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Die bautechnischen Grundsätze behalten ihre Gültigkeit.
Die Regelwerke, insbesondere die DIN Normen, werden inflationär erneuert.

   Regelwerke für Abdichtungsarbeiten
   eine (möglichst) aktuelle und (fast) vollständige Übersicht
   Normen, Regeln, Richtlinien, Zulassungen, Merkblätter
   Bauwerksabdichtungen, Abdichtungsarbeiten, Abdichtungen
   einschließlich Regelwerke für Materialien, Produkte, Systeme

:: Regelwerke für Abdichtungsarbeiten bei richtigbauen.de

 

 


Das Thema Bauwerksabdichtungen bewegt viele Bauherren und Bauinteressierte. Leider glaube ich den Forenbeiträgen und separaten Mailanfragen zu entnehmen, dass fließend Wasser im Keller oder ein Dachschaden die Ursachen für das Interesse sind. Wie dem auch sei, bei dem einen liegt das Kind im Brunnen, der andere bekommt ihn schnell noch abgedeckt, bevor es hineinfällt.

Diese Seite befasst sich mit grundlegenden Dingen: Begriffe, Planungsgrundsätze, Tendenzen, Erkenntnisse, Praxis. Ich freue mich bereits bei Eröffnung des Themas, Ihnen kompetente Koautoren und Infopartner präsentieren zu können. Übrigens - durch Ihre Fragen bestimmen Sie mit, wie sich diese Seite entwickelt.

Berlin, März 2002

PS: Wenn ich Presseinformationen von Herstellern wiedergebe, bedeutet das keine Bewerbung. Ich mag nur nicht so tun, als würde ich das Fahrrad neu erfinden. Das, was gut ist, kann ruhig weitergesagt werden. Und außerdem muss ein guter Ingenieur nicht alles wissen - er muss nur wissen, wo alles steht.

Beiträge auf dieser Seite:


Das Flachdach

Ihm steht ein (schlechter) Ruf gegenüber, der eigentlich nicht zu rechtfertigen ist. Sicherlich waren vor nicht allzu langer Zeit viele Flachdächer undicht und sicherlich gibt es auch heute noch eine Menge undichter Flachdächer. Warum ist das so? werden Sie sich fragen. Versuchen wir Antworten zu finden.

Flachdächer kann man grob in zwei Ausführungen unterteilen. Das einschalige nicht belüftete Dach und das zweischalige belüftete Dach. Als Untergruppierung der einschaligen Konstruktionen ist noch das Umkehrdach zu erwähnen, bei dem die Wärmedämmung oberhalb der Abdichtung angeordnet ist.

Der wesentliche Unterschied zwischen einschaligem („Warmdach“) und zweischaligem („Kaltdach“) besteht in der Tatsache, dass hier eine Belüftung der Dämmung entweder stattfindet oder nicht. Beim zweischaligen Dach kann eindiffundierte Feuchtigkeit mit dem Luftstrom abgeführt werden. Das setzt allerdings voraus, dass die Belüftung ausreichend dimensioniert ist, dass sie nicht behindert wird. Behinderungen können z. B. sein: Bäume vor den Lüftungsöffnungen, Rankgewächse an der Fassade, in der Konstruktion quer zur Lüftungsrichtung verlaufende Träger, aufgequollene Wärmedämmungen.

Nachteil: Dämmungen können nur sehr aufwändig verbessert werden.
Vorteil: der sommerliche Wärmeschutz ist, bei funktionierender Lüftung, besser als bei einem einschaligen Dach.

Bei den hauptsächlich im Flachdachbereich eingesetzten einschaligen Dächern handelt es sich um eine Standardkonstruktion. Hier kann bei einer Sanierung ohne weiteres die Dämmstoffdicke erhöht werden. Hierin ist es auch zu begründen, dass gem. der EnEV bei Flachdächern im Zuge einer Sanierung ein U-Wert von 0,25 W/m²xK gefordert wird, wo hingegen beim Steildach weiterhin ein Wert von 0,30 W/m²xK angeordnet ist.

Die Konstruktionen

Flachdächer haben den Vorteil, dass der Arbeitsraum im Gebäudeinneren optimal genutzt werden kann, wobei die Gebäudehöhe je nach Bebauungsplan einfach einzuhalten ist.

Weiterhin sind „leichte“ Konstruktionen möglich. Hier sind insbesondere die Trapezbleche zu nennen, die ohne Probleme Bereiche von 5 m ohne Auflager überspannen können.

Andere Möglichkeiten sind reine Holzkonstruktionen oder Betonflächen. Betonkonstruktionen haben den enormen Vorteil, dass es wesentlich einfacher ist, eine luftdichte Ausführung der Konstruktion zu erstellen. Im Grunde ist sie ja gleich gegeben, während bei Trapezblechen und Holzkonstruktionen die Luftdichtigkeit mit der Dampfbremse /-sperre erreicht werden muß.

Trapezblechdachkonstruktionen und auch Holzkonstruktionen haben den Vorteil, dass es ohne großen technischen Aufwand möglich ist, ein leichtes Gefälle, wie es in den Fachregeln für Abdichtungen mit 2% gefordert ist, auszubilden. Bei Betonflächen muß dieses entweder durch einen Estrich, mit dadurch bedingtem erhöhten Gewicht, oder mittels einer Gefälledämmung erreicht werden.

Dachflächen ohne Gefälle gelten im Sinne der Regeln als Sonderkonstruktionen, die eine erhöhte Anforderung an die Abdichtung gestellt wird.

Der Aufbau

Auf die Unterkonstruktion kommt in der Regel die Dampfbremse /-sperre. Bei Holzkonstruktionen mit Rauspundschalung ist allerdings erst eine Trennlage erforderlich. Sie soll verhindern, dass die Dampfbremse /-sperre bei Bewegungen des Holzes durch Trocknen oder Quellen beschädigt wird.

Als Dampfbremsen oder Dampfsperren empfehlen sich grundsätzlich entsprechende PE-Folien oder Dachbahnen mit je nach Erfordernis unterschiedlichen Trägereinlagen. So muß in der Bauphysik des Flachdachs allerdings beachtet werden, dass die Abdichtungslagen selber dampfdichter sind, als es bei einem Ziegeldach der Fall ist.

Daraus folgt, die Dampfbremsen müssen einen höheren Sperrwert aufweisen. Es gilt auch hier der Grundsatz: von innen nach außen muß die Konstruktion (der Systemaufbau) diffusionsoffener werden. Hier kommen die PE-Folien oft nicht in Frage, bituminöse Abdichtungen haben von Haus aus einen recht hohen Sperrwert.

Dennoch werden Folien oft bei Trapezblechdachkonstruktionen eingesetzt. Ein problematischer Einsatz. Die Folien sind sehr dünn und damit nicht ausreichend geschützt gegen mechanische Beschädigungen während der Ausführungsphase. Die Randbereiche können nur mit Klebern luftdicht angeklebt werden, bei Folien ein Problem. Die Nähte und Stöße der Bahnen müssen untereinander verklebt werden, was im Bereich der Tiefsicken der Trapezbleche nicht immer gelingt.

Hier eignen sich eindeutig bituminöse Dampfsperren besser. Zu erwähnen wäre als Beispiel die G 200 S4 + AL ( Bitumen-Schweißbahn mit 200 g/m² Glasgewebeeinlage + Alu-Band ). Die Nahtverschweißung erfolgt grundsätzlich auf den Obergurten der Bleche. Stöße können recht gut auch über den Tiefsicken ausgebildet werden. Bei der Verlegung auf Trapezblechen muß darauf geachtet werden, dass die Bleche nicht mit dem Schweißbrenner beschädigt werden.

Dachbahnen für das Gieß- und Einrollverfahren mit Heißbitumen sind als Dampfsperren auf Trapezblechen ungeeignet, bei Betonkonstruktionen und bei Holzkonstruktionen mit der Trennlage ausführbar.

Dampfbremsen oder Dampfsperren werden im Randbereich an Attiken oder aufgehende Bauteile grundsätzlich bis zur Oberkante der Dämmungen hochgezogen. Als Dämm-Material eignet sich:Mineralfaser, Polystyrol PS, Expandierters Polystyrol EPS, extrudiertes Polystyrol XPS und.Schaumglas.

Alle Produkte außer dem Schaumglas gibt es sowohl mit einer Wärmeleitgruppe von 035 W/mxK als auch mit 040 W/mxK. Mineralfaserdämmungen haben den Vorteil, dass sie etwas einfacher fugenfrei zu verlegen sind, nicht ausgasen oder Reaktionen mit den Abdichtungen eingehen. Weiterhin tragen sie aufgrund des höheren Gewichtes etwas mehr dem sommerlichen Hitzeschutz und dem Schallschutz bei.

Polystyrole sind leichter und feuchtigkeitsunempfindlicher. Es gibt sie sowohl als Klappbahnen, Rollbahnen oder Plattenware, letztere mit einer Kaschierung oder ohne. Bei Klappbahnen und Rollbahnen kann u. U. die Kaschierung als erste Lage der Abdichtung gezählt und verwendet werden. Extrudiertes Polystyrol gibt es nur als Plattenware unkaschiert. Hier sind Trennlagen zwischen der Dämmung und den Abdichtungen anzuordnen. Extrudiertes Polystyrol kann auch als Umkehrdämmung verwendet werden.

Bei Schaumglas auf Betonkonstruktionen ist eine Dampfsperre nicht erforderlich. Es ist stark druckbelastbar und nach dem Einbau feuchteunempfindlich.

Abdichtungen werden grob in zwei verschiedene Ausführungen unterteilt

  • bituminösen Aufbau
  • Folienaufbau

Bituminöse Aufbauten sind mindestens zweilagig, während die Folienabdichtungen grundsätzlich einlagig ausgeführt werden. Bei den Bitumenbahnen unterscheidet man zwischen den Dachdichtungsbahnen und den Schweißbahnen. Eine weitere Unterteilung gibt es für die „Normalbitumen“-Bahnen, die Elastomerbitumen-Bahnen und die Plastomerbitumen-Bahnen. Normalbitumen“-Bahnen und Elastomerbitumen-Bahnen lassen sich untereinander kombinieren, ebenso wie „Normalbitumen“-Bahnen und Plastomerbitumen-Bahnen. Elastomer- und Plastomerbitumen sollte man nicht kombineren.

Die immer höher werdenen Ansprüche an die Abdichtungen haben dazu geführt, dass die Dachdichtungsbahnen, die ja mit Heißbitumen verklebt werden müssen, mehr und mehr vom Markt verdrängt werden, weil es Elastomer- oder Plastomerbitumen nicht als Blockware gibt. Es würden also hochwertige Bahnen mit „minderwertiger“ Masse verklebt werden.

Ein weiterer Nachteil des Heißbitumens ist, dass das Bitumen im Bereich der Nähte und Stöße der Oberlagen herausquillt und deshalb bei Dachflächen mit einer beschieferten Oberlage ohne zusätzliche Kiesschicht abgestreut werden muß. Die Erfahrung zeigt, dass die nachträglich aufgebrachte Bestreuung nicht lange hält und oftmals zu verstopften Dachabläufen geführt hat. Es ist also ein Trend zu Schweißbahnen erkennbar, die auch technisch ohne viel Equipment zu verarbeiten sind.

Das gilt auch für die Vielzahl an Folienabdichtungen. Hier gibt es die Möglichkeiten des Quellschweißens, des Heißluftschweißens, Nahtbänder, Verklebens und der vorkonfektionierten Folien, die vorgefertigt angeliefert werden und nur noch auf der Dachfläche ausgebreitet werden müssen.

Abichtungsaufbauten werden bei Folien grundsätzlich lose verlegt mit mechanischer Fixierung der Oberlage durch den Aufbau in der Unterkonstruktion oder mit Auflast, wie Kiesschüttungen oder Plattenbelägen oder einer Kombination aus allem.

Bituminöse Aufbauten können lose verlegt werden mit mechanischer Fixierung der Oberlage durch den Aufbau in der Unterkonstruktion, sie können als verklebte Aufbauten ausgeführt werden oder nur mit Auflast oder mit einer Kombinationaus allem. Grundsätzlich müssen die Anforderungen der Windzonen gem. der Regelwerke eingehalten werden.

Als Oberflächenschutz und Auflast eignen sich Kiesschüttungen, Schiefer- oder keramische Bestreuungen, Plattenbeläge, Begrünungen. Kiesschüttungen, Schiefer- oder keramische Bestreuungen und Plattenbeläge erfüllen die Anforderungen als „harte Bedachung“ im Sinne der DIN 4102.

Kiesschüttungen haben den Nachteil, dass sie regelmäßig verschmutzen und dass dadurch der Wasserablauf nachhaltig gestört wird. Das kann wiederum zu unkontrolliertem Pflanzenwuchs führen. Wurzeln können bei nicht den FLL-Richtlinien entsprechenden Aufbauten und Abdichtungs-Materialien zu schweren Schäden führen.

Fazit

Das Flachdach richtig ausgeführt - und nicht mit Billig-Qualitäten abgedichtet - ist sehr langlebig. Standard-Bahnen der meisten Hersteller genügen zwar den Normen, aber nicht mehr den Ansprüchen an ein gutes Dach. Aber Vorsicht – nicht alles, was Hersteller versprechen, können sie auch halten. Hochtrabene Bezeichnungen entpuppen sich bei näherem Hinsehen als mindere Qualität.

Es gibt mittlerweile für nahezu jede Beanspruchung die richtige Qualität. Leider wird es im Zuge der Europäisierung demnächst vollkommen andere Bezeichungen der Materialien im Sinne ihrer Eigenschaften geben. Hier sind die Fachleute gefordert, dem Verbraucher zu helfen und gut zu beraten, ein Laie wird die Qualitätsunterschiede nicht mehr erkennen können.

© 2002 by stefan ibold planungsgruppe dach
von der HWK Bielefeld öbuvSV für das Dachdeckerhandwerk
www.planungsgruppe-dach.de


Das Flachdach heißt eigentlich flach geneigtes Dach, wobei es Sonderkonstruktionen gibt, die ganz ohne Gefälle auskommen. Das ist nicht unproblematisch. Kommt ein Gründach zum Einsatz, ist das schon wieder in Ordnung, dass man kein Gefälle hat.

Gründächer sind von unerhörtem Vorteil: Grünfläche wird geschaffen, sie sind Teil des Regenwasser- Managements, die Oberfläche wirkt schallabsorbierend, der Aufbau schützt die Abdichtung und verlängert somit deren Lebensdauer, sie wirken als Puffer und verbessern somit das Gebäudeklima. Gründächer sind etwas teurer (Investition), aber dafür langlebiger (Amortisation).

Bereits hier im Infobereich:


Neues Abdichtungssystem für Flachdächer

Mit dem neuen Triflex ProTect erweitert Triflex seine Flüssigkunststoffpalette um ein PMMA-Produkt, das als vliesarmierte Flächenabdichtung auf dem Dach zum Einsatz kommt. Der Vorteil: Durch das schnell reaktive Harz ist die Oberfläche bereits nach 30 Minuten regenfest und nach einer Stunde wieder begehbar. Ohne zusätzliche Grundierung haftet die elastische und rissüberbrückende Abdichtung auf über 90 % aller auf dem deutschen Markt üblichen Bitumen- und Kunststoffbahnen. Die mechanisch hoch widerstandsfähige Oberfläche ist verschleißfest und hoch witterungsstabilisiert. Da Triflex ProTect bis –5 °C Untergrundtemperatur verarbeitbar ist, empfiehlt sich dieser Flüssigkunststoff auch für die Anwendung während der kälteren Jahreszeit. Das vielseitig verwendbare Material kann zudem auf Balkonen unter Fremdbelägen, wie zum Beispiel unter Fliesen, eingesetzt werden.

Das neue Abdichtungssystem ist nach dem FLL-Verfahren geprüft und gilt daher als wurzel- und rhizomenfest. Triflex ProTect besitzt ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis und ist damit ein anerkanntes Material im Sinne der Landesbauordnungen.

