Über den dominierenden
solaren Einfluss auf den Klimawandel seit 1701
300–jährige Klimadiagnose
kontra Treibhausdebatte
Horst Malberg, Univ.-Prof. (a.D.) für Meteorologie und Klimatologie
Der
UN–Klimabericht 2007 (IPCC, 2007) über einen anthropogen verursachten
Klimawandel hat in Wissenschaft, Politik, Medien und Öffentlichkeit
intensive Reaktionen ausgelöst. In der zum Teil emotional bis ideologisch
geführten Diskussion vermischen sich dabei aus meteorologischer Sicht
nicht selten Dichtung und Wahrheit. Reine Szenarienrechnungen werden in
unzulässiger Weise wie Prognosen interpretiert und dramatisiert. Völlig
unhaltbar wird es in der Klimadebatte, wenn singuläre Wetter- und
Witterungsereignisse, also kurzfristige und regionale Launen der Natur,
als Indiz oder Beweis für die Auswirkungen einer anthropogen verursachten
globalen Erwärmung dargestellt werden.
Wer sich jemals mit
den Wetteraufzeichnungen vergangener Jahrtausende befasst hat, der weiß,
dass Extremwetterlagen zu allen Klimaepochen und in allen Klimazonen
aufgetreten sind. Kein Jahrhundert blieb verschont vor extremer Wärme oder
Kälte, vor Starkregen, Überschwemmungen und Dürreperioden, vor
Schneemassen, Orkanen und Sturmfluten (Hennig, 1904). Erst eine über
mehrere 30-jährige Klimaperioden signifikante Häufigkeitsänderung von
Extremereignissen kann mit einer nachhaltigen Veränderung der
atmosphärischen Zirkulation in Verbindung gebracht werden. Wenn z.B. der
milde Winter 2006/07 in Mitteleuropa als Indiz für die globale Erwärmung
dargestellt wird, dann müssen die gleichzeitige Kälte und Schneemassen im
Nordosten der USA und der kalte, schneereiche Winter 2005/06 in
Mitteleuropa wohl ein Indiz für die nächste Eiszeit sein.

Zwar spektakulär, aber
synoptisch falsch ist es, eine Zunahme oder Intensivierung von Orkantiefs
in unseren Breiten mit dem anthropogenen Treibhauseinfluss zu begründen.
Orkantiefs entstehen nur im Winter. Nur dann ist als Folge der Polarnacht
die Polarregion extrem kalt und der Temperaturunterschied zwischen
Subtropen und Polarregion mit mehr als 40 K groß genug für die Bildung von
Orkantiefs. Im Sommer ist die Polarregion als Folge des Polartags relativ
warm. Der meridionale Temperaturunterschied ist nur halb so groß wie im
Winter, so dass in der warmen Jahreszeit keine außertropischen Orkantiefs
entstehen. Orkane zeigen somit an, dass die Polarluft in ihrem
Entstehungsbereich sehr kalt ist.
Nach der
Treibhaustheorie soll sich die Polarregion doppelt so stark erwärmen wie
die Subtropen, d.h. durch den anthropogenen Treibhauseffekt würde der
meridionale Temperaturgradient schwächer. Die Voraussetzung für die
Orkanbildung müsste schlechter statt besser werden.
Erstaunlich ist aus
synoptischer Sicht auch die Aussage, die Hochwasserwahrscheinlichkeit
werde sich in naher Zukunft bei uns verzehnfachen, da durch die globale
Erwärmung die Niederschläge im Gebirge vermehrt als Regen fallen und
weniger als Schnee gespeichert werden. Zum einen ist eine Klimaprognose
über die Häufigkeit stationärer zyklonaler Wetterlagen über den
Quellregionen der Flüsse völlig utopisch. Zum anderen würde logischerweise
eine verringerte winterliche Schneeansammlung im Gebirge sogar die
Hochwasserwahrscheinlichkeit bei der Schneeschmelze zurück gehen lassen.
Auch der beobachtete
Rückgang der Alpengletscher kann nicht mit der Erwärmung Mitteleuropas von
1°C (K) seit 1850 erklärt werden, denn eine Temperaturzunahme von 1°C hat
nur eine Höhenverschiebung der Schneefallgrenze um 150 m zur Folge, nicht
aber das Abschmelzen der hochgelegenen Gletscher. Der Rückzug der
Gletscher lässt sich nur strahlungsphysikalisch erklären.
Industrialisierung und Urbanisierung haben über lange Zeit durch Staub-
und Russ-Emission zu einer Verschmutzung der Gletscher geführt. Die Folge
war eine Abnahme ihres Reflexions- bzw. eine Zunahme ihres
Absorptionsvermögens. Verstärkt wurde dieser Strahlungsprozess noch durch
zwei weitere Effekte. So führten einerseits die Luftreinhaltemaßnahmen der
letzten Jahrzehnte zu einer verringerten Schwächung der Sonnenstrahlung in
der klareren Luft, so dass mehr Strahlungsenergie am Gletscher ankommt.
Diese Erklärung hat nach Medienberichten die NASA aufgrund von
Satellitenmessungen auch für das Verhalten der grönländischen Gletscher
gegeben. Zum anderen, wie noch gezeigt wird, ist es seit 1850 zu einer
Erhöhung des solaren Energieflusses, der „Solarkonstanten“, gekommen. Wie
der o. g. Strahlungseffekt wirkt, lässt sich im Winter leicht an
Hausdächern mit einer Süd- und einer Nordseite erkennen. Bei Temperaturen
unter Null Grad Celsius schmilzt der Schnee auf der Südseite, während er
auf der Nordseite liegen bleibt. Entsprechend ist die klimatische
Schneegrenze auf der Alpensüdseite 200 m höher als auf der Alpennordseite.
