachsanierung

Frage: Muß eine nasse Dämmung in Flachdach immer saniert werden, oder reicht einfaches Überkleben aus?

Antwort: Das kann man nicht pauschalisieren. Zunächst, was ist naß? Welcher Dachaufbau, welches Dämm-Material? Drüberschweißen geht jedenfalls nicht, weil dann Blasen kommen würden. (Martin Beisse)



Fenster richtig anschliessen

Frage: Hallo, in dem Beitrag "Fenster richtig anschliessen nach DIN" wird gegen Bauschaum argumentiert, doch die Alternative habe ich nicht kapiert:
Die weiterführenden Links:
- ift rosenheim schreibt allgemein von dämmstoffen
- illbruck arbeit mit pistolenschaum, also auch bauschaum
Mit was für einem System macht man denn nun einen vernünftigen Fensteranschluß?
Unsere Fensterrahmen sind mit Bauschaum montiert und extrem schalldurchlässig. Wie kann man das nachträglich verbessern? Für jeden Tip dankbar, mit freundlichen Gruessen J.H.

Antwort: Hallo, Herr H., nur weil es bei Ilbruck Schaum gibt, heisst das noch lange nicht, dass man den Mist ständig einsetzt. Und wenn bei ift was von Dämmstoffen zu lesen ist, ist das nicht falsch, aber wer sagt, dass Bauschaum ein Dämmstoff ist?

Das Problem beginnt damit, dass viel zu grosse Öffnungen hergestellt werden - oder dass zu kleine Fenster für bestehende Öffnungen gebaut werden. Toleranzen müssen zwar sein (sonst bekommt man auch ein Fenster nicht montiert), aber wie sieht denn die Praxis aus? Das Fenster schwebt in der Öffnung und rundherum sind um die 5 cm Fuge. Dann wird das Ganze mit Bauschaum zugeschmiert, von aussen und von innen mit Putz überschmiert - und bereits nach wenigen Jahren gibt es die ersten Hohlräume, weil der Schaum in sich zusammenfällt. Vielleicht haben Sie schon mal so krümeliges braunes Zeug gesehen.

Die Fensteröffnung hat so zu sein, dass der Rahmen gegen das Mauerwerk schlägt (es überdeckt, daher kommt ja auch der Name Anschlag). Zwischen Rahmen und Mauerwerk gehört ein Moosgummiband, kleine (!!!) Hohlräume stopft man am besten mit Mineralwolle aus (ein vernünftiger Fensterbauer weiss, was fest stopfen bedeutet), es soll keine Luftblasen geben. Von innen kann man mit Silikon o.ä. verfugen. Noch besser ist: ausser dem Moosgummi alles mineralisch, z.B. den Fensteranschlag beiputzen, damit der Rahmen gut anliegt. Kleine Fugen, die man mit Mörtel, schliessen kann.

Schallschutz kann man weder mit Schaum, Fugenmaterial oder gar von aussen mit WDVS erreichen! Schallschutz kann man nur mit massivem Material erreichen, das ist beim Fenster der gemauerte Anschlag. Deshalb ist eine glatte Leibung schalltechnisch immer problematisch.

Vor der Benutzung meiner Linklisten habe ich aber gewarnt: glauben Sie um Gottes Willen nicht alles, was Ihnen auf denm Seiten weisgemacht wird. Nicht alles, was modern ist, ist auch gut. Wie haben die Leute damals den Kölner Dom gebaut, ganz ohne den ganzen modernen Blödsinn von heute, ganz ohne Bauschaum, Silikon, Kunststofffenster, Bauchemie und EnEV?

Aber danke für den Tipp, ich werde demnächst mal den Beitrag durch eine Ausführungsskizze ergänzen. PS: Gehen Sie noch mal in den Infobereich BAUTECHNIK. Auf der Seite zum Thema "Fensteranschluss" ist etwas ergänzt.



Kellerfenster U-Boot-tauglich?

Frage: Hallo, zunächst einmal freue ich mich, dass es ein Forum wie dieses gibt. Dank an den Initiator und Betreiber. Ich habe den Beitrag "Fenster richtig anschliessen nach DIN" gelesen. Richtig spannend scheint mir das Thema Kellerfenster zu sein. Mein Häuslebauer ist da derzeit anderer Meinung wie ich. Daher die bitte um Rat:

Ich habe zwei Kellerfenster aus Kunstoff, die unterhalb der Erdoberfläche in Lichtschächten sitzen. Die Lichtschächte sind mit ca. 35 cm Kies aufgefüllt, der unmittelbar auf Fensterhöhe endet.
Nun zur Frage: Ist ein solches Fenster nur gegen Schlagregen zu dichten, oder muß es auch gegen anstehendes Wasser gedichtet sein, z.B. mit einer Dichtbahn unterhalb des Rahmens.
Die Fensterrahmen derzeit sind mit einer umlaufenden Acrylnaht versehen. Die Dichtung der Unterkante erfolgt also nur mit der Naht zwischen den Dämmplatten und Rahmen. Die Dämmplatten reichen bis zur Unterkante des Fensterrahmens, die innere Fensterbank (Mauerwerk) liegt davon sogar noch 2 cm tiefer. Der Rahmen selbst ist übrigens mit Bauschaum umgeben, kein Compriband.
Für jeden Tip dankbar, mit freundlichen Gruessen M. L.

Antwort: Sehr geehrter Herr L., natürlich muss auch ein Kellerfenster ordnungsgemäss eingebaut werden. Wenngleich die Anforderungen nicht so hoch sind wie im Wohnbereich. Damit meine ich: selten werden die Kellerfenster so ausgeführt wie die Fenster in den Etagen ab EG. Meist sind es einfache Kunststoffrahmen und Float- oder Plexiglas oder Mäusegitter. Demzufolge sind die Dämmeigenschaften (Schall- und Wärmeschutz) nicht zu vergleichen. Das muss aber aufgrund des geringen Flächenanteils nicht dramatisch sein. Schauen Sie mal im Wärmeschutznachweis nach (gibts das bei Ihrem GU/BT oder pfeift der aufs Gesetz?).

Der Anschluss am Bauwerk muss aber schon dicht sein. Allerdings dürfte Ihre Sorge betreffs aufsteigenden Wassers unbegründet sein. 1. handelt es sich nur um einen Unterschied von höchstens 5 cm (Rahmenhöhe) bis Wasser reinlaufen kann und 2. passiert das nur, wenn der Ablauf nicht funktioniert. Der Kies im Lichtschacht dürfte meines Erachtens keine Rolle spielen, die wasserführnde Schicht liegt ja unten, also 35 cm unter OK Kies.

Der Kies lässt Regenwasser ungehindert durch, wenn nicht gehört er gegen grosse Körnung ausgewechselt. Wichtig ist, dass Regenwasser aus dem LS gut ablaufen kann - wenn z.B. Lehm darunter ist und nichts versickert, nützen Ihnen 40 cm Wasserhöhe später die besten Fensteranschlüsse nichts mehr.

Das Gemurkse mit Bauschaum scheint sich wie eine Seuche ausgebreitet zu haben. Das Fenster schwebt in einem Loch in der Wand und einen Anschlag gibts nicht und eine Fixierung mit Leibungsputz wäre zwar besser, ist aber nicht so schön schnell zusammengemurkst.



k-Wert von Fenstern

Frage: Ich habe ein Problem mit einer Formulierung in einem Bauvertrag die lautet: "Die Wohngeschoße erhalten Fenster und Fenstertüren aus Kunststoff weiß mit Isolierverglasung und 16 mm Glasabstand, K-Wert 1,1."
Kann mir jemand mitteilen, ob sich der angegebene K-Wert von 1,1 entsprechend der Formulierung auf das gesamte Fenster oder nur auf die Glasscheibe bezieht oder weiß jemand eine Stelle, wo ich
diesbezüglich eine konkrete Antwort bekommen kann.

Antwort: Hallo, Herr R., die k-Wert-Angabe bezieht sich natürlich auf die Verglasung. Bei 4-16-4 einen Wert von 1,1 zu erreichen ist glaubhaft. Das sehen Sie ja dann auch auf dem Stempel der Glasinnenseite.

Die Rahmenanteile an der Fensterfläche können bis 30% betragen und was für Rahmenmaterial genommen wird, beeinflusst den Gesamtwert von k nicht unwesentlich. Es gibt Fensterhersteller, die haben Tabellen mit k-Wert Glas und k-Wert Rahmen und dem resultuierenden k-Wert Fenster.

Ulkig wirds nur, wenn man im Wärmeschutznachweis mit 1,1 rechnet (oder rechnet man den bei Ihrem Haus vorsichtshalber gar nicht?). Wenn Sie etwas mehr wissen wollen, gehen Sie in den Infobereich (oben Link zur HP) und sehen nach unter "Fenster richtig anschliessen".

Frage 2: Die Baufirma hat im Wärmeschutznachweis eben mit 1,1 durchgängig gerechnet und miserable Rahmen (Temperaturdifferenz im Winter bis zu 10 Grad zw. Rahmen und Scheibe) eingebaut. Gibt es da eine Möglichkeit die Fa auf Gesamt K-Wert von 1,1 festzunageln ?

Da der k-Wert im Vertrag nach dem Komma steht, macht es den Eindruck als beziehe sich der Wert auf den vorhergehenden Satz und damit auf das gesamte Fenster. Gibt es Richtlinien für einen Mindest-K-Wert Rahmen wenn eine Scheibe mit 1,1 eingebaut wird, oder kann der billigste Rahmen eingebaut werden ?

Antwort 2: Lieber Herr R., Sie bringen mich mit Ihrer Frage in arge Bedrängnis. Der Status ist von einer Bagatelle zu weit abgerückt, als dass ich - ohne tiefere Kenntnis - Ihnen per Ferndiagnose helfen könnte. Das wäre zum einen unseriös und es würde mir wohl eher Abmahnungen einbringen als Dankbarkeit. Deshalb möchte ich das Thema hier im Forum nicht weiter behandeln. Einen Tipp mit auf den Weg: für Bauwerksteile gibt es Mindestanforderungen auch nach WSchV, z.B. wird da ein Fenster nicht nach Rahmen und Glas getrennt betrachtet.

Zugabe: Auszug WSchV
3.12 Anforderungen zur Begrenzung des Wärmedurchgangs bei erstmaligem Einbau,
Ersatz oder Erneuerung von Außenbauteilen bestehender Gebäude
Bei erstmaligem Einbau, Ersatz oder Erneuerung von Außenbauteilen bestehender Gebäude dürfen
die in der folgenden Tabelle aufgeführten maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten k(max)
nicht überschritten werden. Dabei darf der bestehende Wärmeschutz der Bauteile nicht
verringert werden.
Tabelle: Begrenzung des Wärmedurchgangs bei erstmaligem Einbau, Ersatz oder Erneuerung von Bauteilen für Gebäude mit normalen Innentemperaturen hier: Zeile 2 Außenliegende Fenster und Fenster-Türen sowie Dachfenster k(F) <= 1,8

Alos, k(F) bedeutet k-Wert des Fensters. Das Fenster besteht aus Rahmen und Verglasung, man muss also k(V) und k(R) zu k(F) zusammenrechnen. Hierzu hatte ich Ihnen bereits gesagt, dass das vom Hersteller abhängt, was der einsetzt und welche technischen Spezifikationen anzusetzen sind.

Aber was nützt das? Theoretisch ist der k-Wert der Rahmen niemals so schlecht, dass man mit k(F) über 1,8 kommt. Wie gesagt: theoretisch. Man kann zum einen schlechte Profile haben und zum anderen beim Einbau pfuschen, so dass Wärmebrücken enstehen. Sie haben dann meinetwegen 2 qm Verglasung mit vorbildlichem k-Wert - und rundum saust die Wärme raus, vielleicht zieht es sogar oder es bildet sich Tauwasser oder gar noch Schimmel.

Ob das die Gesamtbeurteilung durcheinander bringt, wenn der Nachweis mit dem korrigierten k-Wert (> 1,1) gerechnet wird, kann ich nicht einschätzen. Das ist eher unwahrscheinlich. Vermutlich sollte die Fragestellung zu Ihrem Problem lauten: entsprechen die gelieferten und montierten Fenster den Regeln der Technik?



Fugenabdichtung bei Fenstereinbau

Frage: wir hoffen, hier jemanden zu finden, der uns Hilfestellung zu einem kontrovers diskutierten Thema geben kann. Kurz zu Problem:
Wir sind Bauherr und sind uns unklar hinsichtlich der fachgerechten Ausführung eines Fensteranschlusses an ein Stahlfachwerk, in welchem die feststehnden Fensterelemente (Alu)befestigt sind (Fensterelemente stehen mittig im Fachwerk, das Fachwerk besteht aus Vierkantprofilen mit einer Seitenlänge von 180 mm). Die Abdichtung muß der Beanspruchungsgruppe C genügen, der Innnraum ist unbeheizt (Fluchttreppenhaus).
Die Fuge zwischen Element und Fachwerk ist umlaufend ca. 15 - 20 mm breit und wurde von außen mit überstreichbarem Illbruck - Butylband Vlies, B = 100 mm, verklebt. Dieses stellt nach techn. Herstellerangaben wohl eine witterungsbeständige Lösung dar. Das Butylband wurde außen umlaufend mit einer an das Fensterprofil genieteten Alu-Kantung abgedeckt, die Kantung wurde gegen das Stahlfachwerk und das Fensterprofil nochmals umlaufend dauerelastisch versiegelt.
Ich habe hilfsweise eine (sicher nicht gerade professionelle, aber das Problem veranschaulichende) Power-Point-Grafik angehängt. Trotzdem kommt es bei Schlagregenanfall mit höheren Windstärken stellenweise zum Eindringen von Treibwasser. Sicher gibt es "stärkere" Ausführungen, aber die vorgefundene ist nun mal unser Problem.
Unsere Fragen:
Bietet die gewählte Form der Fugenabdichtung eine hinreichende und dauerhafte Abdichtung der Anschlußfugen ? Lt. DIN 18360 - Metallbauarbeiten - ist unter Ziff. 3.1.4.5 für die Fugenabdichtung die DIN 18540 "sinngemäß anzuwenden", diese behandelt die Fugenabdichtung mit Butylbändern meines Wissens aber überhaupt nicht. Ist das überhaupt "Stand der Technik" ?
Welche Maßnahmen muß die ausführende Firma hinsichtlich der Überwachung treffen ? Hat sie die Arbeiten eigen- und / oder fremdüberwachen zu lassen, hat sie die Bauwerksanchlüsse auf Schlagregendichtigkeit zu prüfen oder prüfen zu lassen ?
Wenn ja, wie hat das zu geschehen ?
Hintergrund der Frage ist: Wie kann ich ohne Schlagregen eine Schlagregendichtigkeit feststellen, wie kann ich unter Frühlingsbedingungen eine Fassade abnehmen, an der bereits mehrere Nachbesserungsversuche hinsichtlich der Fugenausbildung erfolglos blieben ? Der Winter hielt ja einige Stürme hierfür bereit ...
Über Meinungen zu dieser Sache würde ich mich freuen. Bei Bedarf kann ich zur Veranschaulichung des Anschlusses ein Power-Point-Detail per e-mail zur Verfügung stellen, das geht bloß hier im Forum nicht. Herzlichen Dank für die Bemühungen

Antwort: Sehr geehrter Herr B.,
Sie zäumen das Pferd falsch auf. Lassen Sie mal die 18360 weg, die ist nur für die bauliche Hülle zuständig, in ihrem Fall das Stahlfachwerk.

Da Sie sich offensichtlich etwas mit den DIN auskennen, kann ich mich kurz fassen:
1. zutreffend ist DIN 18355 Tischlerarbeiten (da gehören die Fenster dazu)
2. unter 2 Stoffe und Bauteile gehen Sie zu 2.13 Fenster und Türen (5x geht es um Alu)
3. nun gehen Sie zu 3 Ausführung und 3.5.3, da steht alles

Ich zitiere: "Die Abdichtung zwischen Außenbauteilen und Baukörper muß dauerhaft und schlagregendicht sein."
Außenbauteile = Ihre Fenster, Baukörper = das Fachwerk
Dabei ist es Wurst, ob die Fenster aus Holz oder aus Alu sind.
Schicken Sie mir aber bitte mal das Detail rüber.



2 mm Fuge am Fensteranschluss zum Putz

Frage: Hallo, wir wohnnen seit 6 Monaten in einem neuen Fertighaus. An einem der Fenster ist zwischen Außenputz und Kunststofffensterrahmen ein Spalt von bis zu 2mm entstanden. Auf Reklamation teilte die Frima mit, dass dies auf Grund der unterschiedelichen Wärmeausdehnungskoeffizietnen normal sei. Ist das tatsächlich normal oder müßte da keine dauerelastische Fuge o.ä. hergestellt werden. M.

Antwort: Hallo, M.,
ich glaube, man hat Ihnen erzählt, im Himmel wäre Jahrmarkt. Natürlich ist der Hinweis auf die Wärmeausdehung richtig, aber gerade das ist ja eine Sache, die konstruktiv zu berücksichtigen ist.

Dass die Koeffizienten der Wärmeausdehnung bei PVC, Holz (der Rahmen Ihrer Aussenwand) und Putz (mineralisch oder Kunststoffpampe?) unterschiedlich sind, ist als bekannt anzunehmen. Daher muss die Errichterfirma Vorkehrungen treffen, dass solche Ausdehnungen zu keinen Schäden führen.

Bei dem von Ihnen geschilderten Fall denke ich, dass es eher um das Problem des Schwindens geht. Denn was müssen das für Temperaturen oder Abmessungen sein, die zu 2 mm führen? Noch dazu, wo sich die Stoffe bei Wärme ausdehnen. Das führt dann zu Zwängungsspannungen, Abplatzungen usw.

Genaueres kann man nur sagen, wenn man das Detail des Fensteranschlusses incl. des Putzträgers kennt.

Sicher ist jedoch, dass es sich um einen Mangel handelt. Denn nach VOB/B DIN 18355 muss nach 3.5.3. die Abdichtung zwischen Aussenbauteilen und Baukörper dauerhaft und schlagregendicht sein. Bei einer Fuge von 2 mm dürfte das nicht der Fall sein.

Interessant wäre es nun zu wissen, was für ein Abdichtsystem ausgeführt wurde. Ist denn eine Abdichtung integriert, z.B. Kompriband, Moosgummi, Folien oder was auch immer? Das können Sie mit einem einfachen Selbsttest prüfen:

Sie nehmen irgendwas, mit dem Sie Wasser in die Fuge bringen. Wenn eine Abdichtung vorhanden ist, muss ja das Wasser unten aus der Fuge wieder rauslaufen. Bedenklich wirds, wenn das Wasser "irgendwo" verschindet. Dann können Sie sich vorstellen, wie die Aussenwand in ein paar Jahren aussehen wird.

Mit einer dauerelastischen Fuge wird man nicht viel erreichen. Das sind immer Wartungsfugen, die selten abdichten. Fragen Sie weiter, wenn Ihnen das nicht reicht.



Wärmedämmung: Anschlüsse am Bauwerk

Frage: Hallo, ich habe noch eine Frage, die mich derzeit beschäftigt. Übergänge zwischen einer Wärmedämmfassade zu Hausteilen sind ja mit entsprechenden elastischen Dehnfuge/Dichtband zu versehen (z.B. am Übergang zum Fensterrahmen).
Wie sieht es am Übergang zwischen der Wärmedämmfassade und den Dachsparren aus. Hier sehe ich häufig, dass sich diese direkt berühren und sich Risse bilden. Dürfen sich diese berühren? Gibt es eine Vorschrift? Gerade hier treten nach meinem Verständnis häufig zwei arbeitende Werkstoffe aufeinander: Dämmung und Holz. Ich danke für jeden Hinweis M. L.

Antwort: Sehr geehrter Herr L., natürlich gibt es nicht für alles eine Vorschrift, aber Regeln der Technik gab es schon, als kein Mensch was von WDVS wusste. Die Regeln der Baukunst (ich mag solche alten Bezeichnungen, zumal ja Regeln der Technik heutzutage und hierzulande keine sind, wenn sie nicht in die Liste aufgenommen sind) beinhalten solche grundlegenden Sachen wie Materialeigenschaften, Materialtrennung (früher ging das auch ohne Silikon), unterschiedliches temperaturbedingtes Ausdehnungsverhalten.

Risse deuten i.d.R. darauf hin, dass gemurkst wurde, wie Sie selbst festgestellt haben wurde wohl direkt angearbeitet. Das Sprichwort sagt: wenn schon keiner was macht, arbeitet wenigstens das Holz. Da können schon mal ein paar Millimeter zusammenkommen - und immer wenn es Spannungen gibt, reisst irgendwann irgendwas. Da sich z.B. ein Fensterrahmen viel weniger bewegt als ein Sparren, fällt es hier nicht so schnell auf, wenn das Fugenband "vergessen" wurde.

Glauben Sie nur nicht, dass diese theoretische Voraussetzung auch überall umgesetzt wird (ist erst mal der Putz draufgeschmiert, siehts ja keiner mehr und bis es reisst, sind wir schon über alle Berge [oder halt den Bach runter]). Aber da ich kein seniler Meckerkopp bin, verweise ich darauf, dass ich schon die eine oder andere Baustelle hatte, wo alle Anschlüsse des WDVS ordnungsgemäss mit Kompriband ausgeführt wurden.



Verhunzte Fassade mit WDVS sanieren?

Frage: Bei unserem Haus (3 Wohneinheiten) muss der Aussenputz abgeschlagen werden. Vor ca. 15 Jahren wurde ein falsch gewählter Fassadenanstrich (Kunststoff) angebracht, der zu großen Schäden des Aussenputzes geführt hat. Nach einigen Gesprächen mit Handwerksbetrieben, die uns natürlich ihre WDV-Systeme verkaufen wollen, und Recherchen im Internet bin ich auch nicht schlauer, ob eine Wärmedämmung wirklich sinnvoll ist. Hier die Rahmenbedingungen: Baujahr 1914; Wandstärke 42 cm, inkl. Aussen- und Innenputz; Ziegelmauerwerk; das Dach wurde vor 5 Jahren ausgebaut und von innen gedämmt; Doppelglasfenster sind eingebaut.
Für viele Tipps wäre ich Ihnen dankbar. Was halten Sie von der staatlich geförderten Energieberatung? Freundliche Grüße, A. T.

Antwort: Sehr geehrte Frau T., Ihre Schilderung betrifft einen Fall aus der Praxis, wo man eine an sich gesunde Substanz durch geistloses Überschmieren geschädigt hat. So wie Sie es beschreiben, scheint der alte Anstrich ein Filmbildner zu sein, der den Putz hat absterben lassen. Zu der Energieberatung (meinen Sie die in NRW?) möchte ich mich hier im Forum nicht äussern. Sie müssen abwägen, welches Ergebnis man Ihnen für wieviel Geld verspricht.

Wozu eine Wärmedämmung bei 42 cm dicken Wändne gut sein soll, kann ich von hier aus nicht nachvollziehen. Aber wenn Sie schon von Experten beraten werden, haben die Ihnen bestimmt mitgeteilt:

1. seit 1.2. gilt die EnEV, die für gerade den Fall der Fassadenerneuerung Vorgaben trifft (können Sie auch im Infobereich nachsehen)
2. hat eine Betrachtung nur Sinn, wenn man mal den u-Wert Ihrer Wände ausrechnet; wenn man so weit geht, rechnet man gleich noch die Fenster mit und sieht mal nach der Dachdecke - aber unterm Strich ist alles andere nur Flickwerk
3. dämmt eine Wärmedämmung natürlich, aber die Frage ist doch: was bringt das wirtschaftlich? (ich meine: 1000 Mark ausgeben, um 999 zu sparen, kann nicht das Ziel sein)

Ganz wichtig: Ratschläge aus der Ferne sind unverbindlich und ersetzen keine planerische Leistung.

Re: Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihre Antwort. Die ENEV habe ich gelesen. Hierzu noch eine Frage, können wir bei einer Mauerstärke von 42 cm (Ziegelmauer, inkl. Innen- und Außenputz) davon ausgehen, dass wir den u-Wert von 0,9 einhalten oder sind wir tatsächlich verpflichtet, zu dämmen. Wir haben große Bedenken, da die Sanierung, die ein Vorbesitzer vor einigen Jahren gemacht hat (siehe meine Mail von Freitag) ja bereits ein Flop war. Außerdem würden mit einem WDV-System sämtliche Sandstein-Fensterbänke überdeckt werden und der Gesamteindruck des Hauses (Dachüberstand...) sehr zum Nachteil verändert werden. Freundliche Grüße A. T.

Antwort 2: Sehr geehrte Frau T.,
haben Sie auch mal meine "Bauphysik für jedermann" angesehen? Da wird ein Rechenbeispiel demonstriert. Der Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit "Lambda R" hängt vom Material ab. Ziegel können Vollziegel sein oder auch Hohlziegel, sie können eine Rohdichte von 1.200 haben, aber auch 2.000. was für die Ziegel Ihrer Wände zutrifft: woher soll ichs wissen?

Nehmen wir mal für ein Beispiel Vollziegel mit 1.600 kg/m3, dann ist mit 0,68 zu rechnen. 1 / 0,42 / 0,68 ergibt einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 1,619 W/m2K. Das ist ein Wärmedurchlasswiderstand von 0,618 m2K/W. Alpha i und a dazugerechnet, macht das 1 / 0,788 W/m2K für den Wärmedurchgangskoeffizienten = 1,27.

Sie haben vielleicht Hochlochziegel mit 900 kg/m3, dann können Sie mit 0,42 rechnen und Sie kommen überraschenderweise auf etwas unter 0,9. Vielleicht aber haben Sie sich ja auch nur vertan und Sie meinen, dass Sie den Putz nur reparieren statt erneuern? Und warum soll gleich alles auf einmal gemacht werden? Vielleicht haben Sie nur so wenig Geld , dass Sie die Arbeiten auf 5 x 20% strecken müssen?

Ansonsten haben Sie in der EnEV etwas unaufmerksam gelesen, sonst hätten Sie sich über §§ 16 und 17 gefreut. Unwirtschaftlichkeit lässt sich genauso gut berechnen wie Wirtschaftlichkeit. Aber hier sind wir wieder bei der Frage: was soll die Dämmung nützen?

Vielleicht kann man ja die Einhaltung der Grenzwerte für die Primärenergie nachweisen? Die EnEV soll ja dazu dienen, Energie einzusparen und nicht etwa Umsatz zu garantieren. Es sollen auch keine Härtefälle geschaffen werden, auch soll unangemessener Aufwand vermieden werden.

Die Rechenbeispiele und Gedankenspiele stellen keinerlei Beratung oder Planung dar. Sie sind völlig unverbindlich. Suchen Sie sich einen erfahrenen Bauing./Arch. mit Faible für alte Gebäude in Ihrer Nähe. Der kann Ihnen auch was erzählen zu "Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 13 der Energieeinsparverordnung (AVV Energiebedarfsausweis)".

Rein Gefühslmässig würde ich sagen, ein Nachweis kostet nicht mehr als ein WDVS, und ein Tauwasserproblem hat er soweit ich weiss noch nicht verursacht. Auch wird mit einem Nachweis ein bestehendes Gebäude nicht verhunzt, mit WDVS wurde das aber schon tausende Quadratmeter weise.

Oder warten Sie mal noch ein Jahr, bis man auch verwaltungstechnisch weiss wos langgeht (nach dem Motto: mal sehn was die Praxis bringt). In Berlin hat man sich seit Oktober 2001 damit befasst, leider z.T. noch ohne Erfolg:

ZITAT
Bereits in der Amtsleitersitzung vom 10.10.2001 wurde angekündigt, dass beabsichtigt ist, die Erfüllung der baulichen Anforderungen durch anerkannte Sachverständige prüfen und bescheinigen zu lassen. Ggf. entscheiden die Sachverständigen auch über die beantragten Ausnahmen und Befreiungen (vgl. §§ 16, 17 EnEV).
Allerdings konnte über die Einführung des Sachverständigenwesens, insbesondere über die Art und den Umfang der Aufgaben der Sachverständigen, bis heute nicht entschieden werden. Die Diskussion darüber, wie viel Aufsicht und Kontrolle der Erfüllung der baulichen Anforderungen erforderlich und vertretbar ist und durch wen sie durchgeführt werden soll, ist nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Bundesländern im vollem Gange.
ENDE ZITAT

Aber so ist es nun auch wieder nicht, dass gar nichts festgelegt wurde:

ZITAT
3. Ausnahmen und Befreiungen
Über Anträge auf Ausnahmen oder Befreiungen von den Anforderungen der EnEV entscheidet die Bauaufsichtsbehörde.
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
3.1 Ausnahmen gem. § 16 Abs. 1 EnEV können nur bei Baudenkmälern oder bei sonstiger erhaltenswerter Bausubstanz zugelassen werden. Für die Fälle von Ausnahmen bei andersartigen aber gleichwertigen Baumaßnahmen gem. § 16 Abs. 2 EnEV ist der Erlass einer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung vorgesehen.
3.2 Anträgen auf Befreiung gem. § 17 EnEV kann nur stattgegeben werden, wenn das Vorliegen einer unbilligen Härte, insbesondere die Unwirtschaftlichkeit der Anforderungen der EnEV, für das Bauvorhaben konkret nachgewiesen ist.
ENDE ZITAT

Quelle:
Rundschreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
An alle Bauaufsichtsämter der Bezirke, 24.01.2002

Wie das in Ihrem Bundesland aussieht, weiss ich natürlich nicht. Aber dafür gibts ja Leute, dies wissen.



Fachwerk und Innendämmung

Frage: Wer kann Erfahrungen und Tipps zum Thema Fachwerk weitergeben? Ich stehe vor der Wahl des geeigneten Heizsystems, evtl. Wandheizung um möglicher Tauwasserbildung im Bereich der Aussenwände bei einer Innendämmung entgegenzuwirken. Neben diesen speziellen Fragen bin ich auch für jede sonstige Hilfe dankbar!

Antwort 1: Da brauchen Sie einen erfahrenen Planer vor Ort. Der sollte auch Referenzen aufweisen können. Denn einfach so ne Innendämmung reinsetzen kann böse Folgen haben. Bedenken Sie, dass ja dann keine Wärme mehr ans Fachwerk kommt und das somit nicht austrocknen kann. Es sind viele details, die beachtet werden müssen. Zuviele, um in einem Forum gelöst zu werden. (Martin Beisse)

Antwort 2: Ich schliesse mich der Meinung von Martin Beisse an und ich möchte davor warnen, sich Wissen "zusammenzustoppeln", in der Hoffnung die richtige Lösung getroffen zu haben. Das von Ihnen geschilderte Problem ist viel zu komplex und zu sensibel, als dass man eine Ferndiagnose stellen darf. Ich halte jedoch von einer Innenwanddämmung gar nichts. Gerade Fachwerkwände werden darauf empfindlich reagieren, weil jegliche Homogenität in Material und im Stoff- und Temperaturfluss dadurch zerstört wird.

Wenn Sie jetzt enttäuscht sind und sich in einem anderen Forum umsehen, werden Sie feststellen, dass sich (z.B. im Forum bei bau.de) etliche "Fachmänner" auf das Thema stürzen werden und sich im Beratschlagen übertrumpfen. Aber glauben Sie, dass ist genauso gut, wie wenn Sie sich den Telefonhörer an die Brust halten und der Arzt am anderen Ende der Leitung bestimmen soll, wie der Grad Ihrer Erkältung ist. Seriöse Beratung bedeutet auch, Grenzen aufzuzeigen. In dem Falle bedeutet das, dass jeder noch so gut gemeinte Rat ohne Kenntnis der Gebäudegeometrie und der konstruktiven Details völlig daneben liegen kann.

Re: Hallo, erstmals schönen Dank für die Ernüchterung. Eigentlich wollte ich nur nachfragen um bereits gemachte Fehler nicht zu wiederholen. Ganz besonders interessiert mich der Aspekt der Wandheizung, da ich hierin eine günstige Taupunktverschiebung erreichen möchte. Schönen Gruß K.

Antwort 3: Hallo, Herr H. Danke für die Nachricht. Aber warum so zaghaft, immer rein ins Forum. Ohne eine "Ersatzplanung" draus zu machen, interessiere ich mich rein neugierhalber, wo Sie das Problem des Taupunktes sehen. Die Aussenwand in Fachwerk ist doch weitgehend homogen, nämlich Mauerwerk oder Lehm oder Stroh-Lehm zwischen Holzbalken. Wie dünn soll denn die Wand sein, dass hier ein Problem auftritt? 2. Frage: wo soll die Wandheizung hin? Zuraten zu dem System kann ich allemal, wobei ich aber davon ausgehe, dass es um die Innenwände geht. Nehmen Sie sich um Gottes willen nicht vor, die Aussenwand auf der Inennseite zu dämmen und darauf eine Wandheizung aufzubringen! PS: Da fällt mir ein, dass in meiner Literaturempfehlung (der Link zur Seite liegt im Infobereich BAUEN IM BESTAND) auch Bücher zum Thema Fachwerk aufgeführt sind. Sogar speziell zum Thema innenliegende Dämmung (trotzdem halte ich nicht viel davon).



Gekammerte Ziegelwand nachträglich dämmen?

Frage: Ich besitze ein Siedlungshaus Baujahr 1938. Die Außenwand besteht aus einer Ziegelschicht 250x150 mm (bxh). Der Ziegel besitz zwei getrennte Luftkammern. Von Innen ist eine 35 mm zementgebundene Holzwoll-Platte angebracht und mit Putzmörtel verputzt. Gibt es für diese Konstruktion eine bauphysikalisch saubere Möglichkeit die Außenwand nachträglich zu dämmen? Mit freundlichen Grüssen V.

Antwort 1: Ja, gibt es. Das war die gute Nachricht. Jetzt die schlechte: das kann man nur vor Ort beurteilen. Vorsicht! Dämmung einer Wand kann dazu führen, dass auf einmal Kondenswasser an den Fenstern ausfällt. (Martin Beisse)

Antwort 2: Sehr geehrter Herr V., wozu soll denn die zusätzliche Dämmung gut sein? Ich glaube nicht, dass die von Ihnen beschriebene gekammerte Ziegelwand so schlechte Eigenschaften hat, dass sich die Investition in ein WDVS lohnt. Wenn das Wandsystem bislang funktioniert hat und die Mindestwerte für die Wärmedämmung eingehalten sind (was ich ungesehen glaube), lassen Sie es doch einfach.

Herr Beisse hatte schon den Daumen drauf: sobald Sie aussen noch ne Dämmlage draufklatschen, kann das problematisch werden. Und ein gekammerter Ziegel hat seeeeeehr viel Platz, Tauwasser aufzunehmen, bis Sie das irgendwann mal merken. Wie das mit Tauwasser, Kapillarwirkung und Diffusion zusammenhängt, können Sie hier auf der Homepage im Infobereich BAUPHYSIK nachlesen.

Re: Sehr geehrte Herren, der Grund für die Dämmung ist in der Absicht zu suchen Heizoel zu sparen. Das alte Haus hat eine beheizte Wohnfläche von ca. 50 qm. Später habe ich einen Flachbau angebaut mit ca. 60 qm beheizter Wohnfläche. Dieser Bau von 1986 hat 360er Außenwände. Das Flachdach ist mit 100 mm Styrotect ähnlichen Material gedämmt. Für diese Fläche von 110 qm benötige ich etwa durchschnittlich 2.800 l Heizoel im Jahr. In dem alten Haus habe ich noch eine Reserve gesehen. Mit freundlichen Grüssen

Antwort 3: Ich versuche einmal ohne genaue Kenntnis aller Bauteile eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsberechnung. Sollte ich deutlich daneben liegen, bitte ich die Experten im Forum um Verbesserung.

Etwa 10%-15% Ihres Heizöles benötigen Sie für die Warmwasserbereitung, es verbleiben also 2500 Liter für die Heizung. Der Lüftungswärmebedarf dürfte davon 25%-30% ausmachen. Es verbleiben somit kanpp 1.900 Liter für die Deckung des Transmissionswärmeverlustes, als für das was durch die Umfassungsbauteile nach aussen abgegeben wird.

Daran haben die Wände je nach Gebäudeabmessung und Ausbildung der Bauteile einen Anteil von 30-40%, maximal 'verschlingen' die Wände also 700-800 Liter Heizöl. Hiervon wird der Löwenanteil auf Ihren Altbau entfallen, sagen wir einmal gut 500-600 Liter. Durch eine Verbesserung des k-Wertes (seit 1.2.2002 U-Wert) um 100% oder auch noch darüber können Sie dann 300 bis 400 Liter Heizöl jährlich einsparen. Bei heutigen Energiepreisen entspricht dies weniger als 200 Euro im Jahr. Bei der gesamten eben gemachten Abschätzung habe ich einigermaßen großzügig gerechnet.

Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem für Ihren Altbau müssten Sie sich anbieten lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie unter 5.000 Euro damit hinkommen (meine Zahl ist mit grosser Unsicherheit behaftet, da ich die Fläche und den Preis nur grob abschätzen kann).

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird sich eine Investition von 5000 Euro bei Einsparung von max. 200 Euro p.a. schwer rechnen. Wenn Sie den Betrag langfristig mit 4% über der Inflationsrate anlegen können, holen Sie die Mehrkosten für die Beheizung herein, konstante Energiekosten vorausgesetzt. Die Bauphysik und die Wohnbehaglichkeit habe ich bei meinen Ausführungen ausser Acht gelassen. (Bruno Stubenrauch)

Zugabe: Ich danke Kollegen Stubenrauch für die transparente Darstellung. Anhand aller unserer Gedanken zum Thema erkennt der Bauherr:
1. Dämmung mag zwar nützlich sein, aber nicht gleichzeitig wirtschaftlich
2. Dämmung kann Spareffekte erzielen (um welchen Preis?), aber gleichzeitig Schaden anrichten
3. auf der Grundlage gesicherter Kenntnisse lassen sich für den konkreten Fall leider doch nicht ohne weiteres sichere Schlüsse ableiten

Wenn ich von einer Baufirma wäre, würde ich Herrn V. dringend zu einem WDVS raten (das ist dann wenigstens für den Umsatz der Firma gut, wenn auch nicht für Herrn V.). Da ich aber einen Sinn fürs praktische habe, rate ich folgendes: wenn Sie handwerklich begabt sind oder Ihnen ein Freund helfen kann (aber bitte keine Schwarzarbeit!) verfahren Sie wie folgt: verbreitern Sie durch betonieren das Fundament und mauern Sie eine Ziegellage davor.

Die ist so dick, wie es nur geht (an Verankerung und die Traufsituation denken!). Sie wird dicht angesetzt und ohne jede Trennlage dazwischen hochgezogen. Dann kommt ein mineralischer Aussenputz dran (am besten Kalkputz!). So ensteht eine dicke und weitgehend homogene Aussenwand aus Ziegelmauerwerk.

Die dämmt besser als die bisherige, aber sie gestattet auch solare Wärmegewinne (ein WDVS nicht) und sie hat ein gutes Speichervermögen. Dadurch werden die Temperaturamplituden gesenkt, es ergibt sich eine gute Phasenverschiebung und Behaglichkeit stellt sich ein. Ausserdem lässt diese Wand Wasser in jeder Form raus (flüssig und dampfförmig), auch kapillar an der Aussenseite! das macht ein diffusionsoffenes WDVS nicht immer.

Lesen Sie die Beiträge im Infobereich Bauphysik, dann werden Sie vieles besser verstehen.



Dachausbau Giebeldämmung

Frage 1: Wir möchten unser Alt-Dach ausbauen. Idee: die 140er Sparren entsprechend mit Glas-/Steinwolle WLG 035 voll dämmen (diffusionsoffene Unterspannbahn vorhanden), dann Dampfsperre/Luftdichtigkeitsschicht, dann Untersparrendämmung 40mm oder 50mm.
1. Geht das?
2. Die Giebelwände (24cm) sollen ebenfalls von innen gedämmt werden. Wie dick kann/soll diese Dämmung sein? Da gibt es Taupunktverlagerung möglicherweise???? Was ist das?
Vielen, vielen Dank fürs Mitdenken!, L.

Antwort 1: Sehr geehrter Herr L.,
mitdenken kann man ja auch hier im Forum. Eine vernünftige Planung wird das allerdings nicht ersetzen. Zur ersten frage: 14 cm MiWo WLG 035 + 5 cm Untersparren-Dämmung - das geht.

Es kommt allerdings darauf an, was für eine Dampfbrenmse und was für eine Unterspannbahn genommen wird. Dann ist es wichtig zu wissen, ob die Ziegel auf einer Lattung liegen oder ob es eine Schalung mit Bahnen gibt (eher unwahrscheinlich).

Man muss also die gesamte Konstruktion betrachten und dann ist zu entscheiden, ob der Nachweis zum Tauwasserschutz nach DIN 4108 oder nach dem ZDVH-Merkblatt geführt wird. Merke: Unterspannbahnen und Dampfsperren (-bremsen) können diffusionsoffen oder -dicht sein, je nach Material.

Zur Giebelwand: im Prinzip gilt dasselbe. Man betrachte die gesamte Konstruktion (Putz, Ziegelmaterial, geplante Dämmung) und führe daraufhin die erforderlichen Nachweise. So etwas lässt sich durch Antwortensammeln in Foren nicht ersetzen. Wichtig sind hierbei auch wirtschaftliche Überlegungen (was ist vom Geldeinsatz her sinnvoll?), da muss man schon mal hin- und herrechnen, dazu sagt man auch optimieren.

Frage 2: Danke, Herr Bumann, so richtig klar war mir nicht, wie kompliziert es ist und wie viel man wahrscheinlich falsch machen kann. Dachziegel liegen auf Lattung, Unterspannbahn Tyvek/Klöber HD Soft (SD < 0,02). Ausbauen wollten wir mit Produkten der Fa. Isover (oder vielleicht Rockwool??).
Gruß, L. S.

Antwort 2: Das Fabrikat ist doch völlig Wurst. Mineralwolle ist Mineralwolle. Entscheidend sind die Eigenschaften, die der Hersteller mittels der technischen Blätter angibt.



Risse im WDV

Frage: Hallo, ich habe noch eine Frage, die mich derzeit beschäftigt.
Übergänge zwischen einer Wärmedämmfassade zu Hausteilen sind ja mit entsprechenden elastischen Dehnfuge/Dichtband zu versehen (z.B. am Übergang zum Fensterrahmen).
Wie sieht es am Übergang zwischen der Wärmedämmfassade und den Dachsparren aus. Hier sehe ich häufig, dass sich diese direkt berühren und sich Risse bilden. Dürfen sich diese berühren? Gibt es eine Vorschrift? Gerade hier treten nach meinem Verständnis häufig zwei arbeitende Werkstoffe aufeinander: Dämmung und Holz.
Ich danke für jeden Hinweis, M. L.