UP-Harze nur noch 2-komponentig

Neben der Einführung von Triflex ProTect wurden die klassischen Abdichtungsharze für Flachdächer und Balkone, Triflex D und Triflex BT, neu formuliert. Das ungesättigte Polyesterharz wird jetzt als 2-, anstatt als 3-Komponetenprodukt geliefert. Die Vorteile liegen in einer verbesserten Verarbeitungssicherheit mit weniger Gebinden auf der Baustelle. Beim Anmischen entfallen 15 Minuten Wartezeit bei sonst gleicher Handhabung der Produkte.

Hersteller: Triflex, www.triflex.de, Datum: 24.09.2002


Sicherheitseinrichtung

Es ist vielfach festzustellen, dass im Rahmen der Planung von z.B. Flachdächern auf die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen verzichtet wird, z.T. mangels Kenntnis der rechtlichen Belange, z. T. aus Kostengründen. Nachfolgend stellen wir Ihnen den rechtlichen Hintergrund zusammen :

Gemäß DIN 4426 - Sicherheitseinrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen, Absturzsicherungen,
gültig seit 1. April 1990, heißt es unter Punkt 1 :

"Diese Norm gilt für Sicherheitseinrichtungen und für Vorrichtungen zu deren Anbringung zur Instandhaltung baulicher Anlagen - Absturzsicherungen - , wie sie nach UVV Bauarbeiten (VBG37) für Dachbauarbeiten
sowie für bestimmte Arbeiten auf Dächern notwendig sind."

Unter Punkt 2.2.1 wird der Begriff Instandhaltung definiert : "Zur Instandhaltung zählen alle Arbeiten und Maßnahmen, die zur Bewahrung und Wiederherstellung des Soll-Zustandes sowie zur Feststellung und
Beurteilung des Ist-Zustandes einer baulichen Anlage erforderlich sind (aus : DIN 31051/01.85)".

Gemäß Punkt 3 - Sicherheitstechnische Anforderungen, Punkt 3.2 Dächer, 3.2.1 Dächer unter 20° Dachneigung, gilt folgendes :

3.2.1.1 "Für die vom Dach aus vorzunehmenden Arbeiten und die hierzu erforderlichen Verkehrswege sind Vorrichtungen zum Anbringen von Umwehrungen an den Absturzkanten dauerhaft in die bauliche Anlage einzubauen. Von diesen Vorrichtungen darf abgesehen werden, wenn - Brüstungen von min. 1,00 m Höhe oder
- Anschlageinrichtungen für die Verwendung von Sicherheitsgeschirren vorhanden sind...

3.2.1.4 An Verkehrswegen müssen die Anschlagpunkte mitlaufend ausgeführt sein."

Quelle: BBG News Dezember 2002
Die BBG News können Sie hier bestellen: www.bbg-direkt.de

Ergänzung vom 05.05.2004:
"... die Information aus den BBG-News "Sicherheitseinrichtungen" unter Bautechnik - Falchdach ist falsch. Die zitierte Norm war bereits bei, Verfassen der News aktualisiert, Ausgabe 09-2001. Zitiert wurde allerdings aus Ausgabe 1990. Diese Norm hat sich grundlegend geändert und ist nur anwendbar bei Dauerhaften Arbeitsplätzten und Verkehrswegen auf Flachdächern. Nicht bei vorübergehend eingerichteten Verkehrswegen. Auch die Zitate sind falsch." zugesandt von Hr. D. Schneider, Architekturbüro, Stegaurach


Sicherung des Dachaufbaus
gegen Abheben durch Windkräfte

Vorgaben aus:

  • DIN 1055
  • Flachdachrichtlinien
  • abc der Dachbahnen

Ausführungsarten (geschlossene Gebäude bis 20 m Höhe)

  • ohne Auflast
    • vollflächige Verklebung der Oberlage
      • Heißverklebung (Schweißverfahren, Gießverfahren)
      • Bitumenkaltkleber
      • PU-Kaltkleber
    • mechanische Befestigung der 1. Lage
      • Nagelung
      • Befestigungselemente
  • mit Auflast (bei loser Verlegung der 1. Lage)
    • 5 cm Kiesschüttung 16/32 in Kombination mit: wie vor
    • im Eckbereich Plattenbeläge mind. 40 x 40 x  4 cm
    • Betonplatten max. 2,5 x 5,0 x 0,10 m


Fachgerechte Wandanschlüsse

Vorgaben aus:

  • Flachdachrichtlinien
  • abc der Dachbahnen

eine fachgerechte Detailausbildung (An- und Abschlüsse der einzelnen Lagen)
ist erforderlich an:

  • Dachrändern
  • aufgehenden Bauteilen
  • Durchdringungen

Grundsätze hierbei

  • Anschlussbereiche stets für Wartung und Überprüfung zugänglich ausbilden
  • Durchdringungen, An- und Abschlüsse dürfen keine Luft durchlassen
  • Durchdringungen, An- und Abschlüsse aus der wasserführenden Zone herausheben
  • Durchdringungen, An- und Abschlüsse wasserdicht und mech./thermisch beanspruchbar ausbilden
  • An- und Abschlüsse materialgleich zur Dachabdichtung ausbilden
    • sonst: untereinander verträglich sowie uneingeschränkt und dauerhaft geeignet
  • Anschlusshöhe ist von der Dachneigung abhängig
    • bis 5° Neigung: 15 cm über Belag/Kiesschüttung
    • bei mehr als 5° Neigung: 10 cm über Belag/Kiesschüttung
    • Ausnahmen für schneereiche Gebiete

    Weitere Details

  • Anschlüsse mindestens 2-lagig verlegen
  • empfohlenes Material: Polymerbitumenbahnen, für die obere Lage mit Beschieferung
  • am Übergang Dach - Wand mit Keil ausbilden (z.B. Dämmstoff)
  • untere Abdichtungsbahn nicht aus der Abdichtungs- in die Anschlussebene hochführen (abgesetzt)
  • bei Anschlusshöhen über 50 cm die bahnen in der Vertikalen unterteilen und abrutschsicher befestigen
  • bei Verwendung von Bitumenbahnen den Anschlussbereich vorstreichen
  • das Mauerwerk muss eine ebene Oberfläche haben, auch Beton muss glatt und eben sein
  • keine Nester, keine ausgebrochenen Kanten
  • Klemmschienen zum Schutz gegen Regenwasser und gegen Abrutschen
  • Klemmschienen so biegesteif, dass die Anschlussbahnen gleichmäßig angedrückt werden
  • Befestigungsabstand der Klemmschienen < 20 cm
  • alternativ: Überhangstreifen
  • Fugen dehnungsfrei ausbilden
  • es darf kein Regenwasser hinter die Anschlüsse laufen
  • Einbau von Trennstreifen bei beweglichem Anschlussbereich


Kostenvergleich: Sanierung - Aufsattelung

  Ausführungs-
variante
Kosten je m2
Gebäudegrundfläche
Beispiel 1 Flachdachfläche
2-lagig überarbeiten

78,- DM

Beispiel 2 Flachdachfläche
komplett sanieren

207,- DM

Beispiel 3 Flachdach aufgesattelt, Deckung mit:
a) Betondachsteinen
b) Zinkstehfalzplatten


374,- DM
491,- DM

Quelle:
Halten Sie Ihre Kosten flach
Flache Dächer wirtschaftlich sanieren, S. 3
Amerkung: ein konkreter, detaillierter Kostenvergleich steht auf S. 9
Hrsg.: vdd Industrieverband Bitumen- Dach- und Dichtungsbahnen e.V.
im Internet: www.vdd-bitumen.de
Links im Infobereich: LinklistenBau bei DIMaGB.de: Dach


Neue Norm für Bitumenbahnen mit Trägereinlage für Dachabdichtungen
Europ. Norm für Bitumenbahnen kommt - Vedag rüstet sich

in diesen Tagen wird der seit Jahren in den deutschen und europäischen Normenausschüssen diskutierte Normenentwurf "prEN 13707 - Abdichtungsbahnen - Bitumenbahnen mit Trägereinlage für Dachabdichtungen - Definitionen und Eigenschaften" zur europaweiten Schlussabstimmung eingereicht. Mit dem Erscheinen des Weißdrucks und der Veröffentlichung als DIN EN 13707 ist noch im ersten Halbjahr 2003 zu rechnen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, die Produkte mit einem CE-Zeichen zu versehen und europaweit zu handeln.

Neu ist unter anderem gegenüber den bisherigen deutschen Produktnormen die zum Erhalt des CE-Zeichens zwingend vorgeschriebene Deklaration des Verhaltens gegenüber Brandbeanspruchung von außen nach der europ. Vornorm ENV 1187.

Vedag hat zur Erfüllung der Anforderungen der ENV 1187 die als Oberlagen eingesetzten Polymerbitumenbahnen verbessert, um den künftigen gesetzlichen Bestimmungen frühzeitig gerecht zu werden. Die Umstellung auf die geänderte Ausrüstung ist aus logistischen Gründen für alle Oberlagen auf "einen Schlag" erforderlich. Als Termin ist der 1. April 2003 vorgesehen. Die maschinentechnischen Umbauten in den Dachbahnenanlagen der Vedag erfolgen deshalb in der im absatzschwachen 1. Quartal üblichen Wartungs- und Stillstandsphase.

Damit werden ab dem 2. Quartal die als Oberlage eingesetzten Polymerbitumenbahnen mit dem CE-Zeichen ausgeliefert. Selbstverständlich besitzen auch diese Produkte die weiter in Deutschland nach den Landesbauordnungen erforderliche Einstufung als harte Bedachung, geprüft nach DIN 4102-7.

Quelle: Presseinfo vom 16.01.2003
Vedag GmbH
Flinschstr. 10-16
D-60388 Frankfurt/Main
www.vedag.info
mailto:c.kaufmann@vedag.com


Neues abc der Bitumenbahnen erschienen
Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen
mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen

abc der Bitumenbahnen
Ausgabe November 2002

Die "Bibel" für alle Dachprofis mit aktuellen Normen, Verarbeitungsrichtlinien etc. liegt nunmehr in komplett überarbeiteter Fassung vor.

Das auf mehr als 50 Jahre Tradition zurückblickende "abc der Bitumenbahnen" wurde umfangreich aktualisiert und ist mittlerweile über 200 Seiten stark. Lesen Sie, was sich geändert hat und fordern Sie jetzt Ihr kostenloses Exemplar an.

zur Website des vdd bitte hier klicken

Quelle: Presseinfo vom 19.02.2003
Vedag GmbH
Flinschstr. 10-16
D-60388 Frankfurt/Main
www.vedag.info
mailto:c.kaufmann@vedag.com


Wirtschaftliche Dachsanierung
Es geht auch ohne Abriß
Flachdachsanierung mit Qualitätsbahnen von Icopal

Nicht immer wird gleich eine Kompletterneuerung mit Abriß erforderlich, wenn ein Flachdach undicht ist, so der Dachspezialist Icopal GmbH, Werne/Saarwellingen. Die Sanierung mit Spezialbahnen aus Elastomerbitumen ist eine kostengünstige und zudem umweltschonende Alternative. Es sollte dabei allerdings immer auch über eine Optimierung der Wärmedämmung beziehungsweise eine Gefälledämmung und das Anlegen eines Gründachs nachgedacht werden.

Risse, Undichtigkeiten oder Versprödungen der Dachhaut sind mit Wunden vergleichbar. Durch sie kann Wasser in das Dach eindringen. Konsequenz ist der zunehmende Verlust der Wärmedämmwirkung und eine Durchnässung der Dachschichten. Dies führt zur Beeinträchtigung der Wohnqualität und zur Wertminderung des Gebäudes. Zur Heilung der kränkelnden oder gar maroden Dachhaut muß aber nicht gleich der gesamte Aufbau entfernt werden. Häufig genügt es, das Dach mit einem "Überzug" aus geeigneten Sanierungsbahnen für die nächsten Jahrzehnte sicher zu schützen.

Der alte Dachaufbau wird hierbei als Basis genutzt und muß nicht teuer entsorgt werden. Das entlastet die Deponien und damit die Umwelt. Diese Lösung ist außerdem auch wesentlich günstiger als eine teure Aufsattelung, die ohnehin nur durchgeführt werden sollte, wenn zusätzlicher Raum benötigt wird.

Bevor jedoch mit einer Dachsanierung begonnen werden kann, sollte jedes Dach kritisch bei einer Bestandsaufnahme unter die Lupe genommen werden. Nur der Fachmann kann erkennen, ob die Dachabdichtung bauphysikalisch noch in Ordnung oder ob tatsächlich ein Abriß und kompletter Neuaufbau erforderlich ist. Wenn die Funktion noch stimmt, aber mehr als ein Viertel der Fläche neu abgedichtet werden soll, schreibt der Gesetzgeber überdies eine Anpassung an die geltende Wärmeschutzverordnung vor. Das kann am leichtesten durch eine zusätzliche Dämmschicht geschehen.

Ist die Bauphysik in Ordnung und die Dämmung ausreichend dimensioniert, steht einer Flächensanierung nichts mehr im Wege. Eine kostengünstige und langfristig sichere Lösung sind spezielle Sanierungsbahnen aus Elastomerbitumen. Sowohl für die Sanierung als auch für die Dämmung bietet Icopal eine breite Palette bewährter Systemprodukte an.

So wurden beispielsweise die Bahnen mit Therm-Profilen speziell für die Sanierung konzipiert. Zwischen den Profilen kann sich Feuchtigkeit, die in einem alten Dachbelag meistens vorhanden ist, ausdehnen, ohne Blasen zu bilden und neuen Schaden anzurichten. Ist der Dachbelag wie bei einem Kiespreßdach rauh und uneben, sorgt die Spezialbahn VENTI-PLUS-DUO mit ihrem unterseitigen Geflecht nicht nur für den Niveau-Ausgleich. Bei dieser Bahn wird die eingeschlossene Feuchtigkeit über Lüfter abgeführt und das Dach langfristig ausgetrocknet.

Bei jeder Dachsanierung sollte geprüft werden, ob
der Wärmeschutz mit einer zusätzlichen Dämmschicht optimiert werden kann. Das spart Heizenergie und schont die Umwelt. Zur Nachdämmung empfiehlt der Dachbahnenspezialist die Klappdämmbahnen POLAR-EPS oder für Gründächer GRÜNPLAST®-EPS. Bei beiden wird bereits werkseitig die erste Abdichtungslage auf die Dämmung aufgebracht. Das spart einen Arbeitsgang auf dem Dach und macht die Verlegung schneller und sicherer. Bei Dächern ohne Neigung, sogenannten Nulldächern, sollte im Rahmen einer Nachdämmung eine Gefälledämmung eingebaut werden. Damit wird die notwendige Dachneigung erreicht, um das Regenwasser zügig in die eingebauten Gullys abzuleiten. Vorteil: Es bilden sich keine Pfützen oder Ablagerungen mehr.

Das Anlegen eines Gründachs ist die wohl kreativste Form der Sanierung flacher oder flachgeneigter Dächer. Ein begrüntes Dach sieht nicht nur gut aus, es schützt vor Sonneneinstrahlung, speichert Regenwasser und spart damit gegebenenfalls Abwassergebühren - und nebenbei auch Heizkosten durch die zusätzliche Wärmedämmwirkung. Außerdem reduziert ein Gründach Temperaturschwankungen und negative Umwelteinflüsse auf die Abdichtung und verlängert so die Lebensdauer beträchtlich.

Mit dem durchwurzelungsfesten Abdichtungspaket GRÜN 2000 und dem extensiven Begrünungssystem ICOFLOR® läßt sich Grün auf dem Dach leicht realisieren. Vor dem Anlegen eines Gründachs ist immer die Statik zu prüfen. Wenn sie vorher auf einen Kiesbelag ausgelegt war, wie dies in der Regel der Fall ist, steht einer pflegearmen Begrünung mit ICOFLOR® nichts im Wege, denn sie ist selbst in wassergesättigtem Zustand leichter als Kies.

