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Fenster richtig anschließen (nach DIN & Co.)

Weitere Fensterinfos:

a.a.O.:


Fenster richtig anschließen (nach DIN)

Vorwort

Was einen vernünftigen Bauleiter immer wieder zum Wahnsinn treibt: Bauschaum in allen möglichen Ecken und Fugen. Da werden Türen und Fenster eingesetzt - und was wird in die Fugen geschmiert? Richtig: Bauschaum.

Wer kennt sie nicht, die Masse in lustigen Farben: gelb, weiß, blau, rosa. Und kennen Sie auch das orange-braune Zeug, das nach ein paar Jahren versprödet und in sich zusammenkrümelt? Zurück bleiben Hohlräume in Fensterfugen und hinter Türzargen.

Natürlich wird Ihnen erst mal jeder Handwerker entgegnen, dass er natürlich nur "hochwertigen" Bauschaum verwendet, was auch immer das sein mag. Wie ist Bauschaum zertifiziert? Hat dieses Allheilmittel - was haben die deutschen Handwerker nur gemacht, bevor man Silikon und Bauschaum erfunden hat? - zugesicherte Eigenschaften nach DIN?

Gehen wir nun zum Kernthema: Wie ist ein Fenster richtig anzuschließen?

Die meisten Verträge sind wohl VOB-Verträge. DIN 18 355 Tischlerarbeiten regelt bereits Mindestanforderungen.3.5.3 Die Abdichtung zwischen Außenbauteilen und Baukörper muss dauerhaft und schlagregendicht sein. Die auf der Rauminnenseite verbleibenden Fugen zwischen Außenbauteilen und Baukörper sind mit Dämmstoffen vollständig auszufüllen.

Es handelt sich also um ein System, welches abdichtet und gleichzeitig dämmt. Es soll zwar dicht halten, aber nicht vollkommen dicht sein: das bedeutet, dass eine Dampfdiffusion bei gleichzeitiger Dichtwirkung abzusichern ist.
Die Systemqualität ist zu dokumentieren durch die
Erfüllung aller relevanten DIN-Normen:

  • Schlagregendichtigkeit nach DIN EN 1027
  • Schlagregendichtigkeit nach DIN 18 542
  • Luftdichtigkeit nach DIN 4108-7
  • Luftdichtigkeit nach DIN EN 1026
  • Schalldämmung nach DIN EN 20 140-3
  • Dampfdiffusionswerte nach DIN E 4108-3

Dies garantiert Bauherren, Planern und Verarbeitern größte Sicherheit.

Ich möchte jedem Bauherren dringend raten, sich die Eignung des vorgesehenen Systems nachweisen zu lassen. Sicher liegen Sie z.B., wenn eine ift-Zertifizierung gegeben ist. Das ift ist das Institut für Fenstertechnik in Rosenheim und wie der Name es sagt, befasst man sich dort mit der Entwicklung und Dokumentation der Allgemein anerkannten Regeln der Technik. Da diese Einrichtung gewissenhaft arbeitet, können Sie sicher sein, dass die dort ausgesprochenen Empfehlungen nur im Sinne von Sicherheit am Bau in Bezug auf regelgerechte bauphysikalische und konstruktive Details ausgesprochen werden.
Z.B. werden Systeme im eingebauten Zustand geprüft und zertifiziert. Dabei wird untersucht, ob es alle Anforderungen an eine Fenstermontage nach dem "Stand der Technik" erfüllt und - was jetzt neu auf uns zukommt - ob es der EnEV entspricht.

Informieren Sie sich, was die DIN-Fraktion zu sagen hat:

Aus aktuellem Anlass habe ich diesen Teil erweitert.
Es gibt einige Grundsätze, wie man bei einem Neubau ein Fenster anschließt. Wenn Sie es gelesen haben, werden Sie verstehen, warum man keinen Bauschaum nimmt - Entschuldigung: nehmen sollte.

DIMaGB, 07.03.2002



Anforderungen

(ein Exzerpt)

Die Erhöhung der Anforderungen an den Wärmeschutz und an die Dichtheit der Gebäudehülle sowie eine Analyse der Bauschäden im Bereich der Gebäudehülle, erfordern die Einhaltung der geltenden Normen und die Berücksichtigung der bauphysikalischen Grundsätze beim Einbau von Fenstern.
Das Bauproduktengesetz, die Bauproduktenrichtlinie sowie die jeweiligen Landesbauordnungen enthalten folgende zentrale Forderung:

"Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die baulichen Anlagen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen erfüllen und gebrauchstauglich sind".

Übersicht der Einwirkungen auf Fenster und Fassaden mit Hinweisen zu geltenden Normen und Richtlinien

Einwirkungen Normen
von der Außenseite Regen, Wind, UV-Beanspruchung, Schall DIN 18055
DIN 4109
von der Raumseite Raumlufttemperatur, Raumluftfeuchte DIN 4108
EnEV
aus dem Bauwerk Bauwerksbewegungen, Toleranzen DIN 18201
DIN 18202
aus dem Bauteil Längenveränderungen, Formveränderungen
Kräfte aus dem Eigengewicht
DIN EN 107
aus der Nutzung Kräfte aus der Benutzung DIN 18055

Um Schäden im Anschlussbereich zu vermeiden, muss die Einbindung von Fenstern und Fassaden in die Gebäudehülle geplant werden. Das Bauteil muss im eingebauten Zustand den vg. Anforderungen genügen.
Ferner müssen alle am Fenster und an der Fassade anfallenden Kräfte sicher in den Baukörper abgeleitet werden.

Alle bisher genannten Anforderungen und Bewegungen aus der Rahmenkonstruktion und aus dem Bauwerk sind in der Anschlussfuge auf zunehmen und auszugleichen.

Der fachgerechten Gestaltung der Anschlussfuge, d. h. Konstruktion, Fugengeometrie, Befestigung, Dämmung und Abdichtung, kommt also große Bedeutung zu, um obigen Anforderungen zu genügen. Die Gebrauchstauglichkeit des Fensters und der Fassade steht und fällt mit der Anschlussausbildung. Für die Beurteilung, ob und in welchem Umfang das Fenster oder die Fassade in der Außenwand den Anforderungen, die sich aus den Umgebungseinflüssen ergeben, gerecht wird, eignet sich das Ebenenmodell.

Die grundsätzlichen bauphysikalischen Anforderungen werden in zwei getrennten Funktionsebenen erfüllt, die Funktionen im dazwischen liegenden Bereich zusammen gefasst und in technische Eigenschaften umgesetzt. Diese einzelnen Ebenen und Bereiche müssen in der Konstruktion erkennbar und ausführbar sein.

Ebene 1, Trennung von Raum- und Außenklima:

Die Trennung muss in einer Ebene erfolgen, deren Temperatur über der Taupunkttemperatur des Raumklimas liegt. Die Ebene muss über die gesamte Fläche der Außenwand erkennbar sein und darf nicht unterbrochen werden. Ausgehend von einem Raumklima von z. B. 20° C, 50 % rel. Luftfeuchte, muss wegen der zugehörigen Taupunkttemperatur von 9,3° C die Trennung in Bereichen über 10° C liegen. Damit wird unter den angenommenen Bedingungen, die gemäß DIN 4108-3 bei feuchteschutztechnischen Betrachtungen zugrunde zu legen sind, Tauwasser an der Oberfläche und in der Konstruktion vermieden. Für die Beurteilung der Gefahr der Tauwasserbildung ist die Betrachtung des Isothermenverlaufes hilfreich.

Bereich 2, Funktionsbereich:

In diesem Bereich werden insbesondere die Eigenschaften Wärme- und Schallschutz über einen angemessenen Zeitraum (siehe auch Bauproduktengesetz § 5 Brauchbarkeit) sichergestellt. Bei geschlossenen Systemen, wie z. B. Mehrscheiben-Isolierglas, Sandwich-Paneele, ist der Randbereich und bei offenen Systemen, wie z. B. Verbundfenster und Kaltfassaden, das gesamte System über den Wetterschutz mit dem Außenklima zu verbinden. Allgemein formuliert heißt dies, der Funktionsbereich muss "trocken bleiben" und vom Raumklima getrennt sein.

Ebene 3, Wetterschutz:

Die Ebene des Wetterschutzes verhindert weitgehend den Eintritt von Regenwasser (Schlagregen) von der Außenseite. Eingedrungenes Regenwasser muss kontrolliert und direkt nach außen abgeführt werden. Zugleich muss die Feuchtigkeit aus dem Funktionsbereich nach außen entweichen können.

Eine Luftströmung von der Raum- zur Außenseite durch Anschlussfugen muss ausgeschlossen werden. Die Anschlussfuge muss raumseitig luftdicht sein.

Die beschriebenen Modelle sind allgemeingültig auf mitteleuropäische Klimaverhältnisse und auf Räume mit normalem Innenklima abgestimmt. Bei gekühlten und klimatisierten Räumen ist das System Objekt bezogen zu überprüfen. In die Betrachtung und Bewertung muss die gesamte Außenwand einbezogen werden. Diese Modelle gelten nicht für Kühlräume und nicht für Gebäude in tropischen Breiten.

Mit der Erfüllung der bauphysikalischen Anforderungen an den Anschlussbereich sind wesentliche Voraussetzungen geschaffen:

- die dem Nutzer ein angenehmes und gesundes Raumklima ermöglichen
- die Baukonstruktion vor Klima bedingten Schäden schützt und
- den Energieverbrauch zu mindern

Einbauebenen:

Aus den gewonnenen Erkenntnissen leiten sich Empfehlungen an die, dem jeweiligen Außenwandsystem entsprechenden, Einbauebenen für Fenster im Leibungsbereich ab. Günstige Einbauebenen von Fenstern zur Vermeidung von Tauwasser sowie zur Reduzierung von Wärmeverlusten sind:

- bei monolithischer Außenwand der mittlere Leibungsbereich
- bei Wärme gedämmten Außenwandsystemen der Bereich der Dämmschicht

Der Temperaturverlauf durch die Außenwand und durch das Bauteil Fenster ist hierfür bestimmend.

Wasserdampfdiffusion:

Im Winter ist die absolute Luftfeuchtigkeit in der Regel raumseitig höher als außenseitig, d. h. raumseitig stellt sich ein höherer Wasserdampfteildruck ein als außenseitig. Dies hat zur Folge, da sich ein Dampfdruckgefälle einstellt, was zu einem Wasserdampfstrom von innen nach außen führt.
Jedes Material setzt dem Wasserdampfstrom einen gewissen Widerstand entgegen. Die Eigenschaft, mehr oder weniger Wasserdampf durchzulassen, wird durch die Wasserdampf Diffusionswiderstandszahl (m-Wert) beschrieben. Dabei besitzt eine ruhende Luftschicht den Wert m = 1. Je größer m wird, desto größer ist der Wasserdampf-Diffusionswiderstand, d. h. desto weniger durchlässig ist die Bauteilschicht für Wasserdampf. Der m -Wert gibt an, wie viel mal dichter die betreffende Bauteilschicht ist als eine ruhende gleichdicke Luftschicht.

Bei nebeneinander liegenden Bauteilen mit unterschiedlichen m -Werten ist der Baustoff mit den niedrigsten m -Werten für den Diffusionsstrom maßgeblich. Wird beispielsweise ein Dichtstoff mit einem sehr hohen Wasserdampf-Diffusionswiderstand in die Fuge eingebracht, gleichzeitig aber ein poröser Außenwandstein verwendet, so wird der Diffusionsstrom über die Außenwand erfolgen.
Ein Vergleich der einzelnen m -Werte innerhalb des Gesamtsystems untereinander ist nicht hilfreich. Das Verhalten des Gesamtsystems ist maßgebend.

Eine Luftströmung von der Raum- zur Außenseite in der Anschlussfuge muss ausgeschlossen werden. Der Anschluss muss raumseitig luftdicht sein.

Es gilt der Grundsatz:
Um Feuchtigkeitsschäden im Anschlussbereich zu vermeiden, müssen "Fenster - Fuge - Wand" als Gesamtsystem gesehen werden. Das Gesamtsystem muss in Bezug auf die Wasserdampf-Diffusion nach dem Prinzip "innen dichter als außen" ausgeführt werden.