Antwort: Sehr geehrter Herr L.,
natürlich gibt es nicht für alles eine Vorschrift, aber Regeln der Technik gab es schon, als kein Mensch was von WDVS wusste. Die Regeln der Baukunst (ich mag solche alten Bezeichnungen, zumal ja Regeln der Technik heutzutage und hierzulande keine sind, wenn sie nicht in die Liste aufgenommen sind) beinhalten solche grundlegenden Sachen wie Materialeigenschaften, Materialtrennung (früher ging das auch ohne Silikon), unterschiedliches temperaturbedingtes Ausdehnungsverhalten.

Risse deuten i.d.R. darauf hin, dass gemurkst wurde, wie Sie selbst festgestellt haben wurde wohl direkt angearbeitet. Das Sprichwort sagt: wenn schon keiner was macht, arbeitet wenigstens das Holz. Da können schon mal ein paar Millimeter zusammenkommen - und immer wenn es Spannungen gibt, reisst irgendwann irgendwas. Da sich z.B. ein Fensterrahmen viel weniger bewegt als ein Sparren, fällt es hier nicht so schnell auf, wenn das Fugenband "vergessen" wurde.

Glauben Sie nur nicht, dass diese theoretische Voraussetzung auch überall umgesetzt wird (ist erst mal der Putz draufgeschmiert, siehts ja keiner mehr und bis es reisst, sind wir schon über alle Berge [oder halt den Bach runter]). Aber da ich kein seniler Meckerkopp bin, verweise ich darauf, dass ich schon die eine oder andere Baustelle hatte, wo alle Anschlüsse des WDVS ordnungsgemäss mit Kompriband ausgeführt wurden.



Dämmung der Sohlplatte

Frage: Wir planen ein EFH mit Keller. Der Keller ist für Hobbyraum, Wäscheraum und Vorrat sowie für Heizung vorgesehen. Die Kellerwände sollen mit KS gemauert werden und mit Hartschaum gedämmt. Wie sinnvoll ist es auch die Sohle zu dämmen? Gibt es hierfür fertige Systeme?

Antwort 1: Das ist sehr sinnvoll. Spart nicht nur Energie sondern auch kalte Füße. Einesetzt werden können als Perimterdämmung zugelassene Stoffe, Z.B. Schaumglas oser extrudiertes Polystyrol. (Martin Beisse)

Antwort 2: Wenn man statt der Perimeterdämmung, welche unter der Abdichtungsebene der Sohle, nämlich unter der Stahlbetonplatte, liegt, ganz normale Dämmung nimmt, die man im Fussbodenaufbau integriert, wirds etwas kostengünstiger. Bei der Wand muss die Dämmung schon aussen liegen, da wäre eine Innendämmung nachteilig.

Zu Wärmedämmung unterm Estrich: wenn es einen Wasserschaden gibt, ist eh alles zu spät und getrocknet werden muss dann sowieso. Ein schwimmender Estrich trocknet sich besser als ein Verbundestrich oder ein Estrich auf Trennlage (das habe ich vergessen mit aufzuzählen, wobei auf Trennlage häufiger heutzutage ausgeführt wird als Verbundestrich, es sei denn es wird mal wieder etwas zusammengemurkst).

Im übrigen bitte ich zu bemerken, dass ich den Sinn von Wärmedämmung schon zu bewerten weiss. Auch die Stahlbetonstürze, die ich 1979 als Maurer hochgewuchtet habe, hatten aus guten Gründen HWL-Dämmauflagen (bei ner 365er Wand der äussere innen, der mittlere aussen und der innere ohne, da gabs sogar ne TGL für). Ich bin nur gegen schöngerechneten und schöngeredten Unfug und gegen Bauherrenverklapse.



Folie als Sperre gegen aufsteigende Feuchte

Frage: Wie dick muß die Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit (Z-FOLIE ) sein.
Haben ein schlüsselfertiges Haus bauen lassen. Laut Bauleistungsbeshreibung ist das Umfassungsmauerwerk ein zweischaliges Außenmauerwerk mit Luftschicht und entspricht der Mauerwerksnorm nach DIN. Alle Arbeiten sollen nach dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen ausgeführt sein. Die bei unserem Haus eingebaute Folie hat eine Dicke von höchstens 0,5 mm.

Antwort: Hallo "a.", gehen Sie in den Infobereich BAUTECHNIK, und da zur Seite zum Thema Bauwerksabdichtungen. Dort habe ich vor kurzem einen kleinen Beitrag genau zu dem Thema ergänzt (ganz unten auf der Seite). Diese Folien sind in der 18195 noch nicht richtig drin, d.h. Mindestdicken sind nicht festgeschrieben, es sind nur genormte Folien aufgeführt.
Ich zitiere: Aus DIN 18 195 Teil 4 ließe sich, so schreibt das Büro weiter, deshalb herleiten, dass nur solche Kunststoff-Folien für Horizontalabdichtungen geeignet seien, die entsprechend den in der DIN 18195 Teil 4 genannten Normen hergestellt wurden und diesen entsprechen.
Den Nachweis schuldet Ihnen die ausführende Firma. PS: dass es sich um Murks handelt, kann ich Ihnen jetzt schon sagen (weil 0,5 < 1,0). Teilen Sie der Firma mit, dass es sich um einen Mangel handelt und lassen Sie sich einen Sanierungsvorschlag unterbreiten (ggf. Zahlungen einstellen).



Fließend Wasser im Keller

Frage: Hallo, habe fließend Wasser im Keller. (kommt nach mehrtägigem Regen auf einer Länge von ca. 1,0m als Rinnsal an der Boden- Wandgrenze aus der Außenwand.) Es ist Oberflächenwasser, denn der Grundwasserspiegel liegt etwa 3m tiefer. Ausschachten ist an dieser Position kaum / garnicht möglich. Das angefüllte Erdreich ist stark tonhaltig. Wer kennt eine seriöse Firma im Postleitzahlenbereich 4xxxx R., welche fachlich kompetent ist und sich nicht auf meine kosten sanieren möchte. Ich brauch reelle Hilfestellung zu diesem Problem MfG S. K.

Antwort 1: Hallo, nach Ihrer Beschreibung kann es sich um Schichtenwasser handeln, das sich aufgrund des bindigen Bodens ansammeln kann. Wenn Aufschachten nicht geht, muss man von innen versuchen abzudichten. Offensichtlich ist die Abdichtung im Bereich des Fussboden-Xels kaputt. Die Fuge mit PU o.ä. abzudichten, dürfte erst mal genügen. Lassen Sie sich die Leistung von mehreren Firmen anbieten, in den Gelben Seiten werden wohl ein paar stehen. Dann können Sie die Angebote vergleichen. Interessant wird, ob Ihnen jemand Gewährleistung gibt.

Re: Danke für die Antworten zum meinem Problem Nasser Keller. Zur Erklärung: das Gebäude stammt aus 1980, Die Kelleraußenwände bestehen aus Hohlkammerschwerbetonsteinen. MfG S. K.

Antwort 2: Holhkammersteine bedeutet, dass jede Menge Verpressmaterial erst mal in den Hohlräumen der Steine verschwindet, ehe die eigentliche Stelle abgedichtet wird. Aber über den Zustand der Aussenwandabdichtung braucht man sich wohl keine Gedanken mehr machen. Statt PU o.ä. Kunstharzen kann man es da vielleicht besser mit Schleierinjektionen mit Polyacrylat-Injektionsgel versuchen. Fragen Sie mal unter 0351-4963802 nach, ob die Fa. T. Ihr PLZ-Gebiet bedient.



Nasser Keller - nachträglich abdichten

Frage: Hallo, habe fließend Wasser im Keller. (kommt nach mehrtägigem Regen auf einer Länge von ca. 1,0m als Rinnsal an der Boden- Wandgrenze aus der Außenwand.) Es ist Oberflächenwasser, denn der Grundwasserspiegel liegt etwa 3m tiefer. Ausschachten ist an dieser Position kaum / garnicht möglich. Das angefüllte Erdreich ist stark tonhaltig.
Wer kennt eine seriöse Firma im Postleitzahlenbereich 47495 Rheinberg, welche fachlich kompetent ist und sich nicht auf meine kosten sanieren möchte.
Ich brauch reelle Hilfestellung zu diesem Problem
MfG, S. K.

Zur Erklärung: das Gebäude stammt aus 1980, Die Kelleraußenwände bestehen aus Hohlkammerschwerbetonsteinen.

Antwort: Hallo, nach Ihrer Beschreibung kann es sich um Schichtenwasser handeln, das sich aufgrund des bindigen Bodens ansammeln kann. Wenn Aufschachten nicht geht, muss man von innen versuchen abzudichten. Offensichtlich ist die Abdichtung im Bereich des Fussboden-Xels kaputt. Die Fuge mit PU o.ä. abzudichten, dürfte erst mal genügen.

Lassen Sie sich die Leistung von mehreren Firmen anbieten, in den Gelben Seiten werden wohl ein paar stehen. Dann können Sie die Angebote vergleichen. Interessant wird, ob Ihnen jemand Gewährleistung gibt.

Holhkammersteine bedeutet, dass jede Menge Verpressmaterial erst mal in den Hohlräumen der Steine verschwindet, ehe die eigentliche Stelle abgedichtet wird. Aber über den Zustand der Aussenwandabdichtung braucht man sich wohl keine Gedanken mehr machen.

Statt PU o.ä. Kunstharzen kann man es da vielleicht besser mit Schleierinjektionen mit Polyacrylat-Injektionsgel versuchen. Fragen Sie mal unter 0351-4963xxx nach, ob die Fa. T. Ihr PLZ-Gebiet bedient.



KS-Keller-AW nachträglich abdichten

Frage: Hallo. Auf einer Bodenplatte eines 56er Siedlungshauses wurde eine Sandsteinmauer erstellt, diese auf der Außenwand mit "Sandputz" verputzt und mit Bitumen (Teer ?) gestrichen. Sehr krumm alles. Der Teer ist durch Wurzeln zerstört und die Wand ist feucht. Ich habe außen aufgegraben und möchte nun folgendes tun: Die Wand vom Teer befreien, mit Zementmörtel auf dem bereits vorhandenen Sandputz verputzen oder einschalen und Zementmörtel in die Verschalung laufen lassen. Anschließend mit Bitumen abdichten und mit 60 mm Styrodur und Kunststoffnoppenbahn abschließen.
Ist diese Vorgehensweise Ok ? Muss ich den Zementmörtel bis unter das Fundament laufen lassen ? Bitte um Unterstützung. Gruß AS

Antwort: Sehr geehrter Herr S., das Abdichtungssystem beginnt mit dem tragfähigen Untergrund. Ohne die Sache gesehen zu haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass der "Sandputz" halten wird. Besser dürfte sein, das lose und krümelige Zeug zu entfernen und einen Pinselglattstrich auszuführen. Dann ist der Untergrund eben und tragfähig.

Was Sie mit Bitumen meinen, weiss ich nicht, aber insgesamt ist die Grundidee zum Aufbau schon i.O. Zum Thema Bauwerksabdichtungen können Sie im Infobereich jede Menge nachlesen: schwarze Wanne, braune Wanne usw.

Jede Menge über Bauwerksabdichtungen

Noch ein wichtiger Hinweis: vergessen Sie über der vertikalen Abdichtung nicht die horizontale, sonst wird die Sache sinnlos.

Horizontale Abdichtung in KG-AW nachträglich

Frage: Hallo Hr. Bumann, wie kann ich ein bestehendes Mauerwerk aus Sandsteinen denn nach Ihrer Meinung noch nachträglich horizontal abdichten ? Gruß A. S.

Antwort: Hallo, Herr Schroth, wenn Sie eine Firma beauftragen, werden Ihnen die Augen tränen, wenn Sie erfahren, was das kostet. Solche Verfahren sind aufwändig, teuer und nicht immer und selten zu 100% wirksam.

Entweder erfolgt eine Injektion (Bohrlöcher mit Einpressnippeln, Epoxi, PU o.ä. oder Schleierinjektion) oder die Wand wird aufgeschnitten oder aufgesägt und dann kommt Bitumenpappe rein oder Edelstahlblech.

Je nach handwerklicher Fertigkeit können Sie sich entscheiden, selbst eine nachträgliche Abdichtung einzubringen. Dazu kommen Sie nicht umhin, eine Schicht Steine herauszunehmen. Am besten geht das, wenn Sie sowieso aussen aufbuddeln.

Als Abdichtung nehmen Sie eine Folie, Bitumenpappe (Dachpappe oder auch Elefantenhaut genannt) oder eben Edelstahlbleche. Der Untergrund muss eben sein. Danach kommen die Steine wieder rein und es muss alles vollfugig ausgeführt werden.

Da man nur ca. 75-100 cm - Abschnitte so bearbeiten kann, weil man sonst Setzungszerstörungen provoziert, ist klar, das das eine entsetzliche Fummelarbeit ist. Aber wenn Sie die Zeit und das Geschick haben, warum nicht?



Falsches Abdichtungssystem ausgeführt

Frage: Was kann man tun, wenn nach Fertigstellung eines Hauses festgestellt wird, dass statt einer Bitumendickbeschichtung wohl der Qualitätsstandard einer "weißen Wanne" bedarfsgerecht gewesen wäre ? Wie läßt sich der Qualitätsstandard trotzdem erreichen ? Über Informationen würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank im voraus. Freundliche Grüße, M.G.

Re: Hallo, ich kann mich gern kurz damit befassen. Sie müssen vorab 2 Dinge klären/beantworten:
1. was wurde vertraglich vereinbart?
2. was bedeutet "bedarfsgerecht"?   Mit freundlichen Grüssen M. Bumann

Info: Hallo Herr Bumann, danke für die schnelle Info.
Vertraglich vereinbart wurde eine Bitumendickbeschichtung. Da durch das Vorhandensein von Lehmboden jegliches Wasser kaum versickert und ich bereits eine feuchte Stelle im Kantenbereich meines Kellers endeckt habe ist mir an einer Lösung gelegen die unabhängig von möglichen Differenzen mit meinem Bauträger ein sicheres, wasserfreies Dasein auch im Keller beschert.

Antwort: Sehr geehrter Herr G., hier geht es nicht bloss um ein Mängelchen. Es wurde grob gemurkst, wenn der saloppe Ausdruck mal gestattet sei. Ehe man sich technischen Einzelheiten zuwendet, verweise ich auf den baurechtlichen Aspekt: es liegt ein Verstoss gegen grundlegende baugesetzliche Reglungen vor.

Ich zitiere als Beispiel §14 BauOBln: Bauliche Anlagen ... müssen so abgeordnet und beschaffen sein, dass durch Wasser, Feuchtigkeit ... Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen.
Wo auch immer Sie wohnen, in Ihrer LBO wird das nicht anders geregelt sein.
§ 18 BauOBln: Bauprodukte dürfen ... nur verwendet werden, wenn sie
1. für den Verwendungszweck ... von den technischen Regeln nicht ... abweichen
4. von allgemein anerkannten Regeln der Technik ... nicht abweichen
usw. usf.

Wo liegt das Problem? Bei bindigen Böden (Lehm) bilden sich Wasserschichten und -säcke, es entsteht drückendes Wasser. Das war vor Baubeginn bekannt, das geplante Abdichtungssystem muss zu den Bodenverhältnissen passen. Hier hätte eine sogenannte Wanne (schwarz / weiss / braun) ausgeführt werden müssen.

Es ist alles freizulegen und es ist eine nachträgliche geeignete Abdichtung anzubringen, z.B. 2-lagig bituminös. Oder man baut eine Drainige ein oder oder oder. Das Sanierungskonzept kann man nur vor Ort erstellen. Behalten Sie bei der nächsten Zahlung 20.000 EURO ein und fordern Sie mit Frist auf, ein einwandfreies Werk herzustellen.



Kellerwände völlig falsch gebaut

Frage 1: Hallo, nach dem Ausschachten unseres Kellers haben wir uns aufgrund von Wasseransammlungen dafür entschieden, die Kelleraussenwände 1,5m hoch in WU-Beton auszuführen, darüber wird dann mit Poroton weitergemauert. Zusätzlich will das Bauunternehmen den
Keller noch mit einer Dickbeschichtung versehen, auch den Beton-Anteil.

Ich habe bei einigen gelesenen Artikeln den Eindruck, dass WU- Keller mit einer zusätzlichen Abdichtung nicht gerne gesehen werden. Daher meine Frage: Hat die zusätzliche Abdichtung eines WU-Kellers irgendwelche Nachteile? Eigentlich kann es doch nur gut sein, sich zusätzlich abzusichern. Vielen Dank, J. M.

Antwort 1: Hallo. Der erste Nachteil: Sie bezahlen zu viel für eine doppelt-gemoppelte Sache. Wenn Sie WU-Beton haben, benötigen Sie keinen anderen Firlefanz.

Der Fehler besteht im Materialmix. Ich sehe keinen Sinn, nicht die Wand komplett in WU auszuführen. Sparen werden sie nichts und gewährleistungsmässig ist das ungünstig, weil eine WU-Wand entweder über OFG geführt wird oder nicht als solche richtig einzuordnen geht.

Grundsatz: entweder 100% WU oder Firlefanz, die Regeln der Technik sehen keinen Mix von Wand material und keinen Mix des Abdichtungssystems vor. Fragen Sie mal die Forma, ob die Ihnen auch 10 Jahre Gewährleistung auf dieses Experiment gibt.

Im Infobereich steht einiges dazu, aber auch in einem Fallbeispiel (GU/BT-Verträge) , wo es um Wasser im Keller geht. Am schnellsten finden Sie es mit Stichwortsuche. Wüncshe gute Unterhaltung.

Frage 2: Hallo Herr Bumann,
der Grund für den Mix Betonwand/Poroton liegt darin, dass der Keller bis ca. 1,30 m im Lehmboden steckt. Darüber ist normaler Sandboden vorhanden.

Normalerweise hätten wir am liebsten gar keinen Betonkeller genommen, da zumindest nach unserem Wissensstand das Raumklima darunter leidet (Wände nehmen keine Feuchtigkeit auf). Daher finden wir den Kompromiss mit dem weiteren hochmauern ganz gut. Desweiteren ist der WU-Beton ja auch nicht wasserdicht, sondern nur wasserundurchlässig. Mit der zusätzlichen Beschichtung dürfte doch gar kein Wasser(dampf) von aussen nach innen dringen.

Was ist eigentlich mit einem WU-Keller nach 20 Jahren? Ist dieser immer noch genauso dicht wie am Anfang oder lässt die Dichtigkeit evtl. nach? Wenn ich Ihren Kommentar richtig verstehe, gibt es aber grundsätzlich mit der zusätzlichen Beschichtung des WU-Anteils keine Probleme, bis auf die zusätzlichen Kosten?
Viele Grüsse, J.M.

Antwort 2: Herr Bumann hat Recht. Lassen Sie den Quark sein. Entschuldigung, dass ich es so deutlich sage. Wenn überhaupt was feuchte aufnimmt (wozu eigentlich?), dann der Putz. Abdichtung ist bei "weißer Wanne" nicht erforderlich, Dampfsperre aber schon. Wie sieht es denn mit der Dämmung aus? Alternativ können Sie eine "schwarze Wanne" ausbilden, also komplett gemauert und "schwarz" eingepackt. (Martin Beisse)

Frage 3: "Wie sieht es denn mit der Dämmung aus?" Das wäre die nächste Frage. Die Betonwände sind 30 cm dick. Gedämmt werden soll auf jeden Fall, zumal ein Raum als Büro oder Hobbyraum genutzt werden soll. Was wäre denn da zu empfehlen?
Gruss, J.M.

Antwort 3: Das Thema hatten wir schon mal im Forum behandelt: entweder aussen eine Perimeterdämmung (die dämmt auch, wenn sie in feuchter Erde liegt) oder innen eine Dämmung bei dem einen Raum.

Wenn der Keller nur zum Teil im Lehmboden steckt, ist das aus meiner Sicht trotzdem Unsinn mit dem geplanten System. Wenn ich als Planer Ihnen so was gezeichnet hätte, dann könnten sie mich dafür in die Haftung nehmen, eben weil es nicht regelkonform ist.

Wenn Sie es sich so von einer Firma andrehen lassen, ist das natürlich Ihr Ding. Ich rate ab.

Frage 4: Hallo Herr Bumann, erst mal Vielen Dank für Ihre Antworten.
Was mich bezüglich des Wandaufbaus noch interessieren würde:
Welche konkreten Nachteile können sich durch einen solchen Materialmix ergeben? Ist es nur, dass dies nicht regelkonform ist oder kann so etwas auch gravierende (statische?) Auswirkungen haben (z.B. starke Rissbildungen zwischen Beton und Poroton) oder beziehen Sie sich nur auf die Dichtigkeit der Wand.

Ich möchte halt nur wissen, worauf ich mich einlasse. Leider habe ich dieses Forum erst heute entdeckt. Das Verfahren ist aber bereits mit dem Bauunternehmen abgesprochen.
Was mich wundert ist, dass uns ein anderes Bauunternehmen in der Angebotsphase eine ähnliche Variante vorgeschlagen hatte: Die ersten 60 cm der Wand mit 24cm Beton (aussen) und 10cm KS-Mauerwerk (innen) und ab 60 cm komplett mit 36,5er KS hochgemauert.
Nochmals vielen Dank für die Infos.

Antwort 4: Wie man auf solch wirres Zeug kommt, erscheint mir nicht nachvollziehbar. Im Zweifelsfall würde ich mal in der Statik nachsehen. Falls es keine Statik gibt, würde ich einen Baustopp aussprechen. Zum Thema "Bauen ohne Statik" informieren Sie sich im Infobereich GESETZE BAU.

Absprechen können Sie alles mögliche, jedoch sind Sie Laie und Sie verlassen sich darauf, was Ihnen die Fachleute der Fachfirmen so auftischen. Sollte ein gewähltes Verfahren oder eine geplante Konstruktion nicht den Regeln der Technik enstprechen oder gar gegen Baurecht verstossen, trägt die Firma die Verantwortung - und nicht Sie, der sich hat in Unwissenheit überreden lassen.

Noch mal: ich sehe keinerlei Sinn darin, eine Kellerwand nicht in einer Stärke mit ein und demselben Material - wie in der Statik nachgewiesen - hochzuziehen. Da können Sie jeden Statiker fragen.

Antwort+: Diese Unsitte stirbt wohl nie aus? Also erstmal natürlich Ríßbildung, alleine schon wegen Kriechen und Schwinden und auch aus unterschiedlichen Dämm- und Temperaturverhalten. Dazu noch die Gefahr der Undichtigkeiten. Also: alles rückgängig machen und anständig planen. (Martin Beisse)



Vertikalfugen von 7,5 cm im Poroton-Mauerwerk

Frage: Sehr geehrter Herr Bumann, stieß gerade auf Ihre informative Seite und erhoffe mir nun Antwort auf folgenden Fragenkomplex. Beim derzeit im Bau befindlichen EFH bemängelte ich im Erdgeschoss Fugenbreiten (vertikal) von bis zu 7,5cm bei einer Nuth- Feder- Poroton- Ziegel- Verbauung. Aufgrund dessen behielt ich einen Teil der geforderten Teilzahlung ein. In der Folge bekam ich gestern einen mittleren Schock, denn nun sind viele der ursprünglich mit Mörtel verfüllten Vertikalfugen herausgeklopft worden, was teilweise zu einer weiteren Verbreiterung führte, und die entstandenen Hohlräume wurden mit Bauschaum ausgefüllt. Es handelt sich um Außenwände!!!
Frage: Ist dieser "Nachbesserungsversuch" bautechnisch tatsächlich akzeptabel? Mein Gefühl sagt mir nein, doch hätte ich gern eine Bezugsquelle (z. B. DIN oder Verarbeitungsvorschrift). Vielen Dank für Ihre Mühe. Einen schönen Gruß sendet C. M.

Antwort: Sehr geehrte Frau M.,   sind Sie sicher, dass Sie sich nicht vertippt haben? Ich meine 7,5 mm statt 7,5 cm. Da es sich um Aussenwände handelt, nehme ich an, dass mit einem POROTON Planziegel gemauert wird. Fugen von 7.5 cm wären dann grösser als die Nut und Feder, von Mauerwerk könnte man da gar nicht mehr sprechen (Abbruch wäre erforderlich).

Planziegel mit Nut und Feder sind sehr masshaltig, sie werden entweder in Mörtel eingetaucht oder der Mörtel wird mit Hilfe der Mörtelrolle aufgebracht. Die Stossfugen bleiben trocken, sie werden nicht ver- mörtelt. Bauschaum hat in Mauerwerk überhaupt nichts zu suchen.

Hier wird wahrscheinlich gepfuscht, dass die Heide wackelt. Aber mit Ferndiagnosen ist das so ein Ding. Am besten, Sie rufen morgen beim Hersteller an: (i.O. Tel.-Nr.). Verlangen Sie einen Fachberater vor Ort, der kann Ihnen da weiterhelfen.   Mit freundlichen Grüssen M. Bumann



Langlebigkeit von Gasbeton/Porenbeton-Häusern

Frage: Sehr geeherter Herr Bumann, was wissen Sie über die Langlebigkeit von Gasbeton / Porenbeton- Häusern und wie sieht es mit Renovierungsfähikeiten aus ? Viele Dank für Ihre Hilfe, M.

Antwort: Sehr geehrter Herr R., ich bin von der Langlebigkeit und der vielfältigen Eignung des Materials Porenbeton überzeugt. Leider werde ich weder von YTONG noch von HEBEL gesponsert, sonst würde ich diese Meinung im neuen DIMaGB-Newsletter verbreiten. "Mein erstes Haus" baute ich Anfang 1985 und man sagte damals nur Gasbeton zu dem Material. Also kann ich persönlich immerhin 15 Jahre belegen, in denen das Material der Wände keinen Schaden genommen hat.  

Ich habe aber schnell erkannt, wie wichtig es ist, dieses Material vor Nässeeinwirkung zu schützen. Das ist aber bei vielen Baumaterialien so: schnell aufgenommen aber schlecht bzw. langsam wieder abgegeben.   Für den eingebauten Zustand bedeutet das: hat man eine ordnungsgemässe horizontale Abdichtung (gegen auf- steigende Feuchte) eingebaut und auch an passiven bzw. konstruktiven Feuchteschutz (Wasserableitung, keine grossen Gesimse, Spritzwasservermeidung) gedacht, wird es auf ewig keine Sorgen geben.  

Für die Fassade bedeutet das, wie bei jedem Massivbau: den Putz schön in Ordnung halten (keine Risse und Abplatzungen oder Beschädigungen längere Zeit unbehandelt lassen), dann gibt es auch keine Feuchteschäden.  

Ausserdem haben mich die Materialeigenschaften überzeugt. Angesichts des um sich greifenden u-Wert-Wahnes hat Porenbeton eine Eigenschaft, von der leider niemand mehr redet: er speichert (was Mineralwolle ehr nicht vermag). Deshalb habe ich für mein Projekt Ko-Ne-Haus © DIMaGB auf Porenbeton für Wände, Decken und Dach zurückgegriffen.  

Mit dem Langzeitverhalten haben sich natürlich bereits Fachleute befasst. dazu empfehle ich Ihnen folgende Literatur:  
PORENBETON Bericht 1+2 Feuchtigkeitsverhältnisse in Aussenwänden und Flachdächern
PORENBETON Bericht 11 Wärme- und Feuchteschutz  
PORENBETON Bericht 15 Einfluss von Baustoff und Baukonstruktion auf den Wärmeschutz von Gebäuden  

Ich war - trotz positiver Annahmen - besonders von den tollen Werten zum Feuchteverhalten angenehm überrascht. Sie bekommen diese Unterlagen kostenlos frei Haus vom Bundesverband Porenbetonindustrie. Die Internetadresse finden Sie im Infobereich unter LINKLISTEN BAU bei Rohbau. Was Sie unter Renovierungsfähigkeit verstehen, weiss ich nicht, aber eines ist sicher: einmal vernünftig gebaut, ist nur noch der Aussenputz unterhaltungsbedürftig.

Re: Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für die schnelle Antwort. Die Hausfassade ist verklinkert - dies sollte eigentlich doch einen guten Nässeschutz bieten - oder ? Ansonsten lese ich erstmal die entsprechenden Berichte, nochmals vielen Dank und viele Grüße, M.R.

Antwort 2: Hallo, Herr R.,  natürlich ist eine Klinkerfassade am besten. Irgendwann werden mal die Fugen ausgebessert - und das wars. Aber bei Porenbeton genügt bereits ein zweilagiger Aussenputz.



Gründung im Fels, Drainage

Frage: Der Keller unseres Hauses liegt komplett im Fels und besteht aus einer 30 cm starken Bodenplatte und einer weissen Wanne 24 cm stark. Von außen wird eine 12 cm starke Perimeterdämmung angebracht.

Mit (Grund-) Wasser wird nicht gerechnet - nur mit dem normalen Oberflächenwasser. Es wird uns empfohlen, auf Drainage zu verzichten - da nicht notwendig. Es soll nur die Baugrube mit Kies aufgefüllt werden, der besonders gut das Oberflächenwasser abführen kann.

Muss noch etwas besonders beachtet werden?
- Schutz der Dämmung?
- Dampfsperre?
Der halbe Keller wird Hobbyraum. Kellerwände werden innen geputzt.
Danke für Ratschläge.

Antwort: Der Kies ist bei geeigneter Körnung eine Drainage. Wichtig ist, dass die sicher ableitung des gesammelten Wassers gesichert ist. Sonst haben Sie den Effekt einer "Wasserfalle". es sammelt sich in der Drainage und steht an der Hauswand - falscher geht es kaum.

Bei der Peimeter dämmung ist darauf zu achten, dass sie nicht wasserhinterläufig ist, aber das vermeidet man durch sorgsames Ankleben und Fugenverschluss. Schützen würde ich meine Perimeterdämmung allemal

Antwort+: Dampfsperre vergessen. Ja, die muß an der Wand außen direkt auf den beton und auf den Fußboden innen, bevor der Estrich reinkommt. (Martin Beisse)



Regenentwässerung an Drainage angeschlossen - kann das richtig sein?

Antwort:
Dränarbeiten

Grundlagen:
DIN 18308 (VOB/C)
Hiernach sind Dränarbeiten auszuführen für:
• Landwirtschaftlich genutzte Flächen
• Vegetationsflächen
• Sportplätze
und
• den Schutz von baulichen Anlagen
nach DIN 4095 „Baugrund – Dränung zum Schutz baulicher Anlagen
– Planung, Bemessung und Ausführung“

Eine Dränanlage ist ein unterirdischer Leitungsstrang und eine dazu gehörige Flächenentwässerung zur Abführung von sich im Bereich baulicher Anlagen im Boden befindlichen Wassers. Sie besteht aus:
• den Dränschichten
• den Kontroll- und Spüleinrichtungen
• den Ableitungen

Entwässerungsarbeiten:

Grundlagen:
• DIN 18381 (VOB/C) gilt zwar nur innerhalb von Gebäuden, verweist in 2.1 DIN-Normen in Regelwerken für die gebräuchlichsten Stoffe und Bauteile auf DIN 1986
• DIN 1986 Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke
Teil 1 Technische Bestimmungen für den Bau
Teil 4 Verwendungsbereiche von Abwasserrohren und –formstücken versch. Werkstoffe
Sowie Teile 30 bis 32
• DIN EN 1610 Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und –kanälen

Zur Grundstücksentwässerung gehört auch die Ableitung von Regenwasser. Hierzu gibt es Vorgaben zu Misch- und Getrenntsystemen, zur Rückstauebene, Entlüftung usw. Für Entwässerungsleitungen sind Druckproben durchzuführen, was bei Anschluss an Dränrohre schwer fallen dürfte.

Den Satz, dass man eine Regenentwässerung nicht an eine Dränage anschließt habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht liegt es daran, dass so blöd keiner denkt, wie bei Ihnen gebaut wurde. Dadurch wird der bestimmungsgemäße Gebrauch aufgehoben.

Wo steht eigentlich, dass man Phase und Nullleiter nicht auf eine Klemmstelle legt und dann das Licht anschaltet? Vielleicht ist es ja einfacher, sich mal aufzeigen zu lassen, wo steht, wie man Regenentwässerungen an Dränagen anschließt.

Nov. 2003



Bemessung Bodenplatte nach Bettungszahl

Frage: Lt. Baugrundgutachten für mein geplantes EFH mit Keller besteht der Baugrund aus Gehängelehm und aus von über 3 bis auf ca. 2,10m "unter 0" ansteigenden verwitterten Fels bzw. Felszersatz. Der Gutachter empfiehlt eine Gründung mit Streifenfundamenten auf den Felszersatz. Da die Baufirma nur eine normale (doppeltbewehrte) Bodenplatte giessen will, gab der Gutachter an, die Bodenplatte nach Bettungszahl 10.000 kN/m² zu bemessen.
Worauf muss ich achten, um ein Rissbildungsrisiko durch unterschiedliche Setzung zu vermeiden?
Vielen Dank im Voraus auch für einen "kleinen" Tip.

Antwort: Hallo, Herr H.,
wenn ein Gutachten beauftragt wurde, handelt es sich um einen Werkvertrag. Das bedeutet, der Gutachter haftet für etwaige Fehler und Nachlässigkeiten. Insofern gehe ich davon aus, dass er die Angaben zur Bewehrung bei vollem Bewusstsein so gemacht hat.

Am sichersten ist es allemal, auf festen Untergrund zu gründen, hier der Fels. Nun kann ich nicht nachvollziehen, warum die Firma das nicht "machen will". Dazu kenne ich die Vertragssituation zu wenig.

Eine "doppeltbewehrte" Platte ist gar nichts besonderes, man führt immer eine untere und eine obere Bewehrungslage aus, dazu kommen noch Bügel und diverse Zulagen (Momente. Querkräfte, Durchstanzsicherung usw.).

In Ihrem Fall  wird die Platte eben stärker bewehrt, damit sie sich nicht so stark verformt. Bettung bedeutet, sie liegt auf dem Baugrund auf, also gebettet. Und  je nachdem wie weich sie gebettet ist, kann es zu Absenkungen kommen, die noch dazu ungliech ausfallen.

Wenn später mal was schief gehen sollte, sind beide in die Haftung zu nehmen (Firma und Gutachter und eigentlich noch ein Dritter: der Statiker, wer auch immer das ist), weil beide einen Werkvertrag haben und einen Erfolg schulden.



Kombination von Kamin und Warmwasser-Wandheizung

Frage: Ich suche nach Informationen zu einer Kombination von Kamin (mit Sichtglasscheibe) und Warmwasser-Wandheizung. Es soll ein leichter Ofen mit wenig eigener Speicherfähigkeit (kleiner Raum) gebaut werden, an den eine mit durch den Kamin beheizte Wasser-Wandheizung angeschlossen werden kann. Wo gibt es Informationen zu geeigneten Kamineinsätzen und technische Schemata, anhand derer ein Ofen-Eigenbau konstruiert werden kann? Vielen Dank für Ihre Hilfe!!!

Antwort 1: Hallo, M.,
zunächst wäre das Konzept genauer zu umreissen. Denn vorab kann ich soviel sagen: nur mit Kamin funktioniert die Sache nicht. Man benötigt eine Permanent-Anlage, die dann durch den Kamin temporär unterstützt wird. Diese Anlage für dauernden Betrieb könnte eine Pelletsanlage sein. Darauf komme ich, weil Sie sich für Holz als Heizmittel entschieden haben. Die Idee ist gut, jedoch nur mit einem Kamin nicht umsetzbar.
Wahrscheinlich läuft das auf eine Anlagen-Kombination hinaus, wie ich sie im Ko-Ne-Haus entwickelt habe. Wobei ich schon verstanden habe, dass Sie keinen Kachelofen haben wollen.
Ich glaube, am technischen Grundprinzip kommt man nicht vorbei, wobei die Spezifikation für die Kombination mit Wandheizung lösbar ist.
Allerdings hat die Sache nur Sinn vertieft zu werden, wenn Sie die Realisierung ernsthaft vorhaben und auch Vorstellungen zum Kostenfaktor haben. Eine Lösung "von der Stange" kenne ich für Ihr Problem nicht, aber gemeinsam mit "meinem" Kaminbauer kann ich eine Lösung für Sie entwickeln.

Erläuterung: Erstmal vielen Dank für die Antwort!!! Also, ich beschreibe die Situation jetzt mal etwas genauer, vielleicht kommen wir dann schon weiter?
Es geht um das Haus meines Vaters, in dem auch bis jetzt ausschließlich mit Holz oder Kohle geheizt wurde. Es ist eingeschossig und hat nur 50qm Nutzfläche, unterteilt in Küche (eigener Ofen) und Wohnzimmer mit Kochnische, das durch eine Glasschiebetür vom Schlafraum abzutrennen ist. Die Wände wurden neu mit Lehm verputzt, darunter liegen die Heizungsschlangen.
Der Ofen soll Wärme für Wohn- und Schlafraum bringen, der Schornstein liegt genau am Übergang bei der Schiebetüre. Der Ofen soll nach Idee meines Vaters aus einer Kaminkassette selbst mit Lehm ummauert (leichte Bauweise) in beiden "Räumen" stehen und über Warmwasser auch Wärme an die Wände abgeben.
Also, es geht meinem Vater garnicht so sehr um eine Lösung, die qualitativ einer Zentralheizung gleichkommt, sondern eher darum, das Beste aus seinen (leider eingeschränkten) Möglichkeiten und den vorhandenen Gegebenheiten zu machen - irgendwann soll auch mal eine Gasheizung eingebaut werden, aber das ist in absehbarer Zeit leider finanziell nicht realisierbar, da das ganze Haus (mittlerweile 80 Jahre alt...) eine ewige Baustelle ist. Er ist auf der Suche nach Angaben zu verwendbaren Kaminkassetten und die Besonderheiten des Anschlusses an die Warmwasser-Wandheizung - Ventil, Drucksicherheit etc. - und ganz allgemein nach möglichen Bauweisen. Umgesetzt werden soll - muss! - das Projekt auf jeden Fall, da der alte Ofen schon abgebaut ist und in 3-4 Monaten wird´s wieder kühl...
Können Sie mir anhand dieser Informationen noch weiterhelfen?Nochmals vielen vielen Dank für Ihre Antwort sagt M.

Antwort 2: Hallo, M.,
nun bin ich doch eher dazu gekommen, auch hat es mich selbst interessiert. Ich mache keine Werbung, wenn ich nachher Fabrikate nenne, aber Beispiele kann ich nur anhand im Büro herumflatternder Prospekte nennen.

Fangen wir mit ein paar Grundlagen an. Zuerst mal eine kleine Preisübersicht. Wenn es spottbillig sein soll, geht man zum Baumarkt und kauft sich einen Kaminofen. Ein billiger kostet lächerliche 230 Euro (7 kW, bis 125 cbm RHV). Aber selbst 792 Euro für schönere Modelle sind noch human. Dann gibt es hin und wieder Aktionen z.B. bei H.. Das geht mit 2.116 Euro los und geht bis 5.500 Euro bei Kachelkaminen (www.)

Mit 7,0 kW kann man 125 cbm beheizen, das reicht schon für Wohnen und Schlafen. Denn die Küche hat ja schon einen separaten Ofen. Ich hab mal aus den dürftigen Angaben folgendes Modell abgeleitet: 6,0 x 8,3 = 50 qm, rechnen wir für die Küche 1/4 und teilen die 2 Räume im Verhältnis 3,5 : 2,5 ( x 6,2 m) auf, kommt man auf folgende angenommene Werte:
Wohnen 22,0 qm, 57 cbm
Schlafen 15,5 qm, 40 cbm
zusammen 37,5 qm, 97 cbm

Da die Kamine i.d.R. mit 7,0 kW beginnen, reicht das also dicke. Aber nun müssen wir nach den berühmten Heizschlangen suchen, die ja integriert werden sollen. Sie kommen nicht umhin, sich einen Kaminbauer auszusuchen und den BSFM anzusprechen.

Der Kaminbauer baut Ihnen die Kiste ein, nachdem er Ihnen ein Angebot gemacht hat und Sie beauftragt haben. Das Angebot kann er nur machen, wenn er weiss, wie die Örtlichkeit aussieht und was so an Schornsteinzügen vorhanden ist.

Der BSFM (Bezirksschornsteinfegermeister) ist Ihr Gott in schwarz. Er befindet darüber, was zulässig ist. Man kann ja nicht jeden Ofen an jeden Schornstein anschliessen. Er benötigt folgende Werte:
- vorh. Schornstein (kennt er aus seinen eigenen Unterlagen)
- Rauchrohrdurchmesser
- Abgasmassenstrom (g/s)
- Abgastemperatur (°C)
- notwendiger Förderdruck (Pa)

Der BSFM erstellt also eine "Gutachterliche Äußerung über die Möglichkeit der Errichtung oder Änderung einer Feuerstätte". Hierin sind enthalten:
- Angaben zum Schornstein
- Angaben über notwendige Arbeiten / bauliche Maßnahmen
u.a.

Der Kaminbauer macht eine Schornsteinquerschnittberechnung nach DIN 4705 T.1 bzw. den entsprechenden Nachweis. Die Berechnung bekommt der BSFM zur Abnahme. Der kamin sollte nach DIN 18890 bzw. DIN 18891 geprüft sein. Die Montage erfolgt nach der Feuerungsverordnung (FeuV) des jeweiligen Bundeslandes.

Soweit sei genug zum theoretischen Teil gelabert. jetzt kommen wir zum spannenden Teil:
KAMINEINSATZ MIT WASSERWÄRMETAUSCHER

Da gibt es den L. TOPAS W, der mit anschlußfertiger Komplettstation eingebaut wird. Das ist ein Kamin mit Sichttüre und einem Wasserwärmetauscher, der im Inneren des Ofens verschwindet. Alternativ: LEDA Karat W. Bestellen Sie unter Tel. xxxx-xxxxxx oder im Internet.

Der Kamin ist immer nur der Einsatz, die Oberfläche ist dann weitgehend variabel, ob Sie nun Kacheln nehmen oder Naturstein ist Ihrem Geschmack (oder Kontostand) geschuldet. Ich würde als Oberfläche Lehm nehmen, weil die Wände ja schon lehmgeputzt sind. Abstrahlungsmässig ist das auch super.

Sozusagen der Mercedes ist W., auch die haben Einsätze mit Wasser-Wärmetauscher. Sie bestellen per tel. xxxxx-xxxxx oder www..

Bestellen Sie bei H. unter xxxxx-xxxxxx den ausführlichen Prospekt über Heizeinsätze und lassen Sie sich Unterlagen schicken zu den Kaminöfen Sky und Skyline mit Warmwasser, also zum Anschluss an die Zentralheizung.