Ausführliches Informationsmaterial über das Produktprogramm und die Abdichtung von Flachdächern erhalten Sie kostenlos bei der
Icopal GmbH
Postfach 1351, 59356 Werne
Telefon (0 23 89) 79 70-0
per Fax (0 23 89) 79 70 20
oder per E-Mail icopal@icopal.de
www.icopal.de


Flachdach-Inspektion
Wartungsverträge fürs Flachdach
Keine Probleme mit dem Flachdach bei Check im Frühjahr und Herbst

Dächer bekommen Wind und Wetter stärker zu spüren als andere Außenbauteile des Hauses. Regen und Schnee, aber auch Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen setzen besonders der Abdichtung zu. Kann der Hausbesitzer beim Steildach einen fehlenden Dachziegel rasch erkennen und entsprechend reagieren, werden Schäden auf dem Flachdach leicht übersehen; bis sie sich im Haus selbst unangenehm bemerkbar machen.

Beratung.jpg (7980 bytes)Das Flachdach bleibt dann lange dicht, wenn es regelmäßig überprüft und vom Fachmann gewartet wird. Ein Dachdecker kann mögliche Problemstellen früher erkennen als der Laie und gleich die richtigen Maßnahmen ergreifen. Leider gibt es noch immer viel zu wenige Flachdachbesitzer, die das Dach ebenso regelmäßig inspizieren lassen wie zum Beispiel ihr Auto.

Durch einen Wartungsvertrag, der mit dem ortsansässigen Dachdeckermeisterbetrieb geschlossen werden kann, ist gesichert, dass die notwendigen Inspektionen fachgerecht durchgeführt werden. Zweimal im Jahr wird dann die Dachfläche - jeweils vor und nach dem Winter - vom Fachmann unter die Lupe genommen. Ein Zustandsbericht klärt den Bauherrn darüber auf, wie es um sein Dach bestellt ist und ob konkrete Instandsetzungsarbeiten anstehen. Kleinere Schadstellen werden bei der Überprüfung gleich mit beseitigt.

Voraussetzung für ein dichtes Dach ist aber nach wie vor eine sorgfältige Planung, der Einsatz hochwertiger Produkte und die fachgerechte Verlegung. Ein professionell erstelltes Flachdach bleibt durch regelmäßige Wartung und Pflege viele Jahrzehnte dicht.

Kostenfrei gibt es hierzu Informationen bei der
Icopal GmbH
Postfach 1351, 59356 Werne
Telefon (0 23 89) 79 70-0
per Fax (0 23 89) 79 70 20
oder per E-Mail icopal@icopal.de


Der Frühling ist da! Im Oberstübchen alles dicht?
Jetzt Flachdach-Inspektion durchführen

Das Dach ist der Teil des Hauses, der am stärksten der Witterung ausgesetzt ist. Deshalb jetzt eine Flachdach-Inspektion ausführen lassen! Täglich muss ein Dach Temperaturwechsel Regen, Hagel, Stürme oder Sonne aushalten. Eine Prüfung im Herbst auf Winterfestigkeit und ein „Fitness-Check“ im Frühjahr: Mehr braucht ein Flachdach nicht, um lange dicht zu bleiben. Regelmäßige Wartung ist daher für ein Flachdach ein unbedingtes Muss. Ein Fachmann kann diese Flachdach-Inspektion zuverlässig ausführen und erkennt Schäden, bevor daraus größere Probleme werden können – und das zu einem Preis, der günstiger als eine Autoinspektion ist.

Zweimal jährlich sollte ein Kontrollgang über das mit Bitumen- und Polymerbitumenbahnen abgedichtet Flachdach stattfinden. Gullys, Dachrinnen, Fallrohre und Laubfänge müssen gereinigt sowie Schmutz, Kiesverwehungen und ungewollter Bewuchs auf dem Dach entfernt werden. Bei Gründächern sind die Randstreifen freizuhalten. An- und Abschlüsse sollten ebenso kontrolliert werden wie die Funktionstüchtigkeit der Abdichtungen. Eine Überprüfung sämtlicher Anschlüsse, Versiegelungen und Bewegungsfugen ist notwendig. Außerdem muss bei zweischaligen Dachkonstruktionen die Funktion von Be- und Entlüftungsöffnungen sichergestellt sein. Am sichersten ist, einen Wartungsvertrag mit einem Dachdecker-Meisterbetrieb abzuschließen. Dieser führt den Flachdach-Check professionell aus und erledigt notwendige Instandsetzungsarbeiten. So ist gewährleistet, dass nichts vergessen wird und einer langen Lebensdauer des Flachdaches nichts im Wege steht.

Als sichere Abdichtungswerkstoffe haben sich Bitumen- und Polymerbitumenbahnen seit vielen Jahrzehnten als erste Wahl bei Bauherren bewährt. Überzeugen Sie sich selbst von den vorbildlichen Eigenschaften der Bitumenbahnen. Infos und Broschüren gibt’s kostenlos per Mausklick unter www.derdichtebau.de

Pressemitteilung vdd, 01.05.2004
Anmerkung DIMaGB: dies gilt alle Jahre wieder.


Sanierung eines Wohn- und Geschäftsgebäudes

Bei der Sanierung von Flachdächern muss der Planer wesentliche Aspekte beachten. Keine Sanierung gleicht der anderen, jede stellt ihre speziellen Anforderungen an Planer und Handwerker und erfordert eine individuelle Beratungsleistung. Die Maßnahmen sind abhängig von den getroffenen Vorüberlegungen und von den Zielen, die der Bauherr mit einer Sanierung verfolgt. Von Anfang an spielt dabei die Wahl des richtigen Abdichtungsmaterials eine große Rolle.

Flachdachsanierungen können aus ganz unterschiedlichen Gründen notwendig werden. Ist das Dach in die Jahre gekommen, haben also die Abdichtungsmaterialien ein bestimmtes Alter erreicht, dient die Sanierung dazu, die Dichtheit des Daches zuverlässig wieder herzustellen.

Sanierung eines Wohn- und Geschäftsgebäudes
Wasserschäden waren der Grund für die Sanierungsmaßnahmen an einem 1981 erbauten Flachdachgebäude in Hückelhoven, das als Wohn- und Geschäftshaus genutzt wird. Neben einem Textil- und einem Supermarkt im Erdgeschoss befinden sich im Haus sechs Arztpraxen im ersten und zweiten Stock sowie vier Wohnungen im Dachgeschoss. Das Flachdach mit einer Fläche von 370 qm war als gefälleloses Dach mit folgendem Aufbau hergestellt: PE-Folie, 80 mm EPS-Dämmung, PE-Folie, PVC-Abdichtungsbahn. Nachdem im Dachgeschoss Wasserschäden festgestellt wurden, hervorgerufen durch einen nicht mehr funktionstüchtigen Dachaufbau, entschied sich der Eigentümer zur Komplettsanierung. Zunächst holte er bei Dachdeckern Angebote zur Sanierung ein. Da jedoch verschiedene Sanierungsmöglichkeiten angeboten wurden und ein Vergleich für ihn nur schwer möglich war, entschied er, das Architekturbüro Enning aus Düsseldorf mit der Planung der Sanierung zu beauftragen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit kam es für ihn nicht in Frage, das Flachdach durch ein Satteldach zu ersetzen. Den Kostenvergleich einer Sanierung im Vergleich zur Aufsattelung zeigt die nebenstehende Tabelle. Man entschied sich für die Sanierung des Daches mit einem zweilagigen Polymerbitumenbahnenaufbau. Zu dieser Entscheidung trugen nicht nur wirtschaftliche Aspekte bei, sondern auch der Wunsch des Bauherrn nach einer qualitativ hochwertigen Lösung. Gerade weil das Dach der Teil des Gebäudes ist, der der Witterung, wie starken Temperaturwechseln, Hagel, Regen, Sonne und Stürmen, am stärksten trotzen muss. Polymerbitumenbahnen haben sich aufgrund ihrer herausragenden positiven Eigenschaften seit Jahrzehnten bei der Abdichtung von Flachdächern bewährt. Dazu zählen vor allem:

o die geringe Temperaturempfindlichkeit
o die gute Wärmestandfestigkeit, auch unter Berücksichtigung schroffer Temperaturwechsel,
    wie z.B. Gewitter mit Hagelschlag an einem heißen Sommertag
o die sehr gute Kälteflexibilität
o das ausgeprägte elastische Verhalten
o die hohe mechanische Belastbarkeit
o die lange Lebens-/Nutzungsdauer mit hoher Witterungs- und Alterungsbeständigkeit
o sowie eine ausgezeichnete Verarbeitbarkeit.

Die Sanierung wurde in mehreren Schritten durchgeführt:

1. Zunächst wurde der alte Dachaufbau komplett bis auf die Betondecke abgeräumt. Dazu wurde die Kiesschüttung entfernt, dann folgten Wandanschlüsse und Dachrandprofile und der Ausbau der Dachgullys und Lüfter.

2. Anschließend wurde ein Kaltbitumen-Voranstrich auf die Betonfläche aufgebracht.

3. Darauf wurde eine Polymerbitumen-Dampfsperrbahn aufgeschweißt.

4. Um dem Dach ein Gefälle von 2 % zu geben, hatte der Architekt eine Gefälledämmung vorgesehen, die auf die Dampfsperrbahn geklebt wurde.


5. Die zweilagige Abdichtung oberhalb der Dämmung besteht aus einer kaltselbstklebenden Polymerbitumenbahn als erste Lage der Abdichtung und einer beschieferten Polymerbitumen-Schweißbahn als Oberlage.

Im Zuge der Sanierung wurde auch überlegt, das Dach als extensives Gründach zu nutzen. Diese Möglichkeit wurde jedoch nicht realisiert, da das Gebäude eine verhältnismäßig hohe Zahl von Durchdringungen wie Lichtkuppeln, Lüfter etc. auf der Dachfläche aufweist.

Mit der Sanierung des Flachdaches unter Einsatz von Polymerbitumenbahnen wurden alle Vorgaben des Bauherren erfüllt. Der optische Charakter des Gebäudes wurde erhalten und nicht durch Aufsatteln eines Steildaches verändert. Durch den Einsatz hochwertiger Produkte ist eine lange Lebensdauer des sanierten Daches garantiert. Und die Sanierung mit belastbaren Bitumenbahnen ist kurz- wie langfristig gesehen eindeutig die wirtschaftlichste Lösung.

Info- und Serivce-Portal hilft weiter
Bei der Abdichtung von Flachdächern haben sich Bitumen- und Polymerbitumenbahnen seit vielen Jahrzehnten als erste Wahl bei Bauprofis bewährt. Überzeugen Sie sich selbst von den vorbildlichen Eigenschaften der Bitumenbahnen. Infos und Broschüren gibt es kostenlos per Mausklick unter www.derdichtebau.de oder direkt vom vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V., Tel. 069 2556-1314.

Quelle: Pressemitteilung vdd, 28.12.2004
www.derdichtebau.de


Die richtige Entscheidung bei der Erneuerung eines Flachdaches

Bei der Sanierung von Flachdächern muss der Planer wesentliche Aspekte beachten. Keine Sanierung gleicht der anderen, jede stellt ihre speziellen Anforderungen an Planer und Handwerker und erfordert eine individuelle Beratungsleistung. Die Maßnahmen sind abhängig von den getroffenen Vorüberlegungen und von den Zielen, die der Bauherr mit einer Sanierung verfolgt. Von Anfang an spielt dabei die Wahl des richtigen Abdichtungsmaterials eine große Rolle.

Flachdachsanierungen können aus ganz unter-schiedlichen Gründen notwendig werden. Ist das Dach in die Jahre gekommen, haben also die Abdichtungsmaterialien ein bestimmtes Alter erreicht, dient die Sanierung dazu, die Dichtheit des Daches zuverlässig wieder herzustellen. Dies ist mit den heute zur Verfügung stehenden Materialien problemlos für mehrere Jahrzehnte möglich. Nicht immer muss jedoch ein schadhaftes Dach die Ursache sein. Auch der Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum kann der Grund für die Sanierung eines Daches sein. Gerade hier hat der Architekt gute Möglichkeiten die Wünsche des Bauherrn zu verwirklichen.

Der Weg zur optimalen Lösung

Eine fachmännisch geplante Flachdachsanierung beginnt mit der Feststellung des Ist-Zustandes. Erst wenn der Status quo des Daches festgehalten ist, kann über die zu treffenden Sanierungs-maßnahmen entschieden werden. Dabei sollten die unterschiedlichen Abdichtungssysteme mit ihren Besonderheiten besonders kritisch unter die Lupe genommen werden. Nur so kann das Dach danach für Jahrzehnte auch stärksten Beanspruchungen Stand halten. Die Wahl des Abdichtungsmaterials spielt dabei eine große Rolle. Polymerbitumen- und Bitumenbahnen haben sich seit Jahren bewährt. Sie halten selbst extremen Witterungsbedingungen stand – zum Beispiel Hagelschlag – und haben eine lange Lebensdauer.

Schäden erkennen und richtig sanieren

Schäden in der Dachhaut führen zu eindringendem Wasser, das je nach Grad der Schädigung die komplette Dach-konstruktion in Mitleidenschaft ziehen kann. Je nach Alter und Zustand des Daches ist irgendwann der Zeitpunkt erreicht, an dem eine Sanierung der gesamten Dachfläche die wirtschaftlichste Lösung darstellt. Dabei haben sich die Methoden zur Sanierung von Flachdächern grundlegend geändert. Heutzutage wird der alte Dachaufbau, solange es nur irgendwie möglich ist, auf dem Gebäude belassen. Die sogenannte Kahlschlag-Sanierung, also die vollständige Demontage eines schadhaften Daches und dessen kompletter Neuaufbau, wird inzwischen kaum noch praktiziert. Stattdessen werden die dichtungstechnischen und bauphysikalischen Defizite des Altdachs mit ergänzenden, zusätzlichen Schichtenkombinationen behoben. Dies gilt auch, wenn bei der Prüfung der bestehenden Abdichtungsschichten eine durchfeuchtete Dämmschicht festgestellt wird. Führte dies in der Vergangenheit in der Regel dazu, dass das alte Dach bis auf die Dampfsperre abgeräumt wurde, so ist dies nach neueren Untersuchungen des AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen) zu substanzerhaltenden Flachdachsanierungen nicht mehr erforderlich. Der durchfeuchtete Schichtenaufbau kann in vielen Fällen auf dem Dach verbleiben. Diese Sanierungsmethode ist sowohl technisch praktikabel, da sich für das Dach daraus keine technischen Funktionseinschränkungen ergeben, als auch wirtschaftlich interessant, da keine Kosten für Abriss und Entsorgung anfallen. Ein Totalabriss ist nur in wenigen Fällen notwendig, z.B. wenn der Bauzustand derart mangelhaft ist, dass die Statik des Gebäudes neue Dichtungsschichten nicht mehr tragen kann. Bei allen Sanierungsvarianten sollte unbedingt ein ausreichendes Gefälle zur Ableitung des Niederschlagswassers eingeplant werden. Abhängig vom Ergebnis der Bestandsaufnahme sind gegebenenfalls Trenn- beziehungsweise Ausgleichsschichten einzuplanen. Die Funktion der Ausgleichsschicht kann auch von einer speziellen Wärmedämmung übernommen werden. Für alle Sanierungsvarianten, bei denen das alte Abdichtungspaket auf dem Dach verbleiben kann, ist zu beachten, dass sich durch zusätzliche Abdichtungslagen das zu tragende Gewicht für die Dachkonstruktion erhöht. Deshalb muss überprüft werden, ob die Tragfähigkeit der Konstruktion für die erhöhte Dachlast ausreicht. Ebenfalls muss der Planer darauf achten, dass bei der Aufbringung von neuen Dämmschichten die vorgegebene Attikahöhe eingehalten wird. Zur Abdichtung des Daches ist eine zweilagige Verlegung von Polymerbitumen- und Bitumenbahnen empfehlenswert. Hier ist neben weiteren Gegebenheiten u.a. die DIN 1055-4 zu beachten. Sie regelt die Sicherung der Bahnen gegen Abheben durch Windsog. Die einschlägigen Fachregeln wie z.B. "Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen – abc der Bitumenbahnen" sowie die jeweiligen Herstellervorschriften sind bei der Planung der Abdichtung eine wertvolle Arbeitshilfe.