Das „stabile“ Klima
Auch in Bezug auf das
Klimaverhalten selber gibt es grundsätzliche Missverständnisse. So wird in
der Klimadiskussion z. T. der Eindruck erweckt, als habe es vor 150
Jahren, also zu Beginn der globalen Klimareihe, ein stabiles und optimales
Klima gegeben und als sei ein Klimawandel ein anomaler Vorgang. Genau das
Gegenteil ist der Fall. Zum einen war es vor 150 Jahren so kalt in
Mitteleuropa, waren die Ernten so miserabel, dass Menschen verhungert (!)
sind. Zum anderen ist die Vorstellung absurd, das Klimaverhalten der
letzten Jahrhunderte ließe sich durch einen Hockeyschläger beschreiben:
vor 1850 gleich bleibende Temperaturen und danach steiler
Temperaturanstieg.
Nicht nur in den
vergangenen ein bis zwei Millionen Jahren mit dem mehrfachen Wechsel von
Kalt-/Eis- und Warmzeiten, auch in der jüngeren Vergangenheit hat sich das
Klima ständig verändert. So folgte nach dem Wärmemaximum um 1200 n. Chr.,
dem mittelalterlichen Klimaoptimum (warm = optimal) bis etwa 1700 die
mittelalterliche Kleine Eiszeit. Ist man für diesen Zeitraum noch auf
indirekte Klimadaten (Proxidaten) angewiesen, so ist die Klimaentwicklung
in Mitteleuropa ab 1701 durch Messdaten dokumentiert.
Abb. 1 zeigt das
Temperaturverhalten von Mitteleuropa auf der Grundlage 30-jährig
gleitender Mittelwerte. Die Linie der Durchschnittstemperatur (8,8°C)
lässt erkennen, in welchen Perioden es wärmer und in welchen es kälter war
als im langfristigen Mittel. Wie der Temperaturverlauf deutlich macht, ist
der ständige Klimawandel von Natur aus auch auf kürzeren Zeitskalen das
Normale. Mathematisch gesehen lässt sich der grundsätzliche Klimaverlauf
durch eine Funktion F = T(t) beschreiben, deren erste zeitliche Ableitung
F`= T`(t) das Ausmaß der Klimaänderung zu jedem Zeitpunkt beschreibt.
Globaler
Klimawandel und Treibhauseffekt
Abb. 2 zeigt die globale
Temperaturentwicklung seit Beginn der globalen Beobachtungsreihe (Brohan
et al., 2005) anhand 10-jähriger Mittelwerte. Die globale Erwärmung von
1850 bis 2000 beträgt rund 0,6°C (K) und ist unstrittig. Anders ist es bei
der Frage nach der primären Ursache des Temperaturanstiegs. Hier zerfällt
die Wissenschaft in zwei Lager, und zwar in das große Lager der
Treibhaustheoretiker und in eine kleine Gruppe der Treibhausskeptiker.
Demokratisch gesehen ist das scheinbar eine klare Angelegenheit.
Beim atmosphärischen Treibhauseffekt
handelt es sich um das Verhalten der Luft gegenüber der infraroten
(langwelligen) Wärmeausstrahlung der Erde. Die Treibhausgase haben die
Eigenschaft, bestimmte Spektralbereiche der terrestrischen Wärmestrahlung
zu absorbieren, so dass ein Teil der Wärmeenergie nicht in den Weltraum
geht, sondern im System Erde – Atmosphäre bleibt. Das wichtigste
Treibhausgas ist der Wasserdampf. Er macht allein mehr als 60% des
natürlichen Treibhauseffekts aus. Weitere Treibhausgase sind vor allem
Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid.
Durch die
Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und infolge einer
rasant angewachsenen Weltbevölkerung erhöht der Mensch die Konzentration
der Treibhausgase in der Luft. So hat sich durch die Verbrennung fossiler
Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) in den letzten 150 Jahren der CO2
-Gehalt von 280 ppm (parts per millon) auf 380 ppm, also um rund
35%, erhöht. Ferner haben die intensive Bearbeitung (Düngung) und die
Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen (u. a. der
Reisanbaugebiete) sowie die millionenfache Rinder- und Schafhaltung
(Wiederkäuer) zu einer Zunahme von Distickstoffoxid und Methan in der Luft
geführt. Auch dieser Sachverhalt ist unstrittig. Umstritten ist dagegen,
welche Auswirkung die Zunahme der Treibhausgase auf das globale und
regionale Klima hat.

Für die vielen
Treibhaustheoretiker ist der anthropogene Treibhauseinfluss die primäre
Ursache der globalen und regionalen Erwärmung. Die natürlichen
Klimaprozesse sollen ihrer Meinung nach nur noch eine untergeordnete Rolle
beim Klimawandel spielen. Basierend auf dieser Prämisse und den Hypothesen
über das zukünftige Niveau der Treibhausgase fällt die von den
Klimamodellen berechnete Erwärmung für die nächsten 100 Jahre je nach
Szenario von moderaten 1,5 - 2°C (K) bis zu apokalyptischen globalen
Werten von mehr als 6°C (K) aus. Die Eintreffwahrscheinlichkeit der
Modellergebnisse beträgt je nach Szenario 65% bis maximal 90%.