Zusammenfassung:
Um den Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit des Fensters und der Fassade zu genügen, gilt für die Anschlussausbildung:

- klare Trennung der Funktionsebenen und des Funktionsbereiches
- Schutz der Anschlussfuge vor außen- und raumseitigen Belastungen

Die Konstruktion muss raumseitig umlaufend luftdicht ausgeführt werden (Ebene 1). Die Trennung von Raum- und Außenklima (Ebene 1) ist dampfdiffusionsdichter auszuführen als der Wetterschutz (Ebene 3). Die Regendichtheit der äußeren Wetterschutzebene (Ebene 3) ist sicherzustellen, eventuell eingedrungene Feuchtigkeit muß kontrolliert nach außen abgeführt werden können.

Literaturquelle: "Leitfaden zur Montage"
Herausgeber: RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren
Bockenheimer Anlage, 60322 Frankfurt/Main, ISBN-Nr. 3-00-003823-X


Neu ab 01.2005 ATV VOB/C):
Abdichtung von Fensterfugen gilt als "Besondere Leistung"


Die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) für Tischlerarbeiten sind in einem wichtigen Punkt geändert worden: Die innere Abdichtung der Anschlussfugen eines Fensters ist als abrechenbare "Besondere Leistung" aufgenommen worden. Die neue Fassung der ATV Tischlerarbeiten wird im Januar 2005 gültig. Sie ist Bestandteil der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB). Die VOB ist Grundlage für viele Verträge im Baubereich.

Damit werde laut Bundesverband Holz und Kunststoff mehr Rechtssicherheit für Tischler und Schreiner erreicht. Architekten und andere Bauplaner müssen die innere Abdichtung eines Fensters nun konkret in der Ausschreibung benennen, wenn der Fensterbauer sie ausführen soll. Sie können diese Leistung bei einer unpräzisen Ausschreibung nicht mehr unter Hinweis auf den Stand der Technik einfach einfordern. Bisher kam es bei dieser Frage oft zu Auseinandersetzungen. Die alte VOB hatte die innere Abdichtung nicht explizit genannt.

Da sich neben den ATV Tischlerarbeiten auch andere Bestandteile der VOB geändert haben, wird in Kürze ein Ergänzungsband zur VOB erscheinen. Er kostet als Einzelexemplar 14 Euro, als Kombi-Band mit der VOB-Gesamtausgabe 38 Euro. Zu bestellen ist er bei der:
HKH-Service + Produkt GmbH
Littenstraße 10, 10179 Berlin
Tel.: 030 - 27 90 70-0
Fax: 030 – 27 90 70-60
E-Mail: info@hkh.de (mh)
Quelle: Infoholz,12.01.05


Änderung VOB/C
DIN 18355 „Tischlerarbeiten“ – Ortschaum unzulässig?


Mit der Überarbeitung der Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) für Tischlerarbeiten (DIN 18355 – VOB/C) wurden Änderungen zum Einbau von Fenstern und Türen vorgenommen. Die Dämmung mit Mineralfaserdämmstoffen wird zur Regelausführung erklärt.

Das in der Praxis übliche Einbringen von Montageschäumen und das Dämmen mit anderen Produkten wie Schaumstoff-Füllbändern, Naturprodukten (z. B. Kork, Schafwolle, Sisal, Flachs) ist nach der neuen DIN 18355 als Regelausführung nicht mehr zulässig. Denn in der neuesten Ergänzung zur DIN 18355 heißt es in Abschnitt 3.5.3 „... Die auf der Rauminnenseite verbleibenden Fugen zwischen Außenbauteilen und Baukörper sind mit Mineralfaserdämmstoffen vollständig auszufüllen“ und in Abschnitt 3.5.4 „Hohlräume zwischen Zargen und Baukörper bei Wohnungsabschlusstüren sind mit Mineralfaserdämmstoffen vollständig auszufüllen.“. Die Dämmung mit Mineralfaserdämmstoffen wird so als Regelfall definiert.

Andere Formen der Dämmung sind nur noch dann zulässig, wenn dies beispielsweise im Leistungsverzeichnis (LV) vertraglich festgelegt wurde. Werden im Vorfeld keine derartigen konkreten Vereinbarungen zwischen den Vertragspartnern getroffen, kann der Auftraggeber verlangen, dass die Dämmung mit Mineralfaserdämmstoff ausgeführt wird.

Warum dieses Änderung?

Für die Überarbeitung der DIN 18355 ist der paritätisch besetzte Hauptausschuss Hochbau (HAH) des Deutschen Vergabe- und Vertragsausschusses für Bauleistungen (DVA) zuständig. Der fachlich begründete Einspruch des ift Rosenheinm wurde vom HAH abgelehnt. Die Änderung des bisher verwendeten Wortlautes „Dämmstoffe“ in den Begriff „Mineralfaserdämmstoffe“ wurde wie folgt begründet:

„... Mit der Änderung des bisher verwendeten Begriffs „Dämmstoffe“ in den Begriff „Mineralfaserdämmstoffe“ soll  eine fachtechnisch korrekte Regelausführung festgelegt werden. Es bleibt jedoch dem Auftraggeber überlassen, einen anderen Dämmstoff zu wählen und dieses im Leistungsverzeichnis festzulegen. An dieser bauphysikalisch wichtigen Stelle des Gebäudes muss durch die Verwendung genormter zugelassener Produkte die Qualitätssicherheit gewährleistet werden. Die in der Praxis angewendeten Ortschäume weisen diese DIN-Qualitätskriterien nicht auf und können damit nicht in dem VOB-Regelwerk als Standardausführung vereinbart werden.“.

Stellungnahme des ift Rosenheim

Nach Meinung des ift Rosenheim stehen für die Fugendämmung mehrere praxisbewährte und in den technischen Eigenschaften vergleichbare Dämmstoffe zur Verfügung, d. h. mehrere Dämmstoffe erfüllen den Stand der Technik. Dies wird auch in folgenden technischen Dokumentationen beschrieben.

• Leitfaden zur Montage – Der Einbau von Fenstern, Fassaden und Haustüren mit Qualitätskontrolle durch das RAL-Gütezeichen Herausgeber: RAL-Gütegemeinschaften Fenster und Haustüren in Frankfurt
• Technische Richtlinie Nr. 20 – Einbau und Anschluss von Fenstern und Fenstertüren mit Anwendungsbeispielen Herausgeber: Bundesverband Holz und Kunststoff, Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks, Bundesverband
des Metallhandwerks, Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V.

Der Einsatz von Ortschäumen zur Fugendämmung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Praxis bewährt und nimmt mit ca. 80 % den größten Anteil der ausgeführten Fugendämmungen ein. Die Produkte werden ständig weiterentwickelt und aktuellen Anforderungen angepasst und durch Prüfungen von neutralen Prüfstellen untersucht. Relevante Reklamationen oder Schadensfälle, deren Ursache auf den Einsatz von Ortschäumen zurückzuführen sind, sind uns aus unserer Gutachtentätigkeit nicht bekannt. Ausgenommen sind Schäden, die auf den unsachgemäßen Umgang bei der Verarbeitung zurückzuführen sind. Die Annahme, dass moderne Ortschäume sich in der Fuge während der Nutzungsdauer zersetzen, deckt sich nicht mit den Erfahrungen des ift Rosenheim. Mineralfaserdämmstoffe spielen im Bereich der Fensteranschlussfuge nur eine untergeordnete Rolle, weil das Einbringen von Mineralfaserdämmstoff in die Anschlussfuge durch Stopfen neben dem deutlich höheren Zeit- und damit Kostenaufwand beim Einbringen bei Fugen unter 15 mm die Gefahr einer nicht vollständigen Ausfüllung und Dämmmung der Fuge birgt.

Weitere Änderung der DIN 18355

In DIN 18355 wird erstmalig die innenseitige Abdichtung erwähnt. Im Abschnitt 3.5.3 heißt es „Sind Fensteranschlussfugen innenseitig luftdicht herzustellen, sind dies Besondere Leistungen (siehe Abschnitt 4.2.6).“ Bei dieser Formulierung entsteht der Eindruck einer Wahlmöglichkeit für den Auftraggeber, die es im Grunde nicht gibt. Denn der raumseitige luftdichte Anschluss ist gemäß § 5 der Energieeinsparverordnung (EnEV) und der bauaufsichtlich eingeführten DIN 4108-7 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs-und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele“ zwingend vorgeschrieben.

Was ist zu tun?

Die ATV's werden laufend überarbeitet. In 2006 wird voraussichtlich eine neue VOB/C herausgegeben. Vor diesem Zeitpunkt muss ein Antrag auf Überarbeitung der DIN 18355 gestellt werden. Der HAH hat in seiner Begründung darauf verwiesen, dass zur Sicherung der Produktqualität eine Zertifizierung der zu verwendenden Stoffe unverzichtbar ist. Ein Zertifizierungsverfahren ist als Normungsbasis für eine weitere Überarbeitung der ATV DIN 18355 möglich. Als europäisch notifizierte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle wird das ift Rosenheinm die Erarbeitung eines Zertifizierungsprogrammes gegenüber der Industrie anregen, um den Verarbeitern von Ortschäumen wieder eine normative Sicherheit zu geben.

Bis dahin bleibt es den Planern und Ausschreibenden freigestellt, ihren Wunsch zur Verwendung von Polyurethanortschäumen in der Planungsphase in Form entsprechender Ausschreibungsunterlagen festzulegen. Für Fenster- und Türenbauer sowie Montagefirmen gilt, dass eine vom Regelfall der neuen ATV DIN 18355 abweichende Ausführung der Dämmung z. B. mit Montageschaum (die ebenfalls dem Stand der Technik entspricht) in jedem Fall ausdrücklich und schriftlich mit dem Auftraggeber zu vereinbaren ist. Diese Vereinbarungen müssen auf die firmenspezifischen Vertragsverhältnisse abgestimmt werden und bedürfen deshalb einer individuellen juristischen Rechtsberatung.

PRESSEINFORMATION 05-02-50 vom 14.02.05
ift Rosenheim



Die neue Flachleiste von illbruck für die Sanierung

Die innere und äußere Abdichtung sowie die Dämmung der Anschlussfugen werden nach dem „Stand der Technik“ gefordert, das heißt: innen dichter als außen. Bei der Fenstererneuerung in der Sanierung suchen Planer und Entscheider Lösungen, die sich schnell, leicht und kostengünstig realisieren lassen. Für diesen Einsatzbereich hat illbruck die illmod i-Flachleiste neu entwickelt. Diese Innovation bietet bauphysikalische und optische Vorteile. Die Leiste ist für die innere Abdichtung bestimmt, die luftdichter als die äußere ausgeführt werden muss. Dadurch ist ein deutliches Dampfdruckgefälle von innen nach außen gegeben, was der RAL-gütegesicherten Fenstermontage entspricht.

Quelle: Newsletter 25.03.2002 von newsbuilder.net



Theorie und Praxis: häufige Murksbeispiele

Mittlerweile ist verschütt gegangen, dass man früher mal mit kleinformatigen Ziegeln gemauert hat. Das Normalformat NF beträgt 240 x 115 x 71 mm. Daraus wurden die Mauerwerksraster abgeleitet. Mit Fugenanteil 10 mm kommt man auf das Raster von 25 cm und die Maße an sich passen wiederum hierein:

Steinbreite: 2 x 115 mm + 10 mm Fuge = 240 mm. Also sind zwei Läufer nebeneinander zzgl. 10 mm Fuge so breit wie ein Binder, nämlich 240 mm. Usw. usf. ergeben sich auch Maße für einen Fensteranschlag.

An dieser selten schönen Skizze erkennen Sie, wie das Maß für einen Fensteranschlag mit einem Viertelstein entsteht. Das sind 250 mm : 4 = 62,5 mm - 10 mm Fuge = 52,5 mm für den Stein.

Der Anschlag hat also die Rohmaße 6,25 cm in der Breite und 11,5 cm in der Tiefe. Dazu kommen dann noch die Putzstärken innen (15 mm z.B.) und außen (25 mm z.B.) und man kommt auf eine Wandstärke von 36,5 + 4,0 = 40,5 cm Fertigmaß.

Hierein passt sehr gut das Rahmenprofil des Fensters, das bei 60 - 70 mm Bautiefe liegt und verschiedene Ansichtsbreiten hat. Klar muss immer sein, dass von den so genannten Ansichtsbreiten stets etwas verloren geht: nämlich das, was hinterm Anschlag liegt.

Gekennzeichnet habe ich: mit (K) die Stelle für das Kompriband, (D) steht für Dämmung und (V) soll die Versiegelung sein. Diese Skizze stellt die ideale Einbausituation dar, sowohl diffusionstechnisch als auch hinsichtlich Wärmedurchgang und Schallschutz.