Neue Energieeinsparverordnung – ein wichtiges Thema

Mit der Sanierung eines Daches bietet sich gleichzeitig die Möglichkeit, einen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs und damit für die Umwelt zu leisten. Die gesetzlichen Anforderungen an die Wärmedämmung sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Besonders die am 01. Februar 2002 in Kraft getretene "Verordnung über Energie sparenden Wärmeschutz und Energie sparende Anlagentechnik bei Gebäuden" – die EnEV – macht in vielen Fällen eine Verbesserung der Dämmung notwendig. Neben der EnEV wird die geforderte Luftdichtigkeit von Bauteilen und Anschlüssen in der DIN 4108 – Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele – geregelt. Der Architekt muss bei der Einplanung des Wärmeschutzes die Sicherung eines behaglichen Raum- und Arbeitsklimas berücksichtigen. Ebenso muss der Schutz der Baukonstruktion vor Schäden durch Temperaturspannungen und Tauwasserbildung sicher gestellt sein. Die wirtschaftliche Lösung Anlass zur Erneuerung von Dächern kann auch der Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum sein. Aus mehreren Gründen ist in diesen Fällen die Aufstockung mit einem neuen Flachdach der Aufsattelung vorzuziehen. Wer heutzutage ein Flachdach plant, dem stehen mit Polymerbitumenbahnen moderne und zuverlässige Baustoffe zur Verfügung, die bei Planern und Verarbeitern keine Wünsche offen lassen. Aber nicht nur in Bezug auf die Dichtigkeit kann ein Flachdach überzeugen. Auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist die "flache Lösung" die bessere Alternative. Bei einer Aufsattelung schmilzt der neu geschaffene Wohnraum aufgrund gesetzlicher Bestimmungen auf ein Minimum zusammen und der zusätzliche Raum wird oft nur als teurer Speicherraum genutzt. Bei einer Aufstockung steht die volle Deckenhöhe auf der gesamten Raumfläche zur Verfügung. Der Raum wird nicht durch Dachschrägen eingeschränkt und kann in vollem Umfang genutzt werden. Das Flachdach kann zudem als Dachterrasse umfunktioniert werden und so zur Steigerung der Wohnqualität beitragen. Dies gilt auch, wenn nur ein Teil des Daches um eine Etage erhöht wird. Die Beanspruchung von Dächern steigt Doch nicht nur unter diesen Aspekten stellen flache Dächer mit einer Abdichtung aus Polymerbitumen- und Bitumenbahnen die wirtschaftlichste Lösung dar. Auch unter dem Aspekt der sich verändernden klimatischen Bedingungen sind diese Materialien eine gute Wahl. Hier sind Architekten und Planer ganz besonders gefordert, die zukünftig starken Beanspruchungen durch extreme Wetterereignisse wie Hagelschlag, Sturm und Starkregen zu berücksichtigen. Gerade das Bauteil "Dach" wird zukünftig einiges aushalten müssen. Hier machen sich dann Wahl und Langzeitqualität des Baumaterials erst richtig bemerkbar. Steht ein Dach zur Sanierung an, besteht die große Chance, es durch den Einsatz qualitativ hochwertiger Materialien bereits heute für zukünftige Beanspruchungen langzeitsicher abzudichten. Prima Klima auf dem Dach Anstelle eines schweren Oberflächenschutzes kann im Zuge der Sanierung auch eine Dachbegrünung eingeplant werden. Diese bietet neben zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten auch einen Beitrag zur Verbesserung der städtischen Lebensbedingungen. In Deutschland sind rund zwölf Prozent der Bodenfläche versiegelt, die bei Regen Kanalisation, Kläranlagen und Flüsse zusätzlich belasten, anstatt im natürlichen Kreislauf zu versickern und zu verdunsten. Die Folgen: Hochwasser, fallende Grundwasser-spiegel und überhitztes Stadtklima. Begrünte Dächer hingegen halten Niederschläge zurück, Regenwasser wird gespeichert und zeitverzögert abgeleitet. Und nicht nur das: In den Ballungsräumen verbessern Dachbegrünungen das Mikroklima: Pflanzen verdunsten Regenwasser, es entsteht Verdunstungskälte, die das Stadtklima kühlt. Staub wird aus der Luft gefiltert und lagert sich an die Pflanzenteile an. Ein weiterer Vorteil: Pflanzen und Substratschicht schützen die Abdichtung vor schädigenden UV-Strahlen und großen Temperaturschwankungen und verlängern so ihre Lebensdauer. Fazit Am Beginn einer Sanierungsmaßnahme muss für den Planer zunächst einmal die Feststellung des Status quo stehen. Erst wenn er den Zustand des entsprechenden Flachdaches beurteilen kann und weiß, welche Anforderungen zukünftig gestellt werden, kann er eine sinnvolle Sanierung planen. Die erforderlichen Maßnahmen orientieren sich an dem Ergebnis der Bestandsaufnahme, an den Anforderungen der EnEV und natürlich an den Wünschen des Bauherrn. Mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen stehen dem Architekten dabei Materialien zur Verfügung, mit denen er in der Planung flexibel bleibt, gleichzeitig aber ein dauerhaft dichtes Dach gewährleistet. Sie trotzen selbst extremen Belastungen und Umwelteinflüssen und sind unempfindlich gegen mechanische Belastungen. Ausführliche Informationen zum Thema Flachdach bei Neubau und Sanierung hält der vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. auf der Internetseite www.derdichtebau.de bereit. Dort können u.a. die Broschüren "Halten Sie die Kosten flach – Flache Dächer wirtschaftlich sanieren" und "Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen" kostenlos bestellt werden.

Pressemitteilung vdd, 03.01.2005


Flachdächer auf Dauer dicht

Das Dach ist der Teil des Hauses, der am meisten extremen Witterungsverhältnissen ausgesetzt ist. Ein neues Dach stellt selten ein Problem in punkto Dichtheit dar. Anders sieht es bei älteren reparaturbedürftigen Dächern aus. Eine Überholung oder Erneuerung kann aus ganz unterschiedlichen Gründen notwendig werden. Nicht immer ist eine beschädigte Dachabdichtung Grund hierfür. Beispielsweise kann auch eine Funktionsänderung des Gebäudes oder die Verbesserung des Wärmeschutzes eine Sanierung des Daches notwendig machen. Grundsätzlich sollte das Ziel jeder Instandsetzung die Wiederherstellung der funktionsfähigen Dachabdichtung und/oder eine Erhöhung des Qualitätsniveaus sein. Dabei gleicht keine Sanierung der anderen, jede stellt ihre speziellen Anforderungen an Planer und Handwerker. Wichtig ist immer, dass alle Maßnahmen individuell auf den Zustand des Daches abgestimmt sind und mit belastbaren, zukunftssicheren Produkten ausgeführt werden. Daher ist im Vorfeld jeder Dachsanierung zunächst eine gründliche Bestandsaufnahme notwendig.

Am Anfang steht die Inspektion

Als zeitgemäße Dienstleistung empfiehlt es sich für den Handwerker, Hauseigentümern Wartungsverträge für eine regelmäßige Dachinspektion im Frühjahr und Herbst anzubieten. Neben einem dauerhaft dichten Dach führen solche Kontrollen zu einer erhöhten Kundenbindung und -zufriedenheit. Bei der Inspektion werden die Abdichtung, alle An- und Abschlüsse sowie die Durchdringungen geprüft. Aber auch Gullys, Rinnen, Laubfänge und Fallrohre sind zu inspizieren, weiterhin sollte Laub und Fremdbewuchs entfernt werden.

Auf Basis des aufgenommenen Ist-Zustandes kann dann gemeinsam mit dem Bauherrn beraten werden, ob Erhaltungsmaßnahmen notwendig sind, eine kleinere Reparatur oder gar eine komplette Erneuerung des Dachaufbaus. Bei dieser Gelegenheit sollten die unterschiedlichen Abdichtungs-systeme mit ihren Besonderheiten besonders kritisch unter die Lupe genommen werden. Nur so kann das Dach danach für Jahrzehnte Gebäude und Bewohner sicher schützen.

Dachsanierung – Planung von A bis Z

Für die Sanierung eines Daches müssen zunächst einige elementare Punkte berücksichtigt werden. So sind bei bestimmten Größenordnungen zwingend die gesetzlichen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung zu berücksichtigen. Generell ist auch die bauphysikalische Situation des Daches zu prüfen. Dies gilt besonders, wenn das Gebäude eine neue Nutzung erfährt, beispielsweise wenn eine ehemalige Fabrikhalle in einen Bürokomplex umgewandelt wird. Aufgrund des vorgefundenen Befundes ist dann zu prüfen, ob bestehende Abdichtungsschichten belassen werden können. Bei der einfachsten Art der Flachdachsanierung wird auf die bereits vorhandene Dachabdichtung einfach eine weitere Abdichtungslage aufgebracht. Dieses Verfahren kann nur dann Anwendung finden, wenn das Dach überholungsbedürftig, aber in seiner Funktion einwandfrei ist. Wenn die alten Schichten auf dem Dach verbleiben können, ist immer zu prüfen, ob die alten und die neuen Abdichtungsmaterialien miteinander verträglich sind. Bei Bitumen- und Elastomerbitumenbahnen ist das in der Regel der Fall. Bei anderen Abdichtungsmaterialien kann dies zu Problemen führen oder ist teilweise überhaupt nicht möglich.

Bei einer Flachdach-Komplettsanierung sollte unbedingt auf ein ausreichendes Gefälle zur Ableitung des Niederschlagswassers geachtet werden. Bei so genannten Null-Grad-Dächern ist das heute einfach durch eine Gefälledämmung herzustellen. Abhängig vom Ergebnis der Bestandsaufnahme sind gegebenenfalls Trenn- beziehungsweise Ausgleichsschichten einzuplanen. Die Funktion der Ausgleichsschicht kann auch von einer speziellen Wärmedämmung übernommen werden.

Für alle Sanierungsvarianten, bei denen das alte Abdichtungspaket auf dem Dach verbleiben kann, ist zu beachten, dass sich durch zusätzliche Abdichtungslagen das zu tragende Gewicht für die Dachkonstruktion erhöht. Deshalb muss überprüfen werden, ob die Tragfähigkeit der Konstruktion für die erhöhte Dachlast ausreicht. Vor dem Aufbringen der neuen Dachbahnen stehen einige Arbeitsschritte, die eine zuverlässige Verbindung der Bahnen untereinander sicherstellen. So muss die Dachfläche gründlich gesäubert, Kanten und Grate entfernt und Unebenheiten wie Wellen, Blasen oder Falten abgestoßen und ausgeglichen werden. Bei Dächern mit Kiesschüttung muss diese vor dem Aufbringen der neuen Bahnen restlos abgeräumt werden. Zur Erhöhung der Klebfähigkeit wird in der Regel ein Voranstrich oder eine Grundierung aufgebracht.

Sicher für die Zukunft

Bei Dachabdichtungen sind noch weitere Gegebenheiten zu berücksichtigen. So ist u.a. die DIN 1055-4 zu beachten. Sie regelt die Sicherung der Bahnen gegen Abheben durch Windsog. Das ist heutzutage bei den zunehmend stärker werdenden Stürmen wichtiger denn je. Je nach Windgefährdung sollte die Dachabdichtung gegebenenfalls mechanisch befestigt werden. Auch die in den letzten Jahren verstärkt auftretenden Hagelunwetter sollten bei der Wahl des Abdichtungsmaterials beachtet werden. Mechanisch stark belastbare Bahnen aus Polymerbitumen und Bitumen bieten die notwendige hohe Durchschlagfestigkeit. Auch bei der Verlegung der Dachbahnen gibt es Einiges zu beachten. So sollten Dachbahnen in Gefällerichtung verlegt werden. Bei Dachneigungen ab rund drei Grad (5,2 Prozent) sind zusätzliche Maßnahmen gegen Abrutschen erforderlich. Bei mehrlagigen Abdichtungen sind Bahnen versetzt anzuordnen, Kreuzversatz ist zu vermeiden. Auf Nummer Sicher gehen Planer und Verarbeiter, wenn sie die einschlägigen Fachregeln beachten (– „Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen - abc der Bitumenbahnen“ des vdd und die Flachdachrichtlinien des ZVDH) sowie die jeweiligen Herstellervorschriften.

Selbstklebende Lösung

Das Aufbringen von hochwertigen, modernen Kaltselbstklebebahnen aus speziellen Elastomerbitumen-Mischungen sind sehr zuverlässig in der Anwendung. Hierbei werden diese Bahnen ohne offene Flamme verlegt, da sie auf der Unterseite mit Kaltselbstklebebitumen belegt sind, die mit einer Trennfolie abgedeckt ist. Auf der Oberseite ist der Nahtbereich auf rund acht Zentimeter ebenfalls kaltselbstklebend. Nach Abziehen der Trennfolie wird die Bahn durch Andrücken auf den Untergrund aufgeklebt. Nach dem Entfernen der Nahtfolie ist die Bahn dann sofort dicht. Nachträgliche Korrekturen sind allerdings nicht mehr möglich, deshalb muss bei diesem Verfahren das Ausrichten präzise erfolgen. Zur Vermeidung von Kapillaren, insbesondere an Nähten und Stößen, sind gesonderte Maßnahmen zu ergreifen. Dies kann beispielsweise am T-Stoß durch einen 45°-Schnitt der unterdeckenden Bahn erfolgen. Im Stoßbereich ist gegebenenfalls ein Bitumenkaltkleber flächig aufzubringen. Oft kann eine optimale Verklebung auch durch einen Heißluftfön erreicht werden. Die Nähte sollten sicherheitshalber immer mit einem speziellen Nahtroller angedrückt werden.

Fazit

Sowohl regelmäßige Inspektionen wie auch die gründliche Vorbehandlung der Dachfläche legen den Grundstein für eine erfolgreiche und dauerhaft dichte Flachdachsanierung. Erst wird der genaue Ist-Zustands des Daches fachmännisch festgestellt, dann kann entschieden werden, welches Sanierungsverfahren Anwendung findet. Generell muss dabei die Verträglichkeit von alten und neuen Dachschichten berücksichtigt werden. Moderne Verlegetechniken, wie das Kaltselbstklebeverfahren, helfen dabei nicht nur Arbeitszeit und Energie einzusparen, sondern sorgen für ein zukunftssicheres dichtes Dach. Ausführliche Informationen zum Thema Flachdach bei Neubau und Sanierung hält der vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. auf der Internetseite www.derdichtebau.de bereit. Dort können u.a. die Broschüren „Halten Sie die Kosten flach – Flache Dächer wirtschaftlich sanieren“ und „Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen“ kostenlos bestellt werden.

Pressemitteilung vdd, 01.02.2005


Infoline Flachdach

Die Ende 2001 im Bau-Netz-Webportal eingerichtete Infoline Flachdach hat sich längst zur ersten Adresse für Flachdachprofis im WWW entwickelt (20.000 Clicks pro Monat). Architekten, Planer und Handwerker schätzen die breit gefächerten und aktuellen Informations- und Serviceangebote zu allen Fragen rund um das Bauteil Flachdach. Die LUCOBIT AG war vom Start an mit dabei und wird die Infoline auch in den beiden kommenden Jahren präsentieren. Die Redaktion liegt weiterhin in den bewährten Händen des Expertenteams vom Ingenieurbüro für Flachdachtechnik (IFDT), Böhl-Iggelheim. Ab sofort ist die Infoline Flachdach nicht nur unter der BauNetz-Webadresse anwählbar, sonder auch direkt auf der LUCOBIT-Homepage unter www.lucobit.de

Mitteilung der Lucobit AG, 06.2005


Flachdächer halten selbst Hagel stand

Über die Zunahme extremer Wetterereignisse sind sich nicht nur führende Meteorologen mittlerweile einig. Oftmals gehen Unwetter mit starkem Hagelschlag einher, der gerade an Dächern starke Schäden verursachen kann. Unzureichende Baumaterialien unsachgemäß verarbeitet können dem Hagel nicht standhalten. Hohe Sachschäden sind die Folge. Deshalb wird es immer wichtiger, sich auch beim Hausbau auf die veränderte Klimasituation einzustellen und entsprechend vorzusorgen.