In der Statistik gilt
eine Eintreffwahrscheinlichkeit unter 90% wegen der großen
Irrtumswahrscheinlichkeit als nicht gesichert. Selbst eine
Eintreffwahrscheinlichkeit von 90% weist noch eine
Irrtumswahrscheinlichkeit von 10% auf. Erst bei einer statistischen
Sicherheit von 95% - 99% oder mehr sind Ergebnisse wegen ihrer geringen
Irrtumswahrscheinlichkeit als signifikant bis hochsignifikant anzusehen.
Offensichtlich aufgrund dieser Tatsache haben viele Verantwortliche, so
auch unsere Bundeskanzlerin, ihre Stellungnahme zum UN–Klimabericht mit
den Worten begonnen: “Wenn man den Klimamodellen glauben darf,..“ .Jedoch
gibt es gute Gründe, ihnen nicht zu glauben.
Solare Aktivität
und Klimawandel
In Anbetracht eines sich seit
Jahrmillionen auf allen Zeitskalen permanent wandelnden Klimas muss man
sich fragen, wie realistisch es ist, dass die natürlichen Klimaprozesse
bei der globalen Erwärmung im Vergleich zum anthropogenen Treibhauseffekt
nur noch eine sekundäre Rolle spielen sollen. Dieses gilt insbesondere für
den Einfluss der Sonne.
Ein Indikator für die
Veränderungen der solaren Aktivität und damit des solaren Energieflusses
zur Erde („Solarkonstante“) sind die Sonnenflecken, also die dunklen
Flächen von allgemein 1.000 - 10.000 km Ausdehnung. Erzeugt werden sie
durch das sich permanent ändernde solare Magnetfeld. Eine hohe
Sonnenfleckenzahl weist auf eine aktive Sonne mit größerer Ausstrahlung
hin, eine niedrige Sonnenfleckenzahl auf eine ruhige Sonne mit einer
geringeren Ausstrahlung. Dabei sind es nicht die Sonnenflecken selber,
sondern die synchron mit ihnen auftretenden energieintensiven
Sonnenfackeln, die den variablen Strahlungsprozess dominieren.
Sonnenflecken sind somit der sichtbare Indikator für die Veränderungen des
solaren Energieflusses. Sie werden seit der Erfindung des Fernrohrs im 17.
Jahrhundert beobachtet, so dass für Untersuchungen zur solaren Aktivität
Daten von mehr als 300 Jahren zur Verfügung stehen.
Dabei zeigt sich, dass
die Sonnenfleckenzahl zum einen kurzperiodisch zu- und abnimmt. Die
mittlere Periode beträgt rund 11 Jahre, kann aber im Einzelfalle mehrere
Jahre davon abweichen. Einen Einfluss dieses kurzperiodischen solaren
Signals auf den Ozongehalt, die Temperatur und die Zirkulation der
Stratosphäre haben u. a. K. Labitzke (1997, 2005), U. K. Matthes; U.
Langematz, et al. (2003, 2005) gezeigt. Die Ursache dafür ist der zwischen
Sonnenfleckenminimum und Maximum im UV-Bereich z. T. um mehr als 10%
variierende Energiefluss.
Im bodennahen Klima
wird die Änderung des Energieflusses zwischen Sonnenfleckenminimum und
Maximum eines einzelnen Zyklus in der Regel nicht erkennbar. Durch die
halbperiodische Zu- und Abnahme des integralen Energieflusses von rund
0,1% kann der resultierende Effekt auf das Klima Null oder so gering sein,
dass er in der natürlichen Variabilität unseres Klimasystems untergeht.

Jedoch treten neben
der kurzperiodischen solaren Schwankung auch langfristige Veränderungen
der Sonnenfleckenzahl und damit des solaren Flusses auf (Hoyt, D. V. und
Schatten, K. H., 1997 und Landscheidt, T., 1983). Dabei lassen sich über
viele Zyklen anhaltende Trends beobachten. In Abb. 3 sind in Form linearer
Regression zum einen die Trends der mittleren Sonnenfleckenzahl je Zyklus
und zum anderen die Trends der Sonnenfleckenmaxima in den letzten 300
Jahren dargestellt. Von 1705 bis 1778 sowie von 1848 bis 1999/2000 sind
positive Trends der Sonnenfleckenzahl pro Zyklus aufgetreten, wobei die
solare Aktivität nach 1848 eine zunehmende Tendenz aufweist. Die Zeit
zwischen 1778 und 1829 ist dagegen durch einen extrem starken negativen
Trend der Sonnenaktivität gekennzeichnet. Die mittleren
Sonnenfleckenzahlen verringerten sich um 14,5, die Maxima um über 25 von
einem Zyklus zum nächsten.
Im Gegensatz zur
einzelnen 11–jährigen Periode ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass einer langfristigen Zunahme oder Abnahme der
Sonnenfleckenzahl je Zyklus und damit der solaren Aktivität eine
wesentliche klimarelevante Bedeutung zukommt. Auf die Frage, wie groß der
solare Anteil am Klimawandel der vergangenen 300 Jahre war, soll die
nachfolgende Untersuchung über den Zusammenhang zwischen mittlerer
Sonnenfleckenzahl je Zyklus und Temperaturverhalten Aufschluss geben.
