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Wasserdampfdiffusion durch Mauerwerk aus Hochlochziegeln 1. Ausgangssituation Hochlochziegel weisen bekanntermaßen ein günstiges feuchteschutztechnisches Verhalten auf. Neben dem Austrocknungsverhalten, bei dem vorrangig flüssiges Wasser in kurzer Zeit durch die Kapillaren des porosierten Scherbenmaterials entweicht, ist auch der Wasserdampftransport des gasförmigen Mediums Wasser von Bedeutung. Die treibende Kraft für diesen Transportmechanismus ist der Ausgleichsprozeß zwischen einer hohen Feuchtekonzentration (meist raumseitig) und einer trockenen Umgebung (meist außenseitig). Diese Feuchtekonzentration wird durch den Partialdampfdruck gekennzeichnet. Dieser liegt bei einer Raumlufttemperatur von 20° C und einer relativen Feuchte von 50 % bei etwa 2340 Pa. 2. Monolithisches Mauerwerk Monolithisches Ziegelmauerwerk aus wärmedämmenden Hochlochziegeln kann mit Werten der Wärmeleitfähigkeit bis etwa 0,14 W/mK und einer Dicke von 36,5 cm mit beidseitigem Putz einen Wärmedurchgangskoeffizienten (k-Wert) bis etwa 0,35 W/m2K erreichen. Dieser Wert bedingt die Verwendung von Leichtmörteln LM 21 und unvermörtelten aber dafür verzahnten Stoßfugen. Hierdurch ergibt sich für den Bauteilquerschnitt streng genommen eine Dreiteilung von Ziegel, luftgefüllter Stoßfuge und Lagerfuge aus Mörtel. Alle drei Bereiche weisen für sich betrachtet ein etwas abweichendes feuchteschutztechnisches Verhalten auf. So ist die theoretische Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl der luftgefüllten Fuge mit µ=1 anzusetzen, während die Lagerfuge mit µ=15 bis 35 für Leicht- und Normalmörtel angesetzt werden müßte. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einfluß der Lagerfugen und insbesondere der nicht vermörtelten Stoßfuge für den Wasserdampftransport des gesamten Bauteils nicht erkennbar ist [2]. Dies gilt auch für Stoßfugen, die bis zu 1 cm geöffnet sind. Gegenüber dem z. B. mit Wachs verschlossenen Fugenbereich wurde im Versuch eine mittlere Diffusionswiderstandzahl von µ=8,8 gegenüber 7,3 für den Fall der 1 cm luftgefüllten Fuge attestiert. Somit kann bei monolithischen, hochwärmedammenden Mauerwerk von einem gleichmäßigen und völlig unkritischen Diffusionsverhalten ausgegangen werden. Zudem wird es in diesen einschaligen, verputzten Konstruktionen durch das lineare Temperaturverhalten und den damit linearen Partialdampfdruckverlauf im Inneren der Konstruktion niemals zu Tauwasserausfall kommen können. 3. Zusatzgedämmtes Mauerwerk Erhöhte Anforderungen an den Wärmeschutz und an die Energieeinsparung im Gebäudebereich machen zunehmend zusatzgedämmte Ziegelwandkonstruktionen erforderlich. Auch hier kann die Frage der feuchteschutztechnischen Eignung schnell und klar beantwortet werden. Werden auf Hochlochziegelwände relativ diffusionsdichte Zusatzdämmungen aufgebracht, kann es nach dem Rechenverfahren nach Glaser [1] zu Tauwasserausfall innerhalb der Konstruktion kommen. Dieser Tauwasserausfall geschieht vorrangig im Kontaktbereich zwischen Dämmstoff und Außenputz (Bild 1). Grundsätzlich ist ein Tauwasserausfall in mehrschichtigen Außenbauteilen nach DIN 4108 zulässig. Dabei dürfen bestimmte Tauwassermengen nicht überschritten werden und es muß gewährleistet sein, dass das Tauwasser während der normierten Verdunstungsperiode beidseitig aus dem Bauteil entweichen kann. Die Tauperiode dauert für diese Berechnungen 1440 h, die Verdunstungsperiode 2160 h. Weiterhin gilt eine Beschränkung der Tauwassermenge auf insgesamt 1,0 kg/m2, vorausgesetzt, dass mindestens eine der Grenzschichten an der Tauwasser anfällt, kapillar wasseraufnahmefähig ist. Dies trifft sowohl für den Ziegel als auch für Putze zu. Tritt dagegen Tauwasser an kapillar nicht wasseraufnahmefähigen Grenzschichten auf, so darf die zulässige Tauwassermenge 0,5 kg/m2 während der Tauperiode nicht überschreiten. Bild 1: Dampfdruck und Temperaturverlauf in einer zusatzgedämmten Ziegelwand im Bereich der luftgefüllten Stoßfuge, Aufbau gemäß Tabelle 1.
Um nachzuweisen, dass mit relativ dampfdichten Zusatzdämmungen auf Basis von Polystyrol und in Verbindung mit Kunstharzputzen das feuchteschutztechnische Verhalten einer Ziegelwand völlig problemlos ist, wurden eine Reihe von Diffusionsberechnungen nach DIN 4108 [1] durchgeführt. Hierbei ist allerdings gegenüber den Berechnungen in Kapitel 2 wegen der erhöhten Sensibilität von einer differenzierteren Betrachtung ausgegangen worden. Neben dem reinen Ziegelquerschnitt wurden auch die luftgefüllte, unvermörtelte Stoßfuge und die mit Normalmörtel ausgeführte Lagerfuge als Teilbereiche berechnet. Danach ergeben sich für eine 24 cm starke Ziegelkonstruktion aus HLz und einer Zusatzdämmung aus 8 cm Polystyrol mit kunstharzgebundenem Außenputz eine Tauwassermenge von max. etwa 340 g/m 2 in der Tauperiode. Die Verdunstungsmenge erreicht einen Wert von ca. 1060 g/m 2. Die Verdunstungsmenge ist damit etwa 3 mal so hoch wie die Tauwassermenge, die zudem noch deutlich unter der zulässigen Höchstmenge von 1000 g/m 2 liegt. Dies zeigt eindeutig, dass auch im eher kritischen Bereich der luftgefüllten Stoßfuge einer zusatzgedämmten Ziegelwand keine unzulässigen Tauwasseransammlungen auftreten. Die Tabelle 1 gibt einen Überblick der dieser Berechnungen zugrundegelegten Randbedingungen. In Tabelle 2 sind die Ergebnisse weiterer Berechnungen für die drei Bereiche Ziegel, Stoßfuge und Lagerfuge zusammengestellt. Hierbei ist davon ausgegangen worden, dass die zur Tauwasserbildung ungünstigsten Materialrandbedingungen in die Rechnungen mit einflossen. Erkennbar ist, dass insbesondere die zusatzgedämmten Konstruktionen mit mineralischen Außenputzen hinsichtlich der Tauwassermenge etwas kritischer sind, da diese Putze in der Regel dicker aufgetragen werden als die etwas dampdichteren Kunstharzputze und damit ein höherer sd Wert vorliegen kann. Weiterhin fällt auf, dass mit zunehmender Dämmstoffdicke die Tauwassermenge deutlich sinkt, die mögliche Verdunstungsmenge allerdings auch, aber in kleinerem Umfang, so dass eine größere Sicherheit gegeben ist. Tabelle 1 Bauteilaufbau einer zusatzgedämmten Ziegelaußenwand im Bereich der luftgefüllten Stoßfuge (k-Wert: 0,36 W/m 2K) und Klimarandbedingungen zur Dampfdiffusionsberechnung nach DIN 4108, Teil 5:
Tabelle 2 Bauteilaufbauten der untersuchten zusatzgedämmten Ziegelkonstruktionen:
4. Zusammenfassung Verschiedene meßtechnische und rechnerische Untersuchungen zeigen, dass sowohl monolithischem als auch zusatzgedämmtem Ziegelmauerwerk ein gutes feuchteschutztechnisches Verhalten attestiert werden kann. Während monolithische Ziegelaußenwände unter Normbedingungen grundsätzlich tauwasserfrei bleiben, kann bei bestimmten Materialkombinationen in zusatzgedämmten Ziegelkonstruktionen Tauwasser innerhalb der Dämmebene anfallen. Die dann auftretenden Tauwassermengen sind aller Erfahrung nach unkritisch, wenn das aufgebrachte Wärmedämmverbundsystem handwerklich korrekt ausgeführt wurde und eine Überlagerung aus Feuchteeintrag von außen (Schlagregen) durch beschädigte Außenputze, undichte Anschlußfugen ausgeschlossen werden kann. Auch in den Bereichen luftgefüllter Stoßfugen des Mauerwerks treten keine kritischen Tauwassermengen auf. Im Zweifelsfalle können diffusionstechnische Berechnungen nach Glaser durchgeführt werden. Dafür sind die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahlen von Ziegelmauerwerk mit µ = 5 - 10 und diese der Dämmstoffe und Außenbeschichtungen den bauaufsichtlichen Zulassungen der Wärmedämmverbundsystem-Hersteller entsprechend anzusetzen. Auch bei Verwendung relativ diffusionsdichter kunstharzgebundener Oberputze mit µ-Werten von 150 bewegen sich die auftretenden Tauwassermengen deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwerten. 5. Literatur [1] DIN 4108 "Wärmeschutz im Hochbau", 8.81; 11.91, Beuth-Verlag. März 1997 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Brandverhalten von Wänden mit Zusatzdämmung aus Polystyrol-Hartschaum Einleitung Im Geschoßwohnungsbau werden neben den bewährten einschaligen Mauerwerkkonstruktionen zunehmend zusatzgedämmte Wandkonstruktionen eingesetzt. Wesentliche Kriterien zur Einstufung von Bauteilen in Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102-2
Untersuchter Prüfkörper In /1/ wurde eine nichttragende, 115 mm dicke Wand aus Kalksand-Lochsteinen KSLR-12-1,4-8DF (115) nach DIN 106 mit Normalmörtel der Mörtelgruppe II in den Lagerfugen und unvermörtelten Stoßfugen untersucht. Zusammengefaßte Versuchsergebnisse Die untersuchte Konstruktion erfüllte die Anforderungen der DIN 4102-2 an die Feuerwiderstandsklasse F 90. Schlußfolgerungen Bei Verwendung von Zusatzdämmungen auf Mauerwerk sollten folgende Randbedingungen beachtet werden:
Foto: Brandversuch Zeitpunkt 5:00 min.