Dann gibt es noch B., die haben den HWM-HKD 4 als Heizwärmekessel. Den gibt es auch mit aufgesetztem Brauchwasserboiler. Tel. xxxxx-xxxx oder www..

Dann gibt es noch ... ein dutzend andere. Aber dazu kann Ihnen "Ihr" Kaminbauer mehr sagen (er will ja auch einen Auftrag haben). Obwohl ich nicht weiss, wo sie wohnen, empfehle ich Ihnen einen Kaminbauer, mit dem Sie sich nicht "anmeiern": Kamin-Schulze

So, das soll genügen. Ich wünsche gutes Gelingen. Und: berichten Sie über das Ergebnis.



Zwischendecke aus Holz bemessen

Frage: Ich möchte in unsere Garage einen Zwischendecke aus Holz einziehen. Ich muß dabei einen Abstand von 6,45m mit Balken überspannen. Die Garage ist 4,80m breit. Nun möchte ich wissen wie ich Balken und Bretter bemessen muß (und in welchem Abstand verlegen) um eine Tragfähigkeit von 100 kg/m² zu erzielen. Kann mir jemand weiterhelfen? Danke

Antwort: Hallo, Herr S.,
Ich gehe von Nettomaszen aus: 6,45 m x 4,80 m = 30,96 qm
Man legt die Balken natürlich über die kürzere Distanz, also die 4,80 m.
Zuzüglich Auflager rechnen wir also mit statisch wirksamer Weite von rd. 5 m.
Nun wählen wir noch einen praktikablen Balkenabstand: 80 cm.
So kommt man bei 6,45 m / 0,80 m auf 8 (+1 fürn Rand) = 9 Balken.
Wir nehmen mal an: 10 x 20 NSH GKl II (neu: S 10)
und darauf Bretter 16 mm, Balkenabstand = siehe oben 80 cm.
zul. sigma (b) = 100 kg/cm2 = 10 N/mm2

In den Formeln bedeutet z.B. ^2: hoch 2 also zum Quadrat
und für "Wurzel aus" fiel mir nichts bessers ein als \/.
x ist mal und / ist durch.

q = g + p = ((6,0 x 0,10 x 0,20 x 5,04 x 9 / 30,96) + (0,04 x 6)) + 1
q = (0,176 + 0,24) + 1 = 1,416 kN/qm
x e = x 0,80 = 1,133 kN/m.

M = q x l^2 /8 = 1,133 x 5,04 x 5,04 / 8 = 3,59 kN m

erf W = M / zul sigma (b) = 3,59 x 10^6 / 10 = 359 x 10^3 mm3

W = b x h^2 / 6 = 100 x 200 x 200 / 6 = 667 x 10^3 mm3

Das reicht ganz offensichtlich, sogar fast doppelt.
Sie können also auch 200 kg/m2 darauf legen.

Schnell noch nachgesehen, ob die Bretter halten:

M = 2,228 x 0,8 x 0,8 / 8 = 0,178 kN m

erf W = M / zul sigma (b) = 0,178 x 10^6 / 10 = 17,8 x 10^3 mm3

W = 1000 x 38 x 38 / 6 = 241 x 10^3 mm3

h = \/ 17,8 x 10^3 x 6 / 10^3 = \/ 106,8 = 10,33 mm

Also genügen bereits 16 mm Bretter und Balken 10/24 mit e = 0,8 m, damit man 200 kg/m2 lagern kann. Das sind handelsübliche Masze. Man kann nun noch hin- und herrechnen, z.B. mit Kanthölzern 8/16 usw. usf. Am Ende spart man wenig.

Mit der hier nachgewiesenen Tragkonstruktion (ohne Auflager und Befestigungsmittel !) geht man aber sicher, dass die Flächenlast nicht zu hoch wird. Denn wer garantiert denn, dass sich die 100 oder 200 oder sonstwieviel kg auch auf den vollen qm verteilen? Ausserdem habe ich nicht nach zul. Durchbiegung gerechnet, weil das Ihnen in der Garage wohl Wurst sein wird.


Inhaltsverzeichnis Teil 2

Siehe auch:



Riss in der Kellerwand

Frage: Hallo Forum, in der Außenwand (Beton) des Kellers (1FH 60er Jahre) ist ein durchgehender Riß. Die Wand grenzt außen aber nicht gegen das Erdreich, sondern an einen kleinen Geräteraum, der nur von außen über einer Treppe nach unten zugänglich ist, und dessen Decke die Terrasse bildet. man kann den Riß also von beiden Seiten aus sehen. Der Riß verläuft vom Fenster (Lichtschacht) zum Fußboden und klafft nicht, d.h. man kann nichts dazwischenschieben (Messer oder dergl.). Das dumme ist nur: Ab und zu dringt von oben durch den Riß Regenwasser von außen ein, und das ist dumm.
Ist es eine gute Idee, den Riß einfach von beiden Seiten mit irgendwas (wenn ja womit ?) zuzuschmieren, oder gibts da bessere Methoden, z.B. irgenein Material in den Riß einpressen ?

Danke für Antworten + Gruß, R. R.

Antwort: Hallo, RR, so wie Sie es beschreiben, handelt es sich um einen Harriss. Interessant wäre noch zu wissen, ob der riss senkrecht oder diagonal verläuft (zumindest fast, weil er meist den Stossfugen des Mauerwerks folgt).

Kaufen Sie sich etwas Gips und bringen Sie ein paar Plomben an, das kostet nicht viel und bringt interessante Erkenntnisse. Wenn in ein paar Wochen die Plombe(n) anfangen zu reissen, melden Sie sich noch mal.

Abdichten ist natürlich wichtig, am besten ist immer verpressen mit PU oder Epoxi. Das ist aber sinnlos, wenn sich Setzungen einstellen. Also: erst mal die Plomben beobachten, ob die reissen. Solange kann man provisorisch mit Klebeband das Eindringen von Wasser Verhindern.

Gemeint ist z.B. alukschiertes Klebeband, das dürfte halten, der Untergrund muss glatt sein. Ansonsten schmieren Sie provisorisch Silikon rein (das ist zwar Murks, aber im Bereich EFH achtet man erst mal auf die Kosten, ehe man sinnlos teuer investiert).

Gipsplombe bedeutet in der einfachen Ausführung: Gips anrühren und dann an mehreren Stellen einen dickeren fladen über den Riss klatschen, den man etwas später glatt streicht. Datum daneben schreiben.

Bei grossen BV nimmt man Rissmonitore, das hatten wir damals im Altbau vom Berlin Museum in grossem Umfange getan.

Wenn die Plome reisst, bewegt sich z.. Ihr Fundament und dann mus sman mal sehen, was los ist. Aber erst mal genügt es ja, mit einfachen Mitteln etwas festzustellen.



Starke Risse im Mauerwerk nach 6 Jahren

Frage: Bei unserem vor 6 Jahren fertiggestellten 2-FH treten starke Risse auf (Mauerwerk 36cm Poroton, Wärmedämmputz). Innen wurde vor 2 Jahren notdürftig repariert (Tapete ausgebessert). Im Aussenputz waren einige kleinere Risse, bei denen wir auf Ausbesserung verzichteten wg. des Aussehens. Seit diesem Frühjahr ist gegenüber eine grosse Baustelle. Es fahren schwere LKWs vorbei und die Baugrube ist mind. 5 Meter tief. Seither knackt es im Haus, die reparierten Risse sind wieder offen und es gibt neue, breite Risse  in der Aussenwand, die tw. auch innen zu sehen sind.

Fragen: Muss saniert werden, um die Wärmedämmung zu erhalten? Könnten statische Probleme bestehen?
Kann man unseren Bauträger noch heranziehen? Ein Haus muss doch so stabil gebaut sein, dass es LKWs auf der Strasse verkraftet.
Haftet der Bauträger der Baustelle gegenüber? Wenn ja, die Firma, die den Aushub gemacht hat oder die Firma, die den Bau in Auftrag gibt?

Es wäre nett, wenn sie mir sagen könnten, wo meine Chancen am grössten sind. Es sind wirklich sehr viele Risse und einen Neuputz nach 6 Jahren können wir uns nicht leisten. Vielen Dank für Ihre Tipps.

Antwort: Sehr geehrte Frau T., die Problemstellung ist zu komplex, als dass man sie per Ferndiagnose beurteilen kann.   Durchgehende Risse bedeuten Luftdurchlass und somit Wärmeverlust (was nutzt der Mantel, wenn man nicht zuknöpft?). Durchgehende Risse bedeuten auch, dass es ein Problem mit der Statik gibt (denn ein richtig gebautes Haus reisst ja nicht).  

Die Baugrube dürfte zu weit weg sein ("gegenüber" und nicht nebenan), als dass dies eine Rolle spielen dürfte. Wenn bereits vorbeifahrende Lkw genügen, dass die Risse grösser werden, könnte die Gründung unzureichend sein.  

Ob der Bauträger haftbar gemacht werden kann, ist - mal eben so - nicht zu sagen. Wenn er gravierende Mängel produziert hat (Statik), haftet er bis 30 Jahre.  

Aber man muss den Einzelfall beurteilen. Irgendwie muss das Gebäude saniert werden, dabei ist der Putz noch das wenigste. Ohne einen Fachmann werden Sie nicht weiter kommen. vielleicht sollte man mal die Fundamente freilegen und nachsehen, ob es Setzungen gibt.  

Wenn Sie zu einem Anwalt gehen, sollten Sie nicht gleich eine Vollmacht unterschreiben, eine Erstberatung tuts auch und 200 Euro sind weniger als eine Geschäftsgebühr nach BRAGO.



Streifenfundamente bei Feinsand?

Frage: EFH Massiv (KS) 80qm ohne Keller. Der Baugrund besteht bis in 8m tiefe aus Feinsand der bis in 2,5m tiefe schluffig ist. Auf dem 1,2 m tiefen Streifenfundament wird auf den äußeren Rand Schalsteine gemauert die mit Zement verfühlt werden und eine Eisenstrebe ringsum enthalten. Der Stein ist 25 cm hoch und 17 cm breit. Innerhalb dieser Schalsteine wird die Bodenplatte gegossen, die dann nur 15cm auf dem Streifenfundament aufliegt und außerdem durch eine dünne Folie von diesem sowie den Steinen und der Sandschicht (Boden) getrennt ist. Es gibt also keine Verbindung zwischen Bodenplatte und Streifenfundament. Da ich diese Bauweise noch nirgendwo gesehen habe, frage ich mich ob diese Bauweise üblich ist und was der Grund für diese Ausführung sein kann? Und bevor mir der Bauunternehmer was vom Pferd erzählt wollte ich mich hier Sachkundig machen.
Bedankt im Voraus für die Aufklärung

Antwort: Ich denke, es handelt sich nicht um Streifenfundamente. Das Tragsystem ist wohl eine Sohlplatte, also eine Flächengründung. Das erkennen Sie aus dem Schnitt bzw. aus der Statik. Die Sohle dürfte 20-25 cm stark sein und eine obere und eine untere Beweherungslage haben. Wenn die Sohle aus WU-Beton gegossen wird, braucht man nur noch eine Dampfsperre obenauf.

Was Sie als Streifenfu. bezeichnen, sind m.E. Frostschürzen, die verhindern sollen, dass der Frost unter die Sohle kriecht und Zerstörungen auslöst. Ein Streifenfu. soll ja mindestens 80 cm tief gegründet werden, Wasserleitungen sollten bei 1.40 m liegen.

Bei dem von Ihnen beschriebenen Erdstoff wüsste ich nicht, was eine Streifengründung bewirken soll, ausser mit der Zeit abzusacken. Jeder kennt den Ausdruck "auf Sand gebaut", das hat was damit zu tun. Sicherheit würde bei Feinsand nur eine Pfahlgründung (hier: 8 m tief) bieten, aber die ist sauteuer und überflüssig.

Bei der Sohle ist auf die Bettungszahl zu achten, d.h. unter Berücksichtigung aller Elastizitätsmodule (der Sand ist labberig, die Sohle biegt sich durch und wölbt sich) darf es nur gleichförmige Setzungen geben, die mit der Zeit abklingen.

Wenn Ihnen der Bauunternehmer in diser Richtung "was vom Pferd erzählt", könnte er sogar richtig aufzäumen. Aber beachten Sie bitte: Ferndiagnosen sind reine Vermutungen. Beim Hausbau gilt: Wissen statt Vermuten.



Risse in der Filigrandecke

Frage: Hallo , ich stehe kurz vor der Abnahme meines EH. Wärend des Abspachteln meiner Stoßfugen der Filigran Betondecken habe ich einen Riss entdeckt. Der Riss durchzieht die ges. Platte und ist an der breitesten Stelle ca. 1mm stark. Mit einer Richtlatte (alu) konnte ich einen Versatz festellen. Auch an der Stoßfuge. Frage : Sind solche Risse normal ? ( Setzrisse ) oder muß ich jetzt einen Gutachter beauftragen ( teures Geld).
Danke, f.e.

Wir wäre denn die fachgerechte Sanierung auszuführen?

Antwort: siehe hier (Link zu bauteam.org)
Direkt entstehen wahrscheinlich keine statischen Probleme. Die obere Bewehrung wird ja noch eingelegt und dann der Beton bis fast über die ganze Mauer vergossen. Der Riß wäre dann nur im Bereich der unteren Bewehrung, wo sowieso nur Zugkräfte auftreten, die sowieso von der Bewehrung aufgenommen werden müssen. Das Problem ist die Dauerhaftigkeit. Wenn der Riß nicht ganz fachgemäß saniert wird (ist ein leichtfertiger AN dazu in der Lage?) kann später die Bewehrung korrodieren, den Beton absprengen und versagen. (J. E.)

Mit Betonsanierungsspachtel. Wenn mit gipshaltigen Spachtelmassen gespachtelt wird. ist Rosten garantiert (dauert ggf. ein paar Jahre). Es gibt es extra Anleitungen zur Betonsanierung - aber die Praktiker wissen das z.T. besser (?) und nach ein paar Jahren ist die Gewährleistung abgelaufen.

Vielleicht ist es das Beste hier: unten Einschalen und Haftmittel auftragen und dann beim Gießen darauf achten, dass der Beton voll in den Riss läuft. Wenn erforderlich, muss dann der letzte Rest nach dem Ausschalen fachgerecht saniert werden. (J. E.)



Estrich 1: Trocknung & Ausführungskontrolle

Frage: Hallo, wir haben eine Doppelhaushälfte gekauft und bekommen in Kürze den Estrich. Was muss ich beachten hinsichtlich Trocknung und Überprüfung (ist alles in Ordnung).
Ich weiß nur, dass ein nicht sauber gelegter Estrich enorme Schwierigkeiten bereiten kann.
Leider bin ich als Laie nur den Aussagen des Estrichlegers bzw. des Bauträgers ausgeliefert und kann nur hoffen das alles seine Richtigkeit hat.
Gibt es auch für mich Überprüfungsmöglichkeiten.
Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten.
Gruß, D.

Antwort: Hallo, D., ich rate mal: Sie erhalten einen ZE20 mit 4-5 cm Stärke auf MiWo 22/20 oder auf Styropor 4 cm gelegt?

Dünner als 3 cm geht schon mal nicht, Bewehrung ist vorteilhaft, muss aber nicht sein - außer bei Fliesen, wobei eine Mindeststärke von 4,5 cm einzuhalten ist.

Interessant ist vor dem Estrichlegen zu sehen, wie ordentlich die Trittschalldämmung verlegt ist. Dasselbe gilt für die Folie.

Für die Dicke ist es sinnvoll, wenn vor dem Einbringen Höhenmarkierungen an die Wände gezeichnet wurden. So kann man am besten die Höhe kontrollieren.

Die Oberfläche muss eben, waagerecht und glatt ausgerieben sein. Interessant ist, wie bzw. womit ausgerieben wird.

Kontrollieren können Sie während der Herstellung nichts, weil ja die Flächen blockiert sind. Und wenn es keine Höhenmarkierungen gibt, kann man nur mittels Bohrkern nachträglich kontrollieren.

Sie können nach 3 Tagen selbst mit einer großen Wasserwaage nachsehen, ob Beulen und Senken vorhanden sind. Die DIN 18202 gibt die Toleranzen vor.

Sie müssen von einer Trockenzeit von 4-6 Wochen ausgehen. Eine Kontrolle erfolgt, indem der Bodenleger mit dem Gerät eine CW-Messung macht. Über 2% wird er sicher nicht anfangen.



Estrich 2: Toleranzen

Frage: Hallo, nachdem unser Estrich nun im Haus ist habe ich laienhaft mit einer langen Wasserwaage überprüft ob dieser auch gerade ist, bzw. im Wasser. Leichte Abweichungen konnte ich feststellen. (Man konnte einen Umschlag unter der Waage durchschieben (ab und zu). Welche Abweichungen sind normal und berechtigt bzw. welche Abweichungen muss die Estrich-Firma beheben????
Gibt es Toleranzen??? Vielen Dank für Ihre Antworten.
D.

Antwort: Hallo, D., das ist doch eine gute Oberflächengüte, wenn man gerade mal einen Umschlag durchschieben kann. Das bisschen spachtelt der Bodenleger ohne weiteres weg.

Die Toleranzen regelt die DIN 18202, wie ich unten schon mitgeteilt habe. da geht es aber nicht nach der Länge der Wasserwaage oder des Richtscheites, sondern nach dem Abstand zwischen zwei "Bergen". Das wären bei 1 m Abstand 4 mm zulässige Senke.



Anhydrit-Estrich ohne Fugen

Frage 1: Hallo! Bei unserem Neubau wurde ein Anhydrit-Estrich verwendet. Es wurden keine Fugen eingearbeitet - ist die nicht ein Risiko? Wer ist Zuständig für die Entfernung der Schlacke?
Vielen Dank. M.Z.

Antwort 1: Dann müssen die Fugen nachträglich hergestellt werden. Sonst wird der Estrich reissen, wenn man Glück hat nur in den Türbereichen (schmalste Stelle). Was ist mit Schlacke gemeint? Dreck wegräumen und den Vorzustand herzustellen, gehört zu den Nebenleistungen des AN.

Frage 2: Mir wurde gesagt, dass bei Anhydrit-Estrich keine Fugen benötigt werden, da dieser Estrich nicht reißt.??? Unter Schlacke verstehe ich die Oberfläche des Estrichs, der vor der Bodenverlegung entfernt werden muß (laut Aussage des Parkettlegers). Gruß, M.Z.

Antwort 2: Ich weiß nicht, was der Parkettleger meint. Wenn ich einen Estrich nach DIN bestelle, hat der waagerecht, eben und glatt ausgerieben zu sein. Da gibt´ s keine "Schlacke", nur glatte Oberflächen und rundum einen Randdämmstreifen.

Das einzige Problemchen: die Genauigkeit (Toleranzen der Oberfläche) bei Estrich und Belägen (Fliesen, Parkett, Teppich) sind nach DIN unterschiedlich, weswegen i.d.R. eine Spachtelung vorm Verlegen erfolgt (es sei denn eine Dämmmatte kommt unter Parkett bei schwimmender Verlegung).

Das "glatt ausreiben" entfällt natürlich bei Anhydrit, da sich das Zeug selbst nivelliert. Auf die Fugen kann man u.U. verzichten, wenn der Estrich bewehrt ist. Aber das kann man nur beurteilen, wenn man weiß, was dazu genommen wurde. Diese Bewehrung kann in Form von Fasern erfolgen. Dennoch kann das nicht unendlich große Flächen bedienen, weil jeder mineralische Baustoff, der nass/feucht eingebracht wird, schwindet.



Fensteranschluss & schadstoffarm/-frei bauen

Frage: Wir bauen aus gesundheitlichen Gründen ein schadstofffreies Holzständer- Haus das diffusionsoffen gehalten werden soll.( von außen nach innen: Weichfaser, 24mmHolzfasereinblasdämmung, 14mm Rauspund, Fermacell, Lehmputz). Nun möchte der Fensterbauer ein Kompriband einbauen. Meines Wissens ist dieses Material nicht baubiologisch unbedenklich. Darüber hinaus arbeitet das Fenster bekanntlich im Holzrahmen. Es wird mit Stopfhanf befestigt. Hier gibt es sicher große "Holzarbeit". Daher zwei Fragen:
1. Bleibt das Kompriband sicher mehr als als die vorgeschriebenen 25% seiner Dicke zusammengepresst, um nicht wie ein "Schwamm" zu wirken?
2. Gibt es eine Alternative?
3. oder sogar eine für diesen komplexen Fall sinnvolle Lösung??

Am Dienstag werden die Fenster eingebaut. Sie würden uns sehr mit einer baldigen Antwort helfen.
Mit freundlichen Grüssen, B.

Antwort 1: Was sagt denn Ihr Architekt dazu? Lassen Sie sich doch von dem beraten, am besten schriftlich, dann haftet er "ewig" für vielleicht entstehende böse Folgen.

Wer daran glaubt, dass Synthetikprodukte mehr als ein paar Jährchen irgendwas können, ist noch mehr auf dem Holzweg, als Ihre Holzschnipseln mit schimmelgefährlichen Lehmpampen. Oh, die Ökokrise!

Normalerweise verleistet man den Anschluss und stopft Hanf. Doch was bei Ihnen normal ist, kann ich nicht beurteilen. Warum eigentlich kein Bauschaum, wenn Sie schon auf Isofenstermüll (gar natur lasiert, oder?) - da gehe ich doch richtig, wat? setzen? Sparen Sie schon mal an auf das Austauschen der kondensierten Scheiben.

Tipp: Augen zu und durch! (Konrad Fischer)

Antwort 2: Die beschriebene Konstruktion ist sicherlich diffusionsoffen, der Wasserdampf dürfte kein Problem haben, sich in der Außenwandkonstruktion nach außen zu bewegen. Die Entstehung von Tauwasser sollte man für recht wahrscheinlich halten. Aber es gibt ja jemanden, der das so geplant hat.

Was ist "baubiologisch" und was ist "schadstofffrei"? Dazu fällt mir nur ein: so bauen, wie man vor langer Zeit 100e von Jahren lang gebaut hat bzw. bevor die Chemie Ihren "Siegeszug" begann. Heutzutage lässt man sich von blauen Engeln, Zertifikaten usw. usf. einlullen. Manchem reicht schon die Versicherung, dass kein blankes Zyankali aufgetragen wurde.

Ob es polige Tischlerplatten sind oder sonst was: überall ist irgendwelcher Mist beigemischt. Formaldehyde, Weichmacher, Chlor ... Leider gelten viele Produkte als unbedenklich, wenn man nicht beim ersten Mal einatmen tot umfällt.

Man kann nach DIN bauen und man kann nach traditioneller Baukunst bauen, man muss sich nur entscheiden, was einem lieber ist.



Fensteranschluss im Holzständerwerk-Haus

Frage: Ich habe mir vor ca. 4 Jahren ein Holzständerwerkhaus bauen lassen. Eigentlich bin ich sehr zufrieden, da der Pfuschanteil (bis jetzt zu erkennender) sehr gering und die Wohnqualität hoch ist.(Kein Ökoschuppen!) Die Hausabdichtung besteht aus Bitumenfaserplatten. Die Holzfassade ist mit Doppelverlattung vorgehängt.

Nun mein Problem: Keiner hat die Windlage so extrem eingeschätzt. Ca. 1 - 2 mal im Jahr, bei ungünstigen Wetterlagen tropft Wasser ins Haus. Der Wind drückt Wasser über die Fassade auf die Bitumenwand bzw. an den "Stellbrettern?" den Fassaden-Rahmen an den Fenstern vorbei. (Kein Kompriband eingebaut.)

Die Fenster sind nur mit Bauschaum (ich hab Ihre Ausführungen dazu schon gelesen) eingedichtet. Die Fenster liegen ca. 1 cm hinter der Bitumenfaserplatten-Aussenkante. Und nach langem Suchen habe ich festgestellt, dass genau dort das Wasser eindringt. Der Fensterbauer schiebt alles auf den Fassadenbauer.

Der Architekt ist sich nicht sicher. Der Fassadenbauer (Der Zimmermann, der das komplette Haus gebaut hat) ist pleite. Ich war freier Bauherr ohne Baufirma und hasse es vor Gericht ziehen zu müssen. Der Dachdecker sagt, dass die Fenster mit speziellen Bändern verklebt werden müssen. Die Fassade wird bei der Nachbesserung zum Teil zerstört werden.

Meine 1. Frage nun: Wer ist für die Dichtigkeit zuständig, wo gibt es entsprechende Vorschriften und Hilfen.

2. Frage: Meine Holz-Fenster bestehen aus keilverzapften kurzen Stücken. Diese Verzapfungen treten aus der glatten Oberfläche aus. Ist das so in Ordnung?

3. Frage Ich habe große Fensterelemente, die bis auf das Betonfundament reichen. Die unteren Holzteile sind jetzt ausgetauscht worden, weil verfault. Wie kann ich diesen Anschluß besser hinbekommen. Der Fensterbauer hat bei Neueinbau wieder gemurxt. (Dafür aber innerhalb 1 Woche eine Rechnung mit 5 Tagen Zahlungsziel geschrieben, die natürlich nicht bezahle.) Er hat jetzt aber ein Blech davorgesetzt, damit man die Faulstellen erst nach der Garantie sieht. J.W.

Antwort: Sehr geehrter Herr W., zunächst wäre zu prüfen, ob es sich um Planungs- und Ausführungsfehler handelt. Von einem Architekten schrieben Sie ja. Kommen noch Überwachungsfehler dazu?  

Zur Dichtigkeit gibt es zig DIN, hier die wichtigsten:
- DIN 4108 Wärmeschutz
- EnEV Energieeinsparverordnung
- DIN 18355 Tischlerarbeiten
- DIN 18351 Fassadenarbeiten

Für den dichten Anschluss der Fenster ist der zuständig, der sie einbaut.  

Wenn sich Keilverzapfungen etwas verziehen, ist das weniger schlimm, solange die Oberfläche nicht aufreisst (nur die Struktur wird sichtbar). Da hilft noch beischleifen und nachbehandeln.  

Wenn Holzfenster bis zur Betonsohle heranreichen und verfaulen, war der Korrosionsschutz falsch. Z.B. keine bituminöse Trennlage. Oder keine vernünftige Wasser- ableitung (passiver Korr.schutz).



Fenstereinbau im Fachwerkhaus

Frage: Wie sollten Fenster in ein Fachwerkhaus eingebaut werden - aussen bündig, innen bündig oder mittig der Laibung? Zu finden sind mehrere Varianten. Mir sind die Vor- und Nachteile unklar bzgl. z.B. Taupunktbildung.

Antwort: Sehr geehrter Herr H., die genaue Einbauposition ergibt sich zuerst einmal aus der Fensterart: - Kasten - Verbund - Einfach (ISO) Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, braucht man nicht nachdenken, weil dann die Vorgabe da ist. Typisch für Fachwerkhäuser sind fassadenbündig eingebaute Fenster.  

Hat man gestalterischen und konstruktiven Spielraum, sollte man zusehen, ob man in der Planung Fenster- öffnungeen mit Anschlag hinbekommt. Daraus ergibt sich ein günstigerer Isothermenverlauf durch Leibung und Rahmen. Ansonsten dürfte es hinsichtlich Taupunkt weitgehend egal sein, wo das Fenster sitzt, wenn man sowieso eine stumpfe Leibung hat.  

Denn wie sieht die Einbausituation aus? Seitlich (o/u) das Wechselprofil als Leibung, wo mehr oder weniger gekonnt das Rahmenprofil anschliesst. Wenn dann noch ein paar Vollidioten Bauschaum in die Fugen schmaddern und dann fix verleisten, ist jede geistige Betätigung hier für umsonst.  

Die Anschlusssituation ist ein hochsensibles Detail. Der Idealzustand ist nach meiner Auffassung: - etwas eingerückt (passiver Korrosionsschutz) - möglichst Anschlag - ersatzweise Verleistungen - korrekter Anschluss an das Bauwerk.



Dichtigkeit im Industriebau

Frage: hallo zusammen, ich bin interessiert an informationen zur dichtigkeit im industriebau nach enev.
spezieler fall: kann man die schnittstelle isowand / isodach (beides stahlsandwichelemente) nach regel der technik luftdicht ausbilden? gibt es hierzu schon stellungnahmen?
vielen dank fuer die hilfe, c.

Antwort: Zitat: "Es gibt nun zwei wichtige Neuerungen zur Fugendichtheit, die zukünftig zumehr Beachtung des Themas führen müssen. Seit Erscheinen der DIN 18542 "Abdichten von Außenwandfugen mit imprägnierten Dichtungsbändern aus Schaumkunststoff" im Januar 1999, ist endlich klar, was "Stand der Technik" bezüglich der erforderlichen Luftdichtheit solcher Dichtbänder ist. Dort steht nämlich zu lesen, dass bei beiden Beanspruchungsgruppen der a-Wert der Dichtbänder < 0,1 m3/(h m (da Pa)n) zu sein hat.
Das heißt,..."

Mehr dazu findet man unter http://www.ifbs.de/
Ausserdem empfehle ich http://www.hsw-si.de/

hier findet man jede Menge CAD-Details als pdf und dxf, wo insbesondere die Dichtbänder dargestellt sind.



Lehmofen & Lüftung

Frage 1: Ich möchte einen Lehmofen bauen, der mein zum Niedrigenergiehaus umgewandeltes altes Buernhaus alleinig behizen und im winter warmwassererzeugen soll. im sommer geschieht dies über sonnenkollektoren.
vorgestellt habe ich mir, dass ich unter der grossen oberfläche des ofens mit sitz/liegeplätzen kupferrohre einbaue, die ein steuern der ofenoberfläche ermöglichen soll. wird er zu heiss, beschleunige ich den wasserdurchsatz. in der übergangszeit kann so auch der nicht eingeheizte ofen über den pufferspeicher (sonnenkollektoren) erwärmt werden.
würde mich über erfahrungen und meinungen sehr freuen.
liebe grüsse m. aus t.

Antwort 1: Hallo, M. aus T.,
eine gute Idee ist das mit dem Lehmofen. Allerdings müssten sie das Konzept etwas genauer erklären:
- werden zusätzlich Heizkörper eingesetzt?
- oder Wandheizflächen?
- oder versorgt der Ofen zentral gelegen mit Strahlungswärme?
- erstreckt sich die beheizte Wohnfläche auf 1 oder mehrere Geschosse?
- womit soll geheizt werden?

Wahrscheinlich kommt das von Ihnen angedachte Konzept meinem KoNe-Haus (C) recht nahe. Ich gehe von automatischem Betrieb aus, man kann aber auch einen Brennvorrat einstapeln. Interessant finde ich, neben der optionalen Kombination mit ST, eine Kombination mit Kamin.

Zum Thema WW-Bereitung steht übrigens hier im Forum ein (hoffentlich) interessanter Beitrag vom 15.06.2002, wo Marie zur Kombination von Wandheizung und Kamin angefragt hatte. Hier ist der Link dazu:
Warmwasserheizung mit Kamin kombinieren (dead link, 29.01.2005)

Und über diesen Link gelangt man zur Vorstellung des

Kachelofen-Niedrigenergiehauses

Wenn Sie sich alles mal angesehen haben, können wir gern weiter Gedanken dazu austauschen. Ich finde diese Thematik interessant und zukunfstweisend. Ausserdem würde es mich interessieren, wie der Schornsteinfeger bei Ihnen an solche Dinge heran geht.

Frage 2: Hallo Herr Bumann,
zuerst einmal ein herzliches dankeschön an den betreiber dieses forums, das einzurichten und zu betreiben sicher einen grossen aufwand darstellt. jedoch rechtfertigt das ergebnis sicherlich diesen aufwand und bringt viel information allen interssierten.
Habe auch die Links gelesen. Ein Punkt erscheint mir doch etwas fragwürdig und zwar ist dies der Energieverlust durch Wohnraumlüftung. Ich denke mir, dass bei einer hygienischen Luftraumwechselrate von durchschnittlich einmal pro stunde der energieverlust deutlich höher ist. Verschiedene Zungen gehen von ca. 30% Heizenergieverlust aus, wenn ich nun nicht ganz falschliege.
Aus diesem Grund möchte ich zumindestens aus Küche und Feuchträumen die Luft absaugen und durch die koaxiale Führung gemeinsam mit der frischen Luft in Wickelfalzrohren einen gewissen Wärmetauschereffekt produzieren. Betrachtet man die Funktionsweise der angebotenen Wärmetauscher ohne Wärmepumpe schätze ich den Wirkungsgrad durch die spezielle Luftführung und die zwangsläufig damit verbundene Wärmetauscherfläche vergleichbar hoch ein. Auf jeden Fall übertrifft die Aufwendung (Ventilatorstrom) die eingesparten Heizenergie bei weitem, mit dem vorteil der frischen luft und dem kühlungseffekt im sommer. (erdregister)
Sollte ich die Frischluft durch den Ofen direkt erwärmen? Optional? (siehe weiter unten!)

Meine hütte benötigt sicherlich noch viel ideen und energie, aber ich bin mir sicher, dass das endergebnis unsere erwartungen übertreffen wird.

Das haus mit der grundfläche von 9x9m wird in allen drei ebenen wohnmässig benützt. oben im ausgebauten dachboden zum schlafen, in der küchenebene zum kochen und aufhalten, und im gartengeschoss sind noch zwei büroräume und eine sauna/dampfbad/hammamlandschaft.

Die (mittlere) küchenebene wird direkt über die strahlungswärme versorgt, das obergeschoss wird hypokaustisch über gemmauerte Schächte (welcher Querschnitt?) mitversorgt.
tja, und hier bin ich nun am ende meiner kunst angelangt, im gartengeschoss müsste ich also mittels heizkörper oder fussbodenheizung die wärme verteilen. Oder soll ich den ofen zweistöckig anlegen? oder hypokaustisch die beiden oberen geschosse versorgen?

Brennmaterial soll in jedem Fall langes Stückholz sein (aus eigener Produktion.....)
Das wäre natürlich auch eine Variante: Einheizen im unteresten warmen Geschoss, Versorgung der oberen Räume durch Warmluftwandheizung...........

Wobei in diesem Fall trotzdem eine zusätzliche Wärmeverteilung erfolgen muss, schlieslich sollen die Büros mit Türen versehen sein. Komme ich also um eine Warmwasserheizung nicht herum?
Fragen über fragen, freue mich auf jedes Kommentar!
Liebe Grüsse aus dem regnerischen T. M.

Antwort 2: Hallo, M., ich kann Ihnen auch Beispiele nennen, wo die Lüftungswärmeverluste 40 oder gar 50% der Gesamtwärmeverluste betragen. Das sind Berechnungen nach EnEV. Bsp.: freistehendes, zweigeschossiges Einfamilienhaus mit 218 m² beheizter Wohnfläche,
Keller unbeheizt, NEH mit PUR. Anteil Lüftungswärmeverlust: 39,3 % (10.200 von 26.000 W/K). Rechnet man hier die Wärmegewinne i.H.v. 9.300 kWh/a dazu, kommt man auf einen Jahres-Heizwärmebedarf von 16.700 kWh/a bzw. 64,12 kWh/a x qm.

Aber was sagt Ihnen bei diesem Beispiel der Wert 39,3 %? Er drückt eine Relation zwischen zwei berechneten Werten aus. Dazu kommen weitere berechnete Werte, welche die Verluste kompensieren. Die Frage ist, inwieweit man diese berechneten Werte für sein eigenes EFH heranziehen sollte. Folgende Einflussgrössen sind bei diesen Berechnungen weitgehend unberücksichtigt geblieben: solare Gewinne der Wand, Einfluss des Speicherverhaltens.

Dieses Thema ist allerdings zu komplex, als dass ich es hier behandeln sollte. Wer mag, kann ja im Infobereich BAUPHYSIK sowie im Infobereich GESETZE (hier zur EnEV) nachlesen. Durch - mehr oder weniger - geistvolle Kommentare diverser Obergelehrter hier im Forum wird das Ganze noch etwas illustriert. Letztendlich finde ich es wiederum interessant, wenn man sich mehr mit gemessenene Werten gefasst. Deshalb bin ich ja noch auf der Suche nach Daten. Aber dennoch mein Grundsatz: glaube ein jeder, was er mag.

Auch finde ich, dass man niemeandem Vorschriften machen soll, was er gut zu finden hat. Sie haben ein Faible entwickelt, viel technik einzubauen und wenn ich es mir oben durchlese, wird aus einem Bauernhaus ein Hightec-Bunker. Aber warum nicht? Bei allem Verständnis für Technikbegeisterung und Sparwillen möchte ich dennoch empfehlen, auch zu überlegen, ob das Ganze wirtschaftlich ist.

Wie hoch sind die Investitionskosten für eine kontrolioerte Wohnungslüftung? Eine einfache Abluftanlage kostete 1993 30-40 DM/qm Wfl. (EFH: 3.500-4.500 DM), mit Wärmerückgewinnung 80-120 DM/qm Wfl. (EFH: 9.000-15.000 DM incl. Planungskosten). Zum Vergleich: die damaligen Werte für den Wohnungsneubau lagen bei 1.800-2.200 DM/qm Wfl. Das sind doch auch recht interessante Werte?

Ich würde mich folgendes fragen:
1. was kostet der Spass und was nützt er?
2. warum hat es über etliche Jahrzehnte funktioniert, indem man mit der Fenster-auf-Methode gelüftet hat?

Noch dazu, wo ein Lehmofen mit Holzscheitbefeuerung geplant ist, Holz nachwächst und wahhaftig nicht die Welt kostet (und schon gar nicht die Preisentwicklung von Öl und Gas mitgemacht hat und mitmachen wird). Hier müssen sie doch mit ganz anderen Konzepten herangehen.

Zum einen beheizen Sie mit Strahlungswärme. Das ist doch ganz was anderes als Heizen mit Heizkörpern (Konvektion). Um Behaglichkeit zu erreichen, benötigen Sie geringere Temperaturen. Der Aufheizprozess der ausgewechselten Raumluft verläuft auch anders.

Wie die Ofenanlage aussehen soll, hängt weitgehend davon ab, wie Sie sich das Wohnen vorstellen. Dazu gehört eine prinzipielle Einstellung zum Schlafen: bei offenem oder geschlossenem Fenster. Das ist mehr ein "baupsychologisches" Thema und sicher für viele zu abstrakt, weil nicht in Formeln zu schmieden. Ich z.B. will bei offenem Fenster schlafen und da sind mir die paar Wärmeverluste Wurst.

Das bedeutet ja nicht, im kalten Winter das Fenster voll aufzureissen. In der Heizperode genügt ein angekipptes Fenster (auch bei windstille), um den Koheldioxidgehalt unter 0,1 % Raumluftanteil zu halten. Wenn Sie im Schlaf um die 20 Liter CO2 je Stunde ausatmen und dazu ca. 45 g Wasser, sind das bei Hausarbeit schon um die 65 Liter CO2 und 90 g Wasser.

Das bedeutet, wenn ich mir schon eine teure Lüftungsanlage einbauen will, muss gut überlegt sein, wie die arbeiten soll, damit es effektiv ist. Dabei spielen Wirkungsgrad, technische Ausstattung, Belegungsgrade- und Intervalle sowie Nutzungsüberlegungen, hygienische Bedingungen eine Rolle.

Zurück zu den Kosten: Bei einer Luftwechselrate 1 verbraucht man in einer 75 qm Etagenwohnung knapp 700 l Öl im Winter, beim 140 qm EFH sind es schon 1.250 l. Das klingt beeindruckend, aber wie hoch soll denn die Luftwechselrate sein? Wer sagt denn: 1? Warum soll man nicht nach Bedarf lüften und stattdessen nach DIN (oder bei Ihnen: SIA)?

Fragen wir uns noch mal, wozu wir lüften. Das Ziel besteht darin, schädliche Stzoffkonzentratuionen in der Raumluft zu beseitigen:
- Wasser
- CO2
- Luftschadstoffe (Teppiche, Möbel, Farben usw.)

Dieses Problem dürfte für jeden Raum individuell zu definieren sein. Und zum Abschluss noch ein Denkanstoss: wie bringe ich die Lüftungsanlage dazu, gleichmässig zu lüften, das heisst weitgehend alle Bereiche zu erfassen?

Nun zum Ofen, ich gehe von folgender Nutzungsverteilung aus:
- EG: Büros
- OG: Küche + Wohnen
- DG: Schlafen

Ich würde den Ofen im EG anordnen (was Sie Gartengeschoss nennen). Wenn es geht, wird er zentral angeordnet, um alle Räume mit Strahlungswärme zu versorgen. Die Sauna bekommt natürlich ein paar Fb-Heizung-Schleifen.

In der Küchenebene wird er durch eine Kombination von Koch- und Backofen ergänzt. Vielleicht ist auch noch ein kleiner Kamin möglich. Ich rede immer noch von Beschickung mit Scheitholz.

Im OG im Schlafbereich ist zu prüfen, ob die Abwärme vom Schornstein und der Wärmedurchgang durch die Decke zum unbeheizten Bereich genügen. Behaglichkeit bedeutet nach meiner Vorstellung hier: nur keine Heizung und Lüftung kittels Fenster.

So muss man sich sein eigenes Nutzungskonzept erarbeiten. Und wer soll es besser wissen als Sie selbst? Im nächsten Schritt werden die Erfordernisse zur Schornsteinanlage beleuchtet: wieviele Züge, Querschnitte, Zuluft, Material usw. Da werden Sie ohne kaminbauer nicht glücklich und über Hypokaustenquerschnitte sollten wir uns hier nicht unterhalten.

Noch ein paar Tipps / Überlegungen:
- bei solarer Unterstützung sollte man einen Schichtenspeicher nehmen
- den Speicher sollte man nie nur in der Mindestgrösse nehmen
- für Scheitholz gibt es auch die Möglichkeit der Vergasungsanlage (wie früher die Vergasungsmotoren)
- bei einer Lüftungsanlage soll man auch über hygienische Aspekte nachdenken



Putzanschluss Fenster

Frage 1: Hallo, wir wohnnen seit 6 Monaten in einem neuen Fertighaus. An einem der Fenster ist zwischen Außenputz und Kunststofffensterrahmen ein Spalt von bis zu 2mm entstanden. Auf Reklamation teilte die Frima mit, dass dies auf Grund der unterschiedelichen Wärmeausdehnungskoeffizietnen normal sei. Ist das tatsächlich normal oder müßte da keine dauerelastische Fuge o.ä. hergestellt werden.
M.

Antwort 1: Hallo, M., ich glaube, man hat Ihnen erzählt, im Himmel wäre Jahrmarkt. Natürlich ist der Hinweis auf die Wärmeausdehung richtig, aber gerade das ist ja eine Sache, die konstruktiv zu berücksichtigen ist.