Dabei spiegelt, wie gesagt, die mittlere Sonnenfleckenzahl als Indikator
die jeweilige Sonnenaktivität und damit den integralen solaren
Energiefluss je Sonnenfleckenzyklus wider.

Abb. 4 zeigt die
Entwicklung der mittleren Sonnenfleckenzahl je Zyklus zwischen 1850 und
1999, dem Ende der letzten Sonnenfleckenperiode. Wie man erkennt, hat sich
die mittlere Sonnenfleckenzahl innerhalb der letzten 150 Jahre um fast
100% erhöht. Das aber bedeutet: Die solare Aktivität und damit der solare
Energiefluss hat seit dem Beginn der globalen Klimareihe essenziell
zugenommen. Vergleicht man diese Entwicklung der mittleren
Sonnenfleckenzahl mit der globalen Temperaturentwicklung seit 1850 (Abb.
2), so ist die grundsätzliche Übereinstimmung unverkennbar. Mit dem
Anstieg der mittleren Sonnenfleckenzahl je Zyklus von 43 auf rund 80
zwischen 1848 und 1999 korrespondiert der beobachtete globale
Temperaturanstieg um 0,6°C (K).
Wesentlich weiter
zurück als die globalen Klimareihen (Jones et al., 1999, Brohan et al.,
2005) reichen die Klimabeobachtungen in Mitteleuropa. So wurden die
Klimabeobachtungen von Wien und Prag in den 1770er Jahren, die von Basel
in den 1750er Jahren und die von Berlin (J. Pelz, 1997) im Jahre 1701
begonnen. Die Mitteltemperatur dieser vier Stationen wird in dieser
Untersuchung als „Klimareihe Mitteleuropa“ definiert.
Um den Klimawandel
Mitteleuropas ab 1701 untersuchen zu können, wurden für die Periode 1781 -
1840 die mittleren Temperaturdifferenzen zwischen Basel, Prag und Wien zu
den 10-jährigen Mitteltemperaturen von Berlin berechnet. Basierend auf der
Berliner Temperaturreihe wurde mit den 10-jährigen Abweichungen die
Klimareihe Mitteleuropa für die Periode 1701 - 1780 (Prag bis 1786)
extrapoliert. Wie die Überprüfung der Reduktionsmethode für den Zeitraum
1841 - 1930 zeigt, lagen die dekadischen Abweichungen zwischen berechneten
und beobachteten Mitteltemperaturen in der Regel nur zwischen +/- 0,1°C
(absoluter Fehler + 0,06 K)). Folglich vermag die Klimareihe von
Mitteleuropa Aufschluss zu geben über den Klimawandel in einem
300–jährigen und damit doppelt so langen Zeitraum wie die globale
Klimareihe.
Abb. 5 zeigt die
Temperaturentwicklung Mitteleuropas zwischen 1701 und 2000. Wie man sowohl
anhand der 10-jährigen Mittelwerte als auch an der geglätteten
Temperaturkurve erkennt (s. auch Abb. 1), wurde Mitteleuropa zu Beginn
des 18. Jahrhunderts von der letzten Phase der mittelalterlichen Kleinen
Eiszeit beherrscht. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts stieg die Temperatur
an und erreichte ihren Höhepunkt um 1800. Dabei waren die 1790er Jahre,
und zwar ohne anthropogenen Treibhauseffekt, nahezu genau so warm wie die
1990er Jahre. Nach 1800 setzte ein rapider Temperaturrückgang ein. Dieser
Abkühlung folgte nach 1850 allmählich die derzeit diskutierte Erwärmung.
Abb. 6 zeigt die
Entwicklung der mittleren Sonnenfleckenzahl je Zyklus in den letzten 300
Jahren. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts lag die mittlere Sonnenfleckenzahl
unter 20. Im Laufe des 18. Jahrhunderts stiegen die Werte je Zyklus bis
auf 68 an. Danach gingen sie in relativ kurzer Zeit um über 50% zurück.
Dem Minimum des 19. Jahrhunderts folgte ein erneuter Anstieg der solaren
Aktivität bis zu den jüngsten Werten von 84 bzw. 75. Das heißt: Die
mittlere Sonnenfleckenzahl der beiden letzten Zyklen ist rund doppelt so
groß wie vor 150 Jahren und mehr als viermal so groß wie vor 300 und 180
Jahren. Vergleicht man Abb. 5 und Abb. 6 miteinander, so ist der
Zusammenhang von Sonnenfleckenzahl und Temperatur in den letzten 300
Jahren unverkennbar. Dem solaren Antrieb kommt eine hohe klimarelevante
Bedeutung zu.


Fasst man die
bisherigen Ergebnisse zusammen, so ergibt sich für die Klimaentwicklung
der letzten 300 Jahre folgendes Bild: Nach dem letzten Höhepunkt der
mittelalterlichen Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert, in der in England
der Ackerbau zusammengebrochen ist, folgte im 19. Jahrhundert die erste
neuzeitliche Kleine Eiszeit. Genau in diese Zeit, also in die
lebensfeindlichste Epoche der letzten 250 Jahre, fällt der Beginn der
globalen Klimareihe. Alle Angaben zur bisherigen globalen Erwärmung
beziehen sich auf diese
Kälteperiode vor 150
Jahren, in der wegen miserabler Ernten Menschen in Mitteleuropa verhungert
sind, in der der Weinanbau aus Norddeutschland verschwand und in der
Deutsche in Scharen in der Hoffnung auf eine auch klimatisch bessere
Zukunft in die Neue Welt auswanderten. Damit sollte einem klar werden,
welch eine glückliche Fügung der Temperaturanstieg seit 1850 ist.