Literatur /1/ LGA Bayern; Prüfungsbericht Nr. MB 5600275 vom 18.03.1997; Nürnberg. Mai 1997 |
(AMz-Bericht 7/1997) Brandschutztechnische Eigenschaften von Ziegelmauerwerk mit Zusatzdämmung Einleitung Im Geschoßwohnungsbau kommen in der letzten Zeit auch Außenwandkonstruktionen aus Ziegelmauerwerk in den Wanddicken 175 bzw. 240 mm mit Zusatzdämmung zum Einsatz. Brandschutztechnische Bewertung von Zusatzdämmungen Die deutsche Brandschutznorm DIN 4102-4 /1/ unterscheidet zwischen nichtbrennbaren Zusatzdämmungen (Baustoffklasse A, z.B. Mineralfaser-Platten) und brennbaren Zusatzdämmungen (Baustoffklasse B, z.B. Polystyrol-Hartschaum). Eine Dämmung aus nichtbrennbaren Baustoffen darf nach DIN 4102-4 wie eine Putzschicht angesetzt werden. Tabelle 1: Brandschutztechnisch wirksame Bekleidungen von Mauerwerk nach DIN 4102-4, Abs. 4.5.2.10
Brandschutz-Anforderungen an Ziegelaußenwände mit Zusatzdämmung Bauaufsichtlich wird nach den Anforderungen
unterschieden. Brandwände aus Ziegeln An Brandwände werden technisch und auch bauaufsichtlich die höchsten Anforderungen gestellt. Brandwände dürfen nach den Landesbauordnungen nur aus nichtbrennbaren Baustoffen hergestellt werden. Erforderliche Mindestdicke von Brandwänden aus Ziegeln Brandwände aus Ziegelmauerwerk müssen nach DIN 4102-4 und neueren Prüfzeugnissen des IBMB Braunschweig die in der Tabelle 2 angegebenen Mindestwanddicken aufweisen. Die Prüfzeugnisse können bei der Arge Mauerziegel, Schaumburg-Lippe-Str. 4, 53113 Bonn bezogen werden. Tabelle 2: Einschalige Brandwände aus Ziegelmauerwerk innenseitig verputzt mit nichtbrennbarer Außendämmung
1) nach Prüfergebnis Nr. 3152/1494 des IBMB Braunschweig Feuerbeständige Wände aus Ziegeln (F 90) Die Anforderungen an feuerbeständige Wände sind geringer als an Brandwände. Daher sind die erforderlichen Wanddicken für F 90-Konstruktionen meist geringer als für Brandwände. Erforderliche Mindestdicke von zusatzgedämmten F 90-Wänden aus Ziegeln Die erforderlichen Wanddicken für feuerbeständige Ziegelwände mit nichtbrennbarer Zusatzdämmung (Baustoffklasse A) enthält die Tabelle 3. Tabelle 3: Einschalige Wände aus Ziegelmauerwerk
1) In Fällen, wo feuerbeständige Wände anstelle von Gebäudeabschlußwände dürfen bei Gebäuden geringer Höhe mit <= 2 Wohneinheiten in der offenen Bauweise als öffnungslose (d.h. raumabschließende) feuerbeständige Wände unter Verwendung von brennbaren Zusatzdämmungen ausgeführt werden. Tabelle 4: Einschalige raumabschließende Wände aus Ziegelmauerwerk
1) für nichtraumabschließende Wände gilt d>=240 mm Zusammenfassung Ziegelaußenwände erfüllen auch mit brennbarer Zusatzdämmung bereits in der aus statischer und schallschutztechnischer Sicht empfehlenswerten Mindestwanddicke d = 240 mm die brandschutztechnischen Anforderungen für feuerbeständige Wände ( F 90-AB). Brandwände müssen grundsätzlich aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Literatur /1/ DIN 4102-4; 03.94; Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile /2/ Hahn, C.: Mauerwerk nach DIN 4102-4, Ausgabe 1994. Berlin, Ernst & Sohn, In: Mauerwerk-Kalender 22 (1997), S. 531-565 Bild 1: Anordnung von Brandwänden an Grundstücksgrenzen (Beispiele) aus /2/
Dr. My-AMz, September 1997 |
(AMz-Bericht 6/1998) BRANDSCHUTZ MIT ZIEGELN Der bauliche Brandschutz ist eines der umfangreichsten Kapitel im Bauordnungsrecht. Ziegel sind als nichtbrennbare Baustoffe der Baustoffklasse A1 für diesen Anwendungszweck besonders geeignet. Neben der Verwendung nichtbrennbarer Baustoffe sind jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte zu beachten, um allen Brandschutz-Anforderungen gerecht zu werden. Die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel hat ihre Broschüre "Baulicher Brandschutz" aktualisiert und dabei vollständig überarbeitet. Die Broschüre enthält umfassende Informationen zum Brandschutz mit Ziegelbauteilen. Nach ausführlichen Begriffsdefinitionen werden die bauaufsichtlichen Brandschutzanforderungen erläutert und für wichtige Konstruktionsdetails Ausführungshinweise gegeben. Schwerpunkt der Broschüre ist die brandschutztechnische Einstufung von Ziegelbauteilen. Behandelt wird dabei neben dem einschaligen Ziegelmauerwerk auch zweischaliges Ziegelmauerwerk sowie Ziegeldecken. Dabei wird auch detailliert auf spezielle Themen wie Putze und Wärmedämmverbundsysteme auf Ziegelmauerwerk eingegangen. Für typische Ziegelkonstruktionen
werden die erforderlichen Mindest-Bauteildicken zur Erfüllung der brandschutztechnischen Anforderungen "feuerhemmend (F30)", "feuerbeständig" (F90-AB)" und "Brandwand" angegeben. Die Anwendungsbereiche für Ziegelmauerwerk konnten aufgrund neuer Prüfungen im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Vergleich zu DIN 4102-4, Ausgabe 1994, deutlich erweitert werden. So liegt jetzt z. B. für beidseitig verputztes 175 mm dickes Mauerwerk aus Hochlochziegeln nach DIN 105-2, Rohdichteklasse >= 0,9 der Nachweis der Brandwandeignung vor. Dieses und viele weitere neue Prüfergebnisse sind in der neuen Broschüre enthalten. Die Broschüre "Baulicher Brandschutz" kann bei der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V., Schaumburg-Lippe-Str. 4, 53113 Bonn und den Produktgruppen angefordert werden. Oktober 1998 |
Alterungsverhalten und Bauphysik von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) 1. Einleitung Die ersten WDVS im Bausektor wurden zu Beginn der 60er-Jahre ausgeführt. Ihr großflächiger Einsatz begann mit der Ölkrise in den Jahren 1973/1974. Zu dieser Zeit wurden Styropor-Hartschaumplatten mit Dämmstärken zwischen 20 und 50 mm eingesetzt. Die Dämmstoffplatten wurden auf dem Untergrund verklebt und mit Kunstharzputzen wettergeschützt. Von die sem WDVS aus den Anfangsjahren waren schon nach im Schnitt 3 Jahren Standzeit nur zwei Drittel aller Systeme ohne jegliche Mängel [1]. Nach im Mittel 8 weiteren Jahren wurden die zuvor begutachteten Systeme im Jahr 1983 ein weiteres Mal untersucht [2]. Es stellte sich heraus, dass nach einer durchschnittlichen Standzeit von 11 Jahren noch 49 % der untersuchten Systeme gänzlich ohne Mängel waren. Eine neuere Untersuchung aus den Jahren 1994/1995 in der 21 Gebäude mit WDVS untersucht wurden [3], lag das Durch schnittsalter der Systeme bei 22 Jahren. Hierzu zeigte sich, dass lediglich 22 % ohne Mängel, 28 % mit geringen Mängel und 50 % aller Systeme mit größeren Mängel behaftet waren. Die Auswertung weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zeigt Tendenzen, die hinsichtlich der Mängelhäufigkeit zwischen den zuvor genannten Ergebnissen [3, 4, 5, 6, 7] liegen und auf eine entsprechende Reparaturanfälligkeit schließen lassen. Eine Übersicht hierzu gibt Tabelle 1. Die ausführlichen Ergebnisse sind in der Studie von Prof. Dr.Ing. Menkhoff nachzulesen, die die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel beauftragt hat.
2. Renovierungszyklen Außenwände mit WDVS unterliegen wäh rend ihrer Lebensdauer bestimmten Renovierungszyklen. Diese werden nach [8] wie folgt angegeben:
3. Typische Schadensbilder Am häufigsten vertreten sind Putzrisse insbesondere an Bauteilanschlüssen wie am Fenster, Brüstungen, Rolladenkästen etc. Diese Risse stellen sich schon sehr frühzeitig nach Fertigstellung des WDVS ein, werden aber in der Anfangsphase häufig nicht wahrgenommen. Erst mit der Zeit bilden sich in den Rissen durch den Eintrag von Schmutzwasser dunkle Verfärbungen, die dann den eigentlichen Riß erst sichtbar machen. Vor allem an Südfassaden aber auch an Westseiten sind diese Schäden vorzufinden. Ursache hierfür sind die starken Temperaturänderungen durch die Sonneneinstrahlung. Von kleinen Rissen kann kaum eine Gefährdung der Systemdauerhaftigkeit ausgehen, größere ermöglichen insbesondere in Westlagen ein Eindringen von Regenwasser und somit eine Funktionsbeeinträchtigung des gesamten Systems. Neben den Risseschäden sind im Erdgeschoßbereich häufig Oberflächenbeschädigungen durch mechanische Beanspruchung festzustellen. Insbesondere in Geschoßbauten mit direkt an der Fassade verlaufenden Verkehrsflächen sind diese zu beobachten (Abstellen von Fahrrädern, PKW-Anstoß, Einkaufswagen, etc.). Sie lassen sich auch trotz Einlage von sog. Panzergeweben nicht gänzlich ausschließen. Systembedingte Schwachpunkte, die immer wieder zu beobachten sind und unabhängig vom verwendeten Dämm-Material auftreten sind sich abzeichnende Dämmplatten, Putzrisse über Dämmplattenfugen, Putzaufwölbungen und Farbaufwölbungen. Bei großflächigen Applikationen ohne Unterbrechungen durch Bauwerksöffnungen z. B. an Giebelwänden sind häufig deutliche Putzunebenheiten oder Gewebeüberlappungen besonders bei Schlaglicht erkennbar. Hierbei handelt es sich allerdings dann nur um optische Mängel. 4. Arbeitsaufwand und Kosten der Mängelbeseitigung Die bislang bekannten Untersuchungen lassen keine gesicherten Rückschlüsse auf den Arbeitsaufwand und die zu erwartenden Renovierungskosten zu. Man kann allerdings davon ausgehen, dass eine partielle Mängelbeseitigung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Aus optischen Gründen wird man immer die gesamte Fassadenfläche oder zumindest große Abschnitte überarbeiten müssen. Das führt dazu, dass neben der Ausbesserung schadhafter Stellen eines WDVS zumindest eine Fassadenreinigung und ein anschließender Neuanstrich notwendig werden. Darüber hinaus wird aus einigen Gutachten ablesbar, dass schon wenige Jahre nach Instandsetzungsmaßnahmen ähnliche oder gleiche Mängel erneut auftreten. Dies läßt den Schluß zu, dass bestimmte WDVS mit systemimmanenten Fehlern behaftet sein können und deren Dauerhaftigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit derartiger Systeme stark sinkt. 5. Brandschutz WDVS auf Basis von Polystyrol-Hartschaumplatten sind im eingebauten Zustand als schwer entflammbar gemäß Baustoffklasse DIN 4102-B1 einzustufen. In Verbindung mit der Außenwand erfolgt daraus eine Einstufung in eine Feuerwiderstandsklasse wie für die unverputzte Wand. WDVS auf mineralischer Basis mit Dämmplatten aus Mineralwolle und mineralischen Oberputzen werden in die Baustoffklasse A2 als nichtbrennbare Baustoffe mit organischen Bestandteilen (Kleber, Bindemittel) eingestuft. Hier darf das WDVS wie eine Putzschicht angesetzt werden. Brandwände dürfen nach den Landesbauordnungen aus nichtbrennbaren Materialien der Baustoffklasse A hergestellt werden, daher dürfen ebenfalls nur nichtbrennbare Dämmstoffe zum Einsatz kommen. Weitere Informationen enthält [9]. 6. Wärmeschutz WDVS heutiger Bauart sind bauaufsichtlich zugelassen. In der Regel beschränkt sich die maximale Dämmstoffdicke auf 120 mm. Bei Verwendung von nicht thermisch entkoppelten Dübeln, die allerdings kaum noch Verbreitung finden, ist eine Abminderung des rechnerischen Wärmedurchgangskoeffizienten von bis zu 30 % möglich. Weiteste Verbreitung finden Polystyrol-Hartschaumplatten in Verbindung mit kunstharz-vergüteten Oberputzen, deren Wärmeleitfähigkeit 0,04 W/mK beträgt. Nichtbrennbare Mineralfaserplatten werden mit der gleichen Wärmeleitfähigkeitsgruppe angeboten. Bei Verwendung von Mineralfaser-Lamellenplatten, bei denen die Fasern senkrecht zur Wandebene angeordnet sind und die eine hohe Scherfestigkeit aufweisen, liegt die Wärmeleitfähigkeit bei 0,045 W/mK.