Genau beschrieben nach Stand der Technik und Regeln der Technik ist alles weiter oben.

Auch der Laie dürfte erkennen, dass der Schallschutz am besten ist, je größer die Überlappung des Steins vom Mauerwerksanschlag ist. Auch dürfte nachvollziehbar sein, dass es der Schall am leichtesten hat, rein zu kommen, je größer die Fugen sind. Ohne Fugen wiederum gelingt es nicht, das Fenster in die Mauerwerksöffnung zu "fädeln".

Aber wie sieht die Praxis aus? Ich sag´ s Ihnen: erschütternd.
Die meisten Murks-Erscheinungen sind:

  • riesige Fugen zwischen Rahmenprofil und Wand lassen jede Schallwelle durchsausen
  • ein schlagregensicherer Anschluss wird unmöglich
  • eine ordentliche Dämmung und die Versiegelung innen führt kaum einer aus
  • stattdessen wird knüppeldicke Bauschaum reingedrückt
  • bei älteren Gebäuden werden Fenster rausgerissen (und nicht ausgebaut), entsprechend demoliert ist das Mauerwerk
  • selten genug wird noch mit Anschlag ausgeführt (das wäre ja auch zu aufwendig, bei den Großformatern einen Anschlag zu sägen), das Fenster schwebt in einem Loch in der Wand
  • sogar Mauerwerksausbrüche werden mit Bauschaum ausgefüllt - stramm entgegen dem Grundsatz: mineralisch bessert man mineralisch aus (also mit Ziegeln und Mörtel)
  • oft wird von außen gar nichts angebracht, das segensreiche Wärmedämmverbundsystem (auch Vollwärmeschutz genannt) wird´ s schon überdecken - überdecken ja, aber nicht dichtend (Pfuscher bauen keine Kompribänder bei Bauwerksanschlüssen der Wärmedämmung ein) und schon gar nicht schalldämmend



Merkblatt:
Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Befestigung und Abdichtung
von Fenstern und Außentüren im Neubau

Um eine ordnungsgemäße Befestigung und Abdichtung von Fenstern und Außentüren durchführen zu können, müssen an der dafür vorgesehenen Bauwerksöffnung bestimmte Voraussetzungen gegeben sein:

• Die Bauwerksöffnungen sind unter Einhaltung der Toleranzen nach DIN 18202 Tabelle 1 und 2 erstellt worden.

Durch Ausnutzen der Grenzabmaße der Tabelle 1 dürfen die Grenzwerte für Stichmaße der Tabelle 2 nicht überschritten werden. [Zeile 5, Öffnungen, z.B. für Fenster und Türen: +/- 12 mm Grenzabmaße bei Nennmaßen bis 3 m; +/- 16 mm bei 3-6 m; Zeile 6, bei oberflächenfertigen Leibungen nur +/-10 bzw. 12 mm]

Durch Ausnutzen der Grenzwerte für Stichmaße der Tabelle 2 dürfen die Grenzabmaße der Tabelle 1 nicht überschritten werden. [Tabelle 2, Winkeltoleranzen (gelten für vertikale, horizontale und geneigte Flächen, auch Öffnungen), Zeile 1, 6 mm bei Nennmaßen bis 1 m, 8 mm bei Nennmaßen von 3 bis 6 m]

• Ist eine Abdichtung mit elastischem Dichtstoff oder Kompriband vorgesehen, müssen die Mauersteinfugen bündig abgestrichen und die Fugenflanken vollfugig hergestellt sein (in Anlehnung an DIN 18540 Abschnitt 5.1). Diese Leistung ist durch das entsprechende Vorgewerk zu erbringen.

• Für den vertikalen Lastabtrag und die Abdichtung des Fensters ist eine untere Auflagefläche erforderlich, sofern im Leistungsverzeichnis nichts anderes festgelegt ist.

Beim Aufmass und vor der Montage sind die oben genannten Voraussetzungen zu überprüfen. Sind diese nicht gegeben, hat der Auftragnehmer im Sinne von VOB Teil C DIN 18355 Abs.3.1.2 schriftlich Bedenken geltend zu machen.

Die Montage sollte erst dann durchgeführt werden, wenn die Gründe für die Bedenken beseitigt wurden, oder wenn eine ausdrückliche schriftliche Anordnung der Bauleitung vorliegt, trotz der geäußerten Bedenken die Montage fortzusetzen. Eine Gewährleistung für damit in Zusammenhang stehende Mängel und Folgeschäden (z.B. Undichtigkeiten, Feuchteschäden) sollte unbedingt abgelehnt werden.

Sollten sich aufgrund fehlender, oben beschriebener Voraussetzungen Behinderungen und Unterbrechungen/Wartezeiten beim Montageverlauf ergeben, müssen diese dem Auftraggeber unverzüglich schriftlich angezeigt (VOB Teil B § 6 Abs.1) und können entsprechend in Rechnung gestellt werden. Dies gilt ebenfalls für aus der Bausituation heraus zu leistende Mehrarbeiten des Auftragnehmers.

Im Falle einer Altbausanierung sind besondere Bedingungen zu beachten. Dennoch ist auch hier mindestens Schlagregendichtheit außen und Luftdichtheit innen herzustellen.

Viel mehr erfahren Sie unter www.fensterberater.de, zwar mit einer unglaublich unübersichtlichen Navigation, dafür mit gutem Hintergrundwissen und einigen Details.



Was war der Anlass?
Eine Frage im Bauherren-Forum: Bauschaum

Hallo,
in dem Beitrag "Fenster richtig anschließen nach DIN" wird gegen Bauschaum argumentiert,
doch die Alternative habe ich nicht kapiert:
Die weiterführenden Links:
- ift rosenheim schreibt allgemein von Dämmstoffen
- illbruck arbeitet mit Pistolenschaum, also auch Bauschaum

Mit was für einem System macht man denn nun einen vernünftigen Fensteranschluss?
Unsere Fensterrahmen sind mit Bauschaum montiert und extrem schalldurchlässig.
Wie kann man das nachträglich verbessern?
Für jeden Tipp dankbar, mit freundlichen Grüßen J.H.


Antwort: Hallo, Herr H., nur weil es Schaum gibt, heißt das noch lange nicht, dass man den Mist ständig einsetzt. Und wenn bei ift was von Dämmstoffen zu lesen ist, ist das nicht falsch, aber wer sagt, dass Bauschaum ein Dämmstoff ist?

Das Problem beginnt damit, dass viel zu große Öffnungen hergestellt werden - oder dass zu kleine Fenster für bestehende Öffnungen gebaut werden. Toleranzen müssen zwar sein (sonst bekommt man auch ein Fenster nicht montiert), aber wie sieht denn die Praxis aus? Das Fenster schwebt in der Öffnung und rundherum sind um die 5 cm Fuge. Dann wird das Ganze mit Bauschaum zugeschmiert, von außen und von innen mit Putz überschmiert - und bereits nach wenigen Jahren gibt es die ersten Hohlräume, weil der Schaum in sich zusammenfällt. Vielleicht haben Sie schon mal so krümeliges braunes Zeug gesehen.

Die Fensteröffnung hat so zu sein, dass der Rahmen gegen das Mauerwerk schlägt (es überdeckt, daher kommt ja auch der Name Anschlag). Zwischen Rahmen und Mauerwerk gehört ein Moosgummiband, kleine (!!!) Hohlräume stopft man am besten mit Mineralwolle aus (ein vernünftiger Fensterbauer weiß, was fest stopfen bedeutet), es soll keine Luftblasen geben. Von innen kann man mit Silikon o.ä. verfugen. Noch besser ist: außer dem Moosgummi alles mineralisch, z.B. den Fensteranschlag beiputzen, damit der Rahmen gut anliegt. Kleine Fugen, die man mit Mörtel, schließen kann.

Schallschutz kann man weder mit Schaum, Fugenmaterial oder gar von außen mit WDVS erreichen! Schallschutz kann man nur mit massivem Material erreichen, das ist beim Fenster der gemauerte Anschlag. Deshalb ist eine glatte Leibung schalltechnisch immer problematisch.

Vor der Benutzung meiner Linklisten habe ich aber gewarnt: glauben Sie um Gottes Willen nicht alles, was Ihnen auf den Seiten weis gemacht wird. Nicht alles, was modern ist, ist auch gut. Wie haben die Leute damals den Kölner Dom gebaut, ganz ohne den ganzen modernen Blödsinn von heute, ganz ohne Bauschaum, Silikon, Kunststofffenster, Bauchemie und EnEV?

Aber danke für den Tipp, ich werde demnächst mal den Beitrag durch eine Ausführungsskizze ergänzen.

Nun habe ich es gleich gezeichnet und erläutert, ich hoffe, Sie haben was davon.
Und wenn Ihnen immer noch was unklar ist, oder wenn jemand glaubt, mich korrigieren
zu müssen: nur zu.

Neu seit 2005: doch wieder MiWo statt Schaum

Gemäß der neuen DIN 18355 Ausgabe:2005-01 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Tischlerarbeiten, Abschnitt 3.5.3 sind im Regelfall die rauminnenseitigen Fugen zwischen Außenbauteilen und Baukörper mit Mineralfaserdämmstoffen vollständig auszufüllen.

Das in der Praxis übliche Einbringen von Ortschäumen oder die Dämmung mit anderen Produkten wie Schaumstoff-Füllbändern und Naturprodukten (z. B. Kork, Schafwolle, Sisal, Flachs) ist nur noch dann zulässig, wenn dies vertraglich im Vorfeld festgelegt (LV) bzw. vereinbart wurde.

Wenn im Vorfeld keine derartigen konkreten Vereinbarungen zwischen den Vertragspartnern getroffen werden (das ist üblicherweise der Fall), kann der Auftraggeber erwarten und/oder verlangen, dass der Regelfall ausgeführt wird, das ist die Dämmung mit Mineralfaserdämmstoff. Wichtig zu wissen: das gilt nur, wenn die VOB auch Vertragsgrundlage ist.


Der richtige Einbau macht’s
Beim Fenster auf luftdichten Bauanschluss achten

Beim Einbau von Fenstern – egal ob Neubau oder Renovierung – sollten Bauherren ihr Augenmerk unter anderem auf die sachgerechte Montage und die sogenannte Bauanschlussfuge richten. Damit ist die Lücke zwischen Fensterrahmen und Baukörper gemeint. Warum ist dies heute wichtiger denn je?

Gemäß der Energieeinsparverordnung (EneV) muss die äußere Gebäudehülle luftundurchlässig ausgeführt werden. Das heißt, auch Fenster und Türen müssen luftdicht schließen. Heutige Konstruktionen erfüllen diese Anforderungen auch. Jedoch wird bei der Planung oft nicht an die Bauanschlussfuge gedacht.

Bei der heute vorgeschriebenen Bauweise reicht ein reines Abdichten mit wärmedämmenden Materialien in den allermeisten Fällen nicht aus. Die Fuge zwischen Mauerwerk und Fenster muss neben der äußeren Abdichtung gegen Schlagregen auch innenseitig luftdicht abgeschlossen sein. Wird dies versäumt, entsteht ein regel-rechter „Düseneffekt“: Die feuchte Luft strömt in die mangelhaft abgedichtete Fuge förmlich hinein, kondensiert dort und sammelt sich als Wasser zwischen Fenster und Wand an. Die Folge sind Schimmelpilzbildung oder sogar Feuchteschäden an der Bausubstanz.

Doch diese unangenehmen Folgen lassen sich vermeiden. Voraussetzung ist, der Fenstereinbau wird nach dem Stand der Technik ausgeführt. Zuerst wird die Fuge zwischen Fenster und Wand mit Montage-Schaum, Mineralwolle oder Hanf ausgefüllt. Die luftdichte Abdichtung von innen erreicht man am besten, indem man die Fuge zusätzlich mit einer speziellen Klebefolie oder einem Dichtband umklebt. Wind- und schlagregendicht von außen, luft- und diffusionsdicht von innen ist also die ideale Lösung. Auch für Sanierungsfälle gibt es passende Möglichkeiten. Bei geringen Fugenbreiten ist innen die Abdichtung mit Silikon oder anderen spritzfähigen Dichtstoffen geeignet. Spezielle Deckleisten mit diffusionsdichten, vorkomprimierten Dichtbändern sind ebenfalls eine gute Lösung.

Diese Grundregeln gelten unabhängig vom Fensterrahmenmaterial und sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Beim fachgemäßen Abdichten der Bauanschlussfuge handelt es sich um eine zusätzliche Leistung, die sowohl vom Fensterhersteller als auch vom Folgehandwerker – zum Beispiel vom Putzer – ausgeführt werden kann.