Stattdessen wird in der Klimadebatte der Eindruck erweckt, als sei die
Erwärmung seit 1850 der erste Teil eines anthropogen verursachten
Infernos. Es hieße, die Dinge auf den Kopf zu stellen, würde man das
lebensfeindliche Klima des 19. Jahrhunderts als „Normalklima“ ansehen und
es zum Maßstab für die weitere Klimaentwicklung machen.
Als weiteres Ergebnis
zeigt die Analyse den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen den
langzeitlichen Änderungen der solaren Aktivität und dem globalen sowie
mitteleuropäischen Klimawandel der letzten 150 - 300 Jahre. Dabei sind
globale und mitteleuropäische Klimaentwicklungen eng miteinander
verbunden, wie für den Zeitraum 1850 - 2000 der Korrelationskoeffizient
von 0,9 belegt. Damit dürfte sicher sein, dass die Klimareihe
Mitteleuropas auch vor 1850 die prinzipiellen Züge des globalen
Klimawandels widerspiegelt.

Die statistische
Analyse
Mit der
Korrelationsanalyse über den Zusammenhang von Sonnenaktivität und
Klimawandel wird untersucht, in welchem Ausmaß die langfristige
Variabilität der Sonnenfleckenzahl und damit des solaren Flusses mit der
Variabilität der globalen und mitteleuropäischen Temperatur
korrespondiert. Dazu soll zunächst eine anschauliche Betrachtung der
Anomalien von Mitteltemperatur und mittlerer Sonnenfleckenzahl vorgenommen
werden, d.h. ihrer Abweichungen je Zyklus vom langfristigen Mittelwert.
Auf diese Weise lässt sich erkennen, wann in den letzten 300 Jahren die
solare Aktivität unter oder über dem Durchschnitt lag und wann es also
kälter oder wärmer als im Mittel war.
Abb. 7 zeigt die
Temperaturanomalien der Sonnenfleckenzyklen seit 1705. Die negativen
Anomalien zu Beginn des 18. Jahrhunderts charakterisieren das kalte Klima
am Ende der mittelalterlichen Kleinen Eiszeit. Im Verlauf des 18.
Jahrhunderts erfolgt ein Wechsel zu positiven Anomalien, zu
überdurchschnittlichen Temperaturen. Nach 1800 treten bis zur Mitte des
20. Jahrhunderts über 150 Jahre negative Temperaturanomalien auf. Erst
seit etwa sechs Jahrzehnten sind in Mitteleuropa die Temperaturanomalien
wieder positiv, ist es wieder wärmer als im Durchschnitt der letzten 300
Jahre.
Abb. 8 zeigt die
Anomalien der mittleren Sonnenfleckenzahl je Sonnenfleckenzyklus seit
1705. Wie die negativen Anomalien zeigen, lag die Sonnenaktivität zu
Beginn des 18. Jahrhunderts deutlich unter dem Durchschnitt der letzten
300 Jahre. Diese Tatsache deckt sich mit den Ergebnissen von Eddy (1976),
nach denen während des letzten Höhepunkts der Kleinen Eiszeit im späten
17. Jahrhundert nur sehr wenige Sonnenflecken beobachtet worden waren. Wie
eine Klimamodellstudie zeigt, führte die „ruhige“ Sonne während dieser
Zeit (Maunder-Minimum der solaren Aktivität) zu einer nordhemisphärischen
Abkühlung bis zu rund 1°C (A. Claußnitzer, 2003). Im Verlauf des 18.
Jahrhunderts erfolgt ein Wechsel von negativen zu positiven Anomalien,
also zu einer überdurchschnittlichen Sonnenaktivität. Im 19. und in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dominieren wieder negative Anomalien.
Die Zahl der Sonnenflecken lag wie die Temperatur 150 Jahre unter dem
Durchschnitt. Erst seit etwa 1950 sind die Sonnenfleckenanomalien wieder
positiv, ist die solare Aktivität wieder höher als der Durchschnitt der
letzten 300 Jahre.
Damit ergibt sich
grundsätzlich folgender Zusammenhang: In den Perioden mit
unterdurchschnittlichen Sonnenfleckenzahlen war es in Mitteleuropa kälter
als im vieljährigen Mittel, in den Perioden mit überdurchschnittlichen
Sonnenfleckenzahlen war es wärmer als im vieljährigen Durchschnitt. Dieser
Zusammenhang gilt auch für die globale Temperaturentwicklung seit 1850.
Die Berechnung der
Korrelationskoeffizienten über den Zusammenhang zwischen mittlerer
Sonnenfleckenzahl und Mitteltemperatur wird für Mitteleuropa für die Zeit
ab 1778 durchgeführt, d.h. für die Periode mit vollständigen Messdaten an
den vier Klimastationen. Für die globale Temperaturentwicklung wird die
Zeit ab 1850 (Brohan et al.) bzw. ab 1860 (Jones et al.) untersucht. Die
Ergebnisse sind in Abb. 9 dargestellt. Die Berechnung für unterschiedlich
lange Intervalle soll zeigen, wie stabil die Korrelationen zeitlich sind.