Dass die Koeffizienten der Wärmeausdehnung bei PVC, Holz (der Rahmen Ihrer Aussenwand) und Putz (mineralisch odeer Kunststoffpampe?) unterschiedlich sind, ist als bekannt anzunehmen. Daher muss die Errichterfirma Vorkehrungen treffen, dass solche Ausdehnungen zu keinen Schäden führen.

Bei dem von ihnen geschilderten Fall denke ich, dass es eher um das Problem des Schwindens geht. Denn was müssen das für Temperaturen oder Abmessungen sein, die zu 2 mm führen? Noch dazu, wo sich die Stoffe bei Wärme ausdehnen. Das führt dann zu Zwängungsspannungen, Abplatzungen usw.

Genaueres kann man nur sagen, wenn man das Detail des Fensteranschlusses incl. des Putzträgers kennt.

Sicher ist jedoch, dass es sich um einen Mangel handelt. Denn nach VOB/B DIN 18355 muss nach 3.5.3. die Abdichtung zwischen Aussenbauteilen und Baukörper dauerhaft und schlagregendicht sein. Bei einer Fuge von 2 mm dürfte das nicht der Fall sein.

Interessant wäre es nun zu wissen, was für ein Abdichtsystem ausgeführt wurde. Ist denn eine Abdichtung integriert, z.B. Kompriband, Moosgummi, Folien oder was auch immer? Das können Sie mit einem einfachen Selbsttest prüfen:

Sie nehmen irgendwas, mit dem Sie Wasser in die Fuge bringen. Wenn eine Abdichtung vorhanden ist, muss ja das Wasser unten aus der Fuge wieder rauslaufen. Bedenklich wirds, wenn das Wasser "irgendwo" verschindet. Dann können Sie sich vorstellen, wie die Aussenwand in ein paar Jahren aussehen wird.

Mit einer dauerelastischen Fuge wird man nicht viel erreichen. Das sind immer Wartungsfugen, die selten abdichten. Fragen Sie weiter, wenn Ihnen das nicht reicht.

Frage 2: Hallo, laut Aussage des Herstellers wurde ein "Teerband" zwischen Armierungsputz und Fensterrahmen gelegt. Beim Putz handelt es sich um einen Acrylputz. Die Sache mit dem Wasser einspritzen werde ich noch ausbrobieren.
Gruß, M.

Antwort 2: Ja früher, da hat man mineralisch gebaut: Steine, Ziegel, Putz, Mörtel. Und was für schöne Gründerzeithäuser es noch heute im Stadtbild zu bewundern gibt.

In einem massiv erreichteten Altbau wurden weitgehend maszhaltige Fensteröffnungen gemauert, dort wurden passgerechte Fenster eingesetzt, welche sauber eingeputzt wurden. Alles ohne Chemie-Firlefanz - und es hat viele Jahre gut funktioniert.

Übrigens: der name Moosgummi stammt schon von der alten Überlieferung her, dass man früher auch mit Moos abgedichtet hat. In unseren "modernen" Regeln der Technik werden solche Verfahren, die über hunderte von Jahren Bestand hatten, nicht mehr geführt. das liegt aber auch daran, dass sich die definition geändert hat: "eingeführte Bestimmungen" ersetzen heute das, was mal etliche Jahrzehnte lang angewendet wurde.

Das von Ihnen erwähnte "Teerband" kann aber nur die halbe Wahrheit sein. Es handelt sich um ein Fertighaus, das bedeutet im Werk werden Holzrahmen vorgefertigt, die man mit Dämmung, Wind- und Dampfsperre füllt und dann mit Platten bekleidet (oft GK innen und OSB o.ä. aussen).

Dann sitzt das Fenster in einem Loch in der Wand, welches durch einen Wechsel gebildet wird. Das heisst, eine rechteckige Öffnung wird durch die Kanthölzer gebildet. Interessant ist doch nun: wie sitzt denn das Fenster darin? Wie wird abgedichtet, wie wird die Dampfsperre angeschlossen?

Das ist schon etwas anders als in einer Massivwand, wo vielleicht sogar noch ein Anschlag gemauert wurde. Das sog. Teerband mag ja den Anschluss Putz - Fenster abdecken, aber was ist mit den Fugen Fenster - Rahmen?



Bauwerksanschluss an unebenem Mauerwerk

Frage: Sehr geehrte Damen und Herren, an den Giebel eines bestehenden, alten Gebaeudes aus Blaustein (Baujahr 1890) soll ein Holzanbau angeschlossen werden.

Die Wandoberflaeche des Blausteinmauerwerks hat eine Oberflaechenrauhigkeit von 3-4 cm. Dagegen sollen Holzbalken wind- und wasserdicht angeschlossen werden. Die Planung ist noch nicht abgeschlossen und es stellt sich die Frage, wie das Problem am besten zu loesen ist.
Herzlichen Dank im Voraus. Mit freundlichen Gruessen B. B.

Antwort: Wer macht denn diese Planung, die noch nicht abgeschlossen ist? Ich würde das Mauerwerk schlitzen und ein U-Profil aus Alu einsetzen. Das wird angedübelt und mit speziellem Mörtel eingesetzt. Das ist dann 100% dicht.

Dann kann man beim Holztragwerk ebenfalls ein U-Profil einsetzen. Wenn man nun ein Paneel einschiebt, dürfte erstens genug Toleranz da sein, dass Bewegungen des Holzes nicht stören und dicht dürfte es auch sein.

Das ist natürlich nur eine prinzipielle Lösung, das Detail kann man nur genau definieren, wenn man die örtlichen Verhältnisse kennt, so wie es SI oben schon gesagt hat. Aber es gibt eben auch Lösungen ohne Fugen, die man mit irgendwas zuschmiert.

Die U-Profile stehen mit der offenen Seite gegenüber und sie sollten etwas tiefer als breit sein. Man darf sich keine Riesenprofile vorstellen und auch der abstand zueinander beträgt nur ein paar Millimeter, das Abdichtpaneel wird reingeschoben. Es ist elastisch und passgenau oder es ist ein wenig kleiner, damit der Raum der U-Profile weitgehend ausgefüllt ist und dennoch keine Zwängungsspannungen entstehen.

Eine Alternative: an beiden Bauwerksteilen kommen Winkel ran, deren Rückenschenkel 100% dicht zum Untergrund ist. Die Seitenschenkel überlappen einige cm, so dass kein Regen rein kann und trotzdem ist die Beweglichkeit gesichert.

Noch eine Alternative: Fugenausbildung wie bei den Plattenbauten (die sowohl in Ost als auch West errichtet wurden) mit Kompriband oder Fugendichtband. Dennoch benötigt man auf der seite mit dem sehr unregelmässigen Mauerwerk irgendeinen ebenen Untegrund, den man m.E. nur mit einem eingelassenen Profil erzielen kann.

Genauer kann man nur etwas sagen, wenn man sowohl Schnitt- als auch Grundrissdarstellungen und einige wenige wichtige Details kennt.

Es gibt Unternehmen, die sich auf Fugenabdichtungen spezialisiert haben, viellleicht werden sie da fündig, was Ihr spezielles Problem betrifft.



Dämmen mit Stroh & gemauerte Stürze

Frage: hallo, geschätztes forum, will meine alte hütte mit stroh fassaden und dachseitig dämmen.
gibbs dazu erfahrungen? liebe grüsse aus dem recht kühlen t.
m.

Antwort 1: Hallo, M. aus NT, so langsam scheinen viele Bauherren zu uralten Bauweisen zurückzufinden. Hier spendiere ich Ihnen einen Link zu einer hochinteressanten Internetseite, die sich mit Öko-Baustoffen befasst. Ausser Styro und MiWo finden sie hier jede Menge "natürliche" Dämmstoffe.

Dämmstoffdatenbank bei NaBu  (dead link, 29.01.2005)

Melden Sie sich, wenn Sie weitere Ideen oder Fragen haben. Übrigens: Stroh an der fassade würde ich so verwenden, dass es aussen aufgebracht wird und dann mit Holz (Paneele, Bretter oder Schindeln) überdeckt wird. So kommt man nach Jahren gut wieder ran.

Eine interessante Variante habe ich vor ein paar Wochen in Dänemark bei Ökofritzen gesehen: die Wände aus Stroh und dann aussen und innen mit Lehm verschmiert. Die sind dann natürlich nichttragend und die Dachlast haben Stützen vor der Aussenwand abgefangen.

Demnächst müsste ich auch ein paar Bilder dazu haben.
PS: Ich hab jetzt das Foto online, mit einem kleinen Bericht dazu:
Haus mit Aussenwand aus Stroh (DK)

Antwort 2: Hallo, .. so langsam scheinen viele Bauherren zu uralten Bauweisen zurückzufinden. ...
Naja, nicht alle alten Bauweisen müssen unbedingt schlecht sein und auch nicht teurer.
Da ich mich z.Z. für Außenmauerwerk aus Klinker interessiere und auch ein paar Bücher drüber lese, sowie in der Umgebung die Augen offen halte, verstehe ich auch nicht die Angststürze über den Fenstern und Türe bei Neubauten.
Richtig gemauerte Backsteine halten auch so, so das man nicht das Geld unbedingt für den verzinkten Eisensturz ausgeben muß.
Aber vieleicht braucht man fürs Einrüsten und richtig mauern mehr Zeit, als der Sturz kostet.
Fürs Auge eigentlich schade
MfG C. Schwarze

Antwort 3: Sie meinen sicher die Sturzausbildung bei vorgemauerten Klinkerfassaden. Hier werden Edelstahlwinkel genommen, Sparversion verzinkte. Warum? Weil die alte handwerkliche Kunst Zeit kostet. Keiner will diese Zeit bezahlen.

Traditionell gibt es 2 Varianten:
1.- Gewölbesturz (also im Bogen gemauert, es entsteht keine Biegung, nur Druck, der dann zu den seitlichen Widerlagern geleitet wird)
2.- scheitrechter Sturz (im Prinzip dasselbe, jedoch stehen alle Ziegel senkrecht, das ganze hält durch die Reibung zwischen den Ziegeln und dem Mörtel, daher geringere Spannweiten als bei 1.)

Antwort 4: Morgen, alles immer billig, billig... warum will man den eine Klinkeraußenwand haben? wegen dem Aussehen? wegen der Haltbarkeit?

Habe mir ein Haus angesehen, wo es keinen gemauerten Sturz gab, aber auch keine Grenadiere(die Senkerechten), es wurde einfach auf der Schiene weitergemauert. Die Anschlüsse an den Fenstern und Fenstern sind bis heute noch nicht gemacht(schon gar nicht nach RAL). Fensterbänke(Alu) sind lieblos vorgesetzt und mit Silikon verschmiert.(Besser wäre ja, Wasserrinnen(auf Steinfensterbänke) und in den Klinker passend geschnitten, eingesetzt.

Haltbarkeit und Aussehen trifft da wohl kaum zu, und dann möchte der Bauunternehmer mir erzählen, wie man baut?

aber zurück zu Ausgangsfrage mit Stroh.
http://www.baubiologie.at/asbn/bautechnik.html
http://www.inaro.de/Bauseiten/daemmstoffartikel.htm
http://www.moderner-lehmbau.de/

MFG C.Schwarze



Löst sich Alukaschierung von Mineralwolle ?

Frage: Hallo Forum, in einer früheren Anfrage hatte ich nach möglichen Wärmeisolierungen für Heizungsrohre, die frei im unisolierten, durchlüfteten Dachboden eines EFH verlaufen, gefragt. Besonderheit: Außendurchmesser der Rohre incl. Alt-Dämmung (die ich nicht abmachen will): ca 8-9cm ! Mit diesen Innendurchmesser bieten die üblichen Rohrdämm-Hersteller (Isover oder Polyurethanschaum) nichts mehr an.
Ich habe mittlerweile zwei Anbieter gefunden:

1. Hraschan GmbH, Österreich, bietet unter dem Produktnamen "Austroflex" Wärmedämmschalen aus alukaschierter Mineralwolle (ähnlich Isover) an, Wärmeleitfähigkeit ca 0,037 W/Km, Dämmstärke 10cm, zwecks Montage seitlich aufgeschlitzt und mit überlappender Alukaschierung verklebbar, ca 24 EUR/lfdm

2. Firma Aeroflex bei Chemnitz bietet Schläuche aus Kautschuk-Schaum an, Wärmeleitfähigkeit ca 0,038 W/Km, Dämmstärke 5cm, wird zwecks Montage seitlich mit Messer aufgeschlitzt und dann wieder direkt verklebt. ca 40 EUR / lfdm

3. Noch nicht ganz aus dem Rennen ist meine do-it-yourself Lösung mit einer Styropor-Verkleidung, die durch zu Kästen verklebten Styropor-Platten gebastelt werden kann. Kostet bei 10cm Dämmstärke ca nur 10 EUR/lfdm

Für die Mineralwoll-Lösung spricht der deutlich geringere Preis und die doppelte Dämmstärke.
Für die Kautschuk-Lösung spricht, dass wegen des geschlossenporigen Materials grundsätzlich keine Feuchtigkeit eindringen kann. Laut Aeroflex ist es nämlich angeblich so, dass bei alukaschierten Mineralwolldämmungen sich nach 2-3 Jahren die Alukaschierung löst und dann Feuchtigkeit eindringt und die Dämmung zunichte macht. Grund sei, dass im Dachboden im Sommer hohe Temperaturen herrschen und überhaupt der Zahn der Zeit ....

Und nun die Frage ans Forum: Stimmt das, dass bei alukaschierten Mineralwolldämmungen sich nach 2-3 Jahren die Alukaschierung löst und dann Feuchtigkeit eindringt ???
Danke für die Antwort(en) und beste Grüße,
R.R.

Antwort: Hallo, RR, ich verweise zunächst auf den unerhört lehrreichen und unterhaltsamen Beitrag von Rudolf Rippler vom 10.06.2002: Wärmedämmung für freiliegende schlecht gedämmte Heizungsrohre. Damals schrieb ich zu dem von Ihnen erwähnten Phänomen:

"Aufgrund von Temperaturwechseln entstehen beim An- und Ausschalten der Heizung erstaunliche Druckunterschiede und es wird feuchte Luft regelrecht angesaugt (in den gedämmten Raum um die Rohre herum). Zum Thema "feuchte Luft + Gips + Mineralwolle" brauchen wir uns sicher nicht weiter austauschen?

Übrigens: das Thema Korrosion funktioniert auch schon ohne Zuhilfenahme von Gips (der ein Vielfaches seiner Masse an Wasser zu binden vermag, also praktisch Wasser aus der Luft ansaugt). In Deutschland und anderswo sind im Laufe der Zeit km von gedämmten Leitungen wegkorrodiert, auch in Kellerräumen mit weniger tiefen Temperaturen als aussen.

Wenn man es also genau machen will, nimmt man Dämmschalen aus Foamglas und man muss aber noch alle Stösse bituminös kleben, eben damit kein Luftaustausch stattfinden kann. In Ihrem Fall brauchen wir uns über Kosten-Nutzen-Analysen erst gar keine Gedanken machen."

So ähnlich funktioniert das auch bei der kaschierten Dämmung: es entsteht der separate Luftraum und durch Luftdruckunterschiede wird Luft angesaugt. Es kommt zur Druchfeuchtung und MiWo reagiert darauf z.B., indem sie sich von der Kaschierung löst.

Entweder Sie können die Kaschierung an den Stössen gut abdichten (Alu-Klebeband) oder Sie nehmen Styro und dann entstehen nicht diese Lufträume. Viel Erfolg.



Fehlende Abdichtung bei Dachfenstern - Glaswollepartikel im Wohnraum

Frage 1: Hallo, folgendes Problem: In habe in meinem Haus vor etwa 12 Jahren nachträglich Dachfenster einbauen lassen. Das Dachfenster sowie die Decken wurden mit Holz verkleidet. Das Dach wurde seiner Zeit (ca. 1955) mit Stein- oder Glaswolle isoliert.

Ich habe vor einiger Zeit gelesen, dass bei nicht richtigem Einbau der Dachfenster (fehlende Abdichtung) unter Umständen Glaswollepartikel in den Wohnraum gelangen und entsprechende gesundheitliche Probleme hervorrufen können.

Meine Frage: Wie kann ich erkennen, ob damals die entsprechenden Abdichtungen eingebaut wurden, ohne dass die Holzverkleidung entfernt werden muss? (Der Handwerker, der die Fenster damals eingebaut hat, ist leider nicht mehr greifbar) Gibt es evtl. entsprechen Tests für die Wohnraumluft?
Gruß M.

Antwort 1: Hallo, M., wer´s ganz genau wissen will, lässt einen Blower-Door-Test durchführen. Das hat aber nur einen Sinn, wenn man dann auch noch die Leckagen orten lässt. Das kostet Sie ca. 400 + 400 Euro (je nach Aufwand). Bleibt die Verkleidung dran, kann das auch nur ca. erfolgen.

Ist Ihnen das zu teuer, kaufen Sie sich ne Schachtel Zigaretten oder Räucherstäbchen o.ä. Dann nehmen Sie sich die Zeit und suchen alle Wand- und Deckenflächen ab: wo etwas undicht ist, müsste ein Luftzug entstehen, den Sie dann erkennen. Die gröbsten Stellen werden Sie so bestimmt finden.

Frage 2:Vielen Dank Herr Bumann, was muss ich mir unter dem Blower-Door-Test vorstellen? Werden bei diesem Test nur Undichtigkeiten oder der Eintritt von Glasfaserpartikeln in den Wohnraum festgestellt?

Antwort 2: Es wird der Grad der Luftundichtigkeit gemessen. Fasern und Partikel können Sie mit dieser Methode nicht bestimmen lassen. Sicher ist jedoch: gibt es eine Undichtigkeit und der gedämmte Raum hat Luftverbund mjit dem Wohnraum, dann gehen mit Sicherheit Fasern über. Die werden in ppm gemessen, man benötigt also sehr feine Messgeräte.



Wärmedämmung beim Dachgeschossausbau

Frage: Guten Tag Herr Bumann, auf der Suche nach Informationen zur Wärmedämmung von Altbauten bin ich auf das Lichtenfelser Experiment gestoßen. Dort werden ausführlich die Nachteile von Leichtdämmstoffen diskutiert. Leider habe ich keine klaren Hinweise zur wirtschaftlich sinnvollen Dämmung von Altbauten gefunden.

Ich besitze ein Einfamilienhaus (Baujahr 1936). Die Außenwände bestehen aus 24er Lochziegeln, das Dach ist ungedämmt und soll demnächst ausgebaut werden.

Für die Dämmung des Daches kenne ich nur die Zwischensparren- und Aufsparrendämmung, beide basieren auf Leichtdämmstoffen mit den dargestellten Nachteilen. Wie kann ich dann das Dach sinnvoll dämmen?

Die Außenwände müßten auf eine 36er Stärke aufgemauert werden, damit ein TAV von 0,1 erreicht wird. Diese Vorgehensweise erscheint mir technisch schwierig und sehr teuer. Wie kann ich dann meine Außenwände dämmen ohne der Gefahr der Schwitzwasserbildung?

Antwort: Guten Tag, Herr Z., das Lif.Ex. zeigt auf, dass der vielbeschworene U-Wert nicht alles ist. Das wäre derselbe Blödsinn, als würde man den neuen VW R32 nur anhand der Leistung in kW vorstellen. als wenn ein Auto nicht zig andere technische Kennwerte hätte! Selbst der "Laie" weiss aus dem eigenen Erleben, dass gerade auch ein Haus eine Summe von vielen Eigenschaften hat, die sich unterschiedlich vorteilhaft auswirken.  

Wenn Sie 24er Lochziegel haben, kann das gar nicht schlecht sein, die dämmen und speichern gleicherzeitig. Wenn Sie eine Dämmung aufbringen würden, wäre der Unfug vermutlich komplett. Ich geb ungern Ferndiagnosen ab, aber bei dem Mauerwerk kann die energetische Verbesserung kaum signifikant ausfallen.  

Anders ist das beim DG. Wie war dass denn früher? Da war das DG als Speicher gedacht und es wirkte sozusagen als Pufferzone zwischen Wohn- und Aussenbereich. Oft war eine dicke Decke mit Balken und Stampflehm dazwischen.  

Wenn Sie auf die Idee kommen, das DG auszubauen, wird das wohl wirtschaftliche Überlegungen zugrunde liegen haben (Ausbau ist billiger als ein Neubau). Also muss man mit Kompromissen heran gehen. Wie wollen Sie denn ein Massivdach nachträglich einbauen? Die logische Konsequenz ist dann die Leichtbauweise, man darf nur keine übersteigerten Erwartungen haben.  

Wenn ich Ihnen jetzt raten würde, ein DG ohne Dämmung wäre so gut wie ein DG mit Dämmung, dürften Sie mich mit Recht für schwachsinnig halten. Besser wäre natürlich ein Massivdach, aber wenn man ausbaut statt neu zu bauen, gehts nun mal nicht anders.  

Man muss nur in Kauf nehmen, dass man im Sommer ein Barackenklima hat. Für den Winter haben Sie doch wenigstens eine massive Decke und die massiven Giebelwände. Also werden Sie mit einer Zwischensparrendämmung ganz gut hinkommen. Wichtig ist eine gewissenhafte Ausführung, weil Undichtigkeiten zu Tauwasser führen.



Abdichtungsaufkantung bei Terrassentür & Drainagerinne

Frage: Wir bauen derzeit ein Haus und es wird nach Süden eine breite Terasse mit grossen Schiebe/Kippfenstern geben. Ist eine Aussenfensterbank ratsam oder notwendig ? bei 15 cm Abstandfläche zur OK Terasse und 8,5 cm Rahmenhöhe Schiebefenster. Ist eine anders gearterte Abdichtung zum Mauerwerk gleichwertig in Bezug Nässeschutz ? Kann ein z.B. Betonstein, der ans Mauerwerk geführt wird und als Tritt dienen soll die gleichen Aufgaben übernehmen wie eine Aussenfensterbank ? Sind die gleichen Höhen zu berücksichtigen ? Optisch erscheint uns der Tritt schöner. Unser Archtekt meint jedoch eine Alufensterbank auf Stein müsse es schon sein. Bitte um Stellungnahmen, Ideen und Meinungen.

Antwort: Naaa, Sie trauen wohl Ihrem Architekten nicht? Ich werd mich bemühen, Ihre Frage zu beantworten, ohne ins Fettnäpfchen zu treten.

An erster Stelle stehen die Interessen udn Wünsche des Bauherrn (zumindest ist das bei mir so). Die Pflicht des Planers besteht in der Beratung (Hinweispflicht), das betrifft sowohl technische als auch finanzielle Belange.

Das läuft vereinfacht so: Lieber bauherr, Du kannst natürlich eine Kellerwand mit Blattgoldauflage bekommen. Aber, erstens ist das sinnlos teuer und zweitens dichtet das nicht ab.

Mit den 15 cm meinen Sie bestimmt die Mindestaufkantungshöhe für eine Terrassen- oder Balkonabdichtung. Da ist Ihr Architekt gut beraten, auf diese Forderung zu bestehen.

Jedoch gibt es auch hier einen "Trick 17": man legt vor die gefährdeten Bereiche - in Ihrem Fall die Fensterfront - eine Drainagerinne, von da geht ein Entwässerungsrohr in sichere Bereiche. Die Rinne liegt auf einer bautenschutzmatte auf der Abdichtung und man hat die geforderten 15 cm Abdichtungsaufkantung.

Somit erreicht man es, dass nur noch die 8,5 cm Rahmen als "Schwelle" verbleiben. Und die sollten Sie schon belassen, denn Wind kann Wasser förlich "den Berg hoch" treiben.

Das kann Ihnen Ihr Architekt im Detail erklären und auch eben mal so freihand skizzieren. Ansonsten gilt: über "Schönheit" und Geschmack lässt sich streiten. Sie müssen sich doch jahrelang die Oberflächen ansehen - und da muss es schon gefallen.



KMB laut DIN 18195 bei Drückendem Wasser erlaubt?

Frage: Hallo,
ich habe eine klare frage, und hoffe eine eindeutige Antwort zu bekommen.
Ist die Bitumendickbeschichtung (KMB) laut DIN 18195 bei Drückendem Wasser erlaubt?

Antwort: Nein



Weisse Wanne nachträglich?

Frage: Sehr geehrter Herr Bumann, vielen herzlichen Dank für Ihre Ausführung zu meinem Problem. Ich hoffe ich kann mich noch kurz mit folgender Frage an Sie wenden: "Auf meine Beton-Außenwand wurde eine Bitumendickbeschichtung und Styropormatten, durch die das Wasser in die vorhandene Drainage laufen soll (entschuldigen Sie die laienhafte Beschreibung)angebracht. Gibt es überhaupt Sanierungsmöglichkeiten mit denen der Qualitätsstandard der von Ihnen angesprochenen "weißen Wanne" erreicht werden kann ???

Antwort: Nein, aber schwarze Wanne ist u.U. möglich.



Weisse Wanne + Abdichtung?

Frage: Hallo H. Bumann, Wir lassen einen Keller bauen mit dem Abdichtungssystem "weiße Wanne - System Wolf", Bodenplatte in WU-Beton, Außenwände d = 24 cm und Ortbeton in WU-Beton, Abdichtung der Wand-Sohlenfuge mit Pentaflex, Wandstöße mit FTS-Element. Die Baugrube soll, sobald der Keller steht, wieder verfüllt werden. Benötigen wir an den Kelleraußenwänden noch einen zusätzlichen Schutz (z.B. Bitumenanstrich und Noppenfolie) oder können wir ohne weitere Maßnahmen die Baugrube auffüllen. Die Kellerbaufirma sagt, dass keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Wir sollten lediglich, die Kellerräume, die evtl. beheizt werden sollen, entsprechend von innen isolieren (6-8 cm). M.G.

Antwort: Hallo, Frau G., eine Weisse Wanne sollte dicht sein. Zusätzliche Abdichtung wäre doppelt-gemoppelt. Das mit der Dämmung stimmt.  



Nachträgliche Drainage legen

Frage: In unserem 40er Jahre Einfamilienhaus ist der Keller sehr feucht und wir wollen dort nun eine Drainage legen. Das Haus liegt am Hang. Wie tief müssen wir buddeln, was für eine Art Rohr nimmt man, was kommt darauf (Sand, Kies), was kommt als Abdichtung an die Wand, kommt unter das Rohr auch was??? Viele Fragen, im Voraus herzlichen Dank für Antworten und Materialtipps und Links oder Literaturtipps...

Antwort 1: Hallo, Wenn Sie es richtig machen wollen, und das setzte ich mal Voraus, haben Sie sich sehr viel vorgenommen.

1.) Mut fassen, und Urlaub nehmen, eventuell Minibagger Mieten.

2.) Mit der Ausschachtung an einer Seite beginnen. Sie müssen bis aufs Fundament der Kellerwände ausschachten. Der graben Mus unbedingt mindestens einen Böschungswinkel haben von ca. 60° haben, und sollte unten ca. 70 cm haben. Das muß unbedingt eingehalten werden, nicht einfach gerade runter. Es sind schon etliche "Selbermacher" in nicht Fachgerechten Gräben verschüttet worden, und nicht wenige sind dabei umgekommen. !!! Achtung keinesfalls tiefer graben als Oberkante Fundament!!!. Auf Kabel und Rohre achten.

3.) An einer Stelle mal mit dem Spaten das Fundament überprüfen, ist es tiefer als 50 cm, können Sie an dem Fundament entlang mit dem Spaten noch mal Spatenbreite und 15 bis 20 cm tiefer graben. Schritt 3 würde ich aber unbedingt einem Fachmann überlassen, unbedingt mal einen Statiker fragen, wenn es alte Baupläne gibt mitnehmen zum Statiker.

4.) Wände, Sockel und die jetzt freiliegenden 15 bis 20 cm vom Fundament mit einem Drahtbesen gründlich abkehren.

5.) Alle Löcher, Risse und große Unebenheiten mit Mörtel (Mörtelgruppe 2a) schließen. Trocknen lassen.

6.) Alles mit Deiterman Eurolan 3K vorstreichen (1:10 verdünnen, dient als Haftgrund). Trocknen lassen.

7.) Auf den Wände, Sockel und obere Seite des Fundaments Deitermann Superflex 100 ca. 4 bis 5 mm stark auftragen. In dem Bereich wo die Kellerwand auf das Fundament trifft, kommt ein Streifen Gittex rein, damit an dieser exponierten stelle keine Risse entstehen.Gittex wird in das noch weiche Superflex 100 gedrückt und damit abgedeckt. In diesen Kanten machen sie eine kleine Hohlkehle, das heißt Sie runden die Ecke ab, damit dort kein Wasser stehen bleibt.

8.) An den Wänden kommen nun Dainage-Platten, 6 cm Stark. Diese Platten leiten das Wasser das von oben und seitlich kommt nach unten ab, und sie dienen dem Schutz der Isolierung.

9.) Nun zur Drainage, eine Dainage macht nur Sinn, wenn das Wasser das sich darin sammelt, auch irgendwo hin abgeleitet werden kann. Das ist in der Regel ein Sickerschacht. Der ist in der Regel nicht vorhanden, und müsste von einer Firma erstellt werden. Das Drainage Rohr ( Gelbes Rohr, mit vielen kleinen Löchern) sollte einen Durchmesser von 10 cm haben. In der in Schritt 3 gemachten Vertiefung am Fundament entlang kommt nun 10 cm Körnung, dann kommt das Drainagerohr darauf. An jeder Richtungsänderung (An jeder Ecke) müssen sie ein T-Stück einbauen, und ein Drainagerohr nach oben verlegen. Das ist das Spühlrohr, es dient dazu Verunreinigungen die sich im laufe der Zeit ansammeln von oben wegspülen zu können.
Nun kommt auf die Drainage noch mal eine Lage von 20-30 cm Körnung. Das ganze wird nun mit einem Filterfließ abgedeckt. Optimal wäre es, wenn dieses Filterfließ auch die Kellerwand herauf bis oben geht.
Wenn kein Sickerschacht vorhanden ist, könnten Sie auch Alternativ an jeder Hausecke ein Loch neben dem Fundament graben, 60 cm breit und 60 cm lang, und so tief, bis Sie auf einer Wasser durchlässigen Schicht stoßen, mit einem Eimer Wasser testen. Dort können Sie dann die Drainagerohre reinleiten. Die Löcher werden dann auch mit Körnung angefüllt.

10.) Nun wird angefüllt, mit guten Füllstoff der das eventuell auftretende Wasser nach unten absickern lässt.

Diese arbeiten sind alle recht umfangreich, Kosten und Nutzen sollten sorgfältig abgewogen werden.
Es könnte auch sein, das die Feuchtigkeit auch von unten kommt. Die Feuchtigkeit kommt dann von unten und steigt im Mauerwerk hoch. Die geschieht, wenn in den Wänden keine Waagerechte Isolierung vorhanden ist, oder diese zerstört ist. Darauf hat man früher nicht so geachtet.
Dann nützt das Vertikale Isolieren der Kellerwände auch nicht viel. Dann müssen die Wände auch Horizontal isoliert werden, durch Impfen oder ähnlichem. (TAMKAT)

Antwort 2: Aus technischer Sicht hätte ich vielleicht noch ein paar Anmerkungen zu den Ausführungen meines Vorredners.

zu 2.) Der notwendige Böschungswinkel hängt von der Schichtung und Art des Bodens ab. Die Angabe des Winkels von ca. 60° ist eher als globaler Wert anzusehen. Evtl. sollten Sie je nach Bodenart den Boden vor Feuchtigkeitszutritt z. B. abdecken schützen. Ansonsten stimme ich meinem Vorredner voll und ganz zu.

zu 3.) Üblicherweise liegt der Rohrscheitel der Drainageleitung an der höchsten Stelle mindestens 20 cm unter der OK der Bodenplatte liegen. Dies hat den Hintergrund, dass die Hersteller ihre Drainrohre auf der Grundlage der DIN 4095 nachweisen. Üblicherweise wird die Abflussspende des Dränrohres für den „Regelfall“ nach DIN 4095 nachgewiesen. Bei „voller“ Abflussspende“ kann sich das Wasser normgemäß bis 20 cm über das Dränrohr stauen. Weitere Ausführungen können m. E. der DIN 4095 und der einschlägigen Literatur zu diesem Thema entnommen werden. In Bezug auf die Sondierungen der Fundamentetiefe schließe ich mich meinem Vorredner an, da bei der Verlegung der Dränage vor allem darauf zu achten ist, dass Fundamente nicht untergraben bzw. unterspült werden.

zu 8.) Soll hier nicht besserwisserisch klingen, sollte es statt „Schutz der Isolierung“ nicht besser „Schutz der Abdichtung“ heißen. Die Dränschicht vor der Wand ist ein essentieller Bestandteil einer funktionstüchtigen Dränage. Bitte vergessen Sie bei der Dränschicht auf alle Fälle nicht das Filtervlies, da sich sonst die Dränschicht, je nach Bodenverhältnissen, mit der Zeit mit Feinstteilen zulegen kann.

zu 9.) Zum Thema gelbes Dränagerohr und Stangenwahre oder Rollenwahre will ich mich mal hier nicht auslassen, müsste sich ja in den Fachkreisen hinlänglich als bekannt rumgesprochen haben. Bitte sehen Sie mal in die Zulassungen der Hersteller, für welche Bettungen (Körnung Begriff des Vorredners) der Hersteller seine Abflussspende nachgewiesen hat. In Bezug auf die empfohlenen Schichtstärken Verweise ich vorsorglich z. B. auf die DIN 4095. Bitte legen Sie das Filtervlies nicht nur über die Bettung sonder Umhüllen Sie die Bettung der Dränleitung damit. Mittlerweile müsste sich ja herumgesprochen haben, das der Dränageleitung das meiste Wasser von unten zutritt. Was nützt es da, wenn ich oben das Filtervlies habe. Das Wasser sickert größtenteils am Rohr vorbei und staut sich dann von unten auf. Liegt unten keine Filtervlies, so werden aller Voraussicht nach Feinstteile in die Dränage bzw. Filterschicht eingeschwemmt. Zu der Ausführung mit den Spülrohren gebe ich keinen Kommentar ab, sollten Sie es jedoch so ausführen, dann vergessen Sie bitte nicht die Rohre auch mit einem Filtervlies zu umhüllen. In Bezug auf das Filtervlies ist noch zu erwähnen, dass nicht jedes Vlies ein Filtervlies ist. Handelsübliche Vliese für Dränmaßnahmen sollten nämlich filterstabil sein. Der Vollständigkeit halber weise ich noch darauf hin, dass man auch nach DIN 4095 einen Stufenfilter aus mineralischen Material bzw. einen Mischfilter ausführen könnte. Beim Sickerschacht wäre noch anzumerken, dass die Dimensionierung weitestgehend von den Bodenverhältnissen abhängt. Darüber hinaus ist im Vorfeld die wasserrechtliche Situation zu klären, d. h. wo bzw. wohin das anfallende Wasser abtransportiert werden kann. Je nach Bodenverhältnissen kann es auch vorkommen, dass die Ausführung eines Sickerschachts gar nicht möglich ist. Empfehlenswert ist es nicht den Elektroanschluß für eine Pumpe und einen Notüberlauf zu vergessen. Das von meinem Vorredner alternativ aufgeführte Loch neben den Fundamenten würde ich persönlich nicht ausführen.

zu 10.) Bitte verwenden Sie hier keinen Rollkies, Sie bauen sich damit evtl. nur Ihren eigenen Swimmingpool. Die Verfüllung des Arbeitsraums wirkt dann wie eine offene Grube, in die das Wasser gesammelt und konzentriert einläuft. Das Verfüllmaterial ist m. E. entsprechend den Gegebenheiten auszuwählen.

Wie mein Vorredner bereits ausgeführt hat kann sich das Wasser auch von unten stauen, würde daher einen Fachmann auf alle Fälle zu rate ziehen.

Die hier von mir gemachten Angaben geben meine persönliche Meinung und Erfahrung wieder. Da das Thema der Abdichtung und Gebäudedränung sehr komplex ist, empfehle ich Ihnen ein Beratung durch einen Fachmann vor Ort. Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass die vorgenannten Ausführungen keine Beratung im Einzelfall und im rechtlichen Sinne darstellen. Eine exakte Einschätzung ist nur nach Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten möglich.

Literaturempfehlung „Schäden an Dränanlagen“ erschienen im IRB-Verlag (Bruster19)



Kellerabdichtung

Frage: In unserem Keller EFH Bj. 95 haben wir jetzt zum zweiten Mal Wasser, laut Gutachter ist die Bitumendickbeschichtung mangelhaft aufgetragen worden etc. Er regt eine Komplettsanierung mit Aufgraben, neu isolieren, Drainagelegen, an. Das ist erfahrungsgemäß sehr teuer. Vertreter der Fa. Remmers meinen, dass in unserem Fall davon Abstand zu nehmen sei, da an den Kellerinnenwänden keine entsprechenden Feuchtigkeitsschäden sichtbar sind, das Wasser offensichtlich durch die horizontale Sperre auf der ersten Kellersteinreihe in das Haus eindringt. Kostengünstiger und ähnlich effektiv sei eine nachträgliche Abdichtung in diesem Bereich von innen.
Kann das so stimmen?

Antwort: Eine interessante Situation: Fachmann1 sagt: Totalsanierung, Fachmann 2 sagt: nur ein bisschen von innen. Nun ist zwar Meinungsvielfalt eine schöne Sache, aber in Ihrem Fall nicht gerade förderlich.

Der Gutachter hat natürlich nicht unrecht mit dem, was er vorschlägt. Das ist dann bombensicher (wenn es richtig gemacht wird), aber entsprechend teuer. Was hat denn der Gutachter dafür ausgerechnet? Oder kann der das nicht? So ein Überschlag dauert 1/2 Stunde.

Was den anderen Vorschlag betrifft, muss erst beschrieben werden, was mit Abdichtung "von innen" gemeint ist. Ich kann mir nur vorstellen, dass die eine Verpressung der Fuge, wo die hor. Abdichtung liegt, meinen. Dazu nimmt man Epoxi oder PU.

Das hat nur Sinn, wenn man sich sicher sein kann, dass die hor. Abd. die Schwachstelle ist. Sind die Wandflächen an sich trocken, wäre das schon ein Hinweis darauf.

Lassen Sie sich die Kosten jeweils angeben, damit Sie eine Entscheidungsgrundlage haben. Remmers bietet das nicht an, kann aber einen Verarbeiter empfehlen, dazu haben die eine Liste von Firmen.



Bodenplatte auf Streifenfundamenten?

Frage: EFH Massiv (KS) 80qm ohne Keller. Der Baugrund besteht bis in 8m tiefe aus Feinsand der bis in 2,5m tiefe schluffig ist. Auf dem 1,2 m tiefen Streifenfundament wird auf den äußeren Rand Schalsteine gemauert die mit Zement verfühlt werden und eine Eisenstrebe ringsum enthalten. Der Stein ist 25 cm hoch und 17 cm breit.

Innerhalb dieser Schalsteine wird die Bodenplatte gegossen, die dann nur 15cm auf dem Streifenfundament aufliegt und außerdem durch eine dünne Folie von diesem sowie den Steinen und der Sandschicht (Boden) getrennt ist. Es gibt also keine Verbindung zwischen Bodenplatte und Streifenfundament.

Da ich diese Bauweise noch nirgendwo gesehen habe, frage ich mich ob diese Bauweise üblich ist und was der Grund für diese Ausführung sein kann? Und bevor mir der Bauunternehmer was vom Pferd erzählt wollte ich mich hier Sachkundig machen. Bedankt im Voraus für die Aufklärung

Antwort: Ich denke, es handelt sich nicht um Streifenfundamente. Das Tragsystem ist wohl eine Sohlplatte, also eine Flächengründung. Das erkennen Sie aus dem Schnitt bzw. aus der Statik. Die Sohle dürfte 20-25 cm stark sein und eine obere und eine untere Beweherungslage haben. Wenn die Sohle aus WU-Beton gegossen wird, braucht man nur noch eine Dampfsperre obenauf.

Was Sie als Streifenfu. bezeichnen, sind m.E. Frostschürzen, die verhindern sollen, dass der Frost unter die Sohle kriecht und Zerstörungen auslöst. Ein Streifenfu. soll ja mindestens 80 cm tief gegründet werden, Wasserleitungen sollten bei 1.40 m liegen.

Bei dem von Ihnen beschriebenen Erdstoff wüsste ich nicht, was eine Streifengründung bewirken soll, ausser mit der Zeit abzusacken. Jeder kennt den Ausdruck "auf Sand gebaut", das hat was damit zu tun. Sicherheit würde bei Feinsand nur eine Pfahlgründung (hier: 8 m tief) bieten, aber die ist sauteuer und überflüssig.

Bei der Sohle ist auf die Bettungszahl zu achten, d.h. unter Berücksichtigung aller Elastizitätsmodule (der Sand ist labberig, die Sohle biegt sich durch und wölbt sich) darf es nur gleichförmige Setzungen geben, die mit der Zeit abklingen.

Wenn Ihnen der Bauunternehmer in diser richtung "was vom Pferd erzählt", könnte er sogar richtig aufzäumen. Aber beachten Sie bitte: Ferndiagnosen sind reine Vermutungen. Beim Hausbau gilt: wissen statt vermuten.



Diffusion bei WU-Beton

Frage 1: Sehr geehrte Damen und Herren, unter www.dimagb.de/info/bautec/swbrwa01.html weist der Autor auf ein Problem der "weissen" wanne hin. Auf Seite zwei wird aufgrund der Difussionsfähigkeit des WU-Betons auf die Notwendigkeit von aufgeständerten Fußböden ohne luftdicht Beläge hingewiesen, damit das diffundierende Wasser verdunsten kann.

Ich will aber in meinem Neubau eine WU-Keller errichten und einige Räume mit Fußbodenheizung ausstatten. Dabei werden die Wände frei von Möbeln etc. sein, aber was ist mit dem Fußboden? Diffundiert auch Feuchtigkeit über die Bodenplatte? Und wie kann man das verhindern? An den Aussenwänden könnte man vieleicht Betumenschichten anbringen - aber wie dichte ich die Bodenplatte gegen Feuchtigkeit ab?

Im Übrigen hat auch die sog. "schwarze" Wanne keine wasserdichte Bodenplatte. Hier entsteht doch das Problem der diffundierenden Feuchtigkeit doch genauso! - oder nicht?  Bitte informieren Sie mich bitte kostenfrei. Im Keller entsteht u.a.mein Büro und zwei Wohnräume sowie ein Badezimmer. Muß ich auf eine weisse Wanne verzichten und mit einer schwarzen Wanne bauen? Der Grundwasserstand ist bei ca. 4 Metern und kann aber bei Hochwasser deutlich ansteigen. Ich baue in P. bei Straubing und die Donau ist nur ca. 1,5 Km entfernt. Vielen Dank. H.P.B.