7. Feuchteschutz Systeme mit Außenputzen auf Kunstharzbasis weisen recht hohe wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicken (SD-Werte) auf. Diese für feuchteschutztechnische Berechnungen wichtigen Angaben sind den bauaufsichtlichen Zulassungen zu entnehmen und dort für verschiedene Materialkombinationen angegeben. Bei ungünstiger Schichtenfolge kann es zu einem nicht unerheblichen Tauwasserausfall in der Dämmschicht kommen (s. Grafik). Allerdings haben Nachberechnungen nach DIN 4109-5 gezeigt, dass dieses in der Konstruktion anfallende Tauwasser während der Verdunstungsperiode restlos verdunstet und somit deren Funktionsfähigkeit gewährleistet ist. Dies gilt immer für den Fall, dass kein Regenwasser durch Anschlußfugen oder schadhafte Außenputze eindringen kann. 8. Schallschutz Hinsichtlich des Direktschalldämm-Maßes von Außenwänden mit WDVS ergeben sich gegenüber einer Berechnung nach DIN 4109 grundsätzlich Abweichungen. So sind insbesondere WDVS mit Kunstharzputzen mit einem Korrekturwert von bis zu - 5 dB behaftet. Lediglich Außenwände mit WDVS mit dicken mineralischen Außenputzen können bewertete Schalldämm-Maße erreichen die bis zu 4 dB über denen nach DIN 4109 liegen. Allerdings trifft diese zahlenmäßige Veränderung der Schalldämm-Maße sowohl in positiver als auch negativer Richtung nicht unbedingt die Realität. Da die Resonanzfrequenzen der WDVS zu niedrigen Frequenzen hin verschoben werden, ergibt sich im Bereich tiefer Frequenzen damit eine Verschlechterung der Schalldämmung. Dies ist allerdings vor dem Hintergrund des maßgeblichen Verkehrslärms besonders problematisch, da hier in der Regel recht hohe und störende Pegel vorliegen. Somit kann sogar eine zahlenmäßige Verbesserung des Direktdämm-Maßes zu einer objektiven Verschlechterung des empfundenen Schalldämm-Maßes führen. Dies begründet sich aus der Bewertungskurve zur Einzahlangabe, die lediglich niedrige und mittlere Frequenzen im gut hörbaren Bereich bewertet und die tiefen Frequenzen z. B. des Verkehrslärms wenig. Dies hier aufgetretene Phänomen wird in naher Zukunft erheblich die schallschutztechnische Qualität zusatzgedämmter Außenkonstruktionen in bezug auf den Lärmschutz bestimmen. 9. Literatur [1] Künzel, H. und Mayer, E.: Überprüfung von Außendämmsystemen mit Styropor-Hartschaumplatten. DBZ 6 (1976), S. 477, 1.1 und 1.2 [2] Künzel, H. und Mayer, E.: Alterungsverhalten von WDVS mit Kunstharzputzen. Schriftenreihe "Bau- und Wohnforschung" des Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. F 1933. [3] Künzel, H. und Leonhardt, H.: WDVS mit mineralischen Dämmschichten und Putzsystemen. IBP-Mitteilungen 192, 17 (1990). Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart. [4] Künzel, H. und Leonhardt, H.: Praxisbewährung von mineralischen WDVS. Die Mappe 111 (1991) H. z, S. 20 - 22 [5] Künzel, H.: WDVS mit Mineralfaserdämmplatten. Wksb-Zeitschrift für Wärme-, Kälte-, Schall-, Brandschutz 32 (1992) H. 30, S. 1 - 4. [6] Zapke, W. und Blomensaht, F.: Bewährung der Thermabauten. F 723. IfB, Institut für Bauforschung e. V., Hannover. [7] Gerken, D.: WDVS im Wohnungsbau - Bestandsanalyse zur längerfristigen Lebensdauer und Kostendämpfung. IfB, Institut für Bauforschung e. V., Hannover. IRB-Verlag 1996, Forschungsbericht Nr. F 2304 [8] Künzel, H.: Funktionssicherheit und Lebensdauer wärmedämmender Maßnahmen. VDI-Berichte 356 (1980), S. 63 - 66 [9] Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e. V.: Brandschutztechnische Eigenschaften von Ziegelmauerwerk mit Zusatzdämmung. AMz-Bericht 7/1997, Bonn. Gi Gdj AMz, Mai 1998 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
(AMz-Bericht 5/1997) Solarabsorption auf Außenwänden und Reduktion der Transmissionswärmeverluste 1. Einleitung Die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel hat in den letzten Jahren mehrere Forschungsarbeiten in Auftrag gegeben, energetischen Auswirkungen der Solarabsorption auf Außenwänden zur Reduktion der Transmissionswärmeverluste und die damit verbundene Verringerung des Heizenergiebedarfs zu untersuchen. Im Bericht 2/95 der AMz sind ein großer Teil der Ergebnisse vorgestellt worden. Aus aktuellen Anlaß erfolgt eine erneute Berichterstattung. Die Betrachtung der solaren Zustrahlung auf opake Bauteilflächen mit den damit verbundenen Energiegewinnen findet bislang zu wenig Beachtung in den bekannten Bewertungsverfahren zur Ermittlung des Wärmebedarfs von Gebäuden. Die europäischen Regelwerke zur Berechnung des Heizwärmebedarf von Gebäuden ermöglichen allerdings zukünftig die Berücksichtigung dieser Solareffekte [5] , die sich im Nachweisverfahren einer novellierten Heizenergieverordnung wiederum positiv auswirken können. 2. Durchgeführte Messungen In [1] wurden 13 verschiedene Außenwandkonstruktionen mit unterschiedlichen Aufbauten in Leicht- und Schwerbauweise und mit verschieden gestalteten Oberflächen untersucht. Die rechnerischen Wärmedurchgangskoeffizienten der vorrangig aus Ziegelmauerwerk erstellten Wände lagen zwischen 0,27 und 0,88 W/m²K und bilden die gesamte Palette bauüblicher Konstruktionen ab. Die Absorptionskoeffizienten der farbigen Oberflächen wurden gemessen und sie ergaben für weiße Oberputze Werte von ca. 0,3 und für dunklere Oberflächen Werte zwischen 0,65 (rote VMz) und 0,78 (dunkelbrauner Anstrich). Dies bedeutet, dass zwischen 30 und 78 % der einfallenden kurzwelligen Solarstrahlung an der Oberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt werden kann. Tabelle 1 zeigt eine Zusammenstellung üblicher Außenbeschichtungen und -farben mit den dazugehörenden Absorptionskoeffizienten der Solarstrahlung.
Vergleicht man die Wärmeverluste einer weißen, nach Norden orientierten Wand mit einer dunklen, nach Süden orientierten über die Heizperiode, ergeben sich für diese bis zu 23 % geringere Verluste durch die Sonnenzustrahlung bei gleichem rechnerischen Wärmedurchgangskoeffizienten. Selbst eine weiße, nach Süden orientierte massive Wand kann bis zu 9 % reduzierte Wärmeverluste gegenüber einer massenlosen und ohne Strahlung beaufschlagten Außenwand aufweisen.
Diese Reduktionen gelten für den sehr strahlungsreichen Standort Holzkirchen. Für das mittlere deutsche Klima mit Referenzort Würzburg muß von ca. 20 % geringeren Einsparungen ausgegangen werden. Tabelle 2 zeigt eine Zusammenstellung der sich aus den Untersuchungen [1-3] ergebenden effektiven Wärmedurchgangskoeffizienten im Vergleich zu denen ohne solare Zustrahlung und der unterschiedlichen Farbgestaltung aller untersuchten Außenwände. Tabelle 2:
3. Rechnerische Untersuchungen Für die Praxis sind die zuvor dargestellten Verbesserungsmaße in die Energiebilanz eines Gebäudes aufzunehmen, um die Auswirkungen auf den Heizwärmebedarf berechnen zu können. In der Regel weisen Gebäude in der Südfassade die geringsten Außenwandanteile auf, da hier insbesondere Fensterflächen zur Solarenergienutzung angeordnet sind. Mittels rechnerischer Untersuchungen [4] sind die effektiven Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenwände über die vier Hauptorientierungen typischer Gebäude ermittelt worden. Dazu sind die zuvor gemessenen Absorptionsgrade der Außenwände in die Energiebilanzen der Wohngebäude eingeflossen, um so mittlere effektive Wärmedurchgangskoeffizienten und deren Einfluß auf die Heizwärmeeinsparung ermitteln zu können. 4. Auswirkung auf den Heizwärmebedarf Bedenkt man, dass die Transmissionswärmeverluste der gut gedämmten Außenwände nur einen kleinen Teil des gesamten Heizwärmebedarfs ausmachen, wird klar, dass die Einsparpotentiale zur Heizenergie relativ gering sind. Die Simulationsrechnungen [4] haben ergeben, dass bei Einsatz heller, d.h. verputzter einschaliger Außenwände 1,5 - 4,5% Heizwärme durch Solarabsorption eingespart werden kann. Bei dunklen Oberflächen liegen diese Werte zwischen 2 und etwa 8% Eneergieeinsparung. Bild 1 gibt die Spannweite der möglichen prozentualen Heizwärmeeinsparungen durch die Berücksichtigung der effektiven Wärmedurchgangskoeffizienten sämtlicher untersuchter Außenwände unterschiedlicher Gebäude mit verschiedenen solaren Absorptionsgraden wieder.
Bild 1: Durchschnittliche prozentuale Heizwärmeeinsparung gefärbter Außenoberflächen. 5. Berücksichtigung in der Normung Die Effekte der Verringerung der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenwänden durch die solare Einstrahlung sind in der Fachwelt bekannt und allgemein unumstritten. Die rechnerische Berücksichtigung dieser zusätzlichen Solargewinne ist in ein europäisches Normenwerk zur Berechnung des Jahresheizwärmebedarfs von Wohngebäuden mit eingeflossen [5]. Diese prEN 832, die aller Voraussicht nach Basis des Nachweisverfahren für eine novellierte und verschärfte Wärmeschutzverordnung wird, geht im wesentlichen auf Arbeiten von Prof. Dr. Werner zurück. In einer Paramaterstudie mit Hilfe dieses neuen Rechenverfahrens wurde nachgewiesen [7], dass die Reduzierungen der k-Werte der Außenbauteile durchaus spürbare Heizwärmeeinsparungen von etwa 2% bewirken, trotz zusätzlicher langwelliger Abstrahlungen der Dachfläche an den Himmel. Dieser Rechenansatz gilt aber richtigerweise für alle opaken Bauteile, ob leichter oder schwerer Art. Weiterhin soll für den Fall der gesonderten Ermittlung der Solarstrahlungsgewinne auch die langwellige Abstrahlung während der Nacht und der Strahlenaustausch mit der Nachbarbebauung berücksichtigt werden. Dies ist für die den Himmel zugewandten Dachflächen äußerst sinnvoll, bei Wandflächen kann man aber davon ausgehen, dass diese Effekte im äußeren Wärmeübergangskoeffizienten enthalten sind. 6. Zusammenfassung Die Auswertung der zitierten Forschungsarbeiten [1-3] unterschiedlicher Autoren zeigt, dass die solare Absorption auf Außenwänden zu durchaus kalkulierbaren Heizwärmeeinsparungen führen kann. Darüber hinaus wird erkennbar, dass die ermittelten Verbesserungsmaße hauptsächlich von der Farbgebung der Außenwandoberfläche und dem Strahlungsangebot abhängig sind. Die Flächenmasse gut gedämmter Außenbauteile und die Anordnung äußerer Dämmschichten spielt eine untergeordnete Rolle für Nutzung solarer Zustrahlung. Bei hoch absorbierenden Oberflächen wie z.B. roten Vormauerziegel- oder Klinkerwänden sind die höchsten Verbesserungsmaße von bis zu 26 % an südorientierten Wänden erreichbar. Die Reduzierung des Heizwärmebedarfs durchschnittlicher Gebäude fällt auf Grund des geringen Anteils der Außenwände an den Gesamtverlusten nur noch vermindert in Gewicht. Etwa 2 bis 8 % Heizwärmeeinsparung sind in der Praxis bei unverschatteten Fassaden möglich. Diesem Umstand wird erstmalig in der europäischen Normung Rechnung getragen, wenn gleich dort die erreichbaren Verbesserungen etwas geringer ausfallen können, da auf der sog. "sicheren Seite" liegend. 7. Literatur [1] Kupke, C.; Stohrer, M.: Wärmeenergietransport durch Außenwände unter natürlichen Klimabedingungen. Abschlußbericht Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft für Bauphysik e.V. an der FH für Technik (FEB), Stuttgart (1987). August 1997 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Energie sparen um jeden Preis ? Einleitung In den letzten Jahren sind eine Vielzahl von hochwärmegedämmten Wohnhäusern mit zumeist aufwendiger Anlagentechnik entstanden, deren Heizenergiebedarfswerte den sog. Niedrigenergiehaus-Standard deutlich unterschreiten. Diese, zur Zeit noch in geringer Stückzahl auf dem Markt vertretenen Objekte sind häufig gut dokumentiert und unter wissenschaftlicher Begleitung realisiert worden. Teilweise wurden umfangreiche Messungen der Energieflüsse und des Nutzerverhaltens durchgeführt und analysiert. Ultraniedrigenergiehäuser, Passivhäuser Nullheizenergiehäuser und sogar Nullenergiehäuser sind in der Literatur zu finden, eine allgemein gültige einheitliche und vor allem klare Definition der energetischen Qualität derartiger Gebäude ist ebenso wenig vorhanden wie für das seit Jahren gebaute Niedrigenergiehaus. Dennoch haben sich gewisse Bezeichnungen im allgemeinen Sprachgebrauch festgesetzt: Ultraniedrigenergiehaus: Passivhaus: Nullheizenergiehaus: Nullenergiehaus: Ausstattungsmerkmale Das Erreichen der zuvor definierten Standards erfolgt vorrangig über einen hohen baulichen Wärmeschutz und darüber hinaus je nach Reduktionsziel über entsprechend umfangreiche anlagentechnische Maßnahmen. Die nachfolgende Tabelle gibt Größenordnungen der Wärmedurchgangskoeffizienten (k-Werte) der wärmetauschenden Hüllflächen und der notwendige Anlagentechniken beispielhafter Objekte wieder. Hierbei ist nicht maßgebend, dass jede Einzelgröße exakt eingehalten wird, sondern insbesondere die Energiebilanz der Gebäude sorgfältig aufeinander abgestimmt und ausgewogen ist.