Die Zuverlässigkeit der Korrelationen wird durch das Signifikanzniveau
(einseitiger F–Test) festgestellt. Bei der Berechnung der Autokorrelation
zeigt sich, dass die Zeitreihe der mittleren Sonnenfleckenzahl je Zyklus
beim 5. Term nahe Null liegt und danach negativ wird.
Bei der ersten
Korrelationsanalyse wird die Annahme gemacht, dass sich der solare
Energiefluss eines Zyklus nur auf das Temperaturverhalten im selben
Zyklus auswirkt. (Abb. 9: je Zyklus). Für die Abkühlungsperiode in
Mitteleuropa zwischen 1778 und 1836 folgt bei dieser Annahme ein
Korrelationskoeffizient von +0,78. Für den nach 1848 beginnenden
allmählichen Temperaturanstieg in Mitteleuropa liegen die
Korrelationskoeffizienten stabil bei +0,70. Für die globale Erwärmung
berechnen sich für die vier Zeitintervalle 1850-1999, 1860-1999,
1870-1999, 1883-1999 stabile Korrelationskoeffizienten von +0,76 (Brohan
et al.) bis +0,81 (Jones et al.). Alle Ergebnisse für die
mitteleuropäische wie für die globale Erwärmung der letzten 150 Jahre sind
auf dem 99%-Niveau hochsignifikant.
Da es sich bei dem
solaren Energiefluss aber um einen kontinuierlichen Prozess handelt, und
das Klimasystem der Erde ein Trägheitssystem ist, das einige Zeit braucht,
um Antriebsänderungen umzusetzen, wird bei der zweiten Analyse von der
physikalisch realistischen Annahme ausgegangen, dass der solare Einfluss
eines Sonnenfleckenzyklus sich auf die Mitteltemperatur des gleichen und
des jeweils nachfolgenden Zyklus auswirkt (Abb. 9: SF1z : T2z). Für die
Abkühlungsperiode in Mitteleuropa berechnet sich ein
Korrelationskoeffizient von +0,91 und für die Erwärmung Mitteleuropas von
+0,77 bis +0,79. Für die beiden globalen Temperaturreihen ab 1850/1860
ergeben sich Korrelationskoeffizienten von +0,76 bis +0,83. In diesem
Fall, in dem auch alle anderen klimarelevanten Prozesse wirksam sind,
vermag der solare Effekt somit rund 80% der Varianz der mitteleuropäischen
Abkühlung sowie bis zu 65% bei der globalen und mitteleuropäischen
Erwärmung zu erklären. Alle Ergebnisse sind auf dem 99%-Niveau statistisch
hochsignifikant.

Bei der dritten
Analyse wird versucht, den langfristigen solaren Antrieb von kurzfristigen
Klimaprozessen zu trennen. Das Klimasystem der Erde ist ein physikalisch
hochkomplexes nichtlineares System, das von externen Einflüssen (Sonne und
vulkanismusbedingte atmosphärische Trübung) sowie von internen
Einflussgrößen (Atmosphäre, Ozean, Biosphäre, glaziale und
Erdbodenverhältnisse) angetrieben wird. Alle internen Prozesse stehen in
Wechselwirkung untereinander. Sie reagieren zum einen auf die externen
Antriebe und zum anderen agieren und reagieren sie in Form positiver und
negativer Rückkopplungen. Die Vielzahl dieser klimarelevanten Prozesse
spiegelt sich in der Variabilität des globalen wie regionalen
Temperaturverhaltens wider. Wie die unsystematischen jährlichen und
dekadischen Temperatursprünge zeigen, wirken viele Prozesse nur auf der
kurzfristigen Klimaskala.
Um diese, den
generellen Klimaverlauf und solaren Einfluss überlagernden, kurzfristigen
und unsystematischen „Störungen“ zu eliminieren und um auf diese Weise den
klimarelevanten Einfluss des permanenten solaren Antriebs zu erfassen,
wird eine dritte, zyklenübergreifende Analyse durchgeführt, d. h, es wird
eine über zwei Zyklen gleitende Mittelwertbildung der Daten vorgenommen.
Wie sich zeigt, bleiben alle wesentlichen Strukturen auch erhalten, wenn
die Fluktuationen eliminiert werden.
Die Ergebnisse der
Korrelationsanalyse sind in Abb. 9: 2 Zyklen dargestellt. Für die
mitteleuropäische Abkühlungsperiode 1778 - 1836 folgt über den
Zusammenhang von Sonnenflecken- und Temperaturverhalten ein
Korrelationskoeffizient von +0,92. Der solare Einfluss vermag somit mehr
als 80% der klimarelevanten Temperaturänderung während der
Abkühlungsperiode zu erklären. Für die globale und für die
mitteleuropäische Erwärmung in den letzten 150 Jahren folgen stabile
Korrelationskoeffizienten von +0,85 bis +0,87. Damit kann der solare
Effekt mehr als 70% der Varianz des klimarelevanten langfristigen
Temperaturanstiegs seit 1850 erklären. Die Ergebnisse sind auf dem
99,9%-Niveau statistisch hochsignifikant.
Fazit:
Der veränderliche solare Energiefluss ist mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit der dominierende Antrieb im Klimasystem der Erde. Seine
Abnahme zu Beginn des 19. Jahrhunderts vermag über 80% der
lebensfeindlichen Abkühlung Mitteleuropas zu erklären. Die deutlich
gesteigerte solare Aktivität nach 1850 vermag mindestens zwei Drittel der
mitteleuropäischen und globalen Erwärmung seit 1850 hoch signifikant zu
erklären.