Weitere Informationen zu Fenster aus Holz: Initiative ProHolzfenster e.V., Kandlstr. 26, 93098 Mintraching, Tel. 09406 / 959906, E-Mail: info@proholzfenster.de, Internet: www.proholzfenster.de.
11/2003


Fenster anschließen, Teil 2
Praxis, Fenster falsch anschließen

Hier sehen Sie eine Ausführung von Fensteranschlüssen, wie man es nicht machen soll.
Ausführungsort ist ein Einfamilienhaus in L. bei F. Der Baumurks wurde im Rahmen einer
Rohbaubegutachtung festgestellt.

  So schön kann man Fensterbänke auf Bauschaum verlegen.
Es dürfen auch schon mal verschiedene Sorten sein.
 Das geht schnell, spart Mörtel und Arbeit - und taugt nichts.
 Das Fenster ist mit einem Klebeband "dicht" an der
 Rohbauwand angeschlossen. Zumindest hat es den Anschein.
 Oben sieht man den Deckenanschluss (Gipskarton),
 der blaue Streifen ist die Schnittkante der Dampfsperre.

 

Hier ein Blick hinter die Kulissen: erstklassiger Murks.
 Auf dem rauen und löcherigen Untergrund hat das Dichtband
 natürlich keinen Sinn, außer den Baupfusch zu überdecken.
 Was der Bauschaumklops in der Ecke soll - wer weiß?
   Hier dasselbe traurige Bild: offene Löcher
in der Ecke, raue Untergründe, wo kein
Dichtband Halt finden kann, und immer
mal wieder Bauschaum.
 

Moderne Holzfenster – die pflegeleichten Möbelstücke
Witterungsbeständig durch neue Oberflächenverfahren

Schön sehen sie aus, sie verbreiten ein angenehmes Wohnraumklima, sind wärmedämmend und steigern durch ihre hochwertige Anmutung den Wert der Immobilie: Holzfenster stehen bei anspruchsvollen Bauherren wieder hoch im Kurs. Kein Wunder, haben sie in den letzten Jahren doch eine enorme Entwicklung hinter sich gebracht. Das alte Holzfenster ist passé – es lebe das moderne High-Tech-Bauteil, das heute eher wie ein edles Möbelstück daherkommt: angenehm anzufassen und in vollendeter Ästhetik.

Den hohen Verbraucher-Anforderungen kommen die heutigen Holzfenster insbesondere in Sachen Pflegeleichtigkeit entgegen. Fensterhersteller wie Lackhersteller verknüpft eine enge Partnerschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Pflege der wertvollen Holzoberflächen so einfach wie möglich zu machen. Neue Oberflächenverfahren wie zum Beispiel Hydrohobeln, Fugenversiegelung oder Vierschicht- statt der früher üblichen Zweischicht-Systeme machen die Fenster widerstandsfähig. Auch technische Neuerungen in Konstruktion und Verarbeitung tragen dazu bei.

Wie jedes Fenster sollten auch Holzfenster regelmäßig gewartet werden. Moderne Holzfenster machen die Pflege einfacher denn je. Den nach einigen Jahren erforderlichen Renovierungsanstrich kann man zusätzlich hinauszögern. Dazu genügt es, wenn man ein- bis zweimal jährlich beim Fensterputzen eine spezielle Pflegemilch auf die Holzoberfläche aufträgt. Sie verleiht dem Holz einen Schutzfilm, der das wertvolle Material vor Witterungseinflüssen bewahrt. Die Pflegemilch gibt es für Holzfenster ebenso wie für Holz-Alu-Fenster.
Natürlich hängen die Renovierungsintervalle von mehreren Faktoren ab: von der baulichen Konstruktion, der Bewitterungssituation, der Holzart und sogar von der Art und Farbe des Anstrichs. Aufschluss hierüber gibt eine Anstrich-Check-Tabelle der Initiative ProHolzfenster e.V. (Download unter www.proholzfenster.de).

Quelle: Pressedienst "Fenster aktuell" 04.2004


Fenster können auch anders!
Schieben oder abstellen statt drehen und kippen

Griff drehen, Fenster kippen. Oder Flügel zum Stoßlüften ganz öffnen, vorher aber Fensterbank abräumen. Eine täglich millionenfach ausgeführte Alltagshandlung, zumindest in Deutschland. Denn nach innen öffnende Dreh-Kipp-Fenster sind der Deutschen liebstes Kind, sie gehören hierzulande zu den mit Abstand am meisten verkauften Fenstern. Was nicht heißt, dass es nicht attraktive Alternativen gäbe. Ein Blick darauf ist durchaus lohnenswert. Gerade Hersteller von Holz- und Holz-Alu-Fenstern haben innovative Systeme entwickelt, die ihre hochwertigen Produkte noch interessanter machen.

Schiebefenster zum Beispiel lassen sich nicht nur zur Seite schieben, sondern – wie man es aus amerikanischen Filmen kennt – ganz einfach nach oben. Dabei wird meist nur der untere Fensterflügel über einen weiteren Flügel oder eine Festverglasung hochgeschoben. Neue Techniken ohne Seilzug und Bleigewichte machen diese Systeme mit hohem Bedienungskomfort nahezu wartungsfrei und von der Preisgestaltung her interessant. Praktisch: Selbst beim Lüften steht kein Fensterflügel störend im Raum, und er kann auch nicht bei einem Windstoß unerwartet zuschlagen. Schwingfenster drehen sich um eine mittlere Achse und können in verschiedenen Stellungen arretiert werden. Gut ist es, wenn sie sich zum Reinigen um 180 Grad wenden lassen. Sie werden gerne im Dachbereich eingesetzt, sind aber auch eine interessante Variante für Großflächenfenster. Es gibt sie übrigens auch in ovaler oder kreisrunder Form.

Beim Senk-Klapp-Fenster ist der Flügel unten nach außen ausklappbar, was ebenfalls Platz im Innenraum spart. Zum schnellen Lüften wird er waagrecht gestellt und zum Reinigen um 180 Grad geschwenkt. Senk-Klapp-Fenster haben eine schmälere Rahmenansicht als Schwingflügel. Sie lassen sich auch flächenbündig in moderne Fassaden bestens integrieren.

Parallel-Abstell- oder Ausstellfenster sind eine intelligente Lösung insbesondere als Lüftungselement für Fassaden-Systeme: Parallel zum Blendrahmen wird der Fensterflügel nach außen abgestellt. Der umlaufende Öffnungsspalt bringt genügend Frischluft nach innen, selbst wenn von außen nicht sichtbar ist, dass soeben gelüftet wird.

Gerade auch bei anstehenden Renovierungsmaßnahmen lohnt es sich darüber nachzudenken, welche Anforderungen man an sein neues Fenstersystem stellt. Alle Lösungen lassen sich mit Holzfenstern oder Holz-Alu-Fenstern umsetzen. Holzfenster-Fachbetriebe geben zu den unterschiedlichen Möglichkeiten kompetente Auskunft.

Quelle: Pressedienst "Fenster aktuell" 04.2004


Informationen zu Fenstern aus Holz

und ein Fachbetriebsverzeichnis gibt es hier:
Initiative ProHolzfenster e.V.
Kandlstr. 26, 93098 Mintraching,
Tel. 09406 / 959906
E-Mail: info@proholzfenster.de,
www.proholzfenster.de


Beispiel: Fensterliste für ein EFH (06.2004)
kostensparende Ausführung

Bauvorhaben:
Errichtung eines Einfamilienhauses
K.allee yy, L.
Flur: zz, Flurstück: abc

FENSTERLISTE

Pos. Anzahl Rohbaumaß Brüstungs-
höhe
Flügel
(1) 5 920 x 2108 BH = 0 1 F
(2) 4 920 x 1256 BH = 852 (1027) 1 DK
(3) 2 1020 x 1256 BH = 852 (1027) 1 DK
(4) 1 1020 x 2108 BH = 0 1 HT
(5) 1 1520 x 2108 BH = 0 1 FT 1 FT

Insgesamt = 12 Fensterelemente + 1 Haustürelement

Legende:
BH = Brüstungshöhe bez. auf OFF (bez. auf Rohsohle)
F = festverglast
DK = Dreh-Kipp-Flügel
HAT = Haustür
FT = Fenstertür (Terrassenelement)

Erläuterungen:

Fensteraußenmaß (Rahmen) = Rohbaumaß – 20 mm
20 mm / 2 = 10 mm Montagefuge links und rechts = Mindestfugenmaß
Bsp: RBM 920 x 1,256 = 0,90 x 1,246 m Fenstermaß
Fensterhöhe = UK Rol - BRH(R) = 2,108 – 0,852 = 1,256 m
Fenstertürhöhe = UK Rol - OFF = 2,108 – 0,000 = 2,108 m
bezogen auf die Rohsohle sind noch 17,5 cm dazu zu rechnen
bezogen auf Unterkante Sturz/Ringanker sind 25,0 cm dazu zu rechnen
Siehe Plan: “Schnitt AW” Index (a) vom 05.06.2003

Montage:
links und rechts 10 mm Fuge
oben: unter dem Rolladenkasten (roma Typ KARO o.glw.)
weiße Kunststofffenster VEKA o.glw. gem. Baubeschrieb
Außenfensterbank Alu weiß, Innenfensterbank WERZALIT

Detailklärung, Aufmass u. Abstimmung gemeinsam mit Bauherrn vor der Fertigung

Vorabzug, 05.06.2000


Sicherheit fürs Cocooning
Einbruch hemmendes Holzfenster ist anerkannt und lizensiert


(BHKH) Voller Erfolg für den Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH): Das Einbruch hemmende Holzfenster der Widerstandsklasse 2 (WK2), das er entwickelt hat, steht bei Tischlern und Schreinern hoch im Kurs. Bereits 36 Innungsbetriebe haben das System lizensiert.

Immer mehr Menschen ziehen sich in die eigenen vier Wände zurück. Fachleute wie der Zukunftsforscher Matthias Horx sprechen vom Trend des Cocooning: Die Menschen suchen und bauen sich einen schützenden Kokon. "Zu Hause wollen sie sich wohl und sicher fühlen", sagt Horx.

Der BHKH hat auf diesen Trend mit der WK2-Lösung reagiert. Seit Mitte 2002 können Betriebe der angeschlossenen Innungen gegen eine Jahresgebühr von 500 Euro eine Lizenz für das System kaufen. Der Vertrag gilt drei Jahre, eine Verlängerung ist möglich.

Zunächst macht eine Schulung die Lizenznehmer mit den Anforderungen vertraut, die das WK2-Fenster stellt. Bei spezieller Abstimmung von Beschlag, Holzart und Glas bietet es laut deutscher und europäischer Norm Einbruch hemmenden Schutz. Nach der Schulung können die Meisterbetriebe entsprechende WK2-Fenster herstellen, vertreiben und einbauen. Das große Plus: Das System ist offiziell geprüft und als Einbruch hemmend deklariert worden. Die Innungsbetriebe, die das Vertrauen der Kunden genießen, können damit adäquat auf deren Bedürfnisse reagieren und eine komplexe Leistung relativ günstig anbieten. (mh)


Weitere Informationen: www.tischler.org (dead link, 29.01.2005)
Quelle: Infoholz Newsletter, 18.06.04


Neue Fenster sparen Geld
Holzfenster dämmen besonders gut

Wer neu bauen will, ist an die Vorgaben der geltenden Energieeinsparverordnung gebunden. Die Niedrigenergie-bauweise wurde auf diese Weise inzwischen zum Standard. Das heißt, im Vergleich zu früher liegt der Wärme-bedarf bei Neubauten heute um bis zu 35 Prozent niedriger – ein riesiges Einsparpotential also, das sich im Geldbeutel deutlich bemerkbar macht. Doch auch für ältere Gebäude gilt: Kommt es zu Renovierung und Modernisierung, müssen sämtliche Energiesparmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

Von immenser Bedeutung sind dabei die Fenster. Denn sie gelten als die „dünnste“ Stelle im Haus, an der die meiste Energie verloren geht. Wichtig sind die passende Verglasung – am besten ein Drei-Scheiben-Isolierglas – und der fachgerechte Einbau. Aber auch schon mit der Wahl des Rahmenmaterials können die Weichen entsprechend gestellt werden. Holz ist hier an erster Stelle zu nennen, denn es weist von Natur aus die besten Dämmwerte auf. Eine Messung von Temperaturverläufen in Fenstern aus unterschiedlichen Materialien hat dies bewiesen. Nicht von ungefähr nehmen Holzfenster beim Einsatz in Passivhäusern eine Vorreiterrolle ein.