Ausstattungsmerkmale unterschiedlicher Gebäudetypen Kostensituation Die baulichen Energieeinsparmaßnahmen und vor allem die anlagentechnischen Zusatzausstattungen der zuvor beschriebenen Standards sind mit Mehrkosten behaftet. Diese sind in drei Gruppen zu unterteilen. Zum einen ergeben sich investive Mehrkosten gegenüber den Bauweisen mit einem Wärmeschutz gemäß den gesetzlichen Anforderungen. Diese Zusatzinvestitionen führen in der Regel automatisch zu erhöhten Planungskosten, wenn bei Verwendung komplizierter Anlagentechnik die Einschaltung von Fachingenieuren erforderlich wird.
Zusatzinvestitionen (ohne Planungsmehrkosten) in TDM für verschiedene Gebäudestandards nach [7, 8, 9, 10] für Einfamilienhäuser mit ca. 150 m2 beheizter Nutzfläche. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Am Beispiel eines Einfamilienhauses stehen den dargestellten Mehrkosten zwischen z. B. dem Niedrigenergiehaus-Standard und dem Ultraniedrigenergie- bzw. Passivhaus von im Mittel 40 TDM bzw. etwa 250 DM/m2 Wohnfläche etwa 30 kWh/(m2a) Heizenergieeinsparung gegenüber. Bei Energiekosten von 0,045 DM/kWh ergäbe sich bei statischer Amortisationsberechnung ein Zeitraum von über 150 Jahren zur Refinanzierung. Berücksichtigt man darüber hinaus, dass eine Halbierung der k-Werte gegenüber der NEH-Bauweise zusätzliche Dämmstoffstärken der opaken wärmetauschenden Hüllfläche von 12 bis 16 cm Dicke erforderlich macht, fallen für ein Einfamilienhaus mit einer Hüllfläche von etwa 400 m2 zusätzlich 50 m3 Dämmstoffe an. Dies bedeutet bei festgelegten Gebäudeaußenmaßen 20 m2 Wohnraum weniger zur Verfügung zu haben. Der finanzielle Ausgleich hierfür sollte ebenfalls einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterzogen werden. Die Situation der Betriebskosten stellt sich für die unterschiedlichen Baustandards in ähnlicher Weise dar. Neben den verbrauchsgebundenen Brennstoffkosten ergeben sich für alle fossil befeuerten Anlagen Fixkosten und nahezu verbrauchsunabhängige Kosten für elektrische Hilfsenergien.
Jährliche Anlagenbetriebskosten in DM/a für ein Einfamilienhaus mit 150 m2 Nutzfläche [7] Die Nicht-Inanspruchnahme fossiler Brennstoffe im Nullheizenergiehaus führt lediglich zu einer Halbierung der energierelevanten Betriebskosten gegenüber dem gesetzlich verordneten Energiebedarfsniveau und macht im Beispiel etwa 500 DM pro Jahr im Einfamilienhaus aus. Die Betriebskostenreduktion zwischen WSchV95-Standard und einem Niedrigenergiehaus liegt bei etwa 200 DM/a. Dieser Wert deckt sich mit einer Vielzahl von Literaturstellen ebenso wie mit den Erfahrungen im Ziegel-Demonstrationsvorhaben Bochum-Werne [8]. Hier betragen die Minderkosten zwischen 120 und 220 DM/a je Wohneinheit. Die hohe Schwankungsbreite wird im wesentlichen durch das stark unterschiedliche Nutzerverhalten in den neun untersuchten Gebäuden bestimmt. Fazit Für die in der Summe recht kleinen jährlichen Betriebskosteneinsparungen von Gebäuden mit extrem geringem Energiebedarf lassen sich bei dem derzeit sehr niedrigen Zinsniveau von etwa 5 Prozent und bei Annahme einer 1-prozentigen jährlichen Tilgungsrate etwa 2000 - 3500 DM kostenneutral finanzieren. Mit derart unattraktivem Investitionspotential lassen sich selbst bei besten Willen zu ressourcensparenden Bauen und Gebäudebetrieb keine über die gesetzlichen Anforderungen hinweg interessanten Maßnahmen realisieren. Eine qualitativ hochwertige Ausführung bewährter Bauweisen mit einem den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Standard wird sich bei energiebewußtem Wohnverhalten derzeit ein wirtschaftlich interessanterer Einspareffekt erzielen lassen als überzogene bauliche und anlagentechnische Zusatzmaßnahmen. Literatur [1] Sperber, Schettler-Köhler: Wärmeschutzverordnung `95. Handbuch für die planerische und baupraktische Umsetzung. Verlag Hubert Wingen, Essen (1994). [2] Ministerium für Bauen und Wohnen, NRW: Niedrigenergiehaus-Förderung NRW. Düsseldorf, Juni 1993. [3] Hillmann, e. a. : Ultra-House Rottweil. International Symposium Energy Efficient Buildings, Proceedings, Leinfelden-Echterdingen, Germany (1993), S. 129-136. [4] Feist : Passivhäuser in Mitteleuropa. Dissertation Universität Kassel, Institut Wohnen und Umwelt, 1993. [5] Bine Informationsdienst: Solare Energiesparhäuser. Pilotprojekt Rottweil und Berlin, Bine Projekt Info-Service, Bonn, Nr.9, Oktober 1997. [6] Voss, e. a.: Das energieautarke Solarhaus. Bauphysik 15 (1993) H. 1, S. 10 - 14 und H. 3, S. 90 - 96. [7] Erhorn: Nullheizenergiehäuser marktreifauch marktgängig ? Bauphysik 20 (1998) H. 3, S. 69 - 73. [8] Kluttig, Erhorn: Niedrigenergiehäuser in Ziegelbauweise. Abschlußbericht WB 100/1998, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart (1998). [9] Eicke-Hennig, e. a.: Empirische Überprüfung der Möglichkeiten und Kosten im Gebäudebestand und bei Neubauten Energie einzusparen und die Energieeffizienz zu steigern. Endbericht IWU, Darmstadt (1994). [10] Kluttig, e. a.: Vom Niedrigenergie zum Null-Heizenergiehaus! wksb 42 (1998), H. 42, S. 3 - 5. Bonn, 18. März 1999 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
(AMz-Bericht 1/2000) Luftdichtheit in Ziegel-Massivgebäuden Einleitung Die Luftdichtheit der Aussenhülle eines Gebäudes wird zunehmend als Qualitätsmerkmal verstanden und kann im Massivbau dessen übrige positiven Eigenschaften weiter verbessern. Neben der Schadensfreiheit und vor dem Hintergrund der Energieeinsparung wird ein höherer thermischer Komfort erreicht, ein besserer Schallschutz erzielt und eine nachhaltige Bauqualität sichergestellt. Die Wichtigkeit dieser Forderungen bringt der III. Bauschadensbericht der Bundesregierung [1] deutlich zum Ausdruck, in dem neben der Forderung zur Bedarfslüftung insbesondere auf Schäden durch mangelhafte Luftdichtheit von Gebäuden hingewiesen wird. Eine dauerhaft luftdichte Ausführung aller Bauteilanschlüsse wird schon seit Bestehen der DIN 4108 [2] seit dem Jahr 1952 gefordert. Dort wird die Luftdurchlässigkeit der Fensterfugen zwischen Blend- und Flügelrahmen durch den Fugendurchlasskoeffizienten a [m³/(m*h*Pa2/3)] beschrieben und je nach Anwendungsfall begrenzt. Die früher recht hohen a-Werte zwischen etwa 1 und 2 konnten zu nicht unerheblichen Lüftungswärmeverlusten beheizter Räume führen, so dass sie bei der Ermittlung der Raumheizlast nach DIN 4701 [3] berücksichtigt wurden. War in der Vergangenheit eine hohe Luftwechselrate in den Gebäuden zur Gewährleistung einer ausreichenden Zufuhr von Verbrennungsluft für die vorwiegend ofenbeheizten Wohnräume notwendig, ergibt sich diese Erfordernis bei den heute üblichen zentralbeheizten Gebäuden nicht mehr. Auch der in der Vergangenheit deutlich schlechtere bauliche Wärmeschutz mit den damit verbundenen Tauwasserproblemen machte hohe Luftwechselraten erforderlich. Mit der Erhöhung des baulichen Wärmeschutzes und der Zunahme der personenbezogenen Wohnflächen sinkt die Tauwassergefahr deutlich und die Feuchteabfuhr aus den Räumen kann über kleinere Luftwechselraten sichergestellt werden. Neben der energetischen Relevanz einer luftdichten Gebäudehülle kommt der Schadensfreiheit der hochwärmegedämmten Bauteile eine besonders große Bedeutung zu. So sind insbesondere nicht ausreichend luftdichte Dächer durch konvektiven Feuchteeintrag stark gefährdet. Entsprechende Untersuchungen [4] und [5] zeigen, dass bedeutende Wassermengen zusätzlich zur Diffusion in und durch wärmegedämmte Steildächer ohne ausreichende Luftdichtheitsschichten und Anschlüsse eingetragen werden können und zu erheblichen Schäden führen. Luftwechselzahlen Die in der Bauphysik verwendete Luftwechselzahl n gibt an, wie oft das vorhandene Nettoraumvolumen in einer Stunde mit der Außenluft ausgetauscht wird. Der Mindestluftwechsel in Wohnräumen zum CO2 - Ausgleich und zur Feuchteabfuhr sollte etwa 0,5 h-1 betragen. Berücksichtigt man eine durchschnittliche Wohn- bzw. Nutzfläche von 30 m² pro Person ergibt sich bei lichten Raumhöhen von 2,4 m ein Wert von über 30 m³/pers*h, der sich mit den Anforderungen der DIN 1946 [6] an intensiv genutzte Wohn- und Aufenthaltsräume deckt. Neben dem in der Regel über Fensteröffnen oder über mechanische Lüftungsanlagen sicherzustellenden Luftwechsel ergibt sich ein unkontrollierter zusätzlicher Infiltrationsluftwechsel über Bauteilfugen, Undichtheiten in der Gebäudehülle etc. Dieser resultiert aus den statischen Druckdifferenzen der Windanströmung am Gebäude und aus den temperaturbedingten Luftdruckunterschieden zwischen Innenraum und Außenluft. Diese Luftwechselzahl liegt zwischen 0,1 h-1 bei sehr dichten und 0,3 h-1 bei weniger dichten Gebäuden. An dieser Stelle wird erkennbar, dass dieser Infiltrationsluftwechsel im Verhältnis zum kontrollierten Luftwechsel einen erheblichen Anteil am Lüftungswärmeverlust in der Heizperiode ausmachen kann. Diesem Umstand trägt die in der Bearbeitung befindliche Norm DIN V 4108-6 [7] Rechnung, nach der der Jahresheizwärmebedarf von Wohngebäuden berechnet werden kann. So wird in luftdichten Gebäuden mit einem Gesamtluftwechsel n von 0,6 h-1 in der Heizperiode gerechnet, während weniger luftdichte Gebäude einen Wert von 0,7 h-1 zugewiesen bekommen. Prüfung der Luftdichtheit Die Definition der ausreichenden Luftdichtheit eines Gebäudes erfolgt in der DIN V 4108 - 7 von 1996 [8]. Häuser mit mechanischer Lüftungsanlage müssen dichter sein als solche mit Fensterlüftung. Der nach dem Blower-Door-Verfahren ermittelte n50 Wert, der sich bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal ergibt, darf 1,0 pro Stunde in mechanisch bzw. 3,0 pro Stunde in Fenster gelüfteten Gebäuden nicht überschreiten. Die Blower-Door-Prüfungen werden in der Regel von Ingenieurbüros durchgeführt, die Überprüfung eines Einfamilienhauses in bezugsfertigem Zustand dauert etwa eine Stunde zuzüglich der Nebenarbeiten und der Messauswertung. Sollen darüber hinaus eventuell vorhandene Leckagestellen gesucht werden, ist je nach Bauzustand und Bauweise mit einem erheblichen Mehraufwand zu rechnen. Dieser Umstand macht deutlich, dass die Überprüfung der Luftdichtheit zu einem möglichst frühen Zeitpunkt und zwar vor Beendigung aller Innenarbeiten erfolgen sollte. Dies setzt voraus, dass die Luftdichtheitsschichten komplett fertiggestellt und sämtliche Bauteilanschlüsse luftdicht ausgeführt sind. Die Kosten einer solchen Messung belaufen sich in einer weiten Spanne zwischen 500 und 2000 DM. Neuere Untersuchungen [8] zeigen allerdings, dass die Unsicherheiten zur Genauigkeit von Blower - Door - Prüfungen sehr hoch sind. Insbesondere der während der Messung herrschende Winddruck auf die Fassaden und die Art der Leckagen beeinflussen ein Ergebnis erheblich. Nicht zuletzt die Bestimmung des Bezugsvolumens (Netto-Innenvolumen) kann bei unübersichtlichen Verhältnissen mit entsprechend hohen Fehlern behaftet sein. Sind die möglichen Leckagen z.B. nur auf einer Fassade zu finden, ist die Einzel-Messunsicherheit mit 17 - 42 % am größten. Die Gesamtunsicherheit bei keinem oder nur geringen Windanfall kann zwischen 6 und 35 % betragen. Im Zweifelsfall ist damit zur Einhaltung vorgegebener Anforderungen eine Überprüfung der Randbedingungen äußerst sinnvoll. Luftdichtheitskonzept Zum Erzielen einer luftdichten Gebäudehülle ist möglichst schon in der Entwurfsphase, aber spätestens im Rahmen der Detailplanung, unbedingt ein Luftdichtheitskonzept zu erstellen. Sämtliche Bauteilanschlüsse mit Konstruktions- oder Materialwechseln sind zu planen, den entsprechenden Gewerken im Rahmen der Ausschreibungen zuzuordnen und nach aller Erfahrung auch bauüberwachend zu begleiten. Die luftdichte Hülle muss das gesamte beheizte Volumen vollflächig umschließen, im Geschoßwohnungsbau möglichst jede einzelnen Wohneinheit für sich selbst, um hier über Treppenhäuser, Versorgungsschächte, etc. Leckagen auszuschließen. Insbesondere ausgebaute Dachgeschosse mit Pfettendach und Kehlgebälk sind auf Grund der Vielzahl der konstruktionsbedingten Durchstoßpunkte zu beachten. Geringe Anschlußlängen, eine reduzierte Anzahl von Durchdringungen und ein mechanischer Schutz der im Leichtbau verwendeten Folien oder Pappen sind Voraussetzung für dauerhafte Ausführungen und reduzieren das Schadenspotential. Eine Übersicht der kritischen Details und deren sachgerechte Ausführung gibt die DIN V 4108-7 [9], die sich derzeit allerdings noch in Überarbeitung befindet. Für den Massivbau aus Ziegeln gilt für die flächigen Bauteile, dass naßverputztes Mauerwerk mit mindestens einer verputzten Oberfläche grundsätzlich luftdicht ist. Dies wird gemäß E DIN 4108-3, 1999-07 festgestellt. Demgegenüber muß bei Holzbauteilen generell eine Luftdichtheitsschicht angebracht werden [10]. Aus der Literatur sind Werte der Luftdurchlässigkeit für verschiedene Materialien und flächige Bauteile bekannt. Die Luftdurchlässigkeit wird ebenfalls bei einem Differenzdruck von 50 Pa ermittelt und es wird ein stündlicher Luftvolumenstrom pro m² Bauteilfläche angegeben [m³/(m²*h)]. Materialschichten mit einem Kennwert größer 0,1 m³/(m²*h) gelten als nicht geeignet, der Kennwert eines Bauteils sollte kleiner 1 m³/(m²*h) sein. Dabei kann die Luftdichtheit eines Bauteils selbstverständlich kleiner sein als die Einzelwerte der verwendeteten Baumaterialien, da z.B. Stöße, Fugen und Fehlstellen in der Praxis zwangsläufig zu unvermeidbaren Leckageraten führen. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Luftdurchlässigkeit verschiedener Stoffe und Bauteile [11,12]:
Luftdichte Bauteilanschlüsse Eine sorgfältige Ausführung der flächigen Bauteile und die entsprechende Fügung der aneinanderstoßenden Konstruktionen bewirkt die gewünschte Dichtheit der gesamten Hülle. In der Fläche ist darauf zu achten, dass nach Fertigstellung der Luftdichtheitsschicht durch ein bestimmtes Gewerk diese nicht durch Folgearbeiten verletzt wird. Gerade bei geschichteten Bauteilen wie im Dach, kann eine z.B. durch den Zimmermann sachgerecht angelegte Dichtheitsschicht durch Elektro-/Sanitärinstallationen oder durch nachträglichen Einsatz von Dachflächenfenstern etc. in ihrer Funktion wirkungslos werden. Die Zuordnung der Bauleistung "Luftdichtheit" ist für alle Baubeteiligten von Wichtigkeit. Etwa 15 verschiedene Positionen in einem typischen Wohngebäude sind besonders zu beachten:
Umsetzung in der Praxis Die zuvor beschriebenen Maßnahmen sind in der Niedrigenergiebauweise seit Jahren baupraktisch erprobt und erfolgreich umgesetzt worden. Zahlreiche Veröffentlichungen zur geprüften Luftdichtheit von Wohngebäuden liegen vor [11, 13-19]. Deren Auswertung nach der Qualität der Leichtbauweisen zu derjenigen massiver Gebäude zeigt die folgende Auswertung:
Erreichen 25 Prozent der untersuchten Massivbauten einen Meßwert n50 < 1,0 h-1 und sind somit für den Einsatz mechanischer Lüftungsanlagen geeignet, beträgt der Anteil bei den Leichtbauweisen lediglich 5 Prozent. Gravierender allerdings ist der Umstand, dass 66 Prozent dieser Gebäude den Grenzwert von 3,0 h-1 überschreiten, mit Maximalwerten von bis zu 15 h-1. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zur Luftdichtheit. So werden in den einschlägigen Regelwerken klare Hinweise zur Langzeitbeständigkeit verschiedener Dichtstoffe und deren Kombination gegeben. Während Ortschäume, mit Paketklebebändern verklebte Folienstöße und nachschwindende plattenförmige Holzbaustoffe nicht für langlebige Maßnahmen geeignet sind, ergeben sich bei Massivbauteilen auch über Jahre hinweg keine sichtbaren Veränderungen. Die in Bochum-Werne in Massivbauweise erstellten Ziegel-Niedrigenergiehäuser wurden mittels Blower-Door-Verfahren untersucht. Die Erstmessungen fanden unmittelbar vor Bezug im Herbst 1996 statt, Wiederholungsmessungen im Herbst 1999. Die Veränderungen der n50 - Meßwerte bewegten sich zwischen - 0,3 und + 0,4 h-1, ohne das zwischenzeitlich irgendwelche Veränderungen an den Gebäuden vorgenommen wurden. Die Mittelwerte der 9 Häuser lagen bei der Nachmessung knapp 0,1 h-1 über den Werten der Messung von 1996. Vor dem Hintergrund der hohen Unsicherheiten der Messgenauigkeit können die Veränderungen der n50 - Werte sicherlich als marginal bezeichnet werden. Daraus läßt sich ableiten, dass sogar über den Zeitraum, in dem die Gebäudeaustrocknung stattfand und Schwind- und Setzungsverformungen abliefen, die hier getroffenen Maßnahmen dauerhaft ihren Zweck erfüllen. Da bislang allerdings auf Grund der recht jungen Meßtechnik noch keine abgesicherten Zahlen zur Langzeitbeständigkeit und zum Alterungsverhalten der in der Regel aus Kunststoffen bestehenden Abdichtungsmaterialien in der Praxis in ausreichendem Umfang vorliegen, kann die folgende, im Abstand von drei Jahren wiederholte Luftdichtheitsmessung der Ziegel-Niedrigenergiehäuser Bochum-Werne (Bild 1) nur Anhaltswerte geben:
Fazit Die Begrenzung der Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle ist zur Vermeidung von Bauschäden und zur Reduzierung unkontrollierbarer Lüftungswärmeverluste ein anzustrebendes Ziel. Dies bedeutet auch, dass unter normalen Wohnbedingungen keine Schadstoffanreicherungen der Raumluft und keine unzulässigen Feuchteerhöhungen auftreten, da diese Belastungen grundsätzlich über eine wie auch immer zu praktizierende Bedarfslüftung abgebaut werden müssen. Mit Ziegel-Massivbauweisen ist dies Ziel einfacher zu erreichen als mit Leichtbauweisen aus Holz. Eine Fülle von Regelwerken sowie entsprechende Ausführungsanleitungen zeigen, dass die Umsetzung derartiger Details möglich ist. Die hierzu notwendigen Arbeitsschritte müssen allerdings geplant, ausgeschrieben und überwacht werden. Die dann erreichte Qualität des Gebäudes wird nachhaltig zum Wohnkomfort beitragen und die Energieverbräuche gering halten. Literatur zur Luftdichtheit /1/ Deutscher Bundestag: Dritter Bericht über Schäden an Gebäuden, Ausgaben 3/1996, Drucksache 13/3593, Bonn. /2/ DIN 4108: Wärmeschutz im Hochbau, Ausgaben 1952, 1960, 1969, 1974, 1975, 1981, Beuth Verlag, Berlin. /3/ DIN 4701: Regeln für die Berechnung des Wärmebedarfs von Gebäuden, 1959, 1983, Beuth Verlag, Berlin. /4/ Knublauch, E., e.a.: Über die Luftdurchlässigkeit geneigter Dächer. Gesundheits-Ingenieur 108 (1987), Heft 1. /5/ Borsch-Laaks, A.: Tauwasserrisiken durch Dampfkonvektion im Steildach. BbauBl (1999), Heft 8. /6/ DIN 1946: Raumlufttechnik, 1983, Beuth Verlag, Berlin. /7/ E DIN V 4108-6: Wärmeschutz im Hochbau - Teil 6, Berechnung des Jahresheizenergiebedarfs, Ausgabe 1999, Beuth Verlag, Berlin. /8/ Geißler, A.: Genauigkeit von Luftdichtheitsmessungen, Tagungsband des 4. EUZ BlowerDoor-Symposiums, Hannover, 14. Okt. 1999. /9/ DIN V 4108-7: Wärmeschutz im Hochbau - Teil 7, Luftdichtheit von Bauteilen und Anschlüssen - Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele, Vornorm, Ausgabe 11/1996, Beuth Verlag, Berlin. /10/ DIN 4108-3: Wärmeschutz im Hochbau - Teil 3, Klimabedingter Feuchteschutz - Anforderungen und Hinweise für Planung und Ausführung, Ausgabe 7/1999, Beuth Verlag, Berlin. /11/ Feist, W.: Das Niedrigenergiehaus, 4. Auflage, Verlag C.F. Müller, Heidelberg, 1997. /12/ Scharte, N.: Bedeutung der Winddichtigkeit ausgebauter Dachgeschosse, Bauhandwerk 1989, Heft 5. /13/ Landesinstitut für Bauwesen des Landes NRW (Hrsg.): Das Niedrigenergiehaus - Förderprogramm NRW, 2.33 - 1998, Aachen. /14/ Wirtschaftsmin. Baden Württemberg (Hrsg.): Energie- und kostensparende Wohngebäude in Schopfheim, Broschüre, Stuttgart, 1995. /15/ Eicke-Hennig, W.: Erfahrungen mit dem NEH-Förderprogramm in Hessen, IBK Bau Fachtagung 212, Darmstadt, 1996. /16/ Geißler, A., Hauser, G.: Untersuchung der Luftdichtheit von Holzhäusern, AiF Forschungsvorhaben Nr. 9579, IRB Stuttgart, T 2717, Stuttgart, 1996. /17/ Reiß, J., Erhorn, H.: Mehrfamilien Niedrigenergiehaus Mannheim, WB 81/1995, Bericht des Fraunhofer Instituts für Bauphysik, Stuttgart, 1995. /18/ Kluttig, H., Erhorn, H.: Niedrigenergiehäuser in Ziegelbauweise, WB 100/1998, Bericht des Fraunhofer Instituts für Bauphysik, Stuttgart, 1998. /19/ Stadtwerke Hannover (Hrsg.): Demonstrationsprogramm Niedrigenergiehäuser (Zwischenbericht). Bonn, 13. Januar 2000 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Dies war das Bilderrätsel zu einem Preisausschreiben, Einsendeschluss war der 12.05.2005, Mehr dazu erfahren Sie hier: www.LehmBauWerk.de > Projekte > 32 m Stampflehmwand Berlin |