Antwort 1: Sehr geehrter Herr B., Eindiffundieren kann Wasser nur in gasförmigem Zustand, also als Wasserdampf. Mit einer Dampfsperre verhindert man, dass der in den Fussbodenaufbau eindringt. Bedenkt man das nicht, kommt z.B. Lino mit riesigen Blasen hoch. Ausserdem muss konstruktiv sichergestellt sein, dass der Wasserdampf an den Seiten raus kann (im Bereich des Sockels).

Frage 2: Nochmals vielen Dank für die Antwort, jetzt habe ich aber noch eine Frage: kann ich bei eingebrachter Dampfsperre und bei Sicherstellung dass der Sockel an den Seiten "abdampfen" kann im Keller in der Hälfte der Räume eine Fußbodenheizung verlegen mit Fließen als Bodenbelag? H.P.B.

Antwort 2: Hallo, Herr B., bei Fliesen ist es dasselbe Prinzip. Man muss eine Dampfsperre (auf die Dicke der Folie achten und auf die Überlappung; bombensicher ist natürlich eine Schweissbahn, wo 100% nur an den Seiten der Wasserdampf raus kann.   Schichtenaufbau: - Fliesen mit Dünnbettkleber (fb-hz-geeignet) - Estrich mit mind. 4,5 cm über den Rohren (Zusatz für Fb-Hz!) - Trittschalldämmung (evtl. auch als Wärmedämmung im KG) - Dampfsperre, an den Rändern aufgekantet - WU-Beton (Kellersohle)   Ich würde mir Drainagematten zuschneiden und mit am Rand einbauen. Denn dann enstehen Kanäle, wo der WD sicher austreten kann.  

Mehr Informationen auf der Seite zu WU-Beton im Infobereich BAUTECHNIK.



Fussbodenaufbau bei WU-Beton belüften?

Frage: Die Sohlenplatte meines Hauses wurde aus WU-Beton hergestellt, sie liegt jedoch nicht im Grundwasserbereich, muß ich meinen Fußbodenaufbau trotzdem belüften oder mit Epoxidharz beschichten?

Es sind 10 cm Dämmung und 5 cm Estrich vorgesehen und als Nutzschicht Fliesen (Wohnräume). Welche Maßnahmen empfehlen Sie mir? Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort. H.C.

Antwort: Dieses Thema wurde schon behandelt: egal ob Grundwasser oder nicht, bei WU-Beton kommt Wasserdampf durch, deswegen ist der Fussbodenaufbau zu schützen. Die Dampfsperre muss auf der Sohle liegen  und dicht sein, ausserdem müssen die Ränder offen sein, weil sonst der Wasserdampf "eingesperrt" wird. Es sind also konstruktive Details zu planen.



Kellerboden ausgraben

Frage 1: Mein Haus ist von 1936. Die Kellerwände sind aus Beton gegossen. Der Kellerboden besteht aus einer dünnen (ca. 2 cm) Schicht Estrich. Da die Deckenhöhe aber gerade einmal 1,75 hoch ist und ich den Keller gerne ausbauen möchte ist meine Frage ob ich den Estrich einfach raus hauen kann und den gesamten Kellerboden noch weiter 15cm ausgraben kann?
Worauf muß ich achten? Wer kann helfen? Gruß M.T.

Antwort 1: Achtung! Hier ist allerhöchste Vorsicht geboten. Bevor Sie anfangen abzubrechen und auszuheben, müssen Sie die Lage der Fundamente überprüfen. Wenn Sie einfach die Sohle absenken, kann es passieren, dass Ihnen die Aussenwände nach innen rutschen, weil der Erdgegendruck der Gebäudeinnenseite fehlt.

Frage 2: Vielen Dank für ihre Antwort. Soetwas hatte ich schon befürchtet und dachte frag erst einmal. Da ich vom "Bau" und Statik nicht viel Ahnung habe weiß ich nicht was sie mit der Lage der Fundameten meinen. Kann ich das selber machen oder wen kann ich hinzuziehen?
Ich habe sie aber richtig verstanden das es unter Umständen machbar ist?

Antwort 2: Bei allem Verständnis für das Motiv des Selbermachens: hier rate ich Ihnen ab. Sie würden ein zu hohes Risiko eingehen. Ohne Statik und professionelle Ausführung dürfte das zum Fiasko führen, denn eine Fundamentunterfangung ist eine sensible Sache. Man arbeitet abschnittsweise (Aushub, Bewehrung, Beton), muss sorgfältige Anschlüsse herstellen und Quellbeton einsetzen.

Antwort 3: Hallo, hier muß ich Herrn Bumann mal Recht geben (Ausnahmsweise). Und er hat ja nichts zum absenken, er hat doch gesagt, auf dem Erdreich liegen 2 cm Estrich und sonst nix.

Als Laie sollten, ja müssen Sie die Finger weg lassen. Ein tiefer legen des Kellers ist meistens nicht einfach. Früher hat man nicht so gebaut wie heute, und nicht immer wurde unter Betonwände ein Fundament gemacht. Oftmals wurde die Betonwand einfach aufs Erdreich Betoniert, oder das Fundament wurde für heutige ansprüche viel zu niedrig gemacht. In unserem Stadtteil meinte mal ein Eigentümer, was die teuren Handwerker und Planer können, kann ich schon lange. Er wollte seinen Keller ebenfalls Tieferlegen, nun hat er keinen Keller mehr, die reste des Hauses liegen nähmlich drin. Was ich sagen will, es gibt vieles was der Heimwerker selber machen kann, einen Keller tiefer legen gehört aber bei weitem nicht dazu, es gibt eben viel zu viele dinge, die dabei beachtet werden müssen.

Einfach 15 cm ausschachten, damit hätten Sie auch nichts gewonnen, wenn Sie ausgeschachtet haben, müssen Sie den Boden ja neu aufbauen, Beton und Estrich würden dann schon mehr als 15 cm brauchen, und damit wären Sie da schon höher wie vor der Ausschachtung.

Deshalb muß erheblich tiefer geschachtet werden, was noch gefährlicher ist. Hier gehört ein Statiker ran.
Auf keinen fall selber machen. (TAMKAT)



Streifenfundament im Winter (Frost) legen

Frage: Hallo! Ist es möglich für eine Fertiggarage ein Streifenfundament auch im Winter (Frost) zu legen? Wenn ja, welchen Beton empfehlen Sie?
Vielen Dank. M.Z.

Antwort: Das geht, wenn man Winterbaumassnahmen sicherstellen kann und dazu besonderen beton nimmt, welcher durch Zuschlagstoffe eine höhere Abbindewärme entwickelt, sich sozusagen selbst heizt. Winterbau: Abdecken mit Matten, Schutz vor Wind usw.



Dauerhafte Oberfläche (Beton)

Frage 1: Ich plane gerade eine Garage mit Werkstatt,teils unterkellert.
Ursprünglich wollte ich geglätteten Sichtbeton als Oberfläche belassen.
Nach neuesten Erfahrungen denke ich , dass dies nicht Dauerhaft ist. ( Salz , Frost usw.)
Ich dneke zurzeit an eine Pflasterung, wobei mich Setzungen und die Fugen ein bischen nachdenklich machen.
Wer hat hier echtes "Know How" auf Lager?

Antwort 1: Ich: nämlich Beton, der tausalzbeständig, öl-, benzin- und säurebeständig ist. Bei Pflaster bleibt die Frage: wo bleibt das Zeug, das in die Fugen geht?

Frage 2: Was soll das für ein Beton sein ?
Lässt sich durch Einstreuen beim Glätten die Haltbarkeit verbessern?

Antwort 2: Diese Eigenschaften erreicht man nur durch Zuschlagstoffe und ab einer bestimmten Güte, respektive entsprechender Oberflächenbehandlung. Dieses Material wird beim Bau von Parkhäusern eingesetzt, oder in Tiefgaragen. Ich geh mal davon aus, dass Sie keine Tiefgarage bauen wollen und auch kein Parkhaus. Ausserdem gehe ich davon aus, dass die Frequentierung sich auf 1 Auto beschränkt. Also würde ich die Kirche im Dorf lassen und normalen Beton nehmen. Die Oberfläche würde ich mit Zement pudern und dann glatt reiben, in dem Fall sogar mit Filzbrett. Das dürfte viele Jahre halten bei nornmaler Belastung.

Antwort 3: Garage unterkellert? Wen das mal genehmigt wird, am ende soll der Keller eine Grube sein um besser unterm Auto zu arbeiten, lol.
Aber mal im ernst, ich würde ebenfalls Beton nehmen, und zwar B25 KR WU mit PZ.
Ich würde mir aber vorher im Bauhandel zwei Säcke Granulat besorgen, es gibt dieses Granulat extra für Hallenböden, das wir in einem bestimmten Verhältnis mit Zement vermischt (ist auf den Säcken angegeben). Dieses Gemisch wird auf den noch frischen, aber schon geglätteten Beton gestreut. Nun heißt es warten, ca. eine bis zu drei Stunden, je nach Außentemperatur.
Der Beton muß schon, so weit abgehärtet sein, das man rübergehen kann ohne darin zu versinken. Nun nimmt man sich zwei große Tafeln, am besten Schaltafeln, und benutzt diese um darauf über den Beton zu gehen. Nun fängt man in einer Ecke an mit dem Reibebrett in kreisenden Bewegungen den Boden abzureiben, so das eine glatte Oberfläche entsteht, so arbeitet man sich durch die ganze Garage durch. Nun hat man wieder Pause, und wartet noch mal eine halbe Stunde, bis der Boden so trocken ist, das man beim glätten keine Dellen und Blasen bekommt, aber noch so feucht ist, das man mit einem glätter, am besten nimmt man dafür einen Estrich glätter, eine glatte Oberfläche bekommt.
So machen wir das, wenn wir das, wenn wir Werkstätten bauen, dass der Beton naturgemäß bewehrt sein muß, brauche ich ja nicht zu erwähnen oder. (TAMKAT)

Antwort 4: Dieses Granulat ist die sogenannte Korund-Einstreuung. Die nimmt man, um eine bessere Griffigkeit des Bodens herzustellen. Das Glattreiben hat den Vorteil, eine Oberfläche herzustellen, die Schadstoffe weitgehend blockt, hat aber den Nachteil, rutschig für Autoreifen zu sein.

Aber da ich schon mal am Besserwissen und Klugsch. bin: es gilt mittlerweile ein überarbeitetes Regelwerk für Beton, das mit höhren Anforderungen als die DIN 1045: 1988 herangeht. Das geht natürlich einher mit neuen Bezeichnungen und weil die DIN 1045 nicht genug ist, ist auch noch die DIN EN 206-1 zu berücksichtigen.

Das aber nur am Rand, Herr S. muss sich darum nicht kümmern. So wie es oben beschrieben ist, reicht das schon.



Verdichten / Verdichtungsmessung

Frage 1: Gibt es eine einfache Möglichkeit, zu Prüfen, ob der Verdichtungszustand des Untergrundes ausreichend ist. Erdreich/Schotteraufbau

Antwort 1: Es gibt relativ einfache Geräte, mit denen man die Proctor-Dichte messen kann. Ich glaube nur nicht, dass man die im Baustoffprüflabor ausleihen kann.

Antwort 1.b: Hallo,
also ich gehe das seit Jahren eher pragmatisch an. Da stellen sich in Bezug auf eine vernünftige Bauausführung natürlich einge Fragen.
zum ersten: was soll auf dem Untergrund errichtet werden ?
zweitens: welche Last pro qm ist zu erwarten ?
drittens: welcher Unterbau soll auf der Kies/Bodenfläche erfolgen?
viertens: gab oder gibt es in der Nachbarschaft Probleme mit unzureichenden Unterbauten (Setzrisse o.ä.) ?

Alles weitere ist nur noch Logik, Mut zum Risiko (der manchem Bauherrn viel Geld und Nerven sparen kann) und MACHEN! Man beachte: Statiker berechnen immer mit mindestens 100% Sicherheit (also da doppelte als nötig) und geologische Gutachten sind i.d.Regel reziprok genauso zu betrachten (beim Klinikum in Aachen lagen die Jungs zwar voll daneben, aber nur weil Sie den Fliesssand nicht berücksichtigt hatten). Mfg Khz

Frage 2: Tag zusammen,
Villeicht wurde ich hier zu theoretisch verstanden. Mir gehts um die Praxis . All die Fehler die man beim Verdichten machen kann. Denn 100 Prozentig wars noch nie.

Die besten Erfahrungen habe ich durch frühzeitige Schotterung erreicht. Zeit Zeit und nochmal Zeit ist hier das wichtigste. Die Beste Rüttelplatte ist ein voller Mischer-LKW. Trotzdem , man kann nicht immer 2 Jahre Warten.

Drum, wie oft abrütteln? Wässern? Frost? usw. Da gibt`s doch bestimmt klare `Richtlinien`.
Und , kann ich dies auf einfache weise Prüfen?
Besten Dank für die Mühe.
Das interresiert sicher nicht nur mich!
Aber wer Fragt schon sowas, da Vertrauen die Meisten.
(ich meine Hoffen)

Antwort 2: Wie gesagt, prüfen können Sie es richtig nur mit der Proctor-Messung. verzichten können Sie, wenn Sie selbst verdichten. Dazu leihen Sie sich eine Rüttelplatte aus. Grundsatz: je kleiner die Platte, desto dünner die zu verdichtende Lage. Ausserdem nie mehr als 30 cm als 1 Lage verdichten. Sonst wird nur oberflächlich verdichtet. Geheimtipp: früher hatten die Jungs vom Bau einen fiesen Trick, wenn sie zu faul waren. Nen C-Schlauch und dann volle Pulle eingeschwämmt. Ist aber nicht die feine Art. Funktioniert auch nur bei sickerfähigem Boden.



Kachelofenheizung im EFH

Frage: Hallo,
ich beabsichtige ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung in Bayern zu bauen. Für die Heizung und Warmwasserbereitung möchte ich einen handbefeuerten Kachelofen (vom Keller aus) einsetzen, welcher mit Solarkollektoren unterstützt wird. Ein angemessen großer Wasserspeicher (evtl. Schichtspeicher) soll die Wärme speichern um im Sommer ein paar sonnenlose Tage zu überbrücken (ich will ja nicht im Sommer den Kachelofen heizen). Für die Raumheizung ist eine Fußbodenheizung/Wandheizung geplant. Um genügend Luftaustausch zu gewährleisten, jedoch aber nicht die ganze Wärme durchs Fenster entweichen zu lassen, möchte ich eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher einsetzen.
Hat jemand Erfahrung mit solch einem System? Ist dies überhaupt möglich, welche Voraussetzung müssen erfüllt sein? Wie oft muss der Kachelofen im Winter befeuert werden wenn wenig Sonne scheint.
Vielen Dank im Voraus
F.

Antwort: Sie können sich ja mal das Kachelofen-NEH von DIMaGB ansehen, da ist ein Prototyp vorgestellt. Nur einen Haken hat die Sache: die Anlage läuft automatisch, Handbefeuerung wäre also optional: in der Küche (Koch- und Backofen) bzw. im Wohnzimmer (Kamin). Hier der Link.



Kachelofen raucht manchmal

Frage: Habe folgendes Problem:
unserere kuerzlich bezogene Wohnung hat Kachelofen als Heizungsquelle. Die funktionieren auch schoen und gut bis auf einen der manchmal (gewoehnlich wenn es draussen etwas waermer ist) nach dem Anzuenden des Feuers ganz grauenvoll das Zimmer verraucht. Nach einer Weile funktioniert er dann wieder normal. Habe schon einen Kachelofensetzer zu Rate gezogen, der hat den Deckel aufgemacht und ist zur Schlussfolgerung gekommen dass der Ofen OK ist und hat die Schuld auf den Schornstein geschoben. Habe auch den Schornsteinfeger zu Rate gezogen der sagt dass der Schornstein OK ist und schiebt die Schuld auf den Kachelofen und so sitze ich (manchmal) im Rauch und weiss nicht weiter.
Wer kann mir einen Rat geben wie man dem Problem auf die Spur kommen und es beheben kann ?
Dank im Vorhinein, O.

Antwort 1: Das ist ein Problem, das man auch mit den modernsten Anlagen (Öfen und Schoensteine) nicht in den Griff bekommt. Ist es draussen wärmer, "steht" die Sonne auf dem Schornstein, ausserdem kommen ungünstige Luftdruckverhältnisse dazu. Dadurch wird der Zug verringert, eben weil das Gefälle vom Brennraum zur Schornsteinmündung fehlt (das betrifft sowohl das Temperatur- als auch das Luftdruckgefälle). Abhilfe schafft man, indem man zum Anheizen etwas nimmt, was so richtig Dampf macht, d.h. kräftige Flammen nach oben überwinden die Trägheit des Schornsteins. Allerdings muss man auch sehen, dass es am Schornstein liegen kann, z.B. wenn der nicht tief genug runter geht.

Noch ein Tipp: wenn Sie bei DIMaGB.de auf die HOME gehen und da das Bild vom Kachelofen-Niedrigenergiehaus anklicken, kommen Sie zu der Seite mit dem Ko-Ne-Haus. Unten sind dann Links platziert, wo Sie zu den Profis gelangen (Z.B. Kamin-Schulze). Vielleicht sagen die Ihnen mehr.

Antwort 2: Ist eigentlich traurig, dass Kachelofensetzer und Schornsteinfeger nicht den Grund des Anfangsrauchens kennen. Im heißen Schornstein geschieht dasselbe wie im Heißluftballon, die Heißluft steigt auf (wie schon Herr Bumann geschrieben hat). Diese Tatsache ist der Zug des Ofens.

Wenn der Schornstein noch kalt ist, fehlt der Zug, dann steigt außen am Haus die warme Luft auf und im Schornstein fällt die kalte Luft nach unten aus dem Ofen heraus - und wenn da Rauch ist, kommt auch der Rauch mit. Wenn dann genügend Bereiche warm geworden sind, kehrt sich die Strömungsrichtung um und der Rauch nimmt seinen vorgesehenen Weg.

Vor dem Problem steht auch der Ballonfahrer. Der nimmt ein großes Gebläse um die liegende Ballonhülle zu füllen. (E.)

Antwort 3: Wenn der Kachelofenbauer nachgeschaut hat sollte der Ofen sauber sein (innen) keine Flugasche u.ä. Schauhen Sie nach ob beim Schornstein alle Schieber (im Keller event. auch auf den Boden) geschlossen sind. Bitte prüfen Sie ob unverschlossene Ofenlöcher vorhanden sind. Das kann Falschluft verursachen. Ansonsten in diesem Ofen mit Papier und wenig dünnen Holzspänen anheizen damit sich der Ofen langsam erwärmt und sich Zug bilden kann. Danach immer mehr auflegen. Also kleines Feuer -----> großes Feuer. Schöne Grüße Peter Schulze / http://www.kamin-schulze.de



Specksteinöfen

Frage: Kann mir jemand den Unterschied zwischen den beiden Marken "tulikivi" und "nunna uuni" sagen? Wir mir gesagt wurde, lieben die beiden Steinbrüche für Speckstein nebeneinander. Also ein und der gleiche Stein. Tulikivi ist teurer als nunna uuni. Der Unterschied könnte doch nur in der Verbrennungstechnik liegen?! Wer hat Erfahrung mit Specksteinöfen?
Ein bißerl ist es eilig, weil wir dabei sind uns einen Ofen zu kaufen.
Ich freue mich über jede Antwort! Danke auch im voraus! C.Z.

Antwort: Hier finden Sie die Informationen:
NUNNA UUNI
TULIKIVI
Der Preis liegt nicht nur an Qualitäten, es kommt auf Verarbeitungsmengen an und auf die Handelsbeziehungen. Daher können qualitativ gleichwertige Materialien unterschiedlich teuer sein.



Blaustein ausbessern

Frage: Hallo, als Miteigentümer eines alten Gemäuers mit ziemlich viel Blaustein habe ich das Problem, dass normaler Zementmörtel auf Blaustein nur unzureichend oder gar nicht haftet. Aktuell muss ich eine Türschwelle ausbessern. Befragte Handwerker würden das zwar gerne machen, aber haben exorbitante Preise wobei mir klar ist, dass die lediglich wissen womit sie arbeiten müssen. Wer kann mir verraten, welchen Mörtel oder Mörtelzusatz man bei Blaustein verwenden muss?
Für sachdienliche Hinweise zeige ich mich gerne erkenntlich.

[Blaustein: Es handelt sich um einen Naturstein, den ich leider nicht anders titulieren kann. An sich sieht der Stein graublau bis stahlblau (frischer Bruch) aus. Wird im Gebiet um Aachen als Tür- und Fenstereinfassung von älteren Gemäuern angetroffen und findet auch bei exklusiven Neubauten immer mehr Liebhaber. Nix Plastik, nix Beton - Blaustein eben!]

Antwort: Plastik hätte ich am wenigsten vermutet. Aber wieder mal was dazu gelernt. Bei Naturstein wird man natürlich mit Zement keine Freude haben. Zementmörtel hält nur ab Stärken von 3 cm und dann aber nicht auf jedem Untergrund. So schlimm es klingt: Sie müssen auf Chemie zurückgreifen. Mit Epoximaterial kann man abgeplatzte Ecken und Kanten modellieren. Dazu gibt es auch eingefärbtes Material, das - wenn auch nicht zu 100% - auch zu Naturstein passt.



Verfärbte Fugen und Risse in Wandfliesen

Frage: Sehr geehrter Herr Bumann, wir kauften vor drei Monaten eine Altbauwohnung, die komlett neu renoviert übergeben wurde. Das Fliesenmaterial inklusive Mosaikbordüre für den Badbereich wurde von uns ausgesucht. Ein uns nicht bekannter Fliesenleger flieste relativ uneben und schief, in der Dusche zeigten sich nach ca. 6 Wochen Risse in den Fugen der Wandfliesen, einzelne Mosaiksteine in der Bordüre lösten sich. Weiterhin verfärbten sich die weissen Fugen blau und braun!!! Erklärung des Verkäufers in Absprache mit einem Fliesenlegermeister:

1. Die Fugen verfärben sich aufgrund chemischer Reaktion mit Desinfektionmitteln, Shampoo, Duschgel, Lappen, Schwämmen etc.
2. Er hätte uns eh von weissen Fugen abgeraten.
3. Die Fugen einer Mosaibordüre seien zu schmal und somit nicht dicht, so dass Wasser durchdringen könnte und sich die Fliesen lösen.

Sein Vorschlag ist es nun, die Fliesen mit neuen Fliesen zu überfliesen, aber dann ohne Bordüre. Die Fugen reissen aber nicht nur an der Bordüre, sondern auch an den Wandfliesen.

Unsere Frage an Sie: Kann es nicht sein, dass etwas mit dem Untergrund nicht stimmt, wenn sich Fugen verfärben? Das mit dem Duschgel ist ja wohl eher ein Scherz, oder? Ist das Überfliesen von offensichtlichem Pfusch anzuraten? Er meint, der Untergrund sei vernünftig gemacht worden, wir glauben das nicht. Können Sie uns Ursachen auf die genannten Mängel nennen und haben Sie eine Idee für einen Lösungsvorschlag? Wir bedanken uns schon im voraus bei Ihnen, MfG P.B.

Antwort: Sehr geehrte Frau B., im Himmel ist also wieder mal Jahrmarkt. Weisse Fugen können höchstens vergilben, so nach 2-3 Jahren. Verfärbungen nach rot oder blau dürfen überhaupt nicht auftreten.

Für die Ebenheiten gilt DIN 18202. Risse dürfen sich nicht bilden. Wenn ich einen verlegreifen Untergrund habe und ordentlichen Kleber nehme, können sich keine Risse bilden. Wird der (neue) Untergrund durch Überfliesen besser? Wohl kaum.

Fugenmaterial dichtet nicht ab, das kann nur eine Abdichtung, daher auch der Name. Wie gross eine Fuge ist, ist dabei völlig egal.Einen Lösungsvorschlag kann man per Blinddiagnose nicht geben.



Bau eines „Brunnen“-Beckens als Regenauffang-Becken

Frage 1: Ich plane zum Auffangen des Regenwassers ein Becken in Tränkenform aus Beton evtl. mit Sandsteinaußenschale zu bauen. Das Wasserbecken soll dazu dienen, Gießkannenwasser zu speichern oder es soll Spielbecken für Kinder bzw. „Kühl“-Wasser für Flaschengetränke sein. Um Unfälle oder Mückenbrut zu vermeiden, soll ein Klappdeckel aus (Aluminium Riffelblech – wahrscheinlich zu schwer) evtl. Lärchenholz den „Brunnen“ abdecken.
Mein handwerkliches Geschick und das mir zur Verfügung stehende Werkzeug reichen aus, dieses Projekt zu realisieren, ich würde mich allerdings über folgende ausführliche Hilfe freuen:
? Wie schale ich am besten das Becken (vor allem auch die Innenform)?
? Welche Wandstärke sollte ich nicht unterschreiten?
? Wie bringe ich welchen Beton richtig ein?
? Welche Art der Bewährung ist nötig und von mir herstellbar?
? Wie bekomme ich das Becken auf Dauer dicht?
? Was muss ich beim Einbinden von Regenwasserzu- und -ablauf beachten?
? Wie kann der Deckel konstruiert sein, um kein Mückenbrutbecken und trotzdem witterungsbeständig zu sein?

Schon hier und jetzt besten Dank für die Hilfe und Ideen. M.G.

Antwort 1: Jede Menge Fragen, aber ich möchte auch den Selber-Macher nicht unbeantwortet lassen. Zumindest hoffe ich, dass ich nicht bei irgendeinem Kollegen in Ungnade falle, dem nun ein saftiger Planungsauftrag flöten gegangen ist. )*

? Wie schale ich am besten das Becken (vor allem auch die Innenform)?
A.: Sie müssen sich irgendwelche Schaltafeln besorgen, sonst machen Sie sich mit Brettern tot. Sperrholz tuts auch, wenn man sie aussteift. Haben die Tafeln eien Struktur, werden sie mit Folie belegt, das glättet. Alles schön aussteifen mit Kanthölzern, aussen Pflöcke dagegen und diagonal abgesteift.

? Welche Wandstärke sollte ich nicht unterschreiten?
A.: Sie müssen Bewehrung einbauen, die braucht eine Mindestüberdeckung. Ausserdem muss die Sache an sich etwas halten - und Sie sind ja kein Fertigteilwerk. Also gehen Sie von 12-15 cm Wandungsstärke aus.

? Wie bringe ich welchen Beton richtig ein?
A.: Ein Betontransporter wird wohl kaum kommen bei der Kleinmenge - also selber mischen. Sie brauchen abgestuften Kies, das heisst Sand und Kiessteine von 2 - 32 mm. Dazu Portlandzement und Wasser. Mischen Sie ca. 1 : 6-8 und nur soviel Wasser, dass die Pampe gut einzufüllen geht, aber nicht dass das Wasser den Zement rausspült.

? Welche Art der Bewährung ist nötig und von mir herstellbar?
A.: Die Bewehrung holen Sie sich im Baumarkt in Form von Matten. Da selbst 6er Stahl für den Selbstbauer zu schwer zu biegen sein dürfte, nehmen Sie starke Estrichmatten. Die nehmen Sie 2x doppelt, also jede Bewehrungslage doppelt. Wenn Ihnen das Biegen zu schwer fällt, zerschneiden Sie alles an den Ecken und legen dort Bügel drüber. Knüpferdraht nicht vergessen. Ist zwar mühsam, aber wichtig, weil Beton nur Druck aushält.

? Wie bekomme ich das Becken auf Dauer dicht?
A.: Sie kaufen sich eine Kanister Anstrich für Schwimmbadabdichtung und schmieren das Zeug innen drauf. Der Beton muss aber gut verdichtet sein (keine Nester). Entweder Rüttelflsche ausleihen und von aussen dran halten, oder mit Gummihammer schön viel klopfen.

? Was muss ich beim Einbinden von Regenwasserzu- und -ablauf beachten?
A.: Nichts weiter, wenn die Kiste voll ist, läuft sie über. Wenn Sie das stört, bauen Sie halt ein Überlaufrohr ein, damit es gezielt abgeleitet wird.

? Wie kann der Deckel konstruiert sein, um kein Mückenbrutbecken und trotzdem witterungsbeständig zu sein?
A.: Nehmen Sie irgendwas, Bleche oder Brettertafeln (wie mehrere Deckel nebeneinander). Die Mücken brauchen zum Brüten etwas Ruhe - also öfter mal die Kinder für Bewegung sorgen lassen.

Wenn Sie alles gut zum Betonieren vorbereitet haben, komme ich mal rum und nehm die Leistung für Sie ab (Ausführungskontrolle). Dann setz ich mich daneben und passe auf, dass Sie richtig betonieren. Zum Abschluss wird gegrillt mit jede Menge lecker Bier dazu.

)* Wenn jemand fragt, wie er sein Haus planen und bauen soll, muss ich aber auf die HOAI verweisen. ;-)

Frage 2: Hallo Herr Bumann, Ihre prompte Antwort und natürlich der Nachsatz, zum Abschluss zu grillen mit jeder Menge lecker Bier dazu, hat mich sehr gefreut und macht Lust, dieses Projekt im nächsten Sommer zu realisieren. Eine Unsicherheit bereitet mir immer noch Kopfzerbrechen:
Das Herstellen der Innenform

- die beste Möglichkeit scheint mir leider zu theoretisch zu sein. Ich schale die Innenform (wie Sie es auch für die Aussenform beschreiben) nach dem die Bewehrung eingebaut wurde und betoniere.
Was mir dann aber schwierig erscheint, ist das "nestfreie" Einbringen des Betons im Trogboden. Vor allem frage ich mich, wie die innere Schalung richtig befestigt wird, um die gewünschte Position zu sicheren.

- die zweite Möglichkeit könnte das Teilen der Betonierarbeit in zwei Schritte sein. Ich betoniere zuerst den Boden (natürlich mit vorher eingestellter Seitenwandbewehrung) und im zweiten Schritt die Seitenwände.
Allerdings befürchte ich hierbei das die Schwimmbadfarbe zur Abdichtung nicht ausreicht und ein Fugenband für diesen Zweck einzusetzen erscheint mir doch etwas sehr übertrieben, abgesehen vom Materialbeschaffungsproblem.

Sie werden sich über meine Gedankenakrobatik amüsieren; ich habe mit diesem Text nur versucht, meine Vorstellungsprobleme bei der Umsetzung zwischen Theorie und Praxis zu formulieren.

Mit freundlichen Grüßen, M.G.

Antwort 2: Hallo, Herr G., wenn Sie so weiter machen, werden Sie noch ein richtiger Baufuzzi. Die Ansätze sind vorhanden, wie ich an Ihren Überlegungen erkenne.

Natürlich arbeiten Sie in 2 Abschnitten:

1.) den Boden betonieren; dazu liegt eine Folie drunter, damit der Erdboden nicht gleich das Wasser entzieht, denn dann "verreckt" der Beton. Sie betonieren zuerst die Sohle, wobei die Bewehrung bereits mit der der Wände verbunden ist, die Aussenschalung steht. Den Beton für die Sohle machen Sie erdfeucht, weil hier die Verdichtung unproblematischer ist.

2.) jetzt kommt der interessante Teil: wie man die Innenschalung einfädelt. Entweder legen Sie Platten auf die geglättete Sohle (auf Inennmass zugeschnitten) oder Sie haben vor dem Betonieren bereist Abstandhalter eingebaut, wo die inneren Schalplatten aufsitzen. Abstandhalter brauchen Sie auch für die Bewehrung, damit die immer schön passend sitzt, d.h. mit genug Betondeckung (> 3 cm mind.)

3.) nun die innere Schalhaut einbringen und ausreichend aussteifen und fixieren. Oben kommen Hölzer drauf, die man mit Nägeln an innerer und äusserer Schalung heftet, unten zugeschnittene Passhölzer. Wenn das ganze noch hält, wenn Sie drangetreten haben, war Ihre Arbeit gut und Sie können mit dem Betonieren der Wänd beginnen. Der Sohlenbeton darf noch nicht abgebunden haben wegen der Verbindung (es entsteht sonst eine Fuge), also die Zeit in die gute Vorbereitung stecken.



Dübel in WU-Beton

Frage: Sehr geehrte Damen und Herren, meine Frage: in einem WU-Beton (Wand + Bodenplatte) Dicke 20 cm werden Spreizdübel zur Befestigung verschiedener Geräte eingesetzt. Die Bohrlochtiefen liegen zwischen 5 -10 cm. Wird hierdurch die Funktion des WU-Beton beeinträchtigt bzw gibt es technische Vorschriften für Einbau von Dübeln im WU-Beton ?

Antwort: Sehr geehrter R.,
es gibt eine Mindestdicke, wenn man die anbohrt, wird sie unterschritten.
20-10=10 < 20 cm somit kein WU-Beton mehr.
Schwächungen muss man also durch geplante Mehrstärken kompensieren.
Die vertiefenden Informationen auf der Seite zu WU-Beton im Infobereich BAUTECHNIK.



Inhaltsverzeichnis Teil 3

Siehe auch:

Wärmedämmung beim Dachgeschossausbau

Frage:
Hallo, Ich habe ein Haus von 1983 und möchte nun das Dach isolieren. Ich bin mir sicher, dass bei diesem Haus eine diffusionsgeschlossene Dachpappe verwendet wurde.

Einige sagen nun zu mir, dass ich bei einem 20'ger Spann hinter der Isolierung noch 2-4cm freilassen soll und eine Dampfsperre machen, die anderen raten mir eine Vollspannisolierung zu machen und eine diffusionsoffene Plane zu verwenden.

Was ist stand der Dinge? Wie soll ich es machen? Kann mir da jemand helfen?
Vielen Dank. Gruß T.M.

Antwort 1: 20er Sparren, dann 18er WäDä und 2 cm Hinterlüftung.
Warum denn die Probleme erst hineinbauen?
Mit Hinterlüftung = bombensicher, kein Tauwasserproblem.
Dran denken: am First Abluftöffnung durchlaufend!
Dampfsperre von innen = muss. Sonst feuchte Warmluft
im Dachaufbau > Kondensation > Bauschaden.
Viel Erfolg.

Außerdem empfehle ich den Fachartikel zum Dachgeschossausbau
im Infobereich BAUEN IM BESTAND bei DIMaGB.de

Kommentar 1: wozu soll denn der Dämmstoff zwischen den Sparren dienen, Herr Bumann??? Sie haben wohl das Lichtenfelser "Experiment" nicht verstanden??? Oder glauben Sie den Dummforschern gar nicht, dass Dämmung nicht dämmt? Ich bin verblüfft und verunsichert. e.

Kommentar 2: ...vielleicht soll der Dämmstoff retten, was zu retten ist, da sich zwischen den Sparren selten ´ne massive Wand befindet?

Frag mich übrigens schon lange, wieso ein mit Dämmstoff gefüllter Hohlraum besser dämmt, als derselbe Hohlraum nur mit Luftfüllung. Und wieso sind die Dämmstoffe immer so lufthaltig, wenn Luft doch offenbar so nachteilig ist, das sie von Dämmstoff verdrängt werden muss? Gruß Baulaie S.

Antwort 2: Damit Ihr "energiesparer" &Co (hoffentlich) auch noch was dazu lernt,
hier ein kleiner Ausschnitt:

# Beginn Zitat #

Was sind die gebräuchlichen Methoden?

Ich glaube, die häufigste Methode sieht so aus: Mineralwolle zwischen die Sparren stopfen, Dampfsperre, Gipskartonplatten - fertig. Das bemerkenswerte daran ist, dass die Arbeiten so salopp und leicht aufzuzählen sind, dass jedoch bereits hier ein riesiges Potenzial für Murks und Pfusch liegt.

Auch bitte ich zu beachten, dass ich von der gängigsten Variante rede. Ich sage nicht, dass dies die richtige, optimale, ökologische usw. ist - nur die häufigste.

Weiter hinten wird in einem extra Abschnitt behandelt, was an baurechtlichen Mindestanforderungen zu beachten ist. Insofern darf sich dieses Kapitel mehr mit bauphysikalischen und handwerklichen Aspekten befassen.

Immer wieder werde ich gefragt (Kollegen sicher auch). Was ist denn nun die richtige Dämmung für meinen Dachraum? Am besten ist eine massive Ausführung, aus Kostengründen kommt jedoch leider nur die Leichtbauweise in Frage.

Grundsätzlich ist klar, dass ein gedämmmter Dachraum allemal besser für Wohnzwecke geeignet ist als ein ungedämmter. Wer etwas anderes behauptet, geht sicher auch davon aus, dass man ohne Skianzug genauso wenig friert wie mit.

Wie viel Dämmung benötigen Sie? Nach EnEV wären es 18 cm MiWo WLG 040. Aber ich vertrete die Auffassung, dass eine Berechnung das eine ist - ein gebautes und bewohntes Haus etwas anderes. Wie sonst sind die enormen Abweichungen zwischen berechneten und gemessenen Werten zu erklären?

# Ende Zitat #

Im Original nachzulesen: Fachartikel zum Dachgeschossausbau



Risse und Knacken im DG

Frage: Hallo, ich habe in Dachgeschoß (EFH,Bj. 99/00) diverse Risse und immer noch "knackst" es:
-waagrecht verlaufender Riss in der oberen Pfette, tiefer/länger werdend
-waagrechter Riss an Stoßstelle Rigipsdecke/Dachschräge (Eigenleistung, Unterkonstruktion Rigips aus Holz 80/10mm!!?)
-leichter waagrecht verlaufender Riss am Innenputz in der Höhe vom vorletzten zur letzten Ziegel Kniestock.
Sind das "normale" Erscheinungen oder muss ich mir Sorgen machen und etwas unternehmen.
Danke! m.

Antwort:
Ferndiagnosen sind mit Vermutungen verbunden. Aber, kennen Sie den Spruch "wenigstens arbeitet bei uns das Holz"? Wenn das eingebaute Holz zu nass war, als nach DIN für den Einbauzustand zulässig, fallen diese Erscheinungen wie Risse und Verwerfungen stärker aus.

In Übergangsbereichen (z.B. Schräge/Vertikale) macht´ s sich das am ehesten bemerkbar. Zumal es nicht ganz einfach ist, eine Beplankung einzubauen, die jegliche Rissbildung kaschiert.

Ein waagerechter Riss in der gemauerten Abseite deutet auf Veränderungen im Mauerwerk hin. Wahrscheinlich liegt eine Fußpfette drauf, die sich bewegt hat, weil ja die Sparren drauf liegen.

Entscheidend ist die Häufigkeit, Anordnung und Größe der Risse. Man kann nur vor Ort beurteilen, ob es sich um Grenzfälle der Tragfähigkeit oder der Gebrauchsfähigkeit (Optik) handelt.



Risse im Mittelbalken des Dachstuhls

Frage: Hallo, wir haben ein Spitzdach und der tragende mittestehender Balken (20x20cm Höhe ca. 120cm) im Dachstuhl weist Risse auf. Ich lese immer wieder das Risse normal wären, aber der Riss ist schon 5cm tief. Sollte ich da nicht besser jemanden kommen lassen? Das Haus ist sieben Jahre alt. Was könnte mir im schlimmsten Fall passieren? Danke im voraus. Gruß B.

Antwort: Na, ganz einfach: im schlimmsten Fall stürzt das Dach ein - mehr nicht. Aber, keine Panik. Dieser eine Riss dürfte nicht so schlimm sein, wenn er nicht gerade diagonal durchläuft und wer-weiss-wie lang ist.

Hier noch ein paar Tipps zu Rissen im Holz.

Ich gehe davon aus, dass es sich um Schwindrisse handelt. Sie verlaufen radial.
Die geometrischen Werte sind:
- Risstiefe r(t) unbedenklich, wenn < / = b/4 bzw. h/4 beim Kantholz
- Dann gibt es noch Rissbreite r(b) und Risslänge r(l) und - wie schon gesagt
- ist der Rissverlauf wichtig.

Messen Sie also ganz genau den Riss oder die Risse und protokollieren Sie es. Dann wird monatlich wiederholt. Wenn die Rissbildung zunimmt, holen Sie sich einen Fachmann dazu. meist genügt ein rechnerischer Nachweis vor dem Auswechseln.



Rissfreie Anschlüsse

Frage: Wir hatten bislang vor das Dach unseres Neubau-EFH mittels Sichtschalung und Aufdachdämmung "auszustatten". Nun meint die Rohbaufirma, dass die Anschlüsse und Ecken der Trempelwände um die Sparren und der raumhohen Wände um die Zangen problematisch werden. Auf kurz oder lang würden sich Risse um das Holz im Putz bilden. Als Wände sind 11,5 cm Ziegelwände geplant, da diese gleichzeitig die Zangen und Pfetten mittragen können.
Meine Fragen: 1. Lassen sich solche Risse durch Trockenbauwände (wegen der Statik dann aber mit Stahlstützen innen verstärkt) vermeiden? und 2. Wie wird ein sauberer Abschluss des Außenmauerwerks mit der Sichtschalung (dicht und ohne zukünftige, sichtbare Risse) richtig hergestellt?
Danke für Euren Rat. D.

Antwort: Dieses Thema hatten wir hier im Forum schon mal, da wurde nicht berücksichtigt, dass man nicht einfach bis an die Hölzer heran putzen kann. Prompt ist alles gerissen. Man muss Fugen vorsehen und damit die nicht offen sind für Regen, nimmt man Kompriband o.ä. (dauerhafter als Silikon).



Dämmwolle im Spitzboden auf der Außenseite nass

Frage: Hallo, ich baue zur Zeit ein Haus. Letzte Woche habe ich erschrocken festgestellt (ich wollte gerade die Dampfbremse anbringen), dass die Dämmwolle (Isover Integra ZKF 1-035) im Spitzboden auf der Außenseite nass ist. Mein Dachaufbau ist folgendermaßen:

1. Tonziegel
2. Dachlatten
3. Konterlatten
4. Unterspannbahn (Diffusionsoffen)
5. Sparren (8/18)
Die Dämmstoffdicke beträgt 16cm (2cm Hinterlüftung).

Nach Rücksprache mit meinem Dachdecker sagte mir dieser, dass ich die Unterspannbahn unter dem Trockenfirst zwischen den Sparren aufschneiden soll. Das habe ich getan. Aber die Nässe ist immer noch da!

Kann es sein dass, es an der Feuchtigkeit vom Estrich aus dem unterliegenden Dachgeschoss liegt (Dachluke war aber geschlossen). Ich habe noch einen Bereich, wo keine Wolle zwischen den Sparren ist. Dort ist alles trocken!! Nur die Wolle ist nass. Bitte um schnellstmöglichen Rat!!!!
R.S.