 Verschiedene Systeme sind inzwischen auf dem Markt, vom reinen Holzfenster bis hin zu Holzfenstern mit einem Kern aus Kork oder Holzfasern. Damit werden Dämmwerte mit einem U-Wert von 0,8 W/(m2K) und weniger erreicht. Mit ihrer hohen Dämmwirkung helfen Holzfenster dabei, im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze draußen zu halten. Und man weiß: Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder an die Umgebung abgeben. Das ist gut fürs Wohnraumklima.

Wer an Renovierungsmaßnahmen denkt, sollte deshalb auch die Fenster auf den Prüfstand stellen. Für energiesparende Instandsetzungen gibt es günstige Kredite und in einigen Fällen sogar Geld vom Staat. Der Austausch eines veralteten Fenstersystems lohnt sich also nicht nur aus optischen Gründen!

Quelle: Pressedienst "Fenster aktuell" 07.2004


Die Haustür – Ihre Visitenkarte!
Holz-Haustüren haben Charakter und erfüllen moderne Anforderungen perfekt

Fenster und Türen gestalten die Fassade eines Hauses und bestimmen so ganz wesentlich dessen Ausdruck und „Persönlichkeit“. Insbesondere die Haustüre gilt als Visitenkarte des Hauses: Hier werden Gäste empfangen, die an dieser Stelle ihren ersten Eindruck von Haus und Bewohnern bekommen. Und hier wird als erstes offenbar: Welchen Stil pflegen die Gastgeber? Eine Haustür hat außerdem die Aufgabe, vor Wind und Wetter und natürlich vor ungebetenen Gästen zu schützen. Ästhetik und Funktion sind also gleichermaßen wichtig.

Der Werkstoff Holz erfüllt all diese Anforderungen perfekt. Wer auf Individualität Wert legt und seinem Haus Charakter und eine besondere Note verleihen will, findet in Holz als Rahmenmaterial für Haustüren eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten. Ob traditionell oder modern und trendig: Eine vom Fachbetrieb handwerklich gefertigte Haustür aus Holz wird selbst den höchsten Ansprüchen gerecht. Holz strahlt darüber hinaus natürliche Behaglichkeit aus und schafft ein angenehmes, gesundes Wohnraumklima. Lasuren in sämtlichen RAL-Farben oder Kombinationen mit Edelstahl lassen keine Gestaltungswünsche offen. Selbst Natursteineinlagen sind möglich, vielleicht sogar passend zu einer etwaigen Steineinfassung der Tür, die ihr einen repräsentativen Portalcharakter verleiht. Wer flächiges Design ohne Rahmen bevorzugt, wählt eine Verbundplattenkonstruktion. Hier können beliebige Muster herausgeschnitten und beispielsweise mit Glas hinterlegt werden.

Um Klimaschwankungen ausgleichen zu können, werden die Rahmenkonstruktionen moderner Holz-Haustüren heute mit einer Stahlversteifung gefertigt. Dies bewirkt eine hohe Formstabilität, so dass ein früher übliches „Verziehen“ der Tür der Vergangenheit angehört. Auch bei Verbundplattenkonstruktionen ist deshalb ein Stahlrahmen miteingearbeitet. Die Anforderungen bezüglich Wärme- und Schallschutz sowie Sicherheit erfüllen Holz-Haustüren genauso wie Fenster aus Holz ebenfalls perfekt. Holz ist von Natur aus ein hoch wärmedämmendes Material. Es wirkt temperaturausgleichend und übt deshalb einen positiven Einfluss auf die Wohnatmosphäre aus. Weil die Schalldämmwerte von Holz so gut sind, werden Holzfenster zum Beispiel auch in Hotels in Flughafennähe eingesetzt.

In Sachen Sicherheit gilt: An Tür und Fenster sollten die Anforderungen stets gleich hoch sein. Alles andere macht wenig Sinn. Denn jede Kette kann nur so stark sein wie ihr schwächstes Glied. Hat der Bauherr einbruchhemmende Fenster gewählt, sollte selbstverständlich auch die Haustür einbruchhemmende Merkmale aufweisen. Auch dazu wissen Fenster- und –türenfachbetriebe kompetenten Rat.

Quelle: Pressedienst "Fenster aktuell" 07.2004


Wohnen mit Stil
Holzfenster sind wieder im Kommen

Die Räume, in denen wir wohnen und arbeiten – unsere tägliche Umgebung also – bestimmen in wesentlichem Maße unser Lebensgefühl. Dort wo wir es können, gestalten wir sie individuell nach unserer Vorstellung – schließlich wollen wir uns wohlfühlen. Eine natürliche, warme Atmosphäre ist in unserer hoch technologisierten Welt wichtiger denn je. Und bestimmt ist es kein Zufall, dass Holzfenster bei qualitätsbewussten Bauherren mehr und mehr gefragt sind. Den Prognosen der Statistiker zufolge werden die Absatzzahlen von Holzfenstern in diesem Jahr nach langer Zeit wieder steigen.

Holz passt sehr gut zum individuellen Wohnstil, denn kein Werkstoff kann vielfältiger sein als dieses von der Natur in so vielen Facetten geschaffene Material. Ob aus Fichte, Lärche, Kiefer, Eiche oder edlem Plantagen-Tropenholz, mit Lasuren oder deckenden Anstrichen nach Wahl in sämtlichen Farben des Regenbogens: Holzfenster passen sich jedem Einrichtungsstil perfekt an. Sie setzen Akzente, bringen Licht und Helligkeit in unsere Räume und geben unserem Ausblick den passenden Rahmen. Das lebendige Material mit seiner natürlichen Anmutung gehört zum stilvollen Wohnen einfach dazu.


Moderne Holzfenster sehen gut aus – und entsprechen in jeder Hinsicht dem Stand der Technik. Sie werden im Fachbetrieb individuell gefertigt und schenken den Bewohnern bei etwas Pflege ein Leben lang Freude. Dazu bedarf es keines großen Aufwands. Denn in Sachen Oberflächenbehandlung gab es in den letzten Jahren enorme Weiterentwicklungen.

Die neuen Holzfenster sind daher leicht zu pflegen und sehr viel witterungsbeständiger als früher. Mit der richtigen Beschichtung müssen sie – je nach Bewitterungssituation – nur noch etwa alle fünf Jahre gestrichen werden. In weniger bewitterten Bereichen kann man sich damit sogar bis zu zehn Jahre Zeit lassen. Zum Beispiel dort, wo die Fenster durch bauliche Maßnahmen wie Dachüberstände oder Balkone gut geschützt sind. Und wem selbst dies zuviel ist: Holz-Alu-Fenster sind für alle Individualisten, die innen auf die natürlich-warme Ausstrahlung von Holz nicht verzichten wollen, eine echte Alternative. Eine vorgesetzte Schale aus wetterfestem
Aluminium schützt die wertvollen „Möbelstücke“ perfekt.

Quelle: Pressedienst "Fenster aktuell" 07.2004
Foto: Sorpetaler / Initiative ProHolzfenster


Das Deutsche Fenstermuseum
Eröffnung und Präsentation auf der denkmal´04

Für jeden von uns sind sie täglich präsent. Wir nutzen sie, sie schmücken unser Haus - die Fenster. Aber was wissen wir eigentlich über Fenster, außer dass sie zu öffnen sind und geputzt werden sollten?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Gebäuden, in denen Holzfenster vergangener Epochen vorzufinden sind. Darunter auch bedeutende Fenster, die einige hundert Jahre sind. Ortsansässige Schreiner und Kunsthistoriker sind nur selten in der Lage, eine qualifizierte Bewertung dieser handwerklichen Kostbarkeiten vorzunehmen. Von welcher Stelle kann der interessierte Bauherr kompetenten Rat erwarten? Wer kann historische Fenster seriös datieren, schätzt seine Bedeutung ein und ermittelt gegebenenfalls seinen Wert? Wo gibt es vergleichbare Funde? Welche Sanierungsmöglichkeiten gibt es?

Nicht nur auf diese Fragen gibt es im Internet unter www.das-deutsche-fenstermuseum.de Antworten. Im Internetmuseum haben interessierte Besucher auf bislang einmalige, fast spielerische Weise die bequeme Möglichkeit, sich in grafisch aufwändig eingerichteten, dreidimensionalen Räumlichkeiten mit der Entwicklung des Fensters zu beschäftigen. In einer ständigen Ausstellung, untergebracht in sechs (Zeit-) Räumen, informieren ausgesuchte Fensterexponate über die Geschichte und die Eigenarten der jeweiligen Konstruktionen. Basierend auf einer Sammlung von mehreren hundert Ausstellungsstücken ist bereits für zukünftige Sonderausstellungen gesorgt. Besonders erwähnenswert ist der im Museum ansässige, aus anerkannten Experten verschiedener Fachgebiete bestehende Beirat. Jeder Interessierte kann diesem Gremium Fragen zu historischen Fenster stellen und von dort kompetente Antworten erwarten. Ob reine Neugier oder gezielte Suche: Der Besuch im Deutschen Fenstermuseum lohnt sich in jedem Fall.

Quelle: Pax Fenster, PaXclassic GmbH


PaXClassic bietet zehn Jahre Oberflächengarantie auch auf Denkmalschutzfenster

Die PaXclassic GmbH, Marktführer denkmalgerechter Fensterkonstruktionen, bietet als zertifizierter RSG-Betrieb ab sofort zehn Jahre Garantie auf die Oberfläche seine Fenster. Gerade im Denkmalschutz, wo aussergewöhnliche Konstruktionen gefordert sind, so PaXclassic-Geschäftsführer Uwe Schneider, ist die Langlebigkeit der Produkte entscheidend. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat klar gezeigt, dass besonders in der sensiblen Altbausanierung grösster Wert auf Qualität und Haltbarkeit gelegt wird. Um die gegenüber dem Wettbewerb fünf mal längere Garantiezeit erteilen zu können, wird bei PaXclassic viel Wert auf den sorgfältigen Herstellungsablauf gelegt. So werden ausgesuchte, hochwertige Hölzer in einem speziell entwickelten, aufwändigen Fluttunnelverfahren bereits am losen Stab mit einem „Kapillar-Blocker“ vollflächig imprägniert. Dieses zusätzliche Imprägnierungsverfahren mit der Fähigkeit, tief in das Holz einzudringen, schützt verlässlich die bisherigen Problemzonen des Holzfensters, also die Eckbereiche von Flügel- und Fensterrahmen, gegen eindringende Feuchtigkeit und somit auch gegen Pilze und Fäulnis. Anschliessend erfolgt die Verleimung, Grundierung und die zweimalige Endbehandlung. Egal ob klassische Einfach-, Verbund- und Kastenfensterkonstruktionen, Sonderlösungen mit Isolierverglasung oder einbruchhemmende, moderne Einhand-Drehkippfenster mit Schallschutz: Mit der „Remmers-System-Garantie“ (RSG) und der damit verbundenen Möglichkeit, für alle Fensterkonstruktionen zu garantieren, dass im Zeitraum von zehn Jahren keinerlei Sanierungsanstriche erforderlich sind, sieht PaXclassic einen weiteren klaren Wettbewerbsvorteil für seine Kunden.

Quelle: PaXclassic GmbH


Neu! PaXclassic „Fenster im Baudenkmal“ 2002, Tagungsbeiträge

Auch der Sammelband zur 4. Fachtagung »Fenster im Baudenkmal« ist für Handwerker, Architekten und Denkmalpfleger ein ideales Nachschlagewerk zum Umgang mit der wertvollen historischen Substanz. Es werden diesmal einschlägige Gerichtsurteile zum Thema referiert, die Restaurierung im Bestand und Ergänzung bestehender Fenster durch klassische Innenvorsatzfenster diskutiert, je eine kurze Kulturgeschichte des Fensters und des Glases vorgestellt sowie für die Bewahrung historischer Fenster aus technischen Gründen plädiert. Der Festeinband enthält 112 Seiten mit 150 Abbildungen und kann zum Preis von 20 EURO zzgl. Porto über das Bestellformular oder direkt über das Holzfensterwerk in Bad Lausick
Fax: 03 43 45/ 2 33 41 bezogen werden.