Das Flachdach ist heutzutage nicht nur wegen seiner architektonischen Vielseitigkeit bei vielen Bauherren im Ansehen gestiegen. Vor allem seine Zuverlässigkeit wird bei privaten wie auch gewerblichen Bauten immer mehr geschätzt. Belastbar und sicher trotzt es beim Einsatz von qualitativ hochwertigen Abdichtungsbahnen, im funktionsgerechten Aufbau fachgerecht verlegt, selbst extremen Hagel-Unwettern. Mit Abschluss eines Wartungsvertrages, bei dem das Dach regelmäßig von einem Fachmann auf Funktion und Dichtheit überprüft wird, kann man zudem sicher sein, dass kleine Problemstellen früh erkannt und beseitigt werden können, bevor Schäden auftreten.

Info- und Service-Portal hilft schnell weiter

Als besonders sichere Abdichtungswerkstoffe für flache Dächer haben sich Bitumen- und Polymerbitumenbahnen seit vielen Jahrzehnten als erste Wahl bei Bauherren, Planern und Verarbeitern bewährt. Überzeugen Sie sich selbst von den vorbildlichen Eigenschaften der Bitumenbahnen auch bei Wetterextremen. Infos und Broschüren gibt es kostenlos per Mausklick unter www.derdichtebau.de.

Presseinfo vdd, 30.06.2005


Neue Normen für Lichtkuppeln

Im Mai 2005 ist im Beuth Verlag folgender Normenentwurf erschienen:
E DIN 1873 ‚Vorgefertigte Zubehörteile für Dacheindeckungen – Lichtkuppeln aus Kunststoff – Produktfestlegungen und Prüfverfahren; deutsche Fassung prEN 1873: 2005’.

Die geplante Norm legt Anforderungen an Lichtkuppeln aus Kunststoffmaterialien mit oder ohne Aufsetzkränzen zum Einbau in Dächern fest. Die Lichtkuppeln dienen zur Ausleuchtung mit Tageslicht und zum Lüften von Räumen mittels Öffnungselementen. Die Norm gilt nicht für Lichtkuppeln, die zur Tragfähigkeit oder zur Steifigkeit des Daches selbst beitragen. Auch mögliche zusätzliche Funktionen als Rauch- und Wärmeabzug im Brandfall und/oder als Dachausstieg liegen außerhalb des Anwendungsbereichs der Norm.

Quelle: ZVDH, 07.2005


Flachdachentwässerung nach DIN EN 12056

Berechnung des Regenwasserabflusses
über die Formel nach DIN 1986-100 (9.3.2):

Q = r (D,T) * C * A * 1/10000

r(D,T) = die Berechnungsregenspende (l/s*ha), nach Statitik
C = der Abflussbeiwert
A = die wirksame Niederschlagsfläche (m²)
Q = der Regenwasserabfluss

Die Entwässerungssysteme sind abzustimmen auf:
- Dachgröße
- Regenmenge
- Abflussbeiwert
- max. Überflutungshöhe
- Stauhöhe Notentwässerung

Notentwässerungssysteme
- Attikagully
- Rechteckiger Sicherheitsüberlauf
- Notentwässerung durch zusätzliche Gullys

Wie man eine Flachdachabdichtung richtig ausbildet, geben konkret die Flachdachrichtlinien vor. Dazu können Sie im Beitrag über Bauwerksabdichtungen etwas nachlesen. Weitere Beiträge im Infobereich: Gründach und begrüntes Umkehrdach.

Hier zeige ich Ihnen, wie man es nicht machen sollte. Getreu dem Motto:
Jeder und alles ist für etwas gut, und wenn es als abschreckendes Beispiel ist.

Ausgeführt wurde ein flach nach innen geneigtes Dach mit innen liegender Entwässerung. Als erstes fällt das stehende Wasser auf, egal wo man auf die Dachfläche schaut. Außerdem sieht man die Gullys, die zwar mitten im Wasser stehen, aber dennoch nichts abzuleiten scheinen.

Es widerspricht dem Grundsatz, Wasser stets sicher abzuleiten. Jeder kann sich unschwer vorstellen, was im Winter bei Frost-Tau-Wechsel geschieht: zu Eis gefrorenes Wasser greift die Abdichtung an.

Einige interessante Details werden unten dargestellt.


Wenn man am Ende der Arbeitsgänge noch einen Flicken aufsetzt, also eine weitere Lage auf die obere Abdichtungslage, entstehen Wülste und Aufkantungen. Aufgrund des ohnehin schwachen Gefälles hat das Wasser sichtlich Mühe, den Weg zum Gully zu finden.

Auch hier scheint der Gully nicht der tiefste Punkt zu sein. Das Gefälle ist nicht so ausgebildet, dass das Wasser zum tiefsten Punkt läuft.

In diesem Abschnitt gibt es gar ein Kontergefälle in der Mittelrinne. Hier kann man Wasserhöhen von 3,0 cm messen. Anstatt zum Gully abgeführt zu werden, sammelt sich das Wasser und steht - mit der Zeit greift es die Metallteile an, die anfangen zu korrodieren.

Dieses Detail zeigt den Anschluss der Dachabdichtung im Bereich der Brandwand. Anstatt die Abdichtung hoch zu führen und zu verwahren, endet sie in der Horizontalen auf der Blechmanschette, noch dazu mit einigem Abstand zur Kante der aufgehenden Verblechung; hier setzt sich Wasser rein und im Winter kommt es zu Krafteinwirkungen bei Eisbildung.

Am Dachrand dieselbe Erscheinung. Hier wurde bereits nachgebessert, indem die offene Fuge ausgeschmiert wurde.

Die folgenden drei Details sollen Abdichtungsanarbeitungen im Bereich von Dachdurchführungen darstellen. Ich lass das mal unkommentiert.



Gründach / Gründächer

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Nicht zu feucht, nicht zu kalt:
BEGRÜNTE UMKEHRDÄCHER HABEN SICH IN DER PRAXIS BEWÄHRT

Begrünte Umkehrdächer mit XPS-Wärmedämmstoffplatten können wärmeschutztechnisch wesentlich günstiger beurteilt werden, als die rechnerische Wärmeleitfähigkeit es nahe legt, die in den Zulassungen ausgewiesen sind. Solche Dachkonstruktionen leiden nämlich weder an einer unzulässigen Feuchtigkeitsaufnahme noch an einer unzulässigen Erhöhung der WärmeLeitfähigkeit. Das haben Langzeituntersuchungen gezeigt, mit denen auch ein jahrelanger Expertenstreit entschieden worden sein dürfte.

Befasst man sich mit der Langzeiterfahrung von begrünten Umkehrdächern, sollte auch die geschichtliche Entwicklung des Umkehrdaches betrachtet werden. Anfang der 50erJahre wurde extrudierter Polystyrol-Hartschaum erstmalig im Rahmen der wärmeschutztechnischen Verbesserung von Dachkonstruktionen als Zusatzdämmung verwendet. Wir kennen heute eine derartige Bauweise als so genanntes "Plus-Dach".

Die Anwendung von extrudiertem Polystyrol-Hartschaum als Zusatzdämmung wurde durch seine, im Vergleich zum expandierten PolystyrolHartschaum besonderen Eigenschaften möglich. Der extrudierte Polystyrol-Hartschaum zeichnet sich gegenüber expandiertem Polystyrol-Hartschaum durch eine durchgehend geschlossene Zellstruktur aus. Das heißt: bei Wasserlagerung können Wassermoleküle -im Gegensatz zum expandierten Polystyrol-Hartschaum - nicht in wesentlichem Umfang in die Zellstruktur eindringeni und diese durchwandern.

Bei der Anwendung dieser zusätzlichen Wärmedämmung erkannte man recht rasch die Vorteile, die durch eine Wärmedämmung auf der Dachabdichtung gegeben sind. So wird die Dachabdichtung zum einen vor der UV-Strahlung, zum anderen aber auch insbesondere vor großen Beanspruchungen aus Temperaturwechsel geschützt. Zusätzlich ist durch die angeordnete Wärmedämmung ein mechanischer Schutz für die Dachabdichtung gegeben.

Diese Erfahrungen waren Anlass für die weitere Entwicklung, die vom Einsatz als zusätzliche Wärmedämmung hin zur reinen Umkehrdach-Wärmedämmung reichte. In Deutschland hielt diese Bauweise Mitte der 60er Jahre Einzug, wobei die Anwendung ab Mitte der 70er Jahre dadurch ergänzt wurde, dass das Umkehrdach auch in Verbindung mit einer Dachbegrünung zur Anwendung kam.

Auf Grund positiver Erfahrungen mit dieser Bauweise, die anfangs "ungeregelte" Sonderkonstruktionen darstellten, wurde Mitte der 70er Jahre die erste allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für das Wärmedämmsystem Umkehrdach beantragt und erteilt. Hiermit wurden die bauaufsichtlichen Grundlagen für die Anerkennung der Dachkonstruktion als allgemeine Regel der Technik geschaffen. Für den erweiterten Anwendungsbereich des Umkehrdaches als begrüntes Umkehrdach wurden 1994/95 erste allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen erteilt. Trotz dieser Zulassungen für das hegrünte Umkehrdach erfolgte in Fachkreisen eine außerordentlich kritische Diskussion über die Feuchteaufnahme des extrudierten Polystyrol-Hartschaumes (XPS) während der Gebrauchsdauer.

Die Diskussion stützte sich insbesondere auf Berechnungsergebnisse eines neu entwickelten Simulationsprogramms des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in Holzkirchen. Auf Grundlage dieser Berechnungen wurde vom Fraunhofer Institut eine sehr hohe Feuchteaufnahme über die Jahre prognostiziert.

Zum Abgleich dieser Berechnungsergebnisse mit der Praxis hat die Dow Deutschland Inc. in Zusammenarbeit mit drei Sachverständigenbüros begrünte Umkehrdachkonstrtuktionen unterschiedlichen Alters untersucht und hierbei insbesondere den Feuchtegehalt und die Wärmeleitfähigkeit der Wärmedämmung sowie weitere Kennwerte ermittelt.

Nachfolgend werden die durchgeführten Untersuchungen, die hierbei visuell getroffenen Feststellungen und die Untersuchungsergebnisse vorgestellt und bewertet. Abschließend erfolgen Empfehlungen im Hinblick auf die Planung, Vergabe und Überwachung von Umkehrdachkonstruktionen.


Sieben Dachkonstruktionen wurden präzise untersucht

Für die Untersuchungen des Langzeitverhaltens von begrünten Umkehrdächern und hiermit verbunden der Feuchtigkeitsaufnahme von XPS-Wärmedämmstoffplatten wurden insgesamt sieben Dachkonstruktionen unterschiedlicher Gebäude ausgewählt, die in den Jahren 1978 bis 1989 errichtet wurden. Die Probenentnahme sowie die Dokumentation der örtlichen Randbedingungen und der Dachaufbauten wurde von folgenden Büros vorgenommen:
• IBS Dipl-Eng. Wolfgang Schäfer (Gießen): Sachverständiger für Statik und Bauphysik,
• von Rekowski und Partner (Weinheim), Beratende Ingenieure VBI, Sachverständige,
• Prof. Dipl.-lng. Axel C. Rahn, (Potsdam/Berlin), VOfl der Industrie- und Handelskammer zu Berlin öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden.

Die Probenentnahme und Probenuntersuchungen erfolgten im Jahre 1997. Bei den sieben untersuchten Dächern handelte es sich um zwei intensiv begrünte Dächer und fünf extensiv begrünte Dächer. Die einzelnen Dachkonstruktionen wiesen hierbei unterschiedlichste Dachaufbauten auf (Abb. 1a bis 1g).

Die vor Ort entnommenen Wärmedämmstoffproben wurden luftdicht verpackt, gekennzeichnet und dem Forschungsinstitut für Wärmeschutz in München zur Ermittlung folgender Kennwerte übersandt:
• Rohdichte,
• Geschlossenzelligkeit,
• Druckfestigkeit bei vorgegebener Stauchung,
• Mindestwert der Druckfestigkeit entsprechend der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung,
• Feuchtegehalt,
• Wärmeleitfähigkeit der Probe im feuchten Zustand.

Die Proben befanden sich in sehr verschiedenen Zuständen

Die untersuchten Umkehrdachkonstruktionen stellten sich in einem unterschiedlichen visuellen Zustand dar. Gleichwohl war hei allen Umkehrdachkonstruktionen die Dachbegrünung "aktiv".

Die Begrünung reichte hierbei von Grasflächen über Sedum-Bepflanzung, Gräserbepflanzungen, Kräutem und Gehölzen bis zu Sträuchern und Bäumen (Abb. 2 a bis 2 c).

Nachdem die Wärmedämmung freigelegt worden war, wurde festgestellt, dass die Wärmedämmplatten keine Beschädigungen aufwiesen.

In Abhängigkeit vom Dachaufbau und insbesondere von der Abdeckung der Wärmedämmplatten waren diese zum Teil nur äußerst geringfügig durch Erdreich verschmutzt. Interessant war, dass auch bei extensiv begrünten Dachflächen und trotz einer Abdeckung der Wärmedämmung mit textilen Filtervliesen in einigen Bereichen sehr feine Wurzeln durch die Plattenstöße hindurch gewachsen waren.

So konnte selbst unterhalb der Wärmedämmplatten vereinzelt ein fein verteiltes Wurzelgeflecht vorgefunden werden.

Eine Durchwurzelung oder ein Wurzelwachstum in die Wärmedämmplatten hinein zeigte sich jedoch nicht. Andere Schädigungen der Wärmedämmplatten, zum Beispiel durch tierische Organismen, konnten nicht vorgefunden werden.

Bei einer der Dachkonstruktionen, bei der Noppenplatten als Drainage zur Anwendung gekommen sind, zeigte sich jedoch, dass diese Noppen sich bereichsweise in die Wärmedämrnplatten eingedrückt hatten. Das Eindrücken der Noppenplatten war jedoch nur begrenzt, sodass die Drainagewirkung nicht verhindert wurde. Unterhalb der Wärmedämmplatten stellte sich die Dachabdichtung stets in einem sehr guten Zustand dar.

Hier konnten weder Krakelee-Rißbildungen noch Risse oder Versprödungen sonstiger Art vorgefunden werden.

Die Untersuchungsergebnisse wurden tabellarisch festgehalten

Die Untersuchungsergebnisse sind in Tab. 1 und Tab. 2 zusammengefasst. In Tab. 1 sind hierbei die Ergebnisse für die untersuchten Umkehrdächer mit intensiver Begrünung und in Tab. 2 die Ergebnisse für die untersuchten Umkehrdächer mit extensiver Begrünung zusammengestellt.


Die Abbildungen und die Tabellen gebe ich hier nicht wieder, ich will lediglich die Inhalte zum besseren Verständnis auf das Wesentliche reduzieren.

Beim Umkehrdach liegt die Abdichtung auf der Stahlbetondecke und die Wärmedämmung liegt auf der Abdichtung, also im durchfeuchteten Bereich.

Wird das Umkehrdach begrünt, kommt auf die Dämmplatten eine Dränschicht aus Blähschiefer, Kies, Lavasplitt, Dränelementen, Tuffgestein, Einkornbeton. Zumindest darauf kommt ein Filtervlies, auf welches das Substrat aufgebracht wird.

Als Substrat kommen in Frage: Muttererde, Blähschiefer (auch humusdurchsetzt), Mineralsubstrat, Granulat mit Muttererde.

Eine intensive Begrünung erfolgt mit Sträuchern und Bäumchen, entsprechend stark ist die Substratschicht auszubilden. Eine extensive Begrünung erfolgt mit Gräsern, Kräutern und Sedum.

Die untersuchten Dächer wiesen folgende Werte auf:
• Alter: 7 bis 18 Jahre
• Rohdichte trocken: 32,1 bis 43,3 kg/m3
• Geschlossenzelligkeit: 93 bis 98 Vol.-%
• Druckfestigkeit bei 3 bis 10 % Stauchung: 0,33 bis 0,55 N/mm2
• Mindestwert der druckfestigkeit: 0,30 n/mm2
• Mittlerer Feuchtegehalt: 0,3 bis 4,6 Vol.-%
• Wärmeleitfähigkeit der feuchten Probe: 0,0314 bis 0,0282 W/mK
• bei Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit von 0.035 W/mK

Die praktischen Werte waren besser als die theoretischen.
Somit wurde nachgewesen, dass sich die Systeme bewährt haben.