Antwort: Es ist schon gut möglich, dass es sich um Schwitzwasser / Tauwasser handelt. Selbst wenn Sie inzwischen die Firstentlüftung hergestellt haben, wird das wohl noch eine Weile dauern, bis alles weg ist. Es sei denn, Sie helfen nach z.B. mit einem Heizer. Alle feuchte Luft von unten, aller Wasserdampf von unten wird zu Tauwasserbildung führen. Natürlich auf der Oberseite der Dämmung, d.h. auf der nach aussen gewandten, weil es da kälter ist als innen. Erst wenn eine funktionierende Dampfsperre eingebaut ist, wird das nachlassen. Übrigens: gute Idee mit Hinterlüftung, das ist allemal sicherer.



Dachgeschossausbau ohne Unterspannbahn?

Frage: Hallo, ich möchte bei unserem alten Bauernhaus den Dachstuhl ausbauen.
Leider ist unter der Lattung für die Ziegeln keine PE Folie verlegt. Daher meine Frage:
Gibt es eine Möglichkeit das Dach auszubauen ohne die Ziegeln abzunehmen und eine PE Folie zwischen Sparen und Dachlattung zu verlegen? Da die Dachsparen sowieso nur 100 tief sind kann ich gerne auf den Bauraum verzichten und die Isolierung nur als Innenraumisolierung anbringen!
Vielen Dank für Eure Hilfe!

Antwort: Eine Unterspannbahn ist zwar Stand der Technik, aber wenn die Ziegeleindeckung dicht genug ist (Flugschnee), kann man darauf verzichten. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit der Zwischensparrenmontage: links und rechts anheften und leicht durchhängen lassen, damit Wasser ggf. abläuft.

Zum Thema Dachgeschossausbau empfehle ich Ihnen den Fachartikel zum Dachgeschossausbau im Infobereich BAUEN IM BESTAND.



Blower Door im Anbau

Frage: Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben uns ein Fertighaus bauen lassen (Holzständerbauweise mit folgenden zum Raum abschließenden Lagen: OSB-Platte - Dampfdiffusionssperre (Folie) - Gipskartonplatte. Es handelt sich um einen Anbau (ca. 70 qm Wohnfläche), der nicht unterkellert ist. Von unten her ist das Fundament ca. 50 cm hoch gemauert, das heißt, das Haus sitzt auf einer Beton"wanne". An der Anstoßstelle zwischen dieser Betonwand und dem Fertighaus zieht es nun kräftig rein, so dass man das mit der bloßen Hand fühlen kann, und sich natürlich auch entsprechend Kondensationswasser bildet.
Nun meine Frage: Ist es möglich bei einem Anbau einen Blower Door Test zu machen? Der Durchbruch zum Altbestand besteht aus einem 1,30m breiten Durchbruch, kann man von hier aus vielleicht den Test ansetzen???

Sie würden uns mit eine Auskunft sehr viel weiterhelfen. Jetzt schon mal vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen K.L.

Antwort: Einen Blower Door-Test können Sie in jedem abgeschlossenen Raum durchführen, egal ob ganzes EFH, Anbau, DG oder nur ein großer Raum.

Aber wozu soll das in Ihrem Fall gut sein? Der Test kann doch nur ein katastrophales Ergebnis liefern. Das Leck können Sie vielleicht auch mit Rauch darstellen.

Aber egal, wie: der Errichter hat hier nachzubessern.



Glaswolle in Holzdecken isolieren?

Frage: Hallo, wir haben vor kurzem ein Haus gekauft, hatten auch jemanden da , der das Haus auf Asbest und eventuelle Wohngifte untersucht hat, auf die Messungen haben wir dann verzichtet, weil es sehr unwahrscheinlich war, dass etwas dabei heraus kommt.

Nun haben wir aber entdeckt, dass in zwei Räumen (das Haus wurde mehrmals um- und angebaut) in denen sich Holzdecken befinden zwar nicht viel, aber immerhin doch Glaswolle (und zwar die alte) befindet.

Meine Frage: Bevor ich jetzt die Wohnraummessung mache, reicht es aus, die Decke mit einer Folie zu isolieren, es würden Holzpaneele drüber kommen und wie ist es mit dem Boden in den oberen Räumen? Einfach einen Teppich drüberlegen wird wohl nicht gehen, oder?
Wie gesagt, es ist nicht viel, ich würde mal so grob schätzen, dass nicht mehr als ein Eimer zusammenkommen würde. Das Zeug raus zu machen würde bedeuten, dass wir die Decken komplett neu machen müssten :-/
Handwerker, hier am Ort nehmen das Problem nicht ernst, ich habe bereits mehrere darauf angesprochen , deshalb erhoffe ich mir hier im Forum eine Antwort ! Danke :-)) M.

Antwort: Die Fusseln können nur nicht stören, wenn sie dauerhaft und sicher von der Raumluft separiert sind. Ob und wie das geht, kann man nur beurteilen, wenn man den Deckenaufbau kennt. So lässt sich nur vermuten, dass man sich gleich die Mühe machen kann und alles raus nimmt, ehe man sich mit Folieneinbauten verrenkt.



Wasserflecken im neuen Haus

Frage: Ich wohne seit August in meinem neuen Haus, in dem sich bei den jetzigen Temperaturen Wasserflecken im unteren Wandbereich ergeben. Lt. Bauunternehmer ist dies zunächst normal, "da der Bau noch so feucht ist". Ich vermute jedoch, dass es an der nicht gedämmten Sohlplatte liegt (gedämmt ist nur bis zum "Putzende", darunter ist nur eine Dickschicht. Gibt es Richtlinien wo so etwas festgelegt ist? Es sollte ein Niedrigenergiehaus werden. Danke für eine Antwort!

Antwort: Wieder mal ist im Himmel Jahrmarkt, Feuchteflecken sind normal. Ist es dann außergewöhnlich, wenn es keine Flecken gibt?

Neben fehlender Dämmung kann auch eine unsachgemäße Abdichtung die Ursache sein. Dass der Bau "feucht ist", ist normal, das bekommt man nur mit heizen und lüften hin. Aber Flecken im unteren Wandbereich entstehen dadurch eher nicht, vielmehr kondensiert die zu hohe Luftfeuchte an Fensterscheiben, weil die kühler sind.

Richtlinien? Da gibt es die Regeln der Technik und mit Sicherheit wurde gegen einen Sack voll Ausführungsstandards verstoßen.



Schimmelpilz und Wasseraktivität

Frage 1: Schimmelpilzsporen können sich ab einem bestimmten Wert der Wasseraktivität z.B. 0,79% gut vermehren! Wie kann man die Wasseraktivität im Keller ausrechnen? Danke schön MS

Antwort 1: Die Wasseraktivität entspricht der relativen Luftfeuchte an der betrachteten Baustoffoberfläche. Sie ist (wie die relative Luftfeuchte) eine einheitenlose Zahl zwischen 0 und 1, bzw. in Prozent ausgedrückt eine Zahl zwischen 0% und 100%.

Mir ist keine Schimmelpilzspezies bekannt, die sich bei der von Ihnen angegebenen Wasseraktivität von 0,79% vermehrt. Sie meinen daher sehr wahrscheinlich 0,79 bzw. 79%, was dem unteren Wachstumsgrenzwert vieler Schimmelpilzspezies entspricht.

Sie können die Wasseraktivität am einfachsten bestimmen, indem Sie mit einem genauen temperaturkompensierten Luftfeuchtemessgerät (das allerdings über einen externen Feuchtesensor verfügen muss) die relative Luftfeuchte unmittelbar an der Baustoffoberfläche messen (Sensor auf Baustoffoberfläche auflegen, mit Folie und Klebeband dampfdicht abdecken, ein paar Minuten warten und Wert ablesen).

Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit einem genauen Thermohygrometer die Lufttemperatur und die relative Luftfeuchte der Kellerluft zu messen, sowie mit einem Oberflächentemperaturfühler die Temperatur der betroffenen Baustoffoberfläche zu messen. Aus diesen drei Werten errechnen Sie dann die Wasseraktivität (= relative Luftfeuchte) an der Baustoffoberfläche. Dazu können Sie z.B. Formel A.6 oder Tabelle A.2 aus DIN 4108-3 (Ausg. Juli 2001) verwenden.

Beispiel mit Werten der Tabelle A.2:
Lufttemperatur 12°C, relative Luftfeuchte 70%, Oberflächentemperatur 8°C
Der Sättigungsdampfdruck der Kellerluft bei 12°C beträgt 1403 Pa. Bei 70% relativer Luftfeuchte beträgt der Partialdampfdruck der Kellerluft 70% ihres Sättigungsdampfdrucks, hier also 0,70 x 1403 = 982,1 Pa.
An der betrachteten Baustoffoberfläche herrscht eine Temperatur von 8°C, was bedeutet, dass dort der Sättigungsdampfdruck 1073 Pa nicht überschreiten kann. Das Verhältnis von vorhandenem Partialdampfdruck der Kellerluft zu maximal möglichem Sättigungsdampfdruck an der Baustoffoberfläche entspricht der gesuchten Wasseraktivität an der betrachteten Stelle, hier also 982,1/1073 = 0,915 bzw. 91,5%. Bei diesen Randbedingungen wächst nahezu jede Schimmelpilzspezies. Als Nährstoff reicht u.U. der Staub, der sich stets in der Luft befindet (Aeroplankton!).
(anonym)

Frage 2: Können die Schimmelpilzsporen im Keller im Winter bei der Temperatur 12 -14 °C und bei der relativen Feuchtigkeit von 70 % ohne Nährstoffangebote trotz regelmäßiger Kellerlüftung wachsen?

Antwort 2: Moin, die Parameter stimmen, aber weshalb meinen Sie, es wäre kein Nährboden vorhanden?
M. f. G. stefan ibold

Frage 3: Im letzten Sommer nach dem Urlaub, hatten wie im Keller unseres Reihenhauses (Neubau und 2 Jahre alt) Schimmelpilze Eurotium spp.an Leder-,Holz-und Textilgegenständen. Der Bauträger meinte, das Haus sei 14 Tage nicht gelüftet. Da eine Kellerecke messbar feucht war, wurde es vom Bauträger von außen abgedichtet.Wir sanierten den Keller und entsorgten geeignete Nährstoffe aus dem Keller.

Welche relative Luftfeuchtigkeit können wir im Keller im Winter und im Sommer tolerieren, damit die Sporen nicht erneut wachsen? Können wir im Sommer sorglos in den Urlaub fahren, wenn wir in den 3 Kellerräumen die rel. Feuchtigkeit mit Hilfe von 3 Luftentfeuchter konstant auf 65 % halten ?

Vielen Dank für die Beratung MS

Antwort 3: An der kältesten Stelle im Keller darf die Wasseraktivität 0,80 bzw. 80% nicht überschreiten (sicherheitshalber 70..75%, da es einige seltene xerophile Schimmelpilzspezies gibt, die auch unterhalb von 80% noch wachsen).

Das bedeutet, dass die Luftentfeuchter auf einen Sollwert einzustellen sind, der vorher anhand der kältesten Oberflächentemperaturen errechnet werden muss (vgl. mein Rechenbeispiel zur Wasseraktivität).
(anonym)



Loch in Sohle aus WU-Beton

Frage: Mein von einem Bauträger gebautes Haus besitzt nach Leistungsbeschreibung eine Bodenplatte und Kelleraußenwände aus WU-Beton. Wie wir jetzt festgestellt haben, hat die Bodenplatte im Bereich der Treppe aber eine Öffnung, die unseres Erachtens aber nur notdürftig mit Mörtel verschlossen wurde. Nach Aussage des Bauleiters diente diese Öffnung zur Entwässerung während der Bauphase. Ist ein solches Vorgehen üblich (schließlich könnte dieses Wasser auch abgepumpt werden) und kann/muss bis zum Einbringen des Estrichs noch Abhilfe geschaffen werden?
(zusätzl. Info zur Grundwassersituation: die Niederschlagsentwässerung der Dachflächen erfolgt über einen Sickerschacht im Garten)  R.G.

Antwort 1: Eine WU-Platte mit Mörtelloch ist wie ein Panzer mit Kunststoffpanzerung an der Front. Stellen Sie sich eine Badewanne vor, die auf dem Wasser schwimmt: zieht man den Stöpsel, kommt das Wasser rein. Und woran ist Siegfried hops gegangen? Ein Lindenblatt auf der Schulter war die Schwachstelle.

Antwort 2: Hallo, zeigen Sie den Mangel an. Schreiben sie auch so viel wie möglich auf während der Bauphase und lassen sie sich eine Unterschrift geben. Das mit dem Loch und dem WU-Beton würde ich nicht so ernst nehmen. Der WU-Beton ist sowieso nicht dicht. Wenn er doch wegen des Baugrundes dicht sein muss (Schichtenwasser), dann lassen sie sich die Berechnungen der Bewehrung geben und die Verweise auf den verwendeten Zement, den Wasser-Zementfaktor, sowie die Maßnahmen während des Einbaus und der Nachbehandlung ...... wasserundurchlässiger Beton wird nicht durch WU-Zusätze erreicht. Deshalb läuft auch heute so mancher Keller voll – trotz WU-Beton.
Viele Grüße, Michael Reisinger

Antwort 3: Sehr geehrter Herr G., Ihre Geschichte ist geradezu ungeheuerlich. Selbstverständlich ist sowas ganz und gar nicht üblich und eine fachgerechte Sanierung dieses schweren Baumangels ist unabdingbar! Es stellt sich allerdings ernsthaft die Frage, ob zur Mangelbeseitigung das bisher ausführende Unternehmen betraut werden sollte. M.f.G. gez: A. Heine



Paneeldecke im Bad und Dampfsperre

Frage: Hallo! Ich möchte mein Bad mit einer Paneelendecke ausstatten. Nun weiß ich nicht, wie man diese wegen der Dampfsperre befestigen soll. Bei der üblichen Art und Weise durchlöchert man die Dampfsperre mit den Nägeln, welche dadurch doch wieder undicht wird. Oder gibt es eine andere Möglichkeiten bzw. Techniken?

Ich habe zwischen den Dachsparren und Kehlbalken 16 cm Dämmkeilen verlegt (Obergeschoß des Hauses). Hierauf kam die Dampfsperre aus PE-Folie die an den Dachsparren bzw. Kehlbalken befestigt wurde. Nun zu den Paneelen und zu meiner Frage. Sollet ich unter die Dampfsperre noch eine Lattung gegen die Sparren und Kehlbalken schrauben, an der ich wiederum die Paneelen befestige, oder kann man die Paneelen direkt auf die Dampfsperre (d. h. direkt an den Sparren und Kehlbalken) nageln?
Vielen Dank im Voraus, A.W.

Antwort: Sie sind selbst drauf gekommen. Es kommt eine Lattung dazwischen, damit man nicht die Dampfsperre perforiert. man muss aber an den Befestigungspunkten ebendieser Lattung zusehen, dass man diese Stellen dicht bekommt, z.B. mit einer Dichtungspaste für Dampfsperrfolien. Leichtbauweise ist halt immer empfindlich.


Materialwahl bei Erneuerung von Wasserleitungen

Frage: Ich möchte die Wasserleitungen in meinem Haus erneuern. Meine Frage ist nun was soll ich nehmen? Kupfer hart/weich löten? Edelstahl verschraubt (Schneidringverschraubung) ? Es sind nicht viele Meter, so dass der Preisunterschied nicht sehr zum Tragen kommt.

Die bisherigen Wasserleitungen sind aus verschraubten und Verzinkten Wasserleitungen. Diese möchte ich komplett von der Wasseruhr erneuern. Nur das Badezimmer muss vorerst noch bleiben (Kacheln) und eventuell der Außenwasseranschluß. Letzterer ist schon aus Kupfer.
Wer kann mir dazu Tips geben.
Vorab schon mal vielen Dank, M.T.

Antwort: Achten Sie darauf, dass Sie keinen Materialmix veranstalten. Je mehr unterschiedliche Metalle eingebaut werden, um so besser wird die Korrosion gefördert. Das liegt an der elektrochemischen Spannungsreihe. Es gibt übrigens auch Verbundmaterial (beschichtete Metallrohre, die wie Kunststoffrohre aussehen).



Materialwahl Wandbaustoff für FG-Wände

Frage: Wir sind zur Zeit in der Planung unseres EFH und stehen vor der Entscheidung über den massiven Wandbaustoff Porotonziegel oder Porenbeton. Beide Varianten sollen im Dünnbettverfahren für alle Außen- und Innenwände gemauert werden, eine zusätzliche Außendämmung möchten wir vermeiden.

Wir tendieren derzeit zum Porenbeton, der allerdings im Bezug auf die Schalldämmung und der Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit (Kellerwände) Nachteile gegenüber dem Porotonziegel hat.

Für unsere Entscheidungsfindung sind wir für weitere Tipps und Erfahrungswerte sehr dankbar. M.

Antwort: Beim KG kommt es weniger auf das Wandmaterial an, entscheidend ist das Abdichtungssystem. Taugt die Abdichtung nichts, werden Sie mit keinem Wandmaterial lange Freude haben, denn eindringende Feuchte vertragen z.B. selbst KS nicht.



Innenwanddämmung im KG

Frage 1: Hallo Miteinander. Ich habe vor 2 Jahren ein Haus gekauft. Es besitzt einen großen Keller, komplett im Erdreich. Die Kelleraußenwände sind aus Beton gegossen, 25 cm start mit Noppenbahn und Bitumen außen isoliert. Da der Boden sehr steinig ist und Wasser sehr gut abfließt, war eine Drainage nicht notwendig. Der Keller ist bis jetzt immer trocken gewesen. Die Kellerinnenwände sind aus Kalksandsteinen. Nun möchte ich 2 Kellerräume stärker nutzen. Damit ich auch im Winter darin Arbeiten kann (Studioaufnahmen) möchte ich sie beheizen, mit 2 Elektroöfen. Dabei habe ich an eine Innendämmung gedacht (Auch wegen der Akustischen Dämmung). Mit ist jedoch das Problem der Kondenswasserbildung bewusst. Jeder Raum hat ein Fenster. Habt ihr Rat zu Materialwahl, Vorgehen, Dampfsperre etc...? Herzlichen Dank. A.M.

Antwort 1: Die wenigsten Probleme werden Sie mit Calciumsilikatplatten haben. Evtl. Kondenswasser an dem Übergang Platte/Betonwand saugt sich kapillar in die Calciumsilikatplatte in Richtung Innenraum und verdunstet dann an der Innenoberfläche. Deswegen ist die Konstruktion sehr tolerant gegenüber unvermeidbaren Fehlern. Lüften ist natürlich trotzdem notwendig. (E.)

Frage 2: Herzlichen Dank für die prompte Antwort. 2 Fragen noch: was meinten Sie mit unvermeidbaren Fehlern und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit von Feuchte wenn ich den Raum nur temporär elektrisch heize ? Können Sie mir auch ein spezifisches Produkt empfehlen (Calciumsilikat) ? Herzlichen Dank A.M.

Antwort 2: Hallo, Herr M., ich möchte nun doch noch meinen Senf dazu geben. Zunächst gehe ich kühn davon aus, dass sie folgenden ähnlichen Beitrag bereits gelesen haben:

Mein Rat auch an Sie: pfeifen Sie doch erst mal auf jegliches "Dämmwunder".
1. Wärme: wie oft sind Sie in dem Kellerraum? und
Ist es so furchtbar kalt an der Außenwand?
2. Was soll eine Dämmung bringen,
was 25 cm Beton nicht vermögen?

Sie können auch anders fragen: was nützt die Schalldämmung bei angekipptem Fenster? Welchen Weg nimmt der Luftschall?

Ums Energiesparen geht es sicher auch nicht, oder wie ist die Effizienz der Elektroöfen zu bewerten?

Im übrigen sind Calciumsilikatplatten gut dazu geeignet, gelöste Probleme vorzugaukeln, während die Problemzone nach hinten verlagert wurde. Merke: eine gut temperierte Außenwand bringt kein Tauwasserproblem. Schon gar nicht, wenn Erdreich anliegt, das noch dazu gut selbst drainierend ist.



Thermo-Verglasung: Scheibe richtig herum eingebaut?

Frage: Ich habe in meiner Wohnung Thermoplus-S-Scheiben von Gloetzer. Die Scheiben, bis auf eine, sind so eingesetzt, dass ich die Scheibenbezeichnung in dem Fensterfalz von innen lesen kann. Nur bei einer Scheibe ist diese Bezeichnung von außen zu lesen. Bedeutet dies, dass meine Scheibe falsch eingesetzt wurde ? Vielen Dank für die Hilfe. R.

Antwort 1: Die Vermutung liegt natürlich nahe. Gewissheit kann man nur erlangen, wenn man einen Glasstärkenmesser einsetzt, im günstigen Fall funktioniert die einfache Methode (der Messer sieht aus wie ein Lineal und man misst über Lichtbrechung die Glasdicke). Sinnvoll allemal: diesen Sachverhalt als Mangel anzeigen, der Glaser/Fensterbauer, der auf sich hält, reagiert dann schon.

Es kann aber auch egal sein, wie herum die Scheibe drin ist. Bsp.: 4-10-4 mit Gasfüllung und ohne Beschichtung. Es kommt also meist auf den Einzelfall an.

Antwort 2:Ob die Fensterscheiben beschichtet sind, lässt sich leicht ermitteln: Feuerzeug 5cm vor der Scheibe entzünden, und es werden sich 4 Flammen in der Scheibe spiegeln. (jeweils zwei pro Scheibe, jeweils für außen und Innen. Eine dieser Flammen ist (falls eine Scheibe beschichtet ist) verfärbt ! (Peter)



Wandbeschichtung im Duschbereich (keine Fliesen)

Frage 1:
Hallo, wenn ich den Bereich der Dusche nicht fliesen möchte, welche Alternativen gibt es? Vielleicht einen speziellen Putz mit Latexfarbe streichen? In Prospekten habe ich schon Bäder ohne Fliesen gesehen. Wie machen die das? H.-J.L.

Antwort 1:Heutzutage gibt es auch Gipsputze, die für den Sanitärbereich geeignet sind. Dazu kann man die paar qm im Duschbereich wasserbeständig streichen. Das muss man ja nicht auf die gesamte Wandfläche anwenden, gönnen sie Wand- und Deckenflächen die Funktion als Feuchtepuffer.

Frage 2: Vielen Dank für den Hinweis! Nun ergibt sich eine weitere Frage.

Wir bauen eine Fertighaus. Werkseitig wird eine Naturgipsplatte (endgespachtelt) eingebaut. Wenn ich jetzt nur an der Rückwand der Dusche Gipsputz auftrage dann erhalte ich doch gegenüber der sonst lediglich gestrichenen Wand einen Absatz, oder?

Sind Latexfarben zwar wasserabweisend, aber bezüglich einer Rückwand in einer Dusche nicht ausreichend wasserdicht?

Antwort 2: Den Gipsputz habe ich nur erwähnt, weil Sie den Untergrund nicht benannt hatten. Sie müssen auch keine Latexfarbe nehmen, es gehen auch Anstriche auf Lackbasis.

Was mit "Naturgips" gemeint ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird innen mit herkömmlichen GK-Platten beplankt, wobei die im Badbereich imprägnierte sein müssen.

Hier müssen Sie nur ordentlich grundieren und dann mit Zwischen- und Deckbeschichtung den wasserbeständigen Anstrich auftragen.



Schallübertragung bei 2x 17,5 cm Porenbeton

Frage:
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe ein Schallübertragungsproblem bei einem neu gebauten Reihenhaus und suche nun nach Möglichkeiten, nachträglich etwas zu verbessern. Ich höre jede Menge Geräusche von unseren Nachbarn und bin der Meinung, dass die Schalldämmung bei unserem Reihenhaus nicht fachgerecht ausgeführt wurde. Gibt es eigentlich Möglichkeiten, die Schalldämmung nachträglich zu verbessern? Wie stehen meine Chancen, durch ein Gutachten eine Entschädigung von meiner Baufirma zu erhalten?
Unsere Kommunwände sind aus großformatigen 17,5cm Ytongsteinen gebaut, die horizontal geklebt wurden. Vertikal wurde kein Mörtel eingebracht.
Ich bin überzeugt davon, dass die Schalldämmung beim Einzug in das Haus noch wesentlich besser war und führe das auf die noch feuchten Mauern zurück. Kann das sein?
Ich wäre sehr froh, wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Vielen Dank. C.K.

Antwort: Gehen wir von einem Rechenwert der Bauteilrohdichte von 350 kg/m3 aus (Rohdichteklasse 0,4), dann ergibt sich eine flächenbezogene Masse von 2x 61,25 kg/m2, dazu noch 2x Glättputz >= 5 mm. Das ergibt 122,5 kg/m2 + 14 kg/m2 = 136,5 kg/m2. Nach "alter" DIN 4109 ergibt das ein bewertetes Schalldämmmaß von 40 dB, wobei Porenbeton 42 erbringen mag. Den Korrekturwert für biegesteife (Wände=0) Decken mit +2 können wir vernachlässigen.

Im übrigen ist das alles Wurst, weil alles unter 57 dB ohnehin zu wenig ist. Bei 2x 17,5 cm und geputzt erreichen Sie mit KS 2,0 und 3 cm Schalenfuge (durchgehend bis auf das Fundament) 67 dB. Einschalig bräuchten Sie 30 cm bei Rohdichteklasse 2,0.

Es wurde also etwas völlig falsches ausgeführt, das nennt man Murks & Pfusch. Eine Messung können Sie sich also sparen, wenn Sie es schriftlich benötigen, müssen Sie halt eine Bestätigung bei mir anfordern.

Übrigens, dass es vorher "leiser" war, liegt daran, dass nach Einzug der allgemeine Geräuschpegel niedriger ist, so dass man vieles intensiver wahrnimmt.

Eine nachträgliche Verbesserung ist möglich, das hat die Firma herzustellen und nachzuweisen.



Verbessert Dämmung die Schalldämmung im Doppelhaus?

Hallo, ich habe eine Doppelhaushälfte gekauft und befürchte eine schlechte Trittschalldämmung da von Bauträgerseite keine Dämmwolle zwischen den Haustrennwänden (zweischalig 15er - KS -Stein mit 5 cm Fuge ) eingebracht wird. Der Bauträger behauptet das es nichts bringt, würde uns aber für 1000,00 € Aufpreis eine Dämmung einbringen. Lohnt die Investition oder bringt es wirklich nichts?

Antwort: Die 15er Steine sind bestimmt 17,5 er, dann ist es gut. Als Fuge genügen 3 cm. Die MiWo nützt Ihnen kaum etwas. Wichtig: keine Mörtelnasen in der Fuge als Schallbrücke.

Um genau zu sein: es geht hier um Luftschall, das heisst ob die Schallwellen der Raumluft beim Nachbarn über die beiden Wände übertragen werden. Die Trittschalldämmung übernimmt ein fachgerecht ausgebildeter schwimmender Estrich, weitere Verbesserungen erhält man durch den Belag (z.B. ca. 22 dB bei Lino, bei Teppich noch mehr).



Schallschutz im DH wegen Flügel

Frage: In unserem Doppelhaus aus den 1920ern haben wir folgendes Problem: Bisher hielt unser Nachbar das Klavierspiel meiner Frau immer klaglos aus, obwohl die beiden Hälften nur durch eine 26er Ziegelwand getrennt sind.
Seit wir aber das Klavier gegen einen kleinen Flügel ausgetauscht haben und auch mit der Aufstellung näher an die Wand gerückt sind (ein Flügel braucht nun einmal einen anderen Platz als ein Klavier), ist es drüben deutlich lauter (angeblich im gesamten Haus) und man hat sich beschwert. Da man auch ein Husten von nebenan gut hören kann, gehe ich nicht von einer Überempfindlichkeit der Nachbarn aus.
Die Kellerdecke ist massiv, darauf liegen Lagerhölzer, dann ein Dielenboden. Ist davon auszugehen, dass eine vorgebaute Ständerwand mit Mineralwolle und Gipskarton eine merkliche Verbesserung bringt, oder ist der Hauptschallträger möglicherweise der Boden, so dass man eher die Aufstellung des Flügels entkoppeln müsste (Teppich???)?
P.

Antwort: Die Musike beim Flügel wird mittels Resonanz erzeugt. Das ist Luftschall, so dass ein Teppich wenig nutzt. Sie müssen die Vorsatzschale anbringen, am besten von beiden Seiten - denn das Problem ist nicht die Nutzung, sondern offensichtlich die Wand an sich.



Fragen zum Dachgeschossausbau

Das Thema DG-Ausbau ist, egal ob es sich um bestehende Gebäude oder um Neubauten handelt, ein Dauerbrenner. Die Fragen im BauherrenForum sind meist dieselben. Einige habe ich zusammen getragen und auf der Sonderseite zum DG-Ausbau veröffentlicht, mit den Antworten natürlich.

:: Bauen im Bestand: Dachgeschossausbau



Tauwasser im Wintergarten

Frage 1:
guten tag zsammen
habe mal eine frage zu tauwasserbildung
ist 0,006g/m² sehr viel (bedenklich)?????
ich habe diesen wert mit dem "wärme+dampf" programm der firma rowa software ermittelt und bin mir nicht sicher ob ich das richtig angewendet habe
folgende situation:
flachdach (kaltdach)
wintergartenanbau vor zweijahren
dachaufbau (ca. 42cm) von innen nach aussen:
panelle
3cm lattung
dann eine pe folie sd wert weiß ich nicht(eigentlich nur als rieselschutz eingebaut also nicht verklebt)
ca.30cm dämmung (glaswolle035)
ca. 10cm luftschicht
rauspund 2cm
bitumendachbahnen
ps: da es sich um einen wintergarten handelt ist in der mitte eine 3x4 meter große glaskonstruktion eingebaut und um diese konstruktion herum befindet sich der dachaufbau. also ist die dach konstruktion nicht durchgehend belüftet sondern endet vor einem 40cm leimbinder.
ich hoffe das die erklärung nicht zu kompliziert ist R.

Antwort 1: 0,006 g ist effektiv gar nichts. Interessant wäre zu erfahren, wie Sie darauf gekommen sind. So, wie Sie die Konstruktion beschreiben, kommen irgendwann mal 60 g und mehr zusammen wegen der fehlenden Dampfsperre.

Frage 2: ja also wie schon gesagt ich kenne das programm eigentlich gar nicht und habe das nur mal ausprobiert.
ich habe auch nur bis zu der oberen luftschicht gerechnet und habe den rauspund und die dachabdichtung fehlenlassen.
für die pe folie hab ich keinen sd wert angegeben.
aber für mich wäre auch sehr interesant wie sie die gesamte konstruktion bewerten. R.

Antwort 2: Wie schon gesagt, eine richtige Dampfsperre ist wohl nicht vorhanden - also muss irgendwann mal Tauwasser ausfallen, es sei denn im Wintergarten ist es genauso kalt wie draußen (nur - wozu dann die Dämmung?).



Dämmmaßnahme am Altbau

Frage:
Hier meine geplanten Dämmmaßnahmen f. Altbau Bj.1920:
- Kelleraußenwände mit Polystyrol incl. Dränschicht, da feuchte Kellerwände (Naturstein)
- Außenwände mit 6cm Pavatex Holzfaserplatten verputz (Pavatex-System)
- Dach Aufsparrendämmung ebenfalls Pavatex Holzfaserplatten 10cm
Ich hoffe diese Angaben reichen f. eine kurze Beurteilung.
Ach ja, wir haben bereits sehr dichte Kunststofffenster eingesetzt.
Meine größten Bedenken habe ich bzgl. Ausreichender Lüftung.
M.W.

Antwort: Sehr geehrter Herr W.,
was erwarten Sie, was man anhand Ihrer Angaben beurteilen soll? Die Außenwände sind nicht beschrieben.
Holzfaserplatten sind sicher besser als Styropor oder MiWo, was das TAV betrifft. Aber dass 10 cm genügen, wag ich zu bezweifeln.
Ob das PS im KG was bringt, kann ich einfach so nicht beurteilen. Alternativ kann man Dämmung an die Decke bringen. Vorsicht bei Drainagemaßnahmen - oder meinen Sie eine Noppenbahn z.B.?
Zur Lüftung müssen Sie sich nicht viel Gedanken machen: das Haus wird bestimmt schön hermetisiert. Entweder Sie lüften oft genüg mit der Fenster-auf-Methode oder Sie bauen sich eine teure Lüftungsanlage ein.
Ansonsten empfehle ich Ihnen, sich im Infobereich von DIMaGB.de zu informieren. Der Link liegt am Kopfende dieser Seite.

Lesen Sie die Infos zu:
- Nutzen von WäDä (Wirtschaftlichkeit)
- Fenster
- Bauwerksabdichtungen
- Dachgeschossausbau



Risse im Reihenhaus

Frage:
Hallo!
Ich interessiere mich für ein Reihenhaus, Bj 1996.
Preis wäre akzeptabel und ich würde gerne "zuschlagen"
Probleme sind Risse in der Hauswand. Ich weiß nicht , ob dies bei einem so jungen Haus normal ist bzw. zu einem Problem werden könnte.
Die Risse, besser gesagt der Riss erstreckt sich im 2. Stock fast über die ganze Hausbreite (11m), ist horizontal am Anfang (ca. in 2m Höhe) und geht zum Schluss diagonal nach unten bis auf eine Höhe von ca. 1.50m (vom Boden aus gemessen)
Der Riss ist ca. 2-3 mm breit, ist sozusagen nur durch den Riss in der Tapete zu sehen. Aufgefallen ist mir allerdings auch, dass die Tapete in dem einen Zimmer zwischen Decke und Wand ebenfalls gerissen ist (Lt. Eigentümer wäre vor drei Jahren dieser "Riss" bzw. "Lücke" (1 cm Abstand) noch nicht gewesen.)
Das Reihenhaus gehört zu einer Dreiergruppe, die an eine andere Dreiergruppe von Reihenhäusern mit anderer Architektur (das Dach des Nachbarhauses ist z.B. niedriger als das Dach von dem Haus, dass ich gerne kaufen würde.) angebaut ist.
Weiß also nicht ob z.B. die Häuser auf der gleichen Grundplatte stehen (falls überhaupt dadurch ein Riss entstehen kann.)
Sind solche Risse ein echtes Problem?
Kann man was dagegen tun, oder kann man auch einfach damit leben?!
Wäre toll, wenn mir dazu jemand schreiben könnte.

Gruß R.S.

Antwort: Diagonale Verläufe weisen oft auf Setzungen hin. 2-3 mm sind nicht gerade wenig, so dass ich mir nicht vorstellen kann, dass damit das Schadenbild erschöpft ist.

Was nun mit dem "1,0 cm Abstand" gemeint ist, kann ich mir nicht vorstellen. Falls das die Rissbreite sein sollte, wird´ s Zeit für den Statiker. Falls das der Abstand des Risses vom Xel sein soll, muss das nicht unbedingt viel bedeuten, z.B. nur, dass der Putz abgerissen ist, weil er nicht getrennt war.

Ob Ferndiagnosen in Foren zum Erwerb eines Hauses passen, wage ich allerdings zu bezweifeln.



Risse im ganzen OG (Trockenbau)

Frage: Wir haben im Februar 2003 eine neue Doppelhaushälfte gekauft.
Jetzt bilden sich im Obergeschoss überall Risse. Die Dachschrägen und die Decken sind mit Gipskartonplatten verkleidet. Die Risse sind an den Übergängen zu der gemauerten Wand und am Übergang zur Decke. Mir wurde von der Baufirma gesagt das dies normal sei und noch von dem Maler beseitigt wird. Er soll eine Acrylfuge machen die dann übergestrichen wird. Nun meine Frage: Stimmt das, das die Risse normal sind ? Woher kommen die Risse ? Vielen Dank für die Antworten im vorraus. Thorsten


Antwort: Normal ist, dass sich der Dachstuhl anders verhält als die Mauerwerkswände. Die Bewegungen sind materialbedingt. Da das bekannt ist, kann man den Trockenbau so ausführen, dass er praktisch rissefrei bleibt. Das beginnt mit der geeigneten Unterkonstruktion und endet mit den Acrylfugen vor den Malerarbeiten.



Insektendreck und Schallschutz (Holzbalkendecke)

Frage 1: Für den Ausbau unseres Dachgeschosses zu Wohnzwecken habe ich die alten Dielen entfernt um die Holzbalken etc. begutachten zu lassen. Mittlerweile sieht es auf dem Dachboden recht hügelig aus, da stellenweise die Einschübe geöffnet werden mussten. Dieses Material nun ist mehr oder weniger mit dem, was der Holzwurm übrig lies, vermischt. Da auch andere Lebewesen sich im Dachstuhl labten, sind wohl deren Reste nun auch da drinnen.
1. Soll ich den gesamten Einschub entsorgen?
2. Was mache ich alternativ wieder rein? ca. Preise?
3. Wie Stark sollte man die Einschubstärke wählen (jetzt < 5 cm)
Danke. J.

Antwort 1: Wenn viel Insektendreck dabei ist, sind vielleicht auch Larven drunter. Daher ist ein Austausch sinnvoll. Man nimmt Schlacke dazu. Allerdings kann man das sein lassen bei 5 cm. Normal sind 5-25 cm, je nach Balkenstärke. Holzschutz ist wohl auch erforderlich aufgrund des Befalls.

Frage 2: Ok, die mögliche Stärke des neuen Einschubes muss mir der Statiker ermitteln, ich weiß ja nicht, was die Konstruktion so hergibt. Macht eine Dämmung z.B. mit ISOFLOC einen Sinn? Zumal ich die Dachschrägen eh damit dämmen will -> ein Aufwasch, schnell und sauber.
Wärmedämmung in der Decke ist wohl nicht so wichtig, da drunter und drüber sich beheizte Räume befinden (zumindest bis die Kinder mal aus dem Haus sind, also > 15 Jahre).
Schallschutz schon eher. Andererseits ist das Häuschen so klein, dass ein aufwändiger Schallschutz wohl wenig Sinn macht (EFH).
Nun suche ich also den goldenen Mittelweg ....

Antwort 2: Schlacke bringt Masse
Masse bringt Schallschutz
Dämmung bringt nichts
Lino bringt 19-21 dB, Teppich noch mehr.
Man legt es einfach drauf.
Aber es geht sicher auch teurer
und dabei weniger wirkungsvoll.



Eindringendes Wasser im Keller einfach beseitigen

Frage:
Hallo,
ich besitze ein Haus aus dem Jahr 1920. Das Haus habe ich vor 10 Jahren gekauft und hatte bisher mit Umbauarbeiten oberhalb des Kellers zu tun. Eine gewisse Feuchte im Kellerbereich war mir zum Kaufdatum nicht aufgefallen. Da der Putz von den Kellerwänden abfällt, bin der Sache nun nachgegangen. Die Situation beschreibt sich wie folgt: Der Grundwasserspiegel ist in den letzen Jahren soweit angestiegen, dass das Kellergeschoss bei lang andauernden Regenfällen etwa 1/2m im Wasser steht. Ich habe 2 Entwässerungsbrunnen angelegt, die auch ihre Wirkung zeigen. Das Problem das ich nun noch habe ist an einer Kellerwand, die der Wetterseite zugewandt ist. Hier ist es so, das das Wasser dort eindringt, wo die Ziegelsteine auf dem Sockel aufgesetzt sind. Das blöde daran ist, das an dieser Wand ein Wintergarten aufgesetzt ist, so das ich von außen nicht herankomme. Ich habe nun folgendes vor. Das Mauerwerk hat eine Stärke von etwa 60cm. Ich werde von innen zwischen Mauerwerk und Sockel eine etwa 8cm Rinne ausmeisseln in der ich dann eine Art Drainagerohr einlasse. Das Rohr kann das Wasser aufnehmen und abführen. Die Rinne werde ich mit Baustoff wieder verfüllen. Ist so etwas ratsam? Zu den z.Z. angebotenen Verfahren der Mauerentfeuchtungen bin sehr skeptisch.
Was halten Sie davon?
Danke.
H.

Antwort: Hallo.
Es ist gut möglich, dass das Haus früher nie bzw. ganz selten im Grundwasser stand. Insofern hat es auch keine Abdichtung gegen drückendes Wasser, so dass Ihnen der Keller bei Regen voll läuft.

Nachträglich lassen sich die Außenwände vertikal abdichten - bei Ihnen auf einer Seite schon mal unmöglich. Problematisch auch die Sohle: man kann zwar eine Abdichtung aufbringen (mit Aufbeton), aber dann bleibt immer noch das Problem der Anschlüsse der Abdichtungsfläche zu der vertikalen AW-Abdichtung.

Und solange die Ursache nicht beseitigt ist, braucht man sich über Mauerwerksentfeuchtung keine Gedanken machen, das wird lediglich eine teure Endlosschleife. Eine Totalsanierung wird sicher Ihre technischen und finanziellen Vorstellungen übersteigen. Insofern ist es schon sinnvoll, wenn Sie mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln Abhilfe schaffen.

Es geht hier darum, eindringendes Wasser recht schnell abzuführen und wieder nach außen zu befördern. Mit Rinnen, Brunnen und Pumpen (Pumpensümpfe) kommt man da allemal am besten klar. Irgendwann sollten sie sich aber doch dazu durchringen, wenigstens die 3 zugänglichen Außenwände abzudichten. Außerdem sollten Sie sich einige kleine Heizkörper einbauen, damit die Kellerwände besser trocknen können.

Das ist zwar alles nicht ganz DIN-gerecht und schon gar nicht umsatzorientiert, aber vermutlich hilft Ihnen das weiter. Wie sehen Sie das? Bitte.



Wie den Dachaufbau überprüfen?

Frage:
Wir haben vor kurzem ein Reihenhaus erworben, bei dem das Dachgeschoß bereits ausgebaut ist. 2 Zimmer und ein Bad, Trockenbauweise. Es existiert keine Öffnung oder Zugang in den verbliebenen Spitzboden. Bei Wind knarrt und kracht die ganze Konstruktion, was mich wundert. Das große Zimmer lässt sich nicht auf eine angenehme Raumtemperatur heizen. Wir hatten auch einen Schreiner im Haus, der die beanstandeten Türen und Zargen nachgebessert hat. Dieser wunderte sich, dass die abghängte Decke beim schließen der Zimmertüre knarrt. Daraufhin äußerte er, das die abgehängte Gipsdecke mit Aluprofilen wohl nicht ordentlich gemacht sei, da die Decke und die Aufhängungen knarren. Bei Wind ist es so laut, dass man dabei nicht schlafen könnte.
Hinsichtlich der schlechten Beheizbarkeit vermutete er zudem, dass auch nicht vernünftig isoliert wurde. Er geht von einem versteckten Mangel aus.
Da, wie oben erwähnt, alles geschlossen ist können wir nicht überprüfen, wie das Ganze erstellt ist. Aus den Unterlagen sind auch keine Details zu entnehmen.
Wie können wir jetzt vernünftiger Weise vorgehen, um zu erfahren, ob der Dachausbau sachgerecht erfolgt ist und wir nicht unser gutes Geld für Hingepfuschtes ausgegeben haben?
L.