PaXclassic, „Fenster im Baudenkmal“ 2000, Tagungsbeiträge

Die mittlerweile bei unzähligen Denkmalämtern, Hochbauämtern, Architekten und Bauherren als Nachschlagewerk genutzten Bücher „Fenster im Baudenkmal“ haben Zuwachs bekommen. Im dritten Band verdeutlicht ein PaXclassicPartner anhand von zwei Objektbeispielen, wie der denkmalgerechte Umgang mit wertvollen historischen Fenstern aussehen kann. Ein weiteres Kapitel befaßt sich mit interessanten Informationen über historische Beschläge und deren Datierung . „Die Restaurierungsfähigkeit historischer Fenster und häufig begangene Fehler“ werden von einem öffentlich bestellt und vereidigten Sachverständigen für das Glaser- und Fensterhandwerk nachvollziehbar verdeutlicht. Weitere Schwerpunkte des Buches sind historische Farbverglasungen und die Wirkung von Fourcaultglas bei denkmalgerechten Fenstersanierungen. Das Buch ist ein Muß für jeden, der sich mit Fenstern in der Denkmalpflege beschäftigt. Es umfaßt 7 Kapitel, hat 132 Seiten mit überwiegend farbigen Darstellungen und kann zum Preis von 17,50 EURO zzgl. Porto über das Bestellformular oder direkt über das Holzfensterwerk in Bad Lausick Fax: 03 43 45/ 2 33 41 bezogen werden.
 

PaXclassic, „Fenster im Baudenkmal“ 1998, Tagungsbeiträge

Dieser Band geht in bislang beispielloser Weise auf Probleme bei Fenstern im Baudenkmal und Altbau ein. In vielen Baudenkmälern wurden Fenster in den vergangenen Jahrzehnten gegen schlechte und kurzlebige Lösungen getauscht. Eine denkmalgerechte Rückführung - unter Umständen sogar mit finanzieller Unterstützung des Staates - ist oft schwierig. 16 Seiten weisen Ihnen den richtigen Weg dazu. Den Besonderheiten der Fensterbaukultur zwischen 1840 und 1930 sowie anstehenden Problemen beim Erhalt dieser Konstruktionen widmet sich ein Leipziger Stadtkonservator. Die dargestellten Erfahrungen seiner täglichen Arbeit helfen beim Umgang mit diesen anspruchsvollen Bauteilen. Können historische Fenster überhaupt erhalten werden? Von der denkmalgerechten und vor allem praxisnahen Bestandsaufnahme historischer Fenster über ein Sanierungskonzept bis zur beispielhaft aufgezeigten Restaurierung finden Sie praxisnahe Läsungen in diesem Fachbuch. Können moderne Normen im Altbau zu irreparablen Schäden führen? Das Fenster und die Wärmeschutzverordnung: Unter dieser Überschrift können Sie die tatsächlichen Gegebenheiten nachlesen. Wenn neue Fenster für den Altbau in Frage kommen: Wie kann man Fensterkonstruktionen auf ihre Qualität und Gebrauchstauglichkeit prüfen und bewerten? Umfang 192 Seiten, 215 farbige Abbildungen, 45 S/W- Abbildungen, zahlreiche Tabellen, 6 Autoren Erschienen im Lukas Verlag, Preis: €17,50/Exemplar + €3,58/Versand per Postnachnahme zu bestellen: mit dem Bestellformular oder per Fax: 03 43 45/ 2 33 41

PaXclassic, „Fenster im Baudenkmal“ 1996, Tagungsbeiträge

Bei einem verantwortungsvollen Umgang erfordern alte Fensterkonstruktionen ein hohes Maß an Fachwissen aller Beteiligten. Als Ratgeber will dieser Band Grundkenntnisse zu denkmalpflegerischen Aspekten bei Erhalt und Ersatz von Fenstern vermitteln. Die Bedeutung und Entwicklung von Farbe, Glas und Beschlägen historischer Fenster ist eine wesentliche Grundlage für den Umgang mit diesen anspruchsvollen Bauteilen. Fundiertes Fachwissen vermittelt das Förderprojekt des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau "Erhaltung der Kastenfenster durch gezielte Verbesserungsmaßnahmen". Ein Maßnahmenkatalog zur Renovierung historischer Fensterkonstruktionen mit einer Auswertung der Zeitdaten aus bereits erfolgten Sanierungen hilft bei der Kostenschätzung anstehender Arbeiten. "Müssen moderne Normen immer beachtet werden?" oder "Muß eine Regenschutzschiene sein"? Antworten zu diesen Fragen finden sie neben weiteren interessanten Themen in dieser Broschüre. Umfang 102 Seiten, 97 farbige Abbildungen, 30 S/W- Abbildungen, zahlreiche Tabellen, 10 Autoren Erschienen im Lukas Verlag, Preis: €17,50/Exemplar + €3,58/Versand per Postnachnahme zu bestellen: mit dem Bestellformular oder per Fax: 03 43 45/ 2 33 41


Eiche und Lärche auf dem Vormarsch
Hochwertige Holzfenster aus witterungsbeständigem Hartholz

Beim Holzfenster hatten die Deutschen bislang ihre eindeutigen Favoriten: Kiefer, regional auch Fichte sowie das Tropenhartholz Meranti sind in Deutsch-land seit Jahren die beliebtesten Hölzer, wenn es um den Fensterbau geht. Weil aber die Pflegeleich-tigkeit bei den Verbraucherwünschen mit an obers-ter Stelle steht, beginnen Bauherren und Fenster-hersteller umzudenken: „Die Entwicklung beim Holz-fenster geht ganz eindeutig zu den langlebigen Holzarten“, wissen die Experten, wie zum Beispiel Nicole von Oesen von der Initiative ProHolzfenster e.V. „Und dies wird künftig nicht mehr nur Tropen-holz sein, sondern vermehrt auch europäisches Ei-chen- und Lärchenholz.“

Natürliche Pilzabwehr
Lärche ist unter den Nadelhölzern das schwerste und härteste. Und die Widerstandsfähigkeit der Ei-che ist nahezu sprichwörtlich. Das wusste man auch schon in früheren Zeiten, da wurden häufiger Fens-ter damit gebaut. Hohe Preise haben die Eiche dann eine Zeitlang vom Markt verdrängt. Heute ist sie wieder erschwinglich und gilt als der „Mercedes“ unter den Fensterhölzer. Sowohl Eiche als auch Lärche gelten als äußerst langlebig und witterungs-beständig. Sie sind sogar unter Wasser lange halt-bar und verfügen über eine natürliche Abwehr


gegen Pilzen und Insekten. Eigenschaften, die sie für die Verwendung im Fensterbau besonders ge-eignet machen.

Zertifiziertes Hartholz aus Europa
Verbraucher dürfen übrigens durchaus ein gutes Gewissen haben, wenn sie sich für diese Harthölzer aus europäischen Forsten entscheiden. Denn deut-sche Qualitätsfensterhersteller verarbeiten Holz aus zertifizierten Beständen. Man erkennt es am Zei-chen des jeweiligen Systems: FSC und PEFC sind zurzeit die zwei wichtigen und anerkannten Wald-Zertifizierungssysteme auf europäischer Ebene. Wer ganz sicher gehen will, sollte seinen Fenster-hersteller ausdrücklich danach fragen.

Holzfenster als Arbeitsmotor
Für Holzfenster gibt es zahlreiche gute Gründe. Ei-ner, der vermutlich nicht jedem bekannt ist: Das Holzfenster ist ein regelrechter Arbeitsmotor. Denn die Produktion lässt sich nur in geringem Maße au-tomatisieren. Viele Arbeitsschritte und viele Hände werden gebraucht, um ein solches Fenster sorgfältig zu fertigen. Weil dies vorwiegend in kleineren und mittelständischen Betrieben geschieht, sichert die Nachfrage nach Holzfenstern nicht zuletzt heimi-sche Arbeitsplätze.

Pressedienst "Fenster aktuell", Juli 2005

Bild oben:
Edle Optik, die zu modernen Wohntrends passt: Holzfenster haben wieder Konjunktur!
Foto: Schweikart / Initiative ProHolzfenster


Bild rechts:
Holz ist auch bei Temperaturveränderungen sehr formstabil und deshalb hervorragend für Fassadenkonstruktionen geeignet.
Foto: RODI / Initiative ProHolzfenster


Äußerst standhaft – auch wenn’s brennt
Fensterrahmen aus Holz sind stabiler

Holz hat viele gute Eigenschaften – eine davon ist seine ausgesprochen hohe Formstabilität. Auf Tem-peraturveränderungen reagiert Holz kaum, deshalb ist es das optimale Material für Fensterrahmen. Im-mer mehr Architekten und Bauherren machen sich diese Eigenschaften zunutze und setzen den Werk-stoff Holz verstärkt für statische Elemente wie Fas-saden-Konstruktionen oder Wintergärten ein.

Die relative Unempfindlichkeit von Holz gegenüber Temperaturschwankungen macht sich sogar im Brandfall positiv bemerkbar. So wurden bei Unter-suchungen Fenster aus verschiedenen Materialen auf ihr Brandverhalten hin getestet. Das Ergebnis hört sich für den Laien vielleicht erstaunlich an: Holzfenster halten dem Feuer wesentlich länger stand als Fenster aus anderen Materialien, und auch die Rauchentwicklung ist viel geringer. Wäh-rend Kunststofffenster schon bei etwa 110 bis 130 Grad zerfließen, behalten Rahmen aus Holz ihre Form auch noch bei Temperaturen von mehr als 200 Grad. Die Holzrahmen fangen zwar ebenso an zu brennen, aber sie brennen wesentlich langsamer und lange Zeit nur an der Oberfläche. Gut 90 Minu-ten behalten sie ihre Stabilität, was Bewohnern und Rettungskräften einen beträchtlichen Zeitvorteil ver-schafft.

Weniger Rauch und weniger Gift
Im Gegensatz zu Kunststoffmaterialien entwickelt brennendes Holz deutlich weniger Rauch – und der ist kaum giftig. Wenn PVC verbrennt, entstehen Di-oxin und Salzsäure. Hochgiftige Substanzen, die nicht nur Leib und Leben in Gefahr bringen, sondern auch die anschließende Sanierung der verseuchten
Gebäude enorm erschweren.

Brandschutz mit Holz
Bei Gebäuden spielt das Brandverhalten von Fens-tern eine wichtige Rolle. Denn je früher sich der Rahmen verformt, desto eher bersten auch die Scheiben. Die plötzliche Sauerstoffzufuhr, die da-durch entsteht, kann dann schlimme Auswirkungen haben. Außerdem befürchten Experten, dass sich die Fenster durch eine frühe Verschmelzung von Kunststoffflügel und Blendrahmen nicht mehr öffnen lassen. Fluchtwege wären somit versperrt. Öffentli-che Auftraggeber ziehen aus diesen Erkenntnissen bereits Konsequenzen: Aus brandschutztechni-schen Gründen werden heute viele öffentliche Hal-lenkonstruktionen verstärkt wieder mit Holz gebaut.

Pressedienst "Fenster aktuell", Juli 2005


Die Fensteranschlußfugen – Nur eine "Rand"-Erscheinung?

Anschlußfugen zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk ergeben sich bei der Fenstermontage zwangsläufig. Sie sind somit an jedem Gebäude vorhanden und sollten eigentlich bereits bei der Planung und Arbeitsvergabe als abzudichtende Baufugen berücksichtigt werden. Heute werden für diese Arbeiten in großen Mengen bewegungsausgleichende, spritzfähig verarbeitbare Dichtstoffe eingesetzt. Wer sich aber bewußt umschaut und die Anschlüsse Fenster zum Baukörper in ihrer Ausführung bewertet, der wird feststellen, daß ein nicht unerheblicher Prozentsatz Fehler im Bereich der Abdichtung in Form von Rissen oder gar Ablösungen aufweisen.

Welchen Stellenwert die Fensteranschlußfuge tatsächlich hat ist zu erkennen an der Tatsache, daß bereits in 2 Heften von GLAS + RAHMEN über dieses Thema geschrieben wurde.