Die Tabellen enthalten zu jedem Objekt das Alter sowie die ermittelten Kennwerte, wie Trocken-Rohdichte, Geschlossenzelligkeit, Druckfestigkeit bei angegebener Stauchung, Feuchtegehalt und Wärmeleitfähigkeit der Probe im feuchten Zustand. Des Weiteren enthält die Tabelle den in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung für das zur Ausführung gekommene Material angegebenen Mindestwert der Druckfestigkeit sowie den Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit.

Betrachtet man zuerst die Feuchtegehalte der entnommenen Dämmstoffproben vor dem Hintergrund der diesbezüglichen kritischen Diskussion in Fachkreisen, so wurden für die Dämmstoffproben Feuchtegehalte von 0,2 Vol.-% <= c <= 4,6 Vol.-% ermittelt. Eine Bewertung dieser recht breiten Streuung der Feuchtegehalte ist für sich allein recht schwierig.

Wenngleich sich aus den Prüfungen für die heute gültigen Zulassungen theoretisch eine zulässige Feuchteaufnahme von 4 Prozent herleiten lässt, ist dies dennoch nur ein Grenzwert für die Feuchteaufnahme, die während der Diffusions- und Frost-Tauwechsel-Versuche auftreten darf. Somit muss der Feuchtegehalt derartiger Wärmedämmstoffproben immer unter Berücksichtigung der Relation der tatsächlichen Wärmeleitfähigkeit zum ausgewiesenen Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit bewertet werden. Gleiches gilt auch hinsichtlich der Geschlossenzelligkeit.

Hier lässt sich aus den derzeit gültigen Zulassungen ein Grenzwert von 95 Prozent herleiten.

Vergleicht man diesbezüglich die Einzelwerte, vorerst ohne Berücksichtigung der Wärmeleitfähigkeit, so ergibt sich für die sieben Dachkonstruktionen, dass hei insgesamt drei Dachkonstruktionen der Feuchtegehalt größer als 4 Vol.-% war. Hinsichtlich der Geschlossenzelligkeit konnte festgestellt werden, dass lediglich bei einem der Bauobjekte eine geringere Geschlossenzelligkeit festgestellt wurde.


Alle Dachkonstruktionen waren volt funktionstüchtig

Betrachtet man nun die im Hinblick auf die wärmeschutztechnische Bewertung maßgebliche Wärmeleitfähigkeit der untersuchten Baustoffproben, so ergibt sich, dass die Wärmeleitfähigkeit der untersuchten Baustoffproben jeweils deutlich geringer ist als der Rechenwert, der zum Zeitpunkt des Einbaus dem Wärmedämm-Material zugewiesen war.

Auf Grund der Ergebnisse lässt sich aussagen, dass alle der bis zu 18 Jahre alten Dachkoitstruktionen im Hinblick auf die Anforderungen, die an ein Umkehrdach gestellt werden, voll funktionstüchtig waren. Bei keinem der untersuchten Dächer bestätigten sich die Befürchtungen, die im Rahmen der Fachdiskussion geäußert wurden, dass bei hegrünten Umkehrdachkonstruktionen der extrudierte Polystyrol-Hartschaum unzulässige Feuchtegehalte mit der Standzeit annehmen könnte und dadurch der ursprünglich nachgewiesene Wärmeschutz nicht sichergestellt werden kann.

Die für die entnommenen Wärmedämmstoffproben ermittelten Wärmeleitfähigkeiten waren stets niedriger als die für die jeweiligen Produkte ausgewiesene rechnerische Wärmeleitfähigkeit. Zudem lässt sich aussagen, dass auf Grund des festgestellten Zustandes der Dachabdichtung auch die der Wärmedämmung zugewiesene Schutzfunktion bestätigt wurde. Gleichwohl muss festgestellt werden, dass bei begrünten Umkehrdächern eine Wurzelschutzschicht unmittelbar oberhalb der Abdichtung erforderlich ist, sofern die Dachabdichtung selbst nicht durchwurzelungssicher ist, da über die Stöße der Wärmedämmplatten ein Wurzelwachstum bis zur Ebene der Dachabdichtung möglich ist.

Was sollten die Fachingenieure bei Umkehrdächern beachten?

Wärmedämmungen, die außerhalb von Abdichtungen in feuchtebeanspruchten Bereichen angeordnet werden, benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung.

Für den Bereich der begrünten Umkehrdächer ist hier eine Zulassung für das Wärmedärnmsystem Umkehrdach erforderlich, aus der auch hervorgeht, dass sich der Zulassungsgegenstand auch auf begrünte Dachsysteme bezieht.

Die allgemeinen hauaufsichtlichen Zulassungen enthalten hierbei neben einer grundsätzlichen Spezifikation des Zulassungsgegenstandes und des Anwendungsbereichs genauere Bestimmungen für das Bauprodukt, dessen Prüfung, den bautechnischen Entwurf, die Bemessung und die Ausführung. Für den Fachingenieur, der den Wärmeschutz plant, und für den Planer, der die Ausschreibung tätigt, sind hierbei insbesondere die Bestimmungen für den Entwurf und die Bemessung sowie für die Ausführung von maßgeblicher Bedeutung.

Hier wird in der jeweiligen Zulassung auch geregelt, ob der jeweilige Wärmedämmstoff auch für den Anwendungsbereich Begrünung geeignet ist. Derzeit ist die Eignung für die Begrünung nur bei Produkten von zwei Herstellern nachgewiesen.

Im Hinblick auf die Planung von Umkehrdächern und insbesondere begrünten Umkehrdächem ist es von besonderer Bedeutung, dass der Planer sich mit der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung auseinander setzt. Dies begründet sich dadurch, dass sich die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für die einzelnen angebotenen Produkte zum Teil nachhaltig unterscheiden können.

In der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung ist auch der für das jeweilige Produkt anzusetzende Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit angegeben. Ferner können der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung die bei derartigen Dachkonstruktionen zu herücksichtigenden delta-U-Werte entnommen werden.

Der delta-U-Wert ist ein Zuschlagswert, der bei der wärmeschutztechnischen Bemessung zu berücksichtigen ist. Durch diesen Wert werden die Auswirkungen möglicher Unterspülungen der Wärmedämmung durch Niederschlagswasser und die hiermit verbundenen Wärmeverluste berücksichtigt. Der delta-U-Wert kann in bauaufsichtlichen Zulassungen unterschiedlich geregelt sein. So gibt es gegenwärtig nur einen Hersteller, bei dem ein System mit delta-U = 0 zugelassen ist.

Worauf muss der Planer bei der Ausschreibung achten?

Bei der Ausschreibung ist Folgendes zu beachten: Es dürfen nur nachweislich geeignete Wärmedämmstoffe mit einer gültigen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung für den vorgesehenen Anwendungsfall zur Ausführung kommen.

Mit der Arigebotsabgabe hat der Bieter auch die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für den von ihm vorgesehenen Wärmedämmstoff einzureichen, damit eine Vergleichbarkeit im Rahmen der Prüfung der Angebote möglich ist. Als technische Kennwerte für die Wärmedämmung sind in der Ausschreibung folgende Kennwerte anzugeben:
• Rechenwert der Wärmeleitfähig
• maximal zulässiger delta-U-Wert,
• Druckfestigkeit beziehungsweise Druckspannung bei 10 Prozent Stauchung nach DEN EN 826,
• Langzeitdruckspannung bei 2 Prozent Stauchung nach DIN EN 1606.

Vor der Vergabe müssen die eingereichten hauaufsichtlichen Zulassungen auf ihre Vollständigkeit und auf die Einhaltung der in der Ausschreibung gemachten Vorgaben eingehend geprüft werden.

Im Hinblick auf die Anwendung von Wärmedämmstoffen aus Schaumkunststoff ist generell zu beachten, dass ab dem 1. Januar 2002 die „Verordnung des Rates der EU über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen“ gilt.

Das heißt, ab dem 1. Januar 2002 gilt ein generelles Verbot für die Herstellung und für das lnverkehrbringen von HFCKW.

Das hat zur Folge, dass Wärmedämmstoffe, die aus Schaumkunststoffen unter Anwendung von Treibmitteln hergestellt werden, keine HFCKW oder FCKW beinhalten dürfen. Dies muss hei der Auswahl der Wärmedämmplatten aus extrudiertem Polystyrol-Hartschaum zwingend beachtet werden. Die Wärmedämrnplatten der beiden schon erwähnten Hersteller, für die auch die Ausführung mit Begrünung nachgewiesen ist, erfüllen schon heute diese Anforderung.

Die Befürchtungen der Fachwelt waren unbegründet

Fazit: Die Untersuchungsergebnisse zeigen auf, dass die auf Grund der Diskussion in Fachkreisen befürchtete unzulässige Feuchtigkeitsaufnahme und hiermit verbundene unzulässige Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit bei den untersuchten Objekten nicht festgestellt werden konnte.

Vielmehr zeigte sich, dass die Dachkonstruktionen auf Grund der ermittelten Wärmeleitfähigkeiten in wärmeschutztechnischer Hinsicht als wesentlich besser zu beurteilen sind, als dass dies die in den jeweiligen allgemeinen bauaufsichttichen Zulassungen ausgewiesenen Rechenwerie für die Wärmeleitfähigkeit hätten erwarten lassen.

Quelle: Deutsches IngenieurBlatt, DIB, Oktober 2001, S. 26-32 Autor: Axel C. Rahn, Prof. Dipl.-Ing., Beratender Ing., öbv Sachverständiger

Und etwas aktuelles (2002):

Neue Dachbegrünungsrichtlinie

Die FLL Richtline für die Planung und Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen, Ausgabe 2002 ist jetzt erhältlich. Die Richtlinie wurde in Teilen überarbeitet und ist bei der FLL unter Fax 0228-690028 oder unter www.fll.de erhältlich.
Quelle: re natur GmbH, Jörg Baumhauer, Tel: 04323-901011, Fax: 04323-901029
Email: Baumhauer@re-natur.de, www.re-natur.de (Newsletter)


Teuer, dafür aber schön:
LANGFRISTIGE KOSTEN- NUTZEN- ANALYSE SPRICHT FÜR DIE DACH-BEGRÜNUNG


Die ästhetischen und ökologischen Vorteile begrünter Dächer sind mittlerweile unbestritten. Trotzdem zögern viele Bauherren, ihre Dächer zu begrünen. Ein grünes Dach, so ihre scheinbar richtige Rechnung, ist teurer als ein nicht begrüntes. Die Gegenrechnung wird hier aufgemacht: Gibt es Kostensenkungspotenziale, die die Kosten einer Dachbegrünung mittelfristig reduzieren? Womöglich langrfristig sogar eine positive Wertschöpfung bringen?

Der Betrachtungszeitraum, welcher der folgenden Analyse der Herstellkosten grüner Dächer zu Grunde liegt, beträgt 40 Jahre. Dieser Zeitraum ist, wie weiter unten gezeigt werden wird, nicht willkürlich sondern mit Bedacht gewählt worden. Im Interesse einer einfacheren Darstellung sind die Abschreibungen und Kapitalverzinsungen, die in diesem Zeitraum angefallen wären, indes nicht berücksichtigt worden. Basis der Untersuchung bildet eine 1000 Quadratmeter große Dachfläche.

Kiesdach Gründach extensiv
Kiesabdeckung 5 cm 10.000 DM 10,- DM/qm Mehrkosten Statik 20.000 DM 20,- DM/qm
      Gründach (Planzung, Fertigst.pflege) 40.000 DM 40,- DM/qm
Summe Herstellungskosten 10.000 DM   Summe Herstellungskosten 60.000 DM  
Lfd. Betriebskosten:     Lfd. Betriebskosten:    
Reparaturkosten 8.000 DM   Reparaturkosten 0 DM  
Teilsanierung nach 20 Jahren 55.000 DM 50% der Abdichtungskosten von 110,- DM/qm Teilsanierung nach 20 Jahren 0 DM  
      Pflegekosten 40.000 DM 1,- DM/qmxa, 40 Jahre lang
Gesamtkosten Kiesdach 40 Jahre 73.000 DM   Gesamtkosten Gründach 40 Jahre 100.000 DM  
Nutzen:     Nutzen:    
Senkung Abwassergebühren 0 DM   Senkung Abwassergebühren 48.000 DM 1,20 DM/qmxa
Energieeinsparung 0 DM   Energieeinsparung 5.000 DM 0,125 DM/qmxa
Kosten minus Nutzen 73.000 DM   Kosten minus Nutzen 47.000 DM  


Der Bauherr steht vor der Alternative, das Dach entweder als klassisches Kiesdach oder als extensiv begrünte Dachfläche auszubilden. Die Kosten für eine Kiesabdeckung in fünf Zentimeter Aufbauhöhe werden mit 10 Mark pro Quadratmeter angesetzt. Bei der Ermittlung der Gründachkosten müssen neben den eigentlichen Herstellungskosten der Dachbegrünung auch die Mehrkosten für die tragende Konstruktion berücksichtigt werden, die aus der zusätzlichen Flächenlast resultieren. Bauherr und Planer müssen sich insofern rechtzeitig über die Art der Begrünung einigen, um die Tragwerksplanung entsprechend vornehmen zu können.
Bei dem hier untersuchten Gründach soll eine Aufbauhöhe von zwölf Zentimetern in optima-Mehrschichtbauweise (mineralische Dränschicht + Vegetationstragschicht) erreicht werden. Inklusive der Pflanzung von Flachballen und abschlieáender Fertigstellungspflege durch einen Fachbetrieb betragen die Herstellungskosten des Gründaches in diesem Beispiel 40 Mark pro Quadratmeter. Die aus dem gewählten Schichtaufbau resultierenden Mehraufwendungen für die Statik belaufen sich auf 20 Mark pro Quadratmeter.
Der Vergleich der Herstellungskosten von Kies- und Gründach zeigt - erwartungsgemäß einen deutlichen Kostenvorteil für das klassische Kiesdach. In unserem Beispiel müsste der Bauherr bereit sein, 50.000 Mark und mehr dafür auszugeben, dass es auf einem Dach zukünftig grünt und blüht.

Dachbegrünung für die Schadensverhütung

Tabelle 1: Die Dachabdichtungskosten für eine Erstanlage werden in der Beispielrechnung sowohl für das Kiesdach als auch für das Gründach mit 110 Mark pro Quadratmeter angesetzt. Die Größe der Dachfläche beträgt 1000 Quadratrmeter (Abschreibungen und Kapitalverzinsungen sind hier der Einfachheit halber nicht berücksichtigt).
Der Vergleich der zum Erstellungstermin entstehenden Kosten als alleiniges Entscheidungskriterium des Bauherren oder Investors greift jedoch zu kurz. An jedem Dach nagt der ,,Zahn der Zeit", früher oder später sind Reparatur- und Sanierungsarbeiten notwendig. Vor allem bei Flachdächern entstehen häufig Schäden durch thermische, physikalische und mechanische Beanspruchungen. Nur durch eine Schicht Grobkies geschützt ist das konventionelle Flachdach starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, die zu Rissen in der Dachabdichtung führen können. UV-Strahlen lassen den Werkstoff altern und bedingen Versprödung. Pfützenbildung auf dem Dach mit anschließender Austrocknung oder Vereisung schaden der Abdichtung durch die auftretenden Schwindspannungen.
Auf Grund dieser äußeren Einflüsse wird daher davon ausgegangen, dass ein unbegrüntes Flachdach etwa nach 20 Jahren durch Erneuerung der Dachabdichtung und Schutzlage zumindest teilsaniert werden muss. Als voraussichtlichen Aufwand dafür lässt sich als ,,Faustformel" der hälftige Betrag der bei der Erstellung verursachten Dachabdichtungskosten (in unserem Beispiel 55.000 Mark) ansetzen. Für die laufende Wartung (z.B. Überholung der An- und Abschlüsse) und Reparatur des unbegrünten Daches muss für den gewählten Betrachtungszeitraum ein Betrag von zirka 8.000 Mark kalkuliert werden.