Damit folgt: Der
Temperaturanstieg in den letzten 150 Jahre kann maximal zu einem Drittel
durch den anthropogenen Treibhauseffekt verursacht worden sein. Der
anthropogene Treibhauseffekt wird somit in den Klimamodellen des
UN–Klimareports 2007 wesentlich überschätzt.
Bei einer globalen
Temperaturerhöhung seit 1850 von +0,6°C lassen sich folglich +0,4°C durch
den gesteigerten solaren Energiefluss erklären und maximal nur +0,2°C
durch den anthropogenen Treibhauseinfluss. Da der CO2-Effekt
allein zur Zeit rund 50% des anthropogenen Treibhauseffekts ausmacht,
folgt: Die CO2-Zunahme von 35% in den letzten 150 Jahren kann
nur einen Temperatureffekt von + 0,1°C an der globalen Erwärmung seit
1850 erklären. Klimamodelle, die den Einfluss der langfristigen
Veränderungen der solaren Aktivität unterschätzen, haben a priori einen
elementaren Fehler und werden zu keinen zuverlässigen Aussagen über den
Klimawandel kommen.
Quo vadis Klima ?
Betrachtet man die grundsätzliche
Temperaturentwicklung von der mittelalterlichen Kleinen Eiszeit bis heute,
so weist sie unverkennbar einen wellenartigen, sinusförmigen Verlauf auf.
Die Wellenlänge beträgt rund 200 Jahre. Synchron dazu zeigt die solare
Aktivität das gleiche langfristige Schwingungsverhalten. Bei der
periodischen Zu- und Abnahme der solaren Aktivität handelt es sich
offensichtlich um den aus der Astrophysik bekannten „De-Vries-Zyklus“,
dessen mittlere Periode 210 Jahre beträgt. Die beobachteten Zyklusminima
der solaren Aktivität lagen in den letzten 350 Jahren im 17. (Maunder
Minimum) und im 19. Jahrhundert (DaltonMinimum). Die Maxima der solaren
Aktivität traten um 1800 und 2000 auf. Die Klimaentwicklung seit der
mittelalterlichen Kleinen Eiszeit folgt dem solaren De-Vries-Zyklus (u. U.
derzeit verstärkt durch den im Mittel 88–jährigen Gleisberg–Zyklus).
Aufgrund dieses
Zusammenhangs von periodisch sich ändernder Sonnenaktivität und der
Klimaentwicklung in den letzten 300 Jahren muss man folgern: Nach der
derzeitigen Wärmeperiode folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprechend
dem langperiodischen Sonnenverhalten ein weiteres zyklisches Minimum der
solaren Aktivität und damit eine dem Treibhauseffekt entgegen wirkende
Abkühlung im Verlauf des 21. Jahrhunderts. Die von den Klimamodellen
berechnete fortschreitende Erwärmung erscheint vor diesem Hintergrund
höchst unwahrscheinlich.
Wie die dramatische
Klimaentwicklung zwischen 1661 und 1700 (Zentralenglandreihe) sowie von
1800 bis 1850 (Mitteleuropareihe) zeigt, als die 10-jährigen
Mitteltemperaturen in nur vier bzw. fünf Jahrzehnten um -1,0°C (K) sanken,
können Abkühlungen abrupt einsetzen und über viele Jahrzehnte das Klima
bestimmen.
Als schwerwiegender
Fehler könnte sich in der Klimazukunft erweisen, den solaren Einfluss auf
den Klimawandel falsch eingeschätzt zu haben. Wir werden uns nach dem
periodischen Verhalten der Sonnenaktivität voraussichtlich schneller in
einer weiteren Abkühlungsphase befinden als uns lieb ist. Einen ersten
Temperatureinbruch gab es in den 1960er/70er Jahren, als die
Sonnenfleckenzahl vorübergehend um 25% zurück ging und sich als Folge des
verringerten solaren Energieflusses die Nordpolarregion um mehrere °C (K)
dramatisch abkühlte. Aus diesem Grund erscheint es dringend geboten,
Klimafolgestrategien für den Fall einer raschen Abkühlung zu entwickeln.
Allein an eine fortlaufende anthropogen verursachte Erwärmung zu glauben,
könnte sich schon in wenigen Jahrzehnten als einäugig erweisen.
Abschließend sei noch
auf die Tatsache eingegangen, dass sich die globale und regionale
Erwärmung in den letzten Jahren beschleunigt hat. Dieses mit dem
anthropogenen Treibhauseinfluss zu begründen, ist durch nichts bewiesen.
Zum einen ist die solare Aktivität auf dem höchsten Niveau seit weit über
300 Jahren, und zwar noch um 25 - 30% höher als beim Wärmehöhepunkt der
1790er Jahre. Zum anderen können bei Abkühlungen wie Erwärmungen positive
Rückkopplungen mit anderen Klimafaktoren auftreten, was eine Verstärkung
des Prozesses zur Folge hat. So wird durch eine globale Erwärmung die mit
Eis und Schnee bedeckte Fläche kleiner. Das führt zu einer verminderten
Reflexion der Sonnenstrahlung, d.h. zu einer erhöhten Absorption und damit
einer sich weiter verstärkenden Erwärmung. Analoges gilt für den
Selbstverstärkungsprozess in Abkühlungsperioden, wenn die schnee- und
eisbedeckte Fläche anwächst und sich dadurch die globale Albedo erhöht.