Auch die Dichtstoffhersteller haben sich mit der Problematik dieser Fugen beschäftigt und dazu ein Merkblatt herausgebracht, das gezielt fachgerechte Lösungen und Ausführungshinweise behandelt.
Zunächst aber der Hinweis auf einen bereits in vielen Ausschreibungen vorkommenden Fehler:
Fugenabdichtungen mit spritzfähigen Dichtstoffen werden sehr oft und spontan mit der DIN 18 540 – Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen – in Verbindung gebracht. Also findet man die Forderung:
Fensteranschlußfugen elastisch abdichten nach DIN 18 540

Dies ist grundsätzlich falsch, da die DIN 18 540 nur für Fassadenfugen zwischen Beton, Mauerwerk und Naturstein Gültigkeit hat, Fenster aber aus verschiedenen anderen Materialien hergestellt werden. Eine sinngemäße Anwendung der Berechnungsgrundlagen der Norm ist zwar möglich, wird aber in der Praxis der Planung nie genutzt.
Da in absehbarer Zeit auch keine Anforderungsnorm für die Fensteranschlußfugen zu erwarten ist, haben der Industrieverband Dichtstoffe (IVD), das Institut für Fenstertechnik (i.f.t.) und der Fachverband Fugenabdichtung (FVF) in einer Arbeitsgruppe das oben zitierte IVD-Merkblatt Nr. 9 erarbeitet.

In diesem umfangreichen Regelwerk von 36 Seiten werden von der Bauphysik im Fugenbereich bis zu den Ausführungshinweisen der ganze Komplex Fensteranschlußfugen ausführlich behandelt.
In dem vorliegenden Beitrag soll aus diesem Merkblatt gezielt nur auf die Fugenausbildung und die Auswahlkriterien für Dichtstoffe sowie deren Anwendung hingewiesen werden.
Fugenausbildung mit Dichtstoffen

Wenn in einer Ausschreibung fälschlicherweise die DIN 18 540 zitiert wird, dann möchte der Auftraggeber im Prinjpg mit dieser Angabe für die Ausführung nur auf den physikalischen Zusammenhang zwischen der Fugendimension, der Belastung und dem Dichtstoff hinweisen.

Im IVD-Merkblatt Nr. 9 wird genau dies, aber abgestimmt auf die Fensteranschlußfuge, in der Tabelle 8 festgelegt:
Die Fugendimension in Abhängigkeit von
- dem Werkstoff der Fensterprofile
- der Elementlänge des Fensters
- der Fugenanordnung: ob außen oder innen

Damit hat der Verfuger die Möglichkeit, vorhandene Anschlußfugen dahingehend zu überprüfen, ob eine fachgerechte Abdichtung aufgrund der Dimensionierung überhaupt möglich ist. Oder er kann bei einer Anfrage nach der notwendigen Fugendimension eine durch das Regelwerk belegbare fundierte Auskunft geben.

Zuordnung der Dichtstoffe
Je nach Anforderung und Haftfläche können verschiedene Dichtstoffe zum Einsatz kommen. In bezug auf Eigenschaften und Anwendung wurden die Dichtstoffe daher in Gruppen gegliedert.
In den Tabellen 9a und 9b wird angegeben, welche dieser Qualitätsgruppen für außen und innen oder nur für innen geeignet sind. Dies ist wichtig, da der Verfuger so die Möglichkeit hat, am gleichen Fenster auf die unterschiedlichen Belastungen Dichtstoffe einzusetzen und so eine wirtschaftlich günstige Ausführung anbieten kann.
Als Beispiel: Außen einen Silicon- und innen einen Dispersions-Acryldichtstoff.
Weitere Materialanforderungen wie Anstrichverträglichkeit, geeignet für Naturstein etc. sind in dieser Gruppeneinteilung berücksichtigt.

In Tabelle 10 werden die Gruppen aus Tabelle 9a oder 9b den verschiedenen Fenstermaterialien und den wechselnden Baustoffen des Baukörpers zugeordnet. Für welche Gruppe man sich entscheidet, ist von den am Objekt vorliegenden Voraussetzungen im Fugenbereich abhängig.

Der ausführende Verfuger kann unter Anwendung des IVD-Merkblattes Nr. 9 seine Arbeit in zwei wichtigen Punkten absichern:
1. Die Fugendimension ist in einem Regelwerk festgelegt.
Bei einer Unterdimensionierung hat er jetzt den Beleg, daß er berechtigt Bedenken anmeldet um sich gegen spätere Beanstandungen abzusichern.
2. Er fordert bei seinem Dichtstofflieferanten ein Material entsprechend der einzusetzenden Gruppe an. Die Zuordnung nach den Qualitätskriterien liegt in der Verantwortung des Herstellers bzw. des Lieferanten. Auch damit hat er eine zusätzliche Sicherheit.
Die Ausführung
Um allen Einwänden gleich vorzubeugen:
Die fachliche Beurteilung der Vorleistungen anderer Gewerke im Bereich der Fugen vor Ort und die fachgerechte Arbeitsausführung liegt weiterhin in der alleinigen Verantwortung des Ausführenden. Dies kann das IVD-Merkblatt dem Verfuger nicht abnehmen.

Zusammenfassung
Mit dem IVD-Merkblatt Nr. 9 wird dem Planer, dem Dichtstoffhersteller und dem Verfuger ein Regelwerk an die Hand gegeben, mit dem eindeutige und fachlich gesicherte Grundlagen für die Abdichtung der Fensteranschlußfugen zur Verfügung stehen.

Quelle: Pressemitteilung IVD 452


Glasabdichtung am Holzfenster mit Dichtstoffen

Für die Glasversiegelung von Fenstern mit spritzbaren Dichtstoffen liegt mit der DIN 18545 "Abdichtungen von Verglasungen mit Dichtstoffen" eine Technische Richtlinie vor, die sich bewährt hat und seit vielen Jahren den Stand der Technik darstellt:

Teil 1 – Anforderungen an Glasfalze
Teil 2 – Dichtstoffe; Bezeichnung, Anforderungen, Prüfung
Teil 3 – Verglasungssysteme

Daß es trotzdem immer wieder zu Unstimmigkeiten in Schadensfällen kommt, liegt also nicht an den unpräzise definierten Einbauvorschriften und konstruktiven Voraussetzungen, sondern an der oft ungenauen und vor allem nicht vollständigen Kenntnis der für ein technisch und optisch hochwertig versiegeltes Holzfenster notwendigen Dichtstoffeigenschaften.

So ist auf fast jeder Kartusche eines Silicon-Dichtstoffes, der für die Verglasung angeboten wird, die Kennzeichnung "entspricht den Anforderungen der DIN 18545, Teil 2, Gruppe D oder Gruppe E" aufgeführt.

Wie sind jedoch anders ausgelobte Dichtstoffeigenschaften zu bewerten, wie z. B.
• selbsthaftend
• gute Verarbeitungseigenschaften
• keine Schlierenbildung
• abriebfest
• geeignet auch für die vorlegebandfreie Verglasung?

Um alle diese noch offenen Fragen zusammenzuführen und vor allem – und dieser Wunsch kommt überwiegend aus der Praxis, also vom Verarbeiter – den Inhalt einer DIN-Norm verständlicher und lesbarer zu machen, hat ein Expertenkreis ein Merkblatt als Ergänzung zur DIN 18545 erstellt.

Dieser Expertenkreis setzt sich zusammen aus dem
• INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E. V. (IVD), Düsseldorf
• Institut für Fenstertechnik e. V. (i.f.t.), Rosenheim
• Fachverband für Fugenabdichtung e. V. (FVF), Lichtenstein.

Als Ergebnis liegt mit Ausgabe Februar 2000 das IVD-Merkblatt Nr. 10 "Glasabdichtung am Holzfenster mit Dichtstoffen" vor (s. Abb. 1). Das Inhaltsverzeichnis (s. Abb. 2) zeigt die wesentlichen Ergänzungen der DIN 18545.

1. Verglasungssysteme
Der Verglasung mit Vorlegeband nach DIN 18545 wird die Verglasung ohne Vorlegeband nach der i.f.t.-Richtlinie "Verglasung von Holzfenstern ohne Vorlegeband" gegenübergestellt (Darstellung der Konstruktion, Abmessungen, Dichtstoffauswahl). Damit haben der Fensterbauer und/oder der Verarbeiter erstmals die Möglichkeit, die Verglasungsarten, die beide dem heutigen Stand der Technik entsprechen, zu bewerten und in sein Angebot zu integrieren.


2. Geometrie des Dichtstoffquerschnitts
Erstmals wird in einer Technischen Richtlinie direkt zu der handwerklichen Ausführung der Versiegelung Stellung genommen (s. Abb. 3 und 4).

3. Anstrichtechnische Voraussetzungen
Klärungsbedarf für den Verarbeiter besteht in hohem Maße auch zu diesem Punkt. Welche anstrichtechnischen Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ein Dichtstoff einwandfrei haftet, und wie ist zu verfahren, wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind?

4. Verarbeitungseigenschaften eines Dichtstoffes
Die Glasversiegelungsfuge hat neben der technischen vor allen Dingen auch eine optische Funktion zu erfüllen. Ergebnis soll ein gleichmäßiger, sauberer und gerader Fugenverlauf mit glatter Oberfläche sein. Auch bei guter Übung ist dies nur zu erreichen, wenn ein Versiegelungsdichtstoff bestimmte Verarbeitungseigen-schaften aufweist.

Das IVD-Merkblatt Nr. 10 legt keine Meß- oder Grenzwerte fest, erläutert aber detailliert, was unter den Verarbeitungseigenschaften eines Dichtstoffes zu verstehen ist und trägt hier zu einer wertvollen Aufklärung bei. Der Verarbeiter kann seine Arbeitsweise darauf einstellen oder gezielt nach seinen Wünschen selektieren.

5. Schlierenbildung / Abrieb
Bestandteil des vorliegenden Merkblattes ist auch die vom fast identischen Expertenkreis erarbeitete Richtlinie "Prüfung und Beurteilung von Schlierenbildung und Abrieb von Verglasungsdichtstoffen". Bezugsquelle: Institut für Fenstertechnik e. V., Rosenheim.

6. Kennzeichnung der Dichtstoffe
Zum Abschluß des Merkblattes wird darauf hingewiesen, wie eine für den Verarbeiter transparente Kennzeichnung eines Dichtstoffes auszusehen hat. Er selbst hat also jetzt die deutlich verbesserte Möglichkeit, die Qualität eines angebotenen Dichtstoffes und ihre Kennzeichnung zu vergleichen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Qualität vor dem Preisvergleich – und zum Wohle des Holzfensters.

Bezugsquelle des IVD-Merkblatts Nr. 10 sowie weiterer Merkblätter: INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E. V., Emmastraße 24, 40227 Düsseldorf, Telefax 0211/90 48 6-35.

Quelle: Pressemitteilung IVD 498


Fachbeitrag zum IVD-Merkblatt Nr. 9
"Dichtstoffe in der Anschlußfuge für Fenster und Außentüren"
- Grundlagen für Planung und Ausführung -

Anschluß verpaßt ?
Die Bedeutung von Anschlüssen wird den damit Konfrontierten in der Regel meist an negativen Auswirkungen spürbar bewußt. Beispiele spontaner Ereignisse wie verpasste Termine (Verhandlung, Verkehrsmittel, Rendezvous), fehlende oder unzureichende Verbindungen (Telekommunikation, Energie, Wasser) sind jedem in unangenehmer Erinnerung. Zu den zunächst weniger auffälligen, weil in den Auswirkungen trägeren Ereignissen gehören die technischen Anschlüsse von Bauteilen.

Experten der Baupraxis bewerten die Anschlußfuge als eine klassische Ursache für eklatante Wärmeverluste und massive Bauschäden durch eindringende Feuchtigkeit. Mit dem Erkennen der Komplexität der bauphysikalischen Thematik und der Informationslücke zwischen anerkannten theoretischen Grundlagen und der üblichen Baupraxis folgte logischerweise der richtige Schritt, das notwendige Basiswissen zusammenzutragen und verständlich in einem technischen Regelwerk darzustellen.
Experten vom - Institut für Fenstertechnik e.V., i.f.t., Rosenheim
- Fachverband für Fugenabdichtung e.V., FVF, Lichtenstein
- INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E. V., IVD, Düsseldorf
stellten sich dieser Herausforderung und erarbeiteten zusammen das IVD-Merk-blatt Nr.9: "Dichtstoffe in der Anschlußfuge für Fenster und Außentüren - Grundlagen für Planung und Ausführung".