Grüne Dächer bieten Schutz vor den Unbilden des Wetters

Ein Gründach schützt die Dachabdichtung vor den oben beschriebenen äußeren Belastungen (Abb. 1). Beispielsweise werden Temperaturschwankungen auf der Dachabdichtung durch den zusätzlichen Schichtaufbau sowohl im Sommer als auch im Winter weitestgehend ausgeglichen.
Derzeitige Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass sich die Lebensdauer der Dachabdichtung dadurch mindestens von 20 auf 40 Jahre verdoppelt (deshalb der hier gewählte Untersuchungszeitraum von 40 Jahren). Empirische Beweise fehlen noch, da die ältesten in Deutschland erstellten Dachbegrünungen knapp über 25 Jahre alt sind. Ein kürzlich in Berlin untersuchtes optima-Gründach aus den frühen 70-er Jahren unterstützt jedoch diese Annahme: Bei einer anschließenden Untersuchung der eingebauten Schichten und Lagen zeigte sich die Dachabdichtung in einem tadellosen Zustand.
Für den in unserem Kosten-Nutzen-Modell untersuchten Betrachtungszeitraum von 40 Jahren ergibt sich daraus für das Gründach eine Ersparnis in Höhe der beim Kiesdach anfallenden Kosten für Teilsanierung und laufende Reparaturen von 63.000 Mark.
Relativiert werden muss dieser Betrag jedoch durch die für das Gründach anfallenden laufenden Pflegekosten. Nichts gedeiht ohne Pflege; dieser alte Lehrsatz hat nach wie vor seine Berechtigung und findet seine Anwendung auch bei der als pflegearm geltenden extensiven Dachbegrünung. Für das Entfernen von Fremdbewuchs, das Freihalten der Zu- und Ablaufeinrichtungen sowie anderer im Rahmen regelmäßiger Pflegegänge notwendiger Arbeiten müssen Aufwendungen von einer Mark pro Quadratmeter und Jahr veranschlagt werden. Beim Vergleich der laufenden Betriebskosten ,,schlägt" das Gründach somit das herkömmliche Kiesdach nur noch um 23.000 Mark.
Die höheren Herstellungskosten der Dachbegrünung zum Zeitpunkt der Erstellung wären dadurch – würde man die Betrachtung an dieser Stelle beenden - zwar reduziert jedoch noch nicht ausgeglichen. Auf der reinen Kostenseite gelingt es der Dachbegrünung in diesem Modell (und in der Regel auch in der Praxis) nicht, gegenüber dem Kiesdach Vorteile zu realisieren. Die Kosten-Nutzen-Waage wippt erst dann zu Gunsten der Dachbegrünung nach unten, wenn versucht wird, vorhandene Vorteile beziehungsweise Nutzen, die einem Kiesdach nicht zu Eigen sind, durch einen entsprechenden finanziellen Gegenwert zu bemessen.

Gründächer senken die Abwasserkosten

Die Entsorgung des von versiegelten Flächen abfließenden Niederschlagswassers verursacht immense Kosten. Im Sinne einer verursachergerechten Gebührenerhebung haben immer mehr Städte und Kommunen (z.B. Berlin, Köln, Stuttgart) daher gespaltene Abwassersatzungen eingeführt, die neben dem verbrauchten Frischwasser auch die Flächenversiegelung als Bemessungsgrundlage der Abwassergebühren heranziehen.
Wissenschaftlich von Prof. Dr. Liesecke, (Uni Hannover) begleitete Langzeituntersuchungen auf der Versuchsanlage der optima-Zentrale haben unter anderem ergeben, dass bereits sehr dünnschichtige extensive Dachbegrünungen zirka 50 Prozent des Regenwassers zurückhalten (intensive Begrünungen bis zu 95 %).
Viele Gemeinden räumen daher Gebührenerlässe von 50 und mehr Prozent ein, wenn Dächer begrünt werden (Abb. 2). Eine Versiegelungsabgabe von 1,80 Mark pro Quadratmeter und Jahr ist zurzeit durchaus als realistisch einzusetzen. Da die Gemeinden bislang sehr uneinheitlich Gebühren und Nachlässe festsetzen, sind allgemein gültige Aussagen jedoch schwierig zu treffen.
In unserer Beispielrechnung sei angenommen, dass die Dachbegrünung einen Zweidrittel-Nachlass in Höhe von 1,20 Mark pro Quadratmeter und Jahr erhält. Auf 40 Jahre hochgerechnet ergibt sich daraus auf Grund der regenwasserrückhaltenden Wirkung eine Gebühreneinsparung von 48.000 Mark.

Gründächer verbessern die Wärmedämmung

Jede Dachbegrünung hat eine wärmedämmende Wirkung. Sie verringert den Energiefluss durch das Bauteil Dach und beeinflusst damit die temperaturangrenzenden Luftschichten. Zwar darf der Begrünungsaufbau nach der Wärmeschutzverordnung nicht als zusätzliche Wärmedämmung angerechnet werden, weil sie sich als abnehmbares Element oberhalb der Dachabdichtung befindet.
Der durch den Dachaufbau fließende Wärmestrom wird jedoch deutlich verringert und dadurch der Dämmwert verbessert. Rechnerische Grundlagen auf diesem Gebiet, die es ermöglichen für den Einzelfall konkrete Aussagen treffen zu können, fehlen bislang. Um dennoch einen rechnerischen Wert zu ermitteln, wird in unserem Beispiel vorsichtig angenommen, dass der zwölf Zentimeter hohe Aufbau der extensiven Dachbegrünung vergleichsweise ungefähr zwei Zentimeter Dämmstoff entspricht. Daraus ergäbe sich eine Energieeinsparung von 0,125 Mark pro Quadratmeter und Jahr und nach 40 Jahren der kumulierte Betrag von 5.000 Mark.

Im Modell ergibt sich ein deutliches Plus für´s Gründach

Nach Berücksichtigung aller genannten Wirkungen des begrünten Daches ergibt sich für den Betrachtungszeitraum von 40 Jahren, dass eine Extensivbegrünung von 1000 Quadratmetern für den Bauherren beziehungsweise Investor um 26.000 Mark günstiger ist als ein konventionelles Kiesdach.
Wie jede Modellrechnung darf selbstverständlich auch die vorgestellte beispielhafte Kosten-Nutzen-Rechnung nicht pauschalisiert werden. Zum einen beinhaltet auch dieses Modell eine Reihe von rechnerischen Vereinfachungen und hypothetischen Annahmen.
Zum anderen hat jedes Gebäude, jedes Dach und jeder Standort eigene Parameter, die individuell zu bewerten sind. Weitere Kostensenkungspotenziale einer Dachbegrünung, die sich objektbezogen, zum Beispiel aus der Wertsteigerung der Immobilie beziehungsweise aus Mietmehrerträgen auf Grund eines höheren Wohnwertes ergeben, sind nicht berücksichtigt.

Vor allem bei Großprojekten ergeben sich erhebliche Vorteile

Auch ist die Anerkennung der Dachbegrünung als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für Störungen des Landschaftsbildes und des Naturhaushaltes nach §8 BNatSchG in die Betrachtung nicht eingeflossen.
Insbesondere bei Großobjekten können sich hier erhebliche finanzielle Vorteile einer Dachbegrünung ergeben, wenn zum Beispiel die Kosten für den Kauf, die Umwandlung und Pflege von Ausgleichsflächen die Kosten eines Gründaches deutlich übertreffen. Das vorgestellte einfache Beispiel kann daher nur als exemplarisch angesehen werden.
Ziel dieser Modellrechnung ist aber, aufzuzeigen, dass es neben den unbestritten höheren Herstellkosten eines Gründaches durchaus eine Reihe von Nutzen und damit verbundenen Kostensenkungspotenzialen gibt, die diesen Kostenachteil kompensieren können. In welcher Höhe diese Kostenersparnis liegt und ob ein Gründach tatsächlich im Zeitablauf günstiger als ein Kiesdach wird, muss und kann nur für den jeweiligen Einzelfall ermittelt werden.
Abseits des rein finanziellen Vergleiches dürfen aber im Entscheidungsprozess auch nicht die ästhetischen (Abb. 3), ökologischen und stadtplanerischen (Abb. 4) Argumente vergessen werden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass dem vorgestellten Kosten-Nutzen-Modell als eines der Basisannahmen eine 40-jährige Funktionalität der Dachbegrünung zu Grunde liegt.
Grundlage dafür ist und bleibt - insbesondere vor dem Hintergrund der auf dein Dachbegrünungsmarkt zunehmend aktiven Billig- und Minimalbegrünungsanbieter – die fachgerechte Planung und eine Ausführung durch geschulte und erfahrene Garten- und Landschaftsbaubetriebe sowie praxiserprobte, langlebige Systemelemente.

Quelle: Deutsches Ingenieurblatt
DIB 06/2001, S. 24-29
Autor: Dipl.-Kfm. Dominic Giesel, Fa. optima

comment.gif (1022 bytes)Meine Meinung: trotzdem der Beitrag von einem Hersteller kommt, ist er als hinreichend objektiv zu betrachten. Auch DIMaGB befürwortet Gründächer, schon aus der eigenen Erfahrung heraus (Sporthalle Lichtenrade). Die Betrachtung ist natürlich bei der Größenordnung EFH eine andere, aber ich kann mich der Überlegung bei der Kostenberechnung anschließen.


Kosten-Nutzen-Analyse
Vergleich Kiesdach(5 cm) und Extensivbegrünung (1-schichtig, 8 cm):

1 STATISCHER MEHRAUFWAND
keine Mehrkosten, beide wiegen ca. 8o-roo kg/m'

2 REPARATUR/SANIERUNG DER DACHABDICHTUNG
Begrünung schützt die Dachabdichtung, verdoppelte Lebensdauer: etwa 50 Jahre
im Vergleich zu einem Kiesdach oder einem ungeschützten Dach
bei Sanierungskosten von 25-50 Euro/m2

3 WURZELFESTE DACHABDICHTUNG
kaum ein Preisunterschied zwischen wurzelfester und nicht wurzelfester Abdichtung

4 HERSTELL- UND PFLEGEKOSTEN
Extensivbegrünung kostet ca. 12 €/m2, Pflegekosten ca. 0,50 €/m2
Kiesdach: ca. 7 €/m2 und 0,20 €/m2
Trapezblechdach ca. 20 €/m2
Ziegeldach ca. 40-50 €/m2

5 WENIGER VERSIEGELUNGSGEBÜHREN
Reduzierung der Niederschlags-Wassergebühr
in Orten mit gesplitteten Abwassersatzungen

6 AUSGLEICHSMASSNAHMEN
als Eingriffs-Ausgleichs-RegeIung können Gründächer statt bspw. Hecken
vorgeschrieben werden, .Einsparung: ca. 8 Euro/m2 (auch bei den Grundstückspreisen).

7 ENTWÄSSERUNG, KANALDIMENSIONIERUNG
bei flächendeckender Dachbegrünung kein Regenrückhaltebecken notwendig.
Einsparung: ca. 10-20 €/m2

8 EINSPARUNGEN BEI ENERGIEKOSTEN
Expertenschätzungen liegen bei ca. 2,4o €/m2
in der Herstellung bzw. 0,25 €/a in der Nutzung.

9 HÖHERE MIETERTRAGE
Gutachterschätzung: 6-8% höhere Mieten erzielbar bei Gründächern

10 FÖRDERGELDER FÜR DACHBEGRÜNUNG
gibt es in einigen Städten und Ländern

Summa summarum: Herstell- und Unterhaltungskosten
1.000 m2 in Berlin inkl. Versiegelungsgebühr
Gründach: 30.000 €
Kiesdach:  31.000 €

Quelle: Optigrün, 07.2004

comment.gif (1022 bytes) Meine Meinung: manchen mögen die 1.000 € nicht so beeindrucken, immerhin sind es gerade mal 1 €/m2. Aber selbst wenn Ihnen  diese Rechnung weit hergeholt erscheint: zumindest sollte uns die Botschaft erreichen, dass ein Gründach nicht gleich unbezahlbar teuer sein muss. Bei Einbeziehung der Wirtschaftlichkeitsaspekte in die Investitions-entscheidung kann somit die Entscheidung klar pro Gründach ausfallen.

Grüne Dächer sparen mehr Energiekosten als gedacht
Richtiger Dachaufbau und Bepflanzung ist entscheidend


Kassel (pte, 06. Aug 2001 13:30) - Gründächer können im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte schützen. Große Mengen an Heizenergie lassen sich aber nur einsparen, wenn die Erdschicht des Dachs ausreichend dick ist und die richtigen Pflanzen darauf wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt der Bauexperte Gernot Minke und sein Team vom Forschungslabor für Experimentelles Bauen (FEB) http://www.uni-kassel.de/fb12/fachgebiete/feb an der Universität Gesamthochschule Kassel. Empfehlenswert ist demnach ein Magersubstrat von 14 bis 16 Zentimeter Dicke auf dem Dach sowie ein dichter Bewuchs durch Wildgräser wie Rot- und Schafschwingel und Wiesenrispe. Für die Dachränder empfehlen sich Thymian-Sorten.

Die Wissenschaftler hatten für die Dauer von sechs Monaten ein Gründach mit 15 Zentimeter Leichtsubstrat und einem dichten extensiven Bewuchs durch spezielle Wildgräser näher untersucht. An einem heißen Oktobertag zeigte das Thermometer über dem Gras des Daches 30 Grad im Schatten an. Unter dem Gras maßen die Forscher nur 23 Grad und direkt über der Dachhaut lediglich 17,5 Grad. Nachts war die niedrigste Lufttemperatur sieben Grad, die tiefste Temperatur über der Dachhaut dagegen nur 15 Grad. An einem kalten Wintertag betrug die Lufttemperatur nachts minus 14 Grad, die Temperatur der Dachhaut dagegen nur null Grad.

Wie die Forscher feststellten, betrug der Wärmeverlust durch den Baukörper dank des Grasdaches nur drei Fünftel des üblichen Wertes. 40 Prozent des sogenannten Transmissionswärmeverlusts durch Wände und Baukonstruktion ließ sich einsparen. Da Heizungsanlagen auf minus 15 bis minus 20 Grad ausgelegt sein müssen, im Dachbereich aber minimal null Grad auftreten, wären billigere und kleinere Heizungsanlagen, als vorgeschrieben, bereits ausreichend. Zusätzlich spare der Hauseigentümer durch die Dämmwirkung des Gründachs Energiekosten, so das FEB. Bei einem Gründach mit dem üblichen Aufbau von nur acht bis zwölf Zentimeter Substrat und weniger dichter Vegetation aus Wildkräutern, Wildgräsern und Sedum sei die Energieeinsparung wesentlich geringer. (Ende)

Quellenangabe: Aussender: pressetext.deutschland, Redakteur: Claudia Schröder, email: redaktion@pressetext.de, Tel. +49-30-726165-0, Im Internet: www.pressetext.de


Gründach: Alternative für Sanierung
Aus Alt mach Grün
Extensive Dachbegrünung – die Alternative fürs Flachdach

In der kalten Jahreszeit haben Dächer ihre Bewährungsprobe. Sturm und Regen, Frost, Schnee und Eisbildung setzen ihnen kräftig zu. Vorhandene Schwachstellen kommen zum Vorschein, und das kann unter Umständen bedeuten, dass eine Reparatur notwendig wird. Gebäudebesitzer mit Flachdächern sollten bei dieser Gelegenheit einmal darüber nachdenken, ob sie bei ihr Dach bei der Sanierung nicht gleich in eine grüne Oase verwandeln wollen.

Ein Gründach ist nicht nur auf Neubauten ein schöner Blickfang. Es bringt in jedem Fall meßbare Vorteile. So filtert es Staub und Schadstoffe aus der Luft, produziert Sauerstoff und wirkt sich positiv auf das Mikroklima der Umgebung aus. Auch Insekten fliegen auf das zusätzliche Nahrungsangebot der Blüten. Neben der Natur profitieren aber auch die Hausbewohner und nicht zuletzt ihr Geldbeutel von der Pflanzenpracht über den Köpfen.

GD_17.gif (43795 bytes)Gründächer verbessern die Wärme- und Schalldämmung innerhalb des Gebäudes und sorgen so für ein angenehmes Raumklima sowie sinkende Heizkosten. Außerdem gleicht die Begrünung Temperaturschwankungen auf dem Dach aus. Die Dachabdichtung wird geschont und ihre Lebensdauer im Vergleich zu einer "kahlen" Ausführung deutlich verlängert. Viele Kommunen fördern Dachbegrünungen auch direkt über Zuschüsse oder indirekt durch Nachlässe bei den Abwassergebühren. Der Grund: Begrünungsaufbau und Pflanzen speichern pro Quadratmeter bis zu 20 Liter Regenwasser und entlasten dadurch die Kanalisation.