Antwort: Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als Löcher in Wände und Decke zu machen, um mal den Kopf durchzustecken. Statt Vorschlaghammer kann man ja ein Messer nehmen (Cutter), da kann man hinterher die ausgeschnittenen Platten wieder einsetzen und wenn gespachtelt wurde, sieht man nichts mehr.
Alternative: Endoskopie, dürfte etwas teurer werden.



Elastisch verfugte Xel reißen auf

Frage:
Wir haben uns vor einem Jahr eine sanierte Altbauwohnung gekauft. Seit einigen Wochen treten nunmehr Risse in verschiedenen Bereichen auf. Die Bereiche sind die Stöße zwischen Trockenbauteilen in den Ecken, zwischen Trockenbau und alten Wänden und im Frontbereich alter Wände sowie im Laminat. Die Spalten haben unterschiedlichen Längen von wenigen Zentimetern bis teilweise 2,5 Meter und Breiten von Haarriss bis 3 mm. Wir betrachten diese Risse als auftretende Schäden innerhalb der Gewährleistung und haben den Bauträger gebeten, die Spalten zu beseitigen.
Der Bauträger erkennt dies jedoch nicht als Mangel an und erklärt
"Acryl- oder Silikonfugen sind Bauteilfugen, welche unterschiedliche Bauteile miteinander verbinden sollen. Die Bewegungsfugen sollen verhindern, dass an anderen Stellungen Spannungen und somit Risse entstehen.... Daher sind an solchen Fugen Rissbildungen bewusst hinzunehmen, mit der Wartung solcher Fugen muss gerechnet werden. Die Pflege solcher Fugen sind Erhaltungsaufwendungen, welcher jeder Eigentümer innerhalb seiner Wohnung selbst zu tragen hat." Für uns ist diese Begründung nicht so recht nachvollziehbar. Kann uns jemand bei der Problematik helfen? P.S. Acryl bzw. Silikon haben wir noch nicht einmal an allen der betroffenen Stellen gefunden.

Antwort: Eins stimmt: dauerelastische Fugen sind Wartungsfugen. Der Rest scheint mehr in Richtung Märchen zu gehen. Anschlüsse von GK-Wänden sind so auszubilden, dass Bewegungen nicht zu Zerstörungen infolge Zwängungen führen. Oft wird dann beim Spachteln so gemurkst, dass z.B. über zu gespachtelte X-el Acryl gezogen wird. Wenn es dann partiell noch fehlt, ist ein weiterer Murks dazu gekommen.
Laminat verlegt man schwimmend, d.h. mit mind. 1 cm Fuge rundum, die dann vom Sockel überdeckt wird. Wird schlecht geklebt oder geklickt oder ist der Untergrund nicht i.O., kommt es zu Fugen.



Rollschichten der Fensterstürze ohne Metallschiene

Frage:
Bei unseren Klinkerarbeiten wurde unter den Rollschichten der Fensterstürze keine Metallschiene verwendet , sondern für die Zeit des Erstellens mit Kanthölzern ausgesteift .
Bildet sich nicht aber unter einem Winkel von 60 Grad über der Öffnung ein Gewölbe aus ?
Frage : Bei einigen breiten Fensteröffnungen des EG liegen aber bereits wieder neue boodentiefe Fenstertüröffnungen des DG in diesem Bereich des 60 Grad Dreiecks .
Hätten nicht wenigstens hier die Rollschichten auf Metallschienen gegründet werden sollen ?
Vielen Dank für alles! J.B.

Antwort: Das mit dem 60°-Dreieck ist korrekt: aufgrund der Gewölbewirkung muss ich als statisch wirksam nur die Masse aus diesem gedachten Dreieck berücksichtigen - wenn keine Streckenlasten drin liegen (Bsp.: Deckenauflager innerhalb dieses Dreiecks). Außerdem spielen der Verband und die Formate eine Rolle.
Beim Verklinkern muss man sehen, dass die Klinkerschicht nur Eigenlast trägt. Die Wand dahinter nimmt die eingetragenen Lasten des Gebäudes auf.
Wenn Sie von Fensteröffnung sprechen, dürfte das eher entlastend wirken. Aber genau weiß man´ s nur, wenn man die örtliche Situation kennt. Lassen Sie sich doch anhand der DIN die Zulässigkeit dieser Abweichung begründen.



Pelletskaminofen

Frage:
Wir möchten gern eine Pelletskaminofen einbauen und haben dazu techn. Fragen: Wir betreiben in unserem alten Häuschen einen Ölofen mit zentraler Ölversorgung, der unser Bad heizt und mehrere einzelne Holzöfen in anderen Räumen, alle gemeinsam an einem Schornstein mit Schamottzügen angeschlossen (die nachträglich eingezogen wurden, ca. 9m lang, weil der Kamin versottet war).
Nun soll dieser Ölofen verschwinden und stattdessen haben wir an einen Pelletkaminofen gedacht. Wenn möglich in Verbindung mit unsrem 300ltr. Standspeicher (z.Zt. Warmwasser mit Wärmepumpe und Strom) zur Wasser- erwärmung oder vielleicht mit einigen Heizkörpern, die neu montiert ein Kinderzimmer und das Bad beheizen.
Ist es richtig, dass diese Pelletöfen, weil sie ein Gebläse haben, nicht gemeinsam mit Kaminöfen für Holz betrieben werden dürfen? Wir haben bei einigen Installateuren Angebote eingeholt und verschiedenste Auskünfte erhalten.
Der zuständige Bezirkskaminkehrermeister (Bayern... Landes Baurecht?) hat angeblich einem Installateur die oben genannte Auskunft gegeben. Und es ist wichtig für uns im Vorfeld die richtige Info zu haben...!?
Wir wollen auf 2 unserer Holzöfen auf keinen Fall verzichten., aber trotzdem eine kostengünstige Heizquelle im Bad haben, die wg. 2 Kindern nicht dauernd nachgeheizt werden muss. Vielleicht können Sie uns raten, bzw. eine Quelle nenne, die uns weiterhelfen kann.
Herzlichen Dank im voraus. F.

Antwort: Hallo F., es gibt Götter in weiß und es gibt Götter in schwarz. Letztendlich brauchen Sie das o.k. vom BZSFM für Ihren Kamin (Schornstein). Also laden Sie den SCHWARZEN MANN mal zu einem Ortstermin und er soll verbindlich angeben, was geht. Das kostet nicht die Welt (Sowieso-Kosten) und der Vorteil besteht darin, dass
1. Sie genau wissen, was geht und was nicht
2. potenzielle AN wissen, was sie kalkulieren können
3. das Fischen im Trüben beendet wird.
Im nächsten Schritt verrate ich Ihnen den Rest:
a) was wird eingebaut
b) wer ist prädestiniert dafür
c) was kostet der ganze Spaß.
Damit Sie halbwegs mitreden können, empfehle ich Ihnen, sich erst mal im Infobereich von DIMaGB.de umzusehen, der Link liegt ganz oben. Sie finden auch recht schnell einen Spezi-Profi.
Bis bald.



Schallschutz bei DHH mit durchgehender Platte

Frage 1: Wir lassen von einem Bauträger ein Doppelhaus errichten. Bei der Ausführung der Keller-Bodenplatte bin ich etwas stutzig, da sie als EINE gesamte Platte unter beiden Häusern verlegt werden soll.
Da in den Kellerräumen auch Wohnraum ist stellt sich für mich die Frage nach der Schallentkopplung zum Nachbarhaus.
Mein Bauträger redet sich damit heraus, dass es nach ihren Ansichten kein vernünftiges System gäbe, was dicht wäre (das klingt mir etwas spanisch) ...
fragen:
1. ist es heutzutage üblich, das man für ein Doppelhaus für beide Hälften die Keller-Boden-Platte aus EINEM guß fertigt?
2. gibt es irgendwelche Normen (DIN????), die das regeln?
über klärende antworten wäre ich sehr dankbar. T.K.

Antwort 1: Das wird nicht nur bei DH so gemacht, sondern auch bei Reihenhäusern. Den Rest, d.h. die Forderungen der DIN 4109 zu den Mindestanforderungen beim Schallschutz, bekommt man mittels der Haustrennwände und mittels schwimmendem Estrich hin.
Bei den Wänden spielt die Flächenmasse die wesentliche Rolle und es darf keine Mörtelbrücken geben. Beim Estrich geht es vorrangig um die Entkopplung in Verbindung mit schallschluckender Masse. Richtig ausgeführt, kann man sowohl Luft- als auch Körperschallübertragung vermeiden bzw. dämpfen.

Frage 2: Wie kann man über den Daumen gepeilt als "Nutzer" einer Immobilie denn abschätzen, ob der Schallschutz eher der Vorschrift entspricht oder mangelhaft ist (ohne das gleich die Experten mit ihrem Klopfgeschirr anrücken müssen)? In meinem Fall, auch eine Doppelhaushälfte, meint mein Nachbar das die Schallübertragung (sowohl Körperschall über die Treppe, als auch Luftschall (Fernseher, Musik, Kinder)) zu groß ist. Dies kann ich jedoch in der umgekehrten Richtung nicht so ganz bestätigen. Bisher, nach 2 Monaten, habe ich lediglich einmal ganz Leise Musik und Gelächter gehört, als beim Nachbarn Gäste waren. Die Treppe hört man nur ganz leise und dumpf. An meinen Ohren liegt es jedenfalls nicht, da meine Frau das gleiche meint und sie ein wesentlich besseres Gehör hat.
Auf Initiative des Nachbarn haben wir dann mal die Wandstärke (Wand-Terrassentür-Terassentür-Wand) ausgemessen und kamen dabei auf rund 38cm +/-. Im Spitzboden habe ich in einem kleinen Spalt zwischen zwei Kalksandteinen die Dicke des Steins mit 17,5cm gemessen, allerdings als Luftspalt zur Wand des Nachbarn nur 2cm. Kann dies schon allein vom Aufbau her nicht den "Mindest"-Schallschutzrichtlinien entsprechen? Kann ich hinterher etwas dagegen machen und wenn,- habe ich irgendwelche Möglichkeiten mir dies vom Verkäufer der Immobilie erstatten zu lassen?

Antwort 2: Eine Schallmessung hat nur Sinn, wenn man den Wert von Sender und Empfänger vergleichen kann. Schalldämmwert bedeutet, dass weniger nebenan "ankommt" als ausgesendet wird. Sie können sich im Handel ein preisgünstiges Gerät kaufen, wobei die Fehlerquote relativ hoch und die Aussage- bzw. Beweiskraft null sind.
Im professionellen Bereich, z.B. wenn im EG eine Kneipe eingerichtet werden soll und man für die Wohnung darüber und für die Umgebung die Schallgrenzwerte nachweisen muss, werden solche Geräte eingesetzt. Das ist ein teurer Spaß um die 750 Euro.
Man misst die Pegel für Trittschall, nachdem man einen Schallschutzestrich eingebracht hat (bei dem die Masse des Estrichs eine Rolle spielt und die Dicke und Steifigkeit der Dämmung darunter) durch den Vergleich der Werte am Aussendeort und am Empfängerort (Wohnung darüber) und den Pegel der Lüftungsanlage beim nächstliegenden Fenster.
Bei 2x 17,5 KSV je einseitig geputzt und mit 3 cm Fuge dürfte es theoretisch hinkommen. Wenn nicht, mögen Mörtelbrücken eine Rolle spielen, die etwa fehlende MiWo-Einlage kann das Zünglein an der Waage sein. Wenn Sie es genau wissen wollen, hilft nur eine Endoskopie - aber auch da wird Ihnen schwindelig, wenn sie die Preise hören. Übrigens: ausleihen gibt´ s nicht.



Holz grundsätzlich von Beton oder Mauerwerk trennen

Frage:
Hallo zusammen, ich bin gelernter Zimmerer. Mein Bruder baut derzeit eine Doppelhaushälfte mit einem Satteldach. Jedoch sind alle Hölzer, wie die Fuß- u. Firstpfette und Stützen auf die Betondecke gelegt worden.
Dazu meine Frage: Ist das korrekt od. sollte da nicht eine Dachpappe zum konstruktiven Holzschutz untergelegt werden. (da wo ich gelernt habe, war das nämlich der Fall) Auch bei dem Firstpfettenhirnholz das ins Mauerwerk eingemauert werden sollte, wurde nicht mit einer Dachpappe versehen.
Lt. den anerkannten Regeln der Baukunst darf man so etwas nicht belassen oder??? Finde ich etwas in der DIN ? wenn ja wo? wäre sehr nett, wenn mir jemand weiterhelfen kann. Danke M.

Antwort: Holz ist grundsätzlich von Beton oder Mauerwerk zu trennen. Das ist konstruktiver Holzschutz. Das muss in der DIN 68800 stehen.



Wohnungstrennwand im DG des DHH nachträglich

Frage: Liebe Fachleute, ich habe ein Problem: Wir haben eine kleine DHH gekauft, die auf dem Boden zum Nachbarn praktisch nicht getrennt war. Dort stand eine Bretterwand. Da wir den Boden ausbauen wollen und auch sonst eine einigermaßen feuerfeste und schallisolierte Trennung zum Nachbarn erreichen wollen, sollte da eine 24er Wand stehen. Im Erdgeschoss ist sie vorhanden. Allerdings liegt oben drauf ein Deckenbalken längs zur Wand als Teil des Dachstuhls. Auf ihm liegen die Dielen quer zum Balken. Dazu stehen noch zwei Stiele des Dachstuhls auf eben diesem Balken. Ist die Idee richtig, über den Balken einen Stahlträger zu setzen, auf den dann die Mauer gestellt wird und für die Dielen eine neue Auflage links und rechts vom Träger zu schaffen?

Variante 2: eine Lehm-Fachwerk-Wand erstellen. Wie steht es aber damit mit dem Feuerschutz?
Vielleicht hat einer eine bessere Idee?
Danke, solange, J.S.

Antwort: Nachteil Var. 1: wenn es brennt, geht der Brandüberschlag unter der feuerbeständigen wand zur Nachbarwohnung, also innerhalb des Fußbodens bzw. der Decke.

Var. 2: ist vom Prinzip her Var. 3. Ein Fachwerk kann nicht sichtbar bleiben, weil die wand dann nicht fb sein kann. Also muss der Lehmputz auf Putzträger beidseitig drauf, das ist dann wie eine Beplankung.

Var. 3: Dielung beidseitig je auf neuen Wechsel als Auflager legen. Balken und Stiele belassen und beidseitig mit Feuerschutzplatten in F90 beplanken (fb = feuerbeständig). Dies bringt neben Brandschutz auch Schallschutz.

Var. 4: Dielung beidseitig je auf neuen Wechsel als Auflager legen. Diese Wechsel übernehmen die Funktion des Deckenbalkens, der über der Wand heraus genommen wird. Die Stiele bleiben. 24er wand hoch mauern, dabei die (vermutlich 12er) Stiele einmauern. Die Dickendifferenz nutzen für Brandschutzverkleidung der Stiele. dann Putzträger drauf und beidseitig putzen.

Egal welche Variante:
- nichts ohne Hinzuziehen eines Statikers verändern
- bei Hohlwänden an Hohlraumdämpfung denken



Drainage an Keller aus WU-Beton?

Frage:
Ich stehe vor der Entscheidung ob bei meinem Haus eine Dränage verlegt wird oder nicht. Der Boden ist Lehm und damit nicht sickerfähig. Keller besteht aus WU-Beton. Der Boden des Revisionsschachtes vom Abwasserkanal ist nicht tiefer als der Kellerboden. In der Satzung steht: "Oberflächenwasser sind grundsätzlich auf dem jeweiligen Grundstück zu versickern" und Unverschmutztes Regenwasser ist auf dem jeweiligen Grundstück zu versickern (falls möglich) oder dem Vorfluter über die gemeindliche, dafür eigens vorgesehene offene Regenwasserabflussrinne zuzuführen" (wobei das wohl der normale Abwasserkanal sein ist da nichts anderes vorhanden ist)

Variante 1
Es wird eine Dränage verlegt die in einen Sickerschacht mündet (ebenso das Wasser von den Regenrinnen) in dem jedoch voraussichtlich nichts bis wenig versichert, so dass eine Leitung in den Abwasserkanal/Revisionsschacht notwendig ist. Problem ist dass bei steigendem Pegel im Sickerschacht der Pegel um das Haus durch die Dränage entsprechend steigt, also eigentlich eine Entwässerung des Sickerschachts in die Baugrube erfolgt.

Variante 2
Es wird keine Dränage verlegt sondern der Mutterboden kommt bis an die Kellerwand (getrennt durch Noppenfolie). Damit kommt wenig Wasser zwischen Erde und Kellerwand, dieses muss jedoch irgend wie verdunsten oder versickern.

Könnt Ihr mir eine Empfehlung geben was hier mehr Sinn macht, bzw. welches Entwässerungskonzept bei lehmigen Böden Standard ist. Montag findet ein Gespräch mit Architekt und Bauleiter statt und da möchte ich besser vorbereitet sein. Bitte entschuldigt meine evtl. nicht korrekte Ausdrucksweise aber ich bin nicht vom Fach...
Viele Grüße, R.L.

Antwort 1: Zunächst: Verfüllen mit Mutterboden (Humus) ist hoffentlich nicht dein Ernst. Allenfalls könntest du Aushubmaterial dafür nehmen. Ich würde in deinem Fall eine Variante 3 durchführen:
Ableitung des Regenwassers in eine Zisterne, Verwendung des Wassers für WC, Garten etc. Überlauf der Zisterne in den Kanal (mit Froschklappe als Sicherung gegen Rückstau).
'Drainage kann zusätzlich gemacht werden, ist aber nicht zwingend und bringt auch Nachteile (Wirkung als Wasserfalle). Daneben hängt dies stark von den örtlichen Voraussetzungen ab. Falls ja, dann Ableitung des Wassers in einen fachgerechten Sickerschacht, (Tiefe bis zu sickerbarer Schicht.)
Ich gehe hier aber von der Annahme aus, dass dein Keller als weiße Wanne ausgeführt wurde!
(Bernd)

Antwort 2:
Noppenfolie an einer WU-Wand ist Unsinn.
Ausführungen zu Drainagen finden Sie im
Infobereich BAUTECHNIK
auf der Seite zu Bauwerksabdichtungen.



Paneeldecke biegt sich durch

Frage:
Hallo, da ich Selbermacher bin, ist mir beim Verlegen der Decke im Wohnzimmer mit Paneelen, wahrscheinlich ein Fehler unterlaufen. Ich habe Unterholz-6ocm Abstand verlegt, Paneele mit entspr. Krampen drauf befestigt, eine Schattenfuge gelassen und wahrscheinlich zu wenig. Jetzt drücken die Paneele, die sich gedehnt haben gegen die Wand und biegen sich durch.
Wer kann mir einen Rat geben, was kann man tun ? Ist diese Dehnung ev, jetzt von der Hitze und geht zurück,
kann man nachträglich etwas tun, ohne alles runter reißen zu müssen. DANKE!

Antwort 1: Holz reagiert auf Wärme weniger als auf Feuchte aus der Luft.
Beheben läßt sich das Problem dauerhaft nur, wenn man den erforderlichen Spielraum herstellt (Fuge).

Antwort 2: Hallo A., ich würde Decke am Rand mit einem guten Klebeband, z.B. Original Tesa, abkleben und dann schön langsam mit einer Schattenfugensäge die Abstände zu den Wände wieder herstellen, natürlich sind diese dann bei geringerer Luftfeuchte im Winter noch größer, vielleicht kriegen jetzt Sie einen cm hin! grüße moni. P.S. das Paneelbrett arbeitet in Richtung Brettseite mehr als in Brettlänge!



Styroportapete entfernen

Frage: Auf der Wand meines Hauses habe ich die Tapete entfernt. Darunter war eine Styroportapete. Diese habe ich auch entfernt. Nur weiß ich nicht, wie ich den Kleber entfernen kann. Gibt es Mittel dagegen oder muß ich das Schleifen oder den Putz abschlagen? Wer kann mir Tipps geben. Danke.

Antwort: Da wird nur Schleifen helfen. Das Problem: der Kleber ist in die obere Schicht des porigen Putzes eingezogen. Putz abschlagen und erneuern ist aber noch aufwändiger. Beim Schleifen gut vornässen (so gut wies geht) und grob schleifen, z.B. mit Drahtbürstenaufsatz, damit nicht solch feiner giftiger Staub freigesetzt wird.



Vollisolierung bis zur Grundplatte?

Frage:
Ich habe mir ein älteres Zweifamilienhaus gekauft, dass nun umgebaut und außen voll isoliert werden soll.
Nun meine Frage: Ist es sinnvoll die Isolierung bis zur Grundplatte ( wegen Kältebrücke ) auszuführen oder nicht.
Für einen guten Rat wäre ich dankbar.

Antwort: Wenn schon - denn schon. Man sollte aber kurz vor der Ausführung noch mal über die Wirtschaftlichkeit nachdenken.



Decke Bj. 34 dämmen

Frage:
Ich möchte in meinem Haus Baujahr 1934 die Decke dämmen ohne den wunderschönen alten Parkettboden herauszunehmen.
Wie kann man das bewerkstelligen? Mit Schaum oder dergleichen?
Wenn ja, bringt es denn überhaupt etwas? Vermutlich ist zwischen den Balken wie damals üblich Schlacke. K.S.

Antwort: Eine wirksame Trittschalldämmung erreicht man nur mit Zwischenlage (schwimmende Verlegung entkoppelt). Soll also der alte Belag liegen bleiben, wird nicht viel gehen. Man kann zwar eine Unterdecke einziehen, aber das kostet viel und bringt nicht so viel.
Innerhalb der alten Deckenbalken liegt mit Sicherheit Schlacke oder Lehm.



Luftschicht durch Perlite ersetzen?

Frage: Hallo zusammen, mein Haus ist jetzt 20 Jahre alt. Wandaufbau: Gasbeton, Luftschicht, Klinker. Meine Frage: Macht es Sinn in die Luftschicht eine zusätzliche Dämmung (Perlite) einzubauen, um Heizkosten zu sparen?
MfG, B.K.

Antwort:  Wir bekommen gelehrt: die Wärmeleitung hängt von der Anzahl der eingeschlossenen Luftbläschen ab. Also kann Perlite kaum besser dämmen als Luft. Den Luftraum füllt man auf, falls sich Probleme in Form von Kondenswasser darstellen.



Ist es wirklich egal, welchen Dämmstoff man nimmt?

Frage: Ich meine wirklich, dass Zellulose oder Holzfaserplatten ökologischer sind. Lt. Bauratgeber Ökotest ist nix Giftiges drin, im Gegensatz zu Styropor und Mineralwolle.
Aber ist es denn wirklich egal, welchen Dämmstoff man nimmt? Ist da nur meine Ökologische Einstellung wichtig? Kann doch nicht sein.... Styropor ist billig aber giftig und bringt Schimmel? Und warum nimmt es trotzdem jeder?
Ich finde es alles in allem doch sehr schwer konkrete, unabhängige Aussagen zu finden.
viele Grüße
B.

Antwort 1: Schimmel benötig 3 Dinge. Temperatur, Feuchtigkeit und Nährboden(Biologische Masse)
(Schwarze)

Antwort 2: Baue ich die "richtige" Dämmung ein, bekommt er schon mal Temperatur und Feuchte, Nährstoffe sind oft löslich vorhanden, also keine Not für den Schimmel.
Preisfrage: was ist "ökologisch"? Und welcher Dämmstoff ist "ökologischer" als ein anderer?

Vielleicht sollten Bauherren ganz einfach auf die WIRTSCHAFTLICHKEIT achten und die Materialeigenschaften beleuchten. Es ist immer die Summe aller Eigenschaften und man kann immer nur optimieren. Dazu muss man Prioritäten setzen.

Prioritäten:
V1 Preis: also nimmt man Styro
V2 das Gewissen: also nimmt man Flachs
V3 Hitzeschutz: also nimmt man "schwere" Dämmstoffe (TAV!)
V4 Glaube: also nimmt man 30 cm MiWo.



Bodenabsenkungen nach Verfüllen der Baugrube

Frage 1
: Wir haben ein Einfamilienhaus gebaut mit einem Bauträger aus der weiteren Umgebung. Das Haus wurde mit dem Bauträger als GU komplett fertiggestellt, lediglich Aussenanlagen wie Pflasterarbeiten und Carport mit angrenzendem Schuppen wurde durch Fremdgewerke ausgeführt.
Der Oberboden ist ziemlich lehmig, also ein "bindiger Boden", aus diesem Grund wurde auch mit weißer Wanne gebaut, obwohl der GU Anfang meinte man könnte sogar ohne diese auskommen.
Jetzt ist ca. 5 Monate nach Bezug die Pflasterung und Teile des Carports um bis zu 14cm eingesackt.
Der Pflasterer ist bereitwillig angerückt um etwaige Setzungen kostenlos zu beseitigen, verweigert jedoch die Ausführung als er den Grad der Setzungen sah. Sein Kommentar: Ich habe nur 30 cm Boden aufgebracht und verdichtet, da können keine 14cm Setzungen herrühren. Dies erscheint mir einleuchtend.
Also sind wir auf den GU zugetreten, zunächst telefonisch, dann schriftliche Mängelrüge unmittelbar hinterher (was Ihn sehr aufregte, aber die VOB gibt klare Anweisungen. Er vereinbart auch sofort willig einen Termin, zu dem auch das Gewerk Pflastern erscheint.
Meine Frage: Zum Hinterfüllen wurde der offensichtlich bindige Boden verwandt. Der GU sagte bei den Gesprächen vor Ort: "Dieser Lehmboden könne ja auch sehr schlecht verdichtet werden", nach dem Motto: da muss man dann schon mit leben.
Darf denn bindiger Boden zum Verfüllen genutzt werden?
Auch wenn im Bauvertrag die Standardklausel des GU steht:"..zum verfüllen wird der vorhandene Aushub genutzt, die Einbringung anderer Böden ist eine Sonderleistung" hat der GU doch die Pflicht nach §4VOB den Bauherren auf die Nicht- oder Schlechteignung hinzuweisen? Verwendet er den Boden trotzdem, dann sind etwaige Absenkungen Mängel an seinem Gewerk.
Vielen Dank für jede Information
H.

Antwort 1: Was zum verdichtungsfähigen Verfüllen zu nehmen ist, ist ganz klar in Normen vorgegeben. Bindige Erdstoffe gehören nicht dazu. Nun ist es nicht Ihre Aufgabe, den Erdstoff zu beurteilen. Sie als Laie müssen überhaupt keine Ahnung haben, nur den Mangel anzeigen. Es ist Sache des GU, alles fachgerecht wieder her zu stellen - auch wenn´ s weh tut.
14 cm sind allerdings unerhört viel, wer weiß, was da alles gemurkst wurde.

Frage 2: Bisher ist nur an einer Seite des Hause Boden abgesackt und man könnte mit etwas Phantasie behaupten es sei genau die Kante an der entlang ausgeschachtet wurde.

Sollte ich auf einer Neuverfüllung um das gesamte Gebäude herum bestehen?

Was ist mit der Verdichtung unter dem Haus? Kann es zu Schäden durch schlechte Verdichtung unter der Sohle kommen oder ist die weiße Wanne Stabil genug, um z.B. Rissbildung zu vermeiden?

Was ist mit dem Carport mit Schuppen, das muss zumindest zum Teil abgebaut und neu gegründet werden. Kann ich auf einer Ausführung durch den Lieferanten bestehen oder muss ich einer Eigenleistung des GU zustimmen?
Was ist dann mit meiner Gewährleistung auf das Carport?
Vielen Dank
H.

Antwort 2: Auf Verdacht bekommen Sie nichts nachgebessert. D.h. nur dort, wo sich Schäden darstellen, besteht eine Pflicht zur Nachbesserung. Es sei denn, Sie können es beweisen. Zur Sohle: sofern der Baugrund bis auf gewachsenen Boden ausgehoben wurde, besteht keine Sorge, weil dann nichts gestört wurde. Kleine Fehlstellen (Linsen) werden durch die Platte kompensiert.



"Natürliche" Schädlingsbekämpfung

Frage: Hallo, ich habe versucht, verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung von Holzwurm-befallener Holzbalken herauszufinden. Normalerweise bekommt man in Baumärkten diverse chemische Holzschutzmittel ("Holzwurm-Ex" & Co.) angeboten. Ich denke, dass diese Mittel - auf größeren Innenraum-Flächen angewendet - ein gewisses Gefahrenpotential mit sich bringen.
Da es sich in meinem Fall um große Flächen (befallene Deckenbalken (EG, DG) sowie vorbeugend der Dachstuhl) handelt, hab ich nach irgendwelchen biologischen Mitteln gesucht und bin auf eine Imprägnierung von Jobeck gestoßen, die verspricht, mit einer natürlichen Zusammensetzung aus Fichtennadelöl, Neemöl, Leinöl, Naturharzen, Farnkraut, Efeu und Brennnessel einen vorbeugenden und auch behandelnden Schutz gegen Schädlinge wie Holzwurm, Holzbock und anderen Insekten zu bieten.
Hat irgendjemand hier Erfahrungen in Bezug auf "natürliche" Schädlingsbekämpfung und kann mir in diesem Bereich einen Tipp geben bzw. weiß, ob der "Aktiv Holzschutz" von Jobeck funktioniert?

Danke, Gruß A.F.

Antwort: Von der Sache her klingt das doch überzeugend. Nun kann es sein, dass das Zeug so neu ist, dass noch wenige Erfahrungen vorliegen. Mein Tipp: falls Sie keinen Zeitdruck haben, probieren Sie es aus. Wenn bald der Frühling kommt, es wärmer wird und keiner von den Viechern aktiv wird, hat' s funktioniert. Wenn nicht, können Sie immer noch die chem. Keule nehmen.



Dielung oder Estrich auf alte HBD?

Frage:
Guten Tag, in meinem Haus habe ich eine alte Holzbalkendecke. Dort habe ich eine alte Fachwerktrennwand entfernt, damit ich ein großes Schlafzimmer erhalte.
Jetzt verläuft der Fußboden aber nicht eben, so dass ein Fußbodenaufbau mit echten Dielen sehr schwierig ist.
Jetzt überlege ich, welchen Estrich ich benutzen soll, damit der Fußboden eben wird.
Für mich ist das ganze irgendwie ein Problem, da ich in dem Raum nur eine Raumhöhe von gut 2,10 m habe.
Danke schon vorab für eure Ratschläge.
LG J.

Antwort 1: Hallo, ich habe zur Zeit ein ähnliches Problem (siehe auch meine Fragen beim Thema: "Aus/Umbau eines Altbaus" mit der entsprechenden Antwort)
und würde folgendes vorschlagen:

[...]in meinem Haus habe ich eine alte Holzbalkendecke. Dort habe ich eine alte Fachwerktrennwand entfernt, damit ich ein großes Schlafzimmer erhalte. Jetzt verläuft der Fußboden aber nicht eben, so dass ein Fußbodenaufbau mit echten Dielen sehr schwierig ist [...]

Möglichkeit 1: Dielen raus, Aufdoppeln der bestehenden Balken (seitliches Anschrauben von Kanthölzern, damit die Unebenheiten ausgeglichen werden) entsprechende Dämmung in Form von Schüttung oder Dämmmatten (falls Zwischenböden vorhanden sind/hineingemacht werden) und zum Schluss OSB-Platten auf die Balken verlegen (falls Trittschalldämmung nötig: z.B. Kokosfaserstreifen auf die Balken legen und OSB-Platten schwimmend verlegt).
Auf die OSB-Platte beliebigen Aufbau (für Fliesen muss noch ein Estrichelement drauf und möglichst dicke OSB-Platten nehmen!) - Anhaltspunkt: Zwischenraum der Balken >50cm: 18mm OSB, >65cm: 22mm OSB
Aufbauhöhe (ab Balken): 10mm Fasersteifen + 22mm OSB + ca. 15mm Kork/Parkett = 47mm

Möglichkeit 2: Dielen raus, tragende Zwischenböden reinmachen, tragfähige Schüttung bis auf Balkenhöhe, Matte drauf, verdichten, Feinausgleich-Schüttung (ca. 3cm hoch) drüber, abziehen, Matte drauf, verdichten und dann Trockenestrichplatten
drüberlegen.
Aufbauhöhe (ab Balken): 30mm Schüttung + 8mm Matte + 20mm Trockenestrich + ca. 15mm Kork/Parkett = 73mm
Problematisch sei allerdings der Feinausgleich, da man die Schüttung ja nur mit unterlegter Matte betreten darf...

Möglichkeit 3: Estrich direkt auf bestehende Dielen, Problem: ca.4,5 cm Fließestrich ist relativ schwer -> Statik?? Alternative: Ich habe auf der Messe "fdf", die z.Zt. in Tübingen läuft, einen "Bio-Estrich" gesehen, der ebenfalls direkt auf alten Dielen verlegt werden kann (feucht verlegt), weiß aber nicht, ob er was taugt. Er ist auf Holzspan-Basis und sei wohl um einiges leichter. Infos kann man unter www.chini.de anfordern.
Aufbauhöhe (ab Dielen): 30mm Estrich + 5mm Trittschallauflage + ca. 15mm Kork/Parkett = 50mm

Ich habe mit einer Boden-Erneuerung bislang noch keine praktische Erfahrung, hoffe aber, ein paar Ideen rübergebracht zu haben. Ich werde bei mir vermutlich die Variante 1 einbauen und hoffe, dass sie so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe ;-) vielleicht kommen ja auch noch ein paar gute Ideen/Lösungsvorschläge dazu.

Grüße, A.F.

Antwort 2: Alles soweit ganz gut, aber warum soll´ s ein Estrich sein? Reicht die Dielung nicht? Für die Dielung genügen Ausgleichhölzer, auch wenn es mühsam ist.

Antwort 3: Wir hatten in unserem Altbau ein ähnliches Problem: Es war als Bodenbelag teilweise eine alter Dielenboden vorhanden, der aber an anderer Stelle (wo wir eine Wand entfernt haben und die Vorbesitzer Badewanne und Dusche "versenkt" haben) nicht vorhanden war. Wir haben uns als Bodenbelag für Vollholz-Dielen entschieden, die mit Metallspangen untereinander befestigt werden - quasi schwimmend verlegt, ohne Leim. Als Ausgleich und Dämmung (nachdem wir die tiefen Löcher von Wanne und Dusche mit Estrich ausgegossen haben) haben wir Korkbahnen verlegt (gibt´ s im Holzfachhandel, also da, wo wir die Dielen gekauft haben). Die neuen Dielen kommen drüber - und fertig. Für uns als Laien war das sehr einfach, schnell und bis jetzt auch ganz ohne Probleme.

Wir hätten aber die Dielen auch auf die Unterkonstruktion des vorhandenen Bodens schrauben können, wenn wir ihn vorher rausgerissen hätten - aber wir haben 2,60 Deckenhöhe und haben uns für den einfacheren Weg entschieden. Generell glaube ich aber auch, dass es keinen Estrich braucht.
Grüße Bb.



Markise befestigen an Verblenderwand

Frage:
Wenn an einer Wand eine Markise angebracht werden soll: muss die Befestigung durch den Verblender (10,5cm) und die Wärmedämmung bis in den Kalksandstein (tragendes Mauerwerk) gehen oder reicht die Befestigung in dem Verblendmauerwerk (auch weg. Wärmedämmung)? Gibt es da spezielle Anker?
Danke, T.

Antwort: So schlecht wird die 11er Wand schon nicht gemauert sein, als dass sie nicht eine angedübelte Markise tragen könnte. Entscheidend sind die Befestigungsdetails, z.B. Konsole: oben Zug und unten Druck.



Dachausbau: Dampfsperre und Dämmung

Frage 1: Hallo, ich habe nochmals eine Frage bezüglich dem Dachausbau eines Altbaus.
Das Dach soll neu gedeckt und gedämmt werden (Zwischensparrendämmung und evtl. zusätzlich eine Untersparrendämmung, da bei den 140mm tiefen Sparren nur 120mm Dämmung Platz haben...).
Ich habe hierzu eine Frage bezüglich dem Boden/Deckenabschluss der Dampfsperre:
Markierung "a" in der Skizze sowie Bild ganz unten:
Wie verfährt man mit dem Anschluss der Dampfsperre im Bodenbereich? Wenn man die Folie einfach an dem Querbalken abschließen lässt, erreicht man vermutlich keine ausreichende Dichtigkeit, da der Balken-Boden (der auch neu gemacht wird) ja keine Dampfsperre aufweist.
Muss die Folie nach "außen" hin auf dem Boden befestigt werden - oder kann man sie direkt an dem Querbalken abschließen lassen?

Muss der Balkenboden nach außen hin ebenfalls mit einer Isoliermatte belegt werden oder reicht es aus, wenn man die Isoliermatte zwischen den Sparren einfach nach unten hin dicht an den Boden anschließen lässt?

Wie verfährt man am besten mit dem Zwischendeckenanschluss (Skizze: "b")
Die Bühne soll nicht isoliert werden, dafür aber die Balkendecke zwischen Bühne und dem DG. Lässt man die Dampfsperre der Zwischensparrendämmung vom Dach einfach nach oben hin auslaufen oder führt man sie ein Stück weit in die Zwischendecke hinein?
Der Raum oberhalb der Zwischendecke ist ja kalt und die Dämmung steht dann in direktem (nicht luftdichten) Kontakt mit dem warmen Raum - kommt es hier nicht zu Kondensationsproblemen, d.h. muss die Zwischendecke ebenfalls komplett mit einer Dampfsperre nach unten hin versehen werden?

Für ein paar hilfreiche Tipps wäre ich sehr dankbar!
A.F.

Antwort 1: Die Frage ist: komme ich hinter dem Balken an die Mauerkrone ran? So wies aussieht eher nicht. Also am Balken ankleben und den Balken zusätzlich versiegeln. Kompliziert bauen geht nun mal nicht ohne Chemie.

Frage 2: Vielleicht kommt man ran, wenn man den Boden komplett rausgemacht hat. Dann die Dampfsperre an der Mauerkrone befestigen (wenn ichs richtig aufgefasst habe). Andernfalls eben wie beschrieben.

Noch zum Deckenabschluß: sollte die Dampfsperre über die gesamte Decke hinweg geführt werden, da ja der "Speicher" oberhalb nicht isoliert ist und ansonsten die Dämmung zwischen den Balken aufgrund des Temperaturgradienten feucht werden könnte? Oder kann man darauf verzichten, da der Speicher ein großes Luftvolumen aufweist (im Gegensatz zur Hinterlüftung mit nur 2cm... - allerdings liegen auf den Balken des Speichers ja auch Bodenplatten (OSB) drauf und die Konvektion ist somit ebenfalls unterbunden.)

Grüße, A.F.

Antwort 2a: Wenn man schon in der komplizierten und empfindlichen Leichtbauweise ausführt, muss man die Prinzipien der durchgehenden Dämm- und Dampfsperrschicht beachten.

Antwort 2b: Hallo, wenn das Dach neu gedeckt wird, ist es doch kein Problem ein wasserführendes Unterdach aus 22 mm dicken Weichfaserplatten, (4,70 € pro qm ) auf die Sparren zu verlegen, um darauf dann die Konterlattung, sowie Traglattung zu verlegen. Doppeln Sie einfach die Sparren nach innen mit einer 4/6cm auf. Schon haben Sie eine Dämmstärke von 180 mm Dicke. Wie kommen Sie denn auf eine hinterlüftete Dämmung.? Eine Vollsparrendämmung ist doch heute Stand der Technik und hat sich seit Jahren bewährt. Sie sollten dann eine Wärmedämmuing nehmen die auch im Sommer gut den Wärmestrom bremst und Ihnen ein Wohnen ermöglicht / erleichtert. Die Luftsperre kann dann an die Fußpfette geklebt werden. ( eventuell am Rand den Boden aufnehmen und bis aufs Mauerwerk gehen.) Die Luftsperre sollte auch unter der ganzen Decke verlegt und verklebt werden, weil Sie oben auf der Decke OSB Platten verlegt haben.
Zu empfehlen für guten Wärmeschutz und Vollsparrendämmung ist Zellulose im Einblasverfahren. Lassen Sie alle Hohlräume ausblasen, auch den Raum der Aufschieblinge, welche schon über der Außenmauer liegen.
(arnold)

Frage 3: Hallo, ich habe mich nochmals mit den Dachdeckern kurzgeschlossen, die für die Eindeckung des neuen Dachs ein Angebot erstellen werden.
Man trifft hier auf geteilte Meinung zur Zellulosedämmung (oder entsprechenden anderen Produkten für Einblasverfahren wie Holzfasern,...), v.a. auch wegen der beschränkten Möglichkeiten zum Selbsteinbau - es wird hier die konventionelle Methode durch Mattendämmung favorisiert. Auch hinsichtlich der entstehenden Kosten sei die Mattendämmung die günstigste Alternative.
Ich hatte vor, anstatt Mineralfaser Flachs als Dämmstoff einzusetzen, da dieser von dem gesundheitlichen Aspekt sinnvoller ist und vermutlich auch ein besseres Wohnklima mit sich bringt.
Ist eine Vollsparrendämmung für einen Altbau sinnvoll und vom "Laien" durchführbar? (Ich meine natürlich nur die Dämmung und nicht die Unterspannbahn). Oder bringt diese Art der Dämmung irgendwelche Probleme mit sich?
Ich hätte aufgrund der besseren Dämmung anstatt des Aufdoppelns der Sparren eher die Version mit der Kombination Zwischensparren-/Untersparrendämmung vorgenommen, da dann die Sparren als Kältebrücken wegfallen. Man benötigt ja sowieso eine Traglattung und kann diese ja auch durch U-Profile etwas von den Sparren abhängen und in den entstandenen Zwischenräumen dämmen.

Was sollte man im Falle der Vollsparrendämmung mit Dämmmatten beachten? Und macht eine Vollsparrendämmung hier überhaupt Sinn? Welche Vor- und Nachteile hat eine Hinterlüftung, bzw. welche Probleme können bei den zwei Versionen auftreten?
A.F.

Antwort 3: Ich sags immer wieder: die sichere Variante ist die mit Hinterlüftung. Alle schönen Nachweise scheitern oft an den praktischen Gegebenheiten. Haben Sie sich schon die Seite zum DG-Ausbau bei DIMaGB.de angesehen?



Worauf kommt es bei Fenstern an?

Frage:
Frage: Hi Leute, ich habe ein Neubauvorhaben und muss so schreibt es meine "schöne Stadt " vor Holzfenster einbauen Ich habe aber keine Ahnung!! Worauf kommt es bei Fenstern an? Bevor ich los ziehe wollte ich euch mal fragen worauf ich achten muss z.B. welches holz , Fabrikat, Qualität .....usw.
mfg H.