Die Schrift ist übersichtlich, unter Berücksichtigung des Ganzheitsgedankens in 5 Abschnitte über 36 Seiten gegliedert:
1 Grundlagen
2 Belastungen
3 Möglichkeiten der Fugenabdichtung
4 Dichtstoffe
5 Beispielsammlung

1 Die Grundlagen,
... als Basis zum Verständnis bauphysikalischer Gegebenheiten und damit für die richtigen Schlußfolgerungen und Maßnahmen, beschreiben Funktionsebenen und Funktionsbereiche mit symbolischer und schematischer Darstellung der Trennungsebene von Raum- und Außenklima, der Funktionsbereiche und der Ebene Wetterschutz.
Ökonomische und ökologische Anforderungen (Energiesparwille und Wärmeschutzverordnungen) erlauben es nicht mehr, Wärmeverluste, Feuchtigkeit und Schimmel einfach wegzuheizen. Neue Gebäudekonzepte mit luftdichter Außenhülle und minimierten Energieverlusten verlangen in unserer geographischen Lage dichte Anschlüsse, verstärkt von der Raumseite, da die erhöhte Raumfeuchte über den Tauwasserausfall zur Baudurchfeuchtung im Fugenbereich führen kann. Der Grund-satz - das Gesamtsystem nach dem Prinjpg "innen dichter als außen" - erscheint zunächst übertrieben und für manchen unverständlich, er ist jedoch physikalisch richtig. Wer in die Materie an dieser Stelle tiefer einsteigt, wird sich mit Taupunkt-temperaturen, Wasserdampfdurchlässigkeiten und Isothermen auseinandersetzen.

2 Belastungen
... auf Fenster, Türen, Fugen und Abdichtungen sind im Bild räumlich dargestellt sowie in einer Tabelle aufgelistet.

3 Möglichkeiten der Fugenabdichtung
... werden an Hand von verschiedenen ein- und zweistufigen Ausbildungen sowie an verschiedenen Fugenarten mit Skizzen und Text erklärt. Dabei werden auch ungeeignete Lösungen an Negativ-Beispielen erläutert.

4 Dichtstoffe
... werden übersichtlich in Tabellen dargestellt. Geforderte Materialeigenschaften sind als Grundanforderungen, erweiterte Anforderungen und Zusatzanforderungen klassifiziert:
Normenauszüge verweisen auf Prüfungen, Verfahren und Auswertungen. Sie stellen damit den Bezug zu anderen vorhandenen Dichtstoff-Regelwerken her.

Der Abschnitt Fugenausbildung mit Dichtstoffen beschreibt Anschlagarten und
Unterschiede zwischen außen- und raumseitigen Anwendungen. Der Tabelle 8: Mindestfugenbreiten können entsprechend Elementlängen und Fensterwerkstoff die geforderten Mindestabmessungen entnommen werden. Die Werte gelten für Dichtstoffe mit 25 % zulässiger Gesamtverformung bei außenseitiger Anwendung sowie für Dichtstoffe mit 15 % zulässiger Gesamtverformung bei raumseitiger Anwendung.

In der Tabelle 10 erfolgt schließlich die Zusammenführung, Zuordnung und Dichtstoffauswahl zu Fensterwerkstoff und Außenwandsystem. Es handelt sich dabei immer um Mindestanforderungen. Dichtstoffe, die weitergehende Anforderungen erfüllen, können eingesetzt werden. Die Erläuterungen erlauben eine entsprechende Auswahl, so daß der Anwender für seinen Bedarf die Dichtstoff-Typen auswählen kann.

5. Die Beispielsammlungen
... (in Bild 14-19) und zu jeder Anschlußsituation jeweils ganzseitig 5 Detail-Ausschnitte mit genauen Bezeichnungen und Zuordnungen. Der Anwender erkennt die wesentlichen Zusammenhänge und kann sich danach in der Praxis richten.

Zusammenfassung
Mit der Optimierung von Gebäuden durch Sanierung oder beim Neubau gehen mit der verbesserten Luftdichtigkeit und damit verbundenen reduzierten Luftwechselrate höhere Feuchtigkeiten der Raumluft einher. Damit verbunden sind höhere Taupunkttemperaturen und Begünstigung von Schimmel- und Tauwasserbildung im Bereich einer Wärmebrücke. Vielfach ist dieser Bereich konstruktionsbedingt die Anschlußfuge.

Um den Anschluß nicht zu verpassen, ist es notwendig, Planung, Konstruktion, Materialauswahl und Ausführung von Anfang an aufeinander abzustimmen. Es ist nicht zu vertreten, daß vorangehende Gewerke nicht mehr interessiert, was nach ihnen folgt. Eine einwandfreie Abdichtung ist in jedem Fall wirtschaftlicher und umweltverträglicher, mit anderen Worten: Sie lohnt sich. Das neue IVD-Merkblatt Nr.9 hat dafür als neue Technische Regel eine Lücke geschlossen und findet zunehmend anerkennende Beachtung und Anwendung.

Quelle: Pressemitteilung IVD 438, HS


Dichtstoffe für Verglasungsarbeiten
Auswahl nach Regelwerken

Eine Glasscheibe in einem Fensterflügel ergibt noch kein funktionstüchtiges Fenster.
Bei aller Begeisterung für natürliche Lebensweise und Campingwelle möchte man in seinen vier Wänden doch unabhängig von Witterungseinflüssen bleiben. Eine im Wind klappernde Fensterscheibe ist zwar in einem Western oder bei Hitchcock zur Untermalung der Spannung effektvoll, in unseren Wohnungen wirkt sie aber störend, und Wasserpfützen mögen für kleine Kinder auf der Straße eine herrliche Sache zum Planschen und Matschen sein, auf der Fensterbank sind sie ein Ärgernis für den Bewohner, ganz abgesehen von den Folgeschäden.
Zur Herstellung eines Fensters benötigt man also nicht nur eine Rahmenkonstruktion mit den Beschlägen und Glasscheiben, sondern auch einen Dichtstoff oder ein Dichtstoff-System, um die Scheibe dicht einsetzen zu können.

Diese Erkenntnis ist nicht neu, und so wird Glaserkitt schon seit einigen Jahrhunderten hergestellt und angewandt.
Aus diesen Anfängen stammt der noch heute bekannte Leinölkitt, dessen manuelle Herstellung früher zu den Kenntnissen und Arbeiten eines jeden Glasers gehörte. In unserer mechanisierten und auf Rationalisierung eingestellten technischen Entwicklung wird Leinölkitt mittlerweile industriell fabriziert und nach einer verbindlich festgelegten Rezeptur RAL 849 B2 hergestellt. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges reichte dieses Produkt vollkommen aus, um den bei einer Verglasung auftretenden Anforderungen gerecht zu werden.

Nach der Zerstörung unserer Städte und Wohnungen spielte die schnelle und rationelle Arbeitsweise eine ausschlaggebende Rolle. Die Architekten und Konstrukteure hatten Gelegenheit, neue Ideen in die Tat umzusetzen, wobei ihnen ein vielfältiges Angebot neuer Baumaterialien entgegen kam. Die Glasindustrie war in der Lage, immer größere Scheibenflächen fehlerfrei herzustellen. Was wiederum zunehmend zu größeren Fenstereinheiten führte.

Dies zwang die Hersteller zur Entwicklung von Spezialkitten, die in ihren Eigenschaften auf bestimmte Anwendungsgebiete oder Verarbeitungstechniken ausgerichtet wurden. Aber auch bei diesen Produkten wurde mit zunehmender Scheibenfläche und steigender Gebäudehöhe eine Grenze ihrer Einsatzmöglichkeit erreicht, da die mechanische Belastbarkeit überschritten wurde. Damit war man an einen Punkt gestoßen, der ganz neue und anders aufgebaute Verglasungssysteme notwendig machte.

Parallel zur Entwicklung im Fensterbau entstanden auf Kunststoffbasis neue, elastisch aushärtende Dichtstoffe, die auf einer Vielzahl von Baumaterialien ausgezeichnet hafteten. Es war naheliegend, diese Produkte auch im Verglasungssektor einzusetzen, um Anforderungen, die oberhalb der Möglichkeiten eines plastisch bleibenden Dichtstoffes lagen, abzudecken. Die Dichtstoffindustrie ist heute in der Lage, Produkte herzustellen und anzubieten, die allen im und am Fenster auftretenden Belastungen entsprechen.

Damit trat aber ein neues Problem auf:
Welches Produkt eignet sich für welches Fenster und welche Anforderung?
Die Funktionsfähigkeit von Dichtstoffen beruht auf dem Zusammenspiel einer Vielzahl unterschiedlicher Eigenschaften, die erst in einem sinnvollen Zusammenwirken ein brauchbares Produkt ergeben. Aus diesem Grunde wurden unter aktiver Mitarbeit qualifizierter Mitarbeiter des Industrieverbandes Dichtstoffe (IVD) im Deutschen Normenausschuß Prüfmethoden und Qualitätsanforderungen ausgearbeitet und festgelegt, die eine Beurteilung neuer Entwicklungen und die Überwachung der laufende Produktionen ermöglichen.
Das vielfältige Angebot von Dichtstoffen und die gesteigerten physikalischen Anforderungen in Abhängigkeit von Fensterkonstruktion und Gebäudehöhe machten es notwendig, einige Auswahlkriterien festzulegen.
Auf Anregung von Prof. Seifert, Institut für Fenstertechnik (i.f.t.), Rosenheim und unter aktiver Mitarbeit der Dichtstoffbranche wurde daher eine Arbeitshilfe ausgearbeitet, die heute zum Stand der Technik gehört. Die
"Tabelle zur Ermittlung der Beanspruchungsgruppen zur Verglasung von Fenstern",
im Markt bekannt als "Rosenheimer Tabelle".

Als Ergänzung dazu beschäftigte man sich im Normenausschuß Bauwesen NABau mit einer Anforderungsnorm
DIN 18545

Abdichten von Verglasung mit Dichtstoffen
in der drei übergeordnete Kriterien berücksichtigt werden:
1. die notwendigen konstruktiven Voraussetzungen im Fenster
(DIN 18 545 Teil 1 – Anforderung an Glasfalze –)
2. die qualitativen Forderungen an die Dichtstoffe
(DIN 18 545 Teil 2 – Dichtstoffe; Bezeichnung, Anforderungen, Prüfung –)
3. der Aufbau funktionsfähiger Verglasungssysteme
(DIN 18 545 Teil 3 – Verglasungssysteme –)

Die beiden Regelwerke, "Rosenheimer Tabelle" und DIN 18 545, sind inhaltlich aufeinander abgestimmt. Dies heißt, daß sich die Zuordnung der mechanischen Belastungen in den Gruppen der "Rosenheimer Tabelle" auch in einer Gruppeneinteilung der Dichtstoffe in DIN 18 545 Teil 2 wiederfindet. Diese wiederum sind bestimmten Verglasungssystemen, festgelegt in Teil 3 der Norm, zugeordnet.
Wer heute eine fachgerechte, den Anforderungen und dem Stand der Technik entsprechende Verglasungsarbeit abliefern möchte, der sollte und muß die zur Verfügung stehenden Regelwerke auch nutzen. Dies bedeutet Sicherheit in strittigen Fällen.
Die Vorgehensweise ist denkbar einfach:
Als erstes wird die objektbezogene Beanspruchungsgruppe der Fenster nach der "Rosenheimer Tabelle" und das zugehörige Verglasungssystem ermittelt.
In DIN 18 545 Teil 3 findet man die Angabe, welche Dichtstoffgruppe für dieses Verglasungssystem eingesetzt werden soll.

Die Zuordnung der Dichtstoffe nach den genormten Kriterien in die Gruppen A bis E erfolgt aufgrund der Prüfergebnisse durch den Dichtstoffhersteller. Man muß als Verarbeiter also nur das Datenblatt beachten, in dem die notwendigen technischen Angaben, aber auch Verarbeitungsvorschriften, festgehalten sind.
Dieser Hinweis erfolgt bewußt, den es gibt nun mal keine für alle und jeden Dichtstoff zutreffende Generalanweisung. Der Teufel oder die zukünftige Beanstandung liegt eben im Detail – im Detail der Hinweise des Herstellers. Wenn also ein Primer vorgeschrieben ist, dann sollte man diesen auch anwenden!
Eine konstruktive Weiterentwicklung im Bereich des Glasfalzes erlaubt heute die Verglasung auch ohne Vorlegeband.

Dieses System ist z. Zt. noch in keiner Norm festgelegt, aber vom i.f.t geprüft und frei gegeben. Die "bandlose Verglasung" kann jedoch fachgerecht nur unter Werkstattbedingungen ausgeführt werden. Dazu werden auf die besonderen Belastungen abgestimmte Dichtstoffe benötigt, die von den Herstellern auch gesondert ausgewiesen und angeboten werden.

Quelle: Pressemitteilung IVD 450

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