Industriefußböden müssen den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden. So werden besonders hohe Ansprüche unter anderem an die Tritt- und Schlagfestigkeit, die Oberflächenfestigkeit, die Leitfähigkeit, die Abriebsfestigkeit und die Chemikalienbeständigkeit gestellt. Desweiteren müssen umwelttechnische Kriterien wie die des Wassershaushaltsgesetzes erfüllt werden. Die am häufigsten auftauchenden Anforderungen hat der "Deutsche Ausschuss für Stahlbeton" (DAStb) in der Richtlinie "Schutz und Instandhaltung von Stahlbetonteilen" thematisiert. Hierbei sind für den Bereich des Industriebodens z. B. folgende Klassifizierungen wichtig :
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Farbenkauf: Eine neue Norm bürgt für Qualität Da in Deutschland Dispersionsfarben keine Mindeststandards erfüllen müssen, unterscheiden sich die auf dem Markt angebotenen Produkte oftmals erheblich in ihrer Qualität. Eine neue Europäische Norm hilft, Premiumfarben zu erkennen. Quelle: Verbrauchernews |
Selbstverdichtende Betone (SVB) Quelle: |
Fördern von Transportbeton auf der Baustelle Transportbeton wird im Fahrmischer mit den bestellten Eigenschaften just in time auf die Baustelle gebracht. Auf der Baustelle erfolgt noch die Förderung vom Fahrmischer in die Schalung. Für die üblichen weichen Betonkonsistenzen bringt hierbei die Förderung mit der Betonpumpe technische und meist auch wirtschaftliche Vorteile. Transportbeton wird als Beton nach Eigenschaften in verarbeitungsfähiger Konsistenz als Frischbeton mit dem Fahrmischer auf die Baustelle gebracht. Dort in die vorbereitete und mit der erforderlichen Bewehrung versehene Schalung eingebracht, verdichtet und nachbehandelt. Den Transport vom Fahrmischer in die Schalung nennt man Förderung. Für Wände und Decken kommen dabei die Förderung mit dem Krankübel und die Förderung mit der Betonpumpe zum Einsatz. In einigen Regionen auch die Förderung mit dem Förderband. Die Förderung mit dem Krankübel ist eine nicht kontinuierliche Arbeitsweise. Der Beton wird in einzelnen Chargen in den Kübel gefüllt, mit dem Kran an den Einbauort gezogen und dort entleert. Ein für die Baustelle personell aufwendiges Verfahren, da ein Mann für das Aufstellen und Einweisen des Krankübels am Fahrmischer, ein Kranfahrer, ein Mann zur Annahme und Entleeren der Kranbombe und die Verdichtungsmannschaft zum Rütteln erforderlich ist. Wirtschaftlichkeit und Technik Bei der Förderung mit der Betonpumpe können zwei Leute eingespart werden. Man braucht seitens der Baustelle neben der Verdichtungsmannschaft nur einen Mann zum Halten und Einführen des Pumpenrüssels. Kranfahrer und Aufsteller für die Bombe am Fahrmischer sind nicht erforderlich. Allein hierdurch sind trotz der Kosten für die bestellte Pumpleistung Einsparungen auf der Baustelle möglich. Aber auch technisch bietet das Pumpen Vorteile. Der Beton wird z. B. in Wände „von unten“ eingefüllt, da sich der Pumpenschlauch durch die Betonieröffnungen in der Bewehrung tief in die Schalung hineinbringen lässt. Die kontinuierliche Förderung führt dazu, dass der Beton in sich läuft und kein Absetzen auftritt. Beim Krankübel führt jede Einzelcharge zu einer „Frischbetonfuge“, die beim Rütteln erhöhte Sorgfalt erfordert. Die Betonförderung mit der Betonpumpe ist daher in den meisten Anwendungsfällen technisch besser und wirtschaftlich sinnvoller als die Förderung per Krankübel. Die Verwendung der Betonpumpe erlaubt auch schnellere Betoniergeschwindigkeiten, wenn entsprechend viele Verdichtungsgeräte und Personen für die Verdichtung zur Verfügung stehen. Bei Kleinbaustellen, bei denen ein Übliche Normalbetone werden durch das Pumpen in ihren Eigenschaften nicht verändert. Bei Betonen mit Luftporenbildenden Zusatzmittel (LP-Beton), der für hohen Frosttaumittelwiderstand zu verwenden ist, wird durch den hohen Pumpendruck üblicherweise der Luftgehalt während des Pumpens geringfügig reduziert. Da der Frischluftgehalt beim Einbau maßgebend ist, sollte hier durch Eignungsversuche der entsprechende Ausgangsluftgehalt so festgelegt werden, dass die Anforderungen an der Einbaustelle - also nach Pumpe - sicher eingehalten werden. Ähnliche Überlegungen gelten für Leichtbetone, hier kann der Pumpendruck, Wasser in die Hohlräume der Leichtzuschläge pressen, die Auswirkungen und zugehörige Steuerungsmaßnahmen sind durch entsprechende Versuche vorher festzulegen. Damit lassen sich auch diese etwas empfindlicheren Frischbetone zuverlässig pumpen, wie die erfolgreiche Tagespraxis beweist. Kleinere Betonagen Für Anwendungen bis etwa 14 m³ hat sich die Fahrmischer-Pumpe (PUMI) bewährt. Dabei handelt es sich um einen Fahrmischer mit angebauter Pumpe. Insbesondere für Anwendungen mit Kleinmengen wie beispielsweise bei Umbau und Instandsetzungen sind diese Geräte ideal. Die Reichweite ist für den Mehrfamilienhausbau meist ausreichend und die sonst bei Einsatz von Schubkarre und Kübel erforderliche lange Standzeit der Mischer lässt sich deutlich verkürzen. Quelle: Pressemitteilung in puncto Transportbeton GmbH |
Mit Textilbeton auf dem Weg zum superleichten Bauen "Wir haben das Prinzip der textilen Strukturen bei den faserverstärkten Kunststoffen auf den Beton übertragen", erläutert Professor Manfred Curbach, Sprecher des Sonderforschungsbereichs "Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung" und ergänzt: "Damit eröffnen wir völlig neue Perspektiven sowohl beim Herstellen extrem dünnwandiger Betonbauteile als auch für deren Einsatz in der Instandsetzung und Verstärkung bestehender Bauwerke." Da mit weniger Textilbeton der gleiche Wirkungsgrad wie mit Stahlbeton erzielt werden kann, ebnet die neuartige Technologie nunmehr den Weg für das superleichte Bauen. Ein Grund für das Gewicht herkömmlicher Bauteile liegt in der Schutzfunktion der Betondeckung, sie soll den Stahl vor der Korrosion bewahren. Die textilen Fasern können hingegen in extrem dünnwandige Betonteile eingesetzt werden, um optimal den Kräften zu trotzen, die am jeweiligen Bauteil wirken. Professor Peter Offermann, Institut für Textil- und Bekleidungstechnik, und Professor Manfred Curbach, Institut für Massivbau, entwickelten Hand in Hand mit weiteren TU-Forschern den Textilbeton. Nachdem im interdisziplinär arbeitenden Sonderforschungsbereich gesicherte Grundlagen für das Verwenden textiler Bewehrungen zur Verstärkung im Bauwesen geschaffen sind, kümmern sich die Experten jetzt um die Langzeiteigenschaften sowie die bautechnische Umsetzung: Sicherheit und Lebensdauer stehen im Mittelpunkt der aktuellen Arbeit. Auf der Weltmesse für Technologien, Innovationen und Automation wollen die Dresdner Wissenschaftler vom 19. bis 24. April 2004 in Halle 18 mit dem fachkundigen Publikum über die Anwendungsmöglichkeiten des neuartigen Textilbetons ins Gespräch kommen. Gefördert werden die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Quelle: TU Dresden, Sonderforschungsbereich 528, 04.2004 |
Leichter textilbewehrter Beton jetzt im alltäglichen Einsatz |
Liste der Merkblätter zu Fliesenarbeiten |
"Das Ende der Dispersionsfarbe" Quelle: Presseinfo Kreidezeit |
Abkürzungen aus der Betontechnik
begonnen: 06.2005 |
Wettbewerbsverzerrung im Hochbau - Regierung benachteiligt Steinindustrie |
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Ich finde Holz als Baustoff hervorragend, das mag an einer gewissen Naturverbundenheit liegen und dass es andere anders sehen, tut meiner Meinung keinen Abbruch. Holz ist vielseitig einsetzbar: man kann Holzhäuser errichten, da sind alle wesentlichen Bauwerksteile aus Holz: Wände, Decken, Fußböden, Dach, Fenster, Türen, Bodenbeläge, Wand- und Deckenbekleidungen, abgehängte Decken, Einbauten, Möbel. Mit einer geschickten Aufständerung kann man sogar mit Holz gründen. Außerdem kann man Holz auch noch zum Heizen nehmen. "Ökologisch" ist ein furchtbar strapazierter Begriff, aber hinsichtlich der Recycling-Fähigkeiten dürfte Holz kaum zu überbieten sein (es sei denn, man versaut es chemisch). Im Zweifelsfall lässt man das Altholz durch den Ofen wandern, was auch keine Öko-Katastrophe ist, da Holz nur soviel CO2 freisetzt, wie es vorher gebunden hat.
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Kein Raub der Flammen Holzhäuser bieten Sicherheit im Brandfall 3. Januar 2002 (HAF, Bonn) Das Vorurteil, Holzhäuser seien im Fall eines Brandes nicht sicher, hält sich hartnäckig. Und das völlig zu Unrecht: Moderne Holzhäuser erfüllen die Vorschriften der Bauordnung in Sachen Brandschutz zuverlässig und halten den Flammen mindestens ebenso lange stand wie Massivbauten. Jeder, der sich in diesen Tagen am Kaminfeuer wärmt, macht die altbekannte Erfahrung, dass Holz leicht brennt. Kein Wunder also, dass dies in der Wahrnehmung Vieler auch für Holzhäuser gilt. Doch Holzbauten müssen, wie alle anderen Bauten auch, den gesetzlichen Regelungen des Brandschutzes entsprechen. Das Baurecht kennt verschiedene Brandschutzklassen, die sich auf die Feuerwiderstandsdauer beziehen, und die gelten ausnahmslos für alle Baumaterialien. Ohnehin ist in der ersten halben Stunde das Gebäude selbst nicht an der Brandentwicklung beteiligt. Teppiche, Gardinen, Bodenbeläge und kunststoffbeschichtete Möbel stellen in dieser Zeit die Hauptgefahrenquelle dar, wie eine aktuelle Studie der TU Leipzig zeigt. Sie nehmen den Brand auf, tragen ihn weiter und führen zu giftiger Rauchentwicklung. Und dieser Umstand ist in allen Häusern, ob Holz oder Stein, derselbe. Doch auch später ist die Brandgefahr im Eigenheim aus Holz nicht größer als bei Massivbauten. Professor Stefan Winter, an dessen Lehrstuhl die Studie durchgeführt wurde, hält moderne Holzkonstruktionen für sicher: "Tatsache ist, die Vorbehalte gegen die Holzbauweise sind überholt und das seit mindestens zwei Jahrzehnten. Holz brennt zwar, aber eben kontrolliert und langsam: Fangen zum Beispiel tragende Bauteile aus Holz mit großem Durchmesser Feuer, brennen zunächst die äußeren Schichten. Die dabei entstehende Kohleschicht wirkt wiederum isolierend und hält die Temperatur im Kern vergleichsweise niedrig. Wenn ein Bauteil aus Holz brennt, bleibt seine Stützfunktion also erhalten: Die tragenden Teile der Holzkonstruktion trotzen den Flammen mindestens 45 Minuten. Ein unverkleideter Stahlträger hingegen brennt zwar nicht, kann sich aber durch Hitze nach wenigen Minuten so stark verformen, dass er wegknickt. Schlimmstenfalls kann es dadurch zum unvermittelten Einsturz des gesamten Gebäudes kommen. Holz ist also schon aufgrund seiner natürlichen Eigenschaften ein Werkstoff, auf den man sich im Brandfall verlassen kann. Konstruktiver Brandschutz, wie Beplankungen, Außenwandverkleidungen und feuerhemmende Dämmschichten sorgen für zusätzliche Sicherheit. Niemand, der sich für den Baustoff Holz mit all seinen praktischen und ökologischen Vorzügen entscheidet, muss also heutzutage Kompromisse in punkto Brandsicherheit hinnehmen. Ansprechpartner: HOLZABSATZFONDS, Dirk Alfter, Referat Grundsatz/Medien |
Brandschutz: Perspektiven für den Holzbau |
Holz schützt im Brandfall |
Baustoff Holz - Wohngesund und warm in Herbst und Winter Mit dem natürlichen Baustoff Holz gut gerüstet gegen ungemütliche Witterung Bauen mit Holz liegt im Trend. Zahllose Bauherren haben sich in den vergangenen Jahren für Holz entschieden - beim Bau des Eigenheims, bei Aus- oder Umbauten im und am Haus. Wohl wissend, dass Holz hervorragende Dämmeigenschaften besitzt. Nun stehen Herbst und Winter vor der Tür mit Regen und Sturm, Frost und Schnee. Wer jetzt sein Heim für den bevorstehenden Winter aufrüsten will, kann ebenfalls beruhigt auf den Bau- und Werkstoff Holz zurückgreifen. Eine zusätzliche bauliche Wärmedämmung mit vorgefertigten Holzbauteilen ist preisgünstig, raumsparend und schnell realisierbar. Zusätzliche Energie wird durch Isolierfenster aus Holz eingespart. Für die erforderlichen Maßnahmen stehen übrigens Fördergelder der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie der Landesbauministerien zur Verfügung. Prädestiniert für extreme Witterungen Die natürliche Tragfestigkeit und Elastizität des Baustoffs Holz sorgen für eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Sturm, Schneelasten und extreme Kälte und machen Holz zum idealen Baustoff für ungünstige Klimaverhältnisse. Kein Wunder also, dass speziell in einigen Alpenregionen, in Skandinavien, Nordeuropa und Nordamerika mehr Menschen in Holzhäusern als in Steinbauten leben. Auch Dauerregen und feuchte Nebeltage sind kein Problem, denn im modernen Holzbau vermeiden innovative Baustoffe und durchdachte Konstruktionsprinzipien, dass Feuchtigkeit dem Holz schadet. Die solide Planung beginnt bereits beim Baustoff selber: Holzhäuser werden heute aus industriell getrockneten Bauhölzern und Holzbaustoffen mit einer gleich bleibend niedrigen Holzfeuchte gefertigt. Ausreichende Dachüberstände und Abstände zum Erdreich etwa halten Regen- und Spritzwasser zuverlässig von außen liegenden Gebäudeteilen fern, die luftdichte Gebäudehülle verhindert einen Feuchtigkeitseintrag ins Haus. Daher kommt der moderne Holzbau heute im Inneren wie im Außenbereich komplett ohne chemischen Holzschutz aus. Wohngesundheit durch natürliche Feuchteregulierung In der Tat schafft Holz ein in jeder Hinsicht behagliches Raumklima, das wir speziell in Herbst und Winter genießen. Sichtbares Holz vermittelt schon optisch eine natürliche Wärme, die unser Wohlbefinden messbar steigert. Holzböden und -wände fühlen sich stets angenehm warm und trocken an, ein in Holz gebauter Raum kühlt nie ganz aus. Ein besonderer Pluspunkt in der Heizperiode: Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie bei Bedarf wieder an die Umgebung ab. Unangenehm trockene Heizungsluft ist für die Bewohner eines Holzhauses kein Thema. Andererseits haben auch Schimmelpilze keine Chance. Aufgrund der guten Dämmung im modernen Holzhaus empfiehlt sich regelmäßiges Stosslüften: Fünf Minuten am Tag sollten die Fenster ganz geöffnet werden, damit die Innenfeuchte entweichen kann. Holz: Heizmaterial der Zukunft Die prasselnden Holzscheite im Kamin an einem frostigen Wintertag vermitteln Harmonie und Behaglichkeit. Was die Wenigsten wissen: Das Heizen mit Holz gehört heute zu den effektivsten und umweltverträglichsten Heiztechnologien. Genutzt werden so genannte Holz-Pellets, Pressstifte aus Alles in allem gilt heute, was schon unsere Vorfahren wussten: Mit Holz ist man für ungemütliches Herbst- und Winterwetter bestens ausgestattet. Der traditionelle Werk-, Bau- und Brennstoff erfüllt in jeder Hinsicht die technischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts und gewährleistet ein Höchstmaß an Wohngesundheit und Umweltfreundlichkeit. Quelle: Newsletter www.Infoholz.de, 16. September 2002 (HAF, Bonn) |
Nachwachsende Rohstoffe: Die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen gewinnt immer mehr Anhänger. Verständlich, besonders im Zeichen verstärkter Umweltbelastungen und endlicher fossiler Brennstoffe. So sorgen zwei Gräser im Baugewerbe für Aufmerksamkeit: Miscanthus sinensis, das Chinaschilf und verschiedene Bambusarten. Chinaschilf wird in norddeutschen Langzeitversuchen als Ersatz für das bekannte Ried (überwiegend Schilf) als Dachbedeckung eingesetzt. Quelle: re natur GmbH, Jörg Baumhauer, Tel: 04323-901011, Fax: 04323-901029 |
Forschungsvorhaben der Universität Leipzig belegt: 15. Mai 2002 (Holzabsatzfonds, Bonn) Private Bauherren, die ihr Haus mit dem ökologischen Baustoff Holz errichten wollen, stoßen bei Beratern von Kredit- und Versicherungsinstituten immer wieder auf Skepsis: Holzhäuser seien nicht beständig, extrem pflegebedürftig, schlecht wieder verwertbar und hätten deshalb einen hohen Wertverlust und einen niedrigen Wiederverkaufswert. Dass solche Vorbehalte längst überholt sind, zeigt ein aktuelles Forschungsvorhaben der Universität Leipzig, das sich mit der objektiven Verkehrswertermittlung von Holzgebäuden befasst. Das Ergebnis: In Sachen Lebensdauer und Wertbeständigkeit stehen moderne Holzhäuser konventionellen Bauten in nichts nach. Das Forschungsvorhaben belegt, dass sich die Qualität des Holzbaus in den letzten 40 Jahren in allen Punkten, die für den Werterhalt einer Immobilie relevant sind, erheblich weiterentwickelt hat. Die Gesamtnutzungsdauer von Holzhäusern, die ab 1985 gebaut wurden, liegt bei 80 Jahren. Die technische Lebensdauer kann bei normaler Instandhaltung weit über 100 Jahre, wenn nicht gar mehrere 100 Jahre betragen. Damit zieht die Holzbauweise mit dem Massivbau gleich. Im Hinblick auf die Beleihbarkeit, Wiederverwertbarkeit und Wertbeständigkeit gibt es also keine objektiven Gründe, ein Holzhaus schlechter einzustufen oder Bauherren in Fragen der Finanzierung zu benachteiligen, sagt Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter, an dessen Lehrstuhl die Forschungen durchgeführt wurden. Doch die bisherige Beleihungs- und Bewertungspraxis sieht in vielen Fällen anders aus: Bei der Schätzung der Gesamt- und Restnutzungsdauer von Holzhäusern greifen viele Banken und Sachverständige auf Untersuchungen aus den 70er Jahren zurück. Die Folge: Selbst modernste Holzhäuser schneiden so pauschal um bis zu 25 Prozent schlechter ab und das nur, weil die Bewertungsgrundlage nicht aktualisiert wurde. Objektive Kriterien zur Verkehrswertermittlung bleiben unberücksichtigt. Das jetzt vorliegende Forschungsvorhaben zeigt solche Kriterien auf und dokumentiert die beachtliche Entwicklung der Holzbauweise von 1965 bis heute. Dabei kommen Professor Winter und sein Forschungsteam zu folgenden Ergebnissen: Qualität: Wärmeschutz: Feuchteschutz: Schallschutz: Brandschutz: Wohngifte: Holzschutz wird bei modernen Bauten konstruktiv, das heißt ohne chemische Mittel hergestellt. Hohe Formaldehydkonzentrationen wie in den 70er Jahren sind passé, und das Holzschutzmittel PCP ist ebenfalls seit 1983 vom Markt verschwunden. Mit den Ergebnissen des Forschungsvorhabens befasst sich auch der aktuelle Informationsdienst Holz Holzhäuser Werthaltigkeit und Lebensdauer. |
Innenraumklima - Holz wirkt positiv Das finnische Bauforschungsinstitut VTT in Espoo hat einen Report veröffentlicht, der die Einflüsse des natürlichen Werkstoffes Holz auf das Raumklima nachweist. Das Ergebnis: Oberflächen aus Naturholz an Wänden, Decken und auf Fußböden "puffern" das Raumklima, weil die relative Luftfeuchtigkeit deutlich stabilisiert wird. Die Luftfeuchtigkeit der Raumluft erreicht nach Aussagen der Forscher stabilere Werte als in Räumen ohne Holzoberflächen. Ein stabiles Raumklima im optimalen Bereich zwischen 30 und 55 Prozent relativer Luftfeuchte lasse zudem weniger Gesundheitsbeeinträchtigungen auftreten als bei höheren oder niedrigeren Werten. Um sicherzustellen, dass die Untersuchungsergebnisse nicht nur nordische Klimaverhältnisse richtig beurteilen, bezogen die finnischen Bauforscher drei weitere Untersuchungsobjekte in ihre Untersuchungen und Betrachtungen ein - Häuser und Wohnungen in Holzkirchen/Deutschland, Saint Hubert/Belgien und Trapani/Italien. Damit deckten sie die unterschiedlichsten europäischen Klimazonen ab. Weiterhin stellten die Forscher fest, dass unbehandeltes Holz eine bessere klimastabilisierende Wirkung zeigte als lackierte Holzoberflächen. Ein Nebeneffekt: Die Stabilisierung des Feuchtegehalts verhindere auch größere Temperaturschwankungen und übe dadurch eine Art "passiver Klimakontrolle" aus. Vor allem in gemäßigten Klimazonen funktioniere diese hervorragend. Die in Englisch verfasste Broschüre kann unter www.inf.vtt.fi/pdf heruntergeladen werden. Quelle: Mailer Infoholz 14.06.02 |
DGfH-Merkblatt Vermeidung von Schimmelpilzbefall Januar 2002 Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Holzforschung e.V. 1. Einführung Schimmelpilze sind eine große Gruppe von Pilzen, die hauptsächlich der Klasse der Ascomycetes und der Sammelgruppe der Fungi imperfecti angehören. Die Sporen der Schimmelpilze sind in jahreszeitlich bedingten, unterschiedlich hohen Konzentrationen überall in der Luft anzutreffen. Sofern die Sporen auf ein Substrat fallen, das ihnen ausreichende Feuchtigkeits- und Nahrungsbedingungen bietet, keimen sie aus. Aus einer Spore heraus wächst zunächst jeweils ein einzelner Zellfaden (die Hyphe) der sich verzweigt, unter Umständen mit Zellfäden aus anderen Sporen zusammenwächst und so einen so genannten Pilzrasen (das Myzel) bildet, der je nach der Pilzart ganz unterschiedlich gefärbt sein kann. Vor Allem aber gibt die Farbe der neuen Sporen, die auf dem Pilzrasen ausgebildet werden, diesem eine charakteristische, häufig artspezifische Färbung. Am häufigsten treten grüne und graublaue bis schwärzliche Töne auf, es sind aber alle Farben möglich. Nicht immer rühren die Verfärbungen auf den Materialien von den Hyphen oder Sporen der Schimmelpilze her. Sie können auch auf Stoffwechselprodukte der Pilze zurückzuführen sein, die mit Bestandteilen der Materialien reagieren. Alle organischen und fast alle organischchemischen Substanzen können den Schimmelpilzen als Nahrungsgrundlage dienen, also z. B. Holz, Papier, Leime, Lacke, Binderfarben, Kunststoffe. Nicht immer ist es das Material selbst, auf das die Sporen gefallen sind, das die Nahrungsgrundlage für die Pilze bildet. Häufig sind es geringste Schmutzablagerungen mit organischen Bestandteilen (Staub, Fette, Öle usw.), die die Pilzentwicklung ermöglichen. Schimmelpilze sind stets ein Indikator für eine erhöhte Feuchte auf den Oberflächen bzw. innerhalb der Bauteile. Schimmelpilze, die direkt am (unbehandelten) Holz auftreten verwenden für ihr Wachstum nur die Holzinhaltsstoffe wie Zucker, Fette und Wachse, nicht aber die Holzsubstanz. Bei Holzwerkstoffen können auch Bindemittel und Füllstoffe als Nahrungsquelle für die Pilze dienen. Die Schimmelpilze bewirken selbst keine Festigkeitsverluste am Holz. Sie sind also keine holzzerstörenden Pilze. Daher sind zahlreiche, als Holzschutzmittel klassifizierte Anstrichsysteme und Imprägnierlösungen nicht gegen Schimmelpilze wirksam und umgekehrt schimmelpilzwidrig ausgerüstete Anstriche nicht als Holzschutzmittel im Sinne der DIN 68800 (nämlich als vorbeugend gegen holzzerstörende Pilze wirksam) verwendbar. An der unbehandelten Holzoberfläche sind die Holzinhaltsstoffe in den angeschnittenen Zellen für die Schimmelpilze frei zugänglich. Da die verschiedenen Baumarten aber unterschiedliche Mengen und Arten von Inhaltsstoffen ausbilden, werden die verschiedenen Holzarten auch unterschiedlich stark von Schimmelpilzen besiedelt. Schimmelpilze, zu denen hier auch die Bläuepilze gerechnet werden, können auf das Holz aufgebrachte Anstrichstoffe schädigen und so deren Wirkung aufheben, d. h. ihre Sperrwirkung gegen tropfbares Wasser beeinträchtigen. Bläuepilze schaffen das, indem sie Hölzer über unbeschichtete Stellen besiedeln und dann Lackschichten von unten her rein mechanisch aufbrechen. Schimmelpilze können DGfH-Merkblatt Vermeidung von Schimmelpilzbefall den Beschichtungsfilm selbst abbauen und so Einfallspforten für die Feuchtigkeit schaffen. 2. Ursachen des Befalls durch Schimmelpilze Wesentliche Voraussetzung für das Auskeimen der Sporen und die weitere Entwicklung aller Pilze, also auch der Schimmelpilze, ist eine je nach der Gruppe der Pilze erforderliche Mindestfeuchte an den Bauteiloberflächen und / oder im Inneren der Bauteile. Diese Mindestfeuchte muss über einen ausreichend langen Zeitraum oder aber in kurzen, mehr oder weniger regelmäßig wiederkehrenden Intervallen gegeben sein (z.B. durch ein Abspritzen mit Wasser). In diesem Merkblatt nicht behandelt werden die Ursachen von Schimmelpilzbefall in Innenräumen, z.B. auf tapezierten oder geputzten Flächen. Dieser hat in aller Regel bauphysikalische Gründe, d.h. lokale Feuchteanreicherungen, über deren Ursachen und Vermeidung bereits zahlreiche Veröffentlichungen vorliegen. Folgende Ursachen kommen für den in den letzten Jahren zunehmend auftretenden Befall von außenliegenden Holzoberflächen in Betracht:
Auf Grund ungünstiger geometrischer Verhältnisse (die beispielsweise wegen eines ungünstigen Wärmestromes zu relativ kälteren Außenecken führen), ungenügender Belüftung oder einer starken Verschattung der Bauteile. Ein eigenes Problem stellt das gelegentlich auftretende Schimmelwachstum an außenliegenden Dachüberständen dar. Hierzu laufen derzeit Forschungsmaßnahmen, um gezielt vorbeugende bzw. Abhilfemaßnahmen zu entwickeln. Ein Teil der Probleme resultiert aber sicherlich aus lokal erhöhten Luftfeuchten bis hin zu tropfbarem Wasser durch Taupunktunterschreitung, bedingt durch fehlende Dämmung der außenliegenden Dachunterseiten gegenüber der Dachdeckung. Auch die Wahl der Holzart bzw. die Herkunft des Holzes kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen.
Dem steigenden Wunsch der Konsumenten folgend, sind eine Vielzahl von Anstrichprodukten in ihrer Rezeptur zu Produkten mit dem Blauen Engel verändert worden, was per Definition notwendiger Weise auch zu einer Reduzierung der Konzentrationen oder dem gänzlichen Weglassen schimmelpilzwidriger Konservierungsstoffe geführt hat.
Bei Holzwerkstoffen aus Schälfurnieren wird oft durch die beim Schälvorgang stets entstandenen, kaum sichtbaren Schälrisse eine erhöhte Feuchteansammlung auf der Oberfläche begünstigt. Auch führen Leime mit erhöhten Alkalisalzanteilen zu höheren Ausgleichsfeuchten der so verleimten Holzwerkstoffe. Hinzu kommt, dass manche Holzarten (z.B. Seekiefer, Birke) auf Grund ihres höheren natürlichen Stärke- bzw. Zuckergehaltes für Schimmelpilze ein besseres Nährstoffangebot bieten als andere Holzarten. Daher bedeutet eine wetterbeständige Verleimung nicht, dass solche Holzwerkstoffe bedenkenlos im Außenbereich eingesetzt werden können. Dies erklärt, warum einige Hersteller ihre Sperrhölzer nicht für eine Verwendung im bewitterten Außenbereich freigeben. Weichfaserdämmplatten, die nicht herstellerseitig bereits beschichtet und für den Einsatzzweck empfohlen sind, sind auf Grund der
Geeignete Anstrichstoffe für bewitterte Bauteile aus Holz- oder Holzwerkstoffen müssen neben weiteren Anforderungen z.B. an die Alterungsbeständigkeit und Haftfestigkeit auch einen ausreichenden Feuchteschutz für den Untergrund aufweisen. I. d. R. sind daher Produkte einzusetzen, deren Feuchteschutz nach EN 927 als geeignet für maßhaltige Bauteile (stable) bzw. bedingt maßhaltige Bauteile (semi stable) eingestuft wird. Die vom Hersteller vorgegebenen Schichtdicken sind einzuhalten, hierzu sind insbesondere Kanten, Fasen und Ecken zu runden. 3. Vorbeugende Maßnahmen Wenn ein Schutz gegen Schimmelpilzbefall gewünscht ist, sind Anstrichprodukte und -systeme zu verwenden, für die der Hersteller auf dem Gebinde oder im Technischen Merkblatt eine schimmelpilzwidrige Eigenschaft zusichert. Bei sachgerechter Anwendung solcher Produkte sind bisher keine Beanstandungen aufgetreten. Die schimmelwidrige Wirksamkeit eines Produktes (Anstrichstoffes usw.) hängt sowohl von den eingesetzten Wirkstoffen und deren Konzentration als auch von der gesamten Formulierung des Produktes ab. Daher können hier gegenwärtig keine einzelnen Wirkstoffe oder Produktgruppen benannt werden. 4. Abhilfe Wenn ein Schimmelpilzbefall aufgetreten ist, reicht im Anfangsstadium des Bewuchses mitunter ein bloßes feuchtes Reinigen der Fläche.
Diesen Stoffen können auch geringe Tensidbeigaben zur Verringerung der Oberflächenspannung beigegeben werden. Sie haben aber keine vorbeugende Wirkung. Die Pilze können sich nach der Behandlung wieder ansiedeln. Üblicherweise wird jedoch ein Bekämpfen des Schimmelpilzrasens mit Produkten notwendig:
Achtung: Nicht großflächig in Räumen anwendbar, da explosive Luft-Alkohol-Gemische entstehen können!
Der Einsatz von Wasserstoffperoxid kann hilfreich sein, da dieses eine abtötende Wirkung auf die Schimmelpilze und gleichzeitig eine bleichende Wirkung hat. Wegen der bleichenden Wirkung wird es insbesondere bei einem Befall von Bläuepilzen eingesetzt. Auch Wasserstoffperoxid hat keine vorbeugende Wirkung gegen einen Neubefall.
Obwohl oft genannt, ist 5%-ige Salmiakgeistlösung (Ammoniaklösung) jedoch nicht wirklich empfehlenswert, da Ammoniak stark reizend auf die Atemorgane wirkt.
Wenn man den Sprühnebel solcher Mittel einatmet, bilden sich im Körper schädliche chlororganische Verbindungen. Daher Sicherheitshinweise unbedingt beachten! Es wirkt abtötend auf die Schimmelpilze und hat gleichzeitig noch eine bleichende Wirkung, die bei farbigen Schimmelbelägen von Vorteil ist. Vorsicht auf Metall: Korrosionswirkung!
wirken meist selektiv. Manche Schimmelpilze werden von diesen nicht bekämpft, sondern verlieren ihre Nahrungskonkurrenten und entwickeln sich umso besser. Es ist darauf zu achten, dass nach einer solchen Behandlung der Oberflächen unbedingt die Verträglichkeit des eingesetzten Mittels und des vorhandenen Anstrichsystems mit dem nachfolgenden Anstrichsystem überprüft werden muss. Für eine dauerhaft schimmelfreie Oberfläche ist entweder die Feuchte durch bauliche Maßnahmen zu vermindern, oder aber es ist das Aufbringen eines neuen, in diesem Falle schimmelpilzwidrigen Anstrichsystems erforderlich. Es ist zu beachten, dass die schimmelpilzwidrigen Wirkstoffe in den Beschichtungsprodukten nur eine begrenzte zeitliche Wirksamkeit haben und daher eine Nachpflege Die Pflegeintervalle hängen u.a. vom Ausmaß der Feuchte- und UVBeanspruchung der lackierten Flächen ab. Die Sicherheitsratschläge auf den Verpackungen und Hinweise zum Umweltschutz beachten. Arbeitsschutzmaßnahmen beachten Persönliche Schutzausrüstung, z.B. undurchlässige Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen. |
Bauvorhaben: |
Massivholz - ein Begriff für Qualität Heumann: "Die DIN 68871 regelt Möbel- Bezeichnungen verbindlich. Massiv dürfen sich danach nur solche Möbel nennen, die in allen Teilen außer Rückwand und Schubladenböden aus massivem Holz gefertigt und nicht furniert sind." "Eiche massiv" bedeutet also, dass ein Möbelstück durchgehend aus Eichenholz besteht. Massivholz-Möbel werden auch als Vollholz-Möbel bezeichnet. Das Ausgangsprodukt für solche Möbel sind Platten aus gewachsenem Holz oder aus geleimten Lamellen und Stäben. Nach langer Lagerung und Trocknung wird das Holz im Sägewerk zunächst zu Lamellen aufgetrennt, zugeschnitten und gehobelt. Dann werden Lamellen gleichen Querschnitts, gleicher Länge und gleicher Holzart mittels Leim und einer Plattenpresse dauerhaft mit einander verbunden: Es entsteht eine Leimholzplatte. Dieser Materialaufbau kommt dem natürlichen Holz am nächsten, denn das Holz kann weiter atmen. Sperrholz , Span- und Faserplatten sind dagegen kein Massivholz. Wurde bei den sichtbaren Flächen eines Möbelstücks ein Furnier verwendet, muss dies im Handel angegeben werden. Das Möbel wird dann zum Beispiel als "Eiche-Furnier" angeboten. Als "echt" gilt das Möbel nur dann, wenn Furnier und Massivholzteile der sichtbaren Flächen aus der selben Holzart bestehen. Mehr über Massivholz erfahren Sie in der kostenlosen Broschüre "Massivholz – eine gute Entscheidung", erhältlich im Möbelhandel. Oder im Internet: www.pro-massivholz.de. |
Massivholzmöbel regulieren Feuchtigkeit |
Heizkosten sparen mit Holzfassaden |
Renovierungstipp: Mit passenden Türen zum neuen Ambiente |
Wissenschaftliche Studien bestätigen 22. Februar 2005 (HAF, Bonn) Ob Verpackungen und Paletten in der Fleischindustrie oder Tische und Ablagen im Krankenhaus – in hygienisch sensiblen Bereichen ist Holz weitgehend verboten. Selbst Küchenutensilien, wie das Frühstücksbrettchen oder der Kochlöffel, sind heute meist aus Plastik statt aus Holz. Der Grund: Kunststoff ist nach landläufiger Meinung hygienischer. Wissenschaftliche Untersuchungen der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft und des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik haben allerdings nachgewiesen, dass bestimmte Holzarten eine antibakterielle Wirkung haben. Vor allem Kiefernkernholz saugt Bakterien auf und tötet sie ab, zum Beispiel die Erreger von Pilzinfektionen. |
Laminat und Fertigparkett Echtes Holz oder Holzdekor, Sonderangebot aus dem Baumarkt oder teure Markenware: Welcher Boden ist der beste? Im Test: Zehn Laminatböden und zehn Fertigparketts. Die Qualitätsunterschiede sind groß. Einige Boeden halten nicht gut. Ihre Oberfläche nutzt sich zu schnell ab. Vier Laminate und sechs Fertigparketts sind gut. Den stärksten Auftritt hat das Parkett von Meister. Endnote: sehr gut. STIFTUNG WARENTEST online gibt Entscheidungshilfe für Heimwerker und Wohnzimmerarchitekten. Den vollständigen Artikel finden Sie unter: Quelle: Stiftung Warentest, 06.05.2005 Kommentar DIMaGB: Die Seiten: |