Viele Gründe sprechen also dafür, ein Flachdach auch nachträglich zu begrünen. Besonders eignet sich dafür eine dünnschichtige extensive Begrünung mit anspruchslosen Sedumpflanzen. Deshalb bietet die Icopal GmbH aus Werne nicht nur ein dauerhaft durchwurzelungsfestes Abdichtungssystem für Gründächer an, sondern auch das komplette Begrünungssystem ICOFLOR®. Es umfasst neben einer kombinierten Schutz-, Filter- und Drainageplatte auch gleich das richtige Erdsubstrat und eine standortgerechte Sedum-Sprossenmischung. Weil der Begrünungsaufbau selbst in wassergesättigtem Zustand weniger wiegt als eine Kiesschüttung, eignet es sich für die meisten Flachdächer, deren Statik in der Regel ohnehin für eine Bekiesung ausgelegt ist.

Im konkreten Fall sollte man sich mit einem erfahrenen Fachhandwerker vom Dach vor Ort beraten, wie die Sanierung und die nachträgliche Begrünung ausgeführt werden kann. Er sorgt dann auch gleich für die fachgerechte Ausführung der Arbeiten. Und bei ICOFLOR® kann er auch die Begrünung selbst übernehmen. Denn anders als bei intensiv begrünten Dächern mit Stauden, Sträuchern oder sogar Gehölzen ist für die extensive Begrünung kein spezielles gärtnerisches Know-how erforderlich.

Auch die weitere Pflege des Gründachs ist unkompliziert. Neben der allgemeinen Wartung des Flachdachs fällt wenig zusätzliche Arbeit an. Sedum ist äußerst anspruchslos und anpassungsfähig. Eine Düngergabe pro Jahr reicht völlig aus. Nur bei extremer Trockenheit sollte zusätzlich gegossen werden. Und während der Besitzer eines intensiv begrünten Dachs lange warten muss, bis sich seine Pflänzchen zu ansehnlichen Gewächsen entwickeln, brauchen Bauherren, die sich für das ICOFLOR®-System entschieden haben, weit weniger Geduld. Schon nach einer Vegetationsperiode ist ein geschlossener Pflanzenteppich vorhanden. Bei güstiger Witterung kann man sich nach der Aussaat im zeitigen Frühjahr schon im Spätsommer an den ersten zarten Blüten erfreuen.

Eine kostenlose Broschüre zum Thema Dachbegrünung erhalten sie kostenfrei bei:
Icopal GmbH
Postfach 1351, 59356 Werne
Telefon (0 23 89) 79 70-0
per Fax (0 23 89) 79 70 20
oder per E-Mail icopal@icopal.de
www.icopal.de


Klimaanlage und Hochwasserschutz auf dem Dach
Begrünte Dächer kühlen und halten Regenwasser zurück

Mal Jahrhunderthochwasser, mal bei fast 40 °C schwitzen - für Wissenschaftler sind dies die Anzeichen des Klimawandels. Begrünte Dachflächen leisten einen Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Verbesserung des Klimas, in Gebäuden und in der städtischen Umgebung. Und zwar mehr, als auf den ersten Blick vermutet werden kann.

In Deutschland sind rund 12 % der Bodenfläche versiegelt, täglich kommen rund 125 ha hinzu. Fällt Regen auf versiegelten Flächen, so belastet das Wasser Kanalisation, Kläranlagen und Flüsse, anstatt im natürlichen Kreislauf zu versickern und zu verdunsten. Die Folgen: Hochwasser, fallende Grundwasserspiegel und überhitztes Stadtklima.

Dachbegrünungen gleichen die Bodenversiegelungen zumindest teilweise aus. Denn begrünte Dächer halten Niederschläge zurück, Regenwasser wird gespeichert und zeitverzögert abgeleitet. Der verbleibende Teil verdunstet und kommt so der Umwelt zugute anstatt als Abwasser Kläranlagen und Kanäle zu belasten. Pflanzen und Substrat filtern außerdem das Regenwasser – ideal wenn es als Brauchwasser verwendet werden soll.

Dachbegrünungen verbessern in den Ballungsräumen das Mikroklima: Pflanzen verdunsten Regenwasser, es entsteht Verdunstungskälte, die das Stadtklima kühlt. Staub wird aus der Luft gefiltert und lagert sich an die Pflanzenteile an. Gründächer können in Städten eine Überlebensnische für Tier- und Pflanzenarten sein, Schmetterlinge, Bienen und Hummeln finden auf grünen Dächern ihre Nahrung.

Neben der Umwelt profitieren auch Eigentümer vom grünen Pelz auf dem Dach. Dachbegrünungen tragen zum Wärmeschutz bei, schützen vor Lärm und im Sommer vor dem Hitzestau unterm Dach.

Die Befürchtung, die Pflanzen könnten der Dachabdichtung schaden ist falsch. Voraussetzung ist natürlich, dass die richtigen Abdichtungsmaterialien gewählt wurden. Besonders geeignet für Dachbegrünungen sind zweilagig verlegte durchwurzelungsfeste Polymerbitumenbahnen, die jeweils zwischen vier und fünf Millimeter dick sind. Sie sind seit über 100 Jahren bewährt und halten doppelt dicht. Jede einzelne Schicht ist zwischen 4 und 5 Millimeter dick.

Aufgrund des umweltverträglichen Rohstoffs Bitumen und der reißfesten textilen Trägereinlagen sind Bitumenbahnen mechanisch hoch belastbar, was gerade auf einem begrünten Dach eine besondere Sicherheit gibt. Dachabdichtungen mit Bitumenbahnen sind außerdem ökologisch unbedenklich.

Und ihre jahrzehntelange Haltbarkeit ist für jeden Bauherrn eine beruhigende Versicherung. Dabei wird durch die Begrünung die Lebensdauer der Dachabdichtung noch einmal verlängert, denn Pflanzen und Substratschicht schützen die Abdichtung vor schädigenden UV-Strahlen und großen Temperaturschwankungen. So werden auf ungeschützten Flachdächern im Sommer Temperaturen von beispielsweise 17°C früh morgens und bis zu 80°C mittags bei voller Sonne gemessen. Wenn dann plötzlich ein Unwetter mit Hagel kommt, fällt die Temperatur auf der Dachfläche schlagartig bis fast auf O°C. Das Abdichtungsmaterial muss diese hohen Temperaturunterschiede schadlos verkraften. Bei Dachbegrünungen hingegen betragen die Temperaturunterschiede selten mehr als 25°C.

Unterschieden werden bei der Begrünung von Dächern Intensivbegrünungen – die Substratstärke beträgt mindestens 30 cm, der Bewuchs sind Stauden, Gehölze und Rasenflächen – und Extensivbegrünungen mit einer Substratstärke von 3 bis 15 cm und bewachsen mit Moos, Sukkulenten, Kräutern und Gräsern.

Die Kosten für eine Extensivbegrünung betragen ab etwa 35 EUR pro Quadratmeter, die Preise sind abhängig von der Dachform und der Pflanzenwahl. Bei Intensivbegrünungen ist der Preis nach oben offen. Er ist u. a. abhängig davon, ob man „nur“ eine Rasenfläche oder einen kleinen Park anlegt. Möglich ist alles.

Je dicker der Pflanzenteppich, desto größer die ökologische Wirkung. Am Beispiel Kühleffekt wird gezeigt, dass die ökologische Wirkung auch von der Pflanzenwahl abhängt.

An einem heißen Sommertag verdunstet ein Quadratmeter Blattoberfläche ca. einen halben Liter Wasser. Dadurch wird der Luft Wärme entzogen (2,2 MJ = 530 kcal pro Liter Wasser). Je nach Pflanzenart ist der Kühleffekt sehr unterschiedlich. Den Kühleffekt der unterschiedlichen Bepflanzungen finden Sie in folgender Tabelle:

Kühleffekt im Sommer verschiedener Begrünungen

 

Blattoberfläche je m² Fläche

Verdunstungsleistung an einem Sommertag in Liter

Abkühlungs-
effekt
[MJ]
 

Kühleffekt:
m³ Luft, die um 10°C abgekühlt wird

Rasen
3 cm hoch

6 m²

3

6,6

1.320,00

Rasen
5 cm hoch

9 m²

4,5

9,9

1.980,00

Wiese mit 60 cm langen Gräsern

bis zu 225 m²

112,5

247,5

4.9500,00

Grasdach im Sommer

mehr als 100 m²

50

110

22.000,00

Sedum bis 8 cm hoch

1 m²

0,5

1,1

220,00

Sedum sehr dicht bis 10 cm hoch

2,4 m²

1,2

2,64

528,00

(Tabelle in Anlehnung an Dürr: Dachbegrünung - Ein ökologischer Ausgleich; Bauverlag)

Durch den Kühleffekt mildern Pflanzen nicht nur die Thermik, sie filtern auch Schmutzpartikel aus der Luft - und zwar je mehr, desto größer die Blattoberfläche ist.

Im Sommer flirrt die Luft über den Dächern. Heiße Luft steigt auf, reißt Staub, Schadstoffe und Rußpartikel mit, und lagert sich als Dunstglocke über den Städten ab um später wieder abzusinken. So entsteht ein Kreislauf, der die Schadstoffe ständig durch die Atemluft transportiert.

Die Dunstglocke wirkt dabei wie die Scheibe eines Gewächshauses und lässt die Temperatur in den Städten noch weiter steigen. Der Kühleffekt mindert die Thermik und den Schadstofftransport durch die Luft.

Welche Pflanzen auf das Dach kommen, hängt nicht nur vom eigenen Geschmack ab. Dächer sind Extremstandorte. Schattige, sonnige, regenreiche und regenarme Standorte sind jeweils für
andere Pflanzenarten besser geeignet.

Unterschiedliche Pflanzen erzielen unterschiedliche Wirkung, Rasendächer isolieren besser gegen Wärme und Moosdächer bilden gute Sekundärbiotope, wie diese Tabelle zeigt.

 

Extensivbegrünung

Intensivbegrünung

 

Moosdach

Sedumdach

Grasdach

Rasendach

Staudendach

Strauch- Gehölzdach

Isolation gegen Wärme

j

i

ii

ii1)

ii1)

ii1)

Isolation gegen Kälte

 

 

j

j

j

j

Schallschutz

j

i

ii

ii1)

ii1)

ii1)

Regenwasserrückhaltung

j

i

ii

j1)

ii1)

ii1)

Kleinklimaverbesserung

j

j

ii2)

ii1)

ii1)

ii1)

Sekundärbiotopbildung

ii

ii

ii

 

j1)

ii1)

Luft- und Regenfilter

j

i

ii2)

i

j1)

j1)

ii = gut geeignet; i = geeignet; j = bedingt geeignet; 1) nur bei hohem Flächenanteil;2) nur im feuchten Zustand

Tabelle: Auszug aus: Schriftenreihe Umwelt NR 216; Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern, 1995

Wie jedes andere Dach sollten auch begrünte Dächer regelmäßig gewartet werden. Bei extensiv begrünten Dächern fallen wenige zusätzliche Pflegearbeiten wie z. B. das Entfernen von Fremdbewuchs an. Bei intensiv begrünten Dächern ist der Pflegeaufwand jedoch ähnlich wie bei einem Garten.

Von grünen Dächern profitiert die Umwelt, der Eigentümer und die öffentliche Hand. Diese spart viel Geld, da weniger Niederschlagswasser als Abwasser behandelt werden muss. Zahlreiche Städte und Gemeinden fördern deshalb Dachbegrünungen. In Stuttgart beispielsweise wird jeder Quadratmeter Dachgrün mit fast 18 EUR bezuschusst. In Nordrhein-Westfalen gibt es sogar Landeszuschüsse. immerhin 15 EUR pro Quadratmeter (Info unter: www.murl.de). Je nach Kommune sind verschiedene Ämter zuständig: das Gartenbauamt, das Grünordnungsamt, das Amt für Umweltschutz oder das Bauamt. (Über Fördermittel informiert auch: www.energiefoerderung.info oder telefonisch unter 0228- 9237914).

In ca. 35% der Kommunen Deutschlands sparen Hausbesitzer, die Grün über ihren Köpfen wachsen lassen, jedes Jahr bares Geld bei der Abwassergebühr. Nämlich überall dort, wo es eine sogenannte „gesplittete Abwassergebühr“ gibt. Normalerweise wird die Abwassergebühr einfach nach dem verbrauchten Frischwasser berechnet. Die gesplittete Abwassergebühr berücksichtigt neben dem Trinkwasserverbrauch die versiegelte Fläche. Dachbegrünungen vermindern die versiegelte Fläche und damit die jährliche Abwassergebühr. (Info unter: www.bund-nrw.de).

Neben Baukostenzuschüssen und Gebührennachlässen steigern die bauphysikalischen Vorteile wie erhöhter Schall- und Wärmeschutz oder angenehme Sommertemperaturen unterm Dach den Wert ihrer Immobilie. Außerdem: Grüne Dächer bieten 365 Tage, im Jahr Naturerlebnis pur.

Doch wer an Material und Ausführung spart, legt langfristig drauf. Nicht das billigste Angebot sollte den Ausschlag geben, sondern das des Fachmanns mit guten Referenzen. Führen Sie die Begrünung ohne Architekten durch, sollten wegen der Gewährleistung Begrünung und Abdichtung aus einer Hand kommen. In jedem Fall sind Polymerbitumenbahnen als Abdichtungsmaterial immer die erste Wahl.

Weitere Informationen zur Flachdachabdichtung und zum Gründach sind beim vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V., Karlstraße 21, 60329 Frankfurt am Main oder über das Internet Service-Portal des vdd abrufbar: www.derdichtebau.de.

Pressemitteilung des vdd, 30.04.2004


Grüne Dächer mildern Feinstaubbelastung

Seit Wochen ist die Diskussion über Feinstaubbelastung in vollem Gange, denn betroffen sind längst nicht mehr nur Großstädte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte in den letzten Jahren mehrmals vor den schweren gesundheitlichen und finanziellen Folgen der übermäßigen Feinstaubbelastung. Grünflächen und Dachbegrünungen können hier für Entlastung sorgen.

Seit 1. Januar 2005 gilt EU-weit ein Grenzwert für Feinstaub von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Dies war in einigen deutschen Großstädten bereits drei Monate nach Einführung der neuen Grenzwerte der Fall. Fast alle aktuell diskutierten Gegenmaßnahmen zielen darauf ab, die Feinstaubbelastung langfristig zu reduzieren. Doch auch kurzfristig lässt sich die Situation verbessern. Studien des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen zeigten deutlich weniger Staub über Grünflächen wie innerstädtischen Parks oder Alleestraßen. Auch Gründächer können hier ihren Beitrag leisten. Sie haben außerdem den Vorteil, dass Sie keine zusätzliche Grundfläche verbrauchen. In den Innenstädten liegen auf Dächern riesige Flächen brach, die die Feinstaubbelastung mildern könnten, wenn sie begrünt würden.

Denn Dachbegrünungen haben vielerlei positive Auswirkungen auf das Kleinklima der Umgebung, u. a. wird die Atemluft verbessert, indem Staub und Schadstoffe durch die Vegetation gebunden werden, z.B. der gesundheitsgefährdende Feinstaub.

Voraussetzung für ein dichtes Gründach ist natürlich die Wahl der richtigen Abdichtungsmaterialien. Durchwurzelungsfeste, hochbelastbare Bahnen aus Polymerbitumen und Bitumen eignen sich besonders für die Dachbegrünung. Zusätzlich schützen Pflanzen und Substratschicht die Abdichtung vor schädigenden UV-Strahlen und großen Temperaturschwankungen.

Info- und Service-Portal hilft weiter

Weitere Informationen zum Thema Dachbegrünung sowie viele Anregungen rund um die Flachdach- und Bauwerksabdichtung finden Sie unter www.derdichtebau.de. Die Broschüren „Wissenswertes zum Gründach“ und „Ökologische Aspekte“ gibt es kostenlos online oder direkt vom vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V., Tel. 069 2556-1314.

Presseinfo vdd, 12.05.2005

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