Antwort: Erst mal selbst informieren:
1.) Die Fenster-Seite bei DIMaGB.de



Terrassenfenster und Abdichtungsaufkantung

Frage:
Hallo zusammen, wir haben über einen Bauträger eine Doppelhaushälfte gekauft. Bisher scheint alles nach den Regeln der Technik gebaut worden zu sein. So ein befreundeter Architekt i.R., den ich bat, sich die DHH mal anzusehen.

Eines hat er aber beanstandet:
Der Fenster-/Türanschluss der Dachterrasse ist im Vergleich zu Sockel li + re ca. 15 cm zu tief.
Die Fenster-Türkombination ist von innen bereits vergipst, von außen muss noch abgedichtet werden, der WD ist noch nicht angebracht, die Terrasse besteht bisher aus verschweißten Teerbahnen.

Jetzt meine Frage: hat er recht; gibt es da eine Vorschrift; auf welche Höhe hätte die Fenster-Türkombination eingesetzt gehört; was kann man ggf. noch tun?
Über eine Antwort würde ich mich freuen - Danke!
p.

Antwort: Es ist eine Aufkantungshöhe von mind. 15 cm einzuhalten, d.h. so weit hoch muss die Abdichtung an der wand geführt werden. Trick 17 bei Terrassentüren: man setzt eine Gitterrostrinne davor, die im Terrassenaufbau "verschwindet", so dass man die 15 cm hat. Die Rinne muss entwässern.

Quellen: DIN 18195, Flachdachrichtlinien
siehe auch: Bauwerksabdichtungen im Infobereich von DIMaGB.de



Gemauertes Treppengeländer stabilisieren

Frage:
Hallo, ich möchte ein Treppengeländer maueren. Das Geländer hat eine Breite von 2 m und eine Höhe von 3,50 m fallend auf 2 m.

Meine Fragen:
1. Welche Steine soll ich benutzen? Ich selbst denke an Ytong, da ich dann das Gefälle schneiden kann. Was meint ihr dazu?
2. Wie bekomme ich Stabilität in das Geländer?
Danke für eure Mithilfe.
LG J.

Antwort: Stabilität bringt man mit Stielen und Bewehrung rein. Die Bewehrung ist ein Flachstahl und die Stiele U-Profile z.B.



Außenputz und Gewebe

Frage: Wir planen im März mit dem Bau eines EFH zu beginnen (Baugenehmigung und -planung abgeschlossen). Bisher haben wir auf eine Ausführung des Mauerwerkes mit dem relativ neuen Stein LIAPLAN ULTRA 010 gesetzt, aber nun hat der Bauleiter uns von Problemen bei anderen Baufirmen mit diesem Stein erzählt, dass ca. 3 bis 4 Jahre nach dem Neubau Risse im Außenputz wegen zu hoher Wärmespannungen aufgetreten sind. Er empfiehlt uns (ein durchaus noch möglichen) Wechsel auf YTONG, da dieser in Dicke (30cm) und Dämmwert sehr ähnlich sei. Eine Verwendung des LIAPLAN-Steines und Vermeidung solcher Risse wäre durch Aufbringen von zusätzlichem Gewebe unter dem Außenputz (ca. 1000 € für das ganze Haus) evtl. vermeidbar. - Ich glaube nicht, dass es hier um eine Abzocke geht, da die Baufirma sonst sehr seriös ist.
Hat jemand Erfahrungen LIAPLAN und kann ggf. Empfehlungen oder Erfahrungen damit nennen? Bzw. uns die Vor- und Nachteile zwischen Liaplan und YTONG erläutern? Ich hoffe auf eine kurzfristige Antwort, da nächste Woche eine Entscheidung fallen muss. Vielen Dank, D.

Antwort: Blauäugigkeit macht den Bau teurer. Warum sollen bei Porenbeton keine Risse auftreten, wenn doch der "Dämmwert sehr ähnlich" ist? Und wieso soll der Putz plötzlich 1.000 Euro mehr kosten, wenn man ihn doch nach den Regeln der Technik gar nicht anders ausführen darf? Sie erhalten ein Angebot für Mauer- und Putzarbeiten, dann kommt der Gag: bezahlen Sie mal mehr, damit später keine Risse auftreten (oder nehmen Sie preisgünstigeres Mauermaterial).

Lassen Sie sich das mal genau erklären. Hinweis: es sind nicht allein thermische Belastungen. Lässt man die Bewehrung im Bereich der Fenster weg, ergeben sich die Risse allein aus statischen Belastungen (Spannungen), die mit dem Wetter rein gar nichts zu tun haben.



Braune Wanne am Neubau?

Frage:
Hallo, wir planen gerade einen Neubau. Ich würde gerne Wissen wer positive Erfahrungen mit einer braunen Wanne gemacht hat und vor allem welche? Auch das eingesetzte Produkt wäre interessant.

Antwort 1: hallo mario_m,
respekt vor dem design der 70-er, retro ist ja in, aber wenn hier keiner antwortet, wirds wohl keine positiven erfahrungen geben ...
ich sage da nur stichwort "kalkflecken", die sie (oder die putzfrau) auf dauer ernsthaft beschäftigen werden.
meine meinung: finger weg.
gruß ll

Antwort 2: Na ja, nur weil es nur wenige kennen, muss es nicht falsch oder schlecht sein. Im Infobereich bei DIMaGB.de gibt es eine Seite zu den Wannen: weiße, schwarze, braune.

Übrigens, mein Freund Wolfgang hat sich vor 10 Jahren selbst sein Haus mit einer braunen Wanne abgedichtet, da gibt es bislang nichts zu meckern. Außerdem gibt es den entscheidenden Vorteil des Selbstheileffektes.



Heizungsrohrverkleidung und Lehmputz

Frage: Hallo, in den nächsten Wochen werde ich mein Haus innen neu verputzen. Bevor ich jedoch damit beginne, muss ich noch in einem Ecken die Leitung von 2 Heizungsrohren verkleiden. Wie mache ich das am besten und mit welchem Material. Als Putz werde ich einen Lehmputz verwenden. Die Heizungsrohre sind 5cm x 10cm breit.
LG J.

Antwort: HWL-Platten lassen sich gut verarbeiten und zudem sind sie ein hervorragender Putzträger.



Fliesen auf WU-Beton?

Frage: Sie schreiben, dass Fliesen nicht direkt auf WU-Beton aufgebracht werden dürfen. Das würde heißen, Fliesen sind dampfdiffusionsdicht - was m.E. nicht richtig ist.

Antwort: Schade, dass Sie nicht die Zitatstelle genant haben, dann könnte ich mich besser darauf beziehen. Ich weise immer darauf hin, dass man Feuchte nicht einsperren darf. Das trifft auch auf einen Fliesenbelag zu. Die Fliese kann man als praktisch dampfdicht betrachten, egal ob glasiert oder nicht. Diffusion findet durch den Fugenanteil statt, der i.d.R. nicht abdichtend ausgeführt wird. Die Fliese an sich kann man nur kapillar betrachten, der Grad der Wasseraufnahme als wesentliches Merk- mal für Güte respektive Frostbeständigkeit liegt im kapillaren Verhalten begründet. Mein Hinweis ist damit begründet, dass man mit Fußbodenfliesen die Oberfläche weitgehend versiegelt und man sollte sich nicht auf das bisschen Fugenanteil verlassen. Zumal unter dem Aspekt der Tauwasserbildung ist das nicht zu unterschätzen.

Eine sicher Methode ist das Verwenden von Drainagematten o.ä. und offenen Randfugen über dem Sockel. Hier kann der Wasserdampf garantiert raus. Die technische Regel, mit einer Abdichtung trocken zu haltende Flächen zu schützen und die Fliesen zwischen Abdichtung und Wasserquelle (i.d.R. Dusche usw.) liegen zu haben, kann man hier nicht anwenden.



Zahlenspielereien, Taschenspielertricks, Werbegags
& Fragen, die (manchmal / oft) keiner beantwortet

In anderen Infobereichen gibt es die Rubrik Fragen und Antworten. Da werden die (hoffentlich) interessantesten Themen der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Frei von Werbeschmus.

Es gibt aber auch Fragen, auf die bekommt man keine Antworten. Ob das z.B. ein Hersteller von Systembauten (Containern) ist, der in baunetz.de wirbt und gefragt wird, wie der Sicherheitsaspekt zu bewerten ist bei einer Trockenbaukonstruktion für eine Sparkasse.

Leider habe ich solche unbeantworteten Fragen früher oder später gelöscht. Das kommt nicht mehr in Frage. Ich werde sie in loser Reihenfolge, und sofern allgemeinen Interesses für würdig befunden, an dieser Stelle veröffentlichen.

Manchmal sagt eine unbeantwortete Frage mehr als eine "Ministeriums-" oder eine "Ausschuss- Antwort" (wir haben Ihre Fragen und Hinweise an ...xyz... zur Prüfung weitergegeben. Im Ergebnis der Prüfung ist festzustellen, dass ...blablabla).

Wurden noch vor wenigen Jahren unbequeme Fragesteller erbittert bekämpft, geht man heute mit Renitenten viel subtiler um: man schweigt tot.

Meine These: gerade im Bereich der Energieeinsparung wird oft nur theoretisiert, mit tatsächlichen (also gemessenen) Werten geht man um wie mit Staatsgeheimnissen. Es gibt kaum Quellen mit verlässlichen und objektiven Werten, was nach 5 Jahren WSchV ein Unding ist. Es wird zwar mit Zahlen gespielt, aber mehr zu Werbezwecken.

Nachtrag aus 12.2003: jetzt heißt der Schmarrn EnEV, aber der Hokuspokus geht weiter.

Mal sehen, ob sich diese These in praxi belegen lässt.
Die Themen:

Einsparungen - aber wo und wie?

Anlass: Ein Artikel in Energie-ImpulsE, zeitschrift des Berliner ImpulsE Programms, Ausgabe 4.01 mit der Überschrift Kluge sparen, aber die Einsicht braucht Zeit. Die Wohnungsbaugesellschaft Marzahn bleibt dran wird über 2 Seiten berichtet, dass die WBG tolle Kampagnen fährt und seit 1996 insgesamt 253.786.980 kWh an Fernwärme eingespart hat.

Frage: Sehr geehrte Frau Kröber,  
mit Interesse habe ich Ihren Artikel in Energie Impulse 4.01 gelesen. Die Einsparungen bei Fernwärme sind enorm. Gibt es verlässliche Daten, welche belegen, wie hoch der Anteil der Einsparungen bei einzelnen Gebäuden ist, der

  1. auf Wärmedämmung am Gebäude
  2. auf Wärmedämmung an technischen Anlagen
  3. auf andere Massnahmen zurückzuführen ist?  

Gibt es bei Ihnen Vergleichswerte (gemessene Werte) zu den theoretischen Werten, die in der Modernisierungsankündigung errechnet wurden?  

Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann, 07.01.2002

Antwort: bis jetzt ausstehend

Kommentar: überflüssig. Eingeweihte Kreise wissen aber, woher das Einsparpotenzial kommt. Die Versorgung mit Fernwärme war nicht neu. Neu ist hierbei nur, dass man die Übergabestationen in die Hand von Contractoren gegeben hat und die haben dann effiziente Anlagen ohne riesige Verluste installiert. Die Umformungs- und Verteilungsverluste wurden somit auf ein Minimum gebracht.

Auf die Langzeiterfahrungen bei der Gebäudedämmung darf man gespannt sein. Die Aussenwände der Plattenbauten (die übrigens im Westen genauso errichtet wurden: Märkisches Viertel, Rudow) bestehen aus einer inneren Tragplatte aus Beton und einer äusseren Wetterschale aus Beton, dazwischen Wärmedämmung. Eine interessante Sandwich-Konstruktion ensteht, wenn man aussen eine Schicht Wärmedämmung aufbringt. Hoffentlich verhält sich die Konstruktion hinsichtlich Tauwasserbildung auch so, wie sie soll.



Einsparung < Investition, trotzdem amortisiert

Anlass: Ein Artikel im Deutschen Ingenieurblatt, Heft 12/01, in der Rubrik "Produkt & Markt" unter der Überschrift Waterkotte. Energieverbrauch halbiert wird mit theoretischen Erfolgen einer 0,5 Mio DM teuren Modernisierungsinvestition geworben. Dafür wurde eine Amortisationszeit von 5 Jahren angegeben.

Frage: Sehr geehrte Damen und Herren, mit Interesse habe ich Ihren Beitrag zur Heizungsmodernisierung bei DYWIDAG im Deutschen Ingenieurblatt gelesen. Für das Gebäude wurde eine Senkung der Jahresenergiekosten von 200 TDM auf 130 TDM prognostiziert.  

Wie errechnet man eine Amortisation innerhalb von 5 Jahren, wenn die Einsparung dann noch geringer ist, als die Investition?
(200 - 130) x 5 = 070 x 5 = 350 TDM < 500 TDM
selbst wenn man der Formulierung folgt "stets über 200 TDM"
(230 - 130) x 5 = 100 x 5 = 500 TDM = 500 TDM (ohne Zinsbetrachtung)  

Wird es zukünftig möglich sein, den Berechnungsalgorithmus der Jahresenergiekosten zzgl. der zugrundeliegenden Daten zu erfahren? Oder bleibt alles, weil es sich ja um betriebsinterne Daten von DYWIDAG handelt, geheim und somit fiktiv?  

Mit freundlichen Grüssen  
M. Bumann, 07.01.2002

Antwort: bis jetzt ausstehend

Kommentar: "Stets über 200 TDM" kann zwischen 201 TDM und 299 TDM liegen. Nun gibt es aber unendlich viele Werte über 200 TDM, weshalb man sich fragen darf, was dieses Zahlenspiel soll. Und, meiner These folgend: die Daten der Zukunft werden geheim und somit fiktiv bleiben.



Beim Tanz um die EnEV wird zu sehr auf den u-Wert gesehen

Anlass: Im Deutschen Ingenieurblatt, Heft 12/01, wird in der Rubrik "Produkte & Software" unter der Überschrift Neuer Planstein durchbricht den Wärmeleitfähigkeitswert von 0,1 über den PPW2-0.35 von der Fa. Hebel Porenbeton, Fürstenfeldbruck berichtet.

Frage: Sehr geehrte Damen und Herren, im Deutschen Ingenieurblatt wurde Ihr neuer Stein vorgestellt. Die Werte sind ja tatsächlich beachtlich.  

Betrachtet werden
- Wärmeleitfähigkeit
- Rohdichte
- Steinfestigkeitsklasse
- zul. Druckspannung  

Wie aber ist es um solche Größen wie
- Sorptionsfähigkeit
- Speichervermögen
- Kapillarverhalten bestellt?  

Beim Tanz um die EnEV wird zu sehr auf den u-Wert gesehen, was ich für eine einseitige Betrachtung halte. Übrigens ist es wahrhaftig kein Problem, mit HEBEL ein NEH zu bauen. Dazu habe ich ein Kachelofen-NEH kreiert, was man auf meiner Homepage "bewundern" kann.  

Gerade die vg. Größen dürften bei Porenbeton einen erheblichen Vorteil darstellen. Wenn man dann noch in die energetische Betrachtung einbezieht, was für Energie aufgewendet wird, um das Material herzustellen, und wie es um den Recycling-Aufwand bestellt ist, wird doch erst mal deutlich, was wirklich energetisch dem Optimum nahe kommt und somit wirklich "der Umwelt zuliebe" eingesetzt werden kann - Styropor und Mineralwolle dürften eher nicht dazu- gehören, trotz der guten u-Werte.  

Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann, 07.01.2002

Kommentar: Vielleicht hat sich Hebel ja vorgenommen, beim Wettstreit "Weg vom massiven Bauteil und hin zum Dämmstoff aus Ziegel oder Beton" Poroton zu überholen?

Doch ne Antwort: Inzwischen habe ich eine Antwort bekommen. Das Marketing läuft über die FELS Werke. Die Thematik "Speichervermögen, TAV usw." wird im "Hebel Porenbeton Handbuch" recht gut behandelt bzw. zumindest erwähnt (Speicherverhalten). Empfehlenswert.



Das 1x1 des Wärmeschutzes (verblüffende Arithmetik)

Anlass: Im Deutschen Ingenieurblatt, Heft Januar/Februar 2002 steht auf Seite 69 in der Rubrik "Produkte & Software" ein Bericht über einen Öko-Ziegel mit neuem Dämmkern von der Firma Schlagmann Baustoffwerke aus Lanhofen, der bis zu 44 Prozent Energie spart.

Dieser Ziegel ist "EnEV-fähig" und hochwärmedämmend, neu daran ist, dass die Wärmekammern nicht lugftgefüllt sind, sondern mit hydrophobiertem Perlit. Aber nun kommt´ s dicke: "Eine Wandkonstruktion mit dem T9 erziele im Vergleich zu einem Ziegel mit 0,16 W/(mK) einen rund 44 Prozent besseren Wärmeschutz."

Das mag ja ganz in Ordnung sein, aber soll jetzt diese Verbesserung um 44% beim Wärmeschutz der Wand 44% Energie sparen? Das würde die Nachweise revolutionieren, weil drastisch vereinfachen. Man setzt nämlich:

- Anteil der Transmission an den Energieverlusten = 100 %
- Anteil der Wände am Bauwerk = 100 %

Und schon lässt sich die EnEV doch auf drei Seiten reduzieren. Ich werd mal bei Schlagmann nachfragen, ob die Methode schon beim DIN angemeldet wurde. MB, 07.03.2002

E-Mail vom 10.03.2002, Frage:
An:
Schlagmann Baustoffwerke  
Betr.: Poroton-T9, Energieeinsparung bis zu 44% Artikel im DIB 01/02.2002, S. 69  
Sehr geehrte Damen und Herren,  
wie errechnen sich die besagten 44%? Kommt man darauf, indem man den Vergleich zu einem Ziegel mit 0,16 W/mK heranzieht? Dann müsste man konsequenterweise den Anteil der Wände =100% und den Anteil der Transmission =100% setzen.  
Mit freundlichen Grüssen M. Bumann

Doch ne Antwort:
Sehr geehrter Herr Bumann, herzlichen Dank für Ihre Nachricht vom 11.03.2002.
Wegen Abwesenheiten können wir Ihnen leider erst heute antworten. Die besagten 44% bessere Wärmedämmung beziehen sich selbstverständlich absolut nur auf den Vergleich der Rechenwerte der Wärmeleitzahlen ( Poroton-T16 zu Poroton-T9 ) des Einzelsteins resp. des ungestörten Mauerwerks. 
Mit freundlichen Grüßen
 Dipl.-Ing. (FH) Manfred H. Weimer, Produktmanager
Schlagmann Baustoffwerke GmbH & Co. KG
Lanhofen 100, 84367 Tann



Energieeinsparung durch Absenkung?

Anlass: ein Prospekt (3-teiliges Faltblatt) kündigt Einsparungen durch Absenkung an

Frage: am 14.04.2002 an
Honeywell Hausgeräte GmbH
Postfach 1246
58732 Wickede  

Sehr geehrte Damen und Herren,  
Sie geben in Ihrem Prospekt an, "bis zu satte 30 Prozent" an Heizenergie durch den Einsatz des zeitgesteuerten Heizkörperreglers einzusparen.  

Dazu interessiert mich, wie das geht und wie man das berechnet. Vielleicht bin ich als Hochbauing. in Fragen der Gebäudetechnik zu unerfahren, weswegen ich so eine Frage stelle.  

Eigentlich müsste doch gem. Energieerhaltungssatz eine Einsparung nicht möglich sein, weil man den Minderbetrag an Energie durch Absenkung beim Hochfahren erst wieder ausgleichen muss?  

Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann


 

Hurra, wir verblöden
oder
eine Begegnung mit Werbung der Dritten Art
 
Hier der Originaltext der Postwurfsendung,
erhalten Ende April 2002
Hier mein abschnittsweiser Kommentar zu dem Schwachsinn.
A. EINE IDEALE HEIZUNG
Fordern Sie gratis und unverbindlich den neuen Farbprospekt "Die 10 Vorteile des A. Systems" an.
H., diesen Donnerstag
oder war es voriger Donnerstag?
Lieber Leser,

Erlauben Sie mir, Ihnen gleich zu Anfang zwei kleine, einfache Fragen zu stellen: Gehören Sie zu den Leuten, die es zu Hause gerne gemütlich haben, besonders, wenn es um Ihre Heizung geht? ... Aber gehören Sie auch zu den Leuten, die glauben, dass ein leistungsstarkes und komfortables Heizgerät zwangsläufig teuer ist? Sei es bei der Installation oder im Gebrauch?

Ich denke, dass Sie diese beiden Fragen mit "Ja" beantworten werden, nicht wahr? Sicherlich, das ist völlig normal, denn diese Situation entsprach bis heute auch der Realität. Ja, ganz richtig, bis heute, denn ...

... ja, denn es gibt endlich etwas Neues in Sachen Heizung!

na, da hat der Onkel recht - also ich will´ s auch nicht ungemütlich haben und leider glaube ich, dass viel Scheißdreck viel zu teuer verhökert wird
Stellen Sie sich nur vor ... stellen Sie sich ein Heizgerät vor, das man nur noch an eine Steckdose anschließen müsste ... und das dann sofort ohne besondere Installation oder andere Arbeiten betriebsbereit wäre.

Ein Heizgerät, das Sie ganz nach Ihren Bedürfnissen da aufstellen könnten, wo Sie es brauchen. Ein Heizgerät, das eine sanfte und sehr angenehme Wärme verbreitet ... und dabei noch Ihre Stromrechnung schont.

also, das ist ja geradezu unvorstellbar, genial, sensationell, einzigartig ...
Dieses Traumgerät wäre außerdem noch sehr elegant und würde sich perfekt Ihrer Wohnungseinrichtung anpassen. Und außerdem würde es, dank seiner Spitzentechnologie und dem punktgenauen Thermostat, Ihr Zimmer sofort bis zur gewünschten Temperatur aufheizen ... Und weiterhin könnten Sie es ganz einfach "programmieren", so dass es auch dann mit dem Aufheizen beginnt, wenn Sie mal nicht da sind. man stelle sich vor: ein punktgenauer Thermostat! was ist das eigentlich?
Aber das ist noch nicht alles! Vielleicht träumen Sie auch von einem Heizgerät, das Rollen hat, damit Sie es in Ihrem Haus oder in Ihrer Wohnung problemlos hin und her schieben können. nee, is das suuuper, man kann den Heizkörper hin und her schieben!
Und wäre es nicht ausgesprochen beruhigend zu wissen, wenn dieses Heizgerät auch noch eine sehr lange Garantiezeit auf Gerät, Ersatzteile und Reparaturkosten hätte? (zum Beispiel 10 Jahre) wenn es Euch dann noch gibt?
Als krönenden Abschluss hätte dieses Heizgerät auch noch einen sehr erschwinglichen Preis, und das trotz seiner herausragenden Eigenschaften ... und warum nennt Ihr Pfeifen den dann nicht?
Nun denn, ich habe eine großartige Neuigkeit für Sie: Dieses Heizgerät ist nicht länger eine Wunschvorstellung, sondern es gibt dieses Gerät schon! Es nennt sich A. und wird bereits von zahlreichen Haushalten in Deutschland genutzt. nun denn, haben wir ein Glück, in dieses Geheimnis eingeweiht zu werden!
Übrigens wurde vor kurzem von einem unabhängigen Institut eine Umfrage unter einigen hundert Benutzern des A. Systems durchgeführt. Das Ergebnis ist fantastisch, da eine überwältigende Mehrheit mit dem Heizsystem ausgesprochen zufrieden ist. (Unter den Befragten befanden sich Personen jeden Alters!). das Institut ist so unabhängig, dass es erst gar nicht genannt wird
Außerdem haben schon mehr als 60% das A. System ihren Eltern oder Freunden weiterempfohlen. Und mehr als 20% haben bereits beschlossen, zusätzlich noch ein oder mehrere A. Heizgeräte zu kaufen... also wurden 10 gefragt?
Wissen Sie, angesichts dieser hervorragenden Ergebnisse würde ich Ihnen gerne einen guten Rat geben: Treffen Sie keine Entscheidung in Sachen Heizung, bevor Sie nicht mehr Über das A. System wissen!

Deshalb möchte ich Ihnen folgendes vorschlagen: Wir haben gerade eine große Informationskampagne über die Vorteile, die man heute in Sachen Heizung in Anspruch nehmen kann, gestartet. Zu diesem Zweck wurde ein durchgehend farbig illustrierter Prospekt gedruckt ...

Würde es Ihnen gefallen, diesen Farbprospekt (mit dem Titel "Die 10 Vorteile des A. Systems") gratis und unverbindlich zu erhalten?

jetzt hat er mich gepackt - ich muss den (farbigen!) Prospekt haben
Also, um diesen Gratisprospekt auf schnellstem Wege anzufordern, reicht es, wenn Sie einfach den beigefügten "Gutschein für einen Gratisprospekt" an uns zurückschicken. Füllen Sie den Gutschein sorgfältig aus und werfen Sie ihn dann einfach in den nächsten Briefkasten. au weia, und ich hab ihn beinahe in den Papierkorb geworfen
Wenn Sie heute noch antworten, erhalten Sie Ihren Gratisprospekt in spätestens zwei oder drei Tagen!

Ich wünsche Ihnen schon heute viel Spaß beim Lesen und noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen
F. K. - Direktor Energieberatung

danke, Herr Direktor!
PS: Die Anzahl der Prospekte ist begrenzt. Antworten Sie mir schnell, wenn Sie Ihren Prospekt auf jeden Fall erhalten möchten.

Anlage: Gutschein für den Gratisprospekt, den Sie schnellstmöglich zurückschicken sollten.

na, hoffentlich bekomme ich diesen herrlichen Prospekt
comment.gif (1022 bytes)  Für die, die es noch nicht erraten haben: es soll eine Elektroheizung (in Urzeiten Radiator genannt) an den Mann gebracht werden. Wie jeder weiß, heizt es sich mit Strom am teuersten, außer mit dem sagenumwobenen System A.

Sonst noch Fragen? Ich glaube, das ist so ziemlich der Gipfel der Verblödung. Dennoch bzw. gerade deswegen möchte ich das Unternehmen hier nicht nennen. Sie werden verstehen warum, danke.



Fachverband Wärmedämm-
Verbundsysteme e.V.
Fremersbergstraße 33
76530 Baden-Baden


WDVS und Algenbefall

Berlin, 04.12.2003

Ihre Verbraucherinformation vom August 2003

... mit vg. Schreiben teilte ich Ihnen mit: „... wie gewünscht, habe ich den betreffenden Beitrag gelöscht. Ich habe sogar Ihre Verbraucherinformation dort veröffentlicht. Mit einem Mehr an Einsicht kann man wohl kaum rechnen.“

Weiterhin bat ich um folgende Auskunft: „Bezüglich Ihrer Verbraucherinformation bitte ich um Angabe, worauf sich Ihre Aussage stützt, dass "die Algenbefallsquote bei WDVS... nachweislich unter einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude (liegt)".

Leider sind Sie noch nicht dazu gekommen, mir diese seriöse, veröffentlichte und nachvollziehbar belegte Quelle zu benennen. Deshalb möchte ich Sie hier mit einer freundlichen Erinnerung bedenken. Denn immerhin sind Sie „Seitens des Verbandes ... ständig bemüht, den Markt objektiv und fachlich fundiert über Wärmedämm-Verbundsysteme zu informieren“.

Also, „Lassen Sie uns gemeinsam und zum Wohle aller am Bau Beteiligten wirken“ und die verängstigte Menschheit objektiv und fachlich fundiert informieren. Wichtig erscheint mir zudem, dass Sie meinen Vorschlag aufgreifen und die Daten unserem BMBV als Grundlage für den 4. Schadenbericht zur Verfügung stellen.

Für Ihre Antwort merke ich mir den 12.12.2003 vor. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias G. Bumann
 
comment.gif (1022 bytes) Sie vermuten richtig: diesen Brief habe ich erst nach dem 12.12.2003 hier veröffentlicht, nämlich am 18.12.2003. Mehr zu der Problematik hier.



Hohe Heizkostenersparnis bis 50%

Gefunden Mitte April in einer Berliner Wochen-Zeitung, wie sie mittwochs kostenlos unter die Leute gebracht werden. Die Immobilien-Teile sind brechend voll guter Ratschläge und todsicherer Tipps. Hier erfährt der verblüffte Leser, dass man mit "der hochwertigen Polystyroldämmung" eine "hohe Heizkostenersparnis bis 50%" erzielen kann.

Das ist sensationell! Das schlägt die hehren Ziele der EnEV um Längen. Nur darf man sich fragen, was eine "hochwertige" Dämmung ist und wie man auf 50% Heizkostenersparnis kommt.

Stützen wir unsere Überlegungen auf ein Mustergebäude: frei stehendes EFH, 8,5 x 8,5 m und 2 Etagen, die Dämmebene liege hier über dem OG, so dass das Dach aus der Betrachtung heraus fallen kann. Die Raumhöhen betragen 2,50 m und der Fensteranteil 30%.

Auf Decke und Sohle entfallen je ca. 72 qm. Auf die Außenwände 5,6 x 34 x 0,7 = rd. 133 qm. Das sind 40 % der gesamten Hüllfläche von rd. 335 qm. Das bedeutet, dass diese 40 % der Hüllfläche mit "der hochwertigen Polystyroldämmung" dermaßen energetisch aufgepeppt werden, dass die Heizkosten halbiert werden, ohne dass an den 60 % restlicher Hüllfläche etwas verändert wird.

Diese Rechnung sollte man sich einmal darlegen lassen. Wahrscheinlich braucht es dann über 30 cm "der hochwertigen Polystyroldämmung", um den lieben U-Wert derart hoch zu pushen. rechnerisch mag es dann vielleicht hinkommen, aber wie ist dann mit der Wirtschaftlichkeit?

Adresse, Telefon und Fax möchte ich dennoch hier nicht angeben, sonst hätte ich mir das Entfernen des Namens sparen können. Aber, klinkern Sie ruhig ein bisschen mit! Wenn ´s geht mit garantierter Heizkostenersparnis!

DIMaGB, 29.04.2004



"Warme Wände im Badezimmer"

Was ein "Baumwoll-Dekorputz" für beeindruckende Eigenschaften hat, konnte man in einem
(nicht als Anzeige gekennzeichneten) Kurzbeitrag eines Wochenblattes vom 09.03.2005 erfahren:

  • wohngesund
  • streichelweich
  • warm
  • feuchtigkeitsregulierend
  • schalldämpfend
  • schmutzunempfindlich
  • energeisparend
  • spurlos ausbesserbar



Berlin, 20.04.2005

DiB Heft April 2005, Special WDV-Systeme
Das DiB als Dämmstoffpostille?

Sehr geehrter Herr Diesbach,
sehr geehrte Damen und Herren,

in Heft 04.2005 veröffentlichen Sie eine als Special bezeichnete 24-seitige Anzeige des Fachverbandes WDVS. Irreführend ist auch der Entstehungshinweis „In Zusammenarbeit mit dem DiB-Special-Partner FV WDVS“, richtig wäre der Hinweis „Vom und im Auftrag des FV WDVS“. Der journalistische Anteil ist gleich Null.

Dieses an Einseitigkeit und Schönrederei nicht zu überbietende Werbematerial hat m.E. in dieser Form in einem Fachjournal nichts zu suchen. In einer Laienzeitschrift oder in der Tagespresse so veröffentlicht, würde es sich z.T. um Verbrauchertäuschung handeln; so fragt man sich, ob dieses unkommentierte und kritiklose Wiedergeben eine neue Form der Pisa-Studie für Bauingenieure darstellt.

Es ist immer wieder bedrückend zu erleben, wie der Kommerz dominiert und wie die Pressefreiheit angesichts zunehmender ökonomischer Zwänge niedergeht. Das Spezielle an dieser als „Special“ bezeichneten Anzeige ist, dass nur eine Partei mit selektiven Aussagen zu Wort kommt und dass nur deren Informationsmaterial als Quelle genannt wird. Mit objektiver und umfassender Berichterstattung hat das nichts zu tun.

Was das von Herrn Ziegler formulierte Ziel betrifft, Vertrauen aufzubauen, darf man davon ausgehen, dass es bei einer Vielzahl der Kollegen glatt verfehlt sein dürfte. Das Gros der deutschen Bauingenieure ist doch nicht so wenig des eigenen Denkens und Erkennens unfähig, als dass sie dies kritiklos hinnehmen würden.

Das beginnt mit der kühnen Behauptung, dass „mehr als 300 Milliarden Liter Heizöl … bisher durch WDVS eingespart“ wurden. Einen Beleg dafür gibt es nicht, auch keine Angabe, mit welcher Schätzkeule dieser Traumwert ins Blaue hinein bestimmt wurde. Vertrauen baut man so nicht auf.

Seit Jahren hat sich der Primärenergieverbrauch der Haushalte kaum verändert, obwohl der Heizung mit ca. 75% im Haushalt der Hauptanteil zukommt und obwohl in einem fort gespart wird. Das DIW sowie die AG Energiebilanzen sollte man in diesem Zusammenhang als vertrauenswürdige Quellen betrachten dürfen.

Bei den Ausführungen zu Konstruktion und Verarbeitung, aber auch in den anderen Abschnitten, vermisse ich Hinweise zu den gemeinhin bekannten System bedingten Problemen wie Tauwasserbildung, Schimmelpilz, Algen und Pilzen.

Die Abb. 2 auf Seite 9 zum Schallschutz zeugt von dem dargebotenen fachlichen Niveau: keine angetragenen Werte, keine Einheiten. Das sind Suggestivbilder aus Bauherrenbilderbüchern und keine Grafiken, die man einem Fachpublikum anbietet. Gleiches gilt für den auf S. 20 eingefügten Bildausschnitt einer Thermografieaufnahme.

Die theoretischen Grundlagen für das Bilden einer Ökobilanz sind richtig zitiert, in der praktischen Anwendung kommt der Autor nur durch Ausblenden von Tatsachen zu einer Ökobilanz, die „eindeutig positiv“ ausfällt. Zählt man dazu, dass jährlich 2.000-3.000 Tonnen Styrol bei der Herstellung in die Atmosphäre geblasen werden sowie die Energiehaltigkeit und Toxizität der Hilfsstoffe, fällt diese Bilanz schon bescheidener aus.

Polystyrol (EPS) entsteht nach einem langen Herstellungsprozess mit hohem Energieverbrauch und unter Einsatz hoch toxischer Stoffe wie Ethylbenzol, Benzol, Antimontrioxid und Aluminiumchlorid. Es entsteht durch Polymerisation, wobei 1,5% des Reinstyrols in die Umwelt entweichen, Pentan entweicht zu 50%. Auch die Herstellung von Pentan ist sehr energieaufwendig.

Dazu kommt, dass es praktisch kein Recycling von WDVS gibt. Das ist reine Theorie – und angesichts Verkippen auf Halde bzw. Verbrennen im Ofen sträubt sich bei mir alles gegen den Begriff der Verwertung. Ich darf in diesem Zusammenhang auf die „14 Fragen zum Dämmstoffrecycling“ aus Oktober 2004 verweisen, auf die weder das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, das Bundesumweltministerium und das Bundesumweltamt, der Bundesverband Recycling-Baustoffe e.V. noch der Fachverband Wärmedämmverbundsysteme e.V. auch nur eine vernünftige Antwort haben.

Bezüglich der Ausführungen zu den Fassaden mag eine unterschiedliche Beurteilung zu erwarten sein: während mancher Bauingenieur die Angelegenheit rein technisch beurteilt, blutet dem Architekten das Herz, trotz Lichtkeile und Abrundungen. Ich darf hierzu Hr. Bolten, Architekt und öbuvSV in Hamburg zitieren:

„Bei WDV-Fassaden ergeben sich häufig folgende Veränderungen: Eine echte, massive Außenhaut ändert sich in eine unechte, angepappte Außenhaut. Rote Steinfassaden ändern sich in weiße, farbige Putzfassaden. Kleine, strukturierende Details verschwinden, Fenster versaufen tief in der Fassade. Die Diagonalansicht solcher Hauszeilen wirkt tot.
Die Breiten von Fensterprofilen werden plump, die ursprünglichen, oft eleganten Fensterteilungen werden verändert. Aus einer Dreier- Teilung wird eine Zweier- Teilung.(Grindelhochhäuser). Der alte Rhythmus der Fenstergliederungen verschwindet. Daneben gibt es das Problem: Veralgung von Fassaden.“

Wie bereits vorn angeschnitten, über die Problematiken Schimmelpilz und Algen schweigt man sich aus, insofern ist daher nur konsequent sich nicht mit der Tauwasserproblematik zu befassen. Theorien taugen eben besser zum Lobhudeln. Bringt man eine Styroporschale auf eine Mauerwerkswand auf und putzt mit einem herkömmlichen Kunstharzputz – dann baut man gerade so, wie man es nicht soll: von innen nach außen dichter.

Statt dessen Erfolgsbilanzen und als Gipfel der Slogan „Nichts ist unmöglich“. Gerade hier muss widersprochen werden. Z.B. ist es unmöglich, bei einem Einfamilienhaus der 50er durch Anbringen eines WDVS 66% des Heizenergieverbrauchs einzusparen, wie es der Fachverband auf seiner Internetseite vorgibt. Das ist schon rein mathematisch unmöglich, insofern ist es Verbrauchertäuschung.

Die stolzen Ergebnisse energetischer Sanierungsmaßnahmen täuschen oft darüber hinweg, dass das Gros der Energieeinsparung durch die Modernisierung der Heizungsanlage erreicht wird. Bei entsprechender Wandausbildung stellt ein WDVS nur eine marginale und zudem unwirtschaftliche Ergänzung dar. Dies wird durch Aufsummieren und U-Wert-Hokuspokus verschleiert.

Zwischen berechnet und tatsächlich erzielt klafft oft eine riesige Lücke, die übrigens der Gesetzgeber großzügig toleriert. Die EU-Richtlinie über die Energieeffizienz von Gebäuden verfolgt da allerdings ganz andere Intentionen. Die Ursache ist ganz einfach: man tut so, als wäre der U-Wert das Ein-und-alles und man verschließt in den vorgeschriebenen Berechnungsmethoden die Augen vor der Realität (Stichwort: Glaser-Verfahren). Die Wärmeleitfähigkeit ist aber nur ein Faktor von vielen.

Die in der Holzkirchener Untersuchung von 1983 festgestellte Tatsache, dass eine 49er LZ-Wand (3) besser dämmt als eine mit 6 cm gedämmte 36,5er LZ-Wand (4) oder nicht viel schlechter als die mit 23 cm gedämmte 24er HLZ-Wand (4a) und dass die gedämmten Konstruktionen nur marginal besser abschneiden, sollte Beleg genug sein, zumal das Fraunhofer IBP der Autor dieser wenig verbreiteten Publikation ist.

Erstaunlich immerhin, dass den Außenwänden wieder ihre mit Einführung der ersten WSchV normativ abhanden gekommene Eigenschaft des Speichervermögens zugesprochen wird, wie auf S. 3. Leider wird dieser zarte Ansatz durch die Leugnung der Tauwasserbildung in der nächsten Zeile wieder zunichte gemacht. Tatsache ist, dass Tauwasser auch im Sommer entsteht und selbst unter Laien hat es sich herum gesprochen, dass im Sommer das Dampfdruckgefälle nach innen gerichtet ist. Die Hoffnung nach Glaser, alles werde schon heraus diffundieren, ist eher theoretisch begründet.

In einem muss man Herrn Ziegler Recht geben, es bedarf im Falle einer Sanierung einer optimalen Beratung. Schönfärberei und Schönrechnerei passen da nicht hin. WDVS sind gute Ergänzungen, aber nicht das Allheilmittel für das Bauen im Bestand, wo Substanzerhalt und Wirtschaftlichkeit vorgeschrieben sind; der §5 des Energieeinspargesetzes wurde noch nicht abgeändert. Zu vernünftigen Ergebnissen kommt man jedoch nur mittels komplexer Betrachtung.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias G. Bumann

Literatur:

[1] Dipl.-Ing. Architekt Holger König, Dr. Peter Müller: Wärmedämmung, Vom Keller bis zum Dach, VZBV e.V. (Hrsg.), 3. Auflage, Berlin, Februar 2002, ISBN 3-936350-05-1

[2] Prof. Dr. Anton Schneider: Wohnklima, Wärmedämmung, Wärmespeicherung, Institut für Baubiologie + Oekologie IBN, Neubeuern, 6. Auflage, 1997, ISBN3-923531-09-5

[3] Dr.-Ing. H. Künzel, Dr.-Ing. H. Werner: Untersuchungen über den effektiven Wärmeschutz verschiedener Ziegelaußenwandkonstruktionen, Bericht über den 1. und 2. Untersuchungsabschnitt, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Außenstelle Holzkirchen, 05. Juli 1983, 8 Ho 8/83-II

[4] Bernhard Wedler: Berechnungsgrundlagen für Bauten, Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin, München, 1965

[5] Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier: Richtig bauen, Bauphysik im Widerstreit – Probleme und Lösungen, 2., durchgesehene Auflage, expert verlag, Renningen, 2003, ISBN 3-8169-2187-6

[6] Gerhard Bolten, Dipl.-Ing. Architekt und öbuvSV, Hamburg: Wärmedämmverbundsysteme, Ein Konflikt zwischen Ästhetik Bauphysik und Ökologie ?, Veranstalter : Initiative Arbeit und Umweltschutz c/o Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, ARCHITEKTURCENTRUM HAMBURG, Tagung 8. Februar 2005, Eröffnungsreferat

[7] Paul Bossert, Dipl.-Ing. Architekt, Oetwil a.d. Limmat, Schweiz: Gespeicherte Solarenergie in einer Ziegelwand (Gymnasium Bruchsal), 20.02.1982, Auswertung (Messung: Z. Varsek)

[8] http://www.dimagb.de – Informationen für Bauherren

Kommentar DIMaGB:
Eine Infokopie erhielten die Bundesingenieurkammer www.bingk.de sowie die Baukammer Berlin www.baukammerberlin.de. "Sehr geehrte Damen und Herren, Reaktionen/Antworten sind rein fakultativ. Für den Dialog stehe ich gern zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen M. Bumann". Der Hinweis auf die Freiwilligkeit bezüglich Dialog, Diskussion Antwort ist bislang sehr streng ausgelegt worden. Man hüllt sich in Schweigen, was auch eine Erscheinung unserer "Baukultur in Deutschland" darstellt. Aber auch hierfür hat der ach so böse und doch sicher urteilende Volksmund eine Redensart: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Falls sich der Volksmund irren sollte und man sich im Verlag oder in der Ingenieursbürokratie zu einer Reaktion aufraffen sollte, lasse ich es Sie natürlich wissen. 26.04.2005

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