Schlussbetrachtungen
Nach den obigen
Ergebnissen über die globale wie mitteleuropäische Klimaentwicklung der
vergangenen 150 bzw. 300 Jahre wird der anthropogene Treibhauseffekt auf
den Klimawandel im UN–Klimabericht 2007 wesentlich überschätzt und in der
öffentlichen Darstellung in wissenschaftlich unzulässiger Weise
dramatisiert. Unsichere, auf Hypothesen beruhende und im Konjunktiv
gemachte Szenarienaussagen werden wie Fakten behandelt. Die daraus
resultierende derzeitige Klimahysterie und der unausgegorene CO2-Aktionismus
sind vor dem Hintergrund der bisherigen Klimaentwicklung nicht
nachvollziehbar. Nicht der Mensch, sondern die veränderliche
Sonnenaktivität ist aufgrund der 300-jährigen Klimadiagnose die treibende
Kraft, ist der „global player“ in unserem Klimasystem. So hat zur globalen
Erwärmung im Zeitraum 1850-2000 von +0,6°C (K) die CO2
-Zunahme um 35% lediglich + 0,1°C (K) beigetragen. Was aber bedeutet das
für die Klimapolitik? Es wäre ein Irrtum, würde man folgern, damit sei der
Mensch aller Klimaprobleme enthoben.
Zum einen müssen wir
uns, wie alle unsere Vorfahren, auf weitere naturgegebene globale und
regionale Klimaänderungen, d.h. auf wärmere und kältere Perioden,
einstellen. Mit der Entwicklung entsprechender Strategien gilt es, sich
vorausschauend auf verändernde Lebensbedingungen einzustellen. Dabei
ausschließlich von einer fortschreitenden Erwärmung auszugehen, erscheint
in Anbetracht der langperiodisch sich ändernden Sonnendynamik einäugig. In
Abwandlung eines geflügelten Wortes kann man sagen: Die nächste Abkühlung
(Kleine Eiszeit) kommt bestimmt. Daran wird der Mensch kaum etwas ändern
können.
Die Anstrengungen zur
globalen Reduzierung der CO2 -Emissionen sollten in erster
Linie aus energiepolitischen Überlegungen abgeleitet werden. Vor dem
Hintergrund der Nachhaltigkeit erscheint es dringend geboten, den Schutz
der Ressourcen um der Ressourcen - und damit unserer Nachkommen - willen
zu betreiben. Selbst wenn unsere fossilen Energiereserven noch über 100
Jahre reichen, was sind, abgesehen von ihrer zunehmenden
Verknappung/Verteuerung, ein oder zwei Jahrhunderte vor dem Hintergrund
der Menschheitsentwicklung. Auch ist zu bedenken, dass der Energiebedarf
bei einem Rückgang der Temperatur höher sein wird als bei der
„prognostizierten“ Erwärmung.
Vor diesem Hintergrund
kommt dem Einsatz regenerativer Energien als Ergänzung zu den
konventionellen Energieträgern eine wichtige Rolle zu. Allerdings sollte
man auch die Grenzen beim Einsatz erneuerbarer Energien klar erkennen. So
stehen z.B. uns in Mitteleuropa in der kalten und dunklen Jahreszeit, wenn
der Energiebedarf besonders hoch ist, im Mittel nicht mehr als 10% der
Sonnenenergie im Vergleich zu den Sommermonaten zur Verfügung.
Entsprechend liefern meine Solarröhren an den vielen trüben Herbst- und
Wintertagen bei Kollektortemperaturen unter 20°C nicht einmal genug Wärme
für das tägliche Spülwasser.
Last but not least
sollte dem regionalen und überregionalen Umweltschutz höchste Priorität
eingeräumt werden. Die Reinhaltung von Luft, Wasser und Boden, der Erhalt
der Wälder usw. kommen den Menschen unmittelbar zu gute und stellen in
der Summe einen effektiven und nachhaltigen Beitrag zum Klima und zur
Lebensqualität auf unserem blauen Planeten dar.
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Daten
Den Temperaturdaten
von Basel und Wien liegen die Klimareihen von F. Baur zugrunde, die im
Rahmen der „Berliner Wetterkarte“ (P. Schlaak) fortgeführt und in jüngster
Zeit durch Werte aktualisiert wurden, die von den beiden Stationen direkt
zur Verfügung gestellt worden sind.
Die Temperaturdaten von Prag wurden der Internet-Veröffentlichung
www.wetterzentrale .de/Klima/ entnommen, erweitert durch Werte, die von
der Station Prag direkt zur Verfügung gestellt wurden.
Die Temperaturreihe von Berlin entspricht der Klimareihe von
Berlin-Dahlem, auf die die Beobachtungen von 1701-1908 von J. Pelz
reduziert worden sind.
Die globalen Temperaturreihen basieren auf der Internet-Veröffentlichung
des Climatic Research Unit, UK.
(www.cru.uea.ac.uk/cru/data)
Die Angaben über die Sonnenfleckenzahlen entstammen der
Internet-Veröffentlichung von NOAA(ftp:/ftp.ngdc.noaa.gov/STP/SOLAR_Data/Sunspot_Numbers/Monthly/)
Die Sonnefleckenzahlen für den
Zeitraum 1701-1748 wurden im Rahmen der o.g. Diplomarbeit aus
verschiedenen Quellen ermittelt.
29.8.